Donnerstag, 31. Januar 2008

Aller guten Dinge sind drei

Ab sofort gibt es hier auch Artikel zu lesen von Torben Bornhöft a.k.a. crackone. Somit schreibt hier neben mir auch das ganze Team der Forgotten Flavours.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und die kommenden Artikel, verstärkt zu den Themen Rum und Champagner.
Ich wünsch dir viel Spaß beim schreiben und den Besuchern viel Spaß beim lesen!

Dienstag, 29. Januar 2008

Reposado Tequila Blind-Tasting


Die Spirituose mit dem größten Wachstumspotenzial ist momentan mit Sicherheit der aus Mexiko stammende Tequila. Besonders in dem Segment der hochwertigeren 100% Agaven-Tequilas sind die angebotenen Sorten um ein vielfaches gestiegen. Der Tequila ist mehr als nur das Zeug mit dem roten Hut mit dessen Hilfe sich die Jugend nur all zu gerne (aus mir total unerklärlichen Gründen) betrinkt. Durch dieses Verhalten hat die Spirituose nicht den besten Ruf. Dies versuchen die Brennereien und Importeure zu ändern.
Aus diesem Grunde hab ich mich dazu entschlossen ein Online-Blindtasting durchzuführen mit acht 100% Reposado-Tequilas in den verschiedensten Preisklassen. Die Wahl viel auf das Reposado-Segment, da diese Brände noch die fruchtige Frische des Tequilas besitzen aber durch die Reifung schon gewisse Feinheiten eines Anjeo aufweisen. 16 Tester aus dem Hobby- und Profibereich der Bar kamen hierbei zu einem überraschenden Ergebnis!

Wie auch schon beim Bourbon-Tasting gab es hier je Sorte 10 Punkte zu vergeben. Je mehr Punkte desto besser.
Den letzten der acht Plätze belegt Tapatio. Ein unerwartetes Ergebnis (ist es doch mein Favourit). Er besitzt ein ausgewogenes Agavenaroma, ist sehr rund und weich. Ich kann das Resultat nicht nachvollziehen aber die Tester haben gesprochen! Der billige Sauza Hornitos landete auf dem vorletzten Platz. Dieser Brand unterscheidet sich von allen anderen durch seine wuchtige Frische und Aromen von grünem Apfel. Leider mindert eine leichte Spritigkeit und der sehr kurze Abgang das Vergnügen.
Gleichauf, auf den folgenden Platz, liegen die Produkte von „1921“ sowie der kostspielige El Tesoro de Don Felipe. Der Standart-1921-Reposado (es gibt auch eine Sonderabfüllung) ist sehr zart und fruchtig in der Nase. Leicht holzig und mit frischer Agave eine wahre Aromabombe. Ein sehr komplexer Tequila und ein Kaufempfehlung wert. Nach alter Tradition wird der Tequila El Tesoro hergestellt was sich im Preis deutlich bemerkbar macht! Aromen von Vanille und leichter Eiche finden sich hier sowohl im Geschmack wie auch im Geruch. Wie bei einigen seiner Vorgänger ist auch hier der Abgang recht kurz. Ein ideales Produkt für den puren Genuss. (natürlich ohne Zitrone und Salz wie alle hier vorgestellte Sorten
In einer hübschen blauen Flasche wird Corralejo verkauft. Im sieht man bereits bei der Farbe eine sehr kurze Fassreife an. Auch geschmacklich könnte er eher ein Blanco sein. Er ist leicht stechend, unrund und etwas modrig. Dieser Tequila dürfte sich aber gut in einer Margarita machen. Etwas besser Bewertet wurde von den Testern das Produkt aus dem Hausde Herradura. Er ist sehr zart in der Nase und erinnert an Kakao und Kardamom. Geschmacklich nur flach und eindimesional mit langem Abgang reichte es noch nicht für das Spitzenfeld.
In diesem befindet sich aber bereits Don Julio Tequila. Hier überrascht eine Mildheit gegenüber den anderen Mexikanern. Feine Cognagaromen und Anklänge von Vanille bilden hier den verdienten zweiten Platz. Aufpassen muss man beim Don Julio auf den Preis da dieser, je nach Shop, sehr stark schwankt!
Mit deutlichem Abstand zu seinen Konkurrenten wird das Blind-Tasting angeführt von Tequila Reserva 1800 Reposado. Ebenfalls eine für mich nicht nachvollziehbare Entscheidung. Holzig im Geruch und sehr scharf lässt der Tequila eigentlich nichts Gutes erahnen. Auf der Zunge spürt man vorallem dominante Holznöte. Die typische Frucht geht hier fast komplett unter. Dennoch bildet sich hier ein harmonisches Gesamtbild was man anhand der Geruchsprobe nicht denken könnte. Die alkoholische Schärfe im Abgang empfinde ich als zu störend.

