Mittwoch, 28. November 2007

Tequila-Abend in Berlin

Ein Bericht von Michael Meinke


Wenn die Limettenpresse deinen Unterarm quält -oder der Abend an dem die Agave mit mir sprach...
Sonja von Sierra Madre erfuhr von mir durch Tom aus Köln, also rief sie mich an und wir sprachen ein wenig über den viel gerühmten Agavenbrand namens Tequila und das was sie davon im Portfolio hätte. Als sie mich später dann mal anrief, um mich zum Tequila-Tasting in die mexikanische Botschaft in Berlin einzuladen (siehe Mixology-Blog), fragte sie ob ich nicht eventuell auch eine Bar kennen würde, bei der man sich später dann noch zu einem gemütlichen Abschluss treffen könne. Ich schlug den Lebensstern vor, da er in unmittelbarer Nähe zur Botschaft lag und vor allem da er eine exzellente Bar ist, als ich dies dann Peter vom Lebensstern erzählte war er begeistert und lud mich zum mixen hinter die Bar des Lebensstern ein. Was für mich eine große Ehre war, da viele Barmänner nur ungern Fremde hinter ihren Tresen lassen.
Am 21.11.07 gegen 19.00 Uhr erschienen die ersten Gäste vor der mexikanischen Botschaft und das Team von Sierra Madre begrüßte jeden persönlich. Es war eine große und illustre Gästeliste, vertreten war alles was Rang und Namen hat in Berlin. Kurz vor 20.00 Uhr hielt dann der mexikanische Botschafter auch noch eine Eröffnungsansprache und nach einem kleinen Lehrfilm über den Tequila (mit einer im off-sprechenden Agave), lud Sierra Madre dann zum großen Tequila-Tasting. Schon bald wurde verglichen und verkostet, beraten und gestritten. Die Bandbreite des Tequila Tasting überraschte so manchen anwesenden Gast, mindestens so wie die überaus gute Qualität. Stets dezent aber kompetent beratend das Team von Sierra Madre, das empfahl und fleißig einschenkte. Gegen 21.30 Uhr verließen dann die ersten Gäste die Botschaft um zum gemeinsamen Tequila-Abend im Lebensstern zu erscheinen. Über 100 Limetten hatten wir vorsorglich halbiert und für die Limettenpresse vorbereitet. Wir boten eine kleine Auswahl an Tequila-Drinks an, genauer gesagt 6 an der Zahl:

Williams-Margaritha
Canadian-Margaritha
Tommies Margaritha
Tequila-Saczerac
Agaven-Lebensstern
Tequila Old Fashioned

Alle Drinks wurden a la Minute zubereitet und wenn möglich auf die Wünsche bzw. persönlichen Vorlieben der Gäste abgestimmt. Der Abend fing verhalten an als die ersten Gäste den Lebensstern betraten, doch schon wenig später war der Raum voller Gäste, die dem Tequila huldigen wollten und eifrig orderten. Nach rund 40 ausgepressten Limetten spürte ich doch schmerzlich meinen Unterarm, aber der Strom der Gäste und der Bestellungen ließ zum lamentieren keine Zeit. Tom bot liebevoll immer wieder seine Hilfe an, doch mein eigener Stolz ließ mich tapfer weiter kämpfen und ab 24.00 Uhr waren die meisten Gäste dann doch schon recht zufrieden und bestellten in merklich größeren Abständen nun ihren nächsten Drink. Die Stimmung wiederum war sehr gut und überaus offen und herzlich diskutierte jeder mit jedem. Gegen 02.00 Uhr verließen dann die letzten den Lebensstern jedoch nicht jeder mit dem Ziel daheim anzukommen. So traf sich dann noch eine kleine aber überaus ausgelassene Schar in der Bar Nou um nun den Abend noch ein wenig zu feiern, sich zu lateinamerikanischen Rhythmen zu bewegen und fröhlich fachzusimpeln. Gegen kurz vor 05.00 Uhr verließ ich diese Truppe, da meine Müdigkeit mich nun doch etwas übermannte und ich ein wenig Schlaf bekommen wollte.

