Samstag, 27. September 2008

Cocktailwelten on Tour


Die letzten Wochen vergingen wie im Fluge und bevor man sich umsieht stehen die lange erwarteten Termine vor der Tür. Auf meinem Plan stehen sieben Tage voller Bars, Spirituosen und Vorträgen auf dem Programm.
Bereits um furchtbare 5:30 morgen on der Früh startet mein erstes Teilstück im Zug Richtung Berlin um am frühen Nachmittag dort einzutreffen. Nach einer kurzen Pause geht es sofort weiter in die neueröffnete Reingoldbar um den Traveling Mixologist über die Schulter zu sehen. Die nächsten beiden Tage stehen komplett im Zeichen des Barconvents und anschließenden Bartours sowie den Bar-Awards 2008, welche am Dienstag Abend in der Hauptstadt stattfinden werden. Von dort aus geht es sogleich weiter in die schöne Stadt Hamburg. Nach einem Ruhetag startet das neue Wochenende sogleich mit einem Champagner-Tasting am Freitag, geht weiter mit dem Community-Treffen des Cocktailforums am Samstag und endet am Sonntag in einer letzten großen Bartour durch die Hanse-Stadt. Wenn ich am Montag danach um 20 Uhr wieder hier bei mir zuhause ankomme benötige ich den Rest dieser Woche wiederum zur puren Erholung.
Nun heißt es aber erstmals alles vorbereiten und Koffer packen – die Zeit wird knapp. Oder um das ganze mit einem Zitat von Torben Bornhöft abzuschließen: „... mit dem BCB ist es wie mit Weihnachten, kommt völlig überraschend und man ist noch mit nichts fertig.“

Mittwoch, 24. September 2008

Bols Master Battle 2008


Die Bols Masters 2008 stehen fest: Im Finale des Cocktail-Mix-Wettbewerbs setzten sich gestern die Barkeeper Torsten Spuhn (Bild) aus der Modern Masters Bar & Lounge in Erfurt und Tony Oliviero aus der First-in Bar in Frankfurt am Main nach einem spannenden face-to-face Battle in der Szene-Location Westhafen Pier 1 in Frankfurt am Main als Sieger durch.
In der Kategorie Classic hat Torsten Spuhn mit seiner Cocktail-Kreation Treasure Island die Jury überzeugt. Der Bols Master Battle 2008 forderte mehr als die reinen Fähigkeiten der Mixologie der Classic Teilnehmer: Schnelligkeit, Genauigkeit, Fachwissen und ein hohes Maß an Gastgebertum mussten bewiesen werden, um den begehrten Titel zu erlangen. In der Kategorie Working Flair konnte der Barkeeper Tony Oliviero die Jury mit seiner grandiosen Show für sich gewinnen und wertvolle Punkte der FBA Pro Tour sammeln. Die Bols Master 2008 freuen sich über ein Preisgeld von 2.000 Euro.
Viele Zuschauer nutzten die Möglichkeiten, die neuesten Cocktail-Kreationen zu probieren und für ihren Lieblingsdrink abzustimmen. Der Likörhersteller hatte mit mehreren Guerilla Marketing Aktionen auf den Event aufmerksam gemacht. An öffentlichen Plätzen in der Frankfurter Innenstadt wurden Graffitis mit dem Master Battle Logo und dem Veranstaltungsdatum gesprüht. Außerdem fuhr während des Events eine Bols-Limousine durch die Frankfurter City und lud begeisterte Passanten dazu ein, exklusiv zum Battle chauffiert zu werden.

Treasure Island
2,5 cl Bols Grean Tea
2,5 cl Bols Vanille
12 cl Arizona Blueberry White Ice-Tea
2,5 cl Basilikum-Gastrique

Orangen-/Zitronentwist über fertigen Drink auspressen.