Abschließend kann man sagen das es „den Reposado-Tequila“ nicht gibt. Beachtet man die Durchschnittspunkte stellt man fest wie knapp die einzelnen Brände beieinander liegen. Hier zeigt sich ganz klar wie der persönliche Geschmack entscheidet. Überraschend im Vergleich zum Bourbon-Tasting das doch deutliche Grenzen aufweist. Der ganze Ablauf des Tastings sowie die ganze Punktetabelle und eine anschließenden Diskussion sind im Cocktailforum zu finden.

Punkte:
4,88
- Taptaio
5,13 – Hornitos
5,31 – El Tesoro
5,31 – 1921
5,38 – Corraljeo
5,50 – Herradura
5,56 – Don Julio
6,25 – 1800


PS: Ein Gin-Tasting nach selbigen Model ist bereits in Planung.

Sonntag, 27. Januar 2008

Imbibe!


Imbibe! (zu deutsch: trinken, aufsaugen, sich etwas einverleiben) ist das im November letzten Jahres erschienene Buch von David Wondrich. Nach eigenen Angaben von David dauerte die Fertigstellung immerhin drei Jahre! Ein Buch das sich intensiv mit dem Leben von Jerry Thomas und seinen Cocktails befasst sowie der Geschichte des „American Cocktail“. Oder mit den Worten des Autors gesagt:
From Absinthe Cocktail to Whiskey Smash, a Salute in Stories and Drinks to "Professor" Jerry Thomas, Pioneer of the American Bar.”

Das Buch hat 300 Seiten und ist in neun Kapitel unterteilt. Beginnend mit einem Vorwort von Dale Degroff (MotAC) geht es weiter in einen kurzen Lebenslauf und den sehr ausführlichen Teil „How to mix drinks, or what would Jerry Thomas do?“ Der Titel sagt bereits alles. Erläutert wird die Kunst der Zubereitung zu den Goldenen Zeiten der Jahrhundertwende bis heute.
Nach diesen ersten 60 Seiten geht es in den sehr gelungenen Rezepteteil über. Angefangen mit dem gekürzten Teil „Punches“. Das Kapitel wurde so umfangreich, dass der Autor ein eigenes Buch darüber schreiben möchte. Darauf kann mit Spannung gewartet werden!
Bis knapp zum Ende des Werkes werden nun über 100 Originalezepte genaustens beschrieben. Dabei immer Geschichten, Anekdoten, Wissenswertes zu jeden Drink auf je zwei Seiten. Ausführlicher und besser geht es nicht! Die letzten Rezepte werden ohne diese Geschichten ausgeschmückt. Dabei handelt es sich um moderne Drinks-Kreationen nach Vorbild der alten Klassiker.
Zum Schluss werden noch ein paar Rezepte zur Herstellung eigener Sirups und Bitters erklärt zum Beispiel Jerry Thomas Own Decanter Bitters oder Raspberry Syrup um nur zwei zu nennen.

