Donnerstag, 28. Februar 2008

Orangen-Bitters im Vergleich


Im laufe der Zeit sammelten sich in meinem Gläserregalen auch der ein oder andere Bitter. Zutaten auf die ich keines Falls mehr verzichten möchte. Kaum ein klassisches Rezept (oder dank TBT auch die Neuesten) kommt ohne die Spritzer aus der Dash-Bottle aus. Von meinen 19 Bitters tragen fünf den Namen Orange-Bitter. Ein Grund für mich die einzelnen Produkte miteinander zu vergleichen.
Im Testfeld befindet sich neben den Bitters auch eine Flasche ätherisches Öl der Orange, welches aus deren Schale gewonnen wird. Cocktails werden deshalb mit Orangenzeste zum aromatisieren abgespritzt.
Es ist schwer zu sagen welcher Bitter der Beste ist, da sie in den verschiedensten Drinks genau so verschieden zur Geltung kommen. Daher bezieht sich der Test lediglich auf das pure Verkosten der Tropfen. Dafür hab ich einen ganzen Nachmittag und Abend gebraucht. Danach lagen meine Geschmacksnerven brach!
Zunächst verkostete ich das Öl, da es den Standart für natürliches Orangenarom vorgibt. Hierzu brauch ich nichts mehr sagen. Ich denke jeder kennt den Geschmack von Orangenöl. Ein starkes Aroma welches nur in minimalsten Dosen eingesetzt werden darf. Nur wenige kleine Spritzerchen zuviel versauen jeden Cocktail aufgrund der Dominanz!
Fee Brothers West Indian Orange Bitter hat nur 9% Alkoholanteil und gleicht dessen konservierende Eigenschaft mit der Zugabe von reichlich Glycerin aus. Geschmacklich bleibt das nicht ohne Konsequenzen. Der Orangengeschmack und die leichte Bitterkeit kommen erst im Abgang zum Vorschein. Zuvor ist nur eine unnatürliche Süße zu schmecken.
Riemerschmid Orangen-Bitter mit 40% ist das schlechteste Produkt im Vergleich. Das Zeug ist weder bitter noch schmeckt oder riecht es nach Orange! Was man damit soll ist mir ein absolutes Rätsel!
Angostura Orange mit 28% alc./vol. ist erst seit Kurzem in Deutschland erhältlich. Auffallend ist der Geruch, welcher ein stärkeres Aroma besitzt als das Öl! Des Weiteren ist keiner der andern Bitters dermaßen Bitter und Süß! Im Geschmack sind deutliche Anklänge von Zitrone zu erkennen. Ein tolles Produkt.
The Bitter Truth Orange ist mein persönlicher Favorit. Sein Geruch ähnelt am ehesten dem Öl und auch der Geschmack steht dem in nichts Nah! Eine leichte alkoholische Schärfe und Bitterkeit verbleibt lange auf der Zunge. Sonst identisch mit den Biss in eine Orangenschale.
Regans´ Orange Bitter No. 6 kommt frisch aus London zu mir mit beachtlichen 45%. Der Geruchstest ist identisch dem Süßlichen des Angosturas nur deutlich schwächer. Im Geschmack hätte man mehr erwarten können bei dem Alkoholanteil. Etwas schwach und künstlich aber dennoch erkennbar ist er der Bitter meiner zweiten Wahl.

Mittwoch, 27. Februar 2008

Online-Gin-Tasting

Im gleichen Rahmen wie das vor nicht all zu langer Zeit abgehaltene Tequila-Tasting, gab es nun ein Gin-Tasting.

11 Teilnehmer aus Hobby-Mixer Kreisen haben teilgenommen und 10 verschiedene Gins blind verkostet. Hauptsächlich ging es darum, seinen eigenen Lieblings-Gin zu bestätigen (sofern er beim Tasting dabei war) und die ein oder andere Kaufentscheidung für die Vergrößerung des Gin-Sortiments zu treffen.

Obwohl auf Amateur-Ebene getestet wurde, sind einige Ergebnisse deutlicher ausgefallen als vermutet. Bewertet wurde unabhängig von einander und in unterschiedlichen Reihenfolgen. Zwischen 1 und 10 Punkten konnten die Teilnehmer für jeden Gin vergeben.