Mein Fazit des Abends:
Ein wunderbarer Abend ganz im Zeichen des Tequilas, der wieder einmal bewiesen hat warum Tequila so boomt... Sonja und Sierra Madre gratuliere ich zum gelungenen Tasting und der Lebensstern hat wieder mal seinen Gästen ein Stück Barkultur präsentiert.
Ciao euer Mike

(Der Abend kostete 8 Flaschen Corralejo Blanco, 3 Corralejo Reposado und 2 Corralejo Anejo das Leben, einige Amate, 1921 und andere überlebte schwer angebrochen, für über 100 Limetten endete der Abend erdrückend.)- Ich danke den Opfern fuer ihre Hingabe - ;-)
Insgesamt wurden gemixt:
~ 55 Tommies Margaritha
~ 25 Williams Margaritha
~ 20 Canadian Margaritha
~ 20 Tequila Old Fashioned
~ 30 Tequila Saczerac
~ 30 Agaven-Lebensstern
und 15 Variationen mit Tequila.

Dienstag, 27. November 2007

Partyschnaps


Die Tatsache im richtigen Moment auf den Blog von Mixology geschaut zu haben und dann auch noch eine leichte Frage beantworten zu können macht es mir möglich über einen kürzlich aufgetauchten Likör zu berichten. Der Name? Nunja… Bilder sprechen mehr als Tausend Worte.

Führt man sich diesen Namen nun einmal vor Augen, so kommt die Flasche doch recht enttäuschend daher und unterstützt irgendwie den Gesamteindruck. Das Etikett ist recht schlicht und wirkt, sagen wir mal: „einfach“. Bei genauerem Hinsehen, entdeckt man dann noch einen kleinen Drachen, sowie ein asiatisches Schriftzeichen im Hintergrund. Der Zusammenhang zum Getränk lässt sich nicht erraten. Es sollte wohl „cool“ aussehen. Das Etikett auf der Rückseite wartet mit einigen werbetechnischen Hinweisen auf und verrät nebenbei noch, wie das Getränk „hinunter zu schütten“ ist. Achja, 20 muss man sein um den Partyschnaps konsumieren zu dürfen. Warum?

Geschmack: Recht eindimensional. Hat vermutlich ein wenig mit Johannisbeere, Stachelbeere sowie Jostabeere zu tun und ist gar nicht mal so süß wie erwartet. Jedoch der Farbstoff springt einem irgendwie gleich ins Auge. Auch wenn dieser auf der Flasche nicht angegeben ist, so kann ich nicht glauben, dass die Farbe natürlichen Ursprungs ist. Folgt man dem Tipp, das Ganze eisgekühlt zu trinken, so ist das kurze Geschmacks(-erlebnis) noch kürzer. Lediglich die unangenehme Säure verschwindet im Geschmack. Um einmal den ständigen Wortwitz der Flasche und noch nicht gestarteter Promotion aufzugreifen: „Wer will schon F….. bei Minusgraden?“

Ich bin mir nicht ganz sicher, was man sich bei der ganzen Sache gedacht hat. Sehr wahrscheinlich wird das Produkt in Diskotheken einige Abnehmer finden. Aber das wird auch wieder seine Zeit und viel Promotion kosten. Und mir tun jetzt schon die studentischen Aushilfskräfte in den Diskotheken ein wenig leid. Man stelle sich nur mal die junge Generation vor, die bei ihm/ihr „5 mal F….. bitte“ für sich und die Freunde bestellt.

Im Gegensatz zum Image, welches das Getränk und diese Zielgruppe präsentiert, wird aber wohl der Preis nicht ganz so billig sein. Für mich ein unreifes Getränk voller Missverständnisse.Produkte, die mich pur nicht überzeugen, vermixe ich auch nicht. So wird es auch hier sein. Sei dieser Partygag anderen überlassen.

Anmerkung Christian: Auch ich durfte zu den 10 Glücklichen zählen die eine Flasche ergattern konnten. Da ich momentan keinen Alkohol trinken darf hab ich gerade nur 1cl für einen kleinen Eindruck getrunken. Klar ist das sich das Produkt auf die Party- und Disco-Szene werfen will – eben wegen dem provokativen Namen, dem „coolen“ Lock mit Drachen und einer markant, tiefroten Farbe. Ich kann die Meinung von Philipp zu 100% wiedergeben! Erstaunlich finde ich es das der Likör nicht süß ist wie erwartet sondern säuerlich; Der Geschmack nach Johannisbeeren ist vorhanden aber nur sehr kurz auf der Zunge. Der Preis für eine Einzelflasche lieg bei ca. 9,50€

Montag, 26. November 2007

Keine Freiheit für Freiburg


Gestern hab ich über die Nachrichten erfahren das in der Stadt meiner Vorfahren ein teilweises Alkoholverbot erlassen wurde. Es fehlt nun nicht mehr sehr viel bis der Alkohol in der Öffentlichkeit ganz verschwinden könnte. Vielleicht eine Chance für Bar´s um deren Kudenkreis zu vergrößern? Mehr zum Thema gibt es unter fudder.de

Kleine Anmerkung: In den nächsten Tagen wird es hier im Blog ein wenig stiller da mich seit letzter Woche eine Grippe lahm legt.

