Mittwoch, 20. Februar 2008

And the winner is...


Beantworten kann ich die Frage zwar nicht aber eines ist klar: Ich bin’s nicht! Vielleicht wäre es möglich mit etwas Glück und Kreativität aber es scheitert an den Teilnahmebedingungnen! Die Rede ist von Cocktail-Wettbewerben. Wieder findet aktuell ein Wettbewerb statt mit der Klausel „professioneller Barkeeper dürfen mitmachen“. Eine sehr unfaire Regel. Weshalb werden in solchen Wettbewerben die Hobbymixer so oft ausgeschlossen, hab ich mich gefragt, nachdem es doch auch Vorteile für den Veranstalter mit sich bringen kann?
An der Qualität der zu erwarteten Einsendungen kann es nicht liegen, oder besser gesagt, sollte es nicht liegen. Mir ist klar das bei den Einsendungen viel Mist dabei sein kann. Aber das ist im Pro-Bereich doch nicht anders! Ich selbst behaupte, dass ein Hobbymixer, der sich nur regelmäßig mit dem Thema auseinandersetzt, bessere Drinks auf die Beine stellen kann wie 50% der so genannten (oder selbst ernannten) Berufsmischer. Versteht mich nicht falsch: Ich beziehe mich hiermit auf die Zahl der Gastro-Betrieben mit Cocktailangeboten in Deutschland, und dem Anteil an wirklich ausgebildeten Personal. Zu oft sieht man sich hier manche hochkreative Rezepte aus Orangensaft, Rum und Blue Curacao.
Zudem kann es dem Hersteller einer Spirituose, Likörs oder Sirups doch nur recht sein möglichst viele Teilnehmer, und damit einen großen Kundenkreis, auf sich aufmerksam zu machen, mittels einem Wettbewerb. So sind es schließlich die Privatkunden, die für den Großteil des Absatzes eines Produktes verantwortlich sind. Warum nutzen die Hersteller nicht ihre Wettbewerbe gleichzeitig als Marketing-Event auf größerer Ebene und mehreren Zielgruppen? Die Teilnehmerzahlen eines aus Spanien stammenden Likörs bestätigen das diese Taktik sehr gut funktioniert.
Als ich kurz Kritik an dieser Wettbewerbsregel ausübte kam als spontane Antwort ein „Vielleicht solltest Du anfangen, in einer Bar zu arbeiten?“. Ich würde es wahrscheinlich machen wenn ich nur könnte. Hauptberuflich fehlt es einfach an der passenden Ausbildung. In einer halbwegs vernünftigen Bar ist es nicht leicht sich als Mechaniker zu bewerben. Bleibt noch die Möglichkeit des Nebenberufes, welches mir aber auch fast nicht möglich ist. Durch Überstunden des Arbeitgebers und der Schichtarbeit hätte ich nur noch alle 3 Wochen einen Tag frei. Auf Dauer könnte das anstrengend werden. Nicht jeder der sich mit Cocktails beschäftigt hat also die Möglichkeit in einer Bar zu arbeiten. Dann könnten wenigstens Wettbewerbe zum Thema eine alternative Methode sein, seinem Hobby mehr nachzugehen. Wäre doch super.
Lasst es uns doch einfach einmal Versuchen mit dem Spaß an der Sache. Ich hoffe die Veranstalter solcher Events sehen das auch einmal von diesen Seiten und nicht nur vom der Sichtweise der ausübender Bartendern oder Profis des Landes. Davon abgesehen würden diese sowieso gewinnen, wenn sie ihrem vorausgehenden Ruf gerecht werden...

Kommentare:

  1. Absolute Zustimmung. Und deine Ärger darüber kann ich nur all zu gut verstehen.
    Es gibt einfach keine logische Erklärung für diese Klausel.
    Das jenes Produkt, welches mit dem Wettbewerb evtl. umworben werden sollte, hinter her in der Bar des Gewinners besser vertreten ist, kann ich auch verneinen.
    Als ich die letztjährige Gewinnerin des Amarula Wettbewerbs in ihrer Bar nach ihrem Drink fragte, bekam ich folgende Antwort: Die eine Zutat hab ich nicht da und Amarula sowieso nicht...