Dienstag, 23. September 2008

Werkzeug-Tipp


Es ist eigentlich kaum zu glauben das es auf dem Markt für Zitruspressen zwar tausende von Modellen gibt aber das davon so gut wie kaum eine zu gebrauchen ist. Entweder ist das Gerät zu groß und unhandlich oder das Ganze funktioniert erst gar nicht. Daneben gibt es noch Diejenigen welche zu klein sind oder sich mehr Saft in der ganzen Wohnung verteilt als im Auffangbehälter. Umso erstaunter war ich vergangene Woche im örtlichen Plus-Markt. Dort fand ich in einem Verkaufsdisplay von Fackelmann einige einfache Kunststoffpressen. Für nur wenige Euro bekommt man dort eine robuste Presse mit einem Auffangbehälter für 25cl Flüssigkeit. Dank einer Ausgusslippe ist es auch möglich auf den Tropfen genau zu dosieren. Lobenswert an diesem Barhelfer finde ich den Kegel mit dem die Früchte entsaftet werden. Die Kanten sind dünn und spitzig so das auch der letzte Tropfen einer Frucht extrahiert werden kann. Was will man den mehr?

Sonntag, 21. September 2008

Triibe Celtic Liqueur


Ein Name hinter dem sich vieles verbergen kann. Es ist weder eine 2500 Jahre alte Rezeptur für einen mystischen Zaubertrank noch eine archäologische Sehenswürdigkeit. Was sich nun genau hinter dem Begriff „celtic“ verbirgt kann ich dennoch nicht beantworten aber ich kann mit Sicherheit sagen das es ein sehr leckerer Likör ist!
Hergestellt wird die pechschwarze Flasche von Martin Millers. Vertrieben wird das Ganze von der Reformed Spirits Company, London. Selbst bezeichnet sich das Produkt als „einzigartiger Blend aus Irish Malt Whiskey, holzkohlegefiltert für die Weichheit und Klarheit, infusioniert mit Honig und Gelee Royal“. Der Alkoholanteil beträgt 20%. Die Aufschrift auf den Etiketten ist silbern was neben ein wenig rot die einzige Farbe auf der Flasche ist. Das verleiht dem Gefäß ein zeitgemäßes, edles aussehen unter dem großen Triibe-Logo auf der Vorderseite. Die Form erinnert an die selben Flaschen wie sie zum Beispiel bei Saffron-Gin oder des G-Vines verwendet werden.
Aber wichtiger als das Aussehen ist der Inhalt, welcher es wirklich in sich hat. Der Geruch erinnert sofort an Baileys. Sehr weich in der Nase entfalten sich Aromen von Nüssen und Karamell sowie Vanille und Kaffee. Verwundert war ich als ich eine Kostprobe nehmen wollte. Triibe ist glasklar und farblos - erwartete ich vom Geruch doch eine sahnige, oder zumindest eine braune Spirituose. Im Nachhinein fand ich heraus das Triibe wohl der erste klare Creme-Likör auf dem Markt ist. Für den puren Genuss etwas zu süß legt sich der Likör samtig auf der Zunge ab. Leichte Honigtöne werden sofort von wuchtigen Aromen überdeckt. Schokolade, Karamell und Vanille bilden hierbei das große Trio. Eine wirklich gelungene Komposition!
Für mich ist Triibe ein absolut fantastisches Produkt das sich auch in Cocktails ganz hervorragend gibt. Zumindest überzeugen mich fast alle Rezepte auf der offiziellen Internetseite. In wenigen Wochen wird es mit Sicherheit eine ganze Flut an „keltischen“ Rezepten geben.
Vorgestellt wird der Likör nächste Woche auf dem Bar Convent Berlin auf Stephan Berg´s Stand von Drinkology gleich am Halleneingang (Stephan sagte mir das dort auch ausgiebig verkostet werden kann). Triibe ist ab diesen Zeitpunkt ebenfalls im Drinkology-Shop zu erwerben.

PS: Dort sind nun auch in Deutschland sämtliche Fee Brothers Bitters erhältlich! Auch ein Blick auf das erhältliche Chartreuse-Sortiment ist beeindruckend!

