Mittwoch, 30. Juli 2008

Brilliant Cocktails Season 2

Chris Doing legt wieder los! Man darf sich in der nächster Zeit wieder auf grandiose Cocktailvideos aus Kopenhagen freuen! Zehn neue Episoden des Videoblogs werden dazu in den nächsten Monaten veröffentlicht.

Montag, 28. Juli 2008

Mixology Monday: New Orleans


Mit einer Verspätung von einer Woche startet der Mixology Monday zum Thema New Orleans. Das Thema sollte bereits letzten Montag behandelt werden zu den „Tales of the Cocktail“, welche dort stattfanden. Verschoben wurde das Ganze um sieben Tage da sich die meisten der amerikanischen Blogger direkt nach den Tales noch nicht in der Lage sahen eine Tastatur zu bedienen. Die Veranstaltung scheint dem zufolge ein wahrer Erfolg gewesen zu sein…
New Orleans, 1718 gegründet, entwickelte sich bis heute zu einer Metropole mit knapp 250.000 Einwohnern. Vor der Hurricane-Katastrophe im August 2005 bewohnten fast doppelt so viele Menschen das sumpfige Gebiet am Lake Pontchartrain. Bekannt ist „The big easy“ vor allem durch seine Altstadt im Kolonialstil, der Jazz-Music und nicht zuletzt auch für seine Cocktailkultur. Für einen kleinen Einblick empfehle ich dazu die Videos von Chris McMillian auf Youtube zu genießen!

Nun ist es aber Aufgabe des MxMo einen Drink vorzustellen der entweder New-Orlenas-Inspiriert ist oder eine Variation eine N.O.-Cocktails darstellt. Bei den Drinks fallen mir natürlich spontan der Ramos Gin Fizz ein sowie der Sazerac. Bei den Zutaten sind das Rye, Peychauds Bitters und Minze. Aufgrund dieser erster Gedanken viel die Entscheidung auf einen inspirierten Cocktail. Nach einigen (fehlgeschlagenen) Versuchen kam ich der Sache schon näher und kann heute einen einfachen Drink präsentieren dessen Zutaten an die Stadt am Mississippi angelehnt sind.

French Quarter
2 cl Rye Whisky
2 cl Cream
1,5 cl Creme de Cacao white
0,5 cl Creme de Menthe white
2 dash Peychaud´s Bitters
Muskat (Nutmeg)

Alle Zutaten kommen zusammen mit einer Prise geriebener Muskatnuss in ein mit Eis gefülltes Mixingglas und werden miteinander geshaked. Den Drink in ein Cocktailschale abseihen und noch ein wenig Muskat darüber reiben.

Freitag, 25. Juli 2008

Party-Gadget Nr.1

Galileo, die Pro Sieben Wissensschow, hat gerader seinen Beitrag zu den besten Party-Gadgets des Sommers gezeigt. Gewählt wurde die Hitliste Online durch die Zuschauer. Nebst aufblasbarem Whirlpool und Gläsern aus Eis war auf Platz 1 tatsächlich das bekannte Pülverchen-Set für Molekulare Cocktails!
Es scheint so als ob das Produkt in der breiten Maße bekannter ist als erwartet. Getestet wurde ein Tequila Sunrise in der Standart-Variante sowie in der gelierten matschigen Variante. Im unteren Teil des Glases schleimten Grenadine-Perlen vor sich hin, welche mit Tequila-Orangensaft-Schaum gefloated wurden. Geschmacklich hatten die Tester zwar keinen Favoriten aber der Preis sowie die lange Zubereitungszeit war dann doch zuviel des Guten! Klarer Sieg für den echten Cocktail!

Mittwoch, 23. Juli 2008

Zeichen setzen

In letzter Zeit könnten meine Tage auch 48 Stunden haben. Jeden Tag Überstunden und das auch noch am nächsten Samstag sowie Sonntag. Daneben gibt es noch einige Termine zu legen und am Bahnhof muss ich noch Karten Reservieren für meine fahrt nach Berlin im September (BCB natürlich) und drei Tage später nach Hamburg zum Cocktailforum Community-Treffen. Zu allem Überfluss entschied sich nun auch noch meine Digitalkamera den Geist aufzugeben so das ich momentan keine Bilder für den Blog einstellen kann bis der Ersatz ankommen wird. Aber viel Zeit hab ich wie schon erwähnt eh nicht obwohl ich hier viel mehr schreiben möchte wie ich es momentan mache.
Dafür konnte ich mich einer anderen Arbeit ein wenig widmen. Die Cocktailwelten bekommen ihr eigenes Logo und ein Entwurf ist mittlerweile fertig gestellt. Was denkt ihr?

