Montag, 14. Januar 2008

Mixology Monday: Brandy

Ein neuer Monat, ein neues Jahr und ein neuer Mixology Monday steht an. Gastgeber dieses mal ist Marleigh Riggins aus Hollywood mit ihrem Blog Sloshed! Eigentlich sollte es relativ einfach sein, etwas über eine bestimmte Spirituose zu schreiben wie zum Beispiel den Brandy. Leider ist es in diesem Fall nicht so!

Zum einen ist das ein Themengebiet mit dem ich mich kaum beschäftige und zum anderen stellt sich schon die Frage: Was ist mit Brandy gemeint? Hierbei handelt es sich um eine weltweit gebräuchliche Bezeichnung für Weinbrand. Da die meisten Schreiber des MxMo aus den Staaten kommen hat sich für diese Personen schon alles geklärt. Der Begriff ist allerdings so weitläufig wie Rum. Ein Jamaikaner unterscheidet sich auch maßgebend von einem Rum der Nachbarinsel Cuba. Deshalb sollte der Weinbrand auch mindestens in die vier Gruppen Cognac, Pisco, deutscher Weinbrand und spanischer Brandy unterschieden werden. Daneben gibt es noch weitere Brände aus Italien und Griechenland. Die spanischen Produkte (beispielsweise Osborn, Mendoza oder Soberano) sind wahrscheinlich die Bekanntesten aber ich werde mich hier auf die Geschichte und den nationalen Bränden (Asbach, Jacobi, Scharlachberg, Mariacron) beschäftigen.

Der Weinbrand gehört zu den ältesten Destillaten in Deutschland. Ein deutsches Dokument von 1321 erzählt bereits von einem solchen Eau-de-vie de vin. Das Wort Weinbrand geht auf Hugo Asbach zurück der eines seiner Produkte 1902 Cognac-Weinbrand nannte. Als Frankreich seine Namensrechte am Cognac 1919 schützen lies wahr der Name Weinbrand bereits fest implementiert und wurde schon vier Jahre später fest in das deutsche Weingesetz übernommen. Die Herstellungsvorschriften entsprachen jedoch weiterhin die des französischen Konkurrenten. Erst im Jahre 1998 wurden diese Regelungen zu Gunsten des heimischen Erzeugnisses geändert um deutlich an Qualität zu gewinnen. Im Zuge dieser Reformen wurde auch der geschützte Begriff „Deutscher Weinbrand“ eingeführt. Ab diesem Zeitpunkt durften nur noch bestimmte Rebsorten gebrannt werden bei einer Destillationsobergrenze von 85%vol (vorher 94,8%vol). Auch die Mindestreifezeit in Eichefässern wurde von 6 Monaten auf 12 Monate angehoben. Des Weiteren wurde die Liste von Auszugststoffen im Destillat, z.B. Eichenholzspäne, deutlich beschnitten was ihren Umfang angeht. Die Zugabe von Zuckercouleur wurde verboten und eine Zuckerzugabe darf nicht über 20g/L liegen im Gegensatz zum normalen Weinbrand Der Mindestalkoholgehalt bei Weinbrand liegt bei 36% - bei deutschen Weinbrand 38%. Geht man all diese Regelungen durch wird man feststellen das alle nur der Steigerung der Qualität dienen!
Zum Thema passend ein tolles Cocktailrezept, welches mir mein Blog-Kollege Philipp einst gegeben hat.

Asbach Night Cup

4cl brandy (Asbach VSOP)
1cl fresh lemonjuice
1 eggwhite
2 barspoon brown sugar
3 dash Benedictine

Disolve the suger in the juice and add the other ingredients whit ice. Shake and strain into a tumbler. Tipp: shake whit 3-4 mint leaves!


Wie könnte ich das Ganze besser beenden als durch ein Zitat von Hugo Asbach nachdem die Namensrechte am Cognac vergeben wurden:
Die französische Cognac-Industrie mag sich der Hoffnung hingeben, daß hierdurch der Wettbewerb der deutschen Weinbrennerei beseitigt werde. Diese Hoffnung wird enttäuscht. Die früher bestehende Voreingenommenheit des deutschen Verbrauchers für alles Fremdländische hat auch bezüglich des Cognacs einer besseren Einsicht platzgemacht. Dadurch werden Millionenwerte der deutschen Volkswirtschaft erhalten bleiben, die andernfalls nutzlos ins Ausland gehen würden.

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