Freitag, 19. September 2008

Egon Braun Amargo Bitters


Der Postbote war schneller als gedacht. Ist das Fläschchen nicht klasse? Der Bitter, hergestellt in Hamburg (seit 1877), hat einen Alkoholanteil von 47%. Von den Ursprünglichen 6 cl Sind bereits geschätzte 2cl verdunstet. Der Dashbottle-Aufsatz ist zusammen mit einem Blatt Papier an die Flasche geschnürt. Es würde mich interessieren was darauf zu lesen ist aber dazu müsste ich das Siegel an der Flasche aufbrechen. Bei den Beiliegenden Rezeptheftchen finden sich nur zwei Cocktails die nicht der Rede Wert sind. Daneben hab ich nun aber noch 10 Kuchenrezepte mit Bitters. Wer das Bild oben genauer betrachtet sieht unten auf den Rezepten den schwarzen Strich. Alle Textpassagen welche die gesundheitsfördernde Wirkung des Bitters beschreiben wurden mit Tusche geschwärzt. Aufschrift auf dem Flaschenetikett: Dieser vorzügliche Bitters, hergestellt unter Verwendung von Angostura Rinde, zeichnet sich durch hervorragend köstliche Blume und Geschmack aus. Er ist überall wohin er gesandt wurde, wegen seiner vortrefflichen Qualität und Reinheit vom Publikum mit großem Beifall aufgenommen worden und bedarf daher keiner besonderen Empfehlung. Dieser berühmte Bitters ist in der ganzen Welt bekannt zur Anwendung in denjenigen Fällen, in denen aromatische Bitters verschrieben werden. Er enthält unter Garantie keinerlei nachteilige Drogen, sondern nur die gesundesten und heilsamsten Pflanzenextracte.

Donnerstag, 18. September 2008

Bling-Bling-Shaker

Diese Email befand sich gerade in meinem Postfach: Der Bols Diamond Shaker begeistert nicht nur die internationale Barkeeper-Szene, sondern ist ein 'Must-Have' für jeden Liebhaber exquisiter Cocktails: Vom 29. bis 30 September wird das weltweit einzige Exemplar des Luxus-Shakers im hochwertigen Ledercase auf dem Bar Convent 2008 in Berlin präsentiert. Der Bols Diamond Shaker im Wert von 35.000 Euro wurde exklusiv von Coster Diamonds, Amsterdam, kreiert. Das handgefertigte Meisterstück besteht aus purem Silber sowie 18 Karat Gold und mit 480 Brillianten (19,05 Karat) verziert, ist er wohl der prunkvollste Ort für die Entstehung außergewöhnlicher Deluxe-Drinks. Einzig für den Diamond Shaker wurde von dem Établissements Bernard RDB ein hochwertiges Lederetui designed.
Analog zu der exklusiven Vorführung des Diamond Shakers hält am 29. September 2008 um 12.30 Uhr der Bols Brand Ambassador Philip Duff, Amsterdam, seinen Vortrag „Get rich & famous with Bols“ auf dem Bar Convent Berlin, Demo Bar.


Was soll man dazu dagen? Schaut hübsch aus das Teil aber einen tieferen Sinn hat der Shaker wohl nicht. Ich freue mich aber schon darauf den Schüttelbecher in Berlin sehen zu können. Mehr freuen darf man sich auf den Vortrag von Philip Duff, welcher wahrscheinlich der letzte für das Haus Bols sein wird. (Link)

Mittwoch, 17. September 2008

Amargo?... Amargo!

Seit Tagen wird im Cocktailforum über den Pisco Sour diskutiert. Viele Varianten wurden durchgesprochen doch fast alle hatte eines gemeinsam. Auf die Schaumkrone gehören noch einige Tropfen Angostura. Oder auch nicht?
Auf dem original peruanischen Pisco Sour gehören ursprünglich einige Tropfen Amargo Bitters. Amargo ist nichts anderes als das spanische Wort für Bitter. Nach meinen Informationen ist Angostura aber ein vollwertiger Ersatz für den hier nicht zu bekommenden Amargo. Die bekannteste Marke für diesen Exoten-Bitter ist die Marke Chuncho. Laut Robert Hess verleit der Bitter den Drink eine leicht herbe Zimtnote. Wenn jemand mehr Infos zu dem Bitter hat wäre ich sehr dankbar (Bitters-Blog?). Das will ich zum einen aus puren Interesse wissen und zum zweiten weil ich selbst unerhoffter Besitzer einer Rarität wurde. Momentan ist eine verschlossene Flasche Egon Braun Amargo Bitters auf den Weg zu mir. Hergestellt wurde dieses Produkt um 1930 in Hamburg als Exportware für die Vereinigten Staaten. Die Flasche wird im Original-Karton verschickt zusammen mit einem Rezept-Blatt und einem Dashbottle-Aufsatz. Ein Photo und mehrere Details werde ich natürlich nachreichen.

