Montag, 31. Dezember 2007

Hard Shake - Lernvideo

Ein neues Jahr beginnt und eine neue Methode zu shaken zieht seit geraumer Zeit seine Kreise in der Barszene. Gemeint ist der aus Japan stammende Hard Shake. Ein spezieller Bewegungsablauf mit dem der Drink außergewöhnlich kalt werden soll. Das passiert durch das gezielte umherwirbeln des Eises im Shaker. Dazu gibt es ein perfektes Video von Eben Freeman, welcher die neue Techik bei Stanislav Vadrna in Slowenien gelernt hat. Stan ist der europäische Profi in Sachen. „Japanese Bartending“ und in der Philosophie die das Ganze in eine ware Kunstform verwandelt.
Vor dem eigentlichen Video kommt noch eine kurzer Werbespot also nicht wundern. Wer im Player auf "High" klickt bekommt ein größeres Bild.

Freitag, 28. Dezember 2007

Neues Rum-Buch?

Edward Hamilton der „Ambassador of Rum” lies auf seiner Hompage The Ministry of Rum foldene Information verlauten.

I'm working on the next book and have a couple of working titles; The InComplete Guide to Rum - since any book will be incomplete in some way or many, Edward Hamilton's Guide to Rum - pretty catchy eh?, or maybe More Rum. While I'm working on this book I've been adding content from the last books to the country and distillery pages of this site in an attempt to force myself to get this process underway while it's cold outside and I don't have time to go sailing.

Da es eh noch viel zu wenig Bücher zum Thema Rum in deutscher Sprache gibt (ganze 2 Stück), kann nur gehofft werden, dass das kommende Werk übersetzt wird.
Das nur noch mit Glück erhältliche „Das Rum-Buch“ vom selben Autor wird bei ebay mittlerweile für ca. 50€ gehandelt!

Mittwoch, 26. Dezember 2007

TBT X-Mas Punch

Wer alles die Weihnachts-Email von The Bitter Truth bekommen hat kennt dieses Rezept bereits. Für alle anderen hab ich beschlossen es hier zu Posten. Eine sehr gelungene Glühwein-Variante. Nach dem Test von nur einer halben Flasche, musste in der Zwischenzeit mein gesamter Weinvorrat daran glauben. Am besten eignet sich ein einfacher, lieblicher Wein für den Punsch.



Das Ganze leicht erhitzen und noch 10-15 Minuten ziehen lassen. Den Ingwer sofort entfernen da er ansonsten zu dominant wird. Viel Spaß beim ausprobieren.

Dienstag, 25. Dezember 2007

St. Germain - Rezepte


Die Halb-Zeit der Feiertage ist schon bald wieder erreicht, vom Weihnachtsessen ist man kaum in der Lage 500m weit zu laufen, und übersüßte Gebäckstücke liegen überall herum. Was gibt es also nahe Liegenderes als einen perfekten kalten und vor allem sauren Cocktail!
Der Postbote übergab mir dazu am vergangenen Freitag noch das Weihnachtsgeschenk von mir für mich. Eine frisch aus England importierte Flasche des himmlischen St. Germain Elderflowers (Holunderblüte) Liqueur. Hoffentlich wird das französische Erzeugnis auch bald in Deutschland erhältlich sein. Leider ist die Nachfrage des Likörs immer noch deutlich höher als die Produktion. Ein Faktum was deutlich für den St. Germain spricht! Nur ausgewählte Holunderblüten werden verarbeitet um dieses Top-Produkt zu kreieren.
Um wieder auf den anfänglichen sauren Drink zurückzukommen und den St. Germain zu nutzen folgendes Rezept.

Elder Sour
5 cl St. Germain
2,5 cl Zitronensaft
ein halbes Eiweiß

Alle Zutaten auf Eis shaken und in ein Glas Abseihen. Der Drink ist leicht säuerlich und schmeckt wie zu erwarten sehr stark nach dem Likör. Durch das Eiweiss erhält man eine super Schaumkrone und ein sehr leichte Struktur des Cocktails. Ich hab bisher noch keine andere Rezeptur gefunden in welcher der St. Germain nicht zu stark unterdrückt wird. Absolut empfehlenswert! Mehr Rezepte findet man hier.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen meinen Lesern von Herzen ein frohes Weihnachten!
Danke für das Lesen des Blogs!
MTV-Video: Against drink driving on christmas

Freitag, 21. Dezember 2007

Sloe Gin selbst gemacht


Gut acht Wochen ist es her als ich 5l meines Sloe Gins angesetzt habe. Das vergangene Jahr war für Schlehen ideal. Die Früchte waren genau so groß wie zahlreich und innerhalb von knappen zwei Stunden konnte ich ca. 9kg der schwarzen Beeren ernten. Eine undankbare Arbeit bei kalten Temperaturen und den dornigen Schlehen. Fündig wird man dabei meist an Feld- und Waldrändern, an anderen Büschen und Sträuchern.

Wichtig ist es allerdings auf den ersten Frost zu warten. Die Früchte sind sehr herb und durch das gefrieren am Baum zieht ein Teil der Bitterstoffe in ihn zurück. Das oft gelesene „ernten und in der Kühltruhe frieren“ ist deshalb absolut sinnlos. Des Weiteren steigt der Fruchtzuckergehalt durch den frostbezogenen Flüssigkeitsverlust. Eine echte Geduldsprobe wenn die Beeren reif am Baum hängen, schon fast abfaulen und es einfach nicht gefrieren will.
Zuhause angekommen wurde die Schlehen zunächst mit lauwarmen Wasser abgewaschen. Danach werden sämtliche kaputte Beeren, Äste, Blätter und andere Fremdkörper entfernt. Man sollte auch darauf achten fast alle Fruchtstiele abzuzupfen da diese sehr bitter sind.
Abgewogen zu je 2kg gingen die Früchte dennoch in den Gefrierschrank da mein Gin noch nicht bestellt wahr. Wer für das ansetzten seines Sloegins eine Flasche mit engen Hals hat wird sich beim befüllen, mit gefrorenen Beeren, auch leichter tun.
Als Gin kommt nur ein höherprozentiger Brand in Frage. Ich habe mich für Finsburry Platinum mit 47% entschieden. Ein guter Gin mit gutem Preisleistungsverhältnis zum ansetzten eines Likörs. Der Gin wird nun zu gleichen Teilen mit den Schlehen in eine große Flasche gefüllt. Bei mir sind das 5l Gin mit 5kg der Früchte – auf die Zugabe von Zucker wird zunächst verzichtet. Die Mazeration beträgt ca. 8 Wochen wobei das Ganze alle zwei Tage einmal umgerührt werden sollte.
Durch ein Leintuch gefiltert kommt der fast fertige Sloe Gin in einen weiteren Behälter. Die Schlehen werden im Tuch noch ausgepresst, da ansonsten zu viel verloren geht. Nach der Zugabe von Zucker ist das Endprodukt fertig. In meinem Beispiel kamen auf 100ml Gin 15ml Zuckersirup. Das muss man einfach ausprobieren da das Zuckern von den Beeren stark abhängig ist.

Auf diese weiße bekommt man einen Sloe Gin der zwar nicht billiger ist als ein Fertigprodukt aber: Er hat eine schönere Farbe (ein tiefes Dunkelrot), einen höheren Alkoholgehalt und eine dezentere Süße. Hierbei kommen wir einem klassischen Sloe Gin (wie ihn z.B. Jerry Thomas nutzte) wohl deutlich näher.

Weihnachts-Tipp: Der fertige Sloe Gin (am besten 50cl) kann noch weiter mazeriert werden mit einer Chili und einer Zimtstange!

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Bols arround the world 2008


Soeben erhielt ich vom Likörhersteller Bols folgende Pressemitteilung zu seinem internationalen Wettbewerb, den Bols Cocktail Masters 2008.
Weltweit konnten sich Barkeeper für den Wettbewerb bewerben, indem sie einen Bols-Cocktail kreierten, der die Mentalität und Persönlichkeit der eigenen Nation widerspiegelt. Ab Januar 2008 findet auf http://www.bolsaroundtheworld.com/ das Online-Voting statt, bei dem die Top 10 Barkeeper ausgewählt und am großen Finale teilnehmen werden.
Ted Marcuse (siehe Bild), Barkeeper der Hamburger Bar Plaza, ist der deutsche Kandidat für den internationalen Barkeeper-Wettbewerb Bols Around the World 2008. Beim nationalen Bols Master Battle 2007 hatte er in der Kategorie „Your Own“ den ersten Platz belegt und sich für die internationale Teilnahme qualifiziert. Mit seiner neuen, farbenprächtigen Cocktail-Kreation „The Colours of Germany“ zieht er jetzt in den Vorentscheid des weltweiten Wettbewerbs ein: „Die Farben meines Cocktails repräsentieren die deutsche Nationalflagge, während seine exotischen Zutaten – wie zum Beispiel Tintenfischkonzentrat, Chili und Lychee – die Internationalität unseres Landes widerspiegeln sollen“, erläutert Ted Marcuse.
Weltweit haben Barkeeper die Möglichkeit, sich als Repräsentant ihres Landes zu bewerben. Die Top 10 der Welt ziehen schließlich ins Finale im März 2008 in Amsterdam ein, wo sie um die Krone des Cocktail Masters 2008 mixen:. Der Sieger gewinnt die Teilnahme eines internationalen Austauschs in einer exklusiven Bar der weltweit angesagtesten Metropolen. Zusätzlich wird ihm ein Geldpreis in Höhe von 1.000 Euro überreicht.

The Colours Of Germany

1: 4cl Drambui
2: 4cl Erdbeerpüree, 3cl Bols Raspberry, 4 Pfefferminzblätter
3: 1cl Bols Lychee, 1cl Bols Strawberry, 1cl Zitronensaft, 3 Tropfen Tintenfischkonzentrat, Chili

Die drei Einzel-Zutaten zur Deutschlandflagge aufschichten. Als Garnitur sind eine Erdbeere, Pfefferminze, Chllipfeffer und geriebene Orangenschale angegeben. Eine sehr interessante Zutatenkomposition.

Montag, 17. Dezember 2007

Der Zombie


Der Zombie gehört auch zu den Cocktails der eine lange Geschichte hat, den jeder kennt und jeder hat sein eigenes Rezept dafür. Er ist der Inbegriff für starke, fruchtige Tiki-Drinks.
Erstmals ist dieses, noch namenlose; Rezept 1950 aufgetaucht als es sein Erfinder Ernest Raymond Beaumont-Gannt (auch bekannt als Don the Beachcomber) zum ersten mal niederschrieb. Bereits seit ca. 1934 wurde dieser Cocktail in seiner Bar nach Geheimrezept gemixt. Selbst seine Angestellten bekamen nur nummerierte Flaschen mit den Zutaten die sie im richtigen Verhältnis mischen sollten. Gut dass das Rezept doch noch öffentlich wurde bevor es ihm so ging wie dem Singapore Sling, dessen Original nie bekannt wurde. Benannt ist der Zombie nach seiner Wirkung auf seinen Konsumenten. Spätestens ab dem dritten Glas sollte man sich in dem „Nicht-tot-aber-auch-nicht-lebendig-Zustand“ befinden. Der fruchtige Geschmack von Säften und Sirup verschleiert den Alkoholgehalt gekonnt ohne dabei das Rumaroma zu überdecken. Aus diesem Grund erlass Don the Beachcomber auch die Regel das keiner seiner Gäste mehr als zwei „Untote“ bekommt.