Das Buch ist definitiv nichts für jemanden der nur an und ab einen Cocktail mixt. Wer sich aber tiefer mit der Materie beschäftigt wird an diesem Buch seine Freude haben. Stephan Berg sagte dazu: „Ich kann an dieser Stelle nur eindringlichst an jeden auch nur annähernd Interessierten appellieren sich dieses Buch zu kaufen und ein tieferes Verständnis zur Cocktailgeschichte zu entwickeln.“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! David Wondrich hat ein ganz fantastisches Buch zum Thema geschaffen welches einfach in keiner Mixology-Bibliothek fehlen darf! Erhältlich ist das Meisterwerk beispielsweise bei Amazon für gerade einmal 19€. Eine Leseprobe im Netz ist hier zu finden. Kaufen marsch marsch!

Freitag, 25. Januar 2008

Towerbar - Hamburg


Die Tower Bar befindet sich, wie der Name schon sagt, ni einem Turm. Genauer gesagt in dem des Hotel Hafen Hamburg. Mittels Lift kommt man in die Bar in 62 Meter Höhe. Die Räumlichkeiten sind auf zwei Etagen verteilt und sind komplett von Fenstern umrahmt. Das ermöglicht einen großartigen Rundumblick auf die gesamte Hansestadt. Es empfiehlt sich einen Sitzplatz Richtung Elbe um auf das Treiben im Hafen blicken zu können. Bei Nacht ein schönes Spektakel während man einen Cocktail trinkt.
Die Barkarte ist reichhaltig und hat vor allem fruchtige Cocktails zu bieten. Die Preise befinden sich alle im Segment zwischen 8,50-11,50 € und sind damit fair berechnet. Die Drinks sind groß und üppig. Das gilt auch für die Dekoration, welche viel zu übertrieben ist. 4-6 Fruchtstück an einem Glasrand scheinen hier normal zu sein. Auf diese Art und Weise wird man zumindest satt während des Aufenthaltes in der Bar. Der Service war schnell, freundlich und die Getränke wurden ebenfalls in Windeseile zubereitet. Wobei auch nichts Anderes zu erwarten ist, nachdem ich der erste Gast des Abends war.
Die Towerbar hat an sich zwar nichts Besonderes zu bieten, dennoch sollte sie bei einem Hamburgaufenthalt mit auf dem Programm stehen. Wo sonst bekommt man einen solch grandiosen Ausblick zusammen mit Longdrinks und Cocktails. Für denselben Ausblick vom „Michl“ aus zahlt man immerhin Geld und die Geistlichen sind mit ihrem Messwein bei weitem nicht so ausschankfreudig.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Blue Blazer

Der Blue Blazer ist der Signature Drink von Professor Jerry P Thomas. Er selbst warnt in seinem Buch Bar-Tenders Guide vor der Zubereitung und empfiehlt zuvor das üben mit Wasser bevor es heiß her geht!
David Wondrich, der Autor des Buches Imbibe!, ist wohl der führende Profi wenn es um Drinks vom Jerry Thomas geht. In diesem Video zeigt er wie ein Blue Blazer auszusehen hat! Großartig!



Über David Wondrichs neu erschienen Buch werde ich demnächst Berichten, sobald ich fertig bin mit lesen. Das sollte schnell gehen bei diesem Fachbuch der Spitzenklasse!

Montag, 21. Januar 2008

Das Salz in der Suppe

…ist wohl zu vergleiche mit der Olive im Dry Martini. Oder die Zitronenzeste. Oder die Perlzwiebel, oder, oder, oder.
Einige bevorzugen schwarze Oliven und andere Martinisten schwören auf die grünen Früchte. Diese dann noch ohne Füllung, oder doch mit Mandel oder Piment ? Soll sogar etwas von der Salzlake mit in den Drink für einen Dirty Martini? Ich persönlich trinke den Gin-Cocktail abgespritzt mit einer Zeste. Ob diese nun ins Glas soll oder nicht hängt, wie die anderen Entscheidungen, vom eigenen Geschmack ab. Ich denke in diesem Fall gibt es kein Richtig oder Falsch. Solange jeder nach seinen Vorlieben mischt ist die (Cocktail-)Welt in Ordnung.
Eine Interessante Diskussion zu diesem ewigen Streitthema wird momentan im Forum von Mixology erörtert.

