Freitag, 29. August 2008

Der Dash


Immer wieder stellt sich in verschiedenen Internetforen zum Thema Cocktail die Frage „Was ist ein Dash?“. Diese Frage lässt sich ganz einfach und Simpel beantworten: Ein Dash ist ein Spritzer – nicht mehr, nicht weniger. Seit der vergangenen Woche bin ich Besitzer des Buches „Der Mixologist“ von Carl A. Seutter. Auf den ersten Seiten befindet sich eine Begriffserklärung welche den Dash geradezu philosophisch und kunstvoll definiert. Diesen irren Satz kann ich euch einfach nicht vorenthalten.

Dash: Dasjenige Quantum einer Flüssigkeit, welches durch eine kurze, rasche Bewegung einer Flasche entströmt, deren Kork mit einem Metallröhrchen versehen ist.

Toll oder? Weiterhin ist nach Seutter eine Bar übrigens „eine Einrichtung die nach amerikanisch-englischem Vorbild in Deutschland Aufnahme gefunden hat, eine Einrichtung, an welcher alle Arten von Getränken, hauptsächlich amerikanische Mischungen. Verarbeitet werden.“
Übrigens gibt es in der Eskimosprache das Wort „iminngernaveersaartunngortussaavunga“ was Übersetzt so viel bedeutet wie „Ich sollte versuchen, nicht Alkoholiker zu werden.“

Mittwoch, 27. August 2008

Zeitmaschine

Kennt ihr das auch wenn nie genug Zeit habt was auch immer ihr anstellt? Momentan leide ich an chronischen Zeitmangel dank der Spätschicht von 14-22 Uhr. Ich stehe in der Früh gegen 9:00 Uhr auf und hab nur gute drei Stunden bis ich zur Arbeit muss. Kaum wieder zuhause angekommen bleiben auch nur noch 1-2 Stunden bis ich mich wieder ins Bett lege - das ganze Spiel beginnt am nächsten Morgen wieder von vorne. Diel etzten Stunden des Tages verbringe ich meist im Internet.
Zunächst einmal ab ins Cocktailforum um zu schauen was Neues geschrieben wurde um darauf zu antworten. Ein diverser Braunschweiger Cocktailfan schreibt aber grundsätzlich 30 Sekunden vor mir in den Threads. Macht ja nichts! Erstmals E-Mails kontrollieren: Neue Post von Mixology! Darin geht es um die neuen Berliner Bartours während der Barconvention. Klasse! Kann ich morgen hier im Blog was zu schreiben – oder auch nicht. Der Bittersblog konnte schneller reagieren. Wieder zu langsam gewesen! Kann man nichts machen.
Heute bei der Arbeit wollte ich zudem den Chef nach Urlaub für nächsten Freitag fragen. Nur so könnte ich auf die Skyy Flair Challenge nach München fahren, welche am Donnerstag stattfindet. Aber, wer hätte es gedacht, hab ich den Chef um fünf Minuten verpasst! Heute ist er nicht wie üblich gegen 17:00 Uhr in den Feierabend gegangen sondern schon früh nachmittags. Warum Arbeitet die Zeit heute gegen mich? Ich werde mir jetzt zum Tagesabschluss noch einen leckeren Mai Tai gönnen falls es die Zeit zulässt…

Montag, 25. August 2008

Olympic Gold Martini

Nach zwei Wochen in Peking konnte sich das deutschte Athletenteam in den olympischen Sommerspielen einen guten fünften Platz erzielen. Grund genug einen namentlich passenden Drink zu mixen.

The Olympic Gold Martini
3 cl Gin
4 cl Wodka Citron
0,5 cl Cognac
1 cl Birnenlikör

Alle Zutaten auf viel Eis kaltrühren und anschließend in eine gekühlte Cocktailschale abseihen. Als Deko wird eigentlich eine Olive in den Drink gegeben aber ich bevorzuge die Zugabe eines Zitronentwists der über dem Cocktail ausgedrückt wird.
Gin und Wodka verbinden sich sehr angenehm während der Cognac die goldene Farbe mit ins Spiel bringt. Durch den Likör entsteht eine dezente Fruchtigkeit welche den Drink enorm aufwertet. Interessant ist bestimmt auch eine Variante mit Vermouth anstelle des Wodkas und einem Dash Grapefruit Bitters.

Freitag, 22. August 2008

Cocktails of the fifties

Rachel Maddow, eine amerikanische Polit-Moderatorin, mit eigener Radio- und TV-Show, spricht in ihrer Sendung über ihr flüssiges Hobby und den „six classic cocktails of the fifties“

Mittwoch, 20. August 2008

Blue vegetable?