Es gibt viele Varianten aber nur ein Original. Aber fast alle haben die Kombination von drei Rumsorten gemeinsam: White Rum, Gold Rum und Overproofed Rum. Hier heißt es einfach experimentieren welche Sorten am besten miteinander im Zombie harmonieren.

3 cl Ananssaft
3 cl Zitronensaft
3 cl Limettensaft
3 cl Marakujasirup
3 cl Gold Rum
3 cl White Rum
3 cl Overproofed Rum (Demarara)
1 dash Angostura
1 TL brauner Zucker

Bei der Zubereitung zunächst Zitronensaft und Zucker ins Shakerglas geben und so lange rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Danach die restlichen Zutaten und Eis hinzugeben. Das Ganze shaken und in ein großen Glas geben. Dekoriert wird der Zombie mit einem Minzzweig. Ich bevorzuge dieses Rezept noch mit der Zugabe von 0,5 cl Grenadine für einen noch fruchtigeren Geschmack.

Freitag, 14. Dezember 2007

Terminplaner



InterWhisky, München
Whiskyfans aus Bayern werden sich freuen.
13.-15. Februar

Whiskyschiff, Luzern
Auch in der Schweiz geht es rund.
07-08. März

ProWein, Düsseldorf
Der Name ist Programm.
16-18. März

Bar & Whisky Festival, München
Noch mehr Whisky in der Landeshauptstadt.
28-30. März

Spiritissima, Zürich
Findet zum ersten mal statt.
5.April

Barshow.nl, Amsterdam
Die sich nun aber venuez.nl nennt.
8.-9. April

Barzone 08, Berlin
Neue Fachmesse in Berlin.
7.-8. Mai

Voila - Le Barshow, Paris
Zum ersten mal in der Metropole.
Vorraussichtlich am 25.-26. Mai

Bar, London
Der größte Event in Europa
17.-18. Juni

Tales of the Cocktail, New Orleans
Die Großveranstaltung der Staaten
16.-20. July

Sydney Barshow
Cocktails down under
17.-18. September

BCB – Bar Convention Berlin
Mixology lädt zum zweiten mal ein.
29.-30. September

Cocktaildreams 08, Hamburg
Für Mitglieder des Cocktailforums.
3.-5. Oktober

Aquavitae, Essen
Spirituosen-Messe
08.-09. November

Interwhisky Frankfurt
Und noch eine Whiskymesse.
21-23. November

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Cocktails, Alkohol, Abhängigkeit


Sicherlich hat sich schon jeder einmal darüber Gedanken gemacht wie schädlich der Alkohol in Cocktails ist, beziehungsweise dessen Suchtpotenzial. Besitzen doch die meisten Drinks einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Ethanol – meist perfekt getarnt durch Säfte, Softdrinks und Zucker. Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen wirklich so viel Alkoholisches zu mir zu nehme das ich eines Tages nicht mehr darauf verzichten kann. Und genau hier liegt schon die erste Gefahr. Das Verlangen nach der flüssigen Droge kommt schleichend. Alleine die Gewohnheit jeden Tag einen Cocktail zu trinken oder auch nur ein Bier am Feierabend sind die ersten Schritte. Der Körper gewöhnt sich nach und nach an die regelmäßige Alkoholzufuhr. Der amerikanische Physiologe Elvin Morton Jellinek formulierte 1951 ein bis heute weit verbreitetes Modell der Alkoholsucht, welches fünf Personentypen beschreibt. Das erwähne ich da sehr viele Bartender und Hobbymixer sich in die zweite Gruppe (Beta-Typ) einordnen lassen.

Der Beta-Typ (Gelegenheitstrinker) trinkt bei sozialen Anlässen bleibt aber sozial und psychisch unauffällig. Betatrinker haben einen alkoholnahen Lebensstil. Sie sind weder körperlich noch psychisch abhängig, aber gefährdet.

Worauf ich hinaus will ist einfach nur das ein jeder die fast unsichtbaren Gefahren des Alkohols erkennt und dagegen vorgeht. Die beste Möglichkeit ist und bleibt die Selbstkontrolle. Jeder muss für sich selbst erkennen wenn es zu viel wird und den Konsum verringern oder für eine gewisse Zeit komplett einzustellen. Bei mir regelt sich das automatisch – es gibt Wochen an denen ich jeden Tag 1-2 Cocktails trinke und andererseits vermixe ich zwei Wochen am Stück keinen einzigen Tropfen weil mir nicht danach ist.
Genau so wichtig ist auch die Verantwortung jedes Bartenders gegenüber seinen Gästen. Ab einem gewissen Punkt muss man einem Gast auch klar sagen, dass er keinen Alkohol mehr bekommt! Derjenige wird darüber zwar nicht erfreut sein, aber als Arbeiter hinter dem Tresen ist man für den Zustand seines Besuchers verpflichtet auch an dessen Wohl zu denken. Vorausgesetzt derjenige trinkt selbst nicht zu viel während der Arbeit. Ich konnte es schon oft genug beobachten wie der Eine oder Anderen hinter der Bar mehr trinkt als seine Kunden.
Besonders unter den Jugendlichen scheint es momentan üblich zu sein sich möglichst sinnlos und zerstörerisch in den Abgrund zu trinken. Billige Wodkas mit Red Bull und dergleichen reichen aus um bei den anderen „cool“ zu sein, wenn man keine zwei Meter mehr gehen kann. Eine bessere Möglichkeit in die Alkoholsucht gibt es wohl nicht. Hierbei können nur stärkere Gesetze helfen. Verkäufer die an Minderjährige Spirituosen verkaufen müssen stärker bestraft werden und Alkoholgenuss grundsätzlich erst ab 18 oder nach US-Vorbild auch erst ab 21 Jahren. Natürlich würde diese Vorgehensweise das Problem nicht lösen aber man könnte es eindämmen.

Ein sehr interessanter Artikel zum Thema ist auf BTonline zu finden. Das 25-seitige Dokument ist das wahrscheinlich Vollständigste was im Netz zu finden ist. Alkoholkonsum ist kontrollierbar und es sollte niemanden schwer fallen auch einmal nein sagen zu können und zu verzichten! Alkohol sollte kein Suchtmittel sein – es ist ein Genussmittel!

Montag, 10. Dezember 2007

Barium - Memmingen


Eingeladen durch einen Freund erfuhr ich von dieser kleinen Bar in der Nachbarstadt. Direkt am Bahnhof von Memmingen befindet ich das Barium in der MEWO Kunsthalle, das ehemalige Bahnhofsgebäude der Stadt.

Durch den seitlich gelegen Eingang an einem Anbau geht es in die ehemalige Bahnhofshalle. Ein fantastisches Ambiente. Die roten Backsteine der Wände, riesige Fenster, große Säulen, Kronleuchter und moderne Lounge-Möbel sind die perfekte Mischung Aus alt und Neu. Der Barbereich ist nicht sonderlich groß und erst auf den zweiten Versuch fanden wir Platz, nachdem wir im nahe gelegenen Irish Pup gewartet haben. Daneben gibt es noch einen Club-Bereich welcher je nach Veranstaltung oder Bedarf geöffnet wird. Musikalisch wurde an diesem Samstag Clubmusik gespielt da wir zufälligerweise in das „nightclubbing vol. 3“ gestoßen sind. Entsprechend der Homepage gehe ich davon aus das normalerweise Lounge und Chillout gespielt wird.
Die Barkarte bietet von allen Cocktails etwas, aber auch nichts Besonderes. Die Drinks sind ordentlich zubereitet mit den Standartzutaten. Da es in meiner Gegend nicht viele Bars gibt muss ich noch positiv erwähnen das die Single Malt Whiskeys mit Wasser und die Bloody Mary mit extra Salz und Pfeffer servier wird – Ein Standart den ich in meiner Region noch nicht zu Gesicht bekam. Der Service ist schnell, freundlich und zuvorkommend. So sollte es sein! Auch an den Preisen kann man nichts beanstanden, denn ca. 5€ pro Drink sind ein wirklich sehr guter Preis.

Das Barium ist eine kleine, sehr schöne Bar, in der ich wieder einmal vorbeischauen werde. Es gibt zwar keine große Besonderheiten aber auch keine negative Kritikpunkte. Das gelungene Ambiente im Bahnhof ist es allemal wert gesehen zu werden.

Samstag, 8. Dezember 2007

Der Dosen-Cocktail-Song

Die Produkte aus dem Hause Conelly sollten weitgehend bekannt sein. Das es sich hierbei allerdings um Dinge handelt die kein Hobbymixer ernst nimmt, geschweige den ein richtiger Bartender, kann man das Ganze getrost Links liegen lassen. Es scheint dennoch Fan´s zu geben die sich richtig Arbeit für ihren „tollen“ Cocktail machen. ( Ich muss nach meinen Drinks wenigstens keine Dosen entsorgen…)

Dienstag, 4. Dezember 2007

Die Höhle des Löwen

Für Diejenigen, welches es noch nicht mitbekommen haben: Die Bar Le Lion wurde nun erfolgreich, nach einigen Wochen Verspätung, eröffnet. Inmitten Hamburgs lässt es sich nun täglich sehr gut trinken ab 18:00 Uhr. Ich denke die erste Kritik eines sehr kompetenten Hobbymixers und der Falernum-Lieferant für die kleine Bar spricht für sich:

Ja, der Löwe ist erwacht und definitiv die schönste und beste Bar Hamburgs für mich. Fantastische Getränke, großartige Atmosphäre, hervorragende Bartender, super Service.Die Empfehlung schlechthin für Freunde klassischen Cocktailgenusses. Auch Champagner- und Weinfans kommen nicht zu kurz.

Wenn das keine gute Nachrichten sind! Ich wollte schon eine Vermisstenanzeige aufgeben für den Bitters-Blog Nord… Ich werde diese Bar defenetiv Besuchen sobald ich auch nur in der Nähe von Hamburg bin.


Torben & Gincalo mit einer Flasche Falernum (Test hier im Blog)

www.lelion.net

Montag, 3. Dezember 2007

Mixology Monday: Repeal Day

Ein neuer Monat beginnt und schon wieder wird zum Mixology Monday aufgerufen. Jeffrey Morgenthaler, der Gastgeber des Monats Dezember, rief die anderen Blogs auf über das Thema Repeal Day zu schreiben – Dieser Tag beschreibt das Ende der Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten.
Zu beginn des zwanzigstens Jahrhundert gab es bereits einige Gebiete in den Staaten mit Alkoholverbot. Offizieller Beginn der Prohibition ist der 16. Januar 1920, als um Mitternacht der 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten in Kraft trat:

I: Binnen eines Jahres nach Ratifizierung dieses Zusatzes sind die Herstellung, der Verkauf und der Transport von berauschenden Flüssigkeiten (alles ab 0,5% Alk.) innerhalb, sowie die Einfuhr derselben in und die Ausfuhr derselben aus den Vereinigten Staaten von Amerika und allen Gebieten, in denen deren Rechtsprechung gilt, verboten, so sie zum Verzehr bestimmt sind.
II: Der Kongress und die einzelnen Bundesstaaten erhalten übereinstimmende Befugnisse um diesen Beschluss mittels angemessener Gesetzgebung durchzusetzen.
III: Dieser Verfassungszusatz ist unwirksam, wenn er nicht innerhalb von sieben Jahren von den Bundesstaaten in einem verfassungsgemäßen Verfahren als Ergänzung zur Verfassung anerkannt wird. Die Frist von sieben Jahren beginnt mit dem Datum der Bekanntgabe des Textes an die Bundesstaaten durch den Kongress.


