Montag, 16. Juni 2008

Mixology Monday: Bourbon


Ein mir bisher völlig unbekannter Blog gibt diesen Monat das Thema des Mixology Monday vor: Scofflaw´s Den will alles über Bourbon wissen. Ich bin zwar kein Whiskey-Fan aber wenn ich mal solch einen Brand trinke fällt meine Wahl meist auf diesen amerikanischen Vertreter seiner Art.
Der Ursprung des Bourbons ist Europa. Irische und schottische Einwanderer, welche sich in der Kunst des Destillierens verstanden, passten sich den neuen Gegebenheiten an und brannten zunächst Whiskey aus wild wachsendem Roggen (Rye). Dies geschah in den Oststaaten wie Pennsylvania oder Maryland, von wo aus der Whiskey langsam seinen Siegeszug Richtung Westen begann. Kentucky war dabei dank seines fruchtbaren Bodens besonders beliebt. Mais wuchs dort bestens und Wasser war dank einer Vielzahl von Quellen im Überfluss vorhanden – die besten Voraussetzungen! Der Begriff Bourbon las man am 26.06.1821 das erste Mal in einer Zeitungsanzeige von der Firma Stout & Adams. Damals war Bourbon noch eine Herkunftsbezeichnung und nicht wie heute eine Sortenbezeichung.
Die Geschäfte blühten bis zur Einfuhr der Prohibition. Diese zerstörte mit einem Schlag die gesamte amerikanische Whiskey-Industrie. Nur langsam kam die Maschinerie wieder zum laufen nachdem die Alkoholverbote aufgehoben wurden. Heute lassen sich die Destillerien in Kentucky, Virginia und Indiana an vier Händen abzählen. Die führenden Marken des US-Brandes sind, in dieser Reihenfolge, Jack Daniel´s, Jim Beam, Seagram´s und Evan Williams.
Die Maische (mash bill) für Bourbon muss mindestens zu 51% aus Mais bestehen. Als Zweitgetreide wird meist Roggen verwendet und seltener Weizen. Der Rest der Maische besteht aus Gerstenmalz, welches dank seiner Enzyme erst die Umwandlung von Stärke in Zucker ermöglicht. Der Zucker wird anschließend in Alkohol vergärt. Des Weiteren werden Reste der letzten Destillation zur Maische gegeben, die ab nun an den Namen sour mash trägt. Das fertige Destillat wird danach in Fässern aus einheimischer Eiche gelagert Die amerikanische Weißeiche stellte sich schnell als ideales Material für Fässer heraus. Diese wurden ausgebrannt um Verunreinigungen zu beseitigen. Des Weiteren ist dieser Vorgang sehr wichtig für das spätere Geschmacksbild der Whiskeys. Zucker, Aromen und Farbstoffe sorgen dafür das ein Bourbon zu dem wird was er ist.
Wie auch beim schottischen Whiskey wird Bourbon entweder aus verschiedenen Bränden hergestellt (blended) oder direkt (straight) abgefüllt. In unseren Märkten hat der Blended Whiskey keine Bedeutung. Ein Bourbon ist „Straight“ wenn er

-in den USA gebrannt wurde
-mindestens aus 51% Mais besteht
-auf höchstens 80% destilliert wurde
-mit maximal 62,5% im Fass gelagert wird
-die Fässer neu sind
-mindestens 2 Jahre im Fass reift

Einer der klassischsten Drinks sollte der Manhattan sein. Eine erstklassische Interpretation davon bildet eine Variante mit dem beliebten St. Germain Likör. Ein Teil des Wermuts wird dabei einfach durch die Holunderblüten ersetzt. Kurze Anmerkung: Heute habe ich meinen eigenen „St. Germain“ angesetzt. Über die Ergebnisse wird ich in 8 Wochen berichten…

Elderflower Manhattan
6 cl Bourbon (I.W. Harper 12)
3 cl St. Germain
1.5 cl Dry Vermouth (Noily Prat)
2 dashes Angostura

Shake all ingredients whit ice and strain into chilled glass.

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