Mittwoch, 31. Oktober 2007

100

Wer hätte das gedacht: Vier Monate nachdem ich den Blog geöffnet habe ist das hier das 100 Posting. Ich nutze die Chance mich vorallem bei den anderen deutschen Flüssig-Blogs, dem Cocktailforum und den ganzen Besuchern zu bedanken für die positive Resonanz. Ich hätte nicht damit gerechnet in solch kurzer Zeit bereits über 4500 Besucher zählen zu können. Darauf trink ich jetzt einen Sazerac - Cheers!

Dienstag, 30. Oktober 2007

Jamaica Ginger

Beim Durchstöbern des Savoy-Buches stößt man immer wieder auf die merkwürdige Zutat Jamaica Ginger. Beim Suchen nach Informationen in den Weiten des www stieß ich auf viele Resultate, die ich so Intersant finde das ich dazu eine kleine Zusammenfassung geschrieben habe.
Ca. 1930: In den Vereinigten Staaten ist diese Zutat auch mit dem Slang Namen Jake bekannt. Offiziell ein „Medikament“ gegen „Alles“ mit Ingwergeschmack, wahr Jake nur ein Mittel um die Prohibition in den Staaten zu umgehen dank eines Alkoholgehaltes von 80% und mehr! Da dieser Trick zu offensichtlich wahr wurde eine Regelung ins Leben berufen, in welcher der Ingwer-Feststoffanteil im Medikament festgelegt wurde. Bei fünf Gramm pro ccm Alkohol wurde das Ganze so gut wie untrinkbar in einer größeren Menge. Die scharfe und bittere Flüssigkeit wurde dannach oft mit Rizinusöl und/oder Melasse gestreckt um den Anteil der Feststoffe in die Höhe zu jagen um dennoch eine halbwegs flüssige Konsistenz zu erhalten.
Dank Stichproben von Behörden war ein Betrug so gut wie ausgeschlossen. Sämtliche Flüssigkeiten wurden im Test durch erhitzen verdampft. Die Rückstände konnten gewogen werden um sie mit den gesetzlichen Vorgaben zu vergleichen.Harry Gross and Max Reisman, zwei Chemiker, suchten eine Möglichkeit diesen Test zu manipulieren und waren erfolgreich. Durch die Zugabe des Stoffes TOPC (tri-o-tolyl phosphat) blieb Jamaica Ginger trinkbar flüssig und dennoch wahr nach dem Verdampfungstest die benötigte Menge an Rückständen vorhanden. Endlich wurde eine Methode gefunden um frei an Alkohol zu gelangen. Einzig der Nachteil das es sich bei TOPC um ein Neurotoxin (Nervengift) handelt ist den Leuten zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen. Durch übermäßigen Konsum verloren die Menschen die Koordination der Muskeln von Armen und Beinen. Normales Laufen wahr nicht mehr möglich. Diese verkrampfe Art sich mit der Vergiftung fortzubewegen wurde auch bekannt als „jake walk“. Bis die Ärzte herausfanden, woher der Ursprung dieser neuen Volkskrankheit rührt, trugen geschätzte 30.000-50.000 Personen in den Staaten irreparable Schäden davon, bevor Jamaica Ginger endgültig verboten wurde.
Es ist schon unglaublich was Leute auf sich nehmen, nur um an Alkohol zu gelangen. Jake dürfte wohl zu den Spirituosen gehören, welche mit Sicherheit nicht mehr neu aufgelegt werden in Zeiten der Wiederentdeckungen von alten Alkoholika.

Montag, 29. Oktober 2007

Bar Convent Berlin - Dienstag

Zunächst einmal stellt sich die Frage, was einen Hobby Bartender wie mich zu solch einer Veranstaltung zieht. Es dürfte der gleiche Grund sein, welcher den Besuch der Barshow in London rechtfertigt: Das Interesse und der Wissenshunger gehen einfach ein Stück weit über ein gewöhnliches Hobby hinaus.

Vor allem im letzten Jahr habe ich viele Bekanntschaften mit hauptberuflichen Barkeepern und Menschen aus der Industrie gemacht. Diese galt es auf dem Bar Convent unbedingt wieder zu treffen und darüber hinaus vielleicht auch neue Kontakte aufzubauen. Wie sich später heraus stellte, war dies auch die Hauptbeschäftigung während der Veranstaltung.Auf die Tastings habe ich persönlich verzichtet. Zum einen gab es bei diversen Importeuren/Herstellern genug zu testen (seien es Spirituosen oder Cocktails). Zum anderen erwartete ich beim angeleiteten Tasting nicht viele mir unbekannte Produkte. Dies traf zumindest auf die von mir favorisierten Spirituosen auch zu. Solch eine Messe (genau so die Barshow) ist für mich einfach der falsche Ort für ein Tasting.

Kommen wir zum übrigen Programm: Der Dienstag im Glashaus fing für mich erst gegen 13.30 an. Früher konnte ich leider nicht vor Ort sein und kann mich somit zu den bis dahin gelaufenen Vorträgen auch nicht äußern. Der erste Programmpunkt, welcher nach ersten Begrüßungen und einem Last Word auf mich wartete, war „English Cocktails“. Ein gelungener Vortrag mit leckeren Drinks.Im Anschluss folgende Gespräche und Widertreffen mit alten Bekannten, füllten dann die übrige Zeit. Zwischendurch wurde natürlich auch einfach mal etwas Neues probiert oder ein weiterer Last Word zu sich genommen (Von Marcel Baumann gemixt). Zwei Dinge hielten mich persönlich davon ab um 16.30 noch die Diskussion „Wohin geht das Bargeschäft“ zu hören: Zum einen musste unbedingt etwas gegessen werden und zum anderen wollte man natürlich nicht zu spät in der Victoria Bar sein. Schließlich galt es noch einen Platz zu finden um sich die Veranstaltung der TravMix nicht entgehen zu lassen. Kurz vor dem Ausgang nutze ich noch die Möglichkeit, alte, mir noch unbekannte, Mixology Ausgaben nach zu kaufen. Eine wunderbare Idee von den Veranstaltern. Vergriffene Ausgaben waren extra nachgedruckt worden. Später dann in der Victoria Bar mussten ich und meine Begleiter feststellen, dass die Karte der Traveling Mixologists wenig Neues für uns bot. Und so verließen wir, auch auf Grund der Menschenmassen, welche inzwischen in die Bar geströmt waren, die Victoria Bar, um noch in andere Bars weiter zu ziehen. Aber nicht ohne vorher einen Drink zu nehmen. Auf jeden Fall war dies die Veranstaltung des Abends, wie man immer wieder überall vernehmen konnte. Es folgten noch die Bars: Lebensstern, Triobar und der Rumtrader. Die beiden ersten waren nicht überfüllt und luden zum längeren Verweilen ein. Der Rumtrader allerdings war wirklich mehr als voll. Nach einem Sazerac kämpften wir uns nach draußen (zum Glück ist das ja nicht weit und die Tür stand auch den Abend über offen) und mich zog es für diesen Abend nach Hause.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Verstärkung

