Donnerstag, 30. Oktober 2008

Rum Trader - Berlin


Auffällig und doch unscheinbar – so repräsentiert sich der Rum Trader von außen durch seine schlicht geflieste Außenfassade und den goldfarbenen Eingang. Seit über 30 Jahren ist dieser Raum eine Institution in Berlin und schon eine Legende in der Barwelt. Das „Institut für fortgeschrittenes Trinken“ findet sich inmitten der Metropole in der Fasanenstraße 40.
Ich habe schon viel über diese Bar gehört und wusste das sie klein ist aber diese Größenverhältnisse hatte ich dann doch nicht erwartet – der Rum Trader ist wirklich klein und ab 15 Personen wird es tatsächlich eng vor dem Tresen. Die Wände sind dunkelgrün gestrichen und werden von orangefarbenen Hängelampen in ein mildes Licht getaucht. Die Möbel sind allesamt dunkel und im Stil der 60er Jahre gehalten. Alles in diesem Raum ist noch original und besteht seit Anbeginn der Bar. Aus den Lautsprechern tönt leise 30er-Jahre Musik was perfekt zum Ambiente passt. Man könnte auch sagen der Rum-Trader ist eine Zeitmaschine in die Mitte des letzten Jahrhunderts.
Die Spirituosenauswahl beschränkt sich (wie der Name schon verrät) größtenteils auf Rum aber das konsequent. Alles ist vertreten vom einfachen Bacardi Superior bis hin zu Raritäten wie den 1977er Trois Rivieres. Die Drinks sind allesamt in Ordnung und ohne Makel aber keineswegs überragend. Trinkfest sollte man allerdings sein den der Zuckerbrand wird sehr großzügig in Cocktails und Co verarbeitet
Wer jedoch in den Trader geht macht dies nicht primär der Drinks wegen sonder wegen den Besitzer Gregor Scholl. Ein Garant für geistreiche und charmante Konversation über Gott und die Welt. Stets mit Weste, Fliege und einer Taschenuhr ausgerüstet lässt sich stundenlang mit Herrn Scholl in gepflegter Ausdrucksweise über alles Mögliche diskutieren.
Diese Bar ist schon etwas ganz spezielles und wer in Berlin ist sollte zumindest einmal im Rum Trader vorbei schauen. Im Cocktailforum gibt es das Zitat: „Entweder man hasst diese Bar oder man liebt sie“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Ich für meinen Teil werde wieder einmal auf einen Mai Tai vorbeischauen.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Eiskugeln und Eiskugelformen


Es gibt mehrere Möglichkeiten diese kalten Gebilde zu formen. Ich selbst hab schon ein wenig damit experimentiert. Die Vorteile einer Kugel gegenüber Würfeln liegen auf der Hand. Die relativ kleine Oberfläche kühlt super ohne jedoch übermäßig zu verwässern. Bei einem Durchmesser von 6 cm und mehr hält sich eine Kugel auch eine Stunde im Glas. Des Weiteren schaut so ein Ding in einem Tumbler mit demselben Durchmesser einfach super aus im zum Beispiel Old Fashioned oder einfach nur in einem Drink "on the rocks".
Leider ist es nicht ganz so einfach eine Kugel zu bekommen. In Japan werden sie traditionell aus einem großen Würfel geschnitzt was leider viel zu zeitintensiv ist. Eine tolle Alternative bieten die Schmelzformen, welche aber mit über 1000 € in keinem Preis-/Leistungsverhältnis stehen. Ein weiteres Problem ist die Ausdehnung des Wassers beim gefrieren, da die Kugeln aus einem Stück gefroren meist Risse bekommen. So hab ich schon (erfolglos) versucht zwei Halbkugel miteinander zu verbinden. Momentan nutze ich Dekokugeln aus dem Hobbyladen in denn ich ein Loch gebohrt habe um meine Eiskugeln zu formen. Das geht manchmal gut und manchmal schief. Zudem brechen diese Formen irgendwann da sie für diese Belastung einfach nicht gebaut wurden.
Eine weitere Methode sind richtige Eiskugelformen (siehe Bild) die es bei uns allerdings nicht zu erwerben gibt. Das Ergebnis auf den Bildern ist zumindest vielversprechend. Diese Formen gibt es bis jetzt lediglich in den Staaten und in Japan. Fabian Drescher, aus dem Berliner Felix Clubrestaurant, würde einer Sammelbestellung losschicken für alle Interessierten! Eine Form liegt preislich bei 8 Dollar sowie der Versand bei 25 Dollar. Je mehr Bestellungen eingehen desto billiger wird es folglich für jeden! Sollten einhundert Bestellungen zustande kommen würde der Hamburger Barausstatter APS die Formen bestellen. Die Chance das man dieses Produkt dann in das Sortiment aufnimmt währe ebenfalls gegeben und der Kugelnachschub ist gesichert. Die Bestellungen nimmt Arnd-Henning Heißen (Shochu Bar, Berlin) per E-Mail an Heissenarnd@aol.com entgegen. Ich selber bin mit drei Formen dabei also kaufen marsch, marsch…