Dienstag, 16. September 2008

Neue Anti-Alkohol-Regelungen


Nachdem es unserer Regierung erfolgreich gelungen ist überall ein Chaos anzurichten mit nicht ausgereiften Gesetzen zum Rauchverbot kann es nun in die nächste Runde gehen. Dieses Mal wird aber nicht auf den blauen Dunst gezielt sondern auf den Alkohol, wie die Süddeutsche Zeitung und er Thekenmeister berichtet. Es geht um das „nationalen Aktionsprogramms zur Alkoholprävention" um den Pro-Kopf-Verbrauch von Reinalkohol von 10L auf 8L zu senken. Ich nutze den Blog um meine Gedanken über das Geplante freien lauf zu lassen.
1.) Das herabsetzten der Promillegrenze im Straßenverkehr finde ich persönlich einleuchtend. Entweder bin ich mit dem Auto unterwegs oder ich nehme Alkohol zu mir. Eine Absenkung der Regelung auf 0,2 Promille oder ein absolutes Alkoholverbot am Steuer scheint mir einleuchtend – einige Nachbarländer machen es bereits vor. Nur schade das Traditionen wie das Feierabendbier somit aussterben würden…
2.) Das Sinn eines Werbeverbots für Alkohol hingegen ist stark anzuzweifeln. Meint die Regierung wirklich es wird weniger getrunken nur weil ein Apfelsaft-Plakat anstelle eines Bier-Plakates am Straßenrand angebracht wird? Das teilweise Verbot von Tabakwerbung hindert die Leute genau so wenig am Konsum der Glimmstängel. Ein Werbeverbot ist meiner Meinung nach so sinnvoll wie ein Glühwein in der Wüste.
3.) Alkohol soll nur noch zu bestimmten Zeiten verkauft werden? Kann mir nicht vorstellen das diese Maßnahme den Konsum verringert. Die trinkenden Leute haben dadurch nur mehr Stress da sie rechtzeitig zum Einkaufen müssen…
4.)Warnhinweise auf Flaschen und Krügen wie man sie bei Zigaretten findet. Dann müsst ich die alten. leeren Flaschen aber immer aufheben um sie wieder aufzufüllen! Wer will schon solche hässlichen Dinger in seiner Bar stehen haben. Leider muss ich zugeben das ich hier einen kleinen Nutzen sehe. Der ein oder andere Jugendliche könnte somit wirklich zögern zu trinken. Bei den neuen Hinweisen auf Zigarettenschachteln hat es funktioniert. Auch wenn es mir nicht gefällt bin ich davon überzeugt das diese alkoholische Gegenmaßnahme früher oder später in die Tat umgesetzt wird.
5.) Die Alkohol-Steuern an die EU-Nachbarn anpassen: Jetzt weis ich auch wie der Staat die Einnahmen ausgleichen will die er durch die anderen Punkte verliert… Wenn Deutschland schon so anpassungsfreudig sein will sollten wir unseren Finanzminister auch daran erinnern wenn bei den Nachbarn einmal eine Steuer gesenkt wird!
6.)“Alkopop-Steuer“ auf Radler/Alsterwasser? –ich entziehe mich jeglichen Kommentars.
Schreibt doch bitte eure Meinung über das Ganze in die Kommentare. Seht Ihr die einzelnen Punkte wie ich oder gibt es durchaus noch Platz für ernsthafte Diskussionen? Kennt Ihr eigentlich das Lied „Lieber Staat“ von Farin Urlaub? Es ist erstaunlich wie die ersten beiden Strophen in fast jeder Situation passen… (Versteht mich nicht falsch aber ich hasse es das einem jeder Mist vorgeschrieben wird)