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  2. Christian, Deinen Ärger kann ich zwar nachvollziehen, insofern, dass Du Dich sehr stark mit den Themen der Bar auseinandersetzt. Dein ambitionierter Blog hier zeigt es und er wird aus diesem Grund auch von Bartendern gelesen.

    Auf der anderen Seite höre ich so etwas wie einen starken Minderwertigkeitskomplex gegenüber denen heraus, die auf der anderen Seite des Tresens stehen. Weshalb denn das?

    Bartender ist ein Beruf! Und es ist ein Beruf, in dem es nicht nur um Drinks geht. Die Wettbewerbe sind eine der Möglichkeiten, mit denen Bartender an ihrer Karriere arbeiten können. Neben dem Preisgeld ist es vor allem die Möglichkeit, sich einen Namen zu machen, weshalb sich Bartender an einem Wettbewerb beteiligen.

    Gleichzeitig bieten Veranstaltungen um diese Wettbewerbe herum die Möglichkeit, sich zu vernetzen, sich mit bekannten Bartendern auszutauschen und neue Konzepte kennen zu lernen.

    Es geht hier um eine berufliche Förderung!

    Aus diesem Grund werden wir dieses Jahr auch die ersten drei Gewinner zusammen mit Amarula nach Amsterdam einladen. Dort werden sie holländische Bartender treffen und deren berufliche Schwerpunkte und Herausforderungen kennen lernen können.

    Wenn man diesen Wettbewerb auch Privatpersonen öffnen würde, wäre das eine zu starke Verwässerung des Konzepts. Es handelt sich leider doch um zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen.

    Ich hoffe, Du kannst das jetzt ein bisschen besser nachvollziehen.

    Vielleicht wird es in Zukunft mehr Wettbewerbe geben, die auch ambitionierte und talentierte Heimbartender wie Dich ansprechen.

    Ein Anwachsen der Cocktailblog-Szene mit Blogs, die von Nicht-Profis betrieben werden, ähnlich wie in den USA, wäre dem sicher dienlich. Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir mit dem Internet jetzt eine so gute Schnittstelle zwischen dem Profi- und dem Nichtprofibereich haben. Sonst würden Diskussionen wie diese überhaupt nicht stattfinden können.

    Der fantastische Falernum von den Forgotten Flavours ist ein Indiz dafür, wie sehr alle davon profitieren können.

    @ Philipp:

    Das ist natürlich bedauerlich, was Du beschreibst. Die meisten Gewinner von Cocktailwettbewerben listen ihre Drinks in ihre Barkarten ein. Ich werde mal nachfragen, weshalb sie kein Interesse an "ihrem Cocktail" zeigen.

    Prosit,

    H.A.

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  3. Hi Helmut, ich danke zunächst dir und den anderen Bartendern das der Blog von euch gelesen wird. Der Amarula-Cup ist wohl der Auslöser für diesen Eintrag gewesen aber es gibt ja noch andern Wettbewerbe, welche das genau so handhaben.

    Wie du selbst schreibst bin ich dem Thema Bar nicht gerade abgeneigt und gehöre wohl auch zu den Freaks. Aber sind es im Pro-Bereich auch nicht nur die ambitionierten Bartender, welche tatsächlich an einem Wettbewerb teilnehmen?

    Das Argument mit der "beruflichen Förderung" find ich sehr schwammig.
    Bartender können klar an ihrer Kariere arbeiten mit den Events. Bestes Beispiel dafür ist wohl Markus Heinze. Aber in den Wettbewerben müssen sich diese Personen auch an die Spitze mixen um entsprechend Anerkennung zu bekommen. Wenn man letzter wird interesiert das doch keinen Menschen oder? Ergo macht man sich nur einen Namen wenn man wirklich gut ist! Das beinhaltet aber das man auch in der Lage sein muss sämtliche Hobby-Mixer die teilnehmen an die Wand zu shaken. Also ist das für mich gar kein Grund das Hobbisten ausgeschlossen werden. Ehre wem Ehre gebührt!

