Samstag, 21. Juli 2007

Der Martini Cocktail


Der "König der Cocktails" ist wohl umbestritten der absolute Klassiker. Durch den momentanen Gin-Hype rückte auch dieser Cocktail wieder ganz weit vor ins Rampenlicht der Bars. Entweder wird dieser Drink klassisch zubereitet oder man mixt einer der unendlichen Variationen dieser Gin-Vermouth-Mischung. Die richtige Zubereitung eines Martinis wird wohl auch eines der unendlichen Streitthemen in der Barwelt sein.
Die Herkunft des Martinis ist nicht ganz geklärt. Die älteste Quelle ist der Bar-Tenders Guide von Jerry Thomas aus dem Jahre 1862, in dem ein Martinez erwähnt wir aus Gin, Vermouth und 2 dash Maraschino. Durch die ursprüngliche Verwendung von Old Tom Gin und manchmal auch Zuckersirup wahr der Aperetiv damals ein süßer Cocktail. In anderen alten Rezepten liest man auch von Angostuara, Orangenbitter, Curacao oder Lemontwists. Später noch von Ingredienzien wie Oliven, Perlzwiebeln, Radieschen u.s.w.
Genau so schwierig wie die Zusammenstellung der Zutaten in den verschiedensten Mischungsverhältnissen scheint auch das shaken (oder doch das rühren) und wie lang (oder doch kurz) gerührt (oder geshaked) wird. Sollte man das Eis zuvor mit Vermouth benetzen oder kommt mehr Vermouth ins Rezept? Dry, Very Dry, Extra Dry? (Es gilt: Je Dry desto Gin) Fragen über Fragen! Dazu hat wohl jeder sein persönliches kleines Geheimniss in der Zubereitung. (schreibt doch in die Kommentare wie ir das macht)
Ebenfalls Interessant ist die Namensänderung der Mixtur durch kleine Änderungen. Mit einer Perlzwiebel heißt der Martini plötzlich Gibson. Mit einem Radieschen ist es ein Murphy Martini oder mit einer schwarzen Olive ein Buckeye Martini. Kommen Kapern ins Spiel spricht man plötzlich vom Cappero. Einig ist man sich zumindest das der Drink in einen vorgekühlten Cocktailspitz geseiht wird.
Ich denke durch all diese Möglichkeiten gibt es keinen falschen oder richtigen Martini. Entscheidend ist doch hier der individuelle Geschmack des Bartenders bzw. des Trinkers.
Mein Martini sieht folgendermaßen aus
  • 5cl Gin (Tanqueray Ten)

  • 1cl Vermouth (Noilly Prat)

  • Lemontwist

Gin und Vermouth im Rührglas auf Eis min 30. sec rühren und in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen. Glasrand mit dem Lemontwist abfahren und die ätherischen Öle der Schale noch auf den Cocktail spritzen. Twist ins Glas geben.
Und wie es der Zufall will hat in dem Zeitraum, in dem ich diesen Artikel geschrieben habe Drinkboy auch ein Video zum Martinicocktail online gestellt. Zu sehen auf smallscreennetwork.com ; Dort wird es übrigens noch bis Montag jeden Tag ein kleines Video geben über die US-Großveranstaltung "Tales of the Cocktail"

Kommentare:

  1. die 1862er jerry thomas version von "how to mix drinks" enthält keinen verweis auf einen martini cocktail!!!
    das erste mal erscheint der name in harry johnsons bartenders manual 1888. thomas gab 1887 nur ein rezept für den martinez!!! Byron beschrieb gleichen 1884 als "same as manhattan, substitute gin for whiskey.
    näheres über die entstehung des martini cocktails in der mixology ausgabe juni/juli 2007.

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  2. im übrigen war thomas 1887 schon 2 jahre unter der erde!

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