Montag, 15. September 2008

Mixolgy Monday: 19th century cocktail


Heute ist wieder einmal ein Mixology Monday angesagt. Diesen Monat unter einem Thema das bestimmt viele Rezepte zum Vorschein bringen wird, die bereits in Vergessenheit geraten sind. Joe und Dinah, auch bekannt als Metagrrrl verlangen in Ihrem Blog bibulo.us einen „19th century cocktail“.
Wir befinden uns also am Anfang der Cocktailgeschichte bei Cobblers und Crustas. Viele Bars gab es zur damaligen Zeit nicht geschweige denn eine Auswahl an Zutaten wie wir sie heutzutage kennen. Im Gegensatz zu heute bestanden Cocktails meist aus einer Grundspirituose, welche nur mit minimalsten Einsatz von andern Zutaten verfeinert wurden. So ist der ursprüngliche Grundgedanke des Cocktails auch kein anderer als Alkohol mit einigen Tropfen Bitters zu vermengen. Daraus entwickelten sich alle heute bekannte Drinks. Diese uralten Rezepturen mögen zwar simpel in der Zubereitung sein und einfach klingen aber in Sachen Komplexität gehören diese Mixturen meist zur Oberklasse..
Einer der bekanntesten Vertreter dieser Getränke stellt der Martinez dar. Eine Komposition aus 12 cl Vermouth, 3 cl Old Tom Gin, 1 dash Bitters und 2 dash Maraschino. Den Drink den ich heute Vorstellen werde ist ein Vorgänger des Martinez und besteht im Prinzip fast nur noch aus wermuthalitgem Wein. In Jerry Thomas Bartenders Guide von 1876 findet sich zwischen Champagner Cocktail und Manhattan auf Seite 23 der Fancy Vermouth Cocktail. Einen Cocktail denn ich sehr zu schätzen gelernt habe und welcher hier im Blog auch der erste „Cocktail des Monats“ war.

Fancy Vermouth Cocktail
2 dashes Angostura
1 dash Maraschino
12 cl Vermouth

Alle Zutaten auf Eis im Shaker vermengen und in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Garniert wird im Original mit einem Zitronenschnitz. Den lass ich normalerweise weg und spritze dafür den Drink mit einer Zitronenzeste ab. Wer den Drink ohne Maraschino zubereitet erhält übrigens den normalen Vermouth Cocktail (ohne das“ Fancy“ im Namen) Leider wird in Jerrys Buch nicht erwähnt welcher Vermouth verwendet werden soll. In diesem Fall hilft also nur das Ausprobieren. Meinen ersten Versuch machte ich natürlich mit dem beliebten Carpano Antica Formula. Leider war das Ergebnis eher enttäuschend. Die schon starke und intensive Note des Italieners lässt dem Maraschino keine Chance und der Angostura fällt kaum ins Gewicht. Deutlich besser finde ich hier Noilly Prat Dry und Noilly Ambre. Der Gesamteindruck wird hier Runder und alle Zutaten sind zu erahnen. Sehr positiv überraschten allerdings wieder Produkte aus Südeuropa. Martini Rosso und Bianco sind meine erste Wahl was den Fancy Vermouth Cocktail angeht. Diese beiden Weine sind weniger gewürzt als die anderen hier erwähnten und haben einen stärkeren Wein-Charakter. Die Dashes in dem Cocktail können hier ihr volles Potenzial zum Vorschein bringen und harmonieren ganz ausgezeichnet miteinander.
Aber vielleicht probiert man einfach ein paar Varianten aus um seinen Favoriten zu finden. Der Drink lässt viel Freiraum und Kreativität zu. Die Geschmäcker sind eben so verschieden wie die Cocktails um die es sich dreht!

