Mittwoch, 31. Dezember 2008

Happy New Year 2009

Einen guten Rutsch ins neue Jahr an alle Cocktail- und Barverrückten da draußen! Mögen die kommenden 12 Monate genau so turbulent und flüssig werden wie die Vergangenen und habt immer genug Eiswürfel auf Vorrat!
Da ich wohl Recht in der Annahme gehen das heute Abend viele Gläser gefüllt werden hier noch eine kleine Hilfestellung zum öffnen von Champagnerflaschen und zum Servieren von Drinks. Ein wirklich sehr amüsanter Text!

Dienstag, 30. Dezember 2008

Gurktaler Alpenkräuter


Im Zuge der Ausbreitung von GSA-Spirituosen möchte ich hier an dieser Stelle natürlich nicht untätig bleiben. Ehrlich gesagt wollte ich schon seit langer Zeit diesen österreichischen Kräuterlikör vorstellen der in Deutschland so gut wie unbekannt ist. In Österreich scheint er dagegen zu einen der marktführenden Produkten zu gehören wenn ich dem Händler meines Vertrauens denn trauen kann. Nicht nur deswegen habe ich diesen Likör auch schon im Mixology-Forum bei den GSA-Produkten erwähnt. Umso erfreuter war ich auch als ich zudem in der letzten Ausgabe einen kurzen Artikel zum „Gurki“ gefunden habe.
Der Bitter, welcher von der Gruppe Underberg vertrieben wird, stammt aus der kleinen österreichischen Gemeinde Gurk in Kärnten. Dort wird der Likör auf traditionelle Art und Weise aus 59 Kräutern, Wurzeln und Früchten hergestellt. Darunter befinden sich unter anderem Salbei, Lavendel, Enzian, Kamille, Wacholder und Safran. Mit einem ausgewogenen Alkoholanteil von 27% präsentiert sich der kaffeebraune Kräuter äußerst gefällig. Sowohl als Aperitif auf Eis als auch als Digestif weiß der Gurktaler zu überzeugen.
In der Nase bemerkt man deutlich die Bitterstoffe und eine leichte Süße. Der Geruch ist sehr komplex und vor allem von Galgant geprägt sowie einigen Kräuterblüten. Überraschend ist dagegen der Geschmack. Nur leicht bitter und dafür überraschend Süß präsentiert sich der Österreicher. Die Zutaten sind äußerst harmonisch aufeinander abgestimmt und dennoch sehr vielschichtig. Am besten lässt sich das Ganze wohl beschreiben als ein sehr würziger Lebkuchen. Die typischen Weihnachtsgewürze verbleiben lange am Gaumen und wechseln immer wieder mit anderen leichten Aromen ab. Ich meine eine gewisse Enzian- und Bärwurznote auszumachen.
In Cocktails habe ich das Produkt noch nie getestet auch wenn es der Kräuterlikör meiner ersten Wahl ist. Einige Flaschen pro Jahr schaffe ich immerhin zu leeren (meist wenn Besuch im Haus ist). Ich könnte mir durchaus vorstellen einfache Drinks damit zu kreieren. Interessant könnte eine Alexander-Variation sein in dem die Creme de Cacao ersetzt wird.
Gurktaler Alpenkräuter ist für mich einer der besten seiner Art. Ich bin immer wieder von der Harmonie der Zusammensetzung begeistert. Gewiss ist er Richtung Norddeutschland immer schwerer zu finden und immer unbekannter, aber diverse Shops im Internet führen ihn mittlerweile in ihrem Sortiment. Für gerade einmal 10 € pro Literflasche bekommt man einen Halbbitter der auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Es muss nicht immer „Vorsicht, wild“ sein.

Freitag, 26. Dezember 2008

Geiz ist geil?

Wie schon vor einigen Tagen auf Jrgmyr zu lesen war ist nicht der Preis ausschlaggebend um das eine Spirituose „premium“ wird. Entscheidender ist doch der Preis im Verhältnis zur Qualität des Produktes den der Konsument bereit ist zu zahlen. Erstaunlicherweise wird dennoch eine Niesche immer wieder vollkommen übersehen – die der Discountmärkte von Lidl und Co. Zurecht?
So wird zum Beispiel schon seit längerem der Cream-Likör von Aldi sehr geschätzt für erstklassiken Geschmack und Preis. Dieses vermeidliche Billig-Produkt braucht sich definitiv nicht hinter dem irischen Markenprodukt Baileys zu verstecken. Er ist in meinem Verwandtenkreis sogar beliebter dankt einer ausgewogeneren Süße. Wie ein aktueller Test des Spiegels beweist sind auch ausgebildete Sommeliere von den einfacheren Vertretern ihrer Art zu überzeugen. Wer kann schon sagen wie das Ergebnis ausgefallen wäre, hätte es sich nicht um ein Blind-Tasting gehandelt. Aus diesem Grunde finde ich es persönlich auch immer gut einen „Fake“ in ein Tasting aufzunehmen da es durchaus überzeugen kann. Ein weiteres Beispiel finde ich einmal im Jahr direkt vor Ort. Auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt gibt es einen Verkaufsstand für selbst hergestellte Liköre. Der dortige Hollunderblütenlikör ist kaum zu unterscheiden vom erstklassiken St-Germain und kostet dabei nicht einmal die Hälfte.
Natürlich gibt es auch Dinge die nicht zu empfehlen sind, beispielsweise alle billigen Wodkas da ihre Qualität meist zu minderwertig ist. Im Bereich des Hochprozentigen ist der Mangel an Geldern deutlich spürbar. Allerdings sollten und dürfen die guten Produkte in diesem Low-Prize-Sector nicht übersehen werden. Zugegebenermaßen können sie meist ihrer Marken-Konkurrenz nicht das Wasser reichen aber kommen dieser doch in manchen Fällen sehr nahe. Der Unterschied von feinsten Nouancen rechtfertigt in dieser Situation nicht den doppelten oder dreifachen Preis. Vielleicht sollte man sich einfach ein wenig mehr an diese Produkte heranwagen. Die positiven Stimmen geben dem Recht.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen meinen Lesern eine besinnliche und ruhige Weihnachtszeit. Mögen eure Gläser immer gut gefüllt sein!

Dienstag, 23. Dezember 2008

Runde Würfel


Vor fast acht Wochen habe ich meine bisherigen Erfahrungen zur Herstellung von Eiskugeln geschildert und dabei über eine Sonderaktion berichtet in denen entsprechende Formen aus Japan bestellt wurden. Es hat zwar eine Weile gedauert aber diese Formen sind nun in Deutschland angekommen und können per Email bei Barstuff bestellt werden, welche so freundlich waren den Import zu organisieren. Fest in das bestehende Sortiment werden die Kugelformen nicht aufgenommen, das heißt sie sind nur erhältlich solange der Vorrat reicht! Vor wenigen Tagen sind meine bestellten Formen angekommen und ich hatte somit schon die Möglichkeit die Plastikwannen zu anzutesten.
Pro Form ist es möglich zwei Eiskugeln mit einem Durchmesser von ca. 60mm herzustellen. Wie schon erwähnt sind die Formen aus einem dicken Kunststoff gefertigt mit einigen Verstrebungen was sie sehr widerstandsfähig macht. Eine hohe Lebenserwartung scheint mir garantiert. Da meine Japanisch-Kenntnisse nicht die besten sind bin ich leider nicht in der Lage die Beschreibung auf der Rückseite der Verpackung zu lesen aber die Funktion ist selbsterklärend. Man fülle das Unterteil randvoll mit Wasser und setzte den Deckel darauf. In den Deckel sollte man wiederum etwas Wasser füllen um ein Gegengewicht zur Kugel zu schaffen da die Schwerkraft das Wasser ansonsten aus der Form drückt und diese sich dadurch einige Millimeter öffnet. Das hätte zu Folge das die Kugeln nicht rund werden. Nach einigen Stunden im Gefrierfach kann die Form geöffnet und die Eiskugeln entnommen werden. Hört sich leichter an als es ist denn das Wasser sitzt sehr fest in seinem Formgeber.
Getestet hab ich ein fertiges Eisstück (-18°C) an einem Negroni mit einem Dash Peach Bitters. Die Kugel schmilzt nur sehr langsam und hält den Drink sehr lange auf einer perfekte Temperatur. Es kann auch vorkommen das nach einer guten halben Stunde eine Kugel zerbricht. In diesem Fall tritt eine Verwässerung natürlich sehr schnell ein durch die erhöhte Oberfläche der Eisstücke. Die runde Form überzeugt durch ihre Eigenschaften.
Ich für meinen Teil werde in Zukunft das Kühlen meiner Drinks keinen Würfeln mehr anvertrauen. Die große Kühlwirkung einer Kugel und das minimale Tauen dank der kleinen Oberfläche sind Grund genug sich die Mühe bei der Eiszubereitung zu machen. Zugegeben sind die Formen mit 8,32 € pro Stück nicht gerade billig aber ich möchte aufgrund der Vorteile nicht darauf verzichten. Zudem sehen die runden Würfel in einem Tumbler sehr schick aus.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Bayrische Bar Blogs in München

Am Freitag war es soweit. Die letzte Bartour des Jahres führte mich in die bayrische Landeshauptstadt München. Zusammen mit dem Barteam des Cafe Sol am Chiemsee führte uns der Weg kreuz und quer durch die verschneite Metropole an der Isar. Treffpunkt der beiden Bar-Blogs sollte der Marienplatz am Münchner Rathaus sein. Leider stellte sich dieser Meeting-Point temporär als ungünstig heraus – wer rechnet schon um diese Jahreszeit mit einem Weihnachtsmarkt auf dem Stadtplatz… Nichts desto trotz traf man sich schlussendlich unter den Menschenmassen und machte sich nach einem kleinen Imbiss auf den Weg in die erste Bar.

Die Cortina Hotel-Bar war der beste Ort um sich kennen zu lernen und einige Informationen auszutauschen über Blogs, Brände, Eiswürfel und über was man sich sonst so unterhält (als Barfreak). Dazu genossen wir einige fantastische Manhattan-Cocktails aus der Hand eines Bartenders, dessen Gesicht auch auf diversen Bitters-Flaschen zu finden ist. Die Überraschung war groß den gewusst hat das von uns niemand. Weiter ging es auf eine Runde Painkiller in das alt eingesessene Pussers. Diese Bar gehört zu einer der ältesten des Landes und ist einen Besuch wert. Beeindruckend war der bestellte Ramos Gin Fizz welcher mindestens drei Minuten geschaked wurde! Ein Banner über dem Backboard mit dem Spruch „time flies when you´re having rum” sollte sich bewahrheiten. Die Tour wurde fortgesetzt in Schumann´s Bar die seit kurzer Zeit eine neue Barkarte hat. Alte Klassiker mischen sich mit neuen Rezepten a la Beuser & Angus Spezial und Tommy´s Margarita. Dazu findet man eine extra Seite für Sake Drinks und einigen weiteren Neuheiten. Meiner Meinung nach ist hier das beste Cocktailmenü der Stadt zu finden. Die nächste Station sollte das Tabacco sein aber ein „Geschlossene Gesellschaft“-Schild verwerte uns leider den Eintritt. So ging es ohne umschweife in die Trinkhalle (nachdem sich von uns jeder ein neues Auto im Aston Martin Autohaus ausgesucht hatte). In der kleinen Trinkhalle wurde nach weiteren diversen Getränken die Bartour kurz vor fünf Uhr in der Früh beendet.
Ich bedanke mich bei den Mixologen vom Chiemsee für diesen Abend und hoffe das man sich bald wieder einmal auf einer Tour oder einer Messe trifft. Vielleicht schaffe ich es auch einmal in das Cafe Sol auf einen Drink mit frischen Zutaten.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

The Bitter Truth Vermouth?

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Viele Themen wurden behandelt und eine Vielzahl von neuen Produkten wurden in den letzten 50 Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Zeit beruhigte sich die Barwelt ein wenig und ich ging nicht davon aus das es nochmals eine echte Überraschung geben wird bis 2009. Die Köpfe hinter „The Bitter Truth“ schaffen es aber immer wieder!

