Dienstag, 30. Dezember 2008

Gurktaler Alpenkräuter


Im Zuge der Ausbreitung von GSA-Spirituosen möchte ich hier an dieser Stelle natürlich nicht untätig bleiben. Ehrlich gesagt wollte ich schon seit langer Zeit diesen österreichischen Kräuterlikör vorstellen der in Deutschland so gut wie unbekannt ist. In Österreich scheint er dagegen zu einen der marktführenden Produkten zu gehören wenn ich dem Händler meines Vertrauens denn trauen kann. Nicht nur deswegen habe ich diesen Likör auch schon im Mixology-Forum bei den GSA-Produkten erwähnt. Umso erfreuter war ich auch als ich zudem in der letzten Ausgabe einen kurzen Artikel zum „Gurki“ gefunden habe.
Der Bitter, welcher von der Gruppe Underberg vertrieben wird, stammt aus der kleinen österreichischen Gemeinde Gurk in Kärnten. Dort wird der Likör auf traditionelle Art und Weise aus 59 Kräutern, Wurzeln und Früchten hergestellt. Darunter befinden sich unter anderem Salbei, Lavendel, Enzian, Kamille, Wacholder und Safran. Mit einem ausgewogenen Alkoholanteil von 27% präsentiert sich der kaffeebraune Kräuter äußerst gefällig. Sowohl als Aperitif auf Eis als auch als Digestif weiß der Gurktaler zu überzeugen.
In der Nase bemerkt man deutlich die Bitterstoffe und eine leichte Süße. Der Geruch ist sehr komplex und vor allem von Galgant geprägt sowie einigen Kräuterblüten. Überraschend ist dagegen der Geschmack. Nur leicht bitter und dafür überraschend Süß präsentiert sich der Österreicher. Die Zutaten sind äußerst harmonisch aufeinander abgestimmt und dennoch sehr vielschichtig. Am besten lässt sich das Ganze wohl beschreiben als ein sehr würziger Lebkuchen. Die typischen Weihnachtsgewürze verbleiben lange am Gaumen und wechseln immer wieder mit anderen leichten Aromen ab. Ich meine eine gewisse Enzian- und Bärwurznote auszumachen.
In Cocktails habe ich das Produkt noch nie getestet auch wenn es der Kräuterlikör meiner ersten Wahl ist. Einige Flaschen pro Jahr schaffe ich immerhin zu leeren (meist wenn Besuch im Haus ist). Ich könnte mir durchaus vorstellen einfache Drinks damit zu kreieren. Interessant könnte eine Alexander-Variation sein in dem die Creme de Cacao ersetzt wird.
Gurktaler Alpenkräuter ist für mich einer der besten seiner Art. Ich bin immer wieder von der Harmonie der Zusammensetzung begeistert. Gewiss ist er Richtung Norddeutschland immer schwerer zu finden und immer unbekannter, aber diverse Shops im Internet führen ihn mittlerweile in ihrem Sortiment. Für gerade einmal 10 € pro Literflasche bekommt man einen Halbbitter der auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Es muss nicht immer „Vorsicht, wild“ sein.

Kommentare:

  1. Täusche Dich nicht, hier in Norddeutschland ist der Gurktaler schon länger recht gut zu erhalten (Metro und Fegro) und einige in meinem Freundeskreis haben auf Sommerpartys schon so manche Flasche davon geleert..

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  2. Mein leiblicher Vater wohnt mittlerweile in Straßburg an der Gurk, welches natürlich ebenfalls mitten im Gurktal liegt. Somit kam ich schon vor einem Jahtzehnt in den Genuss eines Gurktaler Alpenkräuters.
    Wären damals meine Begeisterung und mein Wissen rund um die Getränkewelt auf dem heutigen Standard gewesen, hätte ich diesen überaus leckeren Vertreter der Bittersfamilie mit Sicherheit vor einigen anderen nach Berlin verschleppt...
    Interessant, wie lang mancher Weg einer Spirituose sein kann, oder?

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