Wer diesen Blog regelmäßig besucht wird sich vielleicht noch an den zweiten Artikel der Vergessenen Zutaten erinnern. Hier fragte ich nach einer bisher für mich völlig unbekannten Zutat aus den Savoy Cocktail Book.
Damals hab ich zum Thema Blue Vegetable keinerlei Hinweise im Netz gefunden. Als ich heute Morgen nach meiner Nachtschicht die E-Mails der letzten Stunden durchstöberte fand ich diese Nachricht von „Floppi“ im Postfach.

Ist zwar schon ein wenig her, aber Du wolltest wissen, was "Blue Vegetable" ist. Das wird auch im Savoy Cocktail Book als "Blue vegetable extract" erwähnt (was ich leider nicht besitze). Hab dann aber mal gegooglt und bin auf folgendes gestoßen: Link
Scheint also einfach blaue Lebensmittelfarbe zu sein. Woraus das ursprünglich hergestellt wurde: Gut Frage. Gibt nicht viele blaue Pflanzenfarbstoffe. Schalen von dunklen Trauben und Holunder dürft ggf. ein Blau-Violett geben. Indigo färbt richtig blau, aber ist fast wasserunlöslich. Wenn's gelöst ist, dann wird es erst durch Oxidation blau - also eher unwahrscheinlich.
Schöne Grüße, Florian


Vielen Dank für diese aufschlussreiche Email. Den Link im egullet-Forum muss ich übersehen habe da ich dort auch fast täglich mitlese. Interessant ist nun wirklich noch der Ursprung der Farbe. Ich bin der Meinung das es sich nicht um einen natürlichen Farbstoff handeln muss aber der Namenszusatz „extract“ lässt doch stark darauf schließen. Noch ist das Rätsel im Savoy ungelöst. Da das Blau allerdings keinen Einfluss auf den Geschmack der Drinks hat kann auch getrost darauf verzichtet werden – zumindest bei moderner Lebensmittelfarbe.

Dienstag, 19. August 2008

Neues aus München

Wer hätte gedacht das wir dieses Jahr in Deutschland noch mit der ein oder anderen tolle Spirituose überrascht werden. Nebst Drinkology sind ab sofort auch bei Barfish der legendäre St. Germain Holunderblütenlikör sowie Haymans Old Tom Gin erhältlich. Ein Lob an die Münchner Fachgeschäfte!

Montag, 18. August 2008

Galliano Smooth Vanilla und L´Autentico


Hier ist jetzt keinesfalls von dem Modeschöpfer die Rede sondern von dem italienischen Kräuterlikör, welchen es in kurzer Zeit auch in Deutschland in zwei Sorten erhältlich sein wird. Das Produkt besticht nicht nur durch seine extravagante Flaschenform sonder auch durch seinen Inhalt. Erfinder des Kräuterlikörs war der toskanische Weinbrenner Arturo Vaccari im Jahre 1896. Benannt wurde die Komposition nach einem gewissen Giuseppe Galliano – ein italienischer Kriegsheld welcher zehn Jahre davor im Abessinenkrieg der feindlichen Übermacht standhielt.
Galliano ist ein Gemisch aus bis zu 70 verschiedenen Kräutern. Diese Zutaten werden in fünf Gruppen destilliert und gelagert. Nach einer Reifezeit von drei Monaten werden die Einzeldestilate zusammen mit weiterem Alkohol und Zucker zum fertigen Likör gemischt. Die Farbe stammt einst von Safran welcher im Laufe der Zeit durch einen Farbstoff ersetzt wurde. Der „Standart“-Galliano besitzt einen Alkoholgehalt von lediglich 30 % und trägt den Namen „Smooth Vanilla“. Diese leichte Vanille ist bereits im Geruch zu erkennen nebst diversen Kräuternoten. Auf der Zunge ist die Vanille im Abgang sehr dominant. Davor erlebt man einen sehr leichten und ausgewogenen Kräutergeschmack – sehr lecker!
Das sich eine so alte Rezeptur wie die des Galliano sich dem Geschmack der Zeit anpasst ist ganz normal. In der alten Rezeptur war von einem Vanillearoma nichts zu merken. Hierauf beruht die Rezeptur des neuen Produktes namens Galliano L´Autentico. Es wird vermehrt auf die Kräuteraromen gesetzt und der Alkoholgehalt wurde ebenfalls auf stolze 42.3% erhöht! An dieser Stelle möchte ich mich bei Hobbymixerkollege Oliver bedanken, welcher mir ein Muster des L´Autentico zukommen lies.
Der Likör ist nach wie vor eine gelungne und im Geschmack sehr runde Sache. Die Kräuter sind im Vergleich zum Smooth Vanilla sehr stark ausgeprägt und meiner Meinung nach noch Aromastärker als beim französischen Chartreuse jaune. Im Abgang ist, im Gegensatz zum Vanilla, auch die deutliche Stärke des Alkohols zu spüren. Die gut abgestimmte Süße und der Anisgeschmack machen den neuen, alten Galliano zu einem absoluten Spitzenprodukt in der Bar! Er wird voraussichtlich in den nächsten Wochen bei uns erhältlich sein. Für mich eine klare Kaufempfehlung!
Für diejenigen die sich eine bessere Vorstellung darüber machen wollen hab ich ein wenig experimentiert. Wer 10 Teile Smooth Vanilla mit 4 Teilen des gelben Chartreuse mischt erhält einen dem L´Autentico nicht unähnlichen Likör. Der Geschmack weicht zwar aber es gibt einen kleinen Eindruck in die richtige Richtung.
Der wohl bekannteste Drink mit Galliano dürfte der Harvey Wallbanger sein. Er besteht zu einem Teil aus Galliano, zwei Teilen Wodka und acht Teilen Orangensaft. Getrunken wird der Longdrink auf Eis. Der Name ist angeblich auf einen Surfer zurückzuführen der bei einem Wettbewerb ausgeschlossen wurde. Aus Frust schlug der frustrierte Sportler seinen Kopf an die Wand nach mehreren des besagten Drinks. Wieder einmal ein Beweis das übermäßiger Alkoholkonsum einen dicken Kopf mit sich bringt…