Die Idee ist Angelehnt an der „Fleur de Lis“, als Zeichen der fränkischen Könige und der Königswürde. In Kombination mit dem Cocktail-Symbol schlechthin symbolisiert das Logo in diesem Sinne den „König Cocktail“.

Sonntag, 20. Juli 2008

Best of the Best

Ganz kurz und schmerzlos um was es geht: Le Lion Bar de Paris, Hamburg wurde gestern auf den „Tales of the Cocktail“ bei den jährlichen Spirit Awards zur „Worlds best new Bar“ gekürt! Konkurrenten wie das PDT in New York wurden durch die enorme Kompetenz des Hamburger Teams auf die hinteren Plätze gedrängt. Weitere Nominierungen sind hier zu sehen.


Ich gratuliere dem Löwen-Team zu dieser großartigen Leistung! Mögen noch mehrere Preise den Weg in die beste neue Bar finden! Santé!

Donnerstag, 17. Juli 2008

Tabacco - München


Dies kleine und sehr unscheinbare Bar befindet sich in unmittelbarer Nähe der berühmten Frauenkirche. In einer kleinen Nebenstraße wird man fündig. Die kleine Bar ist ähnlich dem Schumanns sehr schlicht gehalten. Auch hier sind die Wände bis über die Hälfte mit dunklem Holz vertäfelt. Der Holztresen in der Mitte der kleinen Bar ist umgeben von einigen Tischen. Die Sitzbänke sind mit rotem Leder überzogen. Das alles wird gedämmt beleuchtet durch ein paar kleine Kronleuchter an der Decke. Lediglich den Fernseher am Ende der Bar empfinde ich als sehr störendes Objekt.
Zum mixen werden die normalen Zutaten benutzt. Mein Daiquiri bestand aus reichlich Havana Club, frischen Limettensaft und Zuckersirup. Auch der bestellte Singapore Sling wies keine Mängel auf. Die Drinks sind groß und die Preise dafür absolut fair. In dieser Bar empfiehlt es sich auch einen genaueren Blick in das sehr gut Ausgestatte Whiskey- und Cognac-Regal zu werfen. Hier steh so manche kostspielige oder seltene Flasche der edlen Tropfen. Das Personal ist nett und half mir kompetent bei der Auswahl eines Whiskys so das ich schlussendlich bei einem Glase Slyrs landete. (Das war eine Woche vor meinem Besuch in der Destillerien)
Es empfiehlt sich diese Bar einmal zu besuchen um einen (oder auch mehrere) Cocktails zu genießen. Des Weiteren ist das Tabacco auch bekannt für sein hervorragendes Filet-Steak. Ich hätte hier gerne mehr Zeit verbracht aber der Zug im Bahnhof wartet normalerweise nicht bis ich komme.

