Montag, 8. Februar 2010

Finest Spirits - München

Wir befinden uns erst am Beginn des zweiten Monats des neuen Jahres und schon geht das Barprogramm in eine weitere Runde: Kaum ist die Barkultour vorbei führt der Weg weiter nach München zur Finest Spirits 2010. Noch nie gehört? Das könnte daran liegen das diese Veranstaltung bis zum letzten Jahr noch unter dem Munich Whisky & Bar Festival bekannt war. Diesen Namen trägt das Projekt nun nur noch im Untertitel – aber es gibt noch mehr interessante Neuerungen.
Die großen Sponsoren Ron Zacapa und Talisker sind die gleichen aber der Veranstaltungsort hat sich um gute 200 Meter geändert. Von der mittlerweile zu klein gewordenen Praterinsel wurde in das deutlich größere Neue Forum des Deutschen Museums gewechselt. Immerhin musste auch Platz geschaffen werden für die 15 neuen Aussteller. Natürlich wird es nicht nur Whisky zu trinken geben sondern auch alle anderen Arten von Alkoholika aus der flüssigen Genusswelt. Und auch wenn der Schwerpunkt auf dem puren Geschmackserlebnis der einzelnen Brände liegt kommen auch die Cocktails nicht zu kurz. So präsentieren sich beispielsweise sowohl die DBU Bayern als auch der Barzirkel München auf jeweils einzelnen Ständen. Letzterer ist auch für den Lantenhammer Cocktailcup verantwortlich, dessen Finale live während der Finest Spirits inmitten der Menge ausgetragen wird. Ein Blick auf die Ausstellerliste zeigt ein breites und interessantes Spektrum bei dem für jeden etwas dabei sein sollte. Besonders interessant sind nebst den großen und bekannten Abfüllern auch die vielen kleinen Produzenten die hier ihre Produkte dem geneigten Genusstrinker präsentieren wollen. Darunter finden sich Namen wie Berry Bros & Rudd oder auch C+S Dram um nur einige Beispiele zu nennen. Und mit etwas Glück ist es auch noch möglich eine Reise nach Schottland zu gewinnen bei dem großen Messegewinnspiel. Bei einer solchen Vielzahl von Anlaufstellen und Programmpunkten ist es nicht weiter verwunderlich dass das Festival jedes Jahr mehrere tausend Besucher anlockt!
Wenn sich die Messe dem Ende zuneigt (an den ersten Tagen um jeweils 23:00 Uhr!) ist aber noch lange nicht Schluss. Dann geht es im Zeichen des Whiskys weiter in den vielen Münchner Bars welche sich zu einem Bartrail quer durch die City zusammenschließen werden. In diesem Rahmen findet auch zum ersten Mal der „Munich Gay Bar Trail“ statt. Eine geführte schwul-lesbische Bartour für welche es online „Eintrittskarten“ zu erwerben gibt.
Stattfinden wird die Finest Spirits am Wochenende vom 19.-21. Februar. Da es sich hierbei nicht um eine Fachmesse handelt ist jeder Connaisseur herzlichst willkommen. Der Preis für eine Tageskarte liegt bei 20 € bzw. bei 34 € für ein Zweitagesticket. Im Preis inbegriffen ist ein Tastingglas und vier Coupons zum Verkosten diverser Spirituosen. Weitere Informationen rund um das Munich Whisky Festival finden sich auf der offiziellen Internetpräsents. Aus der Erfahrung der letzten Jahre kann ich nur sagen das sich de Weg nach München definitiv lohnen wird! Wer nicht hinfährt ist selber schuld ;-)

Montag, 1. Februar 2010

BarBrain City-Barhopping


Für einen Barfly ist es nicht immer leicht eine Städte-Tour zu planen. Zunächst muss die An- und Abreise organisiert werden um überhaupt an das Ziel zu gelangen. Danach gilt es gute Bars auszumachen, diese auch in der fremden Stadt zu finden und das Tagesprogramm will natürlich auch gut überlegt sein. Insofern eine solche Bartour mehrere Tage gehen soll kommt noch die Organisation von Unterkunft und Verpflegung dazu sowie ein nicht unerheblicher finanzieller Aspekt. Eine Möglichkeit sich das Ganze leichter zu machen ist ein fertig geplantes City-Hopping wie es zur Zeit von „Barbrain“ Stefan Stevancsecz für Österreich organisiert wird.
Derzeit stehen drei Termine von Österreich nach Berlin zur Auswahl mit einem interessanten und buntgemischten Rahmenprogramm. Neben dem Flug sind im Preis des Paketes auch sämtliche Transferfahrten von und zum Flughafen inklusiv sowie zwei Übernachtungen in einem 4-Sterne-Hotel mit Frühstück, zwei Abendessen, 2x 4 Barbesuche mit jeweils dem ersten Drink gratis, ein Shuttleservice zwischen den einzelnen Bars sowie weitere barbezogene Präsentationen und Tastings! Dabei wird immer darauf geachtet die gehobene Barkultur zu achten. In der offiziellen Broschüre heißt es dazu passend „Das Barbrain City-Barhopping soll der Förderung der Genuß-, Trink-, bzw. der Barkultur selbst dienen, aber im Speziellen natürlich den Teilnehmern der Tour, welche sich entspannt in die abwechslungsreiche Welt der Bar und Cocktails entführen lassen können … Durch die kleine Gruppengröße (max. 7 Personen) wird eine hohe Effektivität der Tour gewährleistet“. Geführt und geleitet werden die einzelnen Touren jeweils von Stefan Stevancsecz selbst. Es versteht sich von selbst das nur hochqualitative Bars auf dem Programm stehen. Die Photos im Flyer zu den Bartours verraten das es unter anderen in das Reingold, in der Lebensstern und in der Rumtrader gehen wird.
In Zusammenarbeit mit Geo-Reisen und Tanqueray als Sponsor ist es möglich dieses Gesamtpaket für sehr faire 530 € pro Person im Doppelzimmer anzubieten! Diese Berlin-Tour findet erstmalig am 22.-24. Februar statt und noch zwei Mal im September dieses Jahres. Insofern dieses erste Projekt seiner Art erfolgreich verläuft seien auch weitere Toren möglich z.B. von Deutschland nach Wien oder nach London. Ich wünsche Stefan viel Erfolg bei seinen Reisen in die deutsche Hauptstadt denn was könnte nützlicher für die Barkultur sein als sie den Leuten persönlich zu zeigen. Bleibt nur abzuwarten in wie weit das Angebot von „Cocktailneulingen“ angenommen wird. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Dienstag, 26. Januar 2010

Barkultour 2010 - Ein Résumé

Zurück aus Stuttgart und einigermaßen erholt von dieser 18-stündigen Tour dürfte ich fit genug sein um ein erstes kleines Résumé zu schreiben, auch wenn ich nur den ersten Messetag miterleben konnte. Pünktlich zur Eröffnung um zehn Uhr morgens konnte ich mich glücklich schätzen der erste Besucher dieser kleinen Messe zu sein – und das ist in mehreren Punkten wortwörtlich zu nehmen.