    Neue Konzepte und die Vernetzung von Bartendern ist in Zeiten von Internet und Co wohl problemlos - sonst würden wir hier jetzt nicht diskutieren.

    Ich sehe ein das z.B. der Amsterdam-Trip nichts für jeden ist der einen Shaker besitzt. Aber solche Leute werden dann auch nicht teilnehmen wenn sie den Gewinn nicht wirklich wollen. Die Non-Profis welche den Gewinn wirklich wollen bringen dann aber auch das entsprechende Interese mit!
    Voraussetzung natürlich das man unter die ersten drei Gewinner kommt. Nun greift aber wieder mein vorheriges Argument mit dem "erstmals erreichen der ersten Plätze".

    Ich selbst sehe mich ja gar nicht als talentierten Cocktail-Erfinder. Ehrlich gesagt bin ich nicht derjenige der Rezepte selbst kreiert. Ein Dirigent schreibt seine Musik ja auch nicht selbst. Wenn mir aber ein Wettbewerb zusagt, setz ich mich auch mal hin und tüffelt tagelang an einem Rezept. Dann aber weil ich es wirklich will und nicht weil ein Wettbewerb irgendwo, irgendwann stattfindet.

    Wenn ich jetzt als Nebenberuf ich einer billigen Kneipe arbeiten würde und dann teilnehme am z.B. Amarula-Cup währe ich also wirklich ein anderer?

    Dein Spruch mit dem "Minderwertigkeitskomplex" find ich sehr interesant. Lese ich aus deinen Zeilen doch auch eine gewisse Angst heraus, das ein Nicht-Bartender in den vorderen Platzieruingen mitmischen könnte.

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  4. "Dein Spruch mit dem "Minderwertigkeitskomplex" find ich sehr interesant. Lese ich aus deinen Zeilen doch auch eine gewisse Angst heraus, das ein Nicht-Bartender in den vorderen Platzieruingen mitmischen könnte."

    Spruch? Das hast Du wohl falsch aufgefasst. Aber auch bei Deinem letzten Kommentar habe ich den Eindruck, dass Du Dich nicht ernst genommen fühlst, nur weil Du an dem Wettbewerb nicht teilnehmen darfst. Ich verstehe auch nicht, wieso ich Angst haben sollte vor einer Cocktailrezeptur? Wir sind mit Mixology Mit-Ausrichter des Wettbewerbs und für seine faire Durchführung verantwortlich. Punkt. Und wenn ich dabei Emotionen entwickle, dann ist es Freude, weil eine besonders schöne Rezeptur eingereicht wurde oder sehr viele Teilnehmer involviert waren.

    Aber lassen wir das einfach mit dem "lesen" zwischen den Zeilen.

    Ich mache es kurz: ja, wenn Du in einer "billigen Eckkneipe" arbeiten würdest, wärst Du Zielgruppe, weil Gastronomie. Sowohl Eckkneipe als auch 5-Sterne-Bar sind teilnahmeberechtigt. Ich habe meinen Standpunkt erklärt und werde das nicht weiter ausformulieren.

    Ehrlich gesagt, habe ich nach Deinem Blogeintrag intensiv darüber nachgedacht, wie man Deiner Zielgruppe gerecht werden könnte. Allerdings missfällt mir mittlerweile der arrogante Ton mit dem Du Deine Argumente vorträgst:

    "Ich selbst behaupte, dass ein Hobbymixer, der sich nur regelmäßig mit dem Thema auseinandersetzt, bessere Drinks auf die Beine stellen kann wie 60% der so genannten (oder selbst ernannten) Berufsmischer. Schaut man sich nur manche hochkreative Rezepte aus Wettbewerben an, wisst ihr hoffentlich was ich meine!"