...in january 2009 we are going to release another truly remarkable
bottling - a 24 years old Kentucky Straight Rye Whiskey, barrel proof and unchillfiltered in limited quantity of 240 bottles. So you might think than just a vermouth is missing to make a Bitter Truth Manhattan Cocktail - well we are working on that and we`ll keep you posted. Promised!
Hätte ich den Newsletter in dem diese Information steht ganz gelesen hätte ich darüber natürlich schon früher Berichtet. Gut das die User des Cocktailforums gründlicher mit ihrer Post umgehen als ich. Ich denke man darf gespannt sein was die Herren in München noch so alles planen. Bis dahin werde ich die Zeit mit einem Antica Formula Manhattan überbrücken.

Montag, 15. Dezember 2008

Mixology Monday: Spice

Es ist Dezember und nur noch wenige Tage trennen uns von dem diesjährigen Weihnachtsfest. Auf den Märkten des Landes werden warme Punsche, Bowlen und mit Gewürzen versetzte heiße Weine angeboten und konsumiert. Die typischen Düfte liegen in der Luft und auch in den Speisen finden sich vermehrt Muskatnuss, Kardamom, Safran und weitere exotische Gewürze. Dies dachten sich auch die Schreiber der Tiki Drinks & Indigo Firmaments und machten daraus spontan das Thema des heutigen Mixology Mondays.
Gewürze bereichern unsere Nahrung seit jeher. Hunderte von Kräutern und Früchten eigenen sich hervorragend zum verfeinern unserer Nahrungsmittel oder machen diese erst interessant. In Zeiten des Cuisine Style werden diese Wundermittel natürlich nicht übersehen und so geschieht es das man mittlerweile hunderte von Rezepturen findet. In fast jedem aktuellen Wettbewerb zum Thema finden sich Kreationen mit frischen Kräutern und Gewürzen. Von Nelken bis Chili ist so ziemlich alles vertreten was die Aromawelt hergibt.
Aber das verfeinern von Drinks ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits die Bartender des vergangenen Jahrhunderts wussten mit diesen Aromaten umzugehen und verfeinerten ihre Cocktails mit Muskat oder Minze. So bestehen auch die Meisten Cocktail-Bitters aus Alkohol und den Auszügen von diversen Kräutern. Als gutes Beispiel sei der Abotts Bitter genannt welcher unter anderem auf Zimt, Piment, Sternanis, Kardamom, Minze, Tonkabohnen, Ingwer, Lavendel und weiteren Gewürzen zurückgreift.
Der letzten Monat von mir vorgestellte Tommys Vanilla Margarita ist eigentlich der perfekte Drink für den heutigen Mixology Monday. Und auch wenn es noch nicht so lange her ist möchte ich heute wieder auf den guten Tommy´s zurückgreifen, allerdings mit den von mir sehr geschätzten Gewürz Rosmarien. Ursprünglich wurde diese Rezeptur ohne das Kraut von Torben Bornhöft gemixt um einen guten Tequila zu würdigen – den Jose Cuervo Platino. Zugegebener Maßen ist dieses Produkt bei uns noch nicht all zu leicht zu beschaffen aber die Mühe lohnt sich! Für mich der beste Tequila den ich bis heute kenne!

Tommy´s Platino Margarita

6 cl Cuervo Platino
1 cl Limettensaft
0.5 cl Agavensirup
zwei Zweige Rosmarien

Die flüssigen Zutaten zusammen mit einem Zweig Rosmarien und viel Eis shaken und in eine gekühlte Schale abseihen. Den zweiten Rosmarien in das Glas geben.

Auch ohne das Grün ist dieser Trink sehr schmackhaft und ausgewogen. Die Mixtur hat allerdings den Nachteil das sie nur mit diesem Tequila absolute Referenzklasse erreicht. Tests mit anderen Agavenbränden begeistern mich nicht in demselben Ausmaß wie mit dem neuen Platino. Dennoch fehlte mir noch das gewisse Etwas. Durch das shaken mit dem Gewürz wird der Cocktail um kleinste Nuancen aromatischer. Viel wichtiger als Rosmarin im Mixingglas ist allerdings der im Gästeglas. Alleine durch das einatmen der ätherischen Öle entsteht ein ganz anderes Erlebnis, welches diesen eh schon erstklassiken Drink perfekt unterstreicht. Wer schon im Besitz dieses Tequila ist sollte sich das nicht entgehen lassen!

Freitag, 12. Dezember 2008

Platzangst


Bin ich eigentlich der einzige dem es so geht? Man hat vor Jahren mit dem Mixen angefangen und muss seitdem regelmäßig seine Regale umbauen um die Kapazität seines Lagers zu erhöhen? Angefangen hat alles mit einem kleinen Regal auf dem zehn Flaschen standen inklusiv allem Zubehör. Als ich mich tiefer mit der Materie beschäftigte wurde ein extra Schrank gebaut der für 18 Flaschen sowie Gläser und Mixutensilien ausgelegt war – das gleiche Möbel fasst heute 96 Flaschen! Zubehör ist in einen weiteren Schrank gewandert und Gläser stehen nun im Bücherregal. Die Bücher standen deshalb wiederum im Regal über meinem Fernseher. Da ich jetzt zu viele Bücher habe und das Fach nicht mehr ausreichend ist wurde die Lektüre gegenüber auf einem neuem Regal beim Sofa aufgebaut – über dem TV stehen nun dafür sämtliche Weine- und Weinaperitive. Jetzt benötige ich noch ein Plätzchen für die Mixology-Magazine welche gerade meinen Schreibtisch verstopfen. Hier stehen sowieso die wichtigsten Schreibtisch-Geräte herum: Monitor, Farbdrucker, Blender und Mixer…
Hat jemand noch eine Idee wo ich die Flaschen unterbringen könnte (ca. 50) die noch auf dem Boden stehen? Im Gläserregal geht nichts mehr da ich hier eine Reihe schon opfern musste bezüglich Cocktail-Bitters. Hier passt seit dem Repeal-Bitters auch nichts mehr hin. Mir brauch auch keiner den Vorschlag zu machen die Flaschen zu den Cd´s zu stellen den hier befindet sich das komplette Sortiment von Ron Zacapa. Ich kann mich zudem glücklich schätzen das ich keine Haustiere mehr habe den das Terrarium wurde zum Ronarium (siehe Bild) umgebaut und beherbergt Zuckerbrände aus aller Welt. Allerdings nicht artgerecht! – viel zu viele Sorten auf engstem Raum.
Die Havana-Club-Sammlung, welche ich über Jahre aufgebaut habe, verschwand nun auch in einer Kiste in einer weiteren Ecke. Mit einem Tuch darüber verwandelt man diese sehr schnell in einen Tisch auf dem sich ein dekorativer Champagnerkühler räkelt.Entweder muss ich mir irgendwo eine Lagerhalle anmieten oder ich brauch einfach mehr Wohnfläche als 36 m². Ich kann den Moment kaum noch abwarten wenn für das Hobby ein extra Raum zur Verfügung steht. (…der jetzt schon wieder zu klein ist)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Von Apotheken und Bars


Heinz Kaiser, ausgezeichnet mit dem Bar-Award „Mixologe des Jahres 2008“, und BCB-Referent des Themas „Die enge Verwandtschaft von Apotheke und Bar“, diskutiert über genau dieses Thema im Mixology-Forum. Ausschlaggebend für dieses Streitthema ist ein Bericht über die New Yorker Apothéke Bar, welcher in der aktuellen Mixology 6/08 ab Seite 52 zu finden ist. Ist die harte Kritik des Wiener Bartenders im Forum angebracht oder doch zu übertrieben? Beim erneuten durchlesen des Artikels machte ich mir auch Gedanken über die eine oder andere Aussage. Ich finde es ebenfalls anmaßend, dass sich Herr Trummer als Apotheker sieht, im Sinne des pharmazeutischen Berufes. Ich kritisiere aber auf keinen Fall das Konzept und die Rezepturen seiner Bar. Ich finde es höchst interessant sich auf die Ursprünge der Bar zu beziehen aber gleichzeitig auf modernstem Niveau zu arbeiten.
Ein Mixologist ist kein Apotheker aber ist ein Apotheker ein Mixologist?

Sonntag, 7. Dezember 2008

Repeal Day in Ulm

Als Helmut Adam im Mixology-Forum nach Bars in Ulm fragte kamen Heiko, der Thekenmeister, und ich wohl auf dieselbe Idee uns anschließen zu können. Wir hatten zwar beide das Handicap an diesem Abend noch Arbeiten zu müssen aber zumindest meine Gebete wurden erhört als mich mein Chef angerufen hat ich könne Urlaub machen an diesem Tag.
So kam es also dazu das ich mich mit Heiko und Helmut am frühen Abend auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt getroffen habe um diesen Dezemberabend passend mit Glühwein einzuläuten. Bevor es aber in das Ulmer Nachtleben ging, stand ein kulinarischer Ausflug bei Erika auf dem Programm – im Übrigen eine ganz klare Empfehlung falls man sich einmal nach Ulm verirrt! Tolle Küche, tolles Personal und tolle Ambiente. Hier trafen wir auch auf Dominik Falger (ehemals Bartender Burj al Arab, Dubai – zukünftig Widderbar, Zürich), welcher sich unserer geselligen Runde noch anschloss.
Von hier aus ging es nun zur „Arbeit“ wie es Helmut nennt. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit die Bars der Stadt abzuklappern um dort jedes Mal Daiquiris und Gin Fizzes zu testen. Nur Heiko musste uns um 22 Uhr verlassen um hinter dem eigenen Tresen zu stehen. Die Drinks sind in einigen Lokalitäten zu sauer, in anderen wiederum zu süß geraten. Einen ausführlicher Test dazu wird in der nächsten Ausgabe von Mixology zu finde sein auf die ich schon sehr gespannt bin.

Nach diesem offiziellen Teil wurde es auch wieder Zeit auf unseren Thekenmeister zu stoßen, welcher gerade damit beschäftigt war mehreren Gruppen von Studenten diverse Getränke zu überreichen bis mitten in die Nacht. Wir beschlossen zu Handeln: Wir mussten helfen sämtliche Gläser zu reinigen und zu polieren. Im Gegenzug konnte Heiko eine Stunde früher in den Feierabend gehen. Hier sei nun auch der lobenswerte Einsatz des weiblichen Service-Personal erwähnt, das aus Mangel von Poliertüchern, im wahrsten Sinne des Wortes, ihr letztes Hemd hergab um diesen Missstand zu überwinden. (@ Thekenmeister: Ich hoffe dein Chef verzeiht uns die zerbrochenen Gläser)
Wir haben es zwar nicht geschafft die Stunde früher zu gehen aber nichts desto trotz führte uns der Weg noch in diverse Clubs der Stadt und in einen Laden in dem die Gäste wohl nicht nur Tabak in ihren Zigaretten hatten… Äußerst amüsant wurde der Abstecher zum Bahnhofs-Imbiss mit der einen oder anderen Begegnungen der besonderen Art. Diese kleine Metzgerei ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Hier wird schon einmal ein imaginäres Fußballspiel moderiert oder man bekommt ein Ständchen vorgesungen. Hier konnten wir auch in Erfahrung bringen wie es angeblich in den Ulmer Ausnüchterungszellen aussieht. Zitat: „Fernseher gibt’s da auch nich. Da is zwar so´n Ding des sieht aus wie´n Fernseher is aber ein Fenster!“ Das Geschen dort kann man gar nicht in Worte fassen – man muss es einfach erleben.Schlussendlich trennte sich unsere Cocktail-Gruppe gegen 7 Uhr morgens in einem weiteren Club und jeder ging seines Weges. Ein gelungener und sehr witziger Abend denn es eines Tages zu wiederholen gilt!