Hier das Ergebnis nach Gesamtpunkten:

  1. Zuidam: 75 Punkte (6,82)
  2. Adler: 72 Punkte (6,55)
  3. Tanqueray: 70 Punkte (6,36)
  4. Junipero: 65 Punkte (5,91)
  5. Cadenhead Classic: 60 Punkte (5,45)
  6. Hendrick’s: 56 Punkte (5,09)
  7. Citadelle: 55 Punkte (5,00)
  8. Booth’s: 53 Punkte (4,82)
  9. Blackwood’s 60: 51 Punkte (4,64)
  10. Beefeater Crown Jewel: 51 Punkte (4,64)

(In Klammern sind die durchschnittlich vergebene Anzahl von Punkten)

Diese Tabelle zeigt die genaue Vergabe der Punkte.


Hier noch einige Tasting-Notizen:

Zuidam

Geschmack: fruchtig, Zitrone, süßlich

Abgang: Viel Biss, trocken

Citadelle

Geschmack: aromatisch, ausbalanciert, blumig, grün

Abgang: trocken

Cadenhead Classic

Geschmack: kräftig, leicht scharf, muffig

Abgang: hohl, unbalanciert, alkoholisch

Booth’s

Geschmack: mild, rund, weich, blass, eindimensional

Beefeater Crown Jewel

Geschmack: zitronig-ölig, viel Alkohol, aromatisch

Tanqueray

Geschmack: leichte Süße, frisch, kräftig, wachholder

Abgang: süßlich

Adler

Geschmack: Vanille, gin-untypisch, frisch, etwas schwach, ölig

Blackwood’s 60

Geschmack: viel Kraft, süß, Zitrone, Zuckerrohr

Abgang: scharf

Hendrick’s

Geschmack: schräg, sehr trocken, seifig, würzig, bitter

Junipero

Geschmack: Ingwer, Karotte, glatt, gut ausbalanciert

Abgang: kräftig, mild

Gin ist für viele wirklich eine schwierige Spirituose. Vermutlich liegt es daran, dass die Reifenoten der Fasslagerung von anderen Spirituosen nicht vorhanden sind und auch der Alkoholgehalt höher ist.

Bei 25 Gins die sich inzwischen bei mir angesammelt haben, muss ich definitiv noch mehr damit mixen. Ich für meinen Teil liebe Gin und hoffe die Zeit zu finden dieser Spirituose hier im Blog noch mehr Zeit zu widmen.

Montag, 25. Februar 2008

Drinks mit Gin?

Versucht es doch einfach mal auf Gin Fizz Net. Eine kleine Rezeptessammlung die sich diesem Thema verschrieben hat. Gefunden hab ich die Web-Page auf der Suche nach Fizz-Rezepten für den vergangenen Mixology Monday. Der Opal-Cocktail auf der Seite ist echt lecker!

Freitag, 22. Februar 2008

Nachtrag

Da mein letzter Artikel für eine heiße Diskussion sorgt hier nochmals ein kurzer Nachtrag. Da eine Text-Passage wirklich missverständlich war das Wichtigste zuerst.
Ich bin gegen keinen Bartender egal ob er seinen Beruf seit einer Woche ausübt, seit einem Jahr oder seit zehn Jahren. Wenn dessen Kontakt und Umgang mit den Kunden stimmt ist das super! Der Rest ist pure Erfahrungssache. Da sieht man auch darüber hinweg wenn die Drinks nicht perfekt sind - was soll’s!
Wobei ich aber höchst allergisch bin sind Studenten hinter der Disco- oder Kaffee-Theke die mir erzählen wollen wie ein Drink auszusehen hat! Dann kommen solche Dinge zum Vorschein wie im letzten Mixology-Newsletter erwähnt. Sieht man die Zahl der gastronomischen Betriebe in Deutschland, welche Cocktails auf ihren Karten anbieten und die Zahl derer mit vernünftigem Personal muss sich hier noch einiges ändern oder nicht?
Wenn ich in einem Wettbewerb nicht mitmachen kann akzeptiere ich das, ohne das ich mich ärgere! Ist ja kein Problem und ich warte auf die nächste Gelegenheit. Aber ich darf durchaus im Blog darüber schreiben das es schön wäre solche Regelungen zu verringern! Das war eigentlich meine einzige Aussage! Was Verantwortliche und Sponsoren von Wettbeweben schlußendlich machen bleibt ihre Sache und muss natürlich so akzeptiert werden. Der Gastgeber macht die Regeln.
Ich wollte nur nochmals deutlich machen das ich niemanden (zumindest keinen Bartender) damit angreifen wollte.