Damit wahr das Verbot von Alkohol rechtskräftig, nachdem sich einige Verbände schon seit über 50 Jahren für ein solches Verbot einsetzten. Präsident Wilson legte gegen diese Bestimmung zunächst sein Veto ein, aber der Druck der öffentlichen Meinung war so stark, dass sich sowohl im Repräsentantenhaus wie im Senat eine Zweidrittelmehrheit fand, die das Veto des Präsidenten unwirksam machte. Nichts desto trotz wahr die ganze Angelegenheit ein einziger Flop. Eigentlich mit der Absicht Verbrechen zu verringern, Armut zu vermindern und die Lebensqualität zu steigern, wirkte sich das Verbot genau gegenteilig aus. Der Schwarzmarkt für Alkohol schoss ins unermäßliche. Die Mafia und andere Gruppierungen versorgte das Land weiterhin illegal mit Alkohol. Einer der bekanntesten Person die daraus profitierten ist wohl der Gangsterboss Al Capone aus Chicago. Das damalige Alkoholverbot hatte seine Ziele in keinster Weise erreicht, sondern im Gegenteil das kriminelle Gangstertum erst richtig zum Aufschwung verholfen und die Korruption befördert. Der politische Einfluss durch das entstandene Schwarzgeld, hat die Mafia immer wieder vor der Verfolgung beschützt. Es begann bei den unterbezahlten Prohibitionsagenten, die das Verbot eigentlich überwachen sollten, Polizisten die den Termin einer Razzia verrieten oder generell wegschauten, bis hin zu hochrangigen Politikern und Beamten, die z. B. Waffenscheine ausstellten oder juristische Ermittlungen verhinderten. Anfang der 1920er Jahre schätzte die Polizei die Zahl illegaler Kneipen in Chicago auf ca. 32000 – doppelt so viele, wie es vor der Prohibition an legalen Kneipen gab. Nach 14 Jahren eines „trockenen Amerikas“ endete das Verbot von Alkohol am 5. Dezember 1933.

Zum Abschluss noch ein hervorragender Pre-Prohibition-Cocktail den ich sehr schätze.

Bijou
4,5 cl Gin
1,5 cl Chartreuse green
1,5 cl French Vermouth
1 dash Orange Bitter

stirr all whit ice and strain into cooled cocktail glas

Samstag, 1. Dezember 2007

Peychaud´s Bitter


Wer noch auf der Suche nach dem hervorragenden Peychaud´s Bitter ist wird im Rumkontor nicht mehr fündig. Dort ist das Produkt wohl bis zur letzten Flasche ausverkauft. Glücklicherweise ist der rote Aromatic Bitter ab sofort auch bei Barfish erhältlich. Für Freunde von klassischen, starken Drinks ein absolutes Muss!Erfunden in einer Apotheke in New Orleans wurde der ursprüngliche Peychauds als Medizin in Cognac gegeben aus welchen sich der einmalige Sazerac entwickeln sollte.

Sazerac
6cl Cognac
1cl Zuckersirup
3 dashes Peychaud´s

Zunächst Eis in einen Tumbler geben und es mit Absinth parfümieren. Dazu hab ich die Grüne Fee in eine Pumpflasche gegeben. Die drei Zutaten hinzugeben und alles lange miteinander verrühren. Mit einer Orangenzeste abspritzen und servieren.

Mittwoch, 28. November 2007

Tequila-Abend in Berlin

Ein Bericht von Michael Meinke


Wenn die Limettenpresse deinen Unterarm quält -oder der Abend an dem die Agave mit mir sprach...
Sonja von Sierra Madre erfuhr von mir durch Tom aus Köln, also rief sie mich an und wir sprachen ein wenig über den viel gerühmten Agavenbrand namens Tequila und das was sie davon im Portfolio hätte. Als sie mich später dann mal anrief, um mich zum Tequila-Tasting in die mexikanische Botschaft in Berlin einzuladen (siehe Mixology-Blog), fragte sie ob ich nicht eventuell auch eine Bar kennen würde, bei der man sich später dann noch zu einem gemütlichen Abschluss treffen könne. Ich schlug den Lebensstern vor, da er in unmittelbarer Nähe zur Botschaft lag und vor allem da er eine exzellente Bar ist, als ich dies dann Peter vom Lebensstern erzählte war er begeistert und lud mich zum mixen hinter die Bar des Lebensstern ein. Was für mich eine große Ehre war, da viele Barmänner nur ungern Fremde hinter ihren Tresen lassen.
Am 21.11.07 gegen 19.00 Uhr erschienen die ersten Gäste vor der mexikanischen Botschaft und das Team von Sierra Madre begrüßte jeden persönlich. Es war eine große und illustre Gästeliste, vertreten war alles was Rang und Namen hat in Berlin. Kurz vor 20.00 Uhr hielt dann der mexikanische Botschafter auch noch eine Eröffnungsansprache und nach einem kleinen Lehrfilm über den Tequila (mit einer im off-sprechenden Agave), lud Sierra Madre dann zum großen Tequila-Tasting. Schon bald wurde verglichen und verkostet, beraten und gestritten. Die Bandbreite des Tequila Tasting überraschte so manchen anwesenden Gast, mindestens so wie die überaus gute Qualität. Stets dezent aber kompetent beratend das Team von Sierra Madre, das empfahl und fleißig einschenkte. Gegen 21.30 Uhr verließen dann die ersten Gäste die Botschaft um zum gemeinsamen Tequila-Abend im Lebensstern zu erscheinen. Über 100 Limetten hatten wir vorsorglich halbiert und für die Limettenpresse vorbereitet. Wir boten eine kleine Auswahl an Tequila-Drinks an, genauer gesagt 6 an der Zahl:

Williams-Margaritha
Canadian-Margaritha
Tommies Margaritha
Tequila-Saczerac
Agaven-Lebensstern
Tequila Old Fashioned

Alle Drinks wurden a la Minute zubereitet und wenn möglich auf die Wünsche bzw. persönlichen Vorlieben der Gäste abgestimmt. Der Abend fing verhalten an als die ersten Gäste den Lebensstern betraten, doch schon wenig später war der Raum voller Gäste, die dem Tequila huldigen wollten und eifrig orderten. Nach rund 40 ausgepressten Limetten spürte ich doch schmerzlich meinen Unterarm, aber der Strom der Gäste und der Bestellungen ließ zum lamentieren keine Zeit. Tom bot liebevoll immer wieder seine Hilfe an, doch mein eigener Stolz ließ mich tapfer weiter kämpfen und ab 24.00 Uhr waren die meisten Gäste dann doch schon recht zufrieden und bestellten in merklich größeren Abständen nun ihren nächsten Drink. Die Stimmung wiederum war sehr gut und überaus offen und herzlich diskutierte jeder mit jedem. Gegen 02.00 Uhr verließen dann die letzten den Lebensstern jedoch nicht jeder mit dem Ziel daheim anzukommen. So traf sich dann noch eine kleine aber überaus ausgelassene Schar in der Bar Nou um nun den Abend noch ein wenig zu feiern, sich zu lateinamerikanischen Rhythmen zu bewegen und fröhlich fachzusimpeln. Gegen kurz vor 05.00 Uhr verließ ich diese Truppe, da meine Müdigkeit mich nun doch etwas übermannte und ich ein wenig Schlaf bekommen wollte.

Mein Fazit des Abends:
Ein wunderbarer Abend ganz im Zeichen des Tequilas, der wieder einmal bewiesen hat warum Tequila so boomt... Sonja und Sierra Madre gratuliere ich zum gelungenen Tasting und der Lebensstern hat wieder mal seinen Gästen ein Stück Barkultur präsentiert.
Ciao euer Mike

(Der Abend kostete 8 Flaschen Corralejo Blanco, 3 Corralejo Reposado und 2 Corralejo Anejo das Leben, einige Amate, 1921 und andere überlebte schwer angebrochen, für über 100 Limetten endete der Abend erdrückend.)- Ich danke den Opfern fuer ihre Hingabe - ;-)
Insgesamt wurden gemixt:
~ 55 Tommies Margaritha
~ 25 Williams Margaritha
~ 20 Canadian Margaritha
~ 20 Tequila Old Fashioned
~ 30 Tequila Saczerac
~ 30 Agaven-Lebensstern
und 15 Variationen mit Tequila.

Dienstag, 27. November 2007

Partyschnaps


Die Tatsache im richtigen Moment auf den Blog von Mixology geschaut zu haben und dann auch noch eine leichte Frage beantworten zu können macht es mir möglich über einen kürzlich aufgetauchten Likör zu berichten. Der Name? Nunja… Bilder sprechen mehr als Tausend Worte.

Führt man sich diesen Namen nun einmal vor Augen, so kommt die Flasche doch recht enttäuschend daher und unterstützt irgendwie den Gesamteindruck. Das Etikett ist recht schlicht und wirkt, sagen wir mal: „einfach“. Bei genauerem Hinsehen, entdeckt man dann noch einen kleinen Drachen, sowie ein asiatisches Schriftzeichen im Hintergrund. Der Zusammenhang zum Getränk lässt sich nicht erraten. Es sollte wohl „cool“ aussehen. Das Etikett auf der Rückseite wartet mit einigen werbetechnischen Hinweisen auf und verrät nebenbei noch, wie das Getränk „hinunter zu schütten“ ist. Achja, 20 muss man sein um den Partyschnaps konsumieren zu dürfen. Warum?

Geschmack: Recht eindimensional. Hat vermutlich ein wenig mit Johannisbeere, Stachelbeere sowie Jostabeere zu tun und ist gar nicht mal so süß wie erwartet. Jedoch der Farbstoff springt einem irgendwie gleich ins Auge. Auch wenn dieser auf der Flasche nicht angegeben ist, so kann ich nicht glauben, dass die Farbe natürlichen Ursprungs ist. Folgt man dem Tipp, das Ganze eisgekühlt zu trinken, so ist das kurze Geschmacks(-erlebnis) noch kürzer. Lediglich die unangenehme Säure verschwindet im Geschmack. Um einmal den ständigen Wortwitz der Flasche und noch nicht gestarteter Promotion aufzugreifen: „Wer will schon F….. bei Minusgraden?“

Ich bin mir nicht ganz sicher, was man sich bei der ganzen Sache gedacht hat. Sehr wahrscheinlich wird das Produkt in Diskotheken einige Abnehmer finden. Aber das wird auch wieder seine Zeit und viel Promotion kosten. Und mir tun jetzt schon die studentischen Aushilfskräfte in den Diskotheken ein wenig leid. Man stelle sich nur mal die junge Generation vor, die bei ihm/ihr „5 mal F….. bitte“ für sich und die Freunde bestellt.

Im Gegensatz zum Image, welches das Getränk und diese Zielgruppe präsentiert, wird aber wohl der Preis nicht ganz so billig sein. Für mich ein unreifes Getränk voller Missverständnisse.Produkte, die mich pur nicht überzeugen, vermixe ich auch nicht. So wird es auch hier sein. Sei dieser Partygag anderen überlassen.