Freitag, 5. Dezember 2008

Genever / Jenever


Lange führte dieses Produkt ein Nischendasein doch in letzter Zeit rückt der Verwandte des Gins, nicht zuletzt durch dessen Popularität, in den Vordergrund. Angefangen hat es, wie bei einem Großteil der heutigen Spirituosen, einst in einer Apotheke auf der Suche nach einem Heilmittel. In diesem Fall sollte ein Mittel gegen diverse Nierenleiden gefunden werden aber es kam anders.
Die Geschichte geht fast 500 Jahre zurück in die heutigen Niederlande. Dort wurde vermutlich im Jahr. 1550 einst Alkohol mit Wacholderbeeren versetzt. Das genaue Datum ist im Laufe der vergangenen Jahrhunderte nicht mehr genau auszumachen. Genever war einer der ersten Produkte der Destillerie Bols (1575), welche nach eigener Aussage ihr Produkt aus schon vorhandenen Rezepturen erstellte. Hier wird ein Alchemist namens Sylvius de Bouve mit der Wacholdermazeration in Verbindung gebracht was allerdings nicht eindeutig bewiesen ist.
Versetzt mit weiteren Kräutern und Wurzeln begann der internationale Siegeszug des Brandes durch seine nachgesagte medizinische Wirkung. Einen weiteren Zuwachs erfuhr das „Heilmittel“ nach kurzem Einbruch durch ein kriegsbedingtes Destillierverbot in Belgien, im Jahre 1714. Um die Landwirtschaft anzukurbeln durfte ab sofort ein jeder Landwirt sein Getreide zu Alkohol brennen und mit diversen Aromaten versetzen. Als 1830 das belgische Königreich gegründet wurde und es zu einem Wirtschaftswachstum kam fand der Genever in der Bevölkerung ungeahnten Absatz. Um den ansteigenden Alkoholsverbrauch und dessen negative Folgen einzuschränken wurden alsbald Gesetzte verabschiedet, welche die Kleinbrennereien in die Knie zwangen. Gleichzeitig verteuerte der ersten Weltkrieg und ein Ausschankverbot von Alkohol im Jahre 1919 den Genever so sehr das der Markt fast vollständig zusammenbrach. Erst seit den letzten 30 Jahren erholt sich der Genever von diesen Rückschlägen.
Den Grundstoff des Genevers ist ein Kornbrand aus Roggen und/oder Weizen (seltener Mais) sowie gemälzter Gerste. Diese Zutaten werden zusammen mit Wasser und Hefe vergoren um eine Maische zu erhalten. Diese wird in drei Destillationen schrittweise auf einen Alkoholgehalt con ca. 45% gebrannt. Dieser so genannte Moutwijn ist stark malzig was im späteren Verlauf dem Genever seine typischen Getreidearomen gibt. Das ist der wohl größte unterschied zum Gin. Der Moutwijn wird nun zusammen mit dem Wacholder und weiteren Zutaten erneut gebrannt auf ca. 70% Vol. Herabgesetzt auf Trinkstärke kann das Produkt noch mit Zucker angereichert und Fassgelagert werden.
Der bekannteste deutsche Genever ist wohl der Steinhäger welcher bei den Nachbarn im GSA-Blog in zwei Berichten ausgiebig in Drinks getestet und blindverkostet wurde. Als Genever der jüngsten Stunde sei noch die hervorragende Neuauflage aus dem Hause Bols erwähnt. Dieses Produkt überzeugt mich auf der ganzen Linie und sollte in keiner gut sortierten Heimbar fehlen. Ich bin mir sicher das wir in den nächsten Jahren noch einiges über diese Korn-Wacholder-Spirituose hören werden.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

The Ultimate Bar Book


Man könnte eigentlich der Meinung sein es gibt genug Bücher zur Bar in den Buchhandlungen dieser Welt aber man findet doch immer wieder etwas Neues. Seit wenigen Wochen ist das „ultimate bar book“ im Handel und nach einigen positiven Stimmen im Internet machte ich mich am Montag spontan auf die Suche nach diesem Werk. Suchen musste ich allerdings nicht all zu lange da das gesuchte Objekt im Bücherregal kaum zu übersehen ist.
Im Format etwas kleiner als A4 präsentiert sich das schlichte schwarze Buch massiv mit seinen sage und schreibe 815 Seiten und mehreren Kilo Gewicht. Das hübsch bebilderte Werk ist bei all dem Umfang zudem in einer relativ kleinen Schriftgröße verfasst was den Informationsgehalt nochmals deutlich erhöht. Ein solch großes Nachschlagewerk verlangt aus gutem Grund auch nach vier Autoren. Umso erstaunlicher ist der Preis, welcher mit gerade einmal 30 € zu Buche schlägt. (Wortspiel deluxe)
Die große Besonderheit ist die Aufteilung des Warenkunde und des Rezepteteils den dieser nimmt nur ca. 150 Seiten des Buches ein! Knappe 700 Seiten Warenkunde vermitteln sowohl dem Anfänger als auch dem fortgeschrittenen Mixer eine geballte Ladung Barwissen!
Zu Beginn des Buches wird die Geschichte des Alkohols sowie die der Bar aufgezeigt. Gefolgt wird dieser Teil wie in fast jedem Buch zum Thema mit einer Erklärung sämtlicher Werkzeuge und Gläser einer Bar sowie den wichtigsten Zutaten. Interessant zu lesen sind die Tabellen rund um die Bar, beispielsweise über die größten 20 Spirituosenkonzerne, von denen die meisten in einem kurzen Absatz eigens vorgestellt werden. Im nun kommenden Warenkundeteil legte der Autor viel Wert auf die einzelnen Kategorien. Die Getränkegattung der Weinbrände wird alleine auf 80 Seiten beschrieben. Trester- und Obstbrände auf 120 Seiten sowie Vermouth mit 30 Seiten! Die große Gruppe der Likör wird hingegen nur “kurz“ mit den wichtigsten Vertretern erwähnt. In jeder Gruppe wird auf die Geschichte der entsprechenden Spirituose eingegangen sowie auf ihren Ursprungsort und deren Entstehung. Anschließend findet man zu ausgewählten Produkten eine Verkostungsnotiz. Das Buch ist dabei auf dem aktuellsten Stand der Dinge. Zutaten wie Carpano Antica Fomula sind ebenso vertreten wie Pama oder Shochu.
Der am Schluss angesiedelte Cocktail-Teil des Buches ist nichts Besonderes und weist die einen oder anderen Mängel auf. So wird ein Sazerac mit Angostura gemischt anstelle des Peychauds oder ein Ramos Gin Fizz wird gänzlich ohne Zitrussäfte kreiert! Auch der Mai Tai mit Grapefruitsaft und Vanillesirup schmerzt schon beim durchlesen der Rezeptur!
Dieses Buch bietet alles um sich schnell und gründlich über eine spezielle Art von Spirituose zu informieren. Die Rezepte sind größtenteils in Ordnung aber einige Mischungen gehen absolut nicht wie sie in diesem Buch zu finden sind. Dennoch ist das Preis- Leistungsverhältnis für dieses Werk einfach unschlagbar gut! In Kombination mit dem Diffords Guide hat man mit diesen beiden Büchern alles was man benötigt um lange und intensiv zu mixen.

Montag, 1. Dezember 2008

Warmes für die kalte Zeit


Die Tage sind wieder kurz und die Nächte lang. Sonnenschein weicht immer mehr dem Regen, Schnee und der Kälte. Seit dem ersten richtigen Schneefall vor einigen Tagen ist es gewiss: Der Winter hat uns für die nächsten Monate wieder fest im Griff. Schluss mit den Zeiten an denen man mit einem Mint Julep auf der Terrasse sitzt und einfach in den blauen Himmel schaut. Die Anzahl der gemixten Cocktails gehen zurück und machen platz für die wärmenden Getränke der kalten Jahreszeit. Einige davon möchte ich euch vorstellen um hoffentlich gut über den Winter zu kommen.

1. TBT X-Mas Punch
Dieses Rezept habe ich bereits vor einem Jahr gepostet. Als ich diese Mischung das erste Mal ansetzte kam der Punsch so gut in meinem Freundes- und Verwandtenkreis an das ich innerhalb kürzester Zeit so viel Wein verbraucht habe wie die letzten Jahre nicht. Die letzte Woche kostete zwei weiteren Flaschen Rotwein das Leben.

2. Cappuccino und Liköre
Der Name ist Programm. Für Freude des Kaffees empfiehlt es sich einen Cappuccino mit Sahnelikören aufzupeppen. Ob Amarula, Baileys oder Tribe spielt dabei keine Rolle. Einfach 5 cl des Gewünschten Likörs in den Kaffee geben und fertig. Für einen After-Eight-Kaffee je 2 cl Creme de Cacao und Creme de Menthe hinzufügen.

3. Hot Buttered Rum (Triobar)
Dieser Drink erfreut sich seit Jahren der größten Beliebtheit im Cocktailforum. Verdanken können wir das ganze unserer geschätzten Triobar in Berlin. In ein Glas (ca. 25 cl) kommen dazu 6 cl Rum (Old Monk 7) sowie zwei Teelöffel Vanillezucker und eine Prise Zimt. Das Glas mit Apfelsaft auffüllen und in der Mikrowelle erhitzen. Anschließend eine Butterflocke auf das Getränk geben und servieren. Ein Traum und durch die schmelzende Butter unglaublich weich und rund im Geschmack. Wer das Rezept in einem Topf in größeren Mengen herstellen will sollte anstelle des Zimtes mehrere Pimentkörner oder Zimtstangen nehmen.

4. Blitzpunsch
Wie der Name schon sagt ist dieser Punsch sehr schnell zubereitet. Den Saft einer halben Zitrone, 1 Barlöffel Puderzucker, 5cl Whiskey (Rye) und 1 cl Eau de Vie in einen Becher geben und mit kochendem Wasser übergießen. Fertig!

Donnerstag, 27. November 2008

Metaxa Aen


Die griechische Erfolgsmarke Metaxa hat ihren 120. Geburtstag zusammen mit vielen prominenten Gästen im Ballsaal des Berliner Hotel de Rome gefeiert. Anlässlich des Jubiläums präsentierte Metaxa dem ausgewählten Publikum den neuen und limitierte Metaxa Aen.
Unter den Augen von Spyros Ghikas dem Managing Director von Metaxa, und dem griechischen Botschafter Anastassios Kriekoukis enthüllten goldene Akrobaten den Dekanter dieses edlen Tropfens. Anschließend führte Konstantinos Raptis, Master Blender von Metaxa, eine Verkostung des Weinbrandes durch. Zum Abschluss des Programms versteigerte das griechische Traditionshaus im Rahmen einer Charity-Auktion zu Gunsten „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.“ den Aen Dekanter mit der Seriennummer 002 für einen guten Zweck.
Metaxa Aen verkörpert die Vermählung von mehr als 200 verschiedenen und bis zu 80 Jahren alten Destillaten aus dem Metaxa-Fass Nr. 1. Dieses Fass, auch als „Spyros Fass“ bekannt, ist nach dem Gründer Spyros Metaxa benannt und trägt sein Vermächtnis in sich. Nur die feinsten Destillate gelangen in dieses Fass und werden zuvor von dem Kellermeister persönlich ausgewählt. Somit symbolisiert das Fass das Herz des griechischen Brandes, als eine Quelle des Lebens, der durch die Kunst der Kellermeister fortwährend neues Leben eingehaucht wird. Aus diesem Grund hat man das Produkt „Aen“ genannt: Aen ist die altgriechische Bezeichnung für „ewig“ und steht für den endlosen Zauber des antiken Griechenlands. Jede Flasche enthält einen Tropfen aus diesem Fass. Aen ist das erste Produkt, das sich komplett aus dem Inhalt dieses Gefäßes schöpft.
Analog zu dem Gründungsjahr 1888 werden weltweit 1.888 Dekanter aus handgefertigtem Sevrès-Kristall und einem handbemalten, individuell geformten Aufsatz aus 20 Karat Gold versiegelt. Jeder Dekanter besitzt eine eigene Seriennummer und wird mit einem Echtheitszertifikat des Kellermeisters versehen. In Deutschland wird eine streng limitierte Anzahl exklusiv bei Karstadt und im KaDeWe erhältlich sein.