Es freut mich mittteilen zu können das Philipp Jäckel, a.k.a Cocktailmexican, a.k.a. Forgotten Flavours als Autor der Cocktailwelten zur Verfügung steht. Ab und An werden hier interessante Artikel von Phillip zu lesen sein, auf welche ich mich schon sehr freue.
Ich wünsche viel Spaß beim schreiben über Drinks, Bars und Neuigkeiten.

Des Weiteren wird aus der Cocktailwelt die Cocktailwelten. Die URL bleibt weiterhin bei cocktailwelt.blogspot.com. Ein Fehler zu Beginn des Projektes verhinderte leider die korrekte Namensgebung.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Don´t drinke and drive

Eine MTV-Kampagne, welche nun auch in Deutschland startete - ich kenne davon mittlerweile zwei Clips aber konnte nur diesen einen im Internet finden .(Der andere ist besser und nicht so "blutig")

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Biancalani - Frankfurt


Das Biancalani liegt unter den Arkaden des Florentinischen Viertels am Walther-von-Cronberg-Platz. An diesem mediterran angehauchten Platz befindet sich diese Perle unter den Bars. Aufgeteilt in die drei Bereiche Restaurant, Enoteca und Bar ging es natürlich in den letzteren. Über das Restaurant wurde erst kürzlich von drymartini berichtet. Die Bar wiederum ist ebenfalls in drei Räume unterteilt. Die Bar mit Theke und ein paar Sitzmöglichkeiten, eine große Lounge, sowie ein Raum, welcher komplett von den anderen abgegrenzt werden kann, beispielsweise für eine Geschlossene Gesellschaft. Das Grau von Sichtbeton wechselt sich ab mit dem dunklen braun von Armaturen und Möbel. Aufgehellt wird das Ganz nur durch bunte Kissen auf den Sofas.
Die Spirituosen und Liköre in der Bar reichen vom Standartprodukt bis hin zur Oberklasse. Hier sollte für jeden etwas dabei sein, egal ob Rum, Tequila oder Wodka. Das Selbe gilt auch für die Karte der Bar. Neben den klassischen Drinks und einigen Newcomern stehen auch sehr viel ungewöhnliche aber sehr fantastische Cocktails auf dem Programm. Es wird sehr viel gearbeitet mit frischen Zutaten und Gewürzen so das einem die Qual der Wahl sehr schwer fällt. Den Daiquiri mit Basilikum (mein persönlicher Tipp in dieser Bar), oder doch den Koriander-Chilli-Gimlet? Wer sich nicht entscheiden kann fragt einfach das freundliche Tresenpersonal nach einer Empfehlung. Die Getränke werden auch sogleich nach allen Regeln der Kunst zubereitet im besten Cuisine-Style. Besonders schön finde ich das sich hier Zeit gelassen wird. Frische Zutaten werden erst vorbereitet bevor es ans Mixen geht. Bei einem Basilikum-Daiquiri steht das Shakerglas mit den Zutaten erst einige Minuten halbfertig herum, damit die Aromen übergehen können. Gläser kommen vorgekühlt aus dem Froster und vor dem strainen werden die Mischungen erst vom Bartender verkostet. Auf diese Art und Weise dauert ein Drink zwar etwas länger, aber das ist es auf jeden Fall Wert. Die Getesteten Drinks wahren allesamt hervorragend zu einem sehr fairen Preis von durchschnittlich 8€.
Für mich persönlich die beste Bar, welche ich bisher besuchen durfte. Wer sich in Frankfurt befindet wird an dieser Bar nicht vorbei kommen. Es fällt einem schwer diese Räume wieder verlassen zu müssen. Hier passt (fast) alles. Ein kleiner Kritikpunkt muss auch noch sein: Die gespielte House-Musik wahr leider zu laut und während einer Unterhaltung immer zu dominant im Hintergrund, aber für dieses Problem gibt es ja einen Drehschalter. Mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch im Biancalani.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Moleculare Diskussion


Ein guter und absolut lesenswerter Thread zur Molecular Mixology ist gerade im Cocktailforum mitzuverfolgen. Es ist interessant wie aus einer zuerst einfachen Frage eine erstklassige Diskussion zum Thema entstanden ist über den Sinn und Unsinn des Ganzen. Besser wurde noch nie über Strukturen von Drinks geschrieben.


Montag, 22. Oktober 2007

Falernum-Test


Seit nun fast zwei Monaten ist ein Falernum in Deutschland erhältlich und seit nunmehr drei Wochen besitze ich zwei Ausführungen davon. Daher dachte ich mir ein kleiner Test kann nicht Schaden.
Benannt nach Falernian, einem altrömischen Wein, ist heute ein karibischer (Rum-)Likör gemeint, dessen Ursprünge auf der Insel Barbados liegt. Versetzt mit Gewürzen wie beispielsweise Nelken, Zimt, Mandel und Kardamom wird die Zutat vor allem in Rum-Basierenden Cocktails zum aromatisieren verwendet. Erstmals in den 1930er in Barbüchern erschienen und im Tiki-Bereich angesiedelt, verschwand diese Zutat für lange Zeit von der Bildfläche. Was dem Scotch der Drambui ist dem Rum sein Falernum.
Einer meiner beiden Sorten ist das bei Barfish erhältliche Hanschell´s Falernum. Sehr hell hat das Produkt aus Barbados eine strohgelbe Farbe. In etwa mit dem Farbton des dreijährige Havana Club zu vergleichen. Beim Geruchstest fällt zuerst die Nelken- und Kardamomnote auf. Gefolgt von einem sehr fruchtig-süßem Aroma. Ich empfehle Hanschell´s nur in Cocktails, welche nur wenig Falernum benötigen. Die sehr dominante Süße kann einen Trink ansonsten schnell im Geschmack verfälschen. Auch bin ich nicht sonderlich von dem Glycerin-Nachgeschmack begeistert. Ansonsten schmeckt man nur ein wenig Nelke heraus. Der geringe Preis des Likörs/Sirup ist aber durchaus akzeptabel und sollte eine Kaufempfehlung wert sein. Dem entgegen stelle ich das Forgotten Flavours Falernum. Deutlichster und erster Unterschied ist die Farbe. Nicht klar wie das erste Produkt, sondern trüb und bernsteinfarben präsentiert sich der Hamburger Likör. In der Nase entfalten sich sehr starke Nelken-, Piment und Citrus-Aromen – kein Vergleich zum Konkurrenten aus der Karibik. Auch im Geschmack kann hier voll gepunktet werden. Viele Gewürze und ein satter Rumgeschmack zeichnen sich ab. Keinesfalls zu süß sondern sehr ausgewogen bei einem leichten Zitronenabgang – toll! Eine Bereicherung für jeden Rumcocktail!
Hanschells Falernum besitzt einen Alkoholgehalt von 11% und kostet bei 0,7l ca. 13€. Forgotten Flavours Falernum hat einen Alkoholgehalt von ca. 15% und kostet in der 0,5l-Flasche um die 14€ - ein toller Preis! Wer Drinks mit Rum mag, wird Drinks mit Falernum lieben!