Es herrschten noch überall hektische Aufbauarbeiten und keine weiteren Besucher waren in Sichtweite. Dieser leere Zustand sollte sich erst gegen 14 Uhr ändern. Die kleine Ausstellungsfläche konnte in diesem Zeitraum genauestens in Augenschein genommen werden aber eine Umrundung währe selbst bei einem größeren Andrang in einer Minuten erledigt gewesen. Neben den üblichen Verdächtigen (Haromex, Borco, Diageo, Pernod Ricard) stellten vor allem kleinere Spirituosenhersteller ihre Produkte aus. Anbei gesellten sich noch diverse Anbieter der Gastronomie für Arbeitskleidung, Möbel und Küchenausstattung. Schade das auch so einige Stände vorhanden waren die ich nicht direkt in den Bereich einer Barmesse einordnen würde: Eine Werbeagentur, ein „Anbieter interaktiver Trommel-Events“, ein „Raumbeduftungssystem“ oder auch ein Radiosender.
Wie auch schon bei diversen anderen Barmessen setzt auch die Barkultour auf ein gemischtes Rahmenprogramm aus Vorträgen und Tastings neben der eigentlichen Ausstellung. Die Vorträge sind allerdings noch stark verbesserungswürdig. Hierbei handelte es sich vor allem um Werbebeiträge der einzelnen Redner zu ihrem Auftragsgeber. So erfuhr man unter dem viel versprechenden Thema „Genuss mit Verantwortung“ lediglich was ein Importeur in diesem Bereich so alles treibt oder bekam Infos wie toll es doch ist als Bartender auf einem bekannten Kreuzfahrtschiff zu arbeiten. Lediglich der Spirituosenvortrag von Jürgen Deibel scheint werbeneutral gewesen zu sein, welchen ich aber leider nicht beiwohnen konnte wegen eines Tastings.
Die Tastings hingegen konnte jeden Besucher überzeugen. Schade das der Tastingbereich oft vom Lärm der anderen Bereiche gestört wurde. Einige Vorhänge an den offenen Fenstern zum Ausstellerbereich hätte hier wunder gewirkt. Nichts desto trotz wurden die Verkostungen professionell von den jeweiligen Profis erläutert und von den Herstellern kommentiert. So wurden dem interessierten Besucher unter anderem die Produkte aus dem Hause Monin, Ron Zacapa oder Glenlivet näher gebracht. Letztere überraschten die Besucher mit einer Verkostungsreihen von Glenlivet-Wasser bis hin zur höchsten Altersstufe für ihren Whisky. Auch an dem heutigen Dienstag sei ein Besuch bei dem Tasting für Pisco und Suntory Whisky absolut empfehlenswert!
Neben den üblichen Produkten gab es auch die eine oder andere Neuerung zu erblicken. So konnte am Stand von Haromex ein neuer Rum namens Dictador verkostet werden. Nach einer 20-jährigen Reifezeit wird dieser kolumbianische Tropfen zum Verkauf abgefüllt und erinnert Geschmacklich an eine Mischung aus Ron Zacapa 23 und Ron Diplomático 12. Ein genaues Verkaufsdatum ist noch nicht bekannt. Erstmalig wurde auf der Barkultour auch ein neuer Gin aus Deutschland vorgestellt: Der Monkey 47. Die Destillerie setzt bei ihrem „Schwarzwald Dry Gin“ nebst den klassischen Botanicals auch einheimische Kräuter und Gewürze ein, welche typisch für ihre Region sind. So findet man in dem Brand aus 47 Zutaten und 47% Volumenalkohol unter anderem die Aromen von Schlehen, Fichtensprossen und Preiselbeeren. In der Nase zunächst fruchtig und frisch schlägt das Produkt mit einer fast aufdringlichen floralen Note und einer leichten Schärfe auf der Zunge ein. Seine Stärken zeigt dieser Gin erst im Zusammenspiel mit Tonicwater auf. Erhältlich ist der Brand voraussichtlich ab Anfang Mai. Eine ausführliche Verkostungsnotiz wird es dazu gesondert hier im Blog geben. Auch die beiden Münchner der Dukes Destillerie konnten ein neues Produkt vorstellen. „Max und Daniele´s Ingwer Liqueur“ ist eine Kombination aus einem selbst angesetzten Ingwermazerat, karibischen Rum, Zucker und Zuckercouleur. Die ausgewogene Süße harmonisiert elegant mit dem Geschmack der asiatischen Wurzel und deren unverwechselbaren Schärfe, welche von Anfang an präsent bis in den Abgang hineinreicht – für mich eines der schönsten Ingwerprodukte. Der Liqueur ist ab sofort im ausgesuchten Fachhandel erhältlich.
Aber wichtiger als all das bisher geschriebene an einer solchen Messe ist die Kommunikation zwischen den Besuchern und den Ausstellern. Vor allem Bartender aus dem südlichen Deutschland scheuten den Weg in die badenwürttenbergische Hauptstadt nicht. Schade das sich nur wenige Berliner und keine Hamburger sehen ließen – vielleicht beim nächsten Mal. Die Barkultour ist eine Messe auf den richtigen Pfaden. Nach kleineren Startschwierigkeiten und weiteren Dingen die bis zum nächsten Jahr einer Verbesserung bedürfen ist hier definitiv großes Potenzial vorhanden. Ich für meinen Teil werde die Chance auf den nächsten Besuch mit dem größten Vergnügen nutzen – es muss nicht immer London, Paris oder Berlin sein…