Anmerkung Christian: Auch ich durfte zu den 10 Glücklichen zählen die eine Flasche ergattern konnten. Da ich momentan keinen Alkohol trinken darf hab ich gerade nur 1cl für einen kleinen Eindruck getrunken. Klar ist das sich das Produkt auf die Party- und Disco-Szene werfen will – eben wegen dem provokativen Namen, dem „coolen“ Lock mit Drachen und einer markant, tiefroten Farbe. Ich kann die Meinung von Philipp zu 100% wiedergeben! Erstaunlich finde ich es das der Likör nicht süß ist wie erwartet sondern säuerlich; Der Geschmack nach Johannisbeeren ist vorhanden aber nur sehr kurz auf der Zunge. Der Preis für eine Einzelflasche lieg bei ca. 9,50€

Montag, 26. November 2007

Keine Freiheit für Freiburg


Gestern hab ich über die Nachrichten erfahren das in der Stadt meiner Vorfahren ein teilweises Alkoholverbot erlassen wurde. Es fehlt nun nicht mehr sehr viel bis der Alkohol in der Öffentlichkeit ganz verschwinden könnte. Vielleicht eine Chance für Bar´s um deren Kudenkreis zu vergrößern? Mehr zum Thema gibt es unter fudder.de

Kleine Anmerkung: In den nächsten Tagen wird es hier im Blog ein wenig stiller da mich seit letzter Woche eine Grippe lahm legt.

Mittwoch, 21. November 2007

Sammlerwein

Bei meinem täglichen Streifzügen durchs WWW stoße ich immer wieder auf Kurioses und Verrücktes. Eigentlich wahr ich der Meinung das mich gar nichts mehr verwundern kann, aber heute hat mich eine italienische Website des Besseren belehrt.
Da ich nicht willig wahr den Großteil der Seite zu übersetzen ,behaupte ich es handelt sich um eine Firma, welche Weine mit "Sammler-Label" beklebt. Darunter auch eine 22-teilige Kollektion für die rechtsdrehenden Joghurt... ähm Politikkulturen. Dieser verwirrter Personenkreis sollte vielleicht doch lieber auf den Genuss von Alkohol verzichten...

Das Bild kommt diese Mal nur als Link, da ich es meinen Lesern nicht direkt zumuten kann und will. Bild

Montag, 19. November 2007

Michael Meinke


Viele kennen ihn persönlich, aber die meisten kennen ihn wahrscheinlich nur mit einem seiner vielen „Künstler“- oder Pseudonym-Namen. Gemeint ist Mike a.k.a. Old-Tom-Mike, a.k.a Molecular-Mike, a.k.a Triobar, a.k.a Mike, a.k.a. Michael Meinke aus Berlin. Ein Bartender den ich sehr schätze, da wohl kaum jemand ein solch reges Interesse an und um die Bar hat wie Mike! Bevor er seine eigene Bar eröffnete wahr er schon tätig als Barmann und Barchef und Restaurantchef in Deutschland über Portugal nach England. Die stetige Leidenschaft zum Thema begann schon mit ca. 12 Jahren durch die TV-Sendung Magnum wie mir Mike „peinlicherweise“ gesteht.

Die Bar von Magnums besten Freund Rick fand ich einfach klasse.Ich habe meine Mutter dann solange genervt bis sie mir zu meinem 14. Geburtstag einen Tresen geschenkt hat.Natürlich durfte ich da erst mal nur mit Säften mixen,aber mit 16 kam dann Sekt und einige Liköre dazuund als ich mit 18 ausgezogen bin - ging es richtig los...

So wurde der Barstock und das Zubehör langsam ausgebaut und das Hobby schlechthin. Während seines BWL-Studiums und der Lehre zum Controller in der Pharmaindustrie jobbte Mike in einigen Bar´s um das Hobby weiter auszubauen und zu finanzieren. Der endgültige Schritt in die Bar entstand aus der Situation, dass diese Arbeit weitaus befriedigender wahr als der ursprünglich erlernte. Ein Schritt den er nie bereut hat! So ging es weiter in einige Berliner Bars „von zweifelhafter Qualität“, in Clubs, einige Veranstaltungen im Ausland und in ein Golfressort.
Zu seinen Lieblingsdrinks zählen der Rum-Sour und der Martinez. Für Michael ist die Bar ein Teil Kulturgut. Die Bar aus Leidenschaft zu betreiben, sich mit ihr intensiv auseinanderzusetzen ist richtige Barkultur. Für ihn als Bartender ist es das wichtigste die besondere Atmosphäre einer Bar zu schaffen und zu erhalten. Der Tender ist der „Hüter des Abends“ und muss für Qualität bürgen. Deshalb sieht Mike die Zukunft der Bar auch im hochwertigen Spirituosenbereich, denn Qualität setzt sich immer durch! In einer guten Bar muss man sich wohlfühlen - der Service und die Drinks müssen stimmen! Mike ist immer auf Achse um auch dafür zu Sorgen. Zuerst in Deutschland, am nächsten Tag in die Schweiz um von dort aus gleich weiter nach England zu fliegen, und wieder einen kleinen Abstecher nach Berlin. Cocktail-Caterings veranstalten, die eigene Bar leiten, Mitarbeit an den neuen Old-Tom-Gins, jegliche Messe und Ausstellung Besuchen und alles auf einmal! Ich kenne niemand der solch ein Herzblut in die Bar steckt wie das Berliner Original! – Eich echter Traveling Mixologist!

Zum Abschluss gab mir Michael noch das Rezept seiner köstlichen Rum-Sour Variante.

6cl Rum
6cl Ananassaft
1 Limette frischgepresst
2 cl Zuckersirup

Alle Zutaten in den Stirrer und 2-3 Eiswürfel dazu. Nun das ganze bei höchster Stufe 30-45sek. schaumig schlagen lassen. Das ist wichtig da sich mit einem normalen Shaker nicht die richtige Konsistenz erzielen lässt! Im Sekt- oder Sourglas servieren.

Freitag, 16. November 2007

Pimento Dram selbst gemacht


Pimento Dram ist ein würziger Rumlikör auf Piment-Basis. Piment ist eine kleine Beere im Aroma nach Zimt, Nelke und Muskat. Hergestellt wird der Likör anscheinend noch von Wray & Nephew auf Jamaika als lokales Produkt. Da es sich hierbei aber um einen Likör handelt, welche im Savoy-Buch des Öfteren zu finden ist hab ich mich daran gemacht einen eigenen Pimento Dram zu produzieren. Die benötigten Zutaten sind überall erhältlich und kosten nicht viel. Für eine Standartflasche mit 70cl wird folgendes benötigt:

300 ml Overproof Demarara-Rum
60g Piment (ganz)
380 ml Wasser
300g Zucker

Zunächst werden die Beeren grob zerstoßen. Das hab ich mittels eines Stößels in einem Metallbecher getan. Der Piment wurde mit dem Rum übergossen und mazerierte anschließend eine Woche lang. Ich schätze das 3-4 Tage auch ausgereicht hätten. Der Rum hatte nach der verstrichenen Zeit ein sehr intensives, würziges Aroma.
Das Wasser und der Zucker werden zu einem einfachen Sirup vermischt. In diesem wiederum kommt der Pimentrum, welchen ich durch ein Teesieb gefiltert habe. Nochmals vermischt kann das Ganze in eine Flasche gefüllt werden. Vor der Nutzung sollte das Gemisch nochmals einen Tag ruhen.
Es entsteht ein fast sirupartiker Likör in der Farbe ähnlich der von trüben Apfelsaft. Der Geruch erinnert an Weihnachten dank einer Mischung aus Zimt, Nelken, Kardamom und Muskat. Leicht scharf auf der Zunge erwartet einem ein unglaublich starkes, würziges Aroma nach den soeben erwähnten Gewürzen. Der Abgang ist sehr lang und intensiv. Zum pur trinken fast zu wuchtig aber dennoch sehr lecker. Im Cocktail macht sich der Pimento Dram ganz hervorragend in kleinen Mengen – Zu viel dagegen zerstört einen Drink. Weniger ist mehr!

Tropical Variation
5cl Brandy
1,5cl Vanille-Likör
1cl Pimento Dram

Bomb Cocktail
4,5 cl Sherry
1,5 cl Cointreau
2cl Orangensaft
1 dash Orangebitters
1 dash Pimento Dram

Donnerstag, 15. November 2007

Wolrd´s Best Bar´s @ Angus

In einer neuen Sparte seines Blogs stellt Angus "a playboy bartender" Winchester die besten Bars der Welt vor. Dazu informiert er sich bei Bartendern in der entsprechenden Stadt und erhält somit die erforderlichen Informationen. Los geht das Ganze in der Stadt der Liebe Paris und den ersten neun Lokalitäten. Es lohnt sich also, vor einem Besuch einer größeren Stadt einen Blick auf die Tagebücher von Angus zu werfen.
Die Best Bar´s sind mit Sicherheit eine Weiterentwicklung der sehr gelungenen Liste der Most Influential Modern Bars.

Montag, 12. November 2007

Mixology Monday: Gin

Kaum zu glauben, aber schon wieder sind vier Wochen in diesem Jahr verstrichen. Das heißt der Mixology Monday steht erneut auf dem Programm. Der Gastgeber dieses Monats ist Jay Hepburn mit seinem Blog Oh, Gosh und dem wunderbaren Thema Gin.
Was gibt es über Gin alles zu sagen? Wahrscheinlich nicht mehr sehr viel da keine Spirituose in letzter Zeit so umworben wird, wie der wacholderversetzte Kornbrand. Deshalb einmal etwas Geschichtliches zur Entstehung diese Produktes.
Gin (Geniévre à franz. Für Wacholder) – Der Geist mit dem Wacholder ist eine Holländische Erfindung. Ursprünglich als Heilmittel gedacht wurde ein Korndestillat mit Wacholder versetzt von Professor Franziskus Sylvius. Heute denkt man bei dem Wort „Gin“ sofort an England. Dies liegt daran das englische Soldat das „Heilmittel“ mit in ihr Land brachten (17. Jahrhundert) wo es bald zu enormer Popularität kam. Es entstanden hunderte Brennereien, welche so einfach wie möglich „Gin“ herstellten. Produkte so schlecht, dass man sie mit heute nicht vergleichen kann. 1751 wurden daraufhin entsprechende Gesetze verabschieden welche Kontrollen für den Gin vorschrieben, sowie erhebliche Steuern auf das Getränk. Die Brennereien wahren natürlich alles andere als begeistert. Ihre Anzahl ging wieder stark zurück und die Qualität stieg ein wenig. Ein weiterer, sehr wichtiger Schritt gab es erst wieder 1830 durch die Erfindung einer neuen Brennanlage (Coffey-Still). Mit diesen Anlagen konnte ein sehr reines Produkt destilliert werden, welche die Qualität enorm anhob. Anfang des 20. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen von Cocktails, wurde auch dem Gin eine wichtige Rolle zugesprochen. Zur gleichen Zeit entwickelte sich auch der Gin-Tonic ein Mix aus Gin und Tonic-Water (welches übrigens auch mal ein Heilmittel gegen Malaria wahr) Die Basis des Gins ist Neutralakohol (meist aus Getreide, 96%), welcher auf ca. 60% mit Wasser herabgesetzt wird. Dieses neutrale Gemisch wird mit Wacholder und anderen Gewürzen (z.B. Anis, Koriander, Fenchel) versetzt und erneut gebrannt. Nochmals verdünnt, auf Trinkstärke, ist der Gin fertig. Gin hat einen gesetzlich festgelegten Mindestalkoholgehalt von 37,5%
Als Basis der klassischen sowie der modernen Bar ergeben sich hunderte Rezepturen, darunter die Superklassiker wie Martini, Martinez oder der von mir sehr geschätzte Gin Fizz. Der Markt wird zurzeit regelrecht überschwemmt mit neuen Sorten wobei einem mittlerweile die Wahl sehr schwer fallen wird die richtige Flasche in den Einkaufswagen zu legen. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen Hendricks Gin, Tanqueray, Tanqueray No. 10 sowie die französische Safran-Variante Saffron Gin von Gabriel Bourdier. Jeder dieser Sorten hat seine besondere Eigenart und kommt in einem Cocktail mal mehr oder weniger gut zur Geltung. In diesem Fall hilft nur emsiges testen, testen und nochmals testen.

