Montag, 6. Oktober 2008

BCB 2008 – Ein Rückblick (2)

Nachdem ich im vorhergehenden Eintrag etwas zu den Ausstellern gesagt habe möchte ich nun noch die Eindrücke der von mir gesehenen Vorträge wiedergeben. Diese gab es reichlich in den vier großen Gebieten Flair-Bar, Tasting-Forum, Demo-Bar sowie auf der Main Stage.
Hier fand auch der erste Vortrag des BCBs statt, welchen ich natürlich beiwohnte. Das Autoren-Duo Anistatia Miller und Jared Brown erklärten in alle Details die Geschichte des Cachaca in ihrem Vortrag „The Soul Of Brazil“. Das Ganze entpuppte sich nur als sehr langwierig da der chronologisch aufgebaute Beitrag bereits im 13 Jhr. begann. Eine kurze Einleitung dazu und mehr Informationen der Neuzeit wären angenehm gewesen.
Auf meinem Programm stand als nächstes der Besuch von Philipp Duffs „Get rich and famous wiht bols“. Hier erfuhren die Teilnehmer was man für eine gute Bar beachten muss (get famous) und wie man schnell seine erste Millionen verdient (get rich). Ein nicht ganz ernst zu nehmender Beitrag der sehr interessant währe wenn die Theorien auch in der Praxis funktionieren würden…
Zurück auf der Hauptbühne erläuterte Heinz Kaiser die Verwandtschaft der Bar zur Apotheke und die Grundformeln zum Herstellen eigener Liköre und Bitters. Ein erstklassiker Beitrag zu diesem sehr spannenden Thema. Ich werde versuchen dem einen eigenen Beitrag in den Cocktailwelten zu widmen. Der Bezug zwischen Bar und Apotheke war auch deutlich sichtbar am Aspirinverbauch des zweiten Tages im Glashaus…
Mein persönliches Highlight war der exzellente und sehr unterhaltsame Beitrag von Ian Burrell, dem britischen Rumbotschafter. Zehn Cocktails aus der Geschichte des Rums wurden in einer knappen Stunde vorgestellt. Hier merkte man in jedem Handgriff die Liebe zum Detail und zum karibischen Zuckerrohrbrand. Begeistert hat mich der Zucker, welcher mit Melasse zu einer sehr aromatischen Masse gemischt wurde.
Gleich im Anschluss ging es weiter zu den Traveling Mixologists und ihren Cocktailkreationen. Hier gab es unter anderem einen Hendriks Gin zu begutachten mit einem Alkoholanteil jenseits der 90%. Der Gin ist durch seine Prozente zwar sehr scharf am Gaumen aber geschmacklich eine Bombe! Die Drinks boten die bekannte TravMix-Qualität und Herr Meyer musste erfahren das man eine Glasscherbe nicht all zu hart berühren sollte.
(Die weiße Barjacke und der Blutfleck erinnerten übrigens eher an einen Metzger als an einen Barmann).
An der Demo-Bar wurde unter anderem der Ron Zacapa vorgestellt von der Master-Blenderin höchstpersönlich. Neben dem verkosten der Melasse und der Geschichte des Hauses wurde auch alle zu dem Rum erklärt. Der unter neuem Label und Namen erhältliche 23er Rum, hergestellt im Soleraverfahren, ist im übrigen kein 23 Jahre alter Rum. Der älteste Bestandteil des Blendes besitzt zwar dieses Alter aber der Basisanteil beträgt lediglich ein Alter von sechs Jahren. Der aromatische Ron Zacapa Systema Solera 23 mit seinen Schokoladenaromen gehört zu meinen persönlichen Rumfavouriten.
Am zweiten Tage des Convents erklärte Jeff Morgenthaler die „vernetzte Welt“ und die Einflüsse des Web 2.0 auf die Barwelt. Anhand des Beispiels „Gin Red Basil Smash“ wurde deutlich wie sich ein Drink weltweit dank des Internets verbreitet wird. Dieser Beitrag von Jeff steht übrigens komplett in seinem Blog zur verfügung nebst vielen weiteren Einträgen zu den Tagen in Berlin.
Die wohl schönste Produktpräsentation war die des neuen alten Galliano L´Autentico. Nach dem Präsentieren der einzelnen Kräuter des italienischen Likörs wurden auch diverse ätherische Öle in die Menge gereicht um die einzelnen Bestandteile auch nach dem Geruch zuzuordnen. Im Anschluss konnte der Kräuterlikör noch verkostet werden und eine Vielzahl von Cocktailkreationen wurden gemixt. Nur schade das der italienisch-englische Dialekt des Markenbotschafters sehr anstrengen war beim zuhören.
In der Zwischenzeit duellierten sich einzelne Flair-Teams auf der Showbühne um den Titel des „Flairteams des Jahres“ zu erhalten. Jede der Gruppen hatte dazu Zeit sich 45 Minuten auf der Bühne zu präsentieren.
Zum Schluss lud Mixology zur, schon im Vorfeld diskutierten, Podiums-Diskussion ein. Hohe Vertreter der IHK, DBU, ÖBU sowie dem Drinks-Magazin und Mixology besprachen zusammen mit dem Publikum die Zukunft des Berufsstandees des Bartenders. Dieses Gespräch kam leider viel zu oft vom Thema ab und endete immer wieder in einem kleinen Streit. Zudem war es klar das man in dieser kurzen Zeit nicht all zu viel Bewegen kann. Diese Diskussion ist einfach zu Wichtig um in 120 Minuten öffentlich erläutert zu werden. Es wäre wünschenswert wenn diese Diskussion zwischen IHK und der Barindustrie im Ruhigen weitergeführt wird.
Sämtliche Vorträge waren sehr informativ und gehaltvoll. Teils mit Witz und nie all zu steif (mit Ausnahme der Podiumsdiskusion) präsentierte sich der BCB von seiner besten Seite. Auch hier freue ich mich bereits auf das Programm des nächsten Jahres. In meinen Augen war die Messe ein voller Erfolg. Ich möchte mich hier nochmals bei dem gesamten Team von Mixology bedanken sowie bei sämtlichen Ausstellern, Helfern und den Berliner Bars.

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