Mittwoch, 21. November 2007

Sammlerwein

Bei meinem täglichen Streifzügen durchs WWW stoße ich immer wieder auf Kurioses und Verrücktes. Eigentlich wahr ich der Meinung das mich gar nichts mehr verwundern kann, aber heute hat mich eine italienische Website des Besseren belehrt.
Da ich nicht willig wahr den Großteil der Seite zu übersetzen ,behaupte ich es handelt sich um eine Firma, welche Weine mit "Sammler-Label" beklebt. Darunter auch eine 22-teilige Kollektion für die rechtsdrehenden Joghurt... ähm Politikkulturen. Dieser verwirrter Personenkreis sollte vielleicht doch lieber auf den Genuss von Alkohol verzichten...

Das Bild kommt diese Mal nur als Link, da ich es meinen Lesern nicht direkt zumuten kann und will. Bild

Montag, 19. November 2007

Michael Meinke


Viele kennen ihn persönlich, aber die meisten kennen ihn wahrscheinlich nur mit einem seiner vielen „Künstler“- oder Pseudonym-Namen. Gemeint ist Mike a.k.a. Old-Tom-Mike, a.k.a Molecular-Mike, a.k.a Triobar, a.k.a Mike, a.k.a. Michael Meinke aus Berlin. Ein Bartender den ich sehr schätze, da wohl kaum jemand ein solch reges Interesse an und um die Bar hat wie Mike! Bevor er seine eigene Bar eröffnete wahr er schon tätig als Barmann und Barchef und Restaurantchef in Deutschland über Portugal nach England. Die stetige Leidenschaft zum Thema begann schon mit ca. 12 Jahren durch die TV-Sendung Magnum wie mir Mike „peinlicherweise“ gesteht.

Die Bar von Magnums besten Freund Rick fand ich einfach klasse.Ich habe meine Mutter dann solange genervt bis sie mir zu meinem 14. Geburtstag einen Tresen geschenkt hat.Natürlich durfte ich da erst mal nur mit Säften mixen,aber mit 16 kam dann Sekt und einige Liköre dazuund als ich mit 18 ausgezogen bin - ging es richtig los...

So wurde der Barstock und das Zubehör langsam ausgebaut und das Hobby schlechthin. Während seines BWL-Studiums und der Lehre zum Controller in der Pharmaindustrie jobbte Mike in einigen Bar´s um das Hobby weiter auszubauen und zu finanzieren. Der endgültige Schritt in die Bar entstand aus der Situation, dass diese Arbeit weitaus befriedigender wahr als der ursprünglich erlernte. Ein Schritt den er nie bereut hat! So ging es weiter in einige Berliner Bars „von zweifelhafter Qualität“, in Clubs, einige Veranstaltungen im Ausland und in ein Golfressort.
Zu seinen Lieblingsdrinks zählen der Rum-Sour und der Martinez. Für Michael ist die Bar ein Teil Kulturgut. Die Bar aus Leidenschaft zu betreiben, sich mit ihr intensiv auseinanderzusetzen ist richtige Barkultur. Für ihn als Bartender ist es das wichtigste die besondere Atmosphäre einer Bar zu schaffen und zu erhalten. Der Tender ist der „Hüter des Abends“ und muss für Qualität bürgen. Deshalb sieht Mike die Zukunft der Bar auch im hochwertigen Spirituosenbereich, denn Qualität setzt sich immer durch! In einer guten Bar muss man sich wohlfühlen - der Service und die Drinks müssen stimmen! Mike ist immer auf Achse um auch dafür zu Sorgen. Zuerst in Deutschland, am nächsten Tag in die Schweiz um von dort aus gleich weiter nach England zu fliegen, und wieder einen kleinen Abstecher nach Berlin. Cocktail-Caterings veranstalten, die eigene Bar leiten, Mitarbeit an den neuen Old-Tom-Gins, jegliche Messe und Ausstellung Besuchen und alles auf einmal! Ich kenne niemand der solch ein Herzblut in die Bar steckt wie das Berliner Original! – Eich echter Traveling Mixologist!