Montag, 25. Januar 2010

Mixology Monday: Tea


Wenn diesem Monat noch etwas fehlt dann ist es wohl der erste Mixology Monday des neuen Jahres. Der Januar steht dabei voll und ganz im Zeichen des Tees und wird dabei gehostet von der cocktail virgin slut. Tee ist eines der bekanntesten Getränke des Planeten und findet in der Bar kaum Beachtung. Dazu kommt noch der Missbrauch des Wortes „Tee“. Alles was nichts mit Kaffee am Hut hat und mit heißem Wasser übergossen wird nennt sich hierzulande Tee, auch wenn darin kein einziges Blättchen Tee zu finden ist. Diese Heißgetränke sollte eigentlich Aufgussgetränk heißen aber machen das im Prinzip nirgendwo. Doch was ist Tee überhaupt?
Die Pflanze welche die kostbaren Blätter liefert nennt sich Camellia thea und wird weiterhin unterteilt in die Gattungen thea sinensis und thea assamica. Diese aus China und Indien stammenden Pflanzen würden in der freien Natur, je nach Sorte, zu einem stattlichen Busch oder gar zu einem bis zu zwanzig Meter hohen Baum heranwachsen. Auf den Plantagen werden diese aber bewusst klein gehalten. Zum einen erleichtert das die Ernte, welche immer noch von Hand erledigt wird, und es zwingt die Pflanzen viele neue Triebe hervorzubringen da für gewöhnlich immer nur die ersten Blätter eines jeden Triebes für die Weiterverarbeitung genutzt werden. Nach Europa gelangte der Tee erst vor gut 400 Jahren. Es entstanden daraufhin die ersten großen Handelsrouten zwischen den Niederlanden mit Batavia und Japan sowie England mit China und Indien. Mit der Verbreitung des neuen exotischen Getränkes entstandnen um 1660 die ersten Teehäuser in Europa. Als England im Jahre 1780 ein Importverbot für niederländischen Tee ins eigene Land verhängte (um das konkurrierende Land finanziell damit auszubremsen) legten deren Schiffe kurzerhand in Deutschland an. Bremen, Hamburg und Emden profitierten davon und wuchsen zu den wichtigsten Handelsstädten des Kontinents heran. Die Nachfrage an Tee, welcher bis Dato noch wild wuchs, überstieg bei weitem die Produktion und so wurden in Indien im großen Rahmen Plantagen angelegt was dazu führte das Indien bis heute der größte Impoteur der getrockneten Blätter ist. Weitere technische Verbesserungen in den Manufakturen sorgten dafür das der Nachschub an Tee gesichert wurde bis in die heutige Zeit.
Ich erspare es mir mich weiter in diese Materie einzuarbeiten als es diese kurze Zusammenfassung hier zulässt. Tee ist ein Eigenständiges Fachgebiet welches dem der Spirituosen oder des Weines in nichts nahe steht. Es gibt Connaisseure und Sommeliers, Teesorten werden geblendet wie ein guter Whiskey und wie bei einem Drink ist die richtige Zubereitung entscheidend. Die genaue Aufbrühzeit, die richtige Teekanne und das richtige Glas sind hier entscheidend und ein Teeprofi trinkt diesen natürlich pur ohne Milch, Zitrone oder einem anderen Zusatz. Umso erstaunlicher ist das doch relativ bescheidene Ansehen dieses schönen Getränkes in der Öffentlichkeit. Es hat den ruf ein Oma-Getränk zu sein das man bevorzugt trinkt wenn man krank ist…
Ich persönlich trinke Tee sehr gerne und oute mich hier gleich als Banause. Meine Tees sind allesamt aus dem Supermarkt und auf die Schnelle fällt mir auch kein einziger Cocktail mit Tee ein, den ich hier vorstellen könnte aus Tee mit Rum. Dafür habe ich für mich eine sehr aromatische Variante des Teegenusses gefunden. Dazu wird ein Schwarztee zusammen mit einer Messerspitze von Schuhbecks Arabisches Kaffeegewürz aufgebrüht und mit etwas Milch und Zucker abgeschmeckt. Der Kardamom und das Muskat ergänzen die Aromen des Tees geradezu perfekt und ergeben ein harmonisches und exotisch anmutendes Gesamtbild. Zugegeben ist die Gewürzmischung nicht billig aber sie ist jeden Cent davon wert.
In diesem Sinne lehne ich mich jetzt mit meiner Tasse Gewürz-Tee zurück und bereite mich auf die fahrt zur Barkultour nach Stuttgart vor – Es heißt nicht umsonst abwarten und Tee trinken…