Samstag, 13. September 2008

Kleine Mixschule


Ich hoffe dr Bitters-Blog Nord nimmt es mir nicht all zu übel das ich hier in den Cocktailwelten ebenfalls das Buch „Kleine Mixschule“ anspreche. Während sich das Werk bei Herrn Meyer noch auf dem Postweg befindet, steht das Buch bei mir schon seit Donnerstag im Bücherregal. Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Werbeanzeige im aktuellen Flyer der Bartours Berlin, welche im Rahmen des BCB stattfinden werden.
Auf knapp 100 Seiten stellen das Autoren-Team Helmut Adam, Jens Hasenbein und Bastian Heuser zunächst die wichtigsten Barwerkzeuge und Glassorten vor. Nach einer kurzen Anleitung wie der Shaker zu benutzen ist geht es auch schon in den Rezeptteil über. 20 klassiche Drinks werden auf je einer Doppelseite vorgestellt. Auf den kommenden zwei Seiten befinden sich dann noch jeweils zwei Varianten der Grundform. So findet man nach dem Dry Martini noch die Rezepte für einen Golden Gibson und einem Breakfast Martini. Das erhöht die Anzahl der vorgestellten Drinks in dem Buch auf 60.
Die Mixturen sind zunächst nach Spirituose geordnet. Diese ist klein neben der Seitenzahl vermerkt. Jeder Drink wird mit einem perfekten Bild dargestellt das sehr durstig macht. Hier die erste Kritik: Auf den Bildern sind die Drinks nicht mit Volleiswürfel zubereitet (Herr Adam was sagen sie zu Ihrer Entschuldigung :-D) Aufgeteilt in den drei Spalten Glas, Zutaten und Bargeräte wird dem Leser schnell erklärt was er für die Zubereitung alles benötigt. Hier findet sich auch ein weiterer Kritikpunk. Die Zutatenliste ist keine Liste! Die Ingredienzien wurden mit Kommata getrennt hintereinander geschrieben, was die Zubereitung beim Nachmixen etwas erschwert. Die benötigte Zutat muss immer erst im Buch gesucht werden und ist nicht auf einen Blick zu finden. Die Zubereitung wird in nummerierten Schritten penibelst genau erklärt. Einen Fehler kann man hier nicht machen.
Neben diesen Grundinformationen findet man noch Zusätzliche Inhalte wie eine kurze Beschreibung des Drinks,Dekotipps, „kleine Bargeschichte“, „Geheimtipps“ und „Das Prinzip“. Nochmals eine Kritik in dem Buch: Ist es wirklich ein Geheimtipp das man kohlensäurehaltige Getränke nicht in den Shaker geben soll? Das gehört wohl eher in die Shakeranleitung am Anfang des Buches.
Sehr gelungen finde ich die den Teil mit „dem Prinzip“ Zu jedem Drink wird erklärt was die sie Idee hinter dieser Mixtur ist. So wird beim Manhatten erläutert das der Whiskey auch gegen eine andere gealterte Spirituose getauscht werden kann um entsprechend einen Rum-, Cognac- oder Sonstwas-Manhatten zu erhalten.
Das Buch ist ein idealer Anfang für alle die sich in die Welt der Cocktails begeben wollen. Mit genauen Mixanleitungen und einer Top-Auswahl an Drinks werden hier Cocktail-Anfänger bestens an das Thema herangeführt. Für fortgeschrittene Mixer hält das Buch leider nicht sehr viel Neues bereit aber die eine oder andere Drink-Variante ist sehr ansehnlich. Immerhin heißt das Buch ja auch Mixschule. Für knappe 13€ bekommt man ein Buch das ich Neulingen in der Welt der Cocktails auf jeden Fall ans Herz legen kann!

PS: Ich hoffe das ich trotz kleiner Kritik doch zum BCB in zwei Wochen einreisen darf.

Mittwoch, 10. September 2008

King of the Cocktail

Tja, das kommt davon wenn man Tom Cruise beim schlechten mixen imitieren will!

Montag, 8. September 2008

Skyy Flair Challenge - Deutsches Finale


Ich habe wirklich versucht dabei zu sein, aber da bei mir in der Arbeit die Urlaubszeit momentan in vollen Gange ist musste ich absagen. Ich hatte leider keine Chance auch noch Urlaub zu nehmen um in die bayrische Landeshauptstadt zu fahren.
Das deutsche Finale der zweiten Skyy Flair Challenge fand am 4. September in München im Haus der Kunst im Rahmen des „Skyy Delicious meets Pool Fashion Alarm“-Events vor der hochkarätigen Jury aus WFA (World Flair Association) Mitgliedern statt: Jede der fesselnden Bartending-Shows war einzigartig – final überzeugte Levent Yilmaz (siehe Bild) aus Plankstadt in Baden-Württemberg und bereitet sich damit auf seine Teilnahme auf der glamourösen Bühne Monte Carlos vor, wo im November diesen Jahres das weltweite Finale stattfindet. Darüber hinaus kann er sich über ein Preisgeld von 2.000 Euro freuen. Auf die Plätze 2 und 3 schafften es Giovanni Doimo (Gerlingen) und Michael Dötzer (München). Die einzige weibliche Teilnehmerin, Anna Knorr aus München, schaffte es bis in die Vorrunde am Mittag. Neben den zahlreichen Gästen des glamourösen Finales fieberten Prominente wie beispielsweise Natalia Avelon, Natascha Ochsenknecht und Max von Thun mit den Finalisten mit. Der anschließende exklusive Fashion Catwalk wurde unter anderem von Andrea Kempter, Martha Ceccetto, John Friedmann und Alexandra Kamp präsentiert. Weitere Informationen finden sich unter http://www.myyskyy.de/ und http://www.skyyflair.com/.

