Samstag, 13. September 2008

Kleine Mixschule


Ich hoffe dr Bitters-Blog Nord nimmt es mir nicht all zu übel das ich hier in den Cocktailwelten ebenfalls das Buch „Kleine Mixschule“ anspreche. Während sich das Werk bei Herrn Meyer noch auf dem Postweg befindet, steht das Buch bei mir schon seit Donnerstag im Bücherregal. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Werbeanzeige im aktuellen Flyer der Bartours Berlin, welche im Rahmen des BCB stattfinden werden.
Auf knapp 100 Seiten stellen das Autoren-Team Helmut Adam, Jens Hasenbein und Bastian Heuser zunächst die wichtigsten Barwerkzeuge und Glassorten vor. Nach einer kurzen Anleitung wie der Shaker zu benutzen ist geht es auch schon in den Rezeptteil über. 20 klassiche Drinks werden auf je einer Doppelseite vorgestellt. Auf den kommenden zwei Seiten befinden sich dann noch jeweils zwei Varianten der Grundform. So findet man nach dem Dry Martini noch die Rezepte für einen Golden Gibson und einem Breakfast Martini. Das erhöht die Anzahl der vorgestellten Drinks in dem Buch auf 60.
Die Mixturen sind zunächst nach Spirituose geordnet. Diese ist klein neben der Seitenzahl vermerkt. Jeder Drink wird mit einem perfekten Bild dargestellt das sehr durstig macht. Hier die erste Kritik: Auf den Bildern sind die Drinks nicht mit Volleiswürfel zubereitet (Herr Adam was sagen sie zu Ihrer Entschuldigung :-D) Aufgeteilt in den drei Spalten Glas, Zutaten und Bargeräte wird dem Leser schnell erklärt was er für die Zubereitung alles benötigt. Hier findet sich auch ein weiterer Kritikpunk. Die Zutatenliste ist keine Liste! Die Ingredienzien wurden mit Kommata getrennt hintereinander geschrieben, was die Zubereitung beim Nachmixen etwas erschwert. Die benötigte Zutat muss immer erst im Buch gesucht werden und ist nicht auf einen Blick zu finden. Die Zubereitung wird in nummerierten Schritten penibelst genau erklärt. Einen Fehler kann man hier nicht machen.
Neben diesen Grundinformationen findet man noch Zusätzliche Inhalte wie eine kurze Beschreibung des Drinks,Dekotipps, „kleine Bargeschichte“, „Geheimtipps“ und „Das Prinzip“. Nochmals eine Kritik in dem Buch: Ist es wirklich ein Geheimtipp das man kohlensäurehaltige Getränke nicht in den Shaker geben soll? Das gehört wohl eher in die Shakeranleitung am Anfang des Buches.
Sehr gelungen finde ich die den Teil mit „dem Prinzip“ Zu jedem Drink wird erklärt was die sie Idee hinter dieser Mixtur ist. So wird beim Manhatten erläutert das der Whiskey auch gegen eine andere gealterte Spirituose getauscht werden kann um entsprechend einen Rum-, Cognac- oder Sonstwas-Manhatten zu erhalten.
Das Buch ist ein idealer Anfang für alle die sich in die Welt der Cocktails begeben wollen. Mit genauen Mixanleitungen und einer Top-Auswahl an Drinks werden hier Cocktail-Anfänger bestens an das Thema herangeführt. Für fortgeschrittene Mixer hält das Buch leider nicht sehr viel Neues bereit aber die eine oder andere Drink-Variante ist sehr ansehnlich. Immerhin heißt das Buch ja auch Mixschule. Für knappe 13€ bekommt man ein Buch das ich Neulingen in der Welt der Cocktails auf jeden Fall ans Herz legen kann!

PS: Ich hoffe das ich trotz kleiner Kritik doch zum BCB in zwei Wochen einreisen darf.

Kommentare:

  1. Lieber Christian,

    konstruktive Kritik ist immer willkommen und wir freuen uns weiterhin dich auf dem BCB willkommen zu heissen.
    Ich äussere mich auch gerne dazu, so müssen wir uns vom Bitters Blog hoffentlich nicht die gleiche Schelte anhören lassen! ;-)
    Das Buch ist vom Verlag in der Tat für den Endkonsumenten gedacht und wendet sich nicht an Bartender oder Kenner der Materie. Daher werden die Geheimtipps weder dich noch einem langjährigen Bartender überraschen.
    Was die Fotos der Cocktails angeht, so haben wir versucht, den Verlag von der Zusammenarbeit mit einer uns nahestehenden Fotografin zu überzeugen, was leider nicht geklappt hat. Wie so oft bei solchen Ablichtungen (wenn nicht von den Richtigen getan), wurde daher kein Wert auf die für uns als Bartender so wichtigen Details wie gutes Eis gelegt. Leider ein Kompromiss mit dem man leben muss...
    Auch auf die gestalterische Ausarbeitung (sprich die Aufzahl der Zutaten mit Kommata) hatten wir keinen Einfluss, ich bin mir sicher, wir hätten es teilweise anders gelöst.
    Ich werde deine Kritikpunkte aber gerne an den Verlag weiterleiten, vielleicht bekommen wir beim nächsten Buch dann noch ein wenig mehr gestalterischen Einfluss! ;-)

    LG,

    B

    AntwortenLöschen
  2. Hi und danke für das Feedback.

    Schade das der Verlag seinen eigenen Weg geht in mancher Hinsicht. Wie gesagt finde ich das Buch durchaus gelungen bis auf die Zutatenangaben was mich wirklich stört. Die Sache mit dem Eis ist ja unwichtig: Welchen Endverbraucher stört das schon oder fällt soetwas auf? Die Bilder sind dennoch 1A! Daß das Buch nicht für Bartender und Kenner gedacht ist sollte ja klar sein und für alle Gelgenheitsmixer ist dieses Werk wie schon gesagt absolut empfehlenswert!

    AntwortenLöschen