Donnerstag, 21. Januar 2010

Barkultour 2010 in Stuttgart

Ich weis es ist ruhig geworden in den Cocktailwelten aber das ist auch so geplant. Einerseits geht in meinem Job bald die „Saison“ los und ich arbeite schon jeden Tag länger sowie an den Wochenende und andererseits bin ich der Meinung das ich eh schon zu viel Zeit vor dem Monitor verbringe. Nichts desto trotz gibt es noch viele andere Cocktailbezogene Dinge zu erledigen. Einige Mix-Beginner bekommen einen kleinen Einführungskurs und diverse private Cocktailpartys wollen geplant werden. Aber als nächstes führt mich der Weg zunächst in die schöne badenwürtenbergische Hauptstadt Stuttgart und die dort zum ersten Mal stattfindende Bar-Messe Barkultour 2010.
Am 25. und 26. Januar lädt der Veranstalter Dimitrios Lazaridis das geneigte Fachpuplikum in das Römerkastell ein um auf das neuste aus der Barwelt aufmerksam zu machen. Schon seit längerer Zeit ging vor dem Bekanntwerden der Messe ein Gerücht umher das eine solche stattfinden wird. Mit der Barkultour findet nun auch zum ersten Mal eine rein für die Bar geplante Ausstellung im Süden der Republik statt. Auf der offiziellen Seite ist dazu folgendes zu lesen: „Mit der Trend- und Erlebnismesse Barkultour wird die Idee der „American Bar“ wieder aufleben - Qualität statt Quantität! Neue Ideen, die die Sinne verwöhnen und mit Cocktail & Co. sicher Marken-botschaften transportieren – das ist unser Konzept! … Neben den neusten Markentrends werden auch grundlegende Geschäftsphilosophien und Konzepte zum Thema Dienstleistung vorgestellt. Auf 1.500 Quadratmeter Messefläche in charmantem Industrieambiente, mit modernen Glaskomponenten, schaffen wir eine Kommunika-tionsplattform für die Bar-/Club- und Szenegastronomie. Barmäßig soll auch der Umgang sein: Ansprechen Austauschen, Abwickeln. Die erfolgreichen Zutaten für diesen "Cocktail der Sinne" sind neben, Produktinnovationen und Neuheiten, Tastings, Shows, auch Fachvorträge von Profis für Profis.“
Damit geht man in Stuttgart den selben Weg der auch vom Barconvent Berlin beschritten wird. In einer Mischung aus Ausstellung, Vorträgen, Tastings und Kommunikation ist für jeden Interessierten etwas dabei. Neben den üblichen Großimporteuren für Spirituosen sind vor allem kleine Unternehmen sowie diverse Gastro-Aussstatter vor Ort. Wie auch Sascha vom Cocktails Old Fashioned Blog halte ich den Monkey 47 Gin der Blackwodd Destillerie als das interessanteste Produkt – man darf gespannt sein wie sich dieser GSA-Brand gegen den Duke Gin aus München schlagen wird…
Leider ist es mir nur möglich am Montag vor Ort zu sein. Wer die Chance hat sollte schon am Sonntag anreisen um an einer der Pre-Partys in den bars der Stadt teilzunehmen. Während sich, nach meinen Informationen, im Scholz diverse Münchner Bartender ein Stelldichein geben, (kann das jemand bestätigen?) mixen in der o.T. Bar bekannte Bargrößen aus Berlin, Dresden und Stuttgart was die Shaker hergeben. Und als bräuchte es noch einen Anreiz sich auf den Weg in das Römerkastell zu machen gibt es noch den freien Eintritt insofern man sich zuvor online anmeldet. Ich freu mich euch alle in Stuttgart zu treffen um Maultaschen und Spätzle durch Gin und Tonic zu ersetzen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Web-News

Wer sich im Internet auf die Suche nach alkoholischen Seiten macht wird immer schneller und leichter fündig. Gerade im deutschsprachigen Raum steigt die Zahl der Schreiberlinge und Interessierten Jahr für Jahr beachtlich an. Bartender und Connaisseure lassen uns regelmäßig an ihren Erfahrungen und Erlebnissen teilnehmen, damit wir nichts verpassen.
An erster Position sei immer noch das Sozialnetzwerk Facebook genannt. Es gibt kaum jemanden aus dem Barbereich der sich hier noch nicht registriert hat. Die Möglichkeit aktuelle Geschehnisse in Sekundenschnelle zu erfahren oder weiterzugeben sind ein Grund für diese Entwicklung. Dazu kommen noch die leichte Bedienbarkeit sowie eine unüberschaubare Anzahl von Sonderfunktionen wie Fotoalben, Umfragen oder Videofunktionen.
Aber auch Blogs sind nach wie vor ein beliebtes Medium zum Austausch von Informationen. Der neuste Vertreter dieser Art ist der Tasting-Blog von Tim Reuber. Seit einiger Zeit ist es im Cocktailforum möglich an diversen Online-Tastings teilzunehmen. Der Veranstalter kauft dabei die nötigen Spirituosen, füllt diese in Probefläschchen um und versendet sie an interessierte Tester. Diese Bewerten nun die Proben mit Punkten und schicken sie an die leitende Person zurück. Die beste Spirituose aus dem Tasting kann nun ermittelt werden. Im Tasting-Blog wird das Ganze auf die Spitze getrieben mit über 20 einzelnen Likörverkostungen mit jeweils 5-10 Proben. Alleine die Auswertung dieser Daten wird voraussichtlich die nächsten sieben Monate in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse werden im besagten Blog aufgelistet sowie an die Industrie und die Sponsoren geschickt, welche ein Tasting in diesem Ausmaß, durch Rabatte und Gratisflaschen, erst ermöglicht haben. Ebenfalls neu ist der Webauftritt des Münchner Barzirkels – ein Zusammenschluss von mehreren Bartendern aus verschiednen Bars der Stadt. Auch hier wird regelmäßig über Neuigkeiten aus der Barwelt geschrieben sowie Tastings organisiert. Nicht zu vergessen sei natürlich der Lantenhammer Cocktail-Cup, welcher ebenfalls von der Münchner Runde organisiert wird. Es ist großartig das sich in immer mehr Städten die Bartender untereinander vernetzen um ihren Beruf und ihrer Leidenschaft nachzugehen. Ein fast unbekannter Blog ist Mija.ch. Diese schweizer Connaisseurseite ist ebenfalls ein Abkömmling aus dem C&D-Forum und berichtet in regelmäßigen Abständen über interessante Themen aus dem kleinen Land in den Alpen.
Eine nicht mehr wegzudenkende Institution ist das Cocktailforum von Cocktails & Dreams, welches alleine in diesem Beitrag nun schon zum dritten Mal erwähnt wird. Das Urgestein der deutschen Barforen ist in die Jahre gekommen und wird aufgrund seines Erfolges in den kommenden Monaten generalüberholt. Eine neue Forensoftware sorgt für einen stabileren und einfacheren Ablauf und neue Funktionen wie ein Chat werden voraussichtlich integriert. Auch die Stammseite C&D bekommt ein neues Layout, die Datenbank wird überarbeitet und ein News- und Blogsystem auf der Startseite könnte bald Wirklichkeit werden. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Alexander Tropmann und dem Onlineshop Barfish als Sponsor dieser Seiten. Ohne diese würde es viele Connaisseure, werdende Bartender und Blogs nicht geben – einschließlich der Cocktailwelten…