Dienstag, 15. Juli 2008

Von Oasen und Wüsten


Vergangenes Wochenende saß ich in meiner Stammbar, blätterte durch die Cocktailkarte und machte mir Gedanken dazu. Eine Standartkarte mit vielen Tropicals a la Pina Colada und den anderen Standards einer jeden Karte. Meine geschätzten Klassiker wie einen Sazerac oder Juleps vermiss ich hier sehnsüchtig. Ich wünschte hier würde man etwas mehr auf die Barkultur eingehen. Aber was beschwer ich mich denn? Es werden möglichst frische Zutaten verwendet und die Qualität der verwendeten Spirituosen ist auch akzeptabel.
Immerhin wohnen wir in einen der Gebiete in denen eine Barkultur vorhanden ist. So ist eine Barentwicklung in großen Teilen der Erde aus religiösen Gründen nie entstanden. In den Islamischen Büchern heißt es das Wein und Glücksspiel Werke von Satan sind um die Gläubigen vom Gebet abzuhalten – Grundlage für die am längsten anhaltende Alkohol-Prohibition So gibt es beispielsweise keine Bars in islamisch geprägten Ländern. Einzige Ausnahmen bieten hier Clubs und Touristenbunker an den Stränden und Städten dieser Länder um den Durst der Besucher auf eine gewohnte Art und Weise zu bedienen. Ob hier die Barkultur gepflegt ist sei auch dahingestellt aber zumindest gibt es Ansätze.
Vielleicht wäre auch alles ein wenig anders verlaufen, hätte es in der Vergangenheit nicht zwei Mordversuche auf die Bar gegeben. Die amerikanische Prohibition die eine Entwicklung fast zum stillstand gebracht hat und die rebellische Jugend der 60er und 70er welche die Cocktails natürlich boykottieren musste, da sie von den spießigen Eltern getrunken werden.
Auch in Afrika konnte sich bisher keine Barkultur entwickeln, sieht man von einigen Gebieten der ehemaligen Kolonien und Touristenhochburgen ab. Grundsätzlicher Wassermangel, viele Kriege und Armut lassen für Cocktails definitiv keinen Platz in der Gesellschaft. In asiatischen Gefilden konnte sich bis vor all zu langer Zeit auch noch keine Bar richtig etablieren. Hier wird aber stark (und erfolgreich) an einem flüssigen Lifestyle gearbeitet. In Japan entsteht sogar eine ganz neue Art von Barwesen durch neue Techniken und Anschauungen der Bartender.
Es wird hierzulande zwar oft kritisiert das man noch stark an der Entwicklung der Bar arbeiten müsse (und ich stimme dem zu), aber dennoch darf nicht vergessen werden das wir in einer der Oasen sitzen in einer weiten, trostlosen Wüste. Vielleicht sollte man nicht ganz so pingelig sein wenn die Früchte in der Oase nicht so groß sind wie man es gerne möchte. Aber sieht man was in den vergangen 50 Jahren passiert ist und was in Zukunft noch passieren wird sind wir wohl auf den richtigen Weg.

Sonntag, 13. Juli 2008

Licor 43 - Gewinner 2008


Seit knapp zwei Wochen besuchte ich nun die Internetseite des spanischen Licor 43 um zu sehen ob die Ergebnisse der letzten Competition endlich online sind. Seit gestern Nachmittag ist die sehnsüchtig erwartete Liste nun endlich online! Wie schon vermutet wurde auch dieses Jahr sehr viel Wert gelegt auf frische und außergewöhnliche Zutaten. Mohn und Apfelmus, Bärlauch und Fenchel sind nur einige dieser raffinierten Ingredienzien. Viel Kreativität brachten diese besagte Drinks zu recht unter die besten 43, welche nun traditionell in einem Licor43-Buch veröffentlicht werden.
Ein besonderer Glückwunsch geht von mir an Hobby-Kollegen Achim, der in beiden Kategorien unter die besten Rezepte kam. Die komplette Liste ist hier zu finden.