Zum Abschluss gab mir Michael noch das Rezept seiner köstlichen Rum-Sour Variante.

6cl Rum
6cl Ananassaft
1 Limette frischgepresst
2 cl Zuckersirup

Alle Zutaten in den Stirrer und 2-3 Eiswürfel dazu. Nun das ganze bei höchster Stufe 30-45sek. schaumig schlagen lassen. Das ist wichtig da sich mit einem normalen Shaker nicht die richtige Konsistenz erzielen lässt! Im Sekt- oder Sourglas servieren.

Freitag, 16. November 2007

Pimento Dram selbst gemacht


Pimento Dram ist ein würziger Rumlikör auf Piment-Basis. Piment ist eine kleine Beere im Aroma nach Zimt, Nelke und Muskat. Hergestellt wird der Likör anscheinend noch von Wray & Nephew auf Jamaika als lokales Produkt. Da es sich hierbei aber um einen Likör handelt, welche im Savoy-Buch des Öfteren zu finden ist hab ich mich daran gemacht einen eigenen Pimento Dram zu produzieren. Die benötigten Zutaten sind überall erhältlich und kosten nicht viel. Für eine Standartflasche mit 70cl wird folgendes benötigt:

300 ml Overproof Demarara-Rum
60g Piment (ganz)
380 ml Wasser
300g Zucker

Zunächst werden die Beeren grob zerstoßen. Das hab ich mittels eines Stößels in einem Metallbecher getan. Der Piment wurde mit dem Rum übergossen und mazerierte anschließend eine Woche lang. Ich schätze das 3-4 Tage auch ausgereicht hätten. Der Rum hatte nach der verstrichenen Zeit ein sehr intensives, würziges Aroma.
Das Wasser und der Zucker werden zu einem einfachen Sirup vermischt. In diesem wiederum kommt der Pimentrum, welchen ich durch ein Teesieb gefiltert habe. Nochmals vermischt kann das Ganze in eine Flasche gefüllt werden. Vor der Nutzung sollte das Gemisch nochmals einen Tag ruhen.
Es entsteht ein fast sirupartiker Likör in der Farbe ähnlich der von trüben Apfelsaft. Der Geruch erinnert an Weihnachten dank einer Mischung aus Zimt, Nelken, Kardamom und Muskat. Leicht scharf auf der Zunge erwartet einem ein unglaublich starkes, würziges Aroma nach den soeben erwähnten Gewürzen. Der Abgang ist sehr lang und intensiv. Zum pur trinken fast zu wuchtig aber dennoch sehr lecker. Im Cocktail macht sich der Pimento Dram ganz hervorragend in kleinen Mengen – Zu viel dagegen zerstört einen Drink. Weniger ist mehr!

Tropical Variation
5cl Brandy
1,5cl Vanille-Likör
1cl Pimento Dram

Bomb Cocktail
4,5 cl Sherry
1,5 cl Cointreau
2cl Orangensaft
1 dash Orangebitters
1 dash Pimento Dram

Donnerstag, 15. November 2007

Wolrd´s Best Bar´s @ Angus

In einer neuen Sparte seines Blogs stellt Angus "a playboy bartender" Winchester die besten Bars der Welt vor. Dazu informiert er sich bei Bartendern in der entsprechenden Stadt und erhält somit die erforderlichen Informationen. Los geht das Ganze in der Stadt der Liebe Paris und den ersten neun Lokalitäten. Es lohnt sich also, vor einem Besuch einer größeren Stadt einen Blick auf die Tagebücher von Angus zu werfen.
Die Best Bar´s sind mit Sicherheit eine Weiterentwicklung der sehr gelungenen Liste der Most Influential Modern Bars.