Donnerstag, 7. Januar 2010

Der Blue Blazer


Laut den Meteorologen ist dieser Winter einer der härtesten der vergangenen Jahre. Die kalte Jahreszeit hält uns fest im Griff und wird uns so schnell nicht wieder loslassen. Wenn es nur irgendwie möglich ist sollte man daher die eigenen vier Wände nicht verlassen und sich lieber bei ruhiger Musik und einem warmen Getränk entspannen. Was würde in diesem Fall besser passen als eines der ältesten warmen Mischgetränke überhaupt? Jerry Thomas, Urvater der Bar, und der Erfinder dieses Drinks, machte sich mit Ihm einen Namen und nun erlebt dieses Getränk geradezu seine Renaissance. Gemeint ist nichts anderes als der blauzüngelnde und bernsteinfarbene Blue Blazer Cocktail.
Der Legende nach entstand dieser Drink als ein Goldgräber in Jerrys Bar kam und nach einem Drink verlangte welcher das „Höllenfeuer“ in im ausbrechen ließe. Jerry schickte den Mann weg und er solle in einer Stunde nochmals kommen. Bis dahin habe der Professor, wie Jerry auch genannt wird, einen Cocktail für ihn entworfen. Als dieser nach einer Stunde wieder in die Bar kam waren alle Leute schon auf das Ergebnis gespannt. Der Bartender vermischte heißes Wasser mit Scotch, entzündete die Mischung und warf sie brennend regelrecht zwischen zwei Bechern hin und her „whit a rapidity and dexterity that were well night unbelievable“, so die Geschichte. Alle Zuschauer waren hellauf begeistert und der Drink wurde alsbald überall bekannt… Ob man diese Geschichte nun glaubt oder nicht sei jedem selbst überlassen. Fakt ist auf jeden Fall das man diese Aktion durchaus als ersten Ansatz von Flairtending zählen lassen kann. Immerhin ist die Rezeptur für den Blue Blazer schon in Jerry Thomas´ 1862 erschienenen Cocktailbuch „The Bartenders Guide“ aufgeführt. Erfunden wurde der Blue Blazer schätzungsweise in den 1850ern und seine Popularität hielt bis in die 70er des selbigen Jahrhunderts an. Wie so viele Cocktailrezepte verlor sich auch dieses im Strudel der Zeit und wurde erst langsam wieder entdeckt. Immerhin schreckt auch die Zubereitung beim ersten Blick ab und ganz ungefährlich ist das Spiel mit dem Feuer auch nicht.
In der Originalrezeptur werden zunächst zwei Metallkrüge verlangt. Einen davon füllt man mit 6 cl Scotch Whisky sowie 6 cl kochendem Wasser und füge einen Teelöffel Zucker hinzu. Als nächstes wird die Flüssigkeit in Brand gesetzt und vier bis fünf Mal im hohen Bogen zwischen den Krügen hin und her geschüttet sodass ein Feuerstrahl entsteht. Gelöscht wird der Drink in einem Glas serviert, welches mit einer Zitronenschale dekoriert wird.
Ich für meinen teil bereite das Ganze ein wenig anderst zu: Zum einen ersetze ich die Krüge durch Mokkakänchen bzw. Milchaufschäumbecher (die heißen wirklich so!) aus rostfreien Stahl. Diese haben den Vorteil einen langen griff zu besitzen. Geht doch einmal ein Tropfen am Becher vorbei verbrennt man sich somit nicht gleich die Hand. Des Weiteren ersetze ich den Scotch durch Bourbon da mir dieser geschmacklich deutlich besser gefällt in diesem Cocktail. Dabei ist auf einem möglichst hohen Alkoholgehalt der Spirituose zu acht da diese sonst nicht brennen wird. Empfehlenswert sind zum Beispiel Blantons Gold Edition oder auch Booker´s Cask Strength. Bevor ich diesen aber brauche bereite ich das Gästeglas vor. In dieses gebe ich zunächst einen Teelöffel Puderzucker (da sich dieser später schneller auflöst), den Teelöffel sowie eine Limettenzeste. Nun befülle ich eines der Metallkännchen mit 6cl Whisky sowie 4cl kochendem Wasser. Die Wassertemperatur ist entscheiden dafür das sich das Gemisch entzünden lässt. Einige Male zwischen den Bechern hin und her gegossen lösche ich das Ganze ab und fülle den Drink in das vorbereitete Glas. Nochmals kurz umgerührt kann der Blue Blazer serviert werden.
Achtung: Es ist unabdingbar das Ihr beim Nachmixen das Umschütten zuvor mit kaltem Wasser übt. Nur all zu schnell verbrennt man sich bei dieser, zugegeben spektakulären Aktion, die Hände. Auch sollte man diesen Drink nach Möglichkeit über einem feuerfesten Boden zubereiten – nicht das ich die Tage eine Beschwerde wegen einem verbrannten Teppich bekomme…
Für mich ist der Blue Blazer der ultimative warme Cocktail. Er beeindruckt die Gäste, er ist ein echter Klassiker und er schmeckt auch noch höllisch gut! Dazu kommt noch die eigene Kreativität. Eine Orangenzeste anstelle der Limettenschale ergibt sofort ein ganz anderes Geschmacksbild. Ein Rum anstelle des Whiskys – warum nicht! Weniger Zucker und dafür einige Tropfen Orgeat könnte ich mir auch als sehr schmackhaft vorstellen. Zum veranschaulichen kann ich an dieser Stelle noch ein Video von David Wondrich empfehlen in dem man das geschriebene nochmals Revue passieren lassen kann.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Mauro´s Negroni Club

Das neue Jahr fängt bereits vielversprechend an. Die ersten Termine rund um das Thema Bar stehen fest und sind teilweise schon in greifbare Nähe gerückt. Neue Wettbewerbe stehen an und eine erste neue Bar wird ab nächster Woche seine Pforten offiziell öffnen. Die Rede ist von Mauro´s Negroni Club in München, welcher sich momentan in der so genannten Soft-Opening-Phase befindet.