Sonntag, 17. August 2008

Noilly Ambre


Wenn der Postbote klingelt ist das meist ein Grund zur Freude. Besonders wenn er ein paar Flaschen Noilly Ambre bei sich hat. Dieser Vermouth, der eigentlich nur direkt in Marseillan bei Noilly Prat erhältlich ist hat nach langer Reise seinen weg in meine Regale gefunden. Hierbei handelt es sich um ein Zwischenprodukt aus einem roten und einem weißen Wein. Farblich entsteht daraus ein bernsteinton der an eine gereifte Spirituose erinnert. Ein wirklich ausgezeichneter Aperitif! Relativ süß und mit leicht kräutrigen Noten legt sich der Wein samtig um den Gaumen. Im Abgang sind Anklänge von Schokolade und floralen Aromen zu finden.
Dieser Vermouth ist fast zu Schade zum vermixen und sollte pur bei Raumtemperatur genossen werden. Zu beziehen ist der gute Tropfen ab und an bei thewhiskyexchange.com. Leider habe ich momentan die letzen zwei Flaschen aufgekauft wie es den Anschein hat – sorry!

Freitag, 15. August 2008

Ramos Gin Fizz

Es wird Zeit einen der populärsten klassischen Drinks der letzen Jahre auch in den Cocktailwelten vorzustellen den Ramos-, oder auch New Orleans Fizz. Auch dieser Drink stammt wie viele aus New Orleans.
Im dortigen Fairmont-Hotel, das heute zur Waldorf-Astoria-Gruppe gehört, liegen auch die Namensrechte des Cocktails. Die Geschichte dieses Drinks auf Ginbasis beginnt im Jahre 1888 als ein gewisser Henry C. Ramos von Los Angeles in die Südstaatenstadt zog, um dort ein Restaurant zu eröffnen. Hier wurde der Ramos Gin Fizz geboren. 1907 hatte Henry ein zweites Restaurant eröffnet in welchen es den mittlerweile bekannten Fizz ebenfalls gab. Die Mischung wurde derart populär das Gäste angeblich Stunden warten mussten bis sie an der Reihe waren.
Bereits 1915 benötigte man zum Mardi Gras in den Restaurants 35 Bartender um die Nachfrage des Drinks zu decken. Nur auserwählte Arbeiter bekamen das Rezept, welches erst bei Beginn der Prohibition (1919) an die Öffentlichkeit weitergegeben wurde.
Eine weitere Geschichte dreht sich um den New Orleans Bürgermeister Huey Long, welcher einen Bartender auf einer seiner Reisen mit nach New York nahm um den dortigen Bartender zu zeigen wie man diese Drink richtig zubereitet. So sorgte der Politiker nicht nur dafür das r auch in New York seinen Cocktail bekam, sondern auch zur Ausbreitung der Rezeptur.
Der Ramos ist ein außergewöhnlicher Drink. Ein milder, ausgewogener Geschmack verbindet sich mit einer einzigartigen Textur und einer fast unzerstörbaren Schaumkrone. Locker cremig entfalten sich die Aromen mit den Teils ungewöhnlichen Zutaten. Selbst die Zubereitung ist eine Kunst für sich.