    Damit machst Du Dir keine Freunde. Wenn Du an einem sachlichen Dialog interessiert bist, kannst Du mich gerne per Mail kontaktieren. Hier und auf diese Weise führe ich das nicht weiter.

    Prosit,

    H.A. (seines Zeichens selbst ernannter Berufmischer)

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  5. Herr Adam,

    nicht zu vergessen - selbsternannter Journalist !

    :-)

    Christian, ich muss gestehen ich verstehe Deine "Kritik" nicht.

    "Wer das Fest bezahl, darf entscheiden wie es auszusehen hat"...

    Amarula, und viele andere Brands, veranstalten eine mittlerweile unübersichtliche Anzahl von Wettkämpfen. Diese PR Massnahmen sind sicherlich in so weit angedacht, das am Ende des Tages eine Pressemittlung/Anzeige die gängigen Redaktionen erreicht in den man dann damit wirbt: Cocktail xxx von Barmaid/Tender yyy aus der ZZZ Bar ... und so weiter und so fort.

    Am Ende des Tage ist eine solcher Wettbewerb reine PR und das Kalkül des Brands einen Mehrwert an Öffentlichkeits-Arbeit zu bekommen. Das heißt die Kosten für den Wettbewerb und die damit erreichten Veröffentlichungen sind erfolgreicher als ein reines Marketingbudget.

    Glücklicherweise gibt es seit einigen Jahren "neue" und "kreativere" Wettbewerbe, als je zuvor.

    Helmut und das Team um Mixology war sicherlich massgeblich an dieser "neuen" Form von Wettbewerben richtungsweisend beteiligt.

    Das jetzt z.B. der Amarula Wettbewerb im Forum und bei Dir als "Hobby Mixer" so hohe Wellen schlägt und diese erfreuliche Beachtung findet, ändert nichts an der Tatsache das man den Hintergrund dieser Wettbewerbe und die verständlichen Interessen des Auftraggebers nicht aus den Augen lassen sollte.

    Beim letzten Amarula Wettbewerb gab es soweit ich mich erinnere auch "Eintragungen" von bis dato unbekannten Bartendern der Triobar - Michael hatte schlicht weg sehr ambitionierten Mixern dieses kleine Sprungbrett bereitgestellt.

    Vielleicht hättest Du solch eine "Lücke" nutzen sollen, um der "Gemeinde" deinen Drink zu präsentieren.

    Der "Berufsverband" der keiner ist, die DBU, sollte als neutraler Ausrichter einen Wettkampf wie Du ihn der Vorstellst, ausrichten - leider sind ein Großteil der von der DBU ausgerichteten Wettkämpfe alles andere als innovative oder der "Berufsehre" zugewandt ... Die DBU ist hier in vielen Dingen betriebswirtschaftlicher Orientier als so mancher Gewerblicher Anbieter - ein in meinen Augen untragbarer Zustand für einen "Verein"

    Lobend hervorheben will ich hier mal die Idee des OPEN MASTER (oder so ähnlich) - ein Wettbewerb zur Landesmeisterschaft der DBU für alle nicht DBU organisierten Bartender.

    Bartender zu sein, hat nur sehr wenig mit dem "perfekten" Drink zu tun. Er ist die Kür, vor Ihm liegt eine sehr große Pflicht-Übung. Ich glaube Dir gerne, das Deine Drinks sehr gelungen sind und Sie einen Teil der "Berufsbartender Drinks" in den Schatten stellen wollen.

    Der Ton macht die Musik, die hier gespielten Zwischentöne sind respektvollem Miteinander von Profi und "Hobby Mixer" nicht wirklich zuträglich.

    In diesem Sinne - vielleicht kannst du Dich ja mal mit Interessierten zusammenrotten und einen Offen "Qualitäts" Wettbewerb ohne Sponsorvorgaben organisieren ...

    Frage nur -- wer bezahlt es?

