Montag, 12. November 2007

Mixology Monday: Gin

Kaum zu glauben, aber schon wieder sind vier Wochen in diesem Jahr verstrichen. Das heißt der Mixology Monday steht erneut auf dem Programm. Der Gastgeber dieses Monats ist Jay Hepburn mit seinem Blog Oh, Gosh und dem wunderbaren Thema Gin.
Was gibt es über Gin alles zu sagen? Wahrscheinlich nicht mehr sehr viel da keine Spirituose in letzter Zeit so umworben wird, wie der wacholderversetzte Kornbrand. Deshalb einmal etwas Geschichtliches zur Entstehung diese Produktes.
Gin (Geniévre à franz. Für Wacholder) – Der Geist mit dem Wacholder ist eine Holländische Erfindung. Ursprünglich als Heilmittel gedacht wurde ein Korndestillat mit Wacholder versetzt von Professor Franziskus Sylvius. Heute denkt man bei dem Wort „Gin“ sofort an England. Dies liegt daran das englische Soldat das „Heilmittel“ mit in ihr Land brachten (17. Jahrhundert) wo es bald zu enormer Popularität kam. Es entstanden hunderte Brennereien, welche so einfach wie möglich „Gin“ herstellten. Produkte so schlecht, dass man sie mit heute nicht vergleichen kann. 1751 wurden daraufhin entsprechende Gesetze verabschieden welche Kontrollen für den Gin vorschrieben, sowie erhebliche Steuern auf das Getränk. Die Brennereien wahren natürlich alles andere als begeistert. Ihre Anzahl ging wieder stark zurück und die Qualität stieg ein wenig. Ein weiterer, sehr wichtiger Schritt gab es erst wieder 1830 durch die Erfindung einer neuen Brennanlage (Coffey-Still). Mit diesen Anlagen konnte ein sehr reines Produkt destilliert werden, welche die Qualität enorm anhob. Anfang des 20. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen von Cocktails, wurde auch dem Gin eine wichtige Rolle zugesprochen. Zur gleichen Zeit entwickelte sich auch der Gin-Tonic ein Mix aus Gin und Tonic-Water (welches übrigens auch mal ein Heilmittel gegen Malaria wahr) Die Basis des Gins ist Neutralakohol (meist aus Getreide, 96%), welcher auf ca. 60% mit Wasser herabgesetzt wird. Dieses neutrale Gemisch wird mit Wacholder und anderen Gewürzen (z.B. Anis, Koriander, Fenchel) versetzt und erneut gebrannt. Nochmals verdünnt, auf Trinkstärke, ist der Gin fertig. Gin hat einen gesetzlich festgelegten Mindestalkoholgehalt von 37,5%
Als Basis der klassischen sowie der modernen Bar ergeben sich hunderte Rezepturen, darunter die Superklassiker wie Martini, Martinez oder der von mir sehr geschätzte Gin Fizz. Der Markt wird zurzeit regelrecht überschwemmt mit neuen Sorten wobei einem mittlerweile die Wahl sehr schwer fallen wird die richtige Flasche in den Einkaufswagen zu legen. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen Hendricks Gin, Tanqueray, Tanqueray No. 10 sowie die französische Safran-Variante Saffron Gin von Gabriel Bourdier. Jeder dieser Sorten hat seine besondere Eigenart und kommt in einem Cocktail mal mehr oder weniger gut zur Geltung. In diesem Fall hilft nur emsiges testen, testen und nochmals testen.

Als Cocktail zum Thema habe ich den „Twentieth Century Cocktail“ erwählt. Ebenfalls ein klassisches Rezept aus dem Jahre 1939. Zum ersten Mal erwähnt wurde der Drink im „Cafe Royal Barbook“ – dem inoffizielle, englische Bartender´s Guide wie es Ted Haigh nennt.

5 cl Gin (Hendricks)
2 cl Lillet Blanc
2 cl Creme de Cacao white
2 cl fresh Lemonjuice

Shake in an iced cocktail shaker, and strain into a cocktail glass. Garnish with a cherry. If you want foam on top of the drink, like on the picture, add a little bit egg white. For an other variation you can use calvados instead the creme de cacao. Cheers!

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