Ramos Gin Fizz / New Orleans Fizz


6 cl Gin
3 cl Sahne
2 cl Zitronensaft
2 cl Limettensaft
0,5 cl Zuckersirup
1 Eisweiß
Orangenblütenwasser
Soda

Alle Zutaten außer dem Orangenblütenwasser und dem Soda in ein mit reichlich (!) Eis gefülltes Mixingglas geben. Die Eiswürfel sollten dabei so kalt wie nur irgendwie möglich sein. Das Ganze wird nun lange und hart geshaked. Ein Minimum von 30 Sekunden ist hier einzuhalten. Empfohlen wird ein 60-Sekunden-Shake. Da das sehr kraftaufwändig ist entstand auch der „Ramos-Brauch“ den Shaker an eine oder mehrere Personen weiterzugeben. Nur so entsteht die typische Cremigkeit und der Schaum.
Der halbfertige Drink wird daraufhin in ein Glas abgeseiht. Das Glas sollte gut vorgekühlt sein da in den Ramos kein Eis zugegeben wird. Das würde den Cocktail definitiv zerstören! Zum Schluss wird mit Hilfe eines Barlöffels etwas Soda gefloatet. Hierbei ist darauf zu achten auf keinen Fall mehr als 3cl des Wassers in den Fizz zu geben. Ein verwässerter Ramos ist furchtbar langweilig! Auf den Schaum träufelt man schlussendlich noch einige Tropfen des Orangenblütenwassers.

Tipp 1: Wenn das gewählte Glas die richtige Größe und der Schaum die passende Konsistenz kann man so aufgießen das der Schaum über den Glasrand wächst.
Tipp 2: Ohne Eis die Zutaten erst im Blender mixen und dann shaken erspart ein Teil der Arbeit.
Tipp 3: Auch einige Tropfen Orangenblütenwasser mit in den Shaker geben für ein stärkeres Aroma
Tipp 4: Den Zuckersirup durch Vanillesirup zu ersetzen ist eine schöne Modifikation.

Mittwoch, 13. August 2008

Cocktails @ iPhone

Seit vergangenem Montag gibt es für alle Besitzer eines iPhones eine Applikation für Cocktails. Das Programm hat einen direkten Zugriff auf die Cocktails & Dreams Rezepte Datenbank via WebService API, die eigens dafür entwickelt wurde. Wie auch auf der Homepage ist es möglich die Drinks und Cocktails nach verschiedenen Kriterien zu sortieren und anzuzeigen.
Das Ganze befindet sich momentan noch in der Versionsnummer 1.0 und wird noch einige Verbesserungen benötigen. Dafür ist das ganze kostenlos und kann ab sofort hier heruntergeladen werden oder direkt über den Apple-Store.

