Freitag, 21. Dezember 2007

Sloe Gin selbst gemacht


Gut acht Wochen ist es her als ich 5l meines Sloe Gins angesetzt habe. Das vergangene Jahr war für Schlehen ideal. Die Früchte waren genau so groß wie zahlreich und innerhalb von knappen zwei Stunden konnte ich ca. 9kg der schwarzen Beeren ernten. Eine undankbare Arbeit bei kalten Temperaturen und den dornigen Schlehen. Fündig wird man dabei meist an Feld- und Waldrändern, an anderen Büschen und Sträuchern.

Wichtig ist es allerdings auf den ersten Frost zu warten. Die Früchte sind sehr herb und durch das gefrieren am Baum zieht ein Teil der Bitterstoffe in ihn zurück. Das oft gelesene „ernten und in der Kühltruhe frieren“ ist deshalb absolut sinnlos. Des Weiteren steigt der Fruchtzuckergehalt durch den frostbezogenen Flüssigkeitsverlust. Eine echte Geduldsprobe wenn die Beeren reif am Baum hängen, schon fast abfaulen und es einfach nicht gefrieren will.
Zuhause angekommen wurde die Schlehen zunächst mit lauwarmen Wasser abgewaschen. Danach werden sämtliche kaputte Beeren, Äste, Blätter und andere Fremdkörper entfernt. Man sollte auch darauf achten fast alle Fruchtstiele abzuzupfen da diese sehr bitter sind.
Abgewogen zu je 2kg gingen die Früchte dennoch in den Gefrierschrank da mein Gin noch nicht bestellt wahr. Wer für das ansetzten seines Sloegins eine Flasche mit engen Hals hat wird sich beim befüllen, mit gefrorenen Beeren, auch leichter tun.
Als Gin kommt nur ein höherprozentiger Brand in Frage. Ich habe mich für Finsburry Platinum mit 47% entschieden. Ein guter Gin mit gutem Preisleistungsverhältnis zum ansetzten eines Likörs. Der Gin wird nun zu gleichen Teilen mit den Schlehen in eine große Flasche gefüllt. Bei mir sind das 5l Gin mit 5kg der Früchte – auf die Zugabe von Zucker wird zunächst verzichtet. Die Mazeration beträgt ca. 8 Wochen wobei das Ganze alle zwei Tage einmal umgerührt werden sollte.
Durch ein Leintuch gefiltert kommt der fast fertige Sloe Gin in einen weiteren Behälter. Die Schlehen werden im Tuch noch ausgepresst, da ansonsten zu viel verloren geht. Nach der Zugabe von Zucker ist das Endprodukt fertig. In meinem Beispiel kamen auf 100ml Gin 15ml Zuckersirup. Das muss man einfach ausprobieren da das Zuckern von den Beeren stark abhängig ist.

Auf diese weiße bekommt man einen Sloe Gin der zwar nicht billiger ist als ein Fertigprodukt aber: Er hat eine schönere Farbe (ein tiefes Dunkelrot), einen höheren Alkoholgehalt und eine dezentere Süße. Hierbei kommen wir einem klassischen Sloe Gin (wie ihn z.B. Jerry Thomas nutzte) wohl deutlich näher.

Weihnachts-Tipp: Der fertige Sloe Gin (am besten 50cl) kann noch weiter mazeriert werden mit einer Chili und einer Zimtstange!

Kommentare:

  1. Wie ist er geworden, Dein Sloe Gin ?
    Hört sich lecker an...

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  2. Das hört sich doch gut an :) Danke für die genaue Anleitung. Habe gerade 3 Stauden von den Beeren bestellt um sie im Garten anzupflanzen. Werden angeblich wohl erst Oktober geliefert. Muss man also noch eine Weile Geduld haben, aber es läuft ja nicht weg :)

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  3. Das hört sich gut an. Nur sind die Schlehen heute früher reif als es Frost gibt.
    Wovon ist die Zuckerzugabe abhängig und wie stark war dein Zuckersirup? Eine nachträgliche Zuckerzugabe verändert die Farbe. Eine Mazeration mit Zucker liefert ein besseres Ergebnis.

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