Sonntag, 26. Oktober 2008

Broker´s London Dry Gin


Wer auf der Suche nach einem weichen, süßen und sehr fruchtigen Gin ist sollte mit Broker´s Dry Gin bestens bedient sein. Ein sehr ungewöhnlicher Wacholderbrand bei dem ich den Namenszusatz „Dry“ nicht vergeben würde.
Seinen Ursprung hat der Tropfen in einer Destillerie nicht weit entfernt von Birmingham. Dort wird zunächst eine Weizenmaische dreifach in traditionellen Pot-Stills gebrannt. In diesen Neutralakohol werden nun zehn Botanicals für 24 Stunden eingelegt, bis diese ihr Aroma abgeben, um erneut gebrannt zu werden. Neben den Wacholderbeeren finden sich unter den Gewürzen noch Orange- und Zitronenschalen, Koriander, Muskatnuss und Zimt. Diese weihnachtliche Mischung wird später für ein interessantes Aromabild sorgen. Auf Trinkstärke herabgesetzt gibt es das Produkt, ähnlich dem Bombay Saphire, in einer Variante mit 40% sowie mit 47% Alkoholanteil – dieser Test bezieht sich auf den stärkeren Gin.
In der Nase ist bereits eine verstärkte Fruchtigkeit zu erahnen in Kombination mit minimalem Wacholder und einem leichten alkoholischen Brennen. Der Geschmackstest sollte dies bestätigen.
Um es vorweg zu nehmen: Für all diejenigen welche den französischen G´Vine Floraison nicht als Gin bezeichnen sollten vielleicht einen Bogen um den Brokers machen. Dieser ist der wohl eigenartigste Gin den ich je getrunken habe. Das Produkt ist ungeheuerlich süß und reicht ohne Probleme an moderne Old-Tom´s heran (Haymen´s und Both´s). Wacholder ist nur noch sanft auf der Zunge zu vernehmen. Stattdessen breitet sich eine Orangen- und Zitronenaroma aus das man selbst nach mehreren Minuten noch spürt. Eine dezente Koriandernote rundet das Ganze ab. Wie schon oben erwähnt ist der Gin mit dem Hut alles ander als „dry“.
Für ca. 18€ bekommt man einen Pseudo-Old-Tom mit der Wucht eines Triple-Sec-Likörs. Dieser sehr spezielle Brand kann nicht überall eingesetzt werden und muss bei niemanden zwingend im Barregal stehen. Allerdings lässt es sich nicht leugnen das man mit Broker´s einen erstklassiken Tom Collins zaubern kann.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Twentieth Century Cocktail


Wer wie ich früh genug auf dem BCB war konnte eines der wenigen Exemplare vom Cafe Royal Cocktail Book Reprint am Stand von Drinkology erwerben. Dieses Buch dürfte einer der Wichtigsten der frühen englischen Barkultur sein. In der Aufmachung sehr ähnlich dem Savoy Cocktail Book möchte ich die Gunst der Stunde dazu nutzen um den „Signature-Drink“ des Werkes vorzustellen. Nicht nur ich mag den Twentieth Century Cocktail sondern auch Gary Regan erklärt dies Mischung zu seinem „favourite lost cocktail“.
Dieser Cocktail erschien das erste Mal in der Erstausgabe (1939) des besagten Buches und wird in seiner Entstehung um 1930 datiert. Benannt ist der Drink nicht nach einem historisch, wichtigen Datum, wie man annehmen könnte, sonder nach einer amerikanischen Zuggesellschaft – die Twentieth Century Limited. Heutzutage würde man dazu Marketing sagen. Kombiniert wurde der Drink in Zusammenhang mit der „New York – Chicago in 16 Stunden“-Zugstrecke.

4,5 cl Gin
2 cl Lillet Blanc
2 cl Creme de Cacao (white)
2 cl frischer Zitronensaft

Lang auf viel Eis shaken und in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Mit einer Zitronenzeste abspritzen und dekorieren.