Montag, 11. August 2008

Mixology Monday: Local Flavor

Durch das verschieben des letzten Termins kommt nun schon der MxMo für August. Kevin vom Save-the-drinkers-Blog hat diesen Monat ein sehr interessantes Thema gewählt: Local Flavor. Der Name ist Programm! Drinks und Cocktails mit einer lokalen Zutat.
Hier hab ich jedoch schon das erste Problem. Wenn ich jetzt einen Drink vorstelle mit wirklich lokalen Produkten kann die kein Mensch nachmixen. Oder wer kann von sich behaupten das er schon öfters mit Gurktaler Alpenkräuter geshaked hat? Eigentlich schade da es sich hier um einen ganz exzellenten Kräuterlikör handelt. (Herr Adam das wäre doch mal etwas für einen GSA-Beitrag). Auf jeden Fall beschloss ich den anderen Weg zu gehen und nicht mit einem Lokalen Produkt zu mixen sondern mit etwas, was man mit meiner Heimat verbinden könnte. Nach kurzem Überlegen hab ich die flüssige Regionalprodukte gefunden, welche für das grüne Allgäu charakteristisch sind: Milch und Bier. Zwar nicht leicht zu verarbeiten für einen Mixology Monday aber ich hab da etwas. Biermischungen aus Bier und Zitronenlimo kennt jeder. Auch die Berliner Weiße in grün und roten sollten den meisten geläufig sein. Etwas schwieriger wird es bei den Getränken Namens (zumindest heißen sie hier so) Mohr, Ruß und Diesel. Bei den ersten beiden handelt es sich um eine Weißbiermischung mit Cola bzw. mit Zitronelimo. Beim letzteren handelt es sich um eine Pils-Cola-Mischung. Aber das Biergetränk das ich vorstellen will ist wohl noch unbekannter als die bisher genannten. Die Rede ist von der Gaiß!
Man nehme ein handelsübliches 0,5L-Bierglas und gebe dort 4-5 cl Kirschlikör (Eckes) hinein. Dazu kommen ca. 15cl Cola. Das Glas wird dann mit Bier aufgefüllt. Hört sich schräg an? Ist es auch aber schmeckt tatsächlich erstaunlich gut! Wer es nachmischen will muss gegebenenfalls etwas mit den Mengen spielen um den herb-fruchtigen Geschmack zu finden.
Um aber wieder auf das Cocktail-Thema zu kommen stelle ich euch passend eine Rezeptur vor mit (allgäuer) Milch. Allerdings ist die Rezeptur nicht von mir sondern von einem anderen sehr passionierten Connaisseur, welcher damit unter die Top 43 des vergangenen Licor43-Wettbewerbs gekommen ist. Diesen leckeren Drink sollte man wirklich einmal probiert haben.

Milk & Spicy

3 cl Lico 43
3 cl Amarula
1 cl Mangalore
1,5 cl Syrup Mango
5 cl Milk (the local ingredient)





Alle Zutaten im Shaker auf viel Eis kräftig schütteln. Dann in eine Vorgekühlte Cocktailschale abseihen.
Das Ergebnis dieser Mischung ist ein sehr cremiger und fruchtiger Drink, der durch die Mangalore-Zugabe eine gewisse Rahfinesse erhält. Ein sehr gelungener Dessert-Drink.

Freitag, 8. August 2008

Caipimax


Liebe Bartender und Connaisseur des guten Geschmacks: Jeder kennt das Problem. Einer der Trendcocktails der letzten Jahre, der Caipirinha, verursacht wieder einmal arbeit ohne Ende. Limetten müssen zuerst gereinigt und geachtelt werden. Diese Achtel im Glas gestampft, werden schließlich noch gezuckert. Darauf kommt Cachaca und jede Menge Crushed Ice, welches auch noch aufwendig zubereitet werden muss. Dazu kommen noch die ganzen Zutaten die den Tresen verstopfen: Die Flasche, Gläser, Obstschalen, Schneidbretter, Zuckerdose, Strohalmbecher…
Hier kommt wirklich ein enormer Arbeitsaufwand zu Tage. Wir können uns glücklich schätzen das sich jemand ernsthaft Gedanken über all diese Probleme gemacht hat. Auf diese Erfindung habe ich schon lange gewartet. Hier ist der Caipimax! Zitat: „Eine Maschine für jedermann, die nur einem Zweck dienen soll: Viele Caipirinha´s, in kurzer Zeit, in immer derselben Qualität herzustellen.“
Ein Traum wird war und das für nur knappe 900€! Vier verschiedne Modelle sind momentan verfügbar – cool! Aber bevor ich mich noch mehr in Zynismus verliere kurz und knapp: Die Idee ist ok aber wer braucht das? Falls jetzt jemand Appetit auf den brasilianischen Nationaldrink bekommen hat und jetzt gar nicht weis wie das ohne einen Caipimax gehen soll kann ich noch diesen Artikel der Traveling Mixologists ans Herz legen. Salud!

Mittwoch, 6. August 2008

K-City

Ein witziger Comic-Blog zum Thema „Dating Stories from the nights lived in bars arround town, conveniently packaged in comic strip form” verbirgt sich hinter K-City. Bruno Pieroni zeigt in etlichen Strips was alles an einem Bartresen passieren kann. Link zum Blog.

