Montag, 1. Oktober 2007

Portwein

Soeben hab ich auf dem Bitters-Blog ein Artikel gefunden, in welchem Joerg Meyer eine Liste von Drinks mit Portwein veröffentlicht hat. Portwein ist eine von mir sehr geschätzte aber sehr unbeachtete Zutat. Wie es der Zufall so will habe ich auch einst einen kleinen Bericht über Port geschrieben als ich meinen letzten Weihnachtsurlaub hatte. Passend zum Konkurenzblog hier meine Ausführung.

Ob weiß oder rot, Digestif oder Aperitif – Portwein gibt es für jede Gelegenheit. Für mich ein Grund einen weiteren Artikel zu schreiben
Die Geschichte des Portweines nimmt ca. 1650 seinen Lauf. Hauptimporteur von Port wahr damals England. Daher auch die meist englisch klingenden Herstellernamen wie z.B. Flagman´s oder Gilberts. Heute importiert Frankreich den Großteil der Portweine.
1756 wurde die „Companhia Geral da Agricultura dos Vinhos do Alto Douro“ gegründet. Dieser Zusammenschluss begrenzte das Anbaugebiet der Reben des Portweines – Das Douro-Tal (ältestes definiertes Weinbaugebiet der Welt) ; Die aktuelle Festlegung dieses Areals ist von 1907. Es erstreckt sich von der Ost-Spanischen Grenze ca. 100km in den Westen Portugals. Von 240.000 ha Land des Tals werden etwa 10% für den Weinbau genutzt, für welche ca. 25000 Weinbauern verantwortlich sind. Die Besonderheit liegt in den Steilen Wänden des Alto Douro ; Sie bestehen aus Schiefergestein dessen einzelnen Platten fast quer zur Oberfläche stehen. Das ermöglicht den Reben ihre Wurzeln zwischen den Gesteinsplatten sehr tief in die Erde wachsen zu lassen. Im Sommer können die Pflanzen das Wasser tief aus er Erde ziehen und im Winter bildet das Gestein einen super Wärmeschutz. Der Wein wächst optimal und bildet eine sehr hohe Qualität welche für den Portwein vorausgesetzt wird.
Anfang Oktober wenn die Trauben geerntet werden kommen diese sofort zur Kelterei wo sie maschinell entstielt und ausgedrückt werden ; Nur kleinere Betriebe machen dies noch traditionell indem sie die Trauben mit ihren Füßen zerquetschen. Dieser brauch ist meist noch begleitet durch Musik und ein kleines Fest der Arbeiter :-) so macht arbeit Spaß
Der Traubensaft wird danach in große Stein- oder Betonwannen gegossen bis diese Rand voll sind. Werden diese verschlossen beginnt die Gärung des Zuckers im Traubensaft zu Alkohol. Ist die Gärung halb vorangeschritten bei einem Alkoholgehalt von 8% wird der halb fertige Port in Fässer gefüllt. Dort reift er je nach Hersteller noch ein wenig weiter bis er schließlich aufgefüllt wird mit Weinbrand (ca. 1/5). Der Alkoholgehalt welcher nun bei ca. 20% liegt unterbricht die gärung und der an sich ist damit fertig. Je nach Qualitätsstufe wird der Port noch unterschiedlich lang gelagert.
In der nähe der Stadt Porto (daher auch der Name Portwein) liegt der Ort Vila Nova de Gaia. Dort reift der Wein bis zum Verkauf und wird von der“ Instituto do Vinho do Porto“ überwacht. Eine Organisation welche den Wein kontrolliert und dessen Herstellung begutachtet damit alles mit rechten Dingen zu geht. Sie vergeben auch das nummerierte Siegel welches auf jeder Port-Flasche zu finden ist.

Port gibt es in verschiedensten Qualitäten. Da es sehr viele Untergruppen gibt werde ich nur die Wichtigsten Ausführen.
Ruby Port ist ein Verschnitt junger Weine verschiedener Jahrgänge. Sein Namen hat er von seiner Farbe welche wirklich an einen Rubin erinnert. Die Reifezeit des Ruby liegt bei ca. 3 Jahren.
Die nächste Stufe, der Tawny Port, wird länger gereift (10 bis 40 Jahre). Er besteht auch aus einem Verschnitt verschiedener Ruby Ports verschiednen Alters.
Wird ein Port verschnitten aus Weinen des selben Jahres wird er Colheita genannt. Vorgeschrieben ist dann eine Mindestlagerung von sieben Jahren sowie die Angabe des Erntejahres und des Abfülldatums auf dem Etikett.
Vintage Port sind besonders gute Weine aus einem Jahrgang. Sie lagern nur kurz im Faß (zwei bis drei Jahre) aber lange in der Flasche ( 20 Jahre und länger)
Ist der Jahrgang nicht perfekt genug für einen Vintage aber dennoch gut wird er vier bis sechs Jahre im Fass gereift bis zur Abfüllung. In diesem Fall spricht man von einem Late Bottled Vintage (LBV)
Portwein wird aus kleinen tulpenförmigen Weingläsern getrunken (es gibt auch spezielle Port-Gläser) mit einer Temperatur von ca. 17°C (Weißer Port bei ca. 11°C). Grundsätzlich kann man sagen je älter der Port desto wärmer seine Temperatur aber nicht über 20°C. Augeschenkt werden 5cl
Ich gebe zu der Portwein ist nicht Jedermanns Geschmack aber für mich gehört er einfach in eine gute Bar ; Als Aperitif, Digestif, zu Desserts oder nur zum entspannten trinken nebenher einfach kaum umschlagbar.

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