Dienstag, 25. November 2008

Melasse und Melassezucker


Dieses Nebenprodukt fällt bei der Produktion von Zucker aus Zuckerrohr sowie der Zuckerrübe an. Es ist dunkel wie Teer, zäher und süßer als Honig und klebt besser als so mancher Leim im Baumarkt. Melasse ist bei uns zulande nur schwer zu bekommen und nach langer Suche wurde ich doch noch fündig. Meist als Backzutat verwendet wird dieses aus ca. 60% Zucker bestehende Produkt in der europäischen Küche so gut wie gar nicht verwendet. Von dem Zucker abgesehen finden sich noch eine Vielzahl gesunde Bestandteile wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelemente in dem fast schwarzen Gemisch. Der Geschmack lässt sich am besten beschreiben als eine Mischung aus Honig und Lakritz mit einigen Röstaromen.
Melasse ist hinter der Bar meist nur in weiterverarbeiteter Form und in Flaschen abgefüllt zu finden. Mit Wasser und Hefe versetzt entsteht eine Maische welche nach der Destillation Rum genannt wird. Wer sich in den weiten des Internets auf die Suche macht wird auch das eine oder andere Rezept finden in dem der Zuckerabfall in Cocktails und Drinks vermixt wird. Erwähnen möchte ich vor allem ein Verwendungsmethode wie ich sie auf dem diesjährigen Barconvent in Berlin entdecken konnte. Ian Burrell, der britische Rum-Botschafter, verwendete in einem seiner Cocktails eine Kombination aus Melasse und Rohrzucker. Werden diese beiden Zutaten miteinander vermischt entsteht ein klebriger und sehr aromatischer Zucker. In Kombination mit (Rum-) Cocktails kann auf diese Art und Weiße eine angenehme Würze erzeugt werden die den Drink ein gewisses Etwas gibt– so geschehen bei einem von mir getesteten Rum Sour mit Appleton V/X, Limettensaft und Melassezucker. Wer nun auch auf die Idee kommt Melassezucker zu mischen muss vorallem darauf achten das er nicht irgendwo an der Bar kleben bleibt...

Sonntag, 23. November 2008

Hate to make

Der Artikel aus dem San Francisco Chronical ist zwar schon ein wenig älter aber ich habe ihn noch nicht gekannt und bin per Zufall darüber gestolpert. LINK

Es gibt mit Sicherheit Drinks die ein Bartender hasst, aber schlussendlich gehören auch diese Getränke zu seiner Arbeit. Man kann sich’s leidern nicht aussuchen. Im Gegenzug muss der Gast das nötige Verständnis mitbringen wenn die Zubereitung länger dauert oder der Bartender hinter dem Tresen nicht jedes Rezept des Planeten kennt. Hauptsache die Qualität stimmt…

Donnerstag, 20. November 2008

Original Caipirinha


Das Nationalgetränk von Brasilien. Jeder kennt ihn und schon fast jeder hat in zumindest schon einmal getrunken. Nur die Wenigsten wissen allerdings das der „normale“ Caipi nicht sehr viel mit dem brasilianischen Original am Hut hat. Ursprünglich wurde das Getränk viel von Bauern auf dem Land getrunken worauf auch der Name zurückzuführen ist. Abstammend vom brasilianischen Wort Caipira und der Endung –inha, welches eine Verniedlichung von „klein“ darstellt. Ergo Caipirinha = kleiner Caipira.
Ein Caipi besteht aus lediglich drei Zutaten: frische Limette, Zucker und Cachaca. Wobei sich das südamerikanische Original keineswegs nur auf Limetten beschränkt. Dort bekommt man je nach Wunsch seinen Cocktail auch mit anderen frischen Früchten z.B. mit Mango. Hier fällt die Zitrusfrucht komplett weg. Bestellt man hierzulande einen Caipirinha mit Mango ist mit Sicherheit dennoch eine Limette vorhanden und es wird nur ein Schuss Mangosaft hinzugegeben.
Besonders Wichtig ist die Auswahl der richtigen Spirituose. Lediglich der Cachaca kommt hierfür in Frage. Dieser Verwandte des Rums sollte keinesfalls mit normalem Rum verwechselt werden. Dieser wird aus Melasse destilliert während der Cachaca direkt aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Durch diesen Unterschied entsteht ein eigener Charakter im Brasilen-Brand der für den Fruchtcocktail sehr entscheiden ist. Das führende deutsche Destillat für den Caipi ist dabei keineswegs zu empfehlen! Spritig und scharf ist das Produkt mit dem Krebs auf dem Etikett der schelchteste Cachaca denn ich persönlich kenne. Sagatiba, Armazem Vieira oder Velho Barrairo eigen sich deutlich besser für den Zweck des Cocktails.
Auch der bekannte braune Rohrzucker den jeder aus seinem Drink kennt gehört hier nicht hin. Im Original verwendet man weißen Rohrzucker. Dieser ist feinkörniger und löst sich besser im Caipi auf als die braune Variante. Somit ändert sich das Geschmacksbild des Getränkes erneut und man beißt nicht bei jedem Schluck auf den groben Kristallen herum. Ich persönlich nutze ganz normalen Zucker wie er in jeder Zuckerdose Deutschlands zu finden ist. Ob die Süße nun aus Zucker des Rohres oder der Rübe kommt sollte nicht entscheidend sein.

Zubereitung der Caipirinha

1. Eine Limette reinigen in Scheiben scheiden, keine Achtel, und in ein Mixingglas geben. Das hat den Vorteil das die Frucht nicht mit einem Stößel ausgedrückt werden muss. Dies geschieht in der weiteren Zubereitung von alleine. (siehe Punkt 6)
2. Weißen Zucker nach eigenem Geschmack über die Limettenscheiben streuen. 1-2 Teelöffel reichen locker aus um den Drink zu süßen.
3. Das Glas randvoll mit möglichst kalten Eiswürfeln füllen. Je kälter desto besser da dieselben Würfel später auch den Caipi kühlen. Das übliche Crushed Ice ist keine Alternative! Es verwässert den Drink zu schnell was ihn untrinkbar macht.
5.6 cl Cachaca hinzufügen. Je besser die Qualität desto mehr kann in der Regeln benutzt werden und das Ergebnis ist immer noch schmackhaft.
6. Alles gut shaken – nicht rühren! Durch das shaken werden die Zutaten sehr schnell kalt, der Zucker löst sich gut auf und die Limettenscheiben werden durch die Eiswürfel von alleine ausgedrückt.
7. Den Inhalt des Shaker in das eigentliche Gästeglas umfüllen. Ein Trinkhalm ist nicht notwenig aber schadet auch nicht. Er hat den Nachteil das man nicht aufgelöste Zuckerkristalle die am Glasboden absinken immer im Mund hat – ich find das störend.
8. Zurücklehen und einen richtigen brasilianischen Caipirinha genießen. Saúde! (Prost)

Dienstag, 18. November 2008

Bar Hamburg, Hamburg

Nicht unweit vom bekannten Atlantic-Hotel entfernt befindet sich in einer kleinen Nebenstraße die Bar Hamburg. Eine hübsche Bar an der Alster mit interessanten Details.
Nach der Eingangstür betritt man zuerst einen verglasten Steg der direkt zur Bar führt. Links und rechts davon sieht man ein Stockwerk tiefer in einen weiteren Gästeraum. Die Bar ist in die Mitte des Raumes gebaut so das sich die Thekenplätze auf drei Seiten verteilen. Dunkles Holz verbindet sich im ganzen Raum mit dem Schlichten Beton der Säulen und der Wände. Eine gemütliche Atmosphäre entsteht durch das dunkle, gelbliche Licht. Daneben ist der Raum noch groß genug um ein Teil mit bequemen Ledersesseln und Tischen auszustatten. In einem Nebenraum dürfen es sich Raucher gemütlich machen mit einer sehr groß geratenen Designerlampe. Gut das dieses Gerät bis zum Minimum gedimmt ist. Weiter geht es über eine Treppe in den Keller. Dort befindet sich neben den Toiletten auch der zuvor erwähnte Raum den man vom Steg aus sieht. Dessen Wände sind mit Vorhängen verkleidet so das man vollständig vergisst sich im Subterrain des Gebäudes zu befinden. Blaue Sofas laden dazu zum verweilen ein. Weinklimaschränke sowie ein begehbarer Humidor runden das Kellergewölbe ab, welches perfekt ausgeleuchtet wird.
Das überaus großzügige Spirituosenangebot sollte jeden glücklich machen. Neben den Standards findet man von jeder Flüssigkeitsart noch eine Vielzahl von Premiumprodukten. Das Herz eines jeden Wodka-Fans wird höher schlagen beim Anblick der geschätzten 60 Sorten des Destillates. Die Getränkekarte bietet eine gute Mischung aus modernen und klassischen Cocktails und ist ebenfalls sehr üppig. Die Drinks werden schnell und nach persönlichen vorlieben zubereitet von dem freundlichen Personal. Die Qualität der Getränke ist gut und nicht zu beanstanden.
Wer sich an der schönen Alster befindet sollte am Abend auf einen Sprung in der Bar Hamburg vorbeischauen. Nebst interessanter Architektur und Ausstattung bekommt man hier auch gute Cocktails zu fairen Preisen.

Sonntag, 16. November 2008

The Bitter Truth: Repeal Bitters


Wer sich im Newsletter der Bitter-Truth-Manufaktur befindet wird auch vor einigen Wochen eine Email erhalten haben in der von drei neuen Produkten die Rede ist. Als erstes zeigte sich, wie schon zu erwarten, der Blue Sloeberry Gin 2008 in den Katalogen. Kurz danach war die Rede von einem alten Rye-Whiskey was sich auch kurz nach den Gerüchten bestätigen sollte. Diese beiden Flüssigkeiten werden in Kürze an den bekannten Stellen erhältlich sein. Ein Rätsel blieb das „Dritte Produkt“ – bis jetzt! Man beachte nun bitte den Repeal Bitters!
Dieses Extrakt wird es nur in einer limitierten Auflage und für kurze Zeit geben. Die kleine Flasche gedenkt an das 75-jährige Ende der amerikanischen Prohibition am 5. Dezember 1933. Dieser Tag wird von den Mixologen weltweit auch als Repeal Day gefeiert. Dank den Verbot-Gesetzten von 1919 wurde der Alkohol großflächig verbannt und nur noch in Form von Medikamenten und Bitters, welche auch in diese Kategorie gefallen, erlaubt. Dementsprechend hoch war plötzlich der Absatz dieser „Medizin“. Als der Alkoholausschank nach 14 Jahren wieder legal wurde gerieten die kleinen Flaschen mit den Bitters in Vergessenheit, bis Sie vor wenigen Jahren ihrerseits ein Comeback feierten.
Das Etikett des neuen Berg&Hauk-Medikaments ist einer klassischen Zeitung nachempfunden und gedenkt mit seinem Text an die von mir oben erwähnten Ereignisse. Wie immer mit 150 ml abgefüllt hat das Produkt einen Alkoholanteil von stolzen 42%. Auffallend ist die relativ helle Farbe des Tonikums. Bernstein und leicht goldfarben präsentiert sich der Aromatic im Gegensatz zum gewohnten Dunkelbraun, wie man es meist erwartet. In der Nase dominieren vor allem Aromen von Zimt, Bitterorangen und Weihrauch. Sehr harmonisch im Geruch, welcher allerdings nicht viel mit dem Geschmack am Hut hat. Hier fällt einem zuerst die sehr starke Bitterkeit auf. Diese ist geprägt mit viel Kardamom und Curacao-Schalen. Im Nachklang finden sich wiederum der Zimt sowie Spuren von Karamell. Es entsteht ein schwer zu beschreibendes Geschmacks-Feuerwerk auf der Zunge hinter dem sich noch eine gewisse Fruchtigkeit verbirgt. Die Botanicals sind leider nicht auf der Flasche vermerkt aber wenn ich raten darf: Kardamom, Pomeranzen, Quassia, Catechu, Kalmus, Zimt.
Der Repeal Bitters wird sich, dank seiner Würzigkeit, ganz hervorragend für klassische Cocktails wie den Brandy Crusta eignen aber muss mit bedacht eingesetzt werden. Er ist sehr dominant und kann andere Aromen sehr schnell überlagern. In dem von mir getesteten Vermouth-Cocktail macht sich das Produkt außerordentlich hervorragend! Der Bitter ist eine tolle Sache um das bestehenden Sortiment mit einem neuen Aroma aufzupeppen und erhält von mir eine klare Empfehlung. Erhältlich ist das ganze ab Repeal-Day 2008.
Anmerkung: Soeben schreib mit Stephan das sich der Bitters aus 20 Botanicals zusammensetzt. Jede Zutat wurde seperat extrahiert und hinterher gemischt was die Herstellung sehr aufwendig gestalltet. Die betont bittere Note ist eine kleine Anspielung an die bitteren Resultate der Prohibition. Kriminalität, verschwinden unzähliger Marken und eine brachliegende Trinkkultur in den Staaten. Ein wichtiger Aromageber waren Hibiscusblüten, die sich aber erst in Nachklang ins Bewusstsein schleichen. Ich persönlich schmecke die Blüten nicht heraus aber das erklärt unter anderem die leichte Fruchtigkeit. Die Ursprungsidee zu den Repeal Bitters war eigentlich eine Abfüllung von Abbotts ähnlichem Elixier was aber verworfen wurde aufgrund von Tonka-Bohnen, welche nicht in allen Ländern erlaubt sind. (In Deutschlands übrigends auch nur unter Einschränkungen) Der Repeal Bitters ist auf wenige Flaschen limitiert, wovon ein Großteilin die USA gehen werden. Eine zweite Edition wie beim Decanter-Bitter wird es laut Herr Berg definitiv nicht geben.

