Freitag, 11. Januar 2008

Der Weg nach Oben

„Ich muss nach oben“ – Konnte man dieser Tage im BarBaublog lesen. Im Blog zur neuen Bar Le Lion in Hamburg, wartet ein sehr lesenswerter Text darauf für die lange beitragslose Zeit zu entschädigen.

Der eingangs genannte Satz, sowie auch der gesamte Artikel, viel mehr aber ein Wort daraus, drückt doch einmal mehr all das aus, was eine gute Bar ausmacht.

„Oben“ … Ein Wort das in diesem Zusammenhang und zu dieser Zeit so einiges beschreibt. Und es stellt sich die Frage, ob diese Bar nicht schon oben angekommen ist, bzw. kurz davor steht.

Und wo steht der Rest der Bartender und Cocktailinteressierten?

Sicherlich dem „Oben“ ein weites Stück näher als noch vor 2 Jahren.

Auch wir Hobby-Barkeeper haben uns sicherlich recht positiv weiter entwickelt. Ein ganz anderes Verständnis für alle Zusammenhänge vor und hinter der Bar hat sich ergeben - Viel mehr haben wir es uns erarbeitet. Wohl nicht ganz ohne jegliche Hilfe, aber dennoch inzwischen ein Stück weit selbstständig.

Schließlich muss man eingestehen, in seinen Anfängen einige „unschöne“ Dinge gemixt zu haben. Aber umso mehr bemühen wir uns nun, den Einsteigern von Heute in dieses Hobby, den Weg etwas leichter zu machen. Manchmal überhört, aber früher oder später doch wahrgenommen.

Leicht wird es uns, die das ganze nicht für ihren Lebensunterhalt betreiben, wahrlich nicht gemacht.

Zuviel schlechte Literatur wurde in den letzten Jahren auf den Markt gebracht. Zu viele veraltete Arbeitsweisen, Erkenntnisse und Halbwahrheiten wurden und werden noch immer, durch diejenigen die sich Lehrer nennen, verbreitet.

Literatur in Form eines Magazins entwickelte sich zum Teil auch nicht weiter, wie an anderer Stelle schon des Öfteren zu vernehmen war. Aber zum Glück gibt es ja auch noch Ausnahmen.

Ein Verein, der eigentlich den Zusammenhalt zwischen Gleichgesinnten fördern sollte, verschließt sich der Öffentlichkeit und mixt weiterhin auf einem nicht zeitgemäßen Niveau.

Zu viele Bars nennen sich zu Unrecht Cocktailbars. Geboten bekommt man eher nur eine unpersönliche Massenabfertigung, die die Wirkung des Alkohols in den Vordergrund stellt. Um den Rest wird sich selten gekümmert.

Wie lange noch?

So hat sich in den letzten Jahren für uns viel getan. Und es wird noch viel mehr kommen. Doch eine Frage stellt sich außerhalb unserer privaten Bars und den wirklich guten Bars in Deutschland: Wie lange wird es dauern, bis sich mehr ernsthaft mit dem Thema Bar beschäftigen, wie es zum Beispiel der Barbaublog getan hat, und wieder mehr sehr gute Drinks zubereitet werden?

Oben angekommen sein – Eine Bar geschaffen zu haben, die jedem Inhaber einer 08/15-Bar den blassen Neid vor Augen führen sollte. Sie sollte Anreiz sein, weg von all den schlechten Bars, mit schlechten Zutaten und schlechten Zubereitungsmethoden zu kommen.

Oben dabei zu sein –

- Nur die besten Zutaten zu verwenden und diese durch sehr professionelle Bartender dem Gast näher zu bringen.

- Sich neuen Dingen nicht verschlossen zu haben, aber auch sehr alte Rezepte wieder aufleben zu lassen.

- Risikobereitschaft zeigen.

…Diese Fähigkeiten muss man unter anderem wohl haben um oben dabei zu sein.

Es gehört mit Sicherheit noch einiges mehr dazu. Aber wir wollen ja auch nicht alles vereinheitlichen, um z.B. Raum für Interpretationen zu lassen.

Werden sich nun also mehr Bars auf den Weg nach „oben“ aufmachen?

Kommentare:

  1. Ich glaube (oder befürchte?), wir werden alle weiter Perlentaucher bleiben, immer auf der Suche nach einem Barjuwel oder einer Oase der Barkultur in der Wüste der Caipirinha-Cocktailkarten...

    AntwortenLöschen
  2. Gut geschrieben!

    @Torben: Denk daran das Perlen nur so lange wertvoll sind, wie ihre BEschaffung schwer ist...
    Der Weg hin zur "richtigen" Bar ist sehr mühevoll. Um so mehr schätzt man das was es jetzt schon gibt :-)

    AntwortenLöschen