Freitag, 18. Januar 2008

Chocolat Sazerac

Meine erste Cocktailentdeckung des neuen Jahres ist eine Variation des klassischen Sazerac. Ein Sazerac mit weißer Creme de Cacao! Im Drink bildet sich eine leichte Schokoladennote im Hintergrund. Der Drink wird insgesamt ein wenig milder im Gegensatz zur Standartvariante und geradezu samtig-weich im Abgang. Dennoch verbirgt der Drink nicht seine Herkunft. Das Rezept für die interessante Mixtur habe ich noch ein wenig angepasst und komme nun auf ein (meiner Meinung nach) sehr schönes Ergebnis.



Chocolat Sazerac

3 cl Cognac (Remy Martin V.S.O.P)
3 cl Bourbon Whiskey (I.W. Harper 12)
1,5 cl Creme de Cacao white
0.5 cl Zuckersirup
2 dash Peychaud´s Bitters




Alle Zutaten miteinander verrühren und in einen gekühlten Tumbler gießen der zuvor mit Absinth parfümiert wurde.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Yakshi´s Bar - Hamburg

Es wahr nunmehr über ein halbes Jahr her als ich einen kleinen Hamburg-Aufenthalt hatte. Natürlich stand der Besuch von Bar´s an erster Stelle. Eine Hotelbar in der Hansestadt macht aufgrund ihres Designs immer wieder Schlagzeilen - Yakshis´s Bar.

Die Bar ist Teil des Design-Hotels east, welches in einer Parallelstraße zur bekannten Reeperbahn liegt. Per U-Bahn ist das Gebäude in wenigen Minuten erreichbar. Kaum betritt man das Backstein-Gebäude weiß man gar nicht was man sich als erstes ansehen möchte. Alter Backstein, Stahl, Glas und Designermöbel zwischen Ecken, Kanten und organischen Rundungen. Die Architektur und Einrichtung sind wirklich einzigartig. Hier ist alles auf ein modernes Design ausgelegt. Untermalt wird das Gesamtbild durch die perfekt gelegte, farbig Beleuchtung in dem großen Raum. Das Gebäude ist vom Keller bis zu Decke durchgehend und es geht von einem Bereich fließend in den andern über: Restaurant, Bar, Lounge, Außenbereich. Da es ein warmer Sommerabend wahr nahm ich in letzteren Platz auf einer Terrasse im mediterran-angehauchten Außenbereich.

Die Cocktailkarte ist vielseitig und sehr üppig. Für jeden ist etwas dabei von fruchtigen Frozen-Daiquiri bis hin zum trockenen Martini. Die Größe und Qualität der Cocktails befinden sich im normalen Standart bei einem Preis von ca. 9€. Lediglich der Service hatte an meinem Abend nicht gestimmt. Obwohl der Innenbereich komplett leer wahr, und der kleine Außenbereich halb gefüllt, musste ich knapp 20 Minuten warten bis ich den ersten Drink hatte.

Nichts desto Trotz ist das East Hotel und die Yakshi´s Bar eine Sehenswürdigkeit die einen kurzen Besuch allemal wert ist. Zu sehen gibt es hier ja so einiges…

Montag, 14. Januar 2008

Mixology Monday: Brandy

Ein neuer Monat, ein neues Jahr und ein neuer Mixology Monday steht an. Gastgeber dieses mal ist Marleigh Riggins aus Hollywood mit ihrem Blog Sloshed! Eigentlich sollte es relativ einfach sein, etwas über eine bestimmte Spirituose zu schreiben wie zum Beispiel den Brandy. Leider ist es in diesem Fall nicht so!