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  6. @ Phillip

    Ich finde es gibt eine Vielzahl logischer Erklärungen für diesen Grund - siehe meinen Kommentar oben.

    Deine Kritik an Susan finde ich ungerechtfertigt und unbedacht. Sie arbeitet in einem großen Luxus Hotel. Hier gibt der F&B Manager den Stock vor - nicht die Barmaid. Es fehlt Dir schlicht weg an Erfahrung, diese kleinen Problemchen der "Profis" beurteilen zu können. Nur weil Ihr Haus die Spirituose nicht "einlistet", darf Sie dennoch an diesem Wettbewerb teilnehmen. Die Qualität Ihres Drinks hat zumindest recht erfahrene Juroren beeindruckt...

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  7. da bin ich ja mal wieder ganz hin- und hergerissen...
    alle kommentierenden Schreiber kenne ich persoenlich und alle haben auch Recht!
    zumindest in Anbetracht ihrer Situation!!!
    ich versuche mich mal zu aeussern :-)

    @Helmut
    Es wird hoechste Zeit fuer einen Cocktailwettbewerb fuer unsere immer groesser werdende Gemeinde der Hobbymixer!
    Das waere doch mal eine Idee -
    mit Sicherheit kennst du die richtigen Partner dafuer!
    Ich setz auf dich!

    @Philipp
    Der sichere Job in den grossen Haeusern hat auch so manchen Nachteil!
    Mehr dazu mal privat...
    Schade eigentlich das so ein Hotel nicht versucht auch mit der Gewinnerin und ihrer Kretivitaet zu punkten.

    @Christian
    Ein Freak bist du wirklich
    und das sogar im positiven Sinne ;-) .
    Das du zum begeisterten Blogger geworden bist habe ich gern unterstuetzt und dich als festen Link auf meine Seite gesetzt.
    Auch habe ich mit Infos nicht hinterm Berg gehalten...
    aber ein Wettbewerb fuer Profis stellt nun mal solche Regeln...
    Bei den Formel I Rennen duerfen auch nicht alle mitfahren -
    selbst wenn sie vielleicht besser waeren als die Anwesenden.
    Ich habe keine Angst davor bei einem Mixwettbewerb von einem Amateur geschlagen zu werden
    und die meisten Bartender die ich kenne auch nicht.
    Es ist ein Wettbewerb an dem du nicht teilnehmen darfst,
    aber es gibt genuegende an denen du dich beweisen kannst.
    Beispiele findest du dafuer genuegende im Cocktailforum.
    Stell dir vor du wolltest am Dooolloooo Barmaid-Cup teilnehmen!
    Das ginge auch nicht...
    selbst wenn du in einer Bar arbeiten wuerdest:-) .

    @Herrn Meyer
    "Beim letzten Amarula Wettbewerb gab es soweit ich mich erinnere auch "Eintragungen" von bis dato unbekannten Bartendern der Triobar - Michael hatte schlicht weg sehr ambitionierten Mixern dieses kleine Sprungbrett bereitgestellt."

    Alte Petze das hatte der selbsternannte Journalist doch noch ja nicht bemerkt. ;-)

    manchmal ist ein wenig schummeln doch erlaubt...

    Mike (Triobars Hobbyvermischer)

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  8. Ich habe das Gefühl ihr missversteht mich total und dreht mir die Worte gerade im Mund um!

    @Helmut

    "Aber auch bei Deinem letzten Kommentar habe ich den Eindruck, dass Du Dich nicht ernst genommen fühlst, nur weil Du an dem Wettbewerb nicht teilnehmen darfst. "

    Das habe ich nie behauptet oder gemeint. Ich hab beim Wettbewerb die Regeln gelesen, gesehen daß ich nicht die Vorraussetzungen habe und damit hat sich der Fall für mich auch erledigt. Geärgert hab ich mich keine einzige Sekunde deswegen! Ich akzeptiere das so und dann ist´s gut. Der Artikel ist lediglich ein Gedanke wie es zu solch einer Wettbewerbsregel kommt.