Sonntag, 3. August 2008

Fruchtpürees

Nach wie vor erfreuen sich frische Zutaten größter Beliebtheit. Frisch gepresste Zitrussäfte sind der unterste Standart und sonstige Früchte findet man in jeglicher Variation. Zum vermixen in Drinks erleichtert es die Arbeit dabei ungemein wenn man Früchte schon fertig verarbeitet beziehen kann. Perfekt eignen sich dafür Fruchtpürees. Bekanntester Hersteller dürfte der französische Hersteller Boiron sein. Die Früchte werden dabei direkt nach der Ernte verarbeitet, abgefüllt und eingefroren. Es werden keine weitern Stoffe zugegeben um die beste Qualität zu gewährleisten. Lediglich in einigen Pürees gibt es einen geringen Zusatz von Zucker um die Haltbarkeit zu erhöhen, welche im gefrorenen Zustand ewig ist.. Erhältlich sind die Produkte von Boiron bei Bosfood. Lediglich die Entnahme aus der Schale gestaltet sich ein wenig kompliziert.
Auf der Suche nach Fruchtpürees stieß ich des Weitern auf Produkte einer Firma namens Ponthier. Auch hier setzt man wie bei Boiron auf 100% frische Früchte ohne Zugabe von Aromen, Farbstoffen und Konservierungsstoffen. Ideal für den Cocktailbereich! Das besondere an Ponthier ist die Art der Verpackung. Nebst Tiefkühlware werden die Pürees auch in Beuteln mit Schraubverschluss angeboten. Das ermöglicht ein sehr sauberes Dosieren. Da das Ganze nicht gefroren ist, kann es direkt zum abmessen in einen Jigger gegeben werden. Ein Auftauen ist also nicht mehr notwendig. Diese Bequemlichkeit geht natürlich auf Kosten der Haltbarkeit die hier im geöffneten Zustand auf wenige Tage sinkt. Ponthier-Beute sind erhältlich im Gourmet-Versand.
Im Preis unterschieden sich die beiden Hersteller kaum. Bei beiden erhält man absolute frische Ware in immer gleich bleibender Qualität. Fruchtpürees sind die beste Alternative zu Frischobst und eine Bereicherung für jede Bar. Probiert es aus!

Freitag, 1. August 2008

Murray McDavid Hampden-Rum


Heute nutze ich die Zeit einmal den verrücktesten Rum vorzustellen den ich kenne. Es handelt sich dabei um einen dreizehn Jahre alten Jamaikaner aus dem Hampden Estates. 1992 dort in einem Pot-Still destilliert wurden einige Fässer im Jahre 2005 in Bruichladdich abgefüllt unter dem Label „Murray McDavid“. Normalerweise als Abfüller für Whisky bekannt wurden auch einige limitierte Rumsorten hergestellt. Geblendet wurde dabei von niemand geringerem als Jim McEwan dem Master Distiller von Bruichladdich in Schottland.
Von den hier vorgestellten Tropfen wurden gerade einmal 1296 70cl-Flaschen erzeugt. Gereift in gebrauchten Bourbonfässern und veredelt mit einem Port-Finish besitzt das Endprodukt einen Alkoholgehalt von 46 %/Vol. Bernsteinfarben reflektiert der Rum das Licht im Glas. In der Nase entfaltet sich eine unglaubliche Fruchtigkeit. Orange und Orangeat dominieren. Holz- und Sherrynoten runden das Geruchsbild perfekt ab.
Interessant hingegen wird der Geschmackstest. Dieser macht diesen Rum so außergewöhnlich. Hier sind Aromen zu finden die ich bei keinem anderen Rum je gefunden habe. Da ich selbst fast nicht in der Lage war das zu bestimmen bin ich dankbar im Internet eine Quelle dazu gefunden zu haben in der die Einzelaromen perfekt beschrieben werden.
Zunächst verteilt sich der Rum ölig im ganzen Mundraum bis sich eine leichte Fruchtigkeit ausbreitet. Diese wird aber sofort überdeckt durch gedünstete Zwiebel, Vinyl, Käsearomen und viel Rauch. Leichte Anklänge von Eiche und Meersalz sind ebenfalls vorhanden. Darnach entwickelt sich ein Popcornaroma auf der Zunge sowie ein öliges Gefühl. Im extrem langen Abgang findet sich wieder die Rauch und Tabakaromen sowie Seegras. Selbst fünf Minuten nach dem letzten Schluck ist der Abgang noch bemerkbar.
Dieser Rum ist wirklich sehr kurios und ein irres Geschmackserlebnis. Leider trifft er meinen Geschmack nur sehr wenig da ich eher florale und fruchtige Rums bevorzuge. Wer aber einmal etwas ganz was anderes testen möchte kann ich diesen Brand ans Herz legen. So etwas findet man wahrlich nicht oft. Zu beziehen ist der Hampten derzeit nur noch bei maltsanmore.de zu bekommen.