Mittwoch, 20. Februar 2008

And the winner is...


Beantworten kann ich die Frage zwar nicht aber eines ist klar: Ich bin’s nicht! Vielleicht wäre es möglich mit etwas Glück und Kreativität aber es scheitert an den Teilnahmebedingungnen! Die Rede ist von Cocktail-Wettbewerben. Wieder findet aktuell ein Wettbewerb statt mit der Klausel „professioneller Barkeeper dürfen mitmachen“. Eine sehr unfaire Regel. Weshalb werden in solchen Wettbewerben die Hobbymixer so oft ausgeschlossen, hab ich mich gefragt, nachdem es doch auch Vorteile für den Veranstalter mit sich bringen kann?
An der Qualität der zu erwarteten Einsendungen kann es nicht liegen, oder besser gesagt, sollte es nicht liegen. Mir ist klar das bei den Einsendungen viel Mist dabei sein kann. Aber das ist im Pro-Bereich doch nicht anders! Ich selbst behaupte, dass ein Hobbymixer, der sich nur regelmäßig mit dem Thema auseinandersetzt, bessere Drinks auf die Beine stellen kann wie 50% der so genannten (oder selbst ernannten) Berufsmischer. Versteht mich nicht falsch: Ich beziehe mich hiermit auf die Zahl der Gastro-Betrieben mit Cocktailangeboten in Deutschland, und dem Anteil an wirklich ausgebildeten Personal. Zu oft sieht man sich hier manche hochkreative Rezepte aus Orangensaft, Rum und Blue Curacao.
Zudem kann es dem Hersteller einer Spirituose, Likörs oder Sirups doch nur recht sein möglichst viele Teilnehmer, und damit einen großen Kundenkreis, auf sich aufmerksam zu machen, mittels einem Wettbewerb. So sind es schließlich die Privatkunden, die für den Großteil des Absatzes eines Produktes verantwortlich sind. Warum nutzen die Hersteller nicht ihre Wettbewerbe gleichzeitig als Marketing-Event auf größerer Ebene und mehreren Zielgruppen? Die Teilnehmerzahlen eines aus Spanien stammenden Likörs bestätigen das diese Taktik sehr gut funktioniert.
Als ich kurz Kritik an dieser Wettbewerbsregel ausübte kam als spontane Antwort ein „Vielleicht solltest Du anfangen, in einer Bar zu arbeiten?“. Ich würde es wahrscheinlich machen wenn ich nur könnte. Hauptberuflich fehlt es einfach an der passenden Ausbildung. In einer halbwegs vernünftigen Bar ist es nicht leicht sich als Mechaniker zu bewerben. Bleibt noch die Möglichkeit des Nebenberufes, welches mir aber auch fast nicht möglich ist. Durch Überstunden des Arbeitgebers und der Schichtarbeit hätte ich nur noch alle 3 Wochen einen Tag frei. Auf Dauer könnte das anstrengend werden. Nicht jeder der sich mit Cocktails beschäftigt hat also die Möglichkeit in einer Bar zu arbeiten. Dann könnten wenigstens Wettbewerbe zum Thema eine alternative Methode sein, seinem Hobby mehr nachzugehen. Wäre doch super.
Lasst es uns doch einfach einmal Versuchen mit dem Spaß an der Sache. Ich hoffe die Veranstalter solcher Events sehen das auch einmal von diesen Seiten und nicht nur vom der Sichtweise der ausübender Bartendern oder Profis des Landes. Davon abgesehen würden diese sowieso gewinnen, wenn sie ihrem vorausgehenden Ruf gerecht werden...