Freitag, 14. November 2008

Kriminelle Machenschaften

Zwei Gauner treffen sich im Park und unterhalten sich über ihre letzten Aktionen. Einer der beiden berichtet ganz stolz: „Du, letzte Woche habe ich eine Bar überfallen und den Ganzen Alkohol geklaut!“ Darauf der andere ganz erstaunt: „Nicht schlecht! Aber was hast du mit den Unmengen an Alkohol gemacht?“
„Ist doch klar das hab ich unter der Hand weiter verkauft um Kohle daraus zu machen!“ Fragend schaut ihn der Zweit an „Und was hast du dann mit dem ganzen Geld gemacht?“ „Das hab ich versoffen!“

Mittwoch, 12. November 2008

Skyy Flair Global Challenge Finale


Monte Carlo, Inbegriff für Glamour und Stars, war in diesem Jahr Austragungsort des weltweiten Finales der zweiten Skyy Flair Global Challenge, die am 8. November 2008 stattfand. Zunächst traten die 18 lokalen Sieger gegeneinander an, aus denen sich dann die sechs Finalisten qualifizierten. Am Abend um 21 Uhr ging es dann in die letzte Runde des Wettbewerbes. Die Türen des neuen Moods Clubs im Herzen der Nobelstadt, zwischen Café de Paris und Place de Casino, wurden geöffnet. Alle sechs Teilnehmer boten an diesem Abend spektakuläre Flair-Bartending-Shows, die sowohl das Publikum, als auch die Jury aus WFA (World Flair Association) Mitgliedern, in ihren Bann zog. Final überzeugte Mitsuhiro Kanashiro (Bild Mitte) aus Tokio, Japan, der Flaschen, Shakern und sämtlichen Zutaten ein Eigenleben zu verschaffen schien. Dazu bewegte er sich in atemberaubender Geschwindigkeit über die Bühne und präsentierte eine außergewöhnliche Choreografie. Nach diesem gelungenen Auftritt freut er sich über das gewonnene Preisgeld von 7000 $. Auf den 2. Platz schaffte es der Vorjahressieger Christian Delpech aus Argentinien. Dea Min Kim aus Süd-Korea belegte Platz 3.
Für Deutschland ging Levent Yilmaz (im Bild rechts) aus Planckstadt an den Start, der im September in München mit seiner Flair-Bartending-Show überzeugte und sich damit für das weltweite Finale qualifizieren konnte. Er belegte in Monte Carlo einene guten 4. Platz. Nach der Siegerehrung ging es weiter in Monte Carlos Nachtleben, wo das Finale und deren Teilnehmer gebührend gefeiert wurden. Glückwunsch an alle Gewinner des Events!

Montag, 10. November 2008

Mixology Monday: Made from scratch

Es brodelt und dampft in den geheimen Mixology-Laboratorien dieser Welt. Tinkturen werden gemischt und Extrakte tropfen von einem Becher in den anderen. Immer auf der Suche nach der harmonischen Zutat. Heute ist Mixology Monday und die erwähnten Neuschöpfungen kommen aus dem Labor direkt in das Glas. Der Pegu-Blog fordert die Cocktails „made from scratch!“ Eine Mixtur mit einer selbst hergestellten Zutat, egal ob Spirituose, Likör oder Sirup.
Das sollte mir einfach fallen da ich hier die ein oder andere Zutat in meinem Selfmade-Regal. Habe. (die Zutaten sind selber gemacht – nicht das Regal) Nur wer die Wahl hat, hat die Qual. Ich könnte eine von meinem Sirupsorten nehme oder einer der Liköre aber ich verbleibe bei einer Tequila-Infusion die ich über alles schätze. Ein Reposado, aromatisiert mit frischen Vanilleschoten. Dazu nutze ich einen einfachen Sauza Hornitos in dem zwei der aromatischen Orchideenfrüchte für Wochen eingelegt wurden. Die Farbe ändert sich in den nächsten Tagen von Gold in Dunkelbraun und gewinnt täglich an Aroma. Ich liebe Vanille über alles und wie das Photo dieses Beitrags beweist kann man davon auch nie zu viel im Haus haben… Ursprünglich kommt Vanille aus Mexiko wo die Ausfuhr bis 1810 unter Todesstrafe stand. Aufgrund der optimalen Klimabedingungen wird das Gewürz heutzutage meist auf Madagaskar, Le Reunion und Mauritius oder den Komoren angebaut. Nur hier dürfen sich die Früchte Bourbon-Vanille nennen. Der Anbau ist trotz neuer Techniken nach wie vor Zeit- und Arbeitsintensiv. So muss zum Beispiel jede einzelne Blüte mit der Hand bestäubt werden da auf den Bourbon-Inseln die nötigen Insekten nicht existieren. Den hohen Preis verdanken wir unter anderem auch dem Softdrinkhersteller Coca Cola, welcher einen Grossteil der Welternte für seine Produkte benötigt.
Am besten eignet sich der Tequila mit den kleinen schwarzen Punkten für einen klassischen Margarita oder auch die modernere Tommy´s-Variante.

Tommy´s Vanilla Margarita

6 cl Vanilla-Tequila
3 cl frischer Limettensaft
2 cl Agavensirup

Alle Zutaten ausgiebig mit Eis shaken damit sich auch der hartnäckige Agavensirup komplett auflöst. Den Drink in eine gekühlte Schale abseihen und genießen. Wer den Preis für Vanille scheut sollte einmal Madavanilla einen Besuch abstatten. Erstklassike Ware zu unschlagbaren Preisen!

Sonntag, 9. November 2008

Qualitätsbewusstsein


Vor nicht all zu langer Zeit saß ich in einer Bar, unterhielt mich mit dem Bartender und orderte Gin & Tonic. Allerdings wollte ich nicht den Gin der standardmäßig ausgeschenkt wurde sondern ein höherwertigeres Produkt aus dem Backboard. Nachdem mich der Herr hinter dem Tresen aufgeklärt hat dass dieser Drink aber teurer wird, ich mit dessen aber bewusst war, sagte ich nur das ich dafür auch einen höherwertigeren Drink bekomme. Die schlichte Antwort auf meine Aussage: „Ist doch egal – zum mixen und mischen geht der normale doch auch..“ Diese Aussage dürfte wohl einer der größten Fehler in einer jeder Bar sein. Eine kurz darauf folgende Diskussion gab noch den einen oder anderen Gedanken frei. Was ist denn eine hochwertige Spirituose? Wann sollte man ein Produkt kaufen oder nicht kaufen? Bis zu welchem Betrag macht eine Anschaffung Sinn? Fragen über Fragen.
Fakt ist: You get what you pay for! Wer eine billige Spirituose kauft braucht keine hohe Qualität erwarten. Hochprozentiges unter 10 € ist sein Geld im Normalfall nicht wert. Die Zutaten in der Produktion sowie die gesamte Herstellung dieser Wässerchen müssen dem entsprechend natürlich so niedrig wie möglich sein. Am Anfang der Preisskala bringen kleine Erhöhungen eine große Zunahme an Qualität. Ein Beispiel von dem ich einmal gelesen habe macht dies deutlich: Für einen 5€-Wodka stehen z.B. 50 Cent zur Destillation zur Verfügung. Bei einem 10€-Wodka können das schon 2€ sein. Ergo steht für den doppelten Preis das vierfache Geld zum Brennen bereit was der Qualität zu gute kommt.
Je höher der Preis wird desto kleiner wird der Anstieg allerdings – Das Preis-/Leistungsverhältnis gerät aus den Fugen. Wann diese unsichtbare grenze durchschritten wird muss jeder für sich selbst entscheiden. Meiner Meinung nach nimmt die Qualität bis zu 50 € stetig zu und mehr würde ich für Mix-Zutaten nicht ausgeben. Für Premiumprodukte zum puren Genuss bin ich auch bereit bis zu 120 € für eine Flasche zu zahlen. Darüber hinaus ist der stark ansteigende Preis nicht mehr mit der hohen Qualität zu rechtfertigen. (Falls sich jetzt jemand in den Kommentaren beschweren will das ich auch teurerer Zutaten in meiner Bar stehen habe: Das zählt zur Kategorie Sammlerleidenschaft und die muss nicht rational erklärt werden)
Es gibt natürlich auch Ausnahmen und teuer muss nicht gut sein. Anstelle eines Bacardi Superior (1L ca. 17 €) den man fast überall findet ist man deutlich besser Beraten einen Appleton white (1L ca. 15 €) zu kaufen. Es ist also sogar möglich mit erhöhter Qualität Geld zu sparen. In einer Bar ist das selbstverständlich nicht ganz so einfach. Eine teurere Spirituose mindert den Gewinn oder hebt die Endpreise für den Gast. Dies kann nun zu Einbusen führen durch verminderten Umsatz oder auch zu einem Anstieg wenn sich der Gast der Qualität bewusst ist. Die Aufgabe des Bartenders ist es dieses Bewusstsein seinen Gästen zu erläutern. Wenn das Verständnis dafür vorhanden ist wird der Gast auch bereit sein 50 Cent mehr in ein gefülltes Glas zu investieren. Ich bin davon überzeugt, dass man in jeder Bar, durch kleine Änderungen, in der Spirituosenauswahl einiges bewirken kann wenn man sich nur an andere Produkte herantraut. Die Modifikation des Galliano-Likörs dürfte das beste Beispiel sein – Veränderungen fanden statt, Qualität wurde erhöht, das Produkt akzeptiert. Der Absatz des Kräuterlikörs wird mit Sicherheit ansteigen
Gute Cocktails müssen nicht unbedingt viel teurer sein aber können deutlich besser werden. Die Gäste werde es zu schätzen wissen.