Zum einen ist das ein Themengebiet mit dem ich mich kaum beschäftige und zum anderen stellt sich schon die Frage: Was ist mit Brandy gemeint? Hierbei handelt es sich um eine weltweit gebräuchliche Bezeichnung für Weinbrand. Da die meisten Schreiber des MxMo aus den Staaten kommen hat sich für diese Personen schon alles geklärt. Der Begriff ist allerdings so weitläufig wie Rum. Ein Jamaikaner unterscheidet sich auch maßgebend von einem Rum der Nachbarinsel Cuba. Deshalb sollte der Weinbrand auch mindestens in die vier Gruppen Cognac, Pisco, deutscher Weinbrand und spanischer Brandy unterschieden werden. Daneben gibt es noch weitere Brände aus Italien und Griechenland. Die spanischen Produkte (beispielsweise Osborn, Mendoza oder Soberano) sind wahrscheinlich die Bekanntesten aber ich werde mich hier auf die Geschichte und den nationalen Bränden (Asbach, Jacobi, Scharlachberg, Mariacron) beschäftigen.

Der Weinbrand gehört zu den ältesten Destillaten in Deutschland. Ein deutsches Dokument von 1321 erzählt bereits von einem solchen Eau-de-vie de vin. Das Wort Weinbrand geht auf Hugo Asbach zurück der eines seiner Produkte 1902 Cognac-Weinbrand nannte. Als Frankreich seine Namensrechte am Cognac 1919 schützen lies wahr der Name Weinbrand bereits fest implementiert und wurde schon vier Jahre später fest in das deutsche Weingesetz übernommen. Die Herstellungsvorschriften entsprachen jedoch weiterhin die des französischen Konkurrenten. Erst im Jahre 1998 wurden diese Regelungen zu Gunsten des heimischen Erzeugnisses geändert um deutlich an Qualität zu gewinnen. Im Zuge dieser Reformen wurde auch der geschützte Begriff „Deutscher Weinbrand“ eingeführt. Ab diesem Zeitpunkt durften nur noch bestimmte Rebsorten gebrannt werden bei einer Destillationsobergrenze von 85%vol (vorher 94,8%vol). Auch die Mindestreifezeit in Eichefässern wurde von 6 Monaten auf 12 Monate angehoben. Des Weiteren wurde die Liste von Auszugststoffen im Destillat, z.B. Eichenholzspäne, deutlich beschnitten was ihren Umfang angeht. Die Zugabe von Zuckercouleur wurde verboten und eine Zuckerzugabe darf nicht über 20g/L liegen im Gegensatz zum normalen Weinbrand Der Mindestalkoholgehalt bei Weinbrand liegt bei 36% - bei deutschen Weinbrand 38%. Geht man all diese Regelungen durch wird man feststellen das alle nur der Steigerung der Qualität dienen!
Zum Thema passend ein tolles Cocktailrezept, welches mir mein Blog-Kollege Philipp einst gegeben hat.

Asbach Night Cup

4cl brandy (Asbach VSOP)
1cl fresh lemonjuice
1 eggwhite
2 barspoon brown sugar
3 dash Benedictine

Disolve the suger in the juice and add the other ingredients whit ice. Shake and strain into a tumbler. Tipp: shake whit 3-4 mint leaves!


Wie könnte ich das Ganze besser beenden als durch ein Zitat von Hugo Asbach nachdem die Namensrechte am Cognac vergeben wurden:
Die französische Cognac-Industrie mag sich der Hoffnung hingeben, daß hierdurch der Wettbewerb der deutschen Weinbrennerei beseitigt werde. Diese Hoffnung wird enttäuscht. Die früher bestehende Voreingenommenheit des deutschen Verbrauchers für alles Fremdländische hat auch bezüglich des Cognacs einer besseren Einsicht platzgemacht. Dadurch werden Millionenwerte der deutschen Volkswirtschaft erhalten bleiben, die andernfalls nutzlos ins Ausland gehen würden.

