Donnerstag, 20. November 2008

Original Caipirinha


Das Nationalgetränk von Brasilien. Jeder kennt ihn und schon fast jeder hat in zumindest schon einmal getrunken. Nur die Wenigsten wissen allerdings das der „normale“ Caipi nicht sehr viel mit dem brasilianischen Original am Hut hat. Ursprünglich wurde das Getränk viel von Bauern auf dem Land getrunken worauf auch der Name zurückzuführen ist. Abstammend vom brasilianischen Wort Caipira und der Endung –inha, welches eine Verniedlichung von „klein“ darstellt. Ergo Caipirinha = kleiner Caipira.
Ein Caipi besteht aus lediglich drei Zutaten: frische Limette, Zucker und Cachaca. Wobei sich das südamerikanische Original keineswegs nur auf Limetten beschränkt. Dort bekommt man je nach Wunsch seinen Cocktail auch mit anderen frischen Früchten z.B. mit Mango. Hier fällt die Zitrusfrucht komplett weg. Bestellt man hierzulande einen Caipirinha mit Mango ist mit Sicherheit dennoch eine Limette vorhanden und es wird nur ein Schuss Mangosaft hinzugegeben.
Besonders Wichtig ist die Auswahl der richtigen Spirituose. Lediglich der Cachaca kommt hierfür in Frage. Dieser Verwandte des Rums sollte keinesfalls mit normalem Rum verwechselt werden. Dieser wird aus Melasse destilliert während der Cachaca direkt aus frischem Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Durch diesen Unterschied entsteht ein eigener Charakter im Brasilen-Brand der für den Fruchtcocktail sehr entscheiden ist. Das führende deutsche Destillat für den Caipi ist dabei keineswegs zu empfehlen! Spritig und scharf ist das Produkt mit dem Krebs auf dem Etikett der schelchteste Cachaca denn ich persönlich kenne. Sagatiba, Armazem Vieira oder Velho Barrairo eigen sich deutlich besser für den Zweck des Cocktails.
Auch der bekannte braune Rohrzucker den jeder aus seinem Drink kennt gehört hier nicht hin. Im Original verwendet man weißen Rohrzucker. Dieser ist feinkörniger und löst sich besser im Caipi auf als die braune Variante. Somit ändert sich das Geschmacksbild des Getränkes erneut und man beißt nicht bei jedem Schluck auf den groben Kristallen herum. Ich persönlich nutze ganz normalen Zucker wie er in jeder Zuckerdose Deutschlands zu finden ist. Ob die Süße nun aus Zucker des Rohres oder der Rübe kommt sollte nicht entscheidend sein.

Zubereitung der Caipirinha

1. Eine Limette reinigen in Scheiben scheiden, keine Achtel, und in ein Mixingglas geben. Das hat den Vorteil das die Frucht nicht mit einem Stößel ausgedrückt werden muss. Dies geschieht in der weiteren Zubereitung von alleine. (siehe Punkt 6)
2. Weißen Zucker nach eigenem Geschmack über die Limettenscheiben streuen. 1-2 Teelöffel reichen locker aus um den Drink zu süßen.
3. Das Glas randvoll mit möglichst kalten Eiswürfeln füllen. Je kälter desto besser da dieselben Würfel später auch den Caipi kühlen. Das übliche Crushed Ice ist keine Alternative! Es verwässert den Drink zu schnell was ihn untrinkbar macht.
5.6 cl Cachaca hinzufügen. Je besser die Qualität desto mehr kann in der Regeln benutzt werden und das Ergebnis ist immer noch schmackhaft.
6. Alles gut shaken – nicht rühren! Durch das shaken werden die Zutaten sehr schnell kalt, der Zucker löst sich gut auf und die Limettenscheiben werden durch die Eiswürfel von alleine ausgedrückt.
7. Den Inhalt des Shaker in das eigentliche Gästeglas umfüllen. Ein Trinkhalm ist nicht notwenig aber schadet auch nicht. Er hat den Nachteil das man nicht aufgelöste Zuckerkristalle die am Glasboden absinken immer im Mund hat – ich find das störend.
8. Zurücklehen und einen richtigen brasilianischen Caipirinha genießen. Saúde! (Prost)

Kommentare:

  1. Auch wenn Wikipedia den Drink vermännlicht,
    die Caipirinha bleibt weiblich.
    Das ist der Wahrheit.

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  2. Jep, die aufgeführte Variante ist wohl die ursprünglichste und ist auch sehr lecker. Nichts desto trotz ist ein Caipirinha mit Braunen Zucker und crushed Ice keineswegs ungenießbar. Auch wenn er sich schlechter löst, ist er meiner Meinung nach geschmacklich besser als der weiße und gibt dem Cocktail noch ein schöneres Aroma. Aber wie immer gilt, jeder hat seinen eigenen Geschmack. ;)

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  3. "Die (original) Caipirinha"

    Es mag vielleicht wahr sein aber gut anhören tut es sich für mich einfach wirklich nicht.

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  4. Die Caipirinha ist auch im Portugiesischen weiblich.
    Man sagt auch nicht "der Bloody Mary", oder?
    Ich bin halt ein Fan des Femininen in der Barkultur, die ja bis auf Ausnahmen sehr männerdominiert ist...

    Im Ernst: auch Christian hält die männliche Titulierung des Drinks nicht durch. Eine Überschrift lautet immerhin:
    "Zubereitung der Caipirinha" ...

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  5. Alchemyst ich hasse dich haha :-)

    Für mich ist es aus Gewohnheit der Capirinha auch wenn es falsch sein mag. Wir Bayern sind da geren mal anderst :-)

    Wir können uns ja darauf einigen es DAS Caipi zu nennen^^

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  6. Ok Christian, ich geb´ auf...
    Wenn ich auf diese Weise "Das Caipi" verhindern kann...

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  7. Das ist ja wunderbar! Ich habe seit langer Zeit das originelle Rezept von Caipirinha gesucht.Endlich habe ich es. Danke ihnen dafür.

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