Als Cocktail zum Thema habe ich den „Twentieth Century Cocktail“ erwählt. Ebenfalls ein klassisches Rezept aus dem Jahre 1939. Zum ersten Mal erwähnt wurde der Drink im „Cafe Royal Barbook“ – dem inoffizielle, englische Bartender´s Guide wie es Ted Haigh nennt.

5 cl Gin (Hendricks)
2 cl Lillet Blanc
2 cl Creme de Cacao white
2 cl fresh Lemonjuice

Shake in an iced cocktail shaker, and strain into a cocktail glass. Garnish with a cherry. If you want foam on top of the drink, like on the picture, add a little bit egg white. For an other variation you can use calvados instead the creme de cacao. Cheers!

Sonntag, 11. November 2007

Absolut Mango


Es wahr zwar nicht meine Absicht zweimal hintereinander einen Post über Absolut zu schreiben aber der Zufall wollte es so. Wie auch schon beim New Orleans-Wodka informierte mich „Thorwise“ über die neue Sorte der Schweden: Absolut Mango! Ich bin gespannt wie sich das Produkt schlagen wird, auch wenn die Idee nicht sonderlich kreativ ist nach dem Mango-Pfeffer-Wodka aus den Südstaaten. Zumindest das Flaschendesign gefällt mir sehr gut! Auf absolutads.com ist noch folgende Information zu finden.

A mango variant of Vin & Sprit’s Absolut Vodka brand will be available in global retail travel in February. The company said that the mango flavour will be available in local markets going forward but specific details were not available.Absolut Mango is reportedly made from natural ingredients without added sugar or sweetener, and is packaged in an asymmetrical transparent glass bottle contoured with mangos.“We are confident in the high volume potential of Absolut Mango,” said V&S VP of marketing Matthias Aeppli. “Not only because mango is a commercially under-explored flavour, but also since mango has a strong global appeal. It is widely accepted but still perceived as exciting, exotic and different.”

Freitag, 9. November 2007

Absolut Göttlich

Ich musste dieses Bild einfach posten. Es ist einfach zu gut gemacht. Oder mit anderen Worten: "Saufen ist Sünde, Trinken ist beten. - Lasset uns beten!" (Theodor Heuss)

Mittwoch, 7. November 2007

Bar Convent Berlin – Mittwoch

Nach einem ausgiebigen Frühstück fand ich mich dann am Mittwoch gegen Mittag wieder im Glashaus ein. Wie ich hörte, spiegelte dies wohl das Allgemeinbild wider: Aus irgendeinem Grund war vormittags noch nicht all zu viel los…

„Japanisches Bartending“ stand auf dem Plan. Stan Vadrna hielt einen schönen Vortrag, der allerdings mehr durch den Inhalt als durch die Präsentation glänzte.

Die Präsentation von Angus Winchester, später am Nachmittag, wurde leider stark gekürzt und er war angehalten in einem sehr zügigen Tempo sein Programm abzuarbeiten. Dies hat dem Vortrag, wie ich finde, sehr geschadet. Die wichtigsten Botschaften, welche Angus vermitteln wollte, kamen aber gut rüber. „Alles dreht sich um den Gast“

Die letzte Diskussionsrunde des Barconvents nutzte ich persönlich um noch einmal über die Messe zu ziehen und hier und da noch ein paar vergessene Kleinigkeiten zu entdecken.

Es folgten die Mixology Bar Awards. Eine schöne Idee wie ich finde. Ehre wem ehre gebührt. Jedoch hätte man sich den Award für Angela Merkel auf jeden Fall sparen können. Des Weiteren fand ich es schade, dass eine Spirituose wie Chartreuse zur „Spirituose des Jahres“ gewählt wurde. Auch ich mag Chartreuse sehr gerne, jedoch hatten die anderen Kandidaten um einiges mehr mit diesem Jahr zu tun.

Nachdem alle Preise verliehen waren, wurde noch Sekt sowie Sushi und ähnliches gereicht.
Dies diente als Ausklang und gab die Gelegenheit sich von allen zu verabschieden. Und damit schloss der Bar Convent für dieses Jahr seine Tore.

Die Abendgestaltung führte diesmal zu erst in „Becketts Kopf“. Eine sehr empfehlenswerte Bar. Klein, gemütlich und sehr moderate Preise.

Im Anschluss traf man sich im Lebensstern, um noch die After-Convent Party zu besuchen.

Nun ja … Für mich persönlich war das einfach nicht eine Party für Barkeeper. Mag an meinen eigenen Vorlieben liegen, aber ich fühlte mich dort nicht so richtig wohl. Da könnte man sich für’s nächste Jahr auf jeden Fall etwas anderes einfallen lassen.

Was war also das Bar Convent und wie hat es mir gefallen?

Der Begriff Convent trifft es auf den Punkt: Gleichgesinnte treffen, neue Kontakte knüpfen - Einfach eine Zusammenkunft. Nutzt man diese Möglichkeit, so muss man beim Besuchen von Tastings und Präsentationen einfach Abstriche machen. Aber trotzdem war für meinen Geschmack das Programm gut zusammen gestellt. Lediglich bei den Diskussionen auf der Bühne, sollte doch darauf geachtet werden, dass die eigentliche Frage auch beantwortet wird.

Ich von meiner Seite, kann mich nur für die Organisation dieses Events bei Mixology bedanken. Und freue mich auf jeden Fall schon auf’s nächste Jahr.

Dienstag, 6. November 2007

Noch mehr Vergessenes

Hier der Rest der vergessen Zutaten aus dem Savoy-Cocktail-Buch. Ob es Sinn macht, sich wirklich auf die Suche zu machen, sei dahingestellt. Oft wird eine Spirituose nur in einem oder zwei Rezepten verlangt. Nichts desto Trotz ist es interessant zu erfahren was es vor langer Zeit gab und was es vielleicht wieder geben wird, Die aktuellen Produktionen der Old Tom Gins und Bitters ist das beste Beispiel dafür.

Forbidden Fruit Liqueur
Ein Likör, welcher nach seinem Verschwinden in den Staaten zwar wieder neu aufgelegt wurde, aber wieder in die Vergessenheit geriet. Ein Brandy mit Grundlagen von Grapefruits und Honig. In der ersten Auflage hergestellt von Charles Jacquin et Cie schmeckte die Komposition nach Zitrusfrüchten und Honig. Die Flasche entsprach der des heutigen Chambords. Die „Neuauflage“ wurde nach einem anderen Rezept hergestellt und ist mit dem Original nicht zu vergleichen.

Creme de Violette
Auf Grundlage von Weinbränden und/oder Neutralalkohol ist die Creme de Violette ein Likör mit Veillchenblüten-Aroma unter Verwendung weiterer Botanicals. Auch bekannt unter dem Namen Creme Yvette ist das Produkt heute noch erhältlich als Parfait Amour von jeder großen Likörmanufaktur. Geschmack und Aroma ändert sich je nach Hersteller bei den alten sowie auch bei den aktuellen Yvette-Likören.

Groseille Sirup
Hierbei handelt es sich schlicht um einen Sirup aus roten Johannisbeeren. Vorallem eingesetzt um 1950 in Europa als Grenadineersatz kann man auch diesen Sirup selbst herstellen. Johannisbeeren dazu auspressen, mit etwas Wasser aufgießen und mit selben Teilen Zucker hinzufügen. Das Ganze ein paar Tage mazerieren lassen und mit einem Filter in eine Flasche füllen.

Pimento Dram Liquer
Eine wie ich finde sehr interessante Zutat. Ein würziger Rumlikör auf Piment-Basis. Piment ist eine kleine Beere im Aroma nach Zimt, Nelke und Muskat. Hergestellt wird der Likör anscheinend noch von Wray & Nephew auf Jamaika als lokales Produkt.

East Indian Punch
Verwandt mit Swedish Punch und auf Arrack/Rum-Basis ist dieser Likör süß und sauer zugleich. Es werden noch Gewürze zugegeben zu dennen ich leider keine Infos finden konnte. Noch Hergestellt ist East Indian Punch bei uns allerdings nicht erhältlich. Er kann verwendet werden wie Falernum als Zugabe zu Rumcocktails als „letzter Kick“

Blue Vegetable
Die einzige Zutat zu der ich absolut nichts finden konnte. Wer was weiß bitte in die Kommentare schreiben.

Montag, 5. November 2007

Liquid Luxuries

Wer sich noch an diesen Artikel erinnert, dem kann ich nun noch zwei Videos nachlegen. Die Internet-Redaktion des Forbes-Magazine beschäftigt sich darin mit Cocktails jenseits der 1.000$-Grenze. Gefunden habe ich den Link auf dem englischsprachigen Blog von William Dowd. Leider muss man sich vor und zwischen den Videos immer einen Werbespot anschauen, aber irgendwie muss man so einen Drink auch finanzieren können…

Samstag, 3. November 2007

Grenadine selbst gemacht


Da ich mich momentan sehr viel (d.h. momentan ausschließlich) mit klassischen und alten Rezepten beschäftige, kommt auch immer wieder das Problem auf, dass eine Zutat nach aktueller Qualität nicht mehr der damaligen Zutat entspricht. So auch bei der Grenadine. Manche Industrieprodukte haben lediglich noch die Farbe des Originalproduktes. Im Geschmack meist ein wilder Mischmasch aus Himbeere, Brombeere, Vanille und der gleichen. So entschied ich mich ein eigenes Produkt zu machen, welches wirklich nach Grantapfel schmeckt.
Aus zwei großen Granatäpfeln wird zunächst das Fruchtfleisch mit den Kernen in einen Topf geschabt. Mit einem Löffel geschieht das in wenigen Minuten. Dazu muss man unbedingt ein altes Hemd anziehen und den Topf in eine Plastiktüte legen. Das ist wirklich eine wahnsinnige Sauerei! Da ich den leeren Topf zuvor gewogen habe, und danach den Gefüllten, bin ich auf ziemlich genau 400g Inhalt gekommen. Nach der Hinzugabe von 200ml Wasser und 250g Zucker wurde das ganze für wenige Minuten aufgekocht und anschließend abgekühlt. Nach dem Filtern durch ein sehr feines Sieb kam ich auf ca. 550ml Sirup.

Das Endprodukt riecht ein wenig muffig und weist ein Johannisbeere-Aroma auf. Die trübe, dunkelrote Flüssigkeit gefällt mir optisch besser als die Fertigprodukte. Nicht all zu süß auf der Zunge, im Abgang ein wenig sauer, aber mit vollem Aroma des Grantapfels ist die Grenadine meiner Meinung nach voll gelungen. Das nächste Mal werde ich noch ein wenig Vanille hinzugeben.

Donnerstag, 1. November 2007

Vergessen und Verloren

Motiviert, nach der Informationssuche zum Thema Jamaica Ginger, hab ich das komplette Buch der heutigen Hotelkette nochmals genauer in Augenschein genommen. Beim durchstöbern des Savoy Cocktail Book wird man immer wieder auf Zutaten stoßen, welche kaum oder gar nicht bekannt sind. Einige davon sind schwer oder gar nicht mehr zu bekommen, aber zunächst muss man Wissen um was es sich eigentlich handelt. Aus diesem Grund habe ich sämtliche Rezepte untersucht um Informationen über die Vergessenen Zutaten zu suchen und hier zu veröffentlichen.