Freitag, 11. Januar 2008

Der Weg nach Oben

„Ich muss nach oben“ – Konnte man dieser Tage im BarBaublog lesen. Im Blog zur neuen Bar Le Lion in Hamburg, wartet ein sehr lesenswerter Text darauf für die lange beitragslose Zeit zu entschädigen.

Der eingangs genannte Satz, sowie auch der gesamte Artikel, viel mehr aber ein Wort daraus, drückt doch einmal mehr all das aus, was eine gute Bar ausmacht.

„Oben“ … Ein Wort das in diesem Zusammenhang und zu dieser Zeit so einiges beschreibt. Und es stellt sich die Frage, ob diese Bar nicht schon oben angekommen ist, bzw. kurz davor steht.

Und wo steht der Rest der Bartender und Cocktailinteressierten?

Sicherlich dem „Oben“ ein weites Stück näher als noch vor 2 Jahren.

Auch wir Hobby-Barkeeper haben uns sicherlich recht positiv weiter entwickelt. Ein ganz anderes Verständnis für alle Zusammenhänge vor und hinter der Bar hat sich ergeben - Viel mehr haben wir es uns erarbeitet. Wohl nicht ganz ohne jegliche Hilfe, aber dennoch inzwischen ein Stück weit selbstständig.

Schließlich muss man eingestehen, in seinen Anfängen einige „unschöne“ Dinge gemixt zu haben. Aber umso mehr bemühen wir uns nun, den Einsteigern von Heute in dieses Hobby, den Weg etwas leichter zu machen. Manchmal überhört, aber früher oder später doch wahrgenommen.

Leicht wird es uns, die das ganze nicht für ihren Lebensunterhalt betreiben, wahrlich nicht gemacht.

Zuviel schlechte Literatur wurde in den letzten Jahren auf den Markt gebracht. Zu viele veraltete Arbeitsweisen, Erkenntnisse und Halbwahrheiten wurden und werden noch immer, durch diejenigen die sich Lehrer nennen, verbreitet.

Literatur in Form eines Magazins entwickelte sich zum Teil auch nicht weiter, wie an anderer Stelle schon des Öfteren zu vernehmen war. Aber zum Glück gibt es ja auch noch Ausnahmen.

Ein Verein, der eigentlich den Zusammenhalt zwischen Gleichgesinnten fördern sollte, verschließt sich der Öffentlichkeit und mixt weiterhin auf einem nicht zeitgemäßen Niveau.

Zu viele Bars nennen sich zu Unrecht Cocktailbars. Geboten bekommt man eher nur eine unpersönliche Massenabfertigung, die die Wirkung des Alkohols in den Vordergrund stellt. Um den Rest wird sich selten gekümmert.

Wie lange noch?

So hat sich in den letzten Jahren für uns viel getan. Und es wird noch viel mehr kommen. Doch eine Frage stellt sich außerhalb unserer privaten Bars und den wirklich guten Bars in Deutschland: Wie lange wird es dauern, bis sich mehr ernsthaft mit dem Thema Bar beschäftigen, wie es zum Beispiel der Barbaublog getan hat, und wieder mehr sehr gute Drinks zubereitet werden?

Oben angekommen sein – Eine Bar geschaffen zu haben, die jedem Inhaber einer 08/15-Bar den blassen Neid vor Augen führen sollte. Sie sollte Anreiz sein, weg von all den schlechten Bars, mit schlechten Zutaten und schlechten Zubereitungsmethoden zu kommen.

Oben dabei zu sein –

- Nur die besten Zutaten zu verwenden und diese durch sehr professionelle Bartender dem Gast näher zu bringen.