The Royal Bermuda Yacht Club Cocktail
5 cl Barbados Rum
2 Barlöffel Falernum
2 Achtel Limetten
2 dashes Cointreau
1-2 dash Zuckersirup

White Lion Variante
4 cl weißer Rum
3 cl Falernum
2 dashes Limettensaft
3 dashes Peychaud's
2 dashes Maraschino

Rum Sour Variante
6 cl Rum
6cl Ananssaft
1cl Falernum
1cl Zuckersirup
1 cl Limettensaft

PS: Keine Sorge wegen dem Bild; Bei der Originalflasche von Hanschell´s war der Schraubverschluß defekt. Deshalb wurde in eine Apothekerflasche umgefüllt.

Samstag, 20. Oktober 2007

Riemerschmid NPC 07


Entweder hab ich es übersehen, oder es hat wirklich noch niemand die Ergebnisse des Riemerschmid Null Promille Cups gepostet. Der Sirup-Hersteller ließ nach drei Jahren Pause den alkoholfreien Wettbewerb wiederbeleben. Rund 180 teilnehmende "GSA"-Bartender haben es in die zweite Runde geschaft, in welcher ein Rezept spontan gemixt werden musste. 12 Davon kamen schlussendlich ins Finale. Bei allen Rezepten bewunderte Jurymitglied Franz Brandl das hohe und inovative Nivau der Teilnehmer. Ebenfalls aufgefallen ist die großzügige Verwendung von Kräutern, Gewürzen und ausgefallenen Zutaten, anstelle von unmengen an Säften. Hier aber die Sieger-Cocktails.

Platz1: Raspberry Zoom
Torsten Spuhn, Modern Masters Bar & Lounge, Erfurt

1clBar-Syrup Vanilla
1clFruchtsirup Himbeer
3clBlueberry-Juice
12clGreen Tea Mandarin-Orange (AriZona)
3/8 St.frische Limette

Platz2: Pestoformance
Niko Pavlidis, Classic American Bar, Dresden

2clBar-Syrup Vanilla
1clBar-Syrup Lime Juice
4clsüßer Pesto (eigene Herst.)
4clOrangensaft
4clMaracujanektar
süßes Pesto: Sojaöl, Basilikum, Chili, Läuterzucker + Salz
Garnitur: Orangenspirale, Basilikum, Chili

Platz3: Cool Down
Kurt Lorbek, Cocktailbar Kir Royal, Innsbruck

2clBar-Syrup Havana
2clBar-Syrup Caramel
1clBar-Syrup Waldmeister
2clZitronensaft
11clOrangensaft

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Cocktailaward ´07

Im Rahmen des C&D-Treffens kam es, wie auch schon im vergangenen Jahr, zu einem kleinen Mixwettbewerb. Jeder der Lust hatte stellte seine Kreation zum Thema Gin vor. Auch wenn dies fast schief gelaufen währe, nachdem im bereitgestellten Barstock der Gin vergessen wurde. Acht Teilnehmer versuchten sich an den Gincocktails, welche von einer vierköpfigen Jury beurteilt wurden.

Mike (Triobar) als Professioneller Bartender
Philipp (Cocktailmexican) als Forenmoderator
Jürgen (Backju) als Rezeptadministrator
Berti (Berti-501) als Gastgeber und Titelverteidiger

Nachdem alle Punkte für die acht Mixgetränke vergeben wurden kam es zu folgenden Platzierungen.


Platz 1 – Axim – Delta Rhizom

1 TL Ginger & Lime Marmelade (Chivers)
3 cl Gin (Whitley Neill)
2 cl Lillet Blanc
4 cl Bionade Ingwer-Orange (zum auffüllen)

shake & strain ; Mit Bionade auffüllen

Platz 2 – Barfly_MB – French Safari

4 cl Boudier Saffron Gin
2 cl Safari-Likör
1 cl Aperol
1 cl Roses Lime Juice
1 cl Limettensaft
3 Dash TBT-Orange Bitters

shake and strain

Platz 3 – Crackone – St. Germain Gimlet

3 cl Whitley Neill Gin (anderer geht auch)
1,5 cl St. Germain
1 cl Rose's Lime Juice
0,5 cl Limette frisch
1 dash + 1 Tropfen Fee Bros Barrel Aged Bitters