Montag, 12. November 2007

Mixology Monday: Gin

Kaum zu glauben, aber schon wieder sind vier Wochen in diesem Jahr verstrichen. Das heißt der Mixology Monday steht erneut auf dem Programm. Der Gastgeber dieses Monats ist Jay Hepburn mit seinem Blog Oh, Gosh und dem wunderbaren Thema Gin.
Was gibt es über Gin alles zu sagen? Wahrscheinlich nicht mehr sehr viel da keine Spirituose in letzter Zeit so umworben wird, wie der wacholderversetzte Kornbrand. Deshalb einmal etwas Geschichtliches zur Entstehung diese Produktes.
Gin (Geniévre à franz. Für Wacholder) – Der Geist mit dem Wacholder ist eine Holländische Erfindung. Ursprünglich als Heilmittel gedacht wurde ein Korndestillat mit Wacholder versetzt von Professor Franziskus Sylvius. Heute denkt man bei dem Wort „Gin“ sofort an England. Dies liegt daran das englische Soldat das „Heilmittel“ mit in ihr Land brachten (17. Jahrhundert) wo es bald zu enormer Popularität kam. Es entstanden hunderte Brennereien, welche so einfach wie möglich „Gin“ herstellten. Produkte so schlecht, dass man sie mit heute nicht vergleichen kann. 1751 wurden daraufhin entsprechende Gesetze verabschieden welche Kontrollen für den Gin vorschrieben, sowie erhebliche Steuern auf das Getränk. Die Brennereien wahren natürlich alles andere als begeistert. Ihre Anzahl ging wieder stark zurück und die Qualität stieg ein wenig. Ein weiterer, sehr wichtiger Schritt gab es erst wieder 1830 durch die Erfindung einer neuen Brennanlage (Coffey-Still). Mit diesen Anlagen konnte ein sehr reines Produkt destilliert werden, welche die Qualität enorm anhob. Anfang des 20. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen von Cocktails, wurde auch dem Gin eine wichtige Rolle zugesprochen. Zur gleichen Zeit entwickelte sich auch der Gin-Tonic ein Mix aus Gin und Tonic-Water (welches übrigens auch mal ein Heilmittel gegen Malaria wahr) Die Basis des Gins ist Neutralakohol (meist aus Getreide, 96%), welcher auf ca. 60% mit Wasser herabgesetzt wird. Dieses neutrale Gemisch wird mit Wacholder und anderen Gewürzen (z.B. Anis, Koriander, Fenchel) versetzt und erneut gebrannt. Nochmals verdünnt, auf Trinkstärke, ist der Gin fertig. Gin hat einen gesetzlich festgelegten Mindestalkoholgehalt von 37,5%
Als Basis der klassischen sowie der modernen Bar ergeben sich hunderte Rezepturen, darunter die Superklassiker wie Martini, Martinez oder der von mir sehr geschätzte Gin Fizz. Der Markt wird zurzeit regelrecht überschwemmt mit neuen Sorten wobei einem mittlerweile die Wahl sehr schwer fallen wird die richtige Flasche in den Einkaufswagen zu legen. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen Hendricks Gin, Tanqueray, Tanqueray No. 10 sowie die französische Safran-Variante Saffron Gin von Gabriel Bourdier. Jeder dieser Sorten hat seine besondere Eigenart und kommt in einem Cocktail mal mehr oder weniger gut zur Geltung. In diesem Fall hilft nur emsiges testen, testen und nochmals testen.

Als Cocktail zum Thema habe ich den „Twentieth Century Cocktail“ erwählt. Ebenfalls ein klassisches Rezept aus dem Jahre 1939. Zum ersten Mal erwähnt wurde der Drink im „Cafe Royal Barbook“ – dem inoffizielle, englische Bartender´s Guide wie es Ted Haigh nennt.

5 cl Gin (Hendricks)
2 cl Lillet Blanc
2 cl Creme de Cacao white
2 cl fresh Lemonjuice

Shake in an iced cocktail shaker, and strain into a cocktail glass. Garnish with a cherry. If you want foam on top of the drink, like on the picture, add a little bit egg white. For an other variation you can use calvados instead the creme de cacao. Cheers!

Sonntag, 11. November 2007

Absolut Mango


Es wahr zwar nicht meine Absicht zweimal hintereinander einen Post über Absolut zu schreiben aber der Zufall wollte es so. Wie auch schon beim New Orleans-Wodka informierte mich „Thorwise“ über die neue Sorte der Schweden: Absolut Mango! Ich bin gespannt wie sich das Produkt schlagen wird, auch wenn die Idee nicht sonderlich kreativ ist nach dem Mango-Pfeffer-Wodka aus den Südstaaten. Zumindest das Flaschendesign gefällt mir sehr gut! Auf absolutads.com ist noch folgende Information zu finden.