Sonntag, 7. September 2008

Bar-Magic

Ihr habt gerade Langeweile in einer Bar oder wollt jemand verblüffen? Diese Tricks mit Flaschen, Strohhalmen, Münzen und Zigaretten können Abhilfe schaffen. Verblüfft damit eure Gäste oder den Bartender. Easybartricks

Freitag, 5. September 2008

Neuer Cocktail-Blog online

Ich kenne den besagten Blog schon einer Weile aber wollte mit der Vorstellung noch abwarten bis der Betreiber wieder vom Urlaub zurückgekehrt ist. Seit einigen Wochen betreibt Tobias, im Cocktailforum auch bekannt als „El „cansado“ Diablo“ einen kleinen aber feinen Spirituosenblog. Tobias ist wie ich ein begeisterter Hobbymixer der mit viel Leidenschaft mixt und einer hübsche Büchersammlung vorweisen kann (auf die ich teilweise neidisch bin).
Selbst beschreibt er sein Projekt als „Ein Blog, der sich mit der wunderbaren Welt der Spirituosen, Liköre und Cocktails beschäftigt. Das Hauptaugenmerk dieses Blogs liegt darauf, Anfängern in diesem Thema zu helfen, sich zu verbessern und ihr Niveau zu steigern.“
Die bisherigen Artikel und Buchtipps geben einen ersten gelungenen Einblick wieder. Des Weiteren werden auch die wichtigsten Spirituosen in der Bar kurz vorgestellt. Zukünftig werden noch Liköre beschrieben, über die Geschichte und den Ursprung des Cocktails berichtet und natürlich wird es auch an Cocktails und Rezepturen nicht fehlen.
Ich wünsche Tobias viel Spaß beim Schreiben und ein stetiges Interesse in der köstlichen Welt der Spirituosen.

Dienstag, 2. September 2008

Swizzles


Im Mixology-Forum tauchte vor wenigen Tagen die Frage nach Swizzles auf - Swizzles, abgeleitet vom englischen Wort für quirlen, ist ein in Vergessenheit geratene Zubereitungsart für Mixgetränke. In einer Broschüre der Angostura Bitters Ltd. Aus dem Jahre 1935 heißt es zum swizzeln „as an occasional alternative to the mixing fork or spoon“
Die gequirlten Drinks stammen ursprünglich aus den karaibischen Gefilden und gehören zu Gruppe der Longdrinks und Highballs. Die Zutaten für den Drink werden zusammen mit möglichst viel Crushed Ice in ein Longdrinkglas gegeben. Zum mischen wird noch ein so genannter Swizzle-Stick benötigt. In den Anfängen nutzte man dazu einen kleinen, geschälten Ast der sich am Ende mehrmals verzweigt. Da dieses Produkt nicht immer zur Verfügung stand entwickelte man daraus kleine und simple Holzquirle. Noch heute findet man im Handel kleine Cocktailbesen oder Metallquirle um einen Drink im Glas zu mischen. Die bekannten Cocktailstirrer die in jeden Longdrink gehören sind auch auf die Swizzles zurückzuführen.
Der Quirl wird zwischen die Handflächen gelegt und dabei möglichst schnell gedreht. Die Zutaten des Cocktails mischen sich und werden durch die Bewegungen des Eises im Glas schnell abgekühlt. Wie bei einem Julep ist es bei Swizzles üblich das sich eine Eisschicht am Äußeren des Trinkgefäßes bildet.
In meinen Barbüchern habe ich acht verschiedene Rezepte zu den Swizzles gefunden, welche sich allerdings nie großartig voneinander unterscheiden. Alle Mixturen basieren auf 5-8 cl Rum, 3cl Limettensaft und einen tropischen Fruchtsirup oder Orangenlikör. Teils dient Orangensaft als Filler. Im Prinzip alles simple Longdrinks.
Ich sehe in dieser Zubereitung keinen Vorteil gegenüber dem normalen Shake was auch der Grund dafür sein sollte das heutzutage der Swizzle so gut wie umbenannt ist. Lediglich ein kleiner Showeffekt dürfte durch die ungewöhnliche Methode zu erzielen sein. Weiter Informationen und wie man sich selbst einen einfachen Stick bauen kann finden sich noch im englischsprachigen Hospitality-Blog.