    Desweiteren hast du mich auch missverstanden mit dem "besser als 50%" Damit meine ich das ein großer Teil der ausübenden Bartender keine Ahnung hat. Ich meinte damit Leute die neben ihrem Studium hinter einem Disco-Tresen stehen und denken sie sind der große Mixer.
    Diesbezüglich hab ich mich im Artikel einfach schlecht ausgedrückt. Das hat nichts mit "Aroganz" zu tuen wie du es aufgefasst hast!
    Wie ich schon erwähnt habe bin ich selbst noch nie unter die besseren Plätze geraten bei Wettbewerben und auch das erfinden von Drinks ist nicht mein Fall.

    PS: Du hast eine email ;-)

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  9. Das Marketingkonzept hinter so einem Wettbewerb verstehe ich doch sehr gut. Und auch seinen indirekten Nutzen kann ich einigermaßen einschätzen.
    Allerdings stellt sich mir die Frage, welchen Unterschied es macht, ob in der PM dann steht "Bartender XY der Bar Z" oder dort steht "Hobby-Bartender XY". Für den Sponsor des Wettbewerbs macht das in meinen Augen keinen Unterschied. Aber ich lasse mich da gerne von anderen eines besseren belehren.

    @Jörg: Deine Kritik an meinem Posting finde ich nicht gerechtfertigt. Ich habe Frau Ludwig in keinster Weise kritisiert, schlechtgemacht oder gesagt, dass es ihre Schuld ist. Denn das sie in der Hotelbar nicht unbedingt entscheiden kann, welche Produkte vorhanden sind, weiß auch ich.
    Du sagst es selber, die Bar in der der Bartender arbeitet hat keine Auswirkungen auf die Teilnahme an einem Wettbewerb. Aber welchen Sinn hat es dann, dass er in einer Bar angestellt sein muss? Viel mehr, welchen Sinn macht es, dass die Art der Bar egal ist.
    Würdest du selber die Aufstiegschancen im Rahmen des Wettbewerbs oder sagen wir lieber überhaupt den Wunsch des Bartender's, der in einer Eck-Kneipe seine WG-Wohnung finanziert und dem, der Bartender als seine Berufung ansieht, als gleich hoch betrachten?
    Wohl eher ein zu krasses Beispiel. Aber ich denke es wird deutlich was ich meine.

    Zugerne würde ich erklären warum ich mir gerade jetzt einen Manhatten mit Carpano, Rye und Bitters mache. Und bei dem Gedanken daran laut lachen muss. Aber ich schweige und genieße lieber.

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  10. Als begeisterter "Hobby-Mixer" kann die festgelegte Regel bestens nachvollziehen. Ich verstehe das als reinen Selbstschutz der Veranstalter vor der Selbstüberschätzung von Horden letztendlich unerfahrener Laien oder noch schlimmer: selbstüberzeugten Weltverbesserern.(Gleich vorweg: das bezieht sich auf niemanden, der hier kommentiert hat - ich kenne kaum einen von Euch!)

    Bis sich wirklich ein Verständnis entwickelt hat, welche Spirituosen mit welchen Zutaten innovativ oder traditionell gemixt zu herausragend trinkbaren und damit wettbewerbstauglichen Ergebnissen führen könnten ... da braucht es viel, viel Zeit und mehr Umgang mit den Grundstoffen, als das normalerweise im Heimbetrieb wohl erarbeitet werden kann.(Es sei denn man kippt konsequent viel weg oder belastet die eigenen Nieren über Gebühr!)

    Gruß,
    MiSoOtt

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  11. Jörg hat in einem Punkt definitiv recht: Wer bezahlt, der bestellt.