Mit diesem Objekt erfüllte sich der Barbesitzer Mauro Mahjoub den Traum seine eigene Bar in die Tat umzusetzen. Nur wenige Meter von seinem vorherigen Arbeitsplatz (dem Negroni) entfernt ist der Negroni Club bequem über den Ostbahnhof mit der S-Bahn zu erreichen. Nach wenigen Gehminuten steht man unter dem großen, nicht zu übersehenden Schild über dem Eingang. Im Inneren überrascht zunächst die Größe der beiden Gasträume. Trotz der hohen Anzahl der Sitzplätze und Tische kommt man sich niemals beengt vor. Die Wände sind allesamt auf halber Höhe holzvertäfelt und teils mit einer Vielzahl von Bildern und alten Shakern aus Mauros legendärer Sammlung dekoriert. Die dunklen und modernen Möbel ergänzen sich bestens mit den hellen, verzierten Säulen und den Wandleuchtern im Art-Deco-Design, welche die Räume in ein gemütliches Licht tauchen. Der Tresen und der alte Barschrank mit den Spiegeln tragen ihren Teil zum Ambiente bei.
Wie nicht anders zu erwarten ist selbiger natürlich mit einer großen Auswahl an Spirituosen bestückt. Sowohl die Auswahl wie auch die Qualität dieser lässt kaum einen Wunsch offen. Selbiges gilt auch bei der Barkarte. Diese ist unglaublich umfangreich (die Anzahl der Drinks dürfte dreistellig sein) und bietet von jedem etwas. Wer hier keinen passenden Drink findet ist selber schuld. Wie der Name der Bar schon verrät ist der Negroni der Signatur-Drink dieser Bar. Aus diesem Grunde taucht dieser auch in mindestens 15 verschieden Variationen auf! Die restlichen Drinks sind übersichtlich in vielen Kategorien aufgeteilt wie zum Beispiel Pre Dinner, Cuisine Style oder Vintage Cocktails. Der Nachteil dieses enormen Menüs ist allerdings die Übersichtlichkeit. Es bedarf schon seine Zeit um sich alle Kreationen durchzulesen und dann noch eine Entscheidung zu treffen, welcher Drink es denn nun sein darf. Der Preis für ein Mixgetränk liegt im Negroni Club bei acht bis zehn Euro und entspricht dem für München typischen Preisgefüge.

An den getesteten Mai Tai, Basil Daiquiri und der Tommy´s Margarita gab es nichts auszusetzen. Beim Old Fashioned und beim Mint Julep hat mir persönlich jeweils noch ein dash Zucker gefehlt ansonsten konnten auch diese Mischungen überzeugen. Interessant ist der angebotene Brandy Crusta welcher zwar ohne der typischen Zitronenschale serviert wird aber unheimlich lecker ist! Ein Tipp ist auf jeden Fall der „Negroni Club“ Cocktail: Vodka Citron, Campari, Dry Vermouth, Chambord und Ginger Beer ergeben ein Getränk das sehr zu gefallen weis.
Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Bartender und dem sympathischen Servicepersonal der Bar. Stets freundlich und aufmerksam erlebt man hier Gastgebertum auf höchstem Niveau! Die Getränke wurden schnell zubereitet und ebenso schnell serviert. Während des gesamten Aufenthaltes wurden Schälchen mit Oliven und Crackern gereicht, welche sofort ausgetauscht wurden sobald diese zu Ende gingen. Verließen oder betraten Gäste die Bar wurde Diesen nach Möglichkeit selbst die Eingangstür mit einem Lächeln geöffnet! Hier geht der Negroni Club vorbildlich mit gutem Beispiel voran.
Zusammengefasst kann man mit Fug und Recht behaupten das München um eine gastronomische Perle reicher geworden ist. Mauros Negroni Club kann man schon jetzt zu einer der großen Anlaufstellen der deutschen Barkultur nennen. Das die Bar kurz nach der Eröffnung schon reichhaltig Besucht wird zeugt davon. Ich für meinen Teil werde für die nächste Münchner Bartour eine weiter Station einplanen müssen…

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Rum Company


Rum ist eine der am weitesten verbreiteten Spirituosen der Welt und trotzdem noch weitgehend unentdeckt, wenn es um seine Besonderheiten und den Variantenreichtum geht. Vergleicht man diese Spirituose mit anderen gereiften Bränden wie den Cognac oder Whisky führt Rum geradeso ein Schattendasein in der breiten Bevölkerung. Um das zu ändern gibt es zum Beispiel die Rum Company. Noch nie gehört? Das ist weiterhin nicht schlimm da dieses Unternehmen erst seit einigen Monaten existiert. Dennoch verwundert es mich das diese gut durchdachte Idee bis jetzt noch nicht auf größeres Interesse in den Weiten des WWW getroffen ist.
Die Rum Company machte aus dem eigenen Hobby eine Geschäftsidee und bietet nun eine breite Produktpalette vom klassischen Rum-Blend, über inseltypische Rums aus kleinen Destillerien, bis hin zu den noch relativ selten anzutreffenden Single-Cask Rums an. Mittlerweile sind sogar erste Eigenabfüllungen unter den 500 gelisteten Sorten erhältlich. Doch hinter der Rum Company steckt weitaus mehr als nur ein gewöhnlicher Onlineshop für Zuckerbrände. Die Degustations-Lounge der drei Geschäftsführer der Rum Company in Miltenberg am Main bietet beispielsweise eine Auswahl von ca. 300 offenen Flaschen zum Tasting an. Weil der Rum eine einmalige Spirituose ist und sich als perfekte Genussergänzung zu einer Zigarre anbietet, gibt es jeden Freitagabend ein "Rum After Work" Treffen. In der ganzen Lounge gilt das Motto "Cigar and Pipe - Smokers Welcome". Darüber hinaus werden auch diverse Rum-Seminare angeboten um sich mit der Spirituose vertraut zu machen.
Für besonders erwähnenswert halte ich die Möglichkeit sich Rumproben zu bestellen. Im Shop der Rum Company kann bei einer Vielzahl der Brände ein 4cl-Fläschchen bestellt werden um den Rum kennen zu lernen. Somit ist es nicht mehr nötig gleich eine ganze Flasche zu ordern um einen Rum kennen zu lernen. Welcher Bartender oder Connaisseur kann behaupten er hat keinen Fehlkauf in seinem Besitz, den er durch eine kleine Kostprobe verhindern hätte können. Vielleicht werden auch bald die wirklichen Raritäten und teure Produkte als Muster angeboten. Hier ist die Verlockung natürlich groß nur eine geringe Menge zu bestellen, sei es aus Kostengründen oder nur um den Genusshorizont zu erweitern.
Um das ganze Projekt abzurunden gehen die Geschäftsführer des Shops noch einen Schritt weiter: Im so genannten „Rum Genießer-Club“ kann man in die Welt exotischer Aromen eintauchen. Pro Quartal werden sechs Degustationsfläschchen mit den dazu passenden Verkostungsnotizen zu je 4cl versendet. Die Lieferung kommt frei Haus und kostet jeweils 35 Euro, ist aber kein bindendes Abonnement! Vor jeder Lieferung wird die aktuelle Selektion per E-Mail vorgestellt. Wenn kein Interesse besteht, setzt man die Verkostung einfach aus, wofür eine kurze Mitteilung ausreicht. Kosten entstehen in diesem Falle nicht. Für eine Mitgliedschaft im Club meldet man sich einfach über die Homepage an und erhält für die erste Zahlung über 35 Euro die ersten Probeflaschen sowie einen Sammelordner für Verkostungsnotizen und ein passendes Tastingglas von Spiegelau. Darüber hinaus erhält man als mitglid einen Rabatt über 5% auf alle angebotenen Artikel. Bezahlt werden die Proben jeweils via Bankeinzug aufgrund des geringeren organisatorischen Aufwandes für die Betreiber.
Ich bin echt begeistert von dem was die Rum Company auf die Beine gestellt hat. Ein gut durchdachtes Genussportal ist in wenigen Wochen entstanden mit neuen und gelungenen Ideen, welche in dieser Form, zumindest im deutschsprachigen Raum, noch nicht zu finden waren. Es ist fantastisch das es immer mehr Menschen gibt welche Freude am Genuss finden und dies auch ausleben. Die Rum Company ist ein gutes Beispiel dafür wie man sein Hobby zum Beruf machen kann. Ich für meinen Teil freue mich schon auf die nächste Quartalslieferung um wieder einmal in die Welt des Rums eintauchen zu können.