stirr & fine strain – mit Orangenschale abspritzen

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Paolos - Frankfurt

Gegenüber dem Bahnhofsviertel, auf der anderen Seite des Mains, befindet sich das Paolos. Leicht zu finden liegt das Restaurant mit seiner Bar direkt an der Untermainbrücke.
Eingerichtet im klassischen Design einer Bar lädt der Tresen zum langen verweilen ein. Entweder setzt man sich an die großen Fenster mit Blick auf die Frankfurter Skyline und dem Main oder direkt an die Bar vor die größte Whiskyauswahl der Stadt.
Die Spirituosen- und Zutatenwahl für Drinks entspricht dem Standart. Die Barkarte ist reichhaltig und reicht von den Klassikern über moderne bis hin zu ausgefallenen Drinks. Die Barmänner sind sehr schnell und freundlich. Hier ist der Gast noch König! Auch Wunschcocktails und Sonderwünsche stellen kein Problem dar für die Thekenprofis. Die Drinks, welche zu moderaten Preisen angeboten werden, weisen auch keine Schwächen auf. Besonders empfehlenswert ist der Bijou Cocktail. Einmal nicht ganz zufrieden mit einem Drink? – Kein Problem; Der wird sofort neu gemacht! In dieser Bar fühlt man sich in die alten Zeiten zur Jahrhundertwende versetzt, als der Bartender als Meister seines Fachs alles tat damit der Kunde zufrieden gestellt wird. Ein Service wie ich ihn in noch keiner Bar so ausgeprägt erleben durfte – Einfach traumhaft!
Wer hier zu Besuch ist sollte auch von der italienischen Küche des Restaurant gebrauch machen. Stoffservietten und Silberbesteck versteht sich von selbst, wie auch die Tischdecke welche extra am Tresen ausgebreitet wird. Absolut exquisite Speisen mit edlen Zutaten machen einen Besuch im Paolos zu einem echten Erlebnis in allen Bereichen. Bon appétit!
Das Paolos in Frankfurt ist wahrlich eine Topadresse in der Mainmetropole. Essen und Trinken auf höchstem Niveau, sowie perfekter Service machen einen Abend in diesen Räumen unvergesslich. Wer die Chance für einen Besuch hat, sollte sie auf jeden Fall ergreifen!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Old Tom Gin - Vorab-Tasting


Parallel zur Präsentation der klassischen Drinks in Frankfurt wurden von (Old Tom) Mike die aktuellen Muster des neuen Süß-Gin´s vorgestellt in Form von 3 Varianten. Erstaunlich wahr der doch sehr große unterschied. Das erste Sample wahr deutlich stärker und schärfer als die anderen Beiden. Dagegen wahr Muster Nr.3 ein sehr leichter, süß-dominierender Gin mit merklich weniger Wacholderaroma. Die Nr.1 wurde von den meisten Testern als zu unrund gesehen. Dafür waren die anderen Beiden sehr überzeugend. Die meisten bevorzugten Muster 2 als Mittelweg. Deutliche Süße, milder Wacholder und stärker als die dritte Variation. Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern bis dieses Produkt auf dem Markt erscheinen wird.
Neben der Purverkostung wurde Muster 2 noch als Martinez gereicht. Der Cocktail wurde in Kombination mit Carpano Antica Formula Vermouth von allen Teilnehmern hoch gelobt und bekam absolut beste Kritiken.

Montag, 15. Oktober 2007

MxMo: Pairings

Heute ist es soweit. Mein erster Beitrag zum Mixology Monday; Im MxMo haben sich international Blogs zusammengeschlossen um jeden Monat über ein gemeinsames Thema zu schreiben. In diesem Monat geht es um "Pairings" - gefragt ist eine Verbindung von Getränken und Essen. Ein nicht gerade leichtes Thema wie ich finde. Daher Versuch ich hier die Verbindung zwischen Cocktails und Gerichten zu enträtseln.
Essen und Drinken passt nur in bestimmten Kombinationen zusammen und einige Verbindungen sind so gut wie unmöglich. Wer möchte schon eine Pina Colada zusammen mit einem Schweinebraten oder ein Gläschen Ron Zacappa zur Nudelsuppe? Es ist schon eine kleine Kunst eine Brücke zwischen den beiden Genusswelten zu bauen. Ich persönlich würde diese beiden Dinge streng trennen. Was ich mir dennoch vorstellen kann sind leichte, frische Drinks zum Essen – vorausgesetzt es handelt sich nicht um schwere Hausmannskost. Ein Mojito zu den Spaghetti Napoli oder einen Gin Fizz zur Pizza ist zu verkraften. Keine der Zutaten dominiert eine Andere so stark, dass diese untergeht. So kann man auch versuchen bestimmte Gefühle in einer Drink-Ess-Kombination zu erwecken, wie es auch bei Motto-Partys geschieht. Zum Beispiel eine Hawaiparty: Ananas, Schinken, Pina Colada, Hähnchen und Mai Tai – Willkommen im Südseeparadies wie wir es uns vorstellen!
Ein weiteres Beispiel ist das reichen von herber Schokolade zum Rum oder Whiskey. Eine Symbiose welche nicht nur passt, sondern auch bestimmte Aromen der Spirituose betonen kann. Das Gleiche gilt auch für Wein & Käse, aber auch hier geht natürlich nicht jeder Wein mit jedem Käse.
Was ich dagegen gar nicht leiden kann sind Snacks zum Cocktail wie es sie in vielen Bars gibt. Cracker, Salzstangen und Erdnüsse sind eh nur Mittel zum Zweck um mehr Getränke zu verkaufen, indem man den Gast durstig macht, mittels scharfen und salzigen Kleinigkeiten. Des Weiteren überlagern die meist intensiven Geschmäcker die des Getränkes. Es ist halt nicht einfach die richtige Flüssigkeit zum richtigen Essen zu finden. Wie und ob man das macht liegt schlussendlich, wie so oft, bei dem Konsumenten und dessen persönlichen Vorlieben. Zum Abschluss noch eine Verbindung, welcher ich nicht abgeneigt bin.

Francesca Crusta
3cl Wodka
2cl Triple Sec
3cl Grapefruitsaft
2cl Ananassaft

Alle Zutaten miteinander shaken und auf Eiswürfel im Tumbler abseihen. Dazu einige Stücke Ananas und Serrano-Schinken. Säure und Salz harmonieren ganz wunderbar mit der Stärke und dem herben Geschmack des Drinks. Wer noch mehr solcher Pairings hat, bitte ab damit in die Kommentare – würde mich freuen.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Rum-Gerüchte

Edward Hamilton, der bekannte Rumkenner und Autor von Fachbüchern wie "Das Rum-Buch" lies zwei interessante Gerüchte verlauten. Im Forum des "Ministry of Rum" heißt es zum einen...

After about a decade, Mount Gay is again planning to bottle a white rum made on Barbados.
In another note, I've been told their Special Reserve will be discontinued. The release date hasn't yet been announced.

...und zum andern ...

Demerara Distillers Ltd recently bottled a few cases of Single Barrel rum. Being from a single barrel, these rums aren't as heavy as you might think they would be, and lack the distinctive viscous, smoky oak flavors found in their Special Reserve rum. Quantities are limited so you won't find these rums everywhere.

