Montag, 3. Dezember 2007

Mixology Monday: Repeal Day

Ein neuer Monat beginnt und schon wieder wird zum Mixology Monday aufgerufen. Jeffrey Morgenthaler, der Gastgeber des Monats Dezember, rief die anderen Blogs auf über das Thema Repeal Day zu schreiben – Dieser Tag beschreibt das Ende der Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten.
Zu beginn des zwanzigstens Jahrhundert gab es bereits einige Gebiete in den Staaten mit Alkoholverbot. Offizieller Beginn der Prohibition ist der 16. Januar 1920, als um Mitternacht der 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten in Kraft trat:

I: Binnen eines Jahres nach Ratifizierung dieses Zusatzes sind die Herstellung, der Verkauf und der Transport von berauschenden Flüssigkeiten (alles ab 0,5% Alk.) innerhalb, sowie die Einfuhr derselben in und die Ausfuhr derselben aus den Vereinigten Staaten von Amerika und allen Gebieten, in denen deren Rechtsprechung gilt, verboten, so sie zum Verzehr bestimmt sind.
II: Der Kongress und die einzelnen Bundesstaaten erhalten übereinstimmende Befugnisse um diesen Beschluss mittels angemessener Gesetzgebung durchzusetzen.
III: Dieser Verfassungszusatz ist unwirksam, wenn er nicht innerhalb von sieben Jahren von den Bundesstaaten in einem verfassungsgemäßen Verfahren als Ergänzung zur Verfassung anerkannt wird. Die Frist von sieben Jahren beginnt mit dem Datum der Bekanntgabe des Textes an die Bundesstaaten durch den Kongress.


Damit wahr das Verbot von Alkohol rechtskräftig, nachdem sich einige Verbände schon seit über 50 Jahren für ein solches Verbot einsetzten. Präsident Wilson legte gegen diese Bestimmung zunächst sein Veto ein, aber der Druck der öffentlichen Meinung war so stark, dass sich sowohl im Repräsentantenhaus wie im Senat eine Zweidrittelmehrheit fand, die das Veto des Präsidenten unwirksam machte. Nichts desto trotz wahr die ganze Angelegenheit ein einziger Flop. Eigentlich mit der Absicht Verbrechen zu verringern, Armut zu vermindern und die Lebensqualität zu steigern, wirkte sich das Verbot genau gegenteilig aus. Der Schwarzmarkt für Alkohol schoss ins unermäßliche. Die Mafia und andere Gruppierungen versorgte das Land weiterhin illegal mit Alkohol. Einer der bekanntesten Person die daraus profitierten ist wohl der Gangsterboss Al Capone aus Chicago. Das damalige Alkoholverbot hatte seine Ziele in keinster Weise erreicht, sondern im Gegenteil das kriminelle Gangstertum erst richtig zum Aufschwung verholfen und die Korruption befördert. Der politische Einfluss durch das entstandene Schwarzgeld, hat die Mafia immer wieder vor der Verfolgung beschützt. Es begann bei den unterbezahlten Prohibitionsagenten, die das Verbot eigentlich überwachen sollten, Polizisten die den Termin einer Razzia verrieten oder generell wegschauten, bis hin zu hochrangigen Politikern und Beamten, die z. B. Waffenscheine ausstellten oder juristische Ermittlungen verhinderten. Anfang der 1920er Jahre schätzte die Polizei die Zahl illegaler Kneipen in Chicago auf ca. 32000 – doppelt so viele, wie es vor der Prohibition an legalen Kneipen gab. Nach 14 Jahren eines „trockenen Amerikas“ endete das Verbot von Alkohol am 5. Dezember 1933.

Zum Abschluss noch ein hervorragender Pre-Prohibition-Cocktail den ich sehr schätze.

Bijou
4,5 cl Gin
1,5 cl Chartreuse green
1,5 cl French Vermouth
1 dash Orange Bitter

stirr all whit ice and strain into cooled cocktail glas

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