- Sich neuen Dingen nicht verschlossen zu haben, aber auch sehr alte Rezepte wieder aufleben zu lassen.

- Risikobereitschaft zeigen.

…Diese Fähigkeiten muss man unter anderem wohl haben um oben dabei zu sein.

Es gehört mit Sicherheit noch einiges mehr dazu. Aber wir wollen ja auch nicht alles vereinheitlichen, um z.B. Raum für Interpretationen zu lassen.

Werden sich nun also mehr Bars auf den Weg nach „oben“ aufmachen?

Alte Barklassiker zum Download

Wie der Drinksblog von Mixology gestern berichtete stehen auf der englischsprachigen Spirituosenseite EUVS – Exihibts Universelle Des Vines Et Spiritueux Harry Johnsons Bartenders Guide von 1934 und Frank P Newman´s American Bar von 1904 zum download bereit. Zwei klassische Barbücher mit sehr guten Rezepturen. Der Bartenders Guide ist auch als Nachdruck unter der ISBN 3-928686-07-0 für ca. 20€ erhältlich!

Mittwoch, 9. Januar 2008

Diffordsguide 7


Auf der Suche nach Literatur um meine Cocktail-Bibliothek zu erweitern stieß ich letztes Wochenende auf die neuste Version des englischsprachigen Diffords Guide to Cocktail. Da ich kein Vorgänger der Serie besitze entschied ich mich für das 40€ teure Werk.
Wie in fast allen Cocktailbüchern wird auf den ersten Seiten etwas von der Entstehung der Cocktails erzählt sowie das handhaben der Barwerkzeuge. Danach geht es in dem 420-Seiten-Buch weiter mit dem umfangreichsten Rezepteteil den ich je gesehen habe! Über 2250 Rezepte, jedes mit einem Bild und einer Bewertung und einem kleinen Kommentar vom Autor. Zwischen den Rezepten stehen immer wieder Drink-Zitate die das ganze Buch auflockern. Besonders an diesem Buch ist vor allem die Aktualität. Neueste Zutaten wie St. Germain oder Hpnotiq sind vorhanden mit einer Vielzahl an Rezepturen. In diesem Buch gibt es für wirklich jeden einen passenden Drink. Vom klassischen bis zum modernen Rezept, über Tiki und moderne Klassiker ist alles vorhanden. Besonders bekannte und drinkwürdige Cocktails werden extra Aufgeführt mit einem kurzen Text erläutert wie zum Beispiel der Cuba Libre oder der Sazerac. Alle Rezepte sind alphabetisch geordnet und leicht zu finden. Nach dem Rezepteteil im Buch folgt der Appendix mit einer Zutatensuche. Somit ist gewährleistet das man selbst bei der Menge an Cocktails den gesuchten findet. Auf den letzten Seiten des Buches werden noch einige sehenswerte Bars in Europa vorgestellt, sortiert nach Städten. Leider ist Deutschland nur mit Berlin vertreten aber im Blog des Diffordsguide werden noch mehrere Städte vorgestellt. (Aktuell Bars in Frankfurt/Main)
Der Diffordsguide #7 ist ein absolutes muss! Das Preis-/Leistungsverhältnis ist mehr als fair für ein solch umfangreiches Werk. Geeignet für Anfänger und Profis gibt es hier nichts auszusetzen, außer das man nicht weiß welchen Drink man als erstes nachmixen und ausprobieren möchte.