Hoffen wir auf das Beste, den beide Nachrichten hören sich sehr vielversprechend an. Der nicht mehr erhältliche Mount Gay Premium White wahr ja sehr beliebt bevor dessen Produktion eingestellt wurde. Ich konnte leider nicht mehr in den Genuss dieser Spirituose kommen. Interessanter find ich die zweite Nachricht - haben doch Demerara Rums, nicht zu unrecht, einen sehr guten Ruf.

Samstag, 13. Oktober 2007

Die feine Art des Saufens


Mehrfach ist mir dieses kleine Taschenbuch schon bei meinem örtlichen Buchhändler aufgefallen. Unscheinbar liegend zwischen Büchern zum Thema Kochen, Cocktails und anderen Genusswerken entschied ich mich schlussendlich das letzte Exemplar für mich zu sichern. „Ein Buch über Cocktails kann jeder schreiben“, so der Autor, „aber was passiert dannach?“
Der Titel sagt bereits alles. Hier handelt sich es um ein sehr ironisches Werk das sich selbst nicht all zu ernst nimmt. Der Autor beschreibt auf knapp 200 Seiten wie sich ein Alkoholiker zu benehmen hat, stellt dessen Benimmregeln auf, und wie man sich beispielsweise auf eine fremde Party schmuggelt um sich kostenlos zulaufen zu lassen. Es werden verschiedene Sorten von Bartender analysiert, Tricks erläutert wie man auch nach der Sperrstunde noch weiter trinken kann und wie man böse Gestallten wie Nichtalkoholiker abschmettert. Interessant auch die Geschichte das Alkohols beginnend bei 4000000 v. Chr. als Affenmenschen erstmals die anatomischen Vorraussetzungen besaßen um überhaupt ein Glas zu halten. Das Buch geht davon aus nicht der krankhafte Alkoholkonsum sondern der Nichtkonsum sei die Krankheit. Laut dem Autor Frank Kelly Rich auch die einzig wahre Erklärung weshalb Hitler und Osama so handeln und handelten wie sie es taten.
Für alle Hobbymixer und Bartender ein absolut witziges Werk wenn man es auf die leichte Schulter nimmt, denn all zu oft fühlt man sich sonst auf den Schlips getreten. Strikte Genusstrinker sollten damit rechnen immer wieder attackiert zu werden. Verteidigt der Autor (selbst bekennender Alkoholiker) doch den Stoff aus der Flasche als letzte legale Droge, nachdem der Kampf gegen das Nikotin begonnen hat. Ich muss gestehen, dass ich bei einigen Abschnitten laut lachen musste, während wiederum einige Textpassagen zu absurd sind. Dennoch ist das Buch eine Empfehlung wert. (Auch aus Sicht eines Nicht-Alkoholikers)

Frank Kelly Rich: Die feine Art des Saufens
Berlin, Tropen-Verlag, 2007
ISBN: 978-3-932170-96-6
Preis 14,80€

Freitag, 12. Oktober 2007

Fütyülös

Als ich am Anfang dieser Woche nach Hause kam erwartete mich ein kleines Päckchen auf dem Esstisch. Darin befand sich eine Testflasche des Ungarischen Fruchtbrandes, welcher auf Mixology beworben, vom Bitters-Blog kritisiert und auf dem BCB zu sehen sein wird. Bevor ich mich ans testen des neuen Produktes mache, zunächst einmal ein paar Daten von offizieller Seite:

Der Aprikosen-Akazienhonig-Brand Fütyülős stammt aus dem Hause Zwack Unicum Budapest, dem größten Spirituosenhersteller Ungarns. Fütyülös ist eine traditionsreiche ungarische Spirituosenspezialität, gebrannt aus ungarischen Aprikosen, verfeinert mit ungarischem Akazienhonig (30% Vol.). Die typische Flaschenform stammt aus dem 18. Jahrhundert. Ursprünglich servierte man Wein und Spirituosen aus solchen Flaschen. Die Flasche wurde auch als Pfeife/Flöte verwendet. Wenn sie leer war, konnte auf der leeren Flasche gepfiffen werden. Das bedeutete, dass der Wirt eine neue Flasche zu bringen hatte. So bedeutet der seit etwa 1900 existierende Name Fütyülős „die Flöte/die Pfeifende“. Die Markenanmeldung erfolgte 1937. Der Absatz des Aprikosen-Akazienhonig-Brandes Fütyülös verdoppelte sich in den letzten zwei Jahren in Ungarn und die Gastronomie-Distribution stieg in den letzten zwei Jahren auf das 10-fache. Heute ist Fütyülős der erfolgreichste Aprikosen-Akazienhonig-Brand Ungarns und eine Art Nationalgetränk.

Nun aber zu meinen eigenen Eindrücken. Das Plastikschildchen an der Flasche fordert auf den Likör eiskalt zu genießen also landete zunächst ein Glas in meinem Froster bei -20°C, währenddessen ich die erste Probe bei Raumtemperatur trank.
Der Geruch ist sehr fruchtig und floral sowie ein wenig scharf in der Nase. Geschmacklich entwickelt sich zunächst ein leicht herbes, mundfüllendes Aroma, welches sofort in eine starke Süße übergeht. Die Anklänge des Honigs sind definitiv vorhanden aber von den Aprikosen ist leider nicht sonderlich viel zu erschmecken. Im Abgang leicht scharf nach Pfeffer verbleibt im Mund und Rachen noch länger ein süßer-herber Geschmack.
Eiskalt dagegen riecht Fütyülös deutlich intensiver nach Frucht und Aprikose. Die leichte Schärfe verschwand komplett. Auch im Geschmack hat sich einiges getan. Das Honigaroma ist deutlich schwächer aber durch den süßen Beigeschmack noch präsent. Hingegen ist die Aprikose besser zu erahnen, allerdings immer noch nicht sehr ausgeprägt. Der Abgang ist kürzer wie der bei Raumtemperatur. Minimal scharf und süß nach Aprikose verbleibt er nur kurze Zeit im Rachen.
Insgesamt muss ich gestehen, dass mir dieser Likörbrand pur nicht sehr zusagt. Im Großen und Ganzen ein fruchtiges Produkt welches aber meist nur durch seine Süße vorhanden ist. Warm gesellt sich noch ein undefinierbarer, herber Geschmack hinzu. Eisgekühlt deutlich besser zum pur trinken als Digestif oder einfach nur zusammen mit Freunden ist der Ungar ganz in Ordnung. Zum Mixen eine nicht ganz einfache Zutat aber die Rezepte, welche auf der Homepage vorgestellt werden, stelle ich mir sehr lecker vor. Wenn man dieses Produkt in seiner Bar stehen hat ist es ok, aber es ist auf keinen Fall ein „must have“. Ich persönlich würde mir die Flasche nicht zulegen.