Montag, 28. Dezember 2009

Eine Frage des Geschmacks


Ich denke ich melde mich auch wieder einmal zu Worte nach einer etwas längeren Pause. Eigentlich hatte ich vor nur für eine Woche nichts zu schreiben aber ich konnte mich dann nicht mehr dazu bewegen wieder anzufangen. Nachdem ich diese Woche nun zusätzlich Urlaub habe steht genügend Zeit zur Verfügung um das Eine oder Andere niederzuschreiben. Zum Beispiel eine typische Situation wie sie mir in regelmäßigen Abständen begegnet: Vor kurzem begab es sich zur Weihnachtsfeier meines Betriebes das sich eine kleinere Gruppe abseilte um die Bars der Stadt ein wenig unsicher zu machen, wenn man diese Läden überhaupt als eine solche bezeichnen kann. Da unser Chef die Spendierhosen anhatte und uns alles bezahlte schaute er in die Cocktailkarte und fragte mich als „Whiskymixer“ was ich empfehlen könne. Wie ich diese Frage hasse! Jeder Mensch hat seinen eigenen Geschmack und einen Drink für acht Personen zu finden den jeder mag ist nicht ganz so leicht. Wenn ich dann nach einer ungefähren Geschmacksrichtung frage wie zum Beispiel süß, sauer, cremig, ect. stößt man sehr schnell auf verwunderte Blicke. Es ist eigentlich erstaunlich das viele Leute selbst nicht wissen was sie überhaupt zu trinken wollen. Meine Lieblingsantwort auf die Geschmacksrichtung ist im Übrigen die Aussage „Irgendwas das halt gut schmeckt“…
Nichts desto trotzt wird eine Antwort erwartet und meine Blicke gehen in Richtung der Cocktailkarte und dessen Inhalt der sich in meiner Region meist zischen „Long Island Iced Tea“ und „Sex On The Beach“ bewegt, zubereitet mit dem guten Spirituosen vom Discounter. Dies führt natürlich zu einem weitern Konflikt meinerseits. Eine Empfehlung aus einer solchen Karte kann ich einfach nicht machen und so verweise ich meist auf ein normales Bier. Meine Arbeitskollegen blickten mich daraufhin wieder verwundert an mit der Frage „Ich dachte du kennst dich mit dem Zeug aus?“
Was soll ich also in einer solchen Situation machen? Ich würde gerne Drinks empfehlen aber die Karte entspricht nicht meinem gewohnten Niveau. Ich würde gerne einen guten Drink bestellen der nicht auf der Karte steht aber es mangelt entweder an der Qualität der Spirituosen oder an den Spirituosen selbst. Dazu kommt meine Leidenschaft für einfache und klassische Rezepturen. Wenn sich ab und zu doch die Gelegenheit bietet jemanden etwas Interessantes zu empfehlen was sollte das dann sein? Einem Cocktailneuling der nur Pina Colada und Caipi kennt kann ich unmöglich sofort an einen Old Fashioned heranführen. Meist sind Sours ein gelungener Einstieg und so weise ich meist auf den Daiquiri hin. Interessant ist der Fall eines Arbeitskollegen welcher dank mir fast jedes Wochenende einen Pisco Sour trinkt aber den Daiquiri nicht ausstehen kann, was wiederum zum erstgenannten Punkt des persönlichen Geschmackes führt.
Nach kurzer Überlegung kam ich doch noch auf die Antwort nach einem zu empfehlenden Cocktail: Trink was dir schmeckt oder probier einfach etwas Neues aus, dann ist man zumindest eine Erfahrung reicher! Nichts ist besser als sich auf den eigenen Geschmack zu verlassen im Sinne von „Learning by doing!“ Geschmack ist ein Prozess der mit jeder Speise und mit jedem Getränk wächst und gedeiht. Nur weil ich keine Pina Colada trinke oder empfehle heißt es nicht das dieser Drink nicht gut ist oder keine Daseinsberechtigung besitzt. Daraus lässt sich wiederum schlussfolgern das eine Empfehlung zu einem bestimmten Drink keine große Aussage besitzt, ergo „Über Geschmack lässt sich nicht streiten.“