    Die meisten Wettbewerbe sind nicht nur von der Industrie gesponsort, sondern auch ausgerichtet (Bacardi-Martini Grand Prix, Null-Promille Cup, Havana-Club Bar Giants, BOLS Master Battle, etc. etc.).
    Die Industrie bedient sich dabei im günstigsten Fall des Rates und der Unterstützung von echten oder vermeintlichen Fachleuten/Fachgruppen zur technischen Durchführung des Events. Da gibt es die DBU oder die FBA oder Personen wie Helmut, oder auch mich.
    Dabei hat jeder Wettbewerb ein mehr oder weniger klar definiertes Ziel aus Sicht der jeweiligen Marketingabteilungen.
    Im Nachgang werden dann Menge und Qualität der Berichte in Presse, Radio und Fernsehen analysiert und man stellt Berechnungen an, wieviel Kontakte insgesamt erreicht wurden.
    (Wenn ein Bartender aus der Region einen bundesweiten Wettbewerb gewinnt, dann ist das für die Regionalpresse relevant und eine Nachricht wert.)

    Es gab in der Vergangenheit auch schon einige Wettbewerbe, die für Jedermann zugänglich waren. BOLS Frequent Shaker war so eine Wettbewerbsreihe beispielsweise. Hier hat das Marketing ganz sicher andere Ziele verfolgt, denn der Endverbraucher/Kunde/Genießer wurde direkt angesprochen. Presserelevant ist das erstmal nicht unbedingt, aber es ergaben sich vielfältige Möglichkeiten mit dem Wettbewerb zu werben. Das hat dann manchmal eher schon den Charakter eines Preisausschreibens und ist damit auch durchaus verwandt.

    Dann gibt es auch, speziell in Übersee, Wettbewerbe die von Personen oder Gruppierungen durchgeführt werden und von Industriefirmen klassisch gesponsort werden. Es existiert ein Konzept, die Sponsoren bekommen in festgelegtem Umfang Visibility und dürfen sich auf verschiedene Weise im Rahmen des Wettbewerbs darstellen - fertig. Das kostet dann X EUR oder USD. Der Einfluss auf den Wettbewerb ist dabei natürlich geringer.


    Der Wettbewerb für alle:

    Da stellen sich viele Fragen.
    Wer richtet den Wettbewerb aus?
    Wer bezahlt die Kosten?
    Warum sollte er das tun?
    Warum sollten Privatleute teilnehmen, warum Profis?
    Wenn es Preisgeld gibt, ist dass dann noch was für Private/Amateure?
    Wer übernimmt die Jury?


    Es ist eine Illusion über einen Wettbewerb nachzudenken, der für alle offen ist und unabhängig von
    wirtschaftlichen Interessen der Leute, die die Zeche zahlen.
    Der kann allenfalls als virtueller Online-Wettbewerb von einem Cocktail-Enthusiasten ins Leben gerufen werden. Oder vielleicht von einem Barbesitzer, wobei der möglicherweise wieder Eigeninteressen verfolgt, die den Wettbewerb in eine von ihm gewünschte Richtung lenken.

    Du siehst, es ist nicht ganz so einfach, was nicht heißt, dass die Zielgruppe der ambitionierten Privatschüttler weniger interessant wäre als die der Berufsschüttler. Dies zu beurteilen obliegt jedoch den Marketing-Fachleuten und deren Beratern. Da einige von denen sicher auch hier mitlesen, greift vielleicht ja einer die Idee auf und macht was draus...

    Grüße
    Robin

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  12. Danke für den ausführlichen Post, Robin. Das Geschriebene hilft weitaus mehr weiter als kurze Andeutungen und Anfeindungen.

    Ein "offener" Wettbewerb ist sicherlich um einiges schwieriger. Auch muss unterschieden werden, zwischen Veranstaltungen wo vor einer Jury gemixt wird und solchen reinen Online-Veranstaltungen, wie dem Amarula-Wettbewerb.

    Auch Preisgelder sollten lediglich im Professionellen Bereich verteilt werden. Alles andere wäre diesem Berufsstand gegenüber unfair.

    Ich glaube, ein offener Wettbewerb ist möglich. Es gab ja auch schon einige. Man muss es halt nur wollen. Und diese Entscheidung bleibt verständlicher Weise beim Geldgeber.

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