Egészségedre! (Prost)

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Bourbon Blind-Tasting

Den Auftakt des Communitytreffens von Cocktaildreams am vergangenen Samstag in Hattersheim bildete das Bourbontasting. Neun Sorten des amerikanischen Whiskeys standen dabei zur Auswahl. Getestet wurden die Brände in drei Dreierblocks. Dabei wurden Notizen erstellt und Punkte von 1-10 vergeben – 1 für Fusel, 10 für Edelgetränk. Wir möchten hierbei noch betonen, dass keiner der 16 Tasting-Teilnehmer sich auf Bourbon spezialisiert hat. Die Zahlen und Bewertungen entstanden daher von Laien und können durchaus von anderen Whiskey-Tastings abweichen. Das ist auch der Grund warum dieses Jahr der Bourbon auserwählt wurde. Im Hobbybereich wird dieser Spirituose kaum Beachtung gezeigt, obwohl er bei Bartendern wegen seiner Mixability sehr beliebt ist. Um die Vielfalt und die Unterschiede genauer kennen zu lernen, fiel die Wahl auf den Kornbrand aus den Staaten. Die Bewertung fiel folgendermaßen aus:

Die überall erhältlichen Sorten Four Roses, Jim Beam White Label sowie Jim Beam Black Label bildeten das Schlussfeld des Blindtastings. Alle diese Brände haben kaum spürbares Aroma, sind alkoholisch scharf und besitzen einen kaum spürbaren Abgang. Ein Drink der vom Aroma eines Whiskeys abhängig ist, wie zum Beispiel ein Old Fashioned, wird mit einem dieser Whiskeys hemmungslos untergehen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es keinen Sinn macht, sich einen dieser Bourbons zuzulegen.
Auch die Produkte aus dem Hause Wild Turkey wurden nicht sehr hoch bewertet. Die achtjährigeVersion Wild Turkey rare Breed ist zwar ein reifer, runder Whiskey, unterscheidet sich von seinen acht Konkurrenten aber durch einen sehr starken torfig-erdingen Geschmack wie man ihn eher bei einem Scotch erwarten könnte. Vielleicht ein Grund, weshalb das teurere Produkt nur den vorletzten Platz eingenommen hat. Der normale Wild Turkey Rare Breed schnitt ein wenig besser ab. Die Aromen und Geschmäcker waren insgesamt runder und harmonierten somit besser miteinander. Diese beiden Brände haben einen leichten Abgang mit Eichenaroma. Hier gab es die Minoritätsmeinung des ehrwürdigen Drymartini-Bloggers – immerhin der älteste der Verkoster, für den der Wild Turkey Rare Breed mit seinem auch an Calvados erinnernden Aroma an der Spitze der Auswahl lag.
Gleichauf und im oberen Feld befinden sich Makers Mark sowie Woodford Reserve. Zwei solide Mixbourbons, die ihren Preis wert sind. Geruch von Toffee und Caramel, gut balancierte Holznoten und kein Brennen im Abgang machen diese Whiskeys eine Anschaffung wert.
Der teuerste Bourbon und der von den meisten Teilnehmern als Favoriten auserwählte war Blanton Cask Strange (Edition Süddeutsche Zeitung). Leicht süß mit Honig- und Caramelaromen setzte sich die Sonderauflage durch. Sehr mundfüllend im Geschmack aber dennoch erstaunlich sanft, kann dieser teure Bourbon auf ganzer Linie überzeugen. Ein absolute Kaufempfehlung für den puren Genuss.
Sieger, nach glatten sieben von zehn Punkten, ist allerdings der 12-jährige I.W. Harper. Wie der Blanton ist auch er sehr zart, gut balanciert mit Spuren von Vanille und Caramel. Das machte Ihn schlussendlich zum Mix- und Trinkbourbon des Cocktailforums und konnte in einem vom Drymartini gemixten Whsykey Sour absolut überzeugen.

Bleibt zu bemerken, dass die Auswahl der verkosteten Whiskeys nur einen Auftakt bildet. Wer mehr erfahren will, kann zum Beispiel in der Switch-Bar in Hattersheim oder im Paolos Frankfurt weitaus exotischere und in Deutschland selten ausgeschenkte Bourbons und Ryes probieren, z.B. den wunderbaren Eagle Rare. Kürzlich von Drymartini mit viel Spaß verkostet: Booker’s Bouron mit 62 Vol%.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit von Cocktailwelt (Federführung ) und Drymartini (Mitarbeit & Erweiterung).

Punkte:
4,06 - Four Roses
4,13 - Jim Beam White Label
4,38 - Wild Turkey Rare Bread
4,94 - Jim Beam Black Lable
4,94 - Wild Turkey 8
5,88 - Makers Mark
5,88 - Woodfore Reserve
6,50 - Blantons (SZ-Edition)
7,00 - I.W. Harper 12

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Frankfurter Botschaft


Einer der Stationen in Frankfurt, welche letztes Wochenende Besucht wurde wahr die Bar der Frankfurter Botschaft. Gelegen im Westhafen ist die Lounge im Style der 60er leicht zu finden, da der markante Westhafentower das Nachbargebäude ist.
Eine kleine Treppe hinab geht es in den runden, verglasten Raum von dem aus man den Main wunderbar einsehen kann. Sehr schön in der Bar ist das Backboard, welches direkt in die Fenster eingelassen ist. Aber was bleibt einem auch anderes übrig wenn es nur Fenster und keine Wand gibt. Ein sehr gemütliches Ambiente zwischen Klassik und Moderne, das zum verweilen einlädt.
Die Auswahl der Drinks bietet zunächst nichts außergewöhnliches aber neben der Standartkarte gibt es noch viele nicht aufgeführte Rezepte. Zudem ist es kein Problem einen nicht geführten Drink zu bestellen. Das freundliche Personal berät und mixt für den Gast nach dessen persönlichen Vorlieben. Die verwendeten Spirituosen und Zutaten entsprechen dabei dem gehobenen Standart. Sehr gelungen ist der "Hendricks Royal" - Ein Gimlet mit Champagner aufgefüllt und einem Stückchen Gurke. Schade ist es allerdings das die Preise der Cocktails allesamt zu hoch angesetzt sind mit ca. zehn Euro für einen Drink und ca. elf Euro für einen Cocktail mit Champagner.
Trotz diesen kleinen Minuspunkt hinterlässt die Frankfurter Botschaft einen positiven Eindruck und sollte einen kleinen Abstecher wert sein , wenn man sich in der Nähe befindet.