Mittwoch, 5. November 2008

Citrus-Pressen im Vergleich


Da der Bitters-Blog unerwartet von uns gegangen ist, (wann findet eigentlich die Heiligsprechung statt?) er uns aber noch einen Bericht schuldig ist, bin ich einfach einmal so frei und übernehme diese überaus ehrenvolle Aufgabe. Seit dem BCB bin ich ebenfalls Besitzer der Limettenpresse 00713 des Hamburger Barausstatters APS. Der Unterschied zwischen den momentan erhältlichen Quetschen ist doch deutlich vorhanden.
Wie schon von Jörg erwähnt ist das Gerät an sich aus Aluminium. Dies gilt leider nicht für den Stift der die beiden Teile am Scharnier zusammen hält. Diese besteht aus einer Messinglegierung und Stahl welcher leider die schlechte Angewohnheit hat zu rosten! Es stört zwar nicht sonderlich aber ist doch unglücklich konstruiert für ein Werkzeug das immer mit Flüssigkeiten in Berührung ist. Des Weiteren ist der Spielraum der beiden Pressenteile viel zu groß und wackelt daher am laufenden Band. Auf dem Bild ist unten am Griff auch der daraus resultieren Versatz zu erkennen. An der Optik hätte man auch etwas mehr machen können. Die Oberfläche ist relativ grob und zeugt von der Bearbeitung des Gussteiles. Nichts desto trotz funktioniert die Presse einwandfrei. Limetten passen problemlos währen größere Zitronen gerade noch hineinpassen.
Hierfür eignet sich hervorragend das Kombimodell für beide Früchte. Ebenfalls aus Metall aber ordentlich lackiert ist dieses Gerät auch etwas für das Auge. Alles ist passgenauer gefertigt als bei der Aluvariante. Je nach Verwendungszweck wird ein großer oder ein kleinerer Kegel benutzt um an den Saft zu kommen. Die Funktion ist auch bei diesem Modell bestens gegeben.
Mein Favorit ist allerdings nicht als solches im Handel erhältlich. Die Patron-Presse findet sich nur zusammen mit den entsprechenden Tequila in einer Geschenkverpackung und ist hier rechts auf dem Bild zu sehen. Optisch sehr ansprechend und gut in der Hand liegend gibt es hier keinen einzigen Makel. Die Einzelteile sind sehr genau gefertigt und bestens verarbeitet. Die Presse ist sogar groß genug um die von mir geschätzten Saftorangen aufzunehmen. (Diese Sorte ist etwas größer als eine Zitrone aber noch deutlich kleiner als normale Orangen und sehr aromatisch)
Der Preis von 55 € scheint zwar hoch weil man den Tequila kaufen muss, aber da der Patron silver ebenfalls ein gutes Produkt ist spricht hier doch nichts dagegen. Wer eine Citruspresse braucht sollte definitiv zum Patron-Modell greifen und dies sofort anhand einer Tommys Margarita testen. Ein weiters Zitrussaft-Extrusionsgerät habe ich bereits vor vier Wochen hier vorgestellt.

Dienstag, 4. November 2008

Difford: Cocktails Made Easy

Der Digital Diffordsguide ist in einer neune Ausgabe online gegangen. Unter anderem werden Berliner Bars bewertet und Simon Diffords neues Buch „Cocktails Made Easy“ wird vorgestellt welches bereits unter anderem bei Amazon erhältlich ist. Dieses Buch darf nicht mit dem „normalen“ Guide verwechselt werden der ebenfalls in Kürze in einer neuen Version in den Handel kommt.
In „Cocktails Made Easy“ sind lediglich Rezepte gelistet die mit 14 Key Ingredients, den Grundzutaten zu mixen sind. Somit richtet sich diese Rezeptesammlung vor allem an Personen die am Anfang ihrer Heimbar stehen oder die nur wenige Zutaten einkaufen möchten um viel zu experimentieren. Im Standart-Diffordsguide werden die 14 Grundspirituosen ebenfalls gelistet und sind im weiteren Verlauf gesondert im Buch gekennzeichnet. Somit handelt es sich beim „Cocktails Made Easy“ wohl nur um eine Art Lite-Version des großen Buches allerdings schon auf Basis des erst am 1. April erscheinenden 8er Guide. Gelistet werden über 500 „Key“-Rezepte im Easy-Buch während im Guide 7 lediglich 450 Mixturen gelistet sind.

Montag, 3. November 2008

Musik in der Bar / Barmusik


Was wäre eine Bar ohne passende Hintergrundmusik? Ohne die leisen Töne im Hintergrund entsteht eine geradezu störende Stille, nur unterbrochen von den sich unterhaltenden Gästen und dem arbeitenden Personal. Aber was ist der richtige Sound für die richtige Kulisse? Die Musik muss der Bar angepasst sein. In einer sehr klassisch angehauchten Bar sollte beispielsweise keine Lounge-Musik gespielt werden. Hier passen am besten Jazz-Stücke zum Ambiente. Bietet eine Barkarte nur Tiki-Drinks macht es genau so wenig Sinn das ganze mit Jazz zu untermalen. Der Klang aus den Lautsprechern einer Bar ist dann richtig gewählt wenn man zwar weis das er da ist, man in aber nicht bewusst wahrnimmt.
Da ich schon das eine oder andere Mal gefragt wurde welche CDs bei mir im Hintergrund laufen möchte ich hier nun meine persönlichen Favoriten aufzählen. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich wie schwer es ist aus dem großen Angebot die richtigen Platten zu finden.
Zum Thema Lounge-Musik finde ich die CDs der Bar Lounge Classics und der Campari Lounge ganz in Ordnung. Es geht allerdings nichts über den grandiosen Sound der Thievery Corporation. Die beiden DJ´s schaffen eine Klangwelt die einzigartig ist. Ein gelungener Mix aus Lounge, Weltmusik und Reggae. Besonders empfehlenswert halte ich die Alben Radio Retaliation, The Cosmic Game, The Mirror Conspiracy und The Outernational Sound.
Für die ruhigen und gemütlichen Jazztöne sorgt bei mir eine Kollektion mit einem unschlagbarem Preis-/Leistungsverhältnis. Uninsquaremusik bietet hier meist 4er Set´s zu je ca. 10€ an. Ich bin im Besitz der Simply Jazz, Simply Late Night Jazz, Simply Smooth Jazz und meinem Liebling der Simply Dinner Jazz Box. Diese Sets bietet Musikgenuss für ca. 20 Stunden.
Wenn in einer Bar ein Sänger nicht fehlen darf dann ist dies wohl Frank Sinatra. In diesem Zusammenhang sollte auch das Rat Pack genannt werden sowie Ray Charles. Wer sich nicht eine Unmenge von Cd´s zulegen will kann sich ansonsten auch unter eine fast unendlichen Zahl von Internetradiosender den passenden aussuchen. Gute Sender zu Jazz, Lounge und Chillout finden sich unter anderem bei Digitally Imported. Dazu einfach einen Sender unter „Listen now!“ auswählen und los geht’s.
Ich würde mich freuen wenn ihr weitere Bands, Sänger, DJ´s und Sampler in die Kommentare schreiben würdet.

Samstag, 1. November 2008

Good bye Bitters-Blog

An dieser Stelle ein ganz großes Danke nach HH!
Und an dieser Stelle nach München!
Ich hab euch beiden viel zu verdanken und ohne den Bitters-Blog würden auch die Cocktailwelten nicht existieren! Ihr habt mich für meinen Blog stets inspiriert und mir viel zum Thema der Bar gelehrt. Danke für die letzten zwei Jahre der gehobenene Barkultur! Cheers!
Ich bin mir eh sicher daß das nicht das Letzte war, was man von euch lesen wird und ich würde euch hiermit gerne den Titel des "Ehren-Moderators" der Cocktailwelten verleihen!

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Rum Trader - Berlin


Auffällig und doch unscheinbar – so repräsentiert sich der Rum Trader von außen durch seine schlicht geflieste Außenfassade und den goldfarbenen Eingang. Seit über 30 Jahren ist dieser Raum eine Institution in Berlin und schon eine Legende in der Barwelt. Das „Institut für fortgeschrittenes Trinken“ findet sich inmitten der Metropole in der Fasanenstraße 40.
Ich habe schon viel über diese Bar gehört und wusste das sie klein ist aber diese Größenverhältnisse hatte ich dann doch nicht erwartet – der Rum Trader ist wirklich klein und ab 15 Personen wird es tatsächlich eng vor dem Tresen. Die Wände sind dunkelgrün gestrichen und werden von orangefarbenen Hängelampen in ein mildes Licht getaucht. Die Möbel sind allesamt dunkel und im Stil der 60er Jahre gehalten. Alles in diesem Raum ist noch original und besteht seit Anbeginn der Bar. Aus den Lautsprechern tönt leise 30er-Jahre Musik was perfekt zum Ambiente passt. Man könnte auch sagen der Rum-Trader ist eine Zeitmaschine in die Mitte des letzten Jahrhunderts.
Die Spirituosenauswahl beschränkt sich (wie der Name schon verrät) größtenteils auf Rum aber das konsequent. Alles ist vertreten vom einfachen Bacardi Superior bis hin zu Raritäten wie den 1977er Trois Rivieres. Die Drinks sind allesamt in Ordnung und ohne Makel aber keineswegs überragend. Trinkfest sollte man allerdings sein den der Zuckerbrand wird sehr großzügig in Cocktails und Co verarbeitet
Wer jedoch in den Trader geht macht dies nicht primär der Drinks wegen sonder wegen den Besitzer Gregor Scholl. Ein Garant für geistreiche und charmante Konversation über Gott und die Welt. Stets mit Weste, Fliege und einer Taschenuhr ausgerüstet lässt sich stundenlang mit Herrn Scholl in gepflegter Ausdrucksweise über alles Mögliche diskutieren.
Diese Bar ist schon etwas ganz spezielles und wer in Berlin ist sollte zumindest einmal im Rum Trader vorbei schauen. Im Cocktailforum gibt es das Zitat: „Entweder man hasst diese Bar oder man liebt sie“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich für meinen Teil werde wieder einmal auf einen Mai Tai vorbeischauen.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Eiskugeln und Eiskugelformen


Es gibt mehrere Möglichkeiten diese kalten Gebilde zu formen. Ich selbst hab schon ein wenig damit experimentiert. Die Vorteile einer Kugel gegenüber Würfeln liegen auf der Hand. Die relativ kleine Oberfläche kühlt super ohne jedoch übermäßig zu verwässern. Bei einem Durchmesser von 6 cm und mehr hält sich eine Kugel auch eine Stunde im Glas. Des Weiteren schaut so ein Ding in einem Tumbler mit demselben Durchmesser einfach super aus im zum Beispiel Old Fashioned oder einfach nur in einem Drink "on the rocks".
Leider ist es nicht ganz so einfach eine Kugel zu bekommen. In Japan werden sie traditionell aus einem großen Würfel geschnitzt was leider viel zu zeitintensiv ist. Eine tolle Alternative bieten die Schmelzformen, welche aber mit über 1000 € in keinem Preis-/Leistungsverhältnis stehen. Ein weiteres Problem ist die Ausdehnung des Wassers beim gefrieren, da die Kugeln aus einem Stück gefroren meist Risse bekommen. So hab ich schon (erfolglos) versucht zwei Halbkugel miteinander zu verbinden. Momentan nutze ich Dekokugeln aus dem Hobbyladen in denn ich ein Loch gebohrt habe um meine Eiskugeln zu formen. Das geht manchmal gut und manchmal schief. Zudem brechen diese Formen irgendwann da sie für diese Belastung einfach nicht gebaut wurden.
Eine weitere Methode sind richtige Eiskugelformen (siehe Bild) die es bei uns allerdings nicht zu erwerben gibt. Das Ergebnis auf den Bildern ist zumindest vielversprechend. Diese Formen gibt es bis jetzt lediglich in den Staaten und in Japan. Fabian Drescher, aus dem Berliner Felix Clubrestaurant, würde einer Sammelbestellung losschicken für alle Interessierten! Eine Form liegt preislich bei 8 Dollar sowie der Versand bei 25 Dollar. Je mehr Bestellungen eingehen desto billiger wird es folglich für jeden! Sollten einhundert Bestellungen zustande kommen würde der Hamburger Barausstatter APS die Formen bestellen. Die Chance das man dieses Produkt dann in das Sortiment aufnimmt währe ebenfalls gegeben und der Kugelnachschub ist gesichert. Die Bestellungen nimmt Arnd-Henning Heißen (Shochu Bar, Berlin) per E-Mail an Heissenarnd@aol.com entgegen. Ich selber bin mit drei Formen dabei also kaufen marsch, marsch…