Freitag, 15. Februar 2008

Old Cuban


Zum Wochenabschluss möchte ich noch einen perfekten Drink mit Champagner vorstellen. Ein fantastisches, rundes Getränk mit fruchtigen Aromen. Der leichte Mount Gay Eclipse ist bestens geeignet für diesen Drink. Abgerundet mit Angostura und leichten Anklängen von Minze und Orange einer der besten Champagnerdrinks.

Old Cuban
3 cl Rum (Mount Gay Eclipse)
1,5 cl Läuterzucker
1,5 cl Limette frisch
2 dashes Angostura
4 Blätter frische Minze
Orangenzeste
Champagner

Auf Eis schütteln, doublestrain und mit Champagner auffüllen. Das Ganze mit der Orangenzeste abspritzen und diese danach ins Glas geben.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wohl bekomm´s!


Und es ist doch noch möglich tolle Schnäppchen bei ebay zu bekommen! Besonders wenn ein Artikel in einer falschen Kategorie steht. So geschehen bei diesem Buch welches ich für nicht einmal 20€ ersteigern konnte!
Das knapp 200 Seiten große Buch mit dem Titel „Bowlen & Pünsche – wohl bekomm´s “ liegt mir in der zweiten Auflage vor. Erschienen im J.J. Weber Verlag Leipzig um 1910 stammt das Werk von einem gewissen Richard Gollmer-Birkenwerder. Das Erscheinungsjahr ist eine Angabe des Verkäufers. Im Buch selber ist keine Jahreszahl zu finden aber die Angabe scheint zu stimmen. Die Verziehrungen der Seiten ist typisch für diese Zeit. Zeichnungen stammen von Paul Preißler in Dresden. Höchstes Augenmerk bekommen von mir die Illustrationen im Cocktail-Teil des Buches. Sie stammen allesamt aus Harry Johnsons Bartenders Guide! Teilweise klar gekennzeichnet durch die Initialen „HJ“ in den Bildern.
Einige Knicke im Deckblatt, die aber nur von innen sichtbar sind, kann ich verschmerzen da das Buch sonst im absoluten Top-Zustand ist.
Neben einer Unzahl von verschiedensten Punsch und Bowlen finden sich auch in Länder geordnete Cocktails entsprechend ihrer Nation z.B. sind unter „England“ Drinks geführt wie Prinze of Wales oder unter „American Drinks“ der Martinez! Weitere Drinks sind sortiert nach Cobbler, Cocktails, Sours und Cups.
Eine wahre Rarität welche nicht einmal die Bitters-Library führt. (Jörg und Stephan ihr könnt euch dazu bei mir melden) Einige Bilder habe ich ins Internet gestellt vom „Buch von der notwendigen und wohlbekömmlichen Feuchtigkeit“, wie es sich selber auf der ersten Seite nennt. Ein toller Spruch!

Montag, 11. Februar 2008

Mixology Monday: Variations

Der Mixology Monday steht dieses Jahr zum zweiten Mal an. „Gesponsert“ von Jimmy´s Cocktail Hour dieses mal zum Thema Variations. Gefragt wurden bekannte Rezepte und deren uns bekannte Abwandlungen. Ich muss gestehen das ich bis zur letzten Minute nicht wusste bei welchem Rezept ich viele Variationen kenne, obwohl die Antwort so klar auf der Hand liegt: Gin Fizz! (bin gespannt welche anderen MxMo-Blogs auch auf diese Idee gekommen sind)
Ein Fizz ist im Grunde immer ein Gin mit Zucker, Säure und Soda. Ein einfacher Longdrink, welcher sich bestens im Sommer bei der größten Hitze genießen lässt. Die Grundform dieses Cocktails bildet der bereits erwähnte

Gin Fizz (No.1)
6 cl Gin
3 cl fresh Lemon Juice
2 cl Sugar Syrup
Soda water

Shake and serve in a highball glass whit ice. Top whit Soda.

Nun kommen die Variationen ins Spiel. Meist ändert sich nur eine Zutat oder es wird eine Weitere hinzugefügt. Mehr sollte für eine Variation auch nicht geändert werden. Das Original sollte noch irgendwie vorhanden sein. Alles sind kleine Änderungen mit teilweise erstaunlicher Auswirkung. Dabei bekommt jede Version einen eigenen Namen.