Montag, 14. Dezember 2009

Mixology Monday: Money Drinks


Kurz bevor sich das Jahr dem Ende zuneigt steht noch ein letzter Mixology Monday 2009 auf dem Programm. Auch wenn der Name Beers in the Shower etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich tatsächlich um einen Blog der sich im Bereich des hochwertigen und gemischten Getränkes ansiedelt. Der Autor Kevin Langmack präsentiert diesen MxMo unter dem Banner der „Money Drinks“. Darunter ist ein Drink zu verstehen der aufgrund seiner Zutaten „aufgepimpt“ wurde. Hauptsache das Geschmackserlebnis rechtfertigt den Einsatz von teuren Zutaten. Ich denke hier dürften so einige interessante Rezepte in Frage kommen.
Spontan fällt mir hierzu der Padovani Cocktail ein. Eine simple Mischung aus Whisky und St. Germain Likör. Dieser, nach Xavier Padovani benannter, Drink von 2006 wird ursprünglich im Verhältnis 1:1 zubereitet was aber kein rundes Geschmacksbild ergibt. Verringert man die Menge des Likörs bettet sich dieser geradezu perfekt in den Whisky ein. Ich bevorzuge einen leichten, schottischen Malzbrand wie den Ancnoc 12 im Mischverhältnis 4:1. Da heute aber das Besondere gesucht ist wird dieser einfach durch den hervorragenden, aber kostenintensiven, Glenmorangie Signet ersetzt. Dieser Traum von einem Cocktail stammt meines Wissens nach aus dem Hamburger Le Lion und ist jeden Cent wert. Selten erlebt man eine solch wunderschöne Symbiose von Spirituosen. Da hier die Priorität unbedingt auf dem fantastischen Scotch liegen sollte wird das Mischungsverhältnis auf mindestens 5:1 gesetzt.
Ein weiter Cocktail welcher Seinesgleichen sucht ist der Tommys Margarita. Ein Tequila-Sour in dem die süße aus Agavendicksaft erzeugt wird. Dieser Drink ist zu recht allerorts beliebt doch durch die Zugabe eines Premiumtequilas kann dieses Rezept in den Olymp getragen werden. In Frage kommt hier in meinen Augen nur der Jose Cuervo Reserva de la Familia Platino. Dieses Destillat bekommt von mir die Note „sehr gut“ im Preis- /Leistungsverhältnis trotz eines Flaschenpreises von ca. 55 €. Dieses fantastische Produkt kann ohne weiteres in der Wahnsinnsmischung aus 6 cl Tequila, 1cl Limettensaft und 0,5 cl Agavensirup serviert werden!
Wenn wir schon bei den Sours sind bleiben wir doch gleich hier. Für mich ist diese Drinkskategorie über allen anderen erhaben. Sours bestehen aus wenigen Zutaten, die Grundspirituose kommt zum Vorschein, sie sind geschmacklich ausgewogen und je besser die Basis desto höher kann diese dosiert werden wie das Beispiel der Margarita zuvor aufgezeigt hat. Als Rum-Trinker kommt auch dieser Sour bei mir nicht zu knapp – meist in Form eines Daiquiris. Doch es spricht auch nichts gegen einen sauren Rum mit einem gereiften Produkt wie einem Mount Gay XO. Zu meinen Favoriten zählt hier aber eindeutig die Variante mit dem köstlichen Appleton Estate 21. 8 cl Rum mit 3cl Limettensaft und 2 cl Zuckersirup vermischt und der Abend ist gerettet. Bei diesem Money Drink gilt es allerdings auf das Money zu achten. Ich kenne keinen Rum dessen Preisgefüge so stark schwankt. Momentan ist eine Flasche ab ca. 90 € zu bekommen. Es gab aber auch Zeiten dort war der Rum nie unter 100 € zu finden. Letzte Woche habe ich in meinem Schreibtisch in meiner „Schublade des Grauens“ eine uralte Rechnung gefunden auf dem ein Appleton Estate 21 für grandiose 55 € aufgeführt ist – irre!
Wenn die „Money Drinks“ etwas beweisen ist es die Tatsache das ein Cocktail immer nur so gut ist wie seine schlechteste Zutat. Natürlich müssen es nicht die super-hyper-mega-premium Spirituosen sein um einen guten Drink zu erhalten aber sie machen ihn dann zu etwas Besonderem. Vielleicht ist es auch nur eine Täuschung da wir uns beim Genuss eines solchen Produktes schon von vornherein auf etwas Großartiges einstellen. Und wen schon – es funktioniert! Ab wenigen Euro ist es möglich erstklassik zu mixen, rühren und zu shaken. Ab einem Preis jenseits der 100 € sei es auch dahingestellt ob die erwartete Verbesserung den Wareneinsatz wert ist. Aber auch das ist eine Glaubensfrage und wer bereit ist einen solche Preis zu zahlen wird das auch gern machen – man wird ja nicht gezwungen ;-)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Au Backe!

Ja, ja, ich schreib momentan nicht viel aber dafür hab ich auch zwei passende Ausreden parat. Zum einen bin ich mit anderen Arbeiten beschäftigt und es ist noch kein einziges Weihnachtsgeschenk organisiert und zum anderen aus gesundheitlichen Gründen mit denen ich mich nicht lange an den PC setzen will. Nachdem mein Zahnarzt der Meinung wahr ich sollte mich von einigen Weisheitszähnen trennen lauf ich nun schon seit einigen Tagen mit einer schmerzenden Backe durch die Gegend in der Größe und Form einer 0,7er Mozart-Likörflasche. Kopfschmerzen gibs im Paket gratis dazu… Hier erweist sich der Eisvorrat im Keller als sehr praktisch, auch wenn dieses kristalline H2O lediglich aus Leitungswasser besteht. Für die Cocktails (die ich jetzt eh nicht trinken darf) kann es dafür in Zukunft auch Luxuxeis sein wie es in diesem Bericht erwähnt wird.
Was mich an der ganzen Situation nervt ist die Tatsache das ich nochmals zwei Zähne zuviel besitze und ich dies ganze Prozedur nochmals durchleben muss. Das ist genau so nervig wie einige Gäste in Bars und deren Verhalten. Wie man mit solchen Situationen umgeht konnte man letztes Jahr schon in der YouTube-Serie „The Bartender Hates You“ sehen deren zweite Staffel seit kurzer Zeit online zur Begutachtung steht. Und seid ehrlich: Wer würde nicht auch das eine oder andere Mal so handeln wollen wie dieser Bartender ;-)