http://www.frankfurterbotschaft.de/

Dienstag, 9. Oktober 2007

Review Communitytreff 2007



Hier für all diejenigen, die nicht teilgenommen haben oder konnten eine kurze Zusammenfassung des absolut gelungenen C&D Communitytreffs.
Am ersten Tag trafen sich die ersten Mitglieder in der Barschule Rhein-Main bzw. in der Bar Switch zu einigen gemeinsamen Drinks. Da ich leider nicht dabei war kann ich dazu nicht mehr sagen. Holger vom Drymartini-Blog welcher vor Ort war hat bereits ein Barreview geschrieben. Alle Anwesende wahren sehr angetan von der Bar und empfahlen diese weiter.
Das eigentliche Treffen, welches am frühen Abend des zweiten Tages startete, war in Hattersheim in der tollen Privatbar von Berti. Ich bedanke mich hier abermals bei dir und Helga für die tolle Gastfreundschaft. Nach einer hervorragenden Gulaschsuppe und einem Schweinebraten ging es in den „flüssigen“ Teil des Abends über. Mit noch nicht belasteten Geschmacksnerven stand als erster Tagespunkt ein Bourbon-Blindtasting auf dem Programm. Obwohl wir in diesem Bereich alle Amateure sind, waren die Ergebnisse der einzelnen Brände ziemlich gleich und es kam zu deutlichen Favouriten. Passend dazu wurden als nächster Punkt klassische Drink mit Bourbon vorgestellt unter anderem Whiskey Sour, Mint Julep oder Old Fashioned. Nach deren Verkostung ging es gleich weiter zum kleinen Mixaward in dem acht Kandidaten um die Gunst der Jury mixten mit der Pflichtzutat Gin. Dies währe allerdings fast schief gelaufen nachdem der Gin in unserem Barstock nicht mitgeliefert wurde. Die Gewinner wurden auch sobald ermittelt bevor es in eine kleine Schaffenspause ging.
Philipp a.k.a. Cocktailmexican erfreute uns schließlich noch mit einer Präsentation von klassischen Rezepten, welche allesamt sehr gut angekommen sind. Martinez mit Old Tom und Arctica waren ein echter Traum. Der Old Tom Gin (Haromex) wurde von Triobar-Mike zur Verfügung gestellt und wurde hinterher in drei verschiedenen Vorabversionen verkostet.
Von den ganzen Eindrücken begeistert, wurden noch die Reste des Abendessens zum Mitternachtssnack umdeklariert, bevor es zu einem stundenlangen offenen mixen und Smalltalk kam. So ging nach 10 Stunden ein absolut toller Abend gegen 5:00 Uhr zu Ende nach Verteilung des restlichen Barstocks.

Auch hier nochmals ein besonderer Dank an Spuddy welcher uns das komplette Sortiment von Spirits Worldwide zur Verfügung stellte inkl. Produkte welche noch nicht erhältlich sind! Wir waren alle schwer begeistert von den Bränden, Likören und Softdrinks!

Nach einer sehr kurzen Nacht und einem Eis am Nachmittag ging es nach Frankfurt zum Barcrawl. Zunächst auf der Suche nach einem Restaurant das Steaks auf der Karte hatte lagen die fantastischen Bars Biancalani, Frankfurter Botschaft und das Paolo´s auf unserem Programm. Ich werde in der nächsten Woche alle Bars extra in diesem Blog erwähnen. Gegen 3:00 Uhr im Hotel angekommen und am nächsten morgen noch zum Frühstück verabredet ging jeder sehr glücklich seine Wege Richtung Heimat. Das beste Wochenende das ich jemals erlebt habe in Zusammenahng mit meinem Hobby. Bis nächstes Jahr in Hamburg!

Samstag, 6. Oktober 2007

Flair @ Britains Got Talent

In der englischen Talent-Show "Britain´s Got Talent" zeigten zwei Wirbelmixologen ihr können im working flairtending. Schnelle Jonglier-Action und danach die Jury noch mit Drinks bestechen - kann sich durchaus sehen lassen und zurecht bis ins Finale der Sendung gekommen.

Freitag, 5. Oktober 2007

Der kommende Zug hat Verspätung...


Leider kann ich doch erst morgen zum Cocktaildreams-Treffen dank der deutschen Bahn. Auf meiner Wegstrecke müsste ich normal zwei mal umsteigen. Benötige also drei Züge von denen zwei nicht gefahren sind - toll. Kommt noch hinzu das sich die Lokführer entschieden haben auf meinem Bahnhof schon knapp eine Stunde zuvor zu streiken womit ich meine 400km Strecke in 50km-Häppchen abfahren hätte müssen. Da schiebe ich das Ganze (leider) um einen Tag und bin dann immerhin nicht ewig gestresst unterwegs. So ein sch***! Einmal im Jahr wenn man die Bahn nutzen will... Ich wollte das hier im Blog zwar nicht schreiben aber wenn ich schon beim Thema bin:


Liebe Lokomotivführer,

bei allem Respekt: Zu viel Diesel geschnüffelt? Eure Forderungen sind absolut lächerlich und wohl für keinen Arbeitgeber der Welt zu bezahlen. Seid froh was man euch in diesen Zeiten anbietet, denn das letzte Angebot wahr gar nicht übel. Ich selbst habe vor zwei Jahr in meiner Branche auch gestreikt mit dem Erfolg das ich seit diesem Jahresanfang drei Stunden in der Woche mehr arbeiten darf bei einem gleichzeitigen Verdienstverlust von ca. 15% über die letzten Jahre! Ich denke das ist eine Nummer härter wie bei euch!
Ich sagen nicht das ihr nichts fordern dürft, aber bleibt dabei realistisch und denkt nicht nur hartnäckig an eure Fantasiewünsche.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Cocktaildreams 2007

Hiermit melde ich mich übers Wochenende ab, da ich nach Frankfurt fahre zum 2. Treffen des Cocktailforums. Um so mehr wird es nach dem 3-tägigen Event hier zu Berichten geben. Ich hoffe das die Deutsche Bahn nicht all zu viel Schwierigkeiten machen wird...