Royal Gin Fizz a Gin Fizz with a whole egg
Golden Fizz (No. 2) a Gin Fizz with egg yolk
Silver Fizz (No. 3) a Gin Fizz with egg white
Cream Fizz a Gin Fizz with 2cl cream
Danish Fizz a Gin Fizz with 2cl cherry brandy
Diamond Fizz a Gin Fizz with champagne instead soda
Sloe Gin Fizz a Gin Fizz with Sloe Gin instead Gin
Royal Sloe Gin Fizz (No. 4) a Gin Fizz with Sloe gin instead Gin and a whole egg (just 4cl Soda)
Ramos Gin Fizz (No. 5) a Gin Fizz with 2cl Cream, egg white and orange flower water (just 4cl Soda)

Royal bezeichnet in einem Fizz übrigens die Zugabe von einem ganzen Ei und nicht wie gewöhnlich das Toping mit Champagner. Ich kann jede einzelne Fizz-Variation empfehlen. Ein Fizz ist ein Drink für jede Gelegenheit und (fast) jede Uhrzeit. Falls jemand noch weitere Arten kennt bitte ich diese in die Kommentare zu schreiben.

Freitag, 8. Februar 2008

Importeur vs. Bartender

Zu dieser sehr amüsanten Wort-Schlacht in den Kommentaren des Bitter-Blogs werd ich nichts weiter schreiben. Einfach lesen! Wer hätte dies gedacht bei einem solch kleinen Bericht.
Helmut Adam vom Mixology Magazin hat zum Thema auch einen sehr Interessanten Text verfasst.

Helmut sagt ja das wichtigste in einem Satz:
Sie sollten nett sein, Herr Trömel, denn Ihre Kunden lesen hier alle mit. Und wenn Sie an Stelle von Zacapa vielleicht zukünftig ein paar andere Marken verkaufen möchten, sollten Sie sich schleunigst zusammenreißen.

Mittwoch, 6. Februar 2008

An der Klaue erkennt man den Löwen


…oder mit anderen Worten die Qualität der Drinks in einer der besten Bars Deutschlands! Seit den Berichten im Barbaublog und der Eröffnung konnte ich es kaum noch erwarten meinen Platz an der Theke einzunehmen. Als sich ein Besuch zudem noch mit dem einjährigen Jubiläum der Traveling Mixologists kombinieren lies hielt mich nichts mehr fest!
Die Planung vollzog sich in Windeseile. Urlaub beantragen, Karten bei der Bahn reservieren, Koffer packen und weg! Pünktlich um 6:05 in der früh ging es vom Kempten ins 800 km entfernte Hamburg. Nach sehr langen sieben Stunden erreichte ich die (verregnete) Stadt im Norden. Was man nicht alles für einen guten Drink auf sich nimmt!
Von dort aus ging es direkt zusammen mit Torben zu dessen Wohnung (oder besser gesagt in die Kellerbar). Dort trafen nach und nach weitere Bar-Verrückte ein um später gemeinsam die Höhle des Löwen zu stürmen. Zuvor wurde natürlich ausführlich gefachsimpelt, getrunken und Champagner verkostet. Ein idealer Auftakt des noch frühen Abends. Was will man mehr? Nach einem hervorragenden essen im green&grill ging es nur wenige Meter entfernt zum lange erwarteten Zielort.

Obwohl das Highlight des Abends, gibt es nicht viel von der „Gin-Tastic“-Night zu sagen. Es war einfach fantastisch! Alle Besucher und die TravMix waren sehr gut gelaunt bei tollem Ambiente und perfekten Cocktails. Da ich nicht wusste wo ich als erstes Anfangen sollte, wurde die Straßenseite mehrfach vom kleinen in den großen Löwen verlegt und anders herum. Leider hab ich es bei den Wechseln verpasst wie ein gekonnt geflogenes Shaker-Unterteil ein Gästeglas auf der Theke zerlegt. Dafür wurde mein selbst gesetztes Ziel erfüllt, meinen ersten „Beuser und Angus Spezial“ im Le Lion zu mir zu nehmen. Das wochenlange Warten darauf hat sich durchaus rentiert. Ein absoluter Spitzendrink. Nach mehreren Stunden Aufenthalt und dem sechsten Mischgetränk endete die Nacht bei mir gegen fünf Uhr in der Früh.