Creme de Noyau
Ein aus Frankreich kommender Likör mit Mandelgeschmack. Als Basis-Spirituose wird meist ein Weinbrand verwendet. Neutralalkohol ist ebenfalls möglich. Dieser Likör wird noch hergestellt und ist erhältlich aber leider nicht bei uns.

Pricota
Hierbei handelt es sich um einen englischen Aprikosen-Likör. Anfang des vergangen Jahrhunderts in London produziert von Humphrey Taylor & Co ist diese Zutat nicht mehr erhältlich. Auch hier wahr ein Weinbrand die Basis. Dieses Produkt lässt sich unter Umständen durch Apricot-Brandy ersetzen.

Orange Gin
Ein Gin auf der Grundlage eines Likörs mit Orangengeschmack. Dieses Produkt wahr in den britischen Bars populär, während der Zeit der amerikanischen Prohibition. In den Staaten ist der Gin nach meinen Informationen wieder erhältlich von Charles Jacquin mit Sitz in Philadelphia. Allerdings ist das Angebot nur sehr begrenzt und regional.

Quinquina
Eine Zutat auf die man im Savoy öfters stößt – auch unter dem Namen „kina“. Gemeint ist damit ein süßer und chininhaltiger Aperetivwein. Meist aus Frankreich stammend ist Quinquina überall erhältlich unter den Marken Lillet, Byrrh, Dubonnet und St. Raphael.

Caperitiv
Ein Quinquina aus Südafrika, welcher nicht mehr produziert wird. Ersetzt durch Lillet Blanc soll es kaum einen unterschied geben.

Prune Syrup
Pflaumen-Sirup ; Ich kenne dafür zwar keine Quelle aber der Sirup lässt sich selber herstellen aus den jeweils gleichen Teilen Pflaumensaft und Zucker. Aber ob sich der Aufwand dafür wirklich lohnt?

Herkules
Eine Alkoholica, welche sehr oft zu lesen ist. Vor Wochen im Bittersblog vorgestellt verlass ich mich auf Jörg Meyers Informationen: Herkules wahr eine in England gefertigte gesüßte Anisspirituose auf Weinbasis handelt die als Absinthersatz konzipiert wurde. Leider seit langer Zeit vom Markt verschwunden, scheint mir der Einsatz von Anisette welche mit hochprozentigem Absinth angereichert wird als eine eventuelle Möglichkeit Hercules zu ersetzen. Da diese Informationen die Einzigen waren die zu finden waren, ist eine abschließende Aussage dazu nicht möglich.

Oxygenée Cusenier
Der Name eines französischen Absinthherstellers. Natürlich kann ein jeder andere Absinth dafür genommen werden. Es kommt im Savoy Book des Öfteren vor das eine Zutat nicht mit Art sondern mit Hersteller angegeben ist.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

100

Wer hätte das gedacht: Vier Monate nachdem ich den Blog geöffnet habe ist das hier das 100 Posting. Ich nutze die Chance mich vorallem bei den anderen deutschen Flüssig-Blogs, dem Cocktailforum und den ganzen Besuchern zu bedanken für die positive Resonanz. Ich hätte nicht damit gerechnet in solch kurzer Zeit bereits über 4500 Besucher zählen zu können. Darauf trink ich jetzt einen Sazerac - Cheers!

Dienstag, 30. Oktober 2007

Jamaica Ginger

Beim Durchstöbern des Savoy-Buches stößt man immer wieder auf die merkwürdige Zutat Jamaica Ginger. Beim Suchen nach Informationen in den Weiten des www stieß ich auf viele Resultate, die ich so Intersant finde das ich dazu eine kleine Zusammenfassung geschrieben habe.
Ca. 1930: In den Vereinigten Staaten ist diese Zutat auch mit dem Slang Namen Jake bekannt. Offiziell ein „Medikament“ gegen „Alles“ mit Ingwergeschmack, wahr Jake nur ein Mittel um die Prohibition in den Staaten zu umgehen dank eines Alkoholgehaltes von 80% und mehr! Da dieser Trick zu offensichtlich wahr wurde eine Regelung ins Leben berufen, in welcher der Ingwer-Feststoffanteil im Medikament festgelegt wurde. Bei fünf Gramm pro ccm Alkohol wurde das Ganze so gut wie untrinkbar in einer größeren Menge. Die scharfe und bittere Flüssigkeit wurde dannach oft mit Rizinusöl und/oder Melasse gestreckt um den Anteil der Feststoffe in die Höhe zu jagen um dennoch eine halbwegs flüssige Konsistenz zu erhalten.
Dank Stichproben von Behörden war ein Betrug so gut wie ausgeschlossen. Sämtliche Flüssigkeiten wurden im Test durch erhitzen verdampft. Die Rückstände konnten gewogen werden um sie mit den gesetzlichen Vorgaben zu vergleichen.Harry Gross and Max Reisman, zwei Chemiker, suchten eine Möglichkeit diesen Test zu manipulieren und waren erfolgreich. Durch die Zugabe des Stoffes TOPC (tri-o-tolyl phosphat) blieb Jamaica Ginger trinkbar flüssig und dennoch wahr nach dem Verdampfungstest die benötigte Menge an Rückständen vorhanden. Endlich wurde eine Methode gefunden um frei an Alkohol zu gelangen. Einzig der Nachteil das es sich bei TOPC um ein Neurotoxin (Nervengift) handelt ist den Leuten zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen. Durch übermäßigen Konsum verloren die Menschen die Koordination der Muskeln von Armen und Beinen. Normales Laufen wahr nicht mehr möglich. Diese verkrampfe Art sich mit der Vergiftung fortzubewegen wurde auch bekannt als „jake walk“. Bis die Ärzte herausfanden, woher der Ursprung dieser neuen Volkskrankheit rührt, trugen geschätzte 30.000-50.000 Personen in den Staaten irreparable Schäden davon, bevor Jamaica Ginger endgültig verboten wurde.
Es ist schon unglaublich was Leute auf sich nehmen, nur um an Alkohol zu gelangen. Jake dürfte wohl zu den Spirituosen gehören, welche mit Sicherheit nicht mehr neu aufgelegt werden in Zeiten der Wiederentdeckungen von alten Alkoholika.

Montag, 29. Oktober 2007

Bar Convent Berlin - Dienstag

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was einen Hobby Bartender wie mich zu solch einer Veranstaltung zieht. Es dürfte der gleiche Grund sein, welcher den Besuch der Barshow in London rechtfertigt: Das Interesse und der Wissenshunger gehen einfach ein Stück weit über ein gewöhnliches Hobby hinaus.

Vor allem im letzten Jahr habe ich viele Bekanntschaften mit hauptberuflichen Barkeepern und Menschen aus der Industrie gemacht. Diese galt es auf dem Bar Convent unbedingt wieder zu treffen und darüber hinaus vielleicht auch neue Kontakte aufzubauen. Wie sich später heraus stellte, war dies auch die Hauptbeschäftigung während der Veranstaltung.Auf die Tastings habe ich persönlich verzichtet. Zum einen gab es bei diversen Importeuren/Herstellern genug zu testen (seien es Spirituosen oder Cocktails). Zum anderen erwartete ich beim angeleiteten Tasting nicht viele mir unbekannte Produkte. Dies traf zumindest auf die von mir favorisierten Spirituosen auch zu. Solch eine Messe (genau so die Barshow) ist für mich einfach der falsche Ort für ein Tasting.

Kommen wir zum übrigen Programm: Der Dienstag im Glashaus fing für mich erst gegen 13.30 an. Früher konnte ich leider nicht vor Ort sein und kann mich somit zu den bis dahin gelaufenen Vorträgen auch nicht äußern. Der erste Programmpunkt, welcher nach ersten Begrüßungen und einem Last Word auf mich wartete, war „English Cocktails“. Ein gelungener Vortrag mit leckeren Drinks.Im Anschluss folgende Gespräche und Widertreffen mit alten Bekannten, füllten dann die übrige Zeit. Zwischendurch wurde natürlich auch einfach mal etwas Neues probiert oder ein weiterer Last Word zu sich genommen (Von Marcel Baumann gemixt). Zwei Dinge hielten mich persönlich davon ab um 16.30 noch die Diskussion „Wohin geht das Bargeschäft“ zu hören: Zum einen musste unbedingt etwas gegessen werden und zum anderen wollte man natürlich nicht zu spät in der Victoria Bar sein. Schließlich galt es noch einen Platz zu finden um sich die Veranstaltung der TravMix nicht entgehen zu lassen. Kurz vor dem Ausgang nutze ich noch die Möglichkeit, alte, mir noch unbekannte, Mixology Ausgaben nach zu kaufen. Eine wunderbare Idee von den Veranstaltern. Vergriffene Ausgaben waren extra nachgedruckt worden. Später dann in der Victoria Bar mussten ich und meine Begleiter feststellen, dass die Karte der Traveling Mixologists wenig Neues für uns bot. Und so verließen wir, auch auf Grund der Menschenmassen, welche inzwischen in die Bar geströmt waren, die Victoria Bar, um noch in andere Bars weiter zu ziehen. Aber nicht ohne vorher einen Drink zu nehmen. Auf jeden Fall war dies die Veranstaltung des Abends, wie man immer wieder überall vernehmen konnte. Es folgten noch die Bars: Lebensstern, Triobar und der Rumtrader. Die beiden ersten waren nicht überfüllt und luden zum längeren Verweilen ein. Der Rumtrader allerdings war wirklich mehr als voll. Nach einem Sazerac kämpften wir uns nach draußen (zum Glück ist das ja nicht weit und die Tür stand auch den Abend über offen) und mich zog es für diesen Abend nach Hause.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Verstärkung

Es freut mich mittteilen zu können das Philipp Jäckel, a.k.a Cocktailmexican, a.k.a. Forgotten Flavours als Autor der Cocktailwelten zur Verfügung steht. Ab und An werden hier interessante Artikel von Phillip zu lesen sein, auf welche ich mich schon sehr freue.
Ich wünsche viel Spaß beim schreiben über Drinks, Bars und Neuigkeiten.