Das geplante Programm

- Besuch der Bar und Barschule Switch in Hattersheim
- Bourbon Blindtasting mit neun Sorten Whiskey
- Präsentation "Drinks mit Bourbon"
- Cocktailaward 07 Mixwettbewerb (Pflichtzutat Gin)
- Präsentation "Molecular Mixology"
- Eventl. Vorstellung von Haromex Old Tom Gin
- Präsentation "Klassische Cocktails"
- Offener Talk der Teilnehmer
- Besuch mehrerer Bars in Frankfurt

Montag, 1. Oktober 2007

Portwein

Soeben hab ich auf dem Bitters-Blog ein Artikel gefunden, in welchem Joerg Meyer eine Liste von Drinks mit Portwein veröffentlicht hat. Portwein ist eine von mir sehr geschätzte aber sehr unbeachtete Zutat. Wie es der Zufall so will habe ich auch einst einen kleinen Bericht über Port geschrieben als ich meinen letzten Weihnachtsurlaub hatte. Passend zum Konkurenzblog hier meine Ausführung.

Ob weiß oder rot, Digestif oder Aperitif – Portwein gibt es für jede Gelegenheit. Für mich ein Grund einen weiteren Artikel zu schreiben
Die Geschichte des Portweines nimmt ca. 1650 seinen Lauf. Hauptimporteur von Port wahr damals England. Daher auch die meist englisch klingenden Herstellernamen wie z.B. Flagman´s oder Gilberts. Heute importiert Frankreich den Großteil der Portweine.
1756 wurde die „Companhia Geral da Agricultura dos Vinhos do Alto Douro“ gegründet. Dieser Zusammenschluss begrenzte das Anbaugebiet der Reben des Portweines – Das Douro-Tal (ältestes definiertes Weinbaugebiet der Welt) ; Die aktuelle Festlegung dieses Areals ist von 1907. Es erstreckt sich von der Ost-Spanischen Grenze ca. 100km in den Westen Portugals. Von 240.000 ha Land des Tals werden etwa 10% für den Weinbau genutzt, für welche ca. 25000 Weinbauern verantwortlich sind. Die Besonderheit liegt in den Steilen Wänden des Alto Douro ; Sie bestehen aus Schiefergestein dessen einzelnen Platten fast quer zur Oberfläche stehen. Das ermöglicht den Reben ihre Wurzeln zwischen den Gesteinsplatten sehr tief in die Erde wachsen zu lassen. Im Sommer können die Pflanzen das Wasser tief aus er Erde ziehen und im Winter bildet das Gestein einen super Wärmeschutz. Der Wein wächst optimal und bildet eine sehr hohe Qualität welche für den Portwein vorausgesetzt wird.
Anfang Oktober wenn die Trauben geerntet werden kommen diese sofort zur Kelterei wo sie maschinell entstielt und ausgedrückt werden ; Nur kleinere Betriebe machen dies noch traditionell indem sie die Trauben mit ihren Füßen zerquetschen. Dieser brauch ist meist noch begleitet durch Musik und ein kleines Fest der Arbeiter :-) so macht arbeit Spaß
Der Traubensaft wird danach in große Stein- oder Betonwannen gegossen bis diese Rand voll sind. Werden diese verschlossen beginnt die Gärung des Zuckers im Traubensaft zu Alkohol. Ist die Gärung halb vorangeschritten bei einem Alkoholgehalt von 8% wird der halb fertige Port in Fässer gefüllt. Dort reift er je nach Hersteller noch ein wenig weiter bis er schließlich aufgefüllt wird mit Weinbrand (ca. 1/5). Der Alkoholgehalt welcher nun bei ca. 20% liegt unterbricht die gärung und der an sich ist damit fertig. Je nach Qualitätsstufe wird der Port noch unterschiedlich lang gelagert.
In der nähe der Stadt Porto (daher auch der Name Portwein) liegt der Ort Vila Nova de Gaia. Dort reift der Wein bis zum Verkauf und wird von der“ Instituto do Vinho do Porto“ überwacht. Eine Organisation welche den Wein kontrolliert und dessen Herstellung begutachtet damit alles mit rechten Dingen zu geht. Sie vergeben auch das nummerierte Siegel welches auf jeder Port-Flasche zu finden ist.

Port gibt es in verschiedensten Qualitäten. Da es sehr viele Untergruppen gibt werde ich nur die Wichtigsten Ausführen.
Ruby Port ist ein Verschnitt junger Weine verschiedener Jahrgänge. Sein Namen hat er von seiner Farbe welche wirklich an einen Rubin erinnert. Die Reifezeit des Ruby liegt bei ca. 3 Jahren.
Die nächste Stufe, der Tawny Port, wird länger gereift (10 bis 40 Jahre). Er besteht auch aus einem Verschnitt verschiedener Ruby Ports verschiednen Alters.
Wird ein Port verschnitten aus Weinen des selben Jahres wird er Colheita genannt. Vorgeschrieben ist dann eine Mindestlagerung von sieben Jahren sowie die Angabe des Erntejahres und des Abfülldatums auf dem Etikett.
Vintage Port sind besonders gute Weine aus einem Jahrgang. Sie lagern nur kurz im Faß (zwei bis drei Jahre) aber lange in der Flasche ( 20 Jahre und länger)
Ist der Jahrgang nicht perfekt genug für einen Vintage aber dennoch gut wird er vier bis sechs Jahre im Fass gereift bis zur Abfüllung. In diesem Fall spricht man von einem Late Bottled Vintage (LBV)
Portwein wird aus kleinen tulpenförmigen Weingläsern getrunken (es gibt auch spezielle Port-Gläser) mit einer Temperatur von ca. 17°C (Weißer Port bei ca. 11°C). Grundsätzlich kann man sagen je älter der Port desto wärmer seine Temperatur aber nicht über 20°C. Augeschenkt werden 5cl
Ich gebe zu der Portwein ist nicht Jedermanns Geschmack aber für mich gehört er einfach in eine gute Bar ; Als Aperitif, Digestif, zu Desserts oder nur zum entspannten trinken nebenher einfach kaum umschlagbar.