Sollte sich wieder eine Gelegenheit wie diese anbieten werde ich sie definitiv wahrnehmen. Bis jetzt mein bester Barabend seit Beginn meines flüssigen Hobbys. (Jetzt übrigens im sechsten Jahr) Zunächst hieß es aber wieder zurück in die Heimatstadt, in welcher man bereits komisch angesehen wird, wenn man einen Daiquiri oder Negroni verlangt…
Weitere Bilder von der Veranstaltung gibt es hier.

Montag, 4. Februar 2008

Bols Bar Coaching ´08

Im Mittelpunkt der diesjährigen Bols Bar Coachings, die Mitte April in vier deutschen Städten stattfinden, stehen die wichtigsten Innovationen, neuesten Trends und Entwicklungen in der Barszene.
Bartender können sich über bols.de für ein Coaching in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Stuttgart anmelden. Eine Schulung von Experten für Experten. Neun deutsche, zwei internationale Bartender und der deutsche Sternekoch Christian Lohse, experimentieren und entwickeln die Inhalte für die Barcoachings.

Themenbereiche und Referenten
Naren Young, New York „What´s up?“ – die flüssigen Trends von Morgen
Der BOLS 200 Cocktailmaster Naren Young stellt die zukünftigen Trends an der Bar vor: was kommt, was bleibt? Was ist wirklich wichtig und auf was kann man verzichten?
Wayne Collins, London „Fast & Furious“ – die schnellsten und erfolgreichsten Cocktails
Speed Mixen und schnellstes Shaken: Der international renommierte Bartender zeigt den Teilnehmern die effizientesten Techniken und besten Schnelldreher-Tricks für 10-Sekunden-Cocktails.
Bastian Heuser, Berlin „Liquid Kitchen“ – Einfluss der Bar auf die Küche und der Küche auf die Bar.
Wie sich die Bar zur flüssigen Küche wandelt: Bastian Heuser demonstriert neueste Mixturen, überraschende Harmonien und sich anziehende Gegensätze, die zusammen mit Christian Lohse erarbeitet wurden.

Termine BOLS Bar Coaching 2008:
Montag, 14. April: Berlin
Dienstag, 15. April: Hamburg
Mittwoch, 16. April: Frankfurt
Donnerstag, 17. April: Stuttgart
Anmeldeschluss ist der 1. April 2008

Sonntag, 3. Februar 2008

Bittere Zeiten


…werden über die Cocktailwelten hereinbrechen. Nichts ahnend und sehr gut gelaunt, umzingelt von Traveling Mixologists, vielen mir zwei kleine, braune Flaschen auf. Es sind die neuen Produkte aus der Deutschen Bitters-Manufaktur The Bitter Truth!
Nachgefragt bei Herrn Berg bekam ich die Gelegenheit beide Produkte zu testen.
Zum einen Jerry Thomas´ Own Decanter Bitter. Der Bitter der amerikanischen Barlegende wird bald problemlos erhältlich sein. Ein sehr bitteres und stark würziges Produkt. Er wird wohl bestens geeignet sein für dominate, alkoholreiche Drinks. Bei der Flasche mit dem grünen Etikett handelt es sich um einen Celery Bitter! Eine neue alte Zutat schafft den Sprung zurück hinter die Bar. Es gibt keinen Zweifel daran das alle TBT-Bitters eine ganz hervorragende Qualität haben, aber ich war noch nie so von einem Bitter überzeugt wie von der Sellerie-Variante! Nur wenige Bitterstoffe, aber dafür sehr feinwürzig. Im Geschmack erinnert er an Selleriesalz mit einer fruchtig-frischen Note – ein Traum!
Einsatzmöglichkeiten und Rezepte wird es nach dem Erscheinen mehr als genug geben. Die neuen Sterne am Bitters-Himmel werden bald verfügbar sein. Meine Bestellung wird so schnell wie möglich getätigt. Ich kann sie nur jedem Liebhaber von Mischgetränken wärmstens empfehlen. Enttäuscht wird mit absoluter Sicherheit niemand!

Und noch ein bittere Nachricht gilt es zu erwähnen: Angostura Orange ab sofort bei Barfish erhältlich!