Sonntag, 26. Oktober 2008

Broker´s London Dry Gin


Wer auf der Suche nach einem weichen, süßen und sehr fruchtigen Gin ist sollte mit Broker´s Dry Gin bestens bedient sein. Ein sehr ungewöhnlicher Wacholderbrand bei dem ich den Namenszusatz „Dry“ nicht vergeben würde.
Seinen Ursprung hat der Tropfen in einer Destillerie nicht weit entfernt von Birmingham. Dort wird zunächst eine Weizenmaische dreifach in traditionellen Pot-Stills gebrannt. In diesen Neutralakohol werden nun zehn Botanicals für 24 Stunden eingelegt, bis diese ihr Aroma abgeben, um erneut gebrannt zu werden. Neben den Wacholderbeeren finden sich unter den Gewürzen noch Orange- und Zitronenschalen, Koriander, Muskatnuss und Zimt. Diese weihnachtliche Mischung wird später für ein interessantes Aromabild sorgen. Auf Trinkstärke herabgesetzt gibt es das Produkt, ähnlich dem Bombay Saphire, in einer Variante mit 40% sowie mit 47% Alkoholanteil – dieser Test bezieht sich auf den stärkeren Gin.
In der Nase ist bereits eine verstärkte Fruchtigkeit zu erahnen in Kombination mit minimalem Wacholder und einem leichten alkoholischen Brennen. Der Geschmackstest sollte dies bestätigen.
Um es vorweg zu nehmen: Für all diejenigen welche den französischen G´Vine Floraison nicht als Gin bezeichnen sollten vielleicht einen Bogen um den Brokers machen. Dieser ist der wohl eigenartigste Gin den ich je getrunken habe. Das Produkt ist ungeheuerlich süß und reicht ohne Probleme an moderne Old-Tom´s heran (Haymen´s und Both´s). Wacholder ist nur noch sanft auf der Zunge zu vernehmen. Stattdessen breitet sich eine Orangen- und Zitronenaroma aus das man selbst nach mehreren Minuten noch spürt. Eine dezente Koriandernote rundet das Ganze ab. Wie schon oben erwähnt ist der Gin mit dem Hut alles ander als „dry“.
Für ca. 18€ bekommt man einen Pseudo-Old-Tom mit der Wucht eines Triple-Sec-Likörs. Dieser sehr spezielle Brand kann nicht überall eingesetzt werden und muss bei niemanden zwingend im Barregal stehen. Allerdings lässt es sich nicht leugnen das man mit Broker´s einen erstklassiken Tom Collins zaubern kann.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Twentieth Century Cocktail


Wer wie ich früh genug auf dem BCB war konnte eines der wenigen Exemplare vom Cafe Royal Cocktail Book Reprint am Stand von Drinkology erwerben. Dieses Buch dürfte einer der Wichtigsten der frühen englischen Barkultur sein. In der Aufmachung sehr ähnlich dem Savoy Cocktail Book möchte ich die Gunst der Stunde dazu nutzen um den „Signature-Drink“ des Werkes vorzustellen. Nicht nur ich mag den Twentieth Century Cocktail sondern auch Gary Regan erklärt dies Mischung zu seinem „favourite lost cocktail“.
Dieser Cocktail erschien das erste Mal in der Erstausgabe (1939) des besagten Buches und wird in seiner Entstehung um 1930 datiert. Benannt ist der Drink nicht nach einem historisch, wichtigen Datum, wie man annehmen könnte, sonder nach einer amerikanischen Zuggesellschaft – die Twentieth Century Limited. Heutzutage würde man dazu Marketing sagen. Kombiniert wurde der Drink in Zusammenhang mit der „New York – Chicago in 16 Stunden“-Zugstrecke.

4,5 cl Gin
2 cl Lillet Blanc
2 cl Creme de Cacao (white)
2 cl frischer Zitronensaft

Lang auf viel Eis shaken und in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Mit einer Zitronenzeste abspritzen und dekorieren.

Eine herrlich, erfrischende Mixtur mit einer ungewöhnlichen Aromavielfalt. Zunächst wird man durch den Gin und den Zitronensaft erfrischt wie nach einem Schluck einer kalten Limonade. Die Säure breitet sich im Mund aus und man könnte fast ein Prickeln auf der Zunge spüren. Dieser Effekt wird schließlich verdrängt durch den weichen Wein und dem Likör. Eine Subtile Schokoladennote macht sich samtig weich im Abgang bemerkbar.
Der Twentieth Century Cocktail ist ein Drink für viele Gelegenheiten und sollte auf jeden Fall einmal getestet werden. Für meinen Geschmack ist der Anteil an Säure geringfügig zu hoch weshalb ich empfehle das Ganze zunächst mit maximal 1,5 cl Saft zu testen.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Netzwerk-Ausbau


Was ist den jetzt los? Es hat ganz den Anschein als haben Bartender und Gäste zurzeit ein verstärktes Mitteilungsbedürfnis. Alleine in den letzten Wochen entstand eine Vielzahl von neuen, deutschsprachigen Drink-Blogs. Vielleicht kommt jetzt doch Schritt für Schritt etwas mehr Bewegung in das mitteleuropäische Blog-Netzwerk. Die letzten vier Projekte möchte ich hier deshalb kurz vorstellen.
So beschäftigt sich eine Reihe bekannter Bartender auf puro de agave lediglich um den Tequila. Beachtlich ist hier vor allem die Preisliste für den Agavenbrand in deutschen Online-Shops. Dass das Preisgefüge hier teilweise deutliche Unterschiede zeigt sollte jedem bekannt sein der schon einmal Tequila im Internet bestellt hat.
Eine weitere Gruppe von Mixologen schloss sich erst vor wenigen Tagen zum Bartenders-Lab zusammen, in dem jetzt schon viele lesenswerte Artikel zu bestaunen sind. Administrator dieses B logs ist Arnd Henning Heißen aus der Shochu Bar in Berlin.
Ebenfalls aus Berlin schreibt Gabe Toldi (Fabisch Bar) in seinem Projekt Strain and Serve. Selber sagt gabe zu seinem Blog „Im a Bartender, so its a big part of my job to find things out and tell stories about them.” Ich hoffe wir werden viele dieser Geschichten nachlesen können.
Auch in der Riege der Connaisseure wird neuerdings messbechergenau geblogt im Jigger´s Blog.
Bleibt nur zu hoffen das sich die eine oder andere Seite halten wird. Wie Jörg erst im Bitters-Blog erst kürzlich erwähnt hat ist blogen zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Möge die Geduld und die Zeit mit euch sein.
Nachtrag: Noch einer! Thorsten Pannek (Greendoor, Berlin) eröffnete gestern ebenfalls einen Blog. Die Förderung der GSA-Barkultur. Ein Blog der sich der Barkultur widmet mit Hilfe von GSA-Produkten.
(GSA = Germany, Switzerland, Austria)

Montag, 20. Oktober 2008

Becketts Kopf - Berlin


„Am Rande einer Pappelallee liegt ein Kopf. Durch eine Tür in diesem Kopf kann man hineingehen. Die Welt bleibt draußen.“ So beschreibt sich diese kleine aber feine Bar im Herzen Berlins. Kein Namensschild weist auf eine Bar in der Pappelallee 64 hin. Lediglich „der Kopf“ am Fenster zeigt dem geneigten Barkenner diesen Palast der klassischen Cocktails.
Das Licht in den Räumen ist stark gedämmt und erzeugt eine tolle Atmosphäre. Die rot gestrichenen Wände schmiegen sich an die Helligkeit an und der Blick wird sofort auf das Mosaik hinter dem Tresen gelenkt auf dem ein goldenes Bild einer Lilie zu sehen ist. Die Fenster sind mit schwarzen Vorhängen verdeckt. Davor stehen einfache Tische, rote Ledersofas und Sessel. Der hintere Gästeraum entspricht fast dem ersten. Ich empfehle einen Platz am Tresen oder am verhüllten Fenster.
Von hier aus sieht man am besten auf die fantastische Arbeit der Bartender Christiana und Oliver. Eine solch liebevolle und präzise Zubereitung der Getränke bekommt man nur sehr selten zu sehen. Man könnte sagen das jeder Tropfen im Glas seine bestimmte Position zugeschrieben bekommt. Besser wie hier kann man einen Cocktail nicht zubereiten – Referenzklasse! Die verwendeten Spirituosen und Zutaten sprechen für sich und lassen kein Grund zur Klage übrig. Die schöne, geradezu philosophisch, geschriebene Karte umfasst vor allem klassische Drinks, welche ganz nach meinem Geschmack sind. Mixturen wie den Monkey Gland oder den Brandy Crusta findet man in Bars nur selten. Nebst diesen Kreationen finden sich noch eine Vielzahl moderner Drinks, welche aber nach altem Vorbild gestaltet sind. An den von mir bestellten Cocktails an meinen zwei Besuchen gibt es nur eines zu sagen: Perfekt!
Jeder Barfreund der sich in Berlin befindet muss sich das Becketts Kopf von Innen ansehen. Hier stimmt wirklich alles! Ich freue mich immer wieder einen solchen Ort besuchen zu dürfen, und wieder hat sich meine persönliche Hitliste der besten Bars an der Spitze verschoben. Ich werde es mir nicht nehmen lassen auch nächstes Jahr hier die eine oder andere Stunde zu verbringen. Sehenswert ist auch die Internet-Präsenz der „Bar zur Verfeinerung der Sinne“.

Samstag, 18. Oktober 2008

Euphorie und Dekadenz

Das mit abstand witzigste Ereignis während meiner Tage in Berlin ereignete sich knapp vor 23:00 Uhr in der Nähe des Rum Trader. Als sich unsere Cocktailgruppe entschloss Herr Scholl zu verlassen um eine anderen Bar aufzusuchen entdeckten die Champagner-Freunde Torben, Philipp und Robin eine kleine unscheinbare Flasche Salon von 1982, zu einem unschlagbar günstigen Preis, in einem Weinhandel. Von Euphorie benebelt gab es nur noch einen Gedanken: Diese Flasche muss erworben werden! Und zwar sofort!
Ich konnte es mir nicht verkneifen diese Gefühlsausbrüche in digitaler Videoform festzuhalten. Auf bitten der Beteiligten Personen hab ich das besagte Dokument ein wenig bearbeitet und hier im Blog eingestellt. Film ab!