Des Weiteren wird aus der Cocktailwelt die Cocktailwelten. Die URL bleibt weiterhin bei cocktailwelt.blogspot.com. Ein Fehler zu Beginn des Projektes verhinderte leider die korrekte Namensgebung.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Don´t drinke and drive

Eine MTV-Kampagne, welche nun auch in Deutschland startete - ich kenne davon mittlerweile zwei Clips aber konnte nur diesen einen im Internet finden .(Der andere ist besser und nicht so "blutig")

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Biancalani - Frankfurt


Das Biancalani liegt unter den Arkaden des Florentinischen Viertels am Walther-von-Cronberg-Platz. An diesem mediterran angehauchten Platz befindet sich diese Perle unter den Bars. Aufgeteilt in die drei Bereiche Restaurant, Enoteca und Bar ging es natürlich in den letzteren. Über das Restaurant wurde erst kürzlich von drymartini berichtet. Die Bar wiederum ist ebenfalls in drei Räume unterteilt. Die Bar mit Theke und ein paar Sitzmöglichkeiten, eine große Lounge, sowie ein Raum, welcher komplett von den anderen abgegrenzt werden kann, beispielsweise für eine Geschlossene Gesellschaft. Das Grau von Sichtbeton wechselt sich ab mit dem dunklen braun von Armaturen und Möbel. Aufgehellt wird das Ganz nur durch bunte Kissen auf den Sofas.
Die Spirituosen und Liköre in der Bar reichen vom Standartprodukt bis hin zur Oberklasse. Hier sollte für jeden etwas dabei sein, egal ob Rum, Tequila oder Wodka. Das Selbe gilt auch für die Karte der Bar. Neben den klassischen Drinks und einigen Newcomern stehen auch sehr viel ungewöhnliche aber sehr fantastische Cocktails auf dem Programm. Es wird sehr viel gearbeitet mit frischen Zutaten und Gewürzen so das einem die Qual der Wahl sehr schwer fällt. Den Daiquiri mit Basilikum (mein persönlicher Tipp in dieser Bar), oder doch den Koriander-Chilli-Gimlet? Wer sich nicht entscheiden kann fragt einfach das freundliche Tresenpersonal nach einer Empfehlung. Die Getränke werden auch sogleich nach allen Regeln der Kunst zubereitet im besten Cuisine-Style. Besonders schön finde ich das sich hier Zeit gelassen wird. Frische Zutaten werden erst vorbereitet bevor es ans Mixen geht. Bei einem Basilikum-Daiquiri steht das Shakerglas mit den Zutaten erst einige Minuten halbfertig herum, damit die Aromen übergehen können. Gläser kommen vorgekühlt aus dem Froster und vor dem strainen werden die Mischungen erst vom Bartender verkostet. Auf diese Art und Weise dauert ein Drink zwar etwas länger, aber das ist es auf jeden Fall Wert. Die Getesteten Drinks wahren allesamt hervorragend zu einem sehr fairen Preis von durchschnittlich 8€.
Für mich persönlich die beste Bar, welche ich bisher besuchen durfte. Wer sich in Frankfurt befindet wird an dieser Bar nicht vorbei kommen. Es fällt einem schwer diese Räume wieder verlassen zu müssen. Hier passt (fast) alles. Ein kleiner Kritikpunkt muss auch noch sein: Die gespielte House-Musik wahr leider zu laut und während einer Unterhaltung immer zu dominant im Hintergrund, aber für dieses Problem gibt es ja einen Drehschalter. Mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch im Biancalani.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Moleculare Diskussion


Ein guter und absolut lesenswerter Thread zur Molecular Mixology ist gerade im Cocktailforum mitzuverfolgen. Es ist interessant wie aus einer zuerst einfachen Frage eine erstklassige Diskussion zum Thema entstanden ist über den Sinn und Unsinn des Ganzen. Besser wurde noch nie über Strukturen von Drinks geschrieben.


Montag, 22. Oktober 2007

Falernum-Test


Seit nun fast zwei Monaten ist ein Falernum in Deutschland erhältlich und seit nunmehr drei Wochen besitze ich zwei Ausführungen davon. Daher dachte ich mir ein kleiner Test kann nicht Schaden.
Benannt nach Falernian, einem altrömischen Wein, ist heute ein karibischer (Rum-)Likör gemeint, dessen Ursprünge auf der Insel Barbados liegt. Versetzt mit Gewürzen wie beispielsweise Nelken, Zimt, Mandel und Kardamom wird die Zutat vor allem in Rum-Basierenden Cocktails zum aromatisieren verwendet. Erstmals in den 1930er in Barbüchern erschienen und im Tiki-Bereich angesiedelt, verschwand diese Zutat für lange Zeit von der Bildfläche. Was dem Scotch der Drambui ist dem Rum sein Falernum.
Einer meiner beiden Sorten ist das bei Barfish erhältliche Hanschell´s Falernum. Sehr hell hat das Produkt aus Barbados eine strohgelbe Farbe. In etwa mit dem Farbton des dreijährige Havana Club zu vergleichen. Beim Geruchstest fällt zuerst die Nelken- und Kardamomnote auf. Gefolgt von einem sehr fruchtig-süßem Aroma. Ich empfehle Hanschell´s nur in Cocktails, welche nur wenig Falernum benötigen. Die sehr dominante Süße kann einen Trink ansonsten schnell im Geschmack verfälschen. Auch bin ich nicht sonderlich von dem Glycerin-Nachgeschmack begeistert. Ansonsten schmeckt man nur ein wenig Nelke heraus. Der geringe Preis des Likörs/Sirup ist aber durchaus akzeptabel und sollte eine Kaufempfehlung wert sein. Dem entgegen stelle ich das Forgotten Flavours Falernum. Deutlichster und erster Unterschied ist die Farbe. Nicht klar wie das erste Produkt, sondern trüb und bernsteinfarben präsentiert sich der Hamburger Likör. In der Nase entfalten sich sehr starke Nelken-, Piment und Citrus-Aromen – kein Vergleich zum Konkurrenten aus der Karibik. Auch im Geschmack kann hier voll gepunktet werden. Viele Gewürze und ein satter Rumgeschmack zeichnen sich ab. Keinesfalls zu süß sondern sehr ausgewogen bei einem leichten Zitronenabgang – toll! Eine Bereicherung für jeden Rumcocktail!
Hanschells Falernum besitzt einen Alkoholgehalt von 11% und kostet bei 0,7l ca. 13€. Forgotten Flavours Falernum hat einen Alkoholgehalt von ca. 15% und kostet in der 0,5l-Flasche um die 14€ - ein toller Preis! Wer Drinks mit Rum mag, wird Drinks mit Falernum lieben!

The Royal Bermuda Yacht Club Cocktail
5 cl Barbados Rum
2 Barlöffel Falernum
2 Achtel Limetten
2 dashes Cointreau
1-2 dash Zuckersirup

White Lion Variante
4 cl weißer Rum
3 cl Falernum
2 dashes Limettensaft
3 dashes Peychaud's
2 dashes Maraschino

Rum Sour Variante
6 cl Rum
6cl Ananssaft
1cl Falernum
1cl Zuckersirup
1 cl Limettensaft

PS: Keine Sorge wegen dem Bild; Bei der Originalflasche von Hanschell´s war der Schraubverschluß defekt. Deshalb wurde in eine Apothekerflasche umgefüllt.

Samstag, 20. Oktober 2007

Riemerschmid NPC 07


Entweder hab ich es übersehen, oder es hat wirklich noch niemand die Ergebnisse des Riemerschmid Null Promille Cups gepostet. Der Sirup-Hersteller ließ nach drei Jahren Pause den alkoholfreien Wettbewerb wiederbeleben. Rund 180 teilnehmende "GSA"-Bartender haben es in die zweite Runde geschaft, in welcher ein Rezept spontan gemixt werden musste. 12 Davon kamen schlussendlich ins Finale. Bei allen Rezepten bewunderte Jurymitglied Franz Brandl das hohe und inovative Nivau der Teilnehmer. Ebenfalls aufgefallen ist die großzügige Verwendung von Kräutern, Gewürzen und ausgefallenen Zutaten, anstelle von unmengen an Säften. Hier aber die Sieger-Cocktails.

Platz1: Raspberry Zoom
Torsten Spuhn, Modern Masters Bar & Lounge, Erfurt

1clBar-Syrup Vanilla
1clFruchtsirup Himbeer
3clBlueberry-Juice
12clGreen Tea Mandarin-Orange (AriZona)
3/8 St.frische Limette

Platz2: Pestoformance
Niko Pavlidis, Classic American Bar, Dresden

2clBar-Syrup Vanilla
1clBar-Syrup Lime Juice
4clsüßer Pesto (eigene Herst.)
4clOrangensaft
4clMaracujanektar
süßes Pesto: Sojaöl, Basilikum, Chili, Läuterzucker + Salz
Garnitur: Orangenspirale, Basilikum, Chili

Platz3: Cool Down
Kurt Lorbek, Cocktailbar Kir Royal, Innsbruck

2clBar-Syrup Havana
2clBar-Syrup Caramel
1clBar-Syrup Waldmeister
2clZitronensaft
11clOrangensaft

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Cocktailaward ´07

Im Rahmen des C&D-Treffens kam es, wie auch schon im vergangenen Jahr, zu einem kleinen Mixwettbewerb. Jeder der Lust hatte stellte seine Kreation zum Thema Gin vor. Auch wenn dies fast schief gelaufen währe, nachdem im bereitgestellten Barstock der Gin vergessen wurde. Acht Teilnehmer versuchten sich an den Gincocktails, welche von einer vierköpfigen Jury beurteilt wurden.

Mike (Triobar) als Professioneller Bartender
Philipp (Cocktailmexican) als Forenmoderator
Jürgen (Backju) als Rezeptadministrator
Berti (Berti-501) als Gastgeber und Titelverteidiger

Nachdem alle Punkte für die acht Mixgetränke vergeben wurden kam es zu folgenden Platzierungen.


Platz 1 – Axim – Delta Rhizom

1 TL Ginger & Lime Marmelade (Chivers)
3 cl Gin (Whitley Neill)
2 cl Lillet Blanc
4 cl Bionade Ingwer-Orange (zum auffüllen)

shake & strain ; Mit Bionade auffüllen

Platz 2 – Barfly_MB – French Safari

4 cl Boudier Saffron Gin
2 cl Safari-Likör
1 cl Aperol
1 cl Roses Lime Juice
1 cl Limettensaft
3 Dash TBT-Orange Bitters

shake and strain

Platz 3 – Crackone – St. Germain Gimlet

3 cl Whitley Neill Gin (anderer geht auch)
1,5 cl St. Germain
1 cl Rose's Lime Juice
0,5 cl Limette frisch
1 dash + 1 Tropfen Fee Bros Barrel Aged Bitters

stirr & fine strain – mit Orangenschale abspritzen

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Paolos - Frankfurt

Gegenüber dem Bahnhofsviertel, auf der anderen Seite des Mains, befindet sich das Paolos. Leicht zu finden liegt das Restaurant mit seiner Bar direkt an der Untermainbrücke.
Eingerichtet im klassischen Design einer Bar lädt der Tresen zum langen verweilen ein. Entweder setzt man sich an die großen Fenster mit Blick auf die Frankfurter Skyline und dem Main oder direkt an die Bar vor die größte Whiskyauswahl der Stadt.
Die Spirituosen- und Zutatenwahl für Drinks entspricht dem Standart. Die Barkarte ist reichhaltig und reicht von den Klassikern über moderne bis hin zu ausgefallenen Drinks. Die Barmänner sind sehr schnell und freundlich. Hier ist der Gast noch König! Auch Wunschcocktails und Sonderwünsche stellen kein Problem dar für die Thekenprofis. Die Drinks, welche zu moderaten Preisen angeboten werden, weisen auch keine Schwächen auf. Besonders empfehlenswert ist der Bijou Cocktail. Einmal nicht ganz zufrieden mit einem Drink? – Kein Problem; Der wird sofort neu gemacht! In dieser Bar fühlt man sich in die alten Zeiten zur Jahrhundertwende versetzt, als der Bartender als Meister seines Fachs alles tat damit der Kunde zufrieden gestellt wird. Ein Service wie ich ihn in noch keiner Bar so ausgeprägt erleben durfte – Einfach traumhaft!
Wer hier zu Besuch ist sollte auch von der italienischen Küche des Restaurant gebrauch machen. Stoffservietten und Silberbesteck versteht sich von selbst, wie auch die Tischdecke welche extra am Tresen ausgebreitet wird. Absolut exquisite Speisen mit edlen Zutaten machen einen Besuch im Paolos zu einem echten Erlebnis in allen Bereichen. Bon appétit!
Das Paolos in Frankfurt ist wahrlich eine Topadresse in der Mainmetropole. Essen und Trinken auf höchstem Niveau, sowie perfekter Service machen einen Abend in diesen Räumen unvergesslich. Wer die Chance für einen Besuch hat, sollte sie auf jeden Fall ergreifen!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Old Tom Gin - Vorab-Tasting


Parallel zur Präsentation der klassischen Drinks in Frankfurt wurden von (Old Tom) Mike die aktuellen Muster des neuen Süß-Gin´s vorgestellt in Form von 3 Varianten. Erstaunlich wahr der doch sehr große unterschied. Das erste Sample wahr deutlich stärker und schärfer als die anderen Beiden. Dagegen wahr Muster Nr.3 ein sehr leichter, süß-dominierender Gin mit merklich weniger Wacholderaroma. Die Nr.1 wurde von den meisten Testern als zu unrund gesehen. Dafür waren die anderen Beiden sehr überzeugend. Die meisten bevorzugten Muster 2 als Mittelweg. Deutliche Süße, milder Wacholder und stärker als die dritte Variation. Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern bis dieses Produkt auf dem Markt erscheinen wird.
Neben der Purverkostung wurde Muster 2 noch als Martinez gereicht. Der Cocktail wurde in Kombination mit Carpano Antica Formula Vermouth von allen Teilnehmern hoch gelobt und bekam absolut beste Kritiken.