Montag, 1. September 2008

Der Sidecar-Cocktail

Es wurde schon über reichlich Cocktails im Internet und den Flüssig-Blogs berichtet. Über Klassiker wie den Daiquiri, Martini oder den Manhattan finden sich in den Weiten des www mehr Artikel als Sandkörner in der Wüste. Auch wurden Drinks wie der Ramos Gin Fizz und der Sazerac in den letzen Jahren (zu recht) stark gepuscht. Um so erstaunlicher ist es das es ein simpler Drei-Zutaten-Drink geschafft hat, sich weitgehend aus dem Rampenlicht zu schleichen. Die Rede ist vom klassischen und unterrepräsentierten Sidecar Cocktail.

Zur genauen Entstehungsgeschichte und dem Jahr ist nicht viel bekannt. Man schätzt den Drink um das Jahr 1920. Dieses Datum scheint mir durchaus plausibel. In dem Buch „Cocktails - how to mix them“ von Robert Vermiere (Embassy Club, London) findet sich der Sidecar auf Seite 44. Das 1922 erschiene Buch beschreibt die Popularität des Cocktails in Paris. Als Erfinder wird weiterhin ein gewisser „MacGarry, the celebrated bar-tender of Buck´s Club London“ genannt. Dieselben Informationen finden sich auch in Harry McElhone´s „Harry's ABC of Mixing Cocktails“ aus demselben Jahr. David Embury hingegen nennt einen amerikanischen Hauptmann in Paris als Erfinder. Dies könnte den Namen der Mixtur erklären da ein Sidecar nichts anderes ist als der Beiwagen eins Motorrades, welcher bei der damaligen Arme ein Standart war. Eine kurze Geschichte dazu ist bei Jay im Ogosh-Blog und seinem SC-Artikel zu finden
Der Sidecar besteht in seiner Standartrezeptur zu je gleichen Teilen aus Cognac, Cointreau und Zitronensaft. Für meinen Geschmack ist das Mischverhältnis nicht ausgewogen genug und viel zu süß. Bereits wenige Jahre später findet sich im Savoy-Buch die Variante aus 50% Cognac und je einem viertel Likör und Saft.
Der Sidecar erfüllt die gleichen Bedingungen wie ein guter Daiquiri. Je besser die Basisspirtuose desto höher kann ihr Anteil sein. Cointreau und Zitronensaft werden an diese Spirituose angepasst. Muss es süßer sein gibt man mehr Orangenlikör hinzu – muss es sauerer werden gießt man mit Zitronensaft auf bis eine geschmacklich runde Mischung entsteht. So mixte Embury auch bereits das hochprozentige Verhältnis 6-1.5-1.5!
Wer diesen Drink in einer ganz besonderen Form genießen möchte sollte dem Ritz in Paris einen Besuch abstatten. Dort besaß der Cocktail laut Guiness-Buch sehr lange den Titel des teuersten Drinks dank der Verwendung von pre-phylloxera Cognac! (Phyloxera – Den Abschnitt „Geschichte“ lesen) Ob es die Investition von knapp 400€ wert ist wag ich nicht zu beurteilen. Angeblich gehören die Prä-Phylloxera-Weine zu einer der Besten. Nichts desto trotz wird der Sidecar dort in einer Mischung geshaked welcher mir ebenfalls sehr zusagt.

Sidecar
5 cl Cognac
3 cl Cointreau
2 cl frischer Zitronensaft

Auf Eis shaken und in ein gekühltes Glas abseihen. Mit einer Zitronenspirale garnieren. Teils ist auch ein Zuckerrand am Glas üblich. Ich kann diesem krümeligen Zeug jedoch nichts ausstehen!
Ich hoffe ich habe euch etwas Appetit auf diesen zu Unrecht, fast ignorierten, Cocktail gemacht. Immerhin gibt es noch unzählige Variationen die auf den Sidecar basieren. Wie währe es zum Beispiel einen Teil des Cointreau mit St. Germain zu ersetzen?