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Kalender 2009


Wie auch schon 2008 gibt es auch dieses Jahr einen Terminplaner den ich regelmäßig aktualisieren werde. (Rechts im Menü gibt es auch einen Button zum leichteren auffinden des Kalenders)

Munich Whiskey Festival, München*
Messe rund um den Brand
30. Jan -01. Feb

InterWhisky, München
Internationales Whisky Festival
13.-15. Februar

Weinmesse, Berlin
Weine, Sekt und Obstbrände
14.-15. Februar

World-Spirits, Klagenfurt
Größte Fachmesse im Alpenraum
15.-18. März

Barkultour, Stuttgart
Fachmesse für die Region
29.-30. März

ProWein, Düsseldorf
Große Wein- und Spirituosensmesse
29.-31. März

Venuez, Amsterdam
Hospitality in den Niederlanden
31. März- 1. April

Kieler Whiskymesse, Kiel
Bereits zum 7. Mal
9.-10. Mai

Cocktails & Spirits, Paris
Findet zum zweiten Mal statt.
10.-11. Mai

Cocktaildreams 09, München*
Das vierte Treffen des Cocktailforum.de
30 Mai.-01. Juni

Barzone, Berlin
Zum zweiten Mal in der Arena Berlin
05.-06. Mai

Bar 09, London
Die größte Barmesse Europas
24-25. Juni

Tales of the Cocktail, New Orleans
Die Großveranstalltung der Staaten
08.-12. July

Bar Convent Berlin , Berlin*
Mixology geht in die dritte Runde
05.-06 Oktober

Aquavitae, Essen
Spirituosenmesse im Pott
7.-8. November

Whiskyship, Zürich
Malt & Cigars im Hafen
27.-11. November

( * Messen die ich besuche bzw. es versuche )

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Neues Buch von Ted Haigh

Eine gute Nachricht für alle Mixer die es nicht mehrt geschafft haben ein Exemplar von Ted Haigh´s „Vintage Spirits & Forgotten Cocktails“ zu ergattern. Das Buch ist in Deutschland kaum noch zu bekommen und oft wird viel Geld dafür bezahlt. Für mich ist Ted´s Werk einer der besten Cocktailbücher überhaupt. Wie er mir selbst per Mail mitteilte wird es ab den 1. Juli des nächsten Jahres (zumindest in den USA) eine „deluxe“ Neuauflage geben mit 25% neue Rezepte, mehr Informationen zu den Mischungen sowie neue Bilder alter Spirituosen. Bleibt nur zu hoffen das wir das Gebinde auch bald in Deutschland erwerben können.
Ted Haigh gehört zu den Gründern von cocktaildb.com – einer der besten alkoholischen Datenbanken in den weiten des World Wide Web.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Lebensstern - Berlin

Aufgrund einer Vielzahl positiver Empfehlungen musste ich dieser Berliner Bar im Rahmen des Barconvents einen Besuch abstatten. Inmitten der Metropole befindet sich diese Perle der Barkultur direkt über dem Cafe Einstein in der Kurfürstenstraße 58.
Diese fantastische Bar wird über eine große steinerne Treppe betreten die direkt in den ersten der drei Räumlichkeiten führt. Hier fühlt man sich sofort beim durchschreiten der Tür wohl. Die Wände sind zu zweidrittel mit dunklem Holz vertäfelt, während die restliche Wand in einem tiefen Rot gestrichen wurde. Das Backoard der Bar, der Tresen sowie die Schränke in diesem Raum greifen das Holz der Wände wieder auf und erzeugen somit ein gemütliches, gleichmäßiges Gesamtbild. Der dezente Stuck an den Decken unterstreicht dieses klassische Ambiente. Der mittlere Raum ist ausgestattet wie der ersten und bietet rustikale Ledersessel als Sitzmöglichkeit an. Schränke und Vitrinen, welche mit verschiedensten Spirituosen gefüllt sind, bieten auch hier wieder die besagte Wohnraumatmosphäre. Im dritten Bereich sind die Wände mit weißen Schränken verkleidet was diesem Raum deutliche von den Anderen abhebt ohne aber an Klasse zu verlieren. Die ganze Bar ist ein einziger optisches Leckerbissen und ein kleiune Sehenswürdigkeit an sich.
Wenn des dem Lebensstern auf keinen Fall an etwas mangelt dann es Gin. Fast das komplette Backboard ist mit den Wacholderbränden bestückt. Lediglich die wichtigsten anderen Grundspirituosen und Liköre sind im Arbeitsbereich des Bartenders vorhanden. Der Großteil der restlichen Flüssigkeiten sind zusammen mit antiken Barbüchern in Schränken in der ganzen Bar. Selten sieht man eine solche Anzahl von Spirituosen so gekonnt in Szene gesetzt – toll!
Das Team um Barchef Thomas Pflanz leistet erstklassige Arbeit was das Zubereiten der Drinks angeht. Mein bestellter Daiquiri war etwas zu süß aber an den anderen georderten Getränken gab es nichts auszusetzen. Im Rahmen des Barconvents war der Stern leider zu lebendig und überfüllt, weshalb ich nichts über den Service dieser Bar berichten kann (ich bin aber fest davon überzeugt das auch hier alles reibungslos funktioniert).
Diese Bar gehört zur höchstgefährlichen Kategorie der Gefängnis-Bars: Ist man einmal darin kommt man so einfach nicht mehr heraus! Der Lebensstern in Berlin lädt zum verweilen ein mit Top-Cocktails, freundlichen Fachpersonal und einer gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre unter ruhigen Jazz-Klängen - Ein sehenswertes Stück Barkultur in der deutschen Bundeshauptstadt!

Montag, 13. Oktober 2008

Mixology Monday: Guilty Pleasure

Ich muss zugeben das dieser Mixology Monday das für mich bis jetzt schwierigste Thema beinhaltet. Ausgehend vom Blog Two At The Most soll sich jeder zu seinen „Guilty Pleasures“ bekennen. Gemeint ist damit ein Cocktail, welchen man zwar zu sich nimmt, obwohl man das besser nicht machen sollte.
Im „Two At Most“-Blog wird dazu ein anschauliches Beispiel gegeben. Wenn es nicht ums trinken geht sondern um Lebendmittel wären zum Beispiel Fertiggerichte ein „Guilty Pleasure“. Diese sind normalerweise nicht sonderlich gesund, es sind Zusätze und Konservierungsstoffe enthalten und dennoch liebt man sie. Ich habe mir in den letzten Tagen dazu wirklich Gedanken gemacht aber mir ist in Verbindung mit meinem flüssigen Hobby nichts dergleichen eingefallen. Natürlich hab ich vor einigen Jahren auch Zeug zu mir genommen a la Alcopops deren Qualität uns Zusammensetzung mehr als fragwürdig ist. Aber was soll man machen wenn man es nicht besser weis? In der Zwischenzeit bin ich aber auch auf einer Ebene angelangt in der die Qualität das A und O ist. Ich trinke nichts mehr in Bars deren Spirituosenangebot mir nicht in den Sinn passt und verbleibe dann lieber bei Wasser und Softdrinks. Auch meine Heimbar ist von den Standart-Produkten in das nächste Level gestiegen. Nur schwer bekomme ich die Sünden der Frühzeit aus meinen Barregalen verbannt (braucht jemand Blue Curacao?). Nichts desto trotz habe ich die Antwort auf das Guilty Pleasure gefunden: Alles!
Ist nicht ein jede Rum, Tequila, Vodka oder Whiskey ein Stoff den man mag, obwohl man besser keinen Alkohol zu sich nehmen sollte? Jeder Bitters, jeder Sirup und jeder Likör lassen sich in dieses Muster einordnen. Es gibt nicht „den einen Drink“ der schädlich ist - es gibt nur mehr oder weniger schädliche Mixturen. Angus Winchester trifft mit einem Satz in der aktuellen Mixology-Ausgabe den Nagel auf dem Kopf: „ Sie müssen einfach lernen, das Sie im Leben nur eine bestimmte Anzahl an Drinks zu sich nehmen werden und das von nun an jeder Drink ein guter Drink sein sollte.“

Freitag, 10. Oktober 2008

Review Communitytreffen 2008

Das jährliche Treffen des Cocktailforums wurde auch dieses Jahr traditionell in der ersten Oktoberwoche abgehalten. Nach Berlin und Frankfurt führte der Weg dieses Mal in die schöne Hansestadt Hamburg.
Das eigentliche Treffen fand am Samstag statt aber fast alle Hobby-Mixer trafen sich bereits am Tage davor um das Wochenende in gemütlicher Runde einzuleiten. Das fand je nach Geschmack in einer von zwei Gruppen statt. Die erste Gruppe traf sich im Hamburger Trader Vic´s und zog anschließend weiter ins Christiansens während sich die zweite Gruppe auf ein Champagner-Tasting freute, dem ich auch beiwohnte. Verkostet wurden dabei acht Flaschen Nicht-Jahrgangs-Champagner in den Preiskategorie von 20 bis 150 €. Im Anschluss wurden noch stundenlang Drinks mit dem französischen Schaumwein gemixt bis auch der letzte Tropfen aufgebraucht war.
Am frühen Abend des nächsten Tages ging es in dem Vereinshaus eines Kleingärtner-Verbandes zum offiziellen Treffen der deutschen Cocktail-Connaisseure. Das Treffen begann wie geplant mit einem Tequila-Tasting und einem ausführlichen Vortrag zur Entstehung des Agavenbrandes, der freundlicherweise von der Firma Sierra Madre gesponsert wurde. Je drei Produkte aus den Kategorien Blanco, Reposado und Anejo wurden von den insgesamt 26 Teilnehmer verkostet. Dabei Schnitt der Reposado von Amate deutlich besser ab als die anderen acht Produkte.

Bevor es aber an die weitern Programmpunkte ging versorgten wir uns zunächst einmal mit „normaler“ Nahrung durch den örtlichen Pizza-Lieferanten. Die folgende Präsentation mit dem Titel „Ich liebe diesen Drink, weil…“ fand großen Anklang bei allen Beteiligten und so wurde eine Vielzahl von Drinks gemixt und ihr Entstehungsgeschichte dabei erklärt. Es gab unter andern drei verschiedene Daiquiri, den Trident, Jack Kearns Cocktail, Old Cuban und als Highlight eine Alamagoozlum-Variante. Das besondere an diesem Drink ist die Verwendung von 1/6 Eiweiß und einem Spritzer Limettensaft die dekadenterweise von einem Wachteleiweiß und einer Limequat stammten. (Sollte ich in einer Bar nun Wachteleier vorfinden ist die Idee von mir und Torben geklaut und kostet mindestens einen Drink ;-))
Nach kurzer Pause stand die Präsentation von 12 Boiron-Fruchtpürees auf dem Plan und dem mixen mit diesen wunderbaren Produkten. Das geht so leicht von der Hand das innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl spontaner Drinks entstanden. Ich danke hierbei Philipp der uns nicht nur die Pürees im 1l-Becher zur Verfügung stellte sondern auch Informationsmaterial und die neuen Squeez-Bottles von Boiron!
Der letzte offizielle Punkt, der jährliche Mix-Award, fand kurz nach Mitternacht statt, trotz einem Mangel an Teilnehmern. Eine Jury aus drei Mitgliedern bewertet dabei die extra dafür angefertigten fünf Drinks mit der Pflichtzutat Rum. Hierbei ist anzumerken das davon drei Rezepte (unter anderem meines) ganz spontan am Tresen entstanden da wir ansonst nur einen Zweikampf gesehen hätten. Gewinner wurde Tim a.k.a. Tiefenrausch mit einer Kreation aus Birne, Minze und Rum – ich freue mich über meine spontane Zweitplatzierung. Der Abend endete nach dem „freien Mixen“ für alle mit dem ausdauernden Kern der Hardcore-Shaker um 5:00 Uhr in der früh!
Ausfallserscheinungen konnten Tags darauf bei niemanden festgestellten werden der um 20:00 Uhr mit der Bartour Hamburg startete. Nachdem wir uns alle an den Riverkassematten getroffen haben, für den ersten Drink des Tages bei Marcel Baumann, ging es gleich darauf weiter in die Bar-Hamburg in der Innenstadt. Nach ein bis zwei weiteren flüssigen Runden endete das diesjährige Treffen in den frühen Morgenstunden im Le Lion bei (wie immer und nicht anders erwartet) großartigen Cocktails.

Ich möchte mich nochmals herzlichste bei Torben bedanken für die Organisation des Ganzen sowie bei Alexander Troppmann der als Administrator des Forums und von Barfish.de das Ganze erst möglich gemacht hat. Weiter Dank geht an Sierra Madre und Sonja Erler für das hervorragende Tequila-Tasting und dem Kleingartenverein 303 für die Bereitstellung der Räumlichkeiten in ihrem Vereinsheim. Nicht zu vergessen sind die Bars und die Bartendern die uns während der Bartour bestens mit alkoholischen Flüssigkeiten versorgt haben. Das nächste Treffen des Cocktailforums wird voraussichtlich im Mai 2009 in München stattfinden. Der genaue Termin muss noch diskutiert werden.