Montag, 15. Oktober 2007

MxMo: Pairings

Heute ist es soweit. Mein erster Beitrag zum Mixology Monday; Im MxMo haben sich international Blogs zusammengeschlossen um jeden Monat über ein gemeinsames Thema zu schreiben. In diesem Monat geht es um "Pairings" - gefragt ist eine Verbindung von Getränken und Essen. Ein nicht gerade leichtes Thema wie ich finde. Daher Versuch ich hier die Verbindung zwischen Cocktails und Gerichten zu enträtseln.
Essen und Drinken passt nur in bestimmten Kombinationen zusammen und einige Verbindungen sind so gut wie unmöglich. Wer möchte schon eine Pina Colada zusammen mit einem Schweinebraten oder ein Gläschen Ron Zacappa zur Nudelsuppe? Es ist schon eine kleine Kunst eine Brücke zwischen den beiden Genusswelten zu bauen. Ich persönlich würde diese beiden Dinge streng trennen. Was ich mir dennoch vorstellen kann sind leichte, frische Drinks zum Essen – vorausgesetzt es handelt sich nicht um schwere Hausmannskost. Ein Mojito zu den Spaghetti Napoli oder einen Gin Fizz zur Pizza ist zu verkraften. Keine der Zutaten dominiert eine Andere so stark, dass diese untergeht. So kann man auch versuchen bestimmte Gefühle in einer Drink-Ess-Kombination zu erwecken, wie es auch bei Motto-Partys geschieht. Zum Beispiel eine Hawaiparty: Ananas, Schinken, Pina Colada, Hähnchen und Mai Tai – Willkommen im Südseeparadies wie wir es uns vorstellen!
Ein weiteres Beispiel ist das reichen von herber Schokolade zum Rum oder Whiskey. Eine Symbiose welche nicht nur passt, sondern auch bestimmte Aromen der Spirituose betonen kann. Das Gleiche gilt auch für Wein & Käse, aber auch hier geht natürlich nicht jeder Wein mit jedem Käse.
Was ich dagegen gar nicht leiden kann sind Snacks zum Cocktail wie es sie in vielen Bars gibt. Cracker, Salzstangen und Erdnüsse sind eh nur Mittel zum Zweck um mehr Getränke zu verkaufen, indem man den Gast durstig macht, mittels scharfen und salzigen Kleinigkeiten. Des Weiteren überlagern die meist intensiven Geschmäcker die des Getränkes. Es ist halt nicht einfach die richtige Flüssigkeit zum richtigen Essen zu finden. Wie und ob man das macht liegt schlussendlich, wie so oft, bei dem Konsumenten und dessen persönlichen Vorlieben. Zum Abschluss noch eine Verbindung, welcher ich nicht abgeneigt bin.

Francesca Crusta
3cl Wodka
2cl Triple Sec
3cl Grapefruitsaft
2cl Ananassaft

Alle Zutaten miteinander shaken und auf Eiswürfel im Tumbler abseihen. Dazu einige Stücke Ananas und Serrano-Schinken. Säure und Salz harmonieren ganz wunderbar mit der Stärke und dem herben Geschmack des Drinks. Wer noch mehr solcher Pairings hat, bitte ab damit in die Kommentare – würde mich freuen.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Rum-Gerüchte

Edward Hamilton, der bekannte Rumkenner und Autor von Fachbüchern wie "Das Rum-Buch" lies zwei interessante Gerüchte verlauten. Im Forum des "Ministry of Rum" heißt es zum einen...

After about a decade, Mount Gay is again planning to bottle a white rum made on Barbados.
In another note, I've been told their Special Reserve will be discontinued. The release date hasn't yet been announced.

...und zum andern ...

Demerara Distillers Ltd recently bottled a few cases of Single Barrel rum. Being from a single barrel, these rums aren't as heavy as you might think they would be, and lack the distinctive viscous, smoky oak flavors found in their Special Reserve rum. Quantities are limited so you won't find these rums everywhere.

Hoffen wir auf das Beste, den beide Nachrichten hören sich sehr vielversprechend an. Der nicht mehr erhältliche Mount Gay Premium White wahr ja sehr beliebt bevor dessen Produktion eingestellt wurde. Ich konnte leider nicht mehr in den Genuss dieser Spirituose kommen. Interessanter find ich die zweite Nachricht - haben doch Demerara Rums, nicht zu unrecht, einen sehr guten Ruf.

Samstag, 13. Oktober 2007

Die feine Art des Saufens


Mehrfach ist mir dieses kleine Taschenbuch schon bei meinem örtlichen Buchhändler aufgefallen. Unscheinbar liegend zwischen Büchern zum Thema Kochen, Cocktails und anderen Genusswerken entschied ich mich schlussendlich das letzte Exemplar für mich zu sichern. „Ein Buch über Cocktails kann jeder schreiben“, so der Autor, „aber was passiert dannach?“
Der Titel sagt bereits alles. Hier handelt sich es um ein sehr ironisches Werk das sich selbst nicht all zu ernst nimmt. Der Autor beschreibt auf knapp 200 Seiten wie sich ein Alkoholiker zu benehmen hat, stellt dessen Benimmregeln auf, und wie man sich beispielsweise auf eine fremde Party schmuggelt um sich kostenlos zulaufen zu lassen. Es werden verschiedene Sorten von Bartender analysiert, Tricks erläutert wie man auch nach der Sperrstunde noch weiter trinken kann und wie man böse Gestallten wie Nichtalkoholiker abschmettert. Interessant auch die Geschichte das Alkohols beginnend bei 4000000 v. Chr. als Affenmenschen erstmals die anatomischen Vorraussetzungen besaßen um überhaupt ein Glas zu halten. Das Buch geht davon aus nicht der krankhafte Alkoholkonsum sondern der Nichtkonsum sei die Krankheit. Laut dem Autor Frank Kelly Rich auch die einzig wahre Erklärung weshalb Hitler und Osama so handeln und handelten wie sie es taten.
Für alle Hobbymixer und Bartender ein absolut witziges Werk wenn man es auf die leichte Schulter nimmt, denn all zu oft fühlt man sich sonst auf den Schlips getreten. Strikte Genusstrinker sollten damit rechnen immer wieder attackiert zu werden. Verteidigt der Autor (selbst bekennender Alkoholiker) doch den Stoff aus der Flasche als letzte legale Droge, nachdem der Kampf gegen das Nikotin begonnen hat. Ich muss gestehen, dass ich bei einigen Abschnitten laut lachen musste, während wiederum einige Textpassagen zu absurd sind. Dennoch ist das Buch eine Empfehlung wert. (Auch aus Sicht eines Nicht-Alkoholikers)

Frank Kelly Rich: Die feine Art des Saufens
Berlin, Tropen-Verlag, 2007
ISBN: 978-3-932170-96-6
Preis 14,80€

Freitag, 12. Oktober 2007

Fütyülös

Als ich am Anfang dieser Woche nach Hause kam erwartete mich ein kleines Päckchen auf dem Esstisch. Darin befand sich eine Testflasche des Ungarischen Fruchtbrandes, welcher auf Mixology beworben, vom Bitters-Blog kritisiert und auf dem BCB zu sehen sein wird. Bevor ich mich ans testen des neuen Produktes mache, zunächst einmal ein paar Daten von offizieller Seite:

Der Aprikosen-Akazienhonig-Brand Fütyülős stammt aus dem Hause Zwack Unicum Budapest, dem größten Spirituosenhersteller Ungarns. Fütyülös ist eine traditionsreiche ungarische Spirituosenspezialität, gebrannt aus ungarischen Aprikosen, verfeinert mit ungarischem Akazienhonig (30% Vol.). Die typische Flaschenform stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich servierte man Wein und Spirituosen aus solchen Flaschen. Die Flasche wurde auch als Pfeife/Flöte verwendet. Wenn sie leer war, konnte auf der leeren Flasche gepfiffen werden. Das bedeutete, dass der Wirt eine neue Flasche zu bringen hatte. So bedeutet der seit etwa 1900 existierende Name Fütyülős „die Flöte/die Pfeifende“. Die Markenanmeldung erfolgte 1937. Der Absatz des Aprikosen-Akazienhonig-Brandes Fütyülös verdoppelte sich in den letzten zwei Jahren in Ungarn und die Gastronomie-Distribution stieg in den letzten zwei Jahren auf das 10-fache. Heute ist Fütyülős der erfolgreichste Aprikosen-Akazienhonig-Brand Ungarns und eine Art Nationalgetränk.

Nun aber zu meinen eigenen Eindrücken. Das Plastikschildchen an der Flasche fordert auf den Likör eiskalt zu genießen also landete zunächst ein Glas in meinem Froster bei -20°C, währenddessen ich die erste Probe bei Raumtemperatur trank.
Der Geruch ist sehr fruchtig und floral sowie ein wenig scharf in der Nase. Geschmacklich entwickelt sich zunächst ein leicht herbes, mundfüllendes Aroma, welches sofort in eine starke Süße übergeht. Die Anklänge des Honigs sind definitiv vorhanden aber von den Aprikosen ist leider nicht sonderlich viel zu erschmecken. Im Abgang leicht scharf nach Pfeffer verbleibt im Mund und Rachen noch länger ein süßer-herber Geschmack.
Eiskalt dagegen riecht Fütyülös deutlich intensiver nach Frucht und Aprikose. Die leichte Schärfe verschwand komplett. Auch im Geschmack hat sich einiges getan. Das Honigaroma ist deutlich schwächer aber durch den süßen Beigeschmack noch präsent. Hingegen ist die Aprikose besser zu erahnen, allerdings immer noch nicht sehr ausgeprägt. Der Abgang ist kürzer wie der bei Raumtemperatur. Minimal scharf und süß nach Aprikose verbleibt er nur kurze Zeit im Rachen.
Insgesamt muss ich gestehen, dass mir dieser Likörbrand pur nicht sehr zusagt. Im Großen und Ganzen ein fruchtiges Produkt welches aber meist nur durch seine Süße vorhanden ist. Warm gesellt sich noch ein undefinierbarer, herber Geschmack hinzu. Eisgekühlt deutlich besser zum pur trinken als Digestif oder einfach nur zusammen mit Freunden ist der Ungar ganz in Ordnung. Zum Mixen eine nicht ganz einfache Zutat aber die Rezepte, welche auf der Homepage vorgestellt werden, stelle ich mir sehr lecker vor. Wenn man dieses Produkt in seiner Bar stehen hat ist es ok, aber es ist auf keinen Fall ein „must have“. Ich persönlich würde mir die Flasche nicht zulegen.

Egészségedre! (Prost)