A mango variant of Vin & Sprit’s Absolut Vodka brand will be available in global retail travel in February. The company said that the mango flavour will be available in local markets going forward but specific details were not available.Absolut Mango is reportedly made from natural ingredients without added sugar or sweetener, and is packaged in an asymmetrical transparent glass bottle contoured with mangos.“We are confident in the high volume potential of Absolut Mango,” said V&S VP of marketing Matthias Aeppli. “Not only because mango is a commercially under-explored flavour, but also since mango has a strong global appeal. It is widely accepted but still perceived as exciting, exotic and different.”

Freitag, 9. November 2007

Absolut Göttlich

Ich musste dieses Bild einfach posten. Es ist einfach zu gut gemacht. Oder mit anderen Worten: "Saufen ist Sünde, Trinken ist beten. - Lasset uns beten!" (Theodor Heuss)

Mittwoch, 7. November 2007

Bar Convent Berlin – Mittwoch

Nach einem ausgiebigen Frühstück fand ich mich dann am Mittwoch gegen Mittag wieder im Glashaus ein. Wie ich hörte, spiegelte dies wohl das Allgemeinbild wider: Aus irgendeinem Grund war vormittags noch nicht all zu viel los…

„Japanisches Bartending“ stand auf dem Plan. Stan Vadrna hielt einen schönen Vortrag, der allerdings mehr durch den Inhalt als durch die Präsentation glänzte.

Die Präsentation von Angus Winchester, später am Nachmittag, wurde leider stark gekürzt und er war angehalten in einem sehr zügigen Tempo sein Programm abzuarbeiten. Dies hat dem Vortrag, wie ich finde, sehr geschadet. Die wichtigsten Botschaften, welche Angus vermitteln wollte, kamen aber gut rüber. „Alles dreht sich um den Gast“

Die letzte Diskussionsrunde des Barconvents nutzte ich persönlich um noch einmal über die Messe zu ziehen und hier und da noch ein paar vergessene Kleinigkeiten zu entdecken.

Es folgten die Mixology Bar Awards. Eine schöne Idee wie ich finde. Ehre wem ehre gebührt. Jedoch hätte man sich den Award für Angela Merkel auf jeden Fall sparen können. Des Weiteren fand ich es schade, dass eine Spirituose wie Chartreuse zur „Spirituose des Jahres“ gewählt wurde. Auch ich mag Chartreuse sehr gerne, jedoch hatten die anderen Kandidaten um einiges mehr mit diesem Jahr zu tun.

Nachdem alle Preise verliehen waren, wurde noch Sekt sowie Sushi und ähnliches gereicht.
Dies diente als Ausklang und gab die Gelegenheit sich von allen zu verabschieden. Und damit schloss der Bar Convent für dieses Jahr seine Tore.

Die Abendgestaltung führte diesmal zu erst in „Becketts Kopf“. Eine sehr empfehlenswerte Bar. Klein, gemütlich und sehr moderate Preise.

Im Anschluss traf man sich im Lebensstern, um noch die After-Convent Party zu besuchen.

Nun ja … Für mich persönlich war das einfach nicht eine Party für Barkeeper. Mag an meinen eigenen Vorlieben liegen, aber ich fühlte mich dort nicht so richtig wohl. Da könnte man sich für’s nächste Jahr auf jeden Fall etwas anderes einfallen lassen.

Was war also das Bar Convent und wie hat es mir gefallen?

Der Begriff Convent trifft es auf den Punkt: Gleichgesinnte treffen, neue Kontakte knüpfen - Einfach eine Zusammenkunft. Nutzt man diese Möglichkeit, so muss man beim Besuchen von Tastings und Präsentationen einfach Abstriche machen. Aber trotzdem war für meinen Geschmack das Programm gut zusammen gestellt. Lediglich bei den Diskussionen auf der Bühne, sollte doch darauf geachtet werden, dass die eigentliche Frage auch beantwortet wird.

Ich von meiner Seite, kann mich nur für die Organisation dieses Events bei Mixology bedanken. Und freue mich auf jeden Fall schon auf’s nächste Jahr.