Freitag, 11. Juli 2008

Schumann´s - München

Innerhalb des letzten Jahres habe ich es etliche Mal geschafft Bars in Hamburg zu Besuchen. Ich war in Frankfurt, in Düsseldorf und in Köln. All diese Orte sind mindesten 500km von mir entfernt. Was ich bisher noch nicht geschafft habe ist das 120km entfernte München. Schlussendlich habe ich es doch geschafft die Landeshauptstadt zu Besuchen. Erste Station: Das Schumanns.
Diese American Bar mit Tradition zählt zu den berühmtesten Bars Deutschlands mit einer über 25-jährigen Geschichte. Mitten im Herzen von München gelegen befindet sich die kleine unscheinbare Lokalität. Ich muss zugeben das ich selber fast daran vorbeigelaufen bin. In der Mitte des Raumes befindet sich der große Tresen aus dunklem Holz. Dahinter, an der Wand, eine eindrucksvolle Anzahl von Spirituosen. Likören und sonstigen Flüssigkeiten. Es dürfte kaum eine Zutat fehlen auf diesem großartigen Backboard. Im restlichen Raum befinden sich schlichte Tische und Stühle passend zum Design des Tresens. Die Wände sind ebenfalls bis zur decke mit Nussbaum vertäfelt. Hier wird kein Wert auf irgendeinen Schnickschnack gelegt. Das Schumanns ist eine Bar – und nichts anderes. Dennoch fühlt man sich Wohl zu den leichten Jazz-Klängen in einer entspannten Atmosphäre. Wer will kann sich auch vor die Bar setzten auf dem fast mediterran anmutenden Odenonssplatz.
Die Cocktailkarte ist bestens sortiert und bietet vor allem klassische Drinks an. Die Art der Drinks sollte geläufig sein wenn man das Buch zur Bar kennt. Die Art der Zubereitung entspricht dabei natürlich allen Regeln. Liebe zum Detail und das genaue abstimmen des Drinks sind hier im Vordergrund. Bestellt wurde von mir und einem Freund ein Champagne Julep, Tom Collins, Ramos Gin Fizz, Mojito sowie ein (noch namenloser) Drink mit Sake. Es gab hier absolut nichts zum aussetzen. Wenn des doch nur immer so sein könnte…
Am Service gibt es ebenfalls keinen einzigen Makel. Kleine Unterhaltungen mit den Bartendern und Herrn Schumann persönlich ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Da mir diese leider nur sehr begrenzt zur Verfügung stand (der letzte Zug in meine Richtung fährt um 23:30 Uhr) musste ich früher gehen als es mir leib war.
Das Schumanns ist über jeden Zweifel erhaben und eine 1A Cocktailbar. Der internationale Erfolg gibt dem Recht und macht die Bar zu einer Institution für gutes Trinken und für die Stadt München. Ich habe mir fest vorgenommen hier des Öfteren einen Drink zu mir zu nehmen. Wenn ich bedenke das ein Zugticket nach München bei zwei Personen je 12€ kostet und ich dasselbe zahlen muss in einem Taxi von Kempten zu mir nach Hause (4 km) steht dem wohl nichts mehr im Wege.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Kurze Erinnerung

Ich wollte an dieser Stell nur noch einmal darauf aufmerksam machen das der OCC Fütyülös Summer Contest noch genau 10 Tage läuft. Die bisher eingesendeten Rezepte zeigen allesamt den aktuellen Trend frische Zutaten und Kräuter zu nutzen. Von Paprika, über Kürbis und Birnen Püree bis hin zu Basilikum und Rosmarin ist alles vorhanden. Ich hoffe das es in der Hauptstadt genug Gemüseläden und Wochenmärkte gibt, welche die Jury beim mixen der Drinks mit frischen Zutaten versorgen. (Ich habe gehört in Hamburg würde es notfalls noch Himbeeren geben…)

Montag, 7. Juli 2008

Decanter Bitters - die Zweite

The Bitter Truth´s „Jerry Thomas Own Decanter Bitter“ wurde in einer sehr begrenzten und limitierten Stückzahl hergestellt was dazu führte das dieses Produkt innerhalb kürzester Zeit in sämtlichen Shops ausverkauft war. Wer keine Flasche mehr bekommen hat muss sich darüber keine Gedanken machen. Man greife einfach auf die zweite Auflage zurück! Drinkology ist doch immer wieder für eine Überraschung gut!

Sonntag, 6. Juli 2008

Slyrs - Bavarian Single Malt Whisky

Die anderen Blogs haben es bereits erwähnt und auch mich hat das Sommerloch voll erwischt. Das Wetter ist einfach zu schön um länger am Computer zu sitzen. Da lieg ich lieber auf der Terrasse herum, trinke etwas viel zu kaltes und wärme mich hinterher wieder am Grill auf. Dennoch hab ich es geschafft mich letzten Sonntag von der Liege aufzuraffen und den weg ins Oberbayrische zu schaffen. Nördlich am Tegernsee vorbei zum Schliersee und immer gerade aus zu einer kleinen Ortschaft namens Neuhaus. Hier befindet sich die bayrische Single Malt Destillerien Slyrs.

