Sonntag, 26. Oktober 2008

Broker´s London Dry Gin


Wer auf der Suche nach einem weichen, süßen und sehr fruchtigen Gin ist sollte mit Broker´s Dry Gin bestens bedient sein. Ein sehr ungewöhnlicher Wacholderbrand bei dem ich den Namenszusatz „Dry“ nicht vergeben würde.
Seinen Ursprung hat der Tropfen in einer Destillerie nicht weit entfernt von Birmingham. Dort wird zunächst eine Weizenmaische dreifach in traditionellen Pot-Stills gebrannt. In diesen Neutralakohol werden nun zehn Botanicals für 24 Stunden eingelegt, bis diese ihr Aroma abgeben, um erneut gebrannt zu werden. Neben den Wacholderbeeren finden sich unter den Gewürzen noch Orange- und Zitronenschalen, Koriander, Muskatnuss und Zimt. Diese weihnachtliche Mischung wird später für ein interessantes Aromabild sorgen. Auf Trinkstärke herabgesetzt gibt es das Produkt, ähnlich dem Bombay Saphire, in einer Variante mit 40% sowie mit 47% Alkoholanteil – dieser Test bezieht sich auf den stärkeren Gin.
In der Nase ist bereits eine verstärkte Fruchtigkeit zu erahnen in Kombination mit minimalem Wacholder und einem leichten alkoholischen Brennen. Der Geschmackstest sollte dies bestätigen.
Um es vorweg zu nehmen: Für all diejenigen welche den französischen G´Vine Floraison nicht als Gin bezeichnen sollten vielleicht einen Bogen um den Brokers machen. Dieser ist der wohl eigenartigste Gin den ich je getrunken habe. Das Produkt ist ungeheuerlich süß und reicht ohne Probleme an moderne Old-Tom´s heran (Haymen´s und Both´s). Wacholder ist nur noch sanft auf der Zunge zu vernehmen. Stattdessen breitet sich eine Orangen- und Zitronenaroma aus das man selbst nach mehreren Minuten noch spürt. Eine dezente Koriandernote rundet das Ganze ab. Wie schon oben erwähnt ist der Gin mit dem Hut alles ander als „dry“.
Für ca. 18€ bekommt man einen Pseudo-Old-Tom mit der Wucht eines Triple-Sec-Likörs. Dieser sehr spezielle Brand kann nicht überall eingesetzt werden und muss bei niemanden zwingend im Barregal stehen. Allerdings lässt es sich nicht leugnen das man mit Broker´s einen erstklassiken Tom Collins zaubern kann.

1 Kommentar:

  1. Interessanter Test... Ich habe diese Erfahrungen nicht so gemacht. Eine Süße fand ich auch ausmachbar, aber in Richtung Old Tom - auf keinen Fall!
    Ich finde den Broker's ausgewogen und balanciert, nicht aber übermäßig gin-fremd. Im Vergleich zum G'Vine finde ich ihn absolut klassisch... Meines Erachtens insgesamt - wenn man vom hut absieht - ein gutes Produkt

    AntwortenLöschen