Dienstag, 6. November 2007

Noch mehr Vergessenes

Hier der Rest der vergessen Zutaten aus dem Savoy-Cocktail-Buch. Ob es Sinn macht, sich wirklich auf die Suche zu machen, sei dahingestellt. Oft wird eine Spirituose nur in einem oder zwei Rezepten verlangt. Nichts desto Trotz ist es interessant zu erfahren was es vor langer Zeit gab und was es vielleicht wieder geben wird, Die aktuellen Produktionen der Old Tom Gins und Bitters ist das beste Beispiel dafür.

Forbidden Fruit Liqueur
Ein Likör, welcher nach seinem Verschwinden in den Staaten zwar wieder neu aufgelegt wurde, aber wieder in die Vergessenheit geriet. Ein Brandy mit Grundlagen von Grapefruits und Honig. In der ersten Auflage hergestellt von Charles Jacquin et Cie schmeckte die Komposition nach Zitrusfrüchten und Honig. Die Flasche entsprach der des heutigen Chambords. Die „Neuauflage“ wurde nach einem anderen Rezept hergestellt und ist mit dem Original nicht zu vergleichen.

Creme de Violette
Auf Grundlage von Weinbränden und/oder Neutralalkohol ist die Creme de Violette ein Likör mit Veillchenblüten-Aroma unter Verwendung weiterer Botanicals. Auch bekannt unter dem Namen Creme Yvette ist das Produkt heute noch erhältlich als Parfait Amour von jeder großen Likörmanufaktur. Geschmack und Aroma ändert sich je nach Hersteller bei den alten sowie auch bei den aktuellen Yvette-Likören.

Groseille Sirup
Hierbei handelt es sich schlicht um einen Sirup aus roten Johannisbeeren. Vorallem eingesetzt um 1950 in Europa als Grenadineersatz kann man auch diesen Sirup selbst herstellen. Johannisbeeren dazu auspressen, mit etwas Wasser aufgießen und mit selben Teilen Zucker hinzufügen. Das Ganze ein paar Tage mazerieren lassen und mit einem Filter in eine Flasche füllen.

Pimento Dram Liquer
Eine wie ich finde sehr interessante Zutat. Ein würziger Rumlikör auf Piment-Basis. Piment ist eine kleine Beere im Aroma nach Zimt, Nelke und Muskat. Hergestellt wird der Likör anscheinend noch von Wray & Nephew auf Jamaika als lokales Produkt.

East Indian Punch
Verwandt mit Swedish Punch und auf Arrack/Rum-Basis ist dieser Likör süß und sauer zugleich. Es werden noch Gewürze zugegeben zu dennen ich leider keine Infos finden konnte. Noch Hergestellt ist East Indian Punch bei uns allerdings nicht erhältlich. Er kann verwendet werden wie Falernum als Zugabe zu Rumcocktails als „letzter Kick“

Blue Vegetable
Die einzige Zutat zu der ich absolut nichts finden konnte. Wer was weiß bitte in die Kommentare schreiben.

Montag, 5. November 2007

Liquid Luxuries

Wer sich noch an diesen Artikel erinnert, dem kann ich nun noch zwei Videos nachlegen. Die Internet-Redaktion des Forbes-Magazine beschäftigt sich darin mit Cocktails jenseits der 1.000$-Grenze. Gefunden habe ich den Link auf dem englischsprachigen Blog von William Dowd. Leider muss man sich vor und zwischen den Videos immer einen Werbespot anschauen, aber irgendwie muss man so einen Drink auch finanzieren können…

Samstag, 3. November 2007

Grenadine selbst gemacht


Da ich mich momentan sehr viel (d.h. momentan ausschließlich) mit klassischen und alten Rezepten beschäftige, kommt auch immer wieder das Problem auf, dass eine Zutat nach aktueller Qualität nicht mehr der damaligen Zutat entspricht. So auch bei der Grenadine. Manche Industrieprodukte haben lediglich noch die Farbe des Originalproduktes. Im Geschmack meist ein wilder Mischmasch aus Himbeere, Brombeere, Vanille und der gleichen. So entschied ich mich ein eigenes Produkt zu machen, welches wirklich nach Grantapfel schmeckt.
Aus zwei großen Granatäpfeln wird zunächst das Fruchtfleisch mit den Kernen in einen Topf geschabt. Mit einem Löffel geschieht das in wenigen Minuten. Dazu muss man unbedingt ein altes Hemd anziehen und den Topf in eine Plastiktüte legen. Das ist wirklich eine wahnsinnige Sauerei! Da ich den leeren Topf zuvor gewogen habe, und danach den Gefüllten, bin ich auf ziemlich genau 400g Inhalt gekommen. Nach der Hinzugabe von 200ml Wasser und 250g Zucker wurde das ganze für wenige Minuten aufgekocht und anschließend abgekühlt. Nach dem Filtern durch ein sehr feines Sieb kam ich auf ca. 550ml Sirup.

