Mittwoch, 5. September 2007

Geld regiert die Welt...


...auch die der Bars? Natürlich! Warum sonst gibt es Bars welche Ultra-Premium-Luxus-Drinks anbieten? Mixturen mit besonders alten und seltenen Weinen, Spirituosen, Bitters u.s.w. Natürlich macht es sich super in einer Bar sagen zu können "Ich hab was besonderes, aber das kostet natürlich!". Das System würde nicht funktionieren wenn es nicht auch die Kunden geben würde, welche die Ware auch wirklich kaufen. Ein Problem ist nur das die meisten dieser Leute keine Ahnung haben von dem was sie im Glas vor sich haben - Hauptsache es ist teuer. Wirklich geschätzt wird da ein 50 Jahre alter Rum nicht oder ein Old Tom Gin. Die Mixologen dagegen, welche das zu schätzen wissen, sind meist nicht gewillt einen dreistelligen Betrag dafür zu zahlen. Könnte man es besser ausdrücken als mit dem Sprichwort "Die Perlen vor die Säue" ?

Dazu erst ein paar verrückte Beispiele aus aller Welt: Fangen wir an mit der Donovan Bar in London. Dort bekommt man ab 100$ einen Trüffel-Martini. Dabei handelt es sichauch noch um einen Vodka-Martini, in dessen Wodka schwarzer Trüffel infusioniert wurde. Für einen Aufpreis wird das ganze abgewandelt mit Creme de Cacao, Sahne und Trüffelstückchen.
Etwas östlicher auf dem Festland, genauer gesagt im Ritz Paris, wird man ebenfalls fündig was solche Cocktails angeht. Einen "Ritz Sidecar" mit einem Cognac von 1865. Da fällt mir noch ein: Im Mirage Hotel, Las Vegas gibt es noch die 100$ Margarita mit Herradura Selecction Suprema und Cointreau aus der Jahrhundert-Edition. Wer den 150er-Cointreau trinken möchte bekommt diesen im "London in New York" mit Hennesy Ellipse Cognac ebenfalls wieder als Sidecar-Variation für 550$
In diesen Rezepten wird der Preis immerhin noch durch teure Zutaten festgelegt. Wer diese nicht besitzt kann aber immer noch auf ausgefallene Deko umschwenken. So mixt Pete Gugni aus Chicago seinen "Ruby Red" aus Wodka, Cognac, Orangensaft, Granatapfellikör und einem Schuss Dom Perignon-Champagner. Da der gute Man keine Cocktailkirschen hat muss ein Rubin herhalten welcher den Preis leider auf 950$ anhebt. Auch nimmt das Algonquin Hotel den Begriff "Martini on the Rocks" sehr wörtlich und legt einen Diamanten (1,5 Karat) ins Glas. Preis ca. 10.000$
Aber es ist auch möglich solche Drinks zu "normalen" Preisen zu bekommen. Hierzu sollte man einfach bei Uwe Christiansen im Christiansen´s Hamburg vorbeischauen. Dort gibt es ein paar Ultra-Premium-Cocktails für ca 30€ - ebenfalls mit alten und ausgefallenen Zutaten.

Ich bleibe bei meinem Slogan: Drink less - but better! ...aber nicht zu jedem Preis! Perfekte Drinks bei Preisen bis max. 10€ sind möglich, werden geschätzt und sind es mehr Wert als jeder Drink mit einem Echtgold-Stirrer oder Vorkriegs-Vermouth.

Kommentare:

  1. und das von jemandem der zu ueberhoehten Preisen H-Club kauft.
    Erstmal an die eigene Nase fassen
    und ueberlegen was ein Maximo wirklich wert ist.

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  2. Christian, der einzige Sinn dieser Drinks ist das über die Bar berichtet wird (so wie von Dir - schön auf den Leim gegangen...) Aus gleichem Grund gibt von vielen Massenprodukten immer ein sehr hochpreisiges Prestigeobjekt - es geht nie darum ob es das wert ist, sondern das drüber gesporchen wird.

    Schön ist der MIXEN WIE BEI OPA Artikel in der FZ über die Triobar Berlin:

    "Weil man den süßen "Old Tom Gin" nur noch als
    Antiquität kaufen kann, kostet dieser Drink in meiner Bar 125 Euro. "

    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/magazin/?cnt=1172462

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  3. inzwischen kann man ja Nachfolgeprodukte kaufen...
    Preislich ist etwas fuer den einen teuer, was ein anderer wiederum fuer guenstig haelt.
    Generell bei Sachen die man nicht mehr erwerben kann ist der Preis eher ein Zugestaendnis als ein klarer Wert.

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  4. eben - ich mit alten HC und du mit alten Gin, also darfst du auch nicht so laut schreien - und sammelleidenschaft muss ja nicht vernünftig erklärt werden ;-)

    spielt ja keine rolle ob das nun münzen, briefmarken oder spirituosen sind...

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  5. So ein bisschen schon.Briefmarken kann man nur in Folien einsortieren oder anlecken und verschicken....

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