Montag, 7. Januar 2008

Molekulare Neuigkeiten


Biozoon der Hersteller von Hilfsmitteln der molekularen Küche blieb in den letzten Wochen nicht untätig was Cocktails und Co angeht. Nebst den schon bekannten Set´s und Pülverchen werden nun auch passende Zubehörteile angeboten wie Pipetten und Löffel.
Besonderer Hingucker ist hier das neue Produkt Illuzoon, das wie der Name schon verrät, ein Gel, einen Drink, einen Schaum unter Schwarzlicht leuchten lässt. Von Sinn und Unsinn kann man sich wie immer unendlich Streiten in der Molecular Mixology. Ein netter Deko-Gag ist es allemal!
Für jemanden der doch noch ein wenig in der Welt der Molecular Mixology experimentieren will gibt es nun auch das extra Set cocktailPro Ein Buch mit dem Titel „Molekulare Cocktails“ sowie 7 biozoon-Artikel und einige TeileZubehör sind enthalten. Die knapp 50€ für das Set scheinen mir ein guter Preis zu sein um seiner Experimentierfreude freien Lauf zu lassen

Samstag, 5. Januar 2008

The Ideal Bartender

Tom Bullock, einer der bekanntesten Bartender seiner Zeit mixte einst im St. Louis Country Club. Bekannt wurde Bullock durch seine Juleps welche auch vom US-Präsidenten Teddy Roosevelt sehr geschätzt wurden. Tom wahr zudem der erste afroamerikanische Mixolgist, der ein Buch zum Thema schrieb. Der „Ideal Bartender“ wurde 1917 veröffentlicht und enthält eine Vielzahl von exzellenten klassischen Drinks. Das Werk kann kostenlos im Web bei Projekt Gutenberg (eine eBook-Seite) gelesen und heruntergeladen werden. Seine besten Kreationen sind in einer Sammlung auch als richtiges Buch erhältlich.

Freitag, 4. Januar 2008

Fee Brothers Orange erhältlich


Es hat ganz den Anschein als ob sich in Sachen Cocktailbitters etwas rührt in Deutschland. Stephan Berg und Alexander Hauk brachten durch ihre hervorragenden "The Bitter Truth" Produkte den Stein ins rollen. Die Rufe wurden lauter nach weiteren Bitters und deren Verfügbarkeit. Nachdem in diversen Shops Peychaud´s erhältlich ist gibt es nun auch den ersten Fee Brother im eigenen Land zu erwerben. Der Kölner Rumkontor bietet ab sofort den Fee Brothers West Indian Orange Bitter an. Ich hoffe auf einen hohen Absatz damit die anderen Fee´s folgen werden.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Wer suche der findet!

Laut der Statistik meines Blogs liegt der Suchmaschinenanteil bei 95% auf Google. Suchbegriffe wie „Hendricks Gin“ oder „Cocktail“ leuchten mir durchaus ein. Zwischen solchen erklärlichen Suchbegriffen finden sich immer wieder wahre Goldstücke. Selbst ich bin überrascht wie man auf einen Flüssig-Blog stößt, der zum Suchthema erst an mindestens fünftausendster Stelle steht. Andere Ergebnisse wiederrum sind auch einfach nur witzig und man zweifelt ernsthaft an der Glaubwürdigkeit der Googlesuche. Hier eine kleine Sammlung meiner bisherigen Highlights.

wenn sie mein mann wären würde ich ihren tee vergiften
Das ist aber nicht sonderlich nett! Wir kennen uns ja nicht einmal!

geld regiert die welt infos - wann gibt es geld
Das wüsste ich auch mal zu gerne!

wer weiss einen tollen einfachen cocktail
Ich!

granatapfel tea fabrik
Ist der Absatz für so ein Produkt wirklich so groß das es eine Fabrik braucht?

welche art von gemisch liegt bei trübem apfelsaft vor
Ähm? Nächste Frage bitte!

legale drogen pizza gewürz
Da würde ich echt aufpassen! Die Zahl der Pizza-Junkies ist letztes Jahr enorm gestiegen!

wie sieht zitronenzeste aus
Gelb!

tischdecken importeure raum frankfurt
Bitte was? Das ist mit Abstand meine Lieblingssuche von Google! Leider kann ich auch nicht weiterhelfen da ich gerade mit dem Import von Badewannenstöpseln beschäftigt bin.