Das Endprodukt riecht ein wenig muffig und weist ein Johannisbeere-Aroma auf. Die trübe, dunkelrote Flüssigkeit gefällt mir optisch besser als die Fertigprodukte. Nicht all zu süß auf der Zunge, im Abgang ein wenig sauer, aber mit vollem Aroma des Grantapfels ist die Grenadine meiner Meinung nach voll gelungen. Das nächste Mal werde ich noch ein wenig Vanille hinzugeben.

Donnerstag, 1. November 2007

Vergessen und Verloren

Motiviert, nach der Informationssuche zum Thema Jamaica Ginger, hab ich das komplette Buch der heutigen Hotelkette nochmals genauer in Augenschein genommen. Beim durchstöbern des Savoy Cocktail Book wird man immer wieder auf Zutaten stoßen, welche kaum oder gar nicht bekannt sind. Einige davon sind schwer oder gar nicht mehr zu bekommen, aber zunächst muss man Wissen um was es sich eigentlich handelt. Aus diesem Grund habe ich sämtliche Rezepte untersucht um Informationen über die Vergessenen Zutaten zu suchen und hier zu veröffentlichen.

Creme de Noyau
Ein aus Frankreich kommender Likör mit Mandelgeschmack. Als Basis-Spirituose wird meist ein Weinbrand verwendet. Neutralalkohol ist ebenfalls möglich. Dieser Likör wird noch hergestellt und ist erhältlich aber leider nicht bei uns.

Pricota
Hierbei handelt es sich um einen englischen Aprikosen-Likör. Anfang des vergangen Jahrhunderts in London produziert von Humphrey Taylor & Co ist diese Zutat nicht mehr erhältlich. Auch hier wahr ein Weinbrand die Basis. Dieses Produkt lässt sich unter Umständen durch Apricot-Brandy ersetzen.

Orange Gin
Ein Gin auf der Grundlage eines Likörs mit Orangengeschmack. Dieses Produkt wahr in den britischen Bars populär, während der Zeit der amerikanischen Prohibition. In den Staaten ist der Gin nach meinen Informationen wieder erhältlich von Charles Jacquin mit Sitz in Philadelphia. Allerdings ist das Angebot nur sehr begrenzt und regional.

Quinquina
Eine Zutat auf die man im Savoy öfters stößt – auch unter dem Namen „kina“. Gemeint ist damit ein süßer und chininhaltiger Aperetivwein. Meist aus Frankreich stammend ist Quinquina überall erhältlich unter den Marken Lillet, Byrrh, Dubonnet und St. Raphael.

Caperitiv
Ein Quinquina aus Südafrika, welcher nicht mehr produziert wird. Ersetzt durch Lillet Blanc soll es kaum einen unterschied geben.

Prune Syrup
Pflaumen-Sirup ; Ich kenne dafür zwar keine Quelle aber der Sirup lässt sich selber herstellen aus den jeweils gleichen Teilen Pflaumensaft und Zucker. Aber ob sich der Aufwand dafür wirklich lohnt?

Herkules
Eine Alkoholica, welche sehr oft zu lesen ist. Vor Wochen im Bittersblog vorgestellt verlass ich mich auf Jörg Meyers Informationen: Herkules wahr eine in England gefertigte gesüßte Anisspirituose auf Weinbasis handelt die als Absinthersatz konzipiert wurde. Leider seit langer Zeit vom Markt verschwunden, scheint mir der Einsatz von Anisette welche mit hochprozentigem Absinth angereichert wird als eine eventuelle Möglichkeit Hercules zu ersetzen. Da diese Informationen die Einzigen waren die zu finden waren, ist eine abschließende Aussage dazu nicht möglich.

Oxygenée Cusenier
Der Name eines französischen Absinthherstellers. Natürlich kann ein jeder andere Absinth dafür genommen werden. Es kommt im Savoy Book des Öfteren vor das eine Zutat nicht mit Art sondern mit Hersteller angegeben ist.