Durch den seitlich gelegenen kleinen Eingang geht es direkt in den Laden. Hier werden neben dem 3-jährigen Slyrs und dem Slyrs-Likör auch diverse Brände von Lantenhammer, Gläser, Karaffen und Slyrs-Fanartikel verkauft. Nach dem entrichten des 5€-Eintrittgeldes wird man zunächst in den kleinen Videoraum im Ladenbereich geführt. Hier wird man in 10 Minuten kurz über die Idee und Geschichte der Brennerei eingeführt sowie über die Herstellung des Malts. Danach geht es weiter zu den Produktionsanlagen, welche sich im selben Gebäude befinden. Auf der linken Hallenseite befinden sich die Gärbehälter und alles was zum einmaischen des Gerstenmalzes notwendig ist. Die Gerste, ebenfalls aus Bayern stammend, wird bereits fertig gemälzt angeliefert. Dies ist der einzige Schritt den Slyrs in der Produktion nicht selbst unternimmt. Aus einem 30t-Silo wird das Getreide in die Halle befördert und zunächst geschrotet. Pro Vorgang werden hierzu 350kg Gerste benötigt. Mit Wasser aufgefüllt und kontrolliert erhitzt (im Maischegefäß) wird durch natürliche Enzyme der Zucker der Gerste freigesetzt. In den folgenden 5300-Liter-Gärtanks wird aus dem „Zuckerwasser“ in den nächsten sieben Tagen die fertige Maische mit ca. 6% Alkoholanteil gewonnen – beim Whisky bis hierhin eine Art „Bier“.
Mittels einer Rohrleitung wird der Grundstoff in die beiden gegenüberliegenden Rohbrandblasen im Pott-Still-Verfahren gepumpt. Die je 1500 Liter fassenden Destillen werden mittels Dampf beheizt. Diese sehr schonende Art und Weise den Alkohol zu destillieren sorgt für einen sehr hochwertigen Brand da die Maische relativ langsam erhitzt wird. Pro Brennblase werden in einem Durchgang (Dauer ca. 6 Stunden) ca. 350 Liter 30%iger Rohbrand erzeugt. Gesammelt im selben Behälter führt eine weitere Rohrleitung zur dritten Anlage. Diese ist identisch mit den anderen Beiden mit Ausnahme eines Plexiglaskastens und jede Menge Steuersiegeln an den Zählern – Papa Staat überwacht sehr genau! Hier entsteht der fertige Brand des späteren Whiskys. In einem 8 Stunden andauernden Brennvorgang werden ca. 500 Liter 70%iges Destillat erzeugt, nachdem der Vor- und Nachlauf abgetrennt wurden.

Sehr interessant ist auch die hierzu eingerichtete Ecke mit den Geruchsproben. Wann bekommt man schon einmal die Chance verschieden Stadien des Whiskys zu erschnuppern? Der Vorbrand ist noch sehr aromatisch und erinnert an ein frisch gebackenes Brot. Das Getreide kommt hier noch sehr stark zum Vorschein. Der Vorlauf hingegen riecht nach einer Mischung aus Lösungsmitteln und Farben. Der kurz darauf folgende Mittellauf ist wie zu erwarten fast neutral und unauffällig. Umso wichtiger ist es den Nachlauf rechtzeitig abzutrennen – eine übel riechende Flüssigkeit, welche man mit alten Turnschuhen und Räucherfleisch beschreiben könnte! Sehr angenehm in der Nase ist der fertige Whiskey auf Fassstärke bereits vor der Fassreifung.
Weiter geht es über einen Holzsteg in die zweite Halle der kleinen Brennerei. Hier werden die Fässer gelagert für den 3-järigen Slyrs mit einer Stärke von 55%. Ganz nach Vorbild des amerikanischen Bourbons werden neue 225l-Fässer aus amerikanischer Weiseiche verwendet. Für den kommenden 12-järigen Slyrs werden gebrauchte Fässer des Dreiers verwendet. Abgefüllt wird nach der Fassreife in bei Lantenhammer auf 43% Trinkstärke eher das Produkt in den Verkauf geht. In der Lagerhalle konnte ich vor allem ein Fass nicht übersehen. Unter einer Rampe befand sich ein größeres, schon sehr altes Fass, welches nicht zu den andern passte. Was verbirgt sich wohl in Fass-Nr. 45? Über besagte Rampe gelangt man auch in den Verkostungsbereich. Hier bekommt jeder Besucher eine Probe des Whiskys sowie des Likörs. Der Slyrs ist für sein noch sehr junges schon ungewöhnlich weit. Zwar noch etwas scharf aber dennoch schon viele verschiedene Aromen nach leichter Eiche, Karamell und Frucht im Abgang. Der Likör hingegen schmeckt sehr stark nach Karamell und Honig. Für meinen Geschmack ist er auch viel zu süß geraten. Der Whisky geht hier fast unter. Eine Mischung aus beiden Produkten könnte allerdings eine gute Lösung sein um den Likör aufzubessern.

