Freitag, 12. Oktober 2007

Fütyülös

Als ich am Anfang dieser Woche nach Hause kam erwartete mich ein kleines Päckchen auf dem Esstisch. Darin befand sich eine Testflasche des Ungarischen Fruchtbrandes, welcher auf Mixology beworben, vom Bitters-Blog kritisiert und auf dem BCB zu sehen sein wird. Bevor ich mich ans testen des neuen Produktes mache, zunächst einmal ein paar Daten von offizieller Seite:

Der Aprikosen-Akazienhonig-Brand Fütyülős stammt aus dem Hause Zwack Unicum Budapest, dem größten Spirituosenhersteller Ungarns. Fütyülös ist eine traditionsreiche ungarische Spirituosenspezialität, gebrannt aus ungarischen Aprikosen, verfeinert mit ungarischem Akazienhonig (30% Vol.). Die typische Flaschenform stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich servierte man Wein und Spirituosen aus solchen Flaschen. Die Flasche wurde auch als Pfeife/Flöte verwendet. Wenn sie leer war, konnte auf der leeren Flasche gepfiffen werden. Das bedeutete, dass der Wirt eine neue Flasche zu bringen hatte. So bedeutet der seit etwa 1900 existierende Name Fütyülős „die Flöte/die Pfeifende“. Die Markenanmeldung erfolgte 1937. Der Absatz des Aprikosen-Akazienhonig-Brandes Fütyülös verdoppelte sich in den letzten zwei Jahren in Ungarn und die Gastronomie-Distribution stieg in den letzten zwei Jahren auf das 10-fache. Heute ist Fütyülős der erfolgreichste Aprikosen-Akazienhonig-Brand Ungarns und eine Art Nationalgetränk.

Nun aber zu meinen eigenen Eindrücken. Das Plastikschildchen an der Flasche fordert auf den Likör eiskalt zu genießen also landete zunächst ein Glas in meinem Froster bei -20°C, währenddessen ich die erste Probe bei Raumtemperatur trank.
Der Geruch ist sehr fruchtig und floral sowie ein wenig scharf in der Nase. Geschmacklich entwickelt sich zunächst ein leicht herbes, mundfüllendes Aroma, welches sofort in eine starke Süße übergeht. Die Anklänge des Honigs sind definitiv vorhanden aber von den Aprikosen ist leider nicht sonderlich viel zu erschmecken. Im Abgang leicht scharf nach Pfeffer verbleibt im Mund und Rachen noch länger ein süßer-herber Geschmack.
Eiskalt dagegen riecht Fütyülös deutlich intensiver nach Frucht und Aprikose. Die leichte Schärfe verschwand komplett. Auch im Geschmack hat sich einiges getan. Das Honigaroma ist deutlich schwächer aber durch den süßen Beigeschmack noch präsent. Hingegen ist die Aprikose besser zu erahnen, allerdings immer noch nicht sehr ausgeprägt. Der Abgang ist kürzer wie der bei Raumtemperatur. Minimal scharf und süß nach Aprikose verbleibt er nur kurze Zeit im Rachen.
Insgesamt muss ich gestehen, dass mir dieser Likörbrand pur nicht sehr zusagt. Im Großen und Ganzen ein fruchtiges Produkt welches aber meist nur durch seine Süße vorhanden ist. Warm gesellt sich noch ein undefinierbarer, herber Geschmack hinzu. Eisgekühlt deutlich besser zum pur trinken als Digestif oder einfach nur zusammen mit Freunden ist der Ungar ganz in Ordnung. Zum Mixen eine nicht ganz einfache Zutat aber die Rezepte, welche auf der Homepage vorgestellt werden, stelle ich mir sehr lecker vor. Wenn man dieses Produkt in seiner Bar stehen hat ist es ok, aber es ist auf keinen Fall ein „must have“. Ich persönlich würde mir die Flasche nicht zulegen.

Egészségedre! (Prost)

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