Wer die Chance hat die Brennerei zu besichten sollte sie auf jeden Fall nutzen. Alleine die Geruchsproben sind ein Besuch allesamt wert. Geschweige denn eine Singel-Malt-Produktion im eignen Land zu besichtigen. Da die Produktion nur sehr begrenzt ist und die Nachfrage nicht mehr gedeckt kann werden pro Besucher nur jeweils eine Flasche Slyrs (39€) und Slyrs-Likör (29€) verkauft. Es ist also von Vorteil wenn man wie ich ein paar Nicht-Whisky-Trinker mitnimmt.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Top-10-Softdrinks

Es ist schön wenn man Arbeitskollegen hat, die Ihre Pause mit dem lesen einer Bild-Zeitung verbringen. Auf der heutigen Titelseite befand sich neben dem obligatorischen „Mädchen von Seite 1“ eine Liste mit den zehn beliebtesten Softdrinks der Deutschen. Ermittelt wurden diese mit der Verbraucher-Analyse 2007/2008.
An erster Stelle in den Top 10 (wie man sich denken kann) ist Coca-Cola. Gefolgt wird die braune Brause von Fanta, Sprite, Coka-Cola light und Punica Fruchtschorle. Den sechsten Platz teilt sich Pepsi-Cola mit Punica Tea & Fruit. Auf den letzten drei Plätzen sind noch Mezzo-Mix, Red Bull und Nestea platziert.

Dienstag, 1. Juli 2008

Jack Kearns Cocktail


Der Sommer zeigt momentan mit voller Kraft was in ihm steckt. Das sind genau solche Tage die nach einem erfrischenden leichten Drink verlangen. Meist denkt man dabei an Mojitos, Caipis und Gin Tonics. Auf der Suche nach etwas Neuem wurde ich in einem alten Buch fündig.
Am Anfang der Seite 88 des Savoy Cocktail Books finden sich die Rezepte Jack Kearns Cocktail No.1 sowie Rezepte Jack Kerns Cocktail No.2. Erstaunlicherweise handelt es sich dabei um jeweils den gleichen Drink. Der einzige Unterschied besteht in der Reihenfolge in der die Zutaten im Buch stehen. Bei einer kurzen Suche im Netz konnte ich schlussendlich herausfinden das sich teilweise die Zugabe des Sirups unterscheidend zwischen ein bis drei Dashes. Ich halte mich bei der Angabe nach dem Savoy-Rezept da die Zuckermenge absolut ausreichend ist.

Jack Kearns Cocktail (No.1)
3/4 Dry Gin
1/4 Bacardi Rum
1 Dash Zuckersirup
1 Dash Zitronensaft

Auf viel Eis shaken und in eine Cocktailschaler abseihen.

In meinem Cocktail (3 cl Gin / 1 cl Rum) nutze ich Beefeater Gin mit 40% sowie als Rum den herrlichen Appleton white. Der Saft wird natürlich frisch gepresst. Obwohl der Drink fast nur aus Spirituosen besteht ist er keineswegs stark. Erstaunlich leicht und frisch merkt man kaum Alkohol. Dieser wird vielleicht auch durch die nicht zu erwartende Fruchtigkeit überdeckt. Damit hätte ich bei diesem Drink defenitiv nicht gerechnet! Der Zucker rundet das Ganze noch geschickt ab. Trotz all diesen Eigenschaften bleibt die Mixtur aber „dry“ im Abgang Der Jack Kearns ist ein Drink ohne Ecken und Kanten und für mich ein absolutes Highlight! Ich empfehle jeden Cocktailinteressierten diesen farblosen Drink zumindest einmal testen! Über weitere Kommentare zum JK würde ich mich freuen – cheers!