Eine herrlich, erfrischende Mixtur mit einer ungewöhnlichen Aromavielfalt. Zunächst wird man durch den Gin und den Zitronensaft erfrischt wie nach einem Schluck einer kalten Limonade. Die Säure breitet sich im Mund aus und man könnte fast ein Prickeln auf der Zunge spüren. Dieser Effekt wird schließlich verdrängt durch den weichen Wein und dem Likör. Eine Subtile Schokoladennote macht sich samtig weich im Abgang bemerkbar.
Der Twentieth Century Cocktail ist ein Drink für viele Gelegenheiten und sollte auf jeden Fall einmal getestet werden. Für meinen Geschmack ist der Anteil an Säure geringfügig zu hoch weshalb ich empfehle das Ganze zunächst mit maximal 1,5 cl Saft zu testen.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Netzwerk-Ausbau


Was ist den jetzt los? Es hat ganz den Anschein als haben Bartender und Gäste zurzeit ein verstärktes Mitteilungsbedürfnis. Alleine in den letzten Wochen entstand eine Vielzahl von neuen, deutschsprachigen Drink-Blogs. Vielleicht kommt jetzt doch Schritt für Schritt etwas mehr Bewegung in das mitteleuropäische Blog-Netzwerk. Die letzten vier Projekte möchte ich hier deshalb kurz vorstellen.
So beschäftigt sich eine Reihe bekannter Bartender auf puro de agave lediglich um den Tequila. Beachtlich ist hier vor allem die Preisliste für den Agavenbrand in deutschen Online-Shops. Dass das Preisgefüge hier teilweise deutliche Unterschiede zeigt sollte jedem bekannt sein der schon einmal Tequila im Internet bestellt hat.
Eine weitere Gruppe von Mixologen schloss sich erst vor wenigen Tagen zum Bartenders-Lab zusammen, in dem jetzt schon viele lesenswerte Artikel zu bestaunen sind. Administrator dieses B logs ist Arnd Henning Heißen aus der Shochu Bar in Berlin.
Ebenfalls aus Berlin schreibt Gabe Toldi (Fabisch Bar) in seinem Projekt Strain and Serve. Selber sagt gabe zu seinem Blog „Im a Bartender, so its a big part of my job to find things out and tell stories about them.” Ich hoffe wir werden viele dieser Geschichten nachlesen können.
Auch in der Riege der Connaisseure wird neuerdings messbechergenau geblogt im Jigger´s Blog.
Bleibt nur zu hoffen das sich die eine oder andere Seite halten wird. Wie Jörg erst im Bitters-Blog erst kürzlich erwähnt hat ist blogen zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Möge die Geduld und die Zeit mit euch sein.
Nachtrag: Noch einer! Thorsten Pannek (Greendoor, Berlin) eröffnete gestern ebenfalls einen Blog. Die Förderung der GSA-Barkultur. Ein Blog der sich der Barkultur widmet mit Hilfe von GSA-Produkten.
(GSA = Germany, Switzerland, Austria)

Montag, 20. Oktober 2008

Becketts Kopf - Berlin


„Am Rande einer Pappelallee liegt ein Kopf. Durch eine Tür in diesem Kopf kann man hineingehen. Die Welt bleibt draußen.“ So beschreibt sich diese kleine aber feine Bar im Herzen Berlins. Kein Namensschild weist auf eine Bar in der Pappelallee 64 hin. Lediglich „der Kopf“ am Fenster zeigt dem geneigten Barkenner diesen Palast der klassischen Cocktails.
Das Licht in den Räumen ist stark gedämmt und erzeugt eine tolle Atmosphäre. Die rot gestrichenen Wände schmiegen sich an die Helligkeit an und der Blick wird sofort auf das Mosaik hinter dem Tresen gelenkt auf dem ein goldenes Bild einer Lilie zu sehen ist. Die Fenster sind mit schwarzen Vorhängen verdeckt. Davor stehen einfache Tische, rote Ledersofas und Sessel. Der hintere Gästeraum entspricht fast dem ersten. Ich empfehle einen Platz am Tresen oder am verhüllten Fenster.
Von hier aus sieht man am besten auf die fantastische Arbeit der Bartender Christiana und Oliver. Eine solch liebevolle und präzise Zubereitung der Getränke bekommt man nur sehr selten zu sehen. Man könnte sagen das jeder Tropfen im Glas seine bestimmte Position zugeschrieben bekommt. Besser wie hier kann man einen Cocktail nicht zubereiten – Referenzklasse! Die verwendeten Spirituosen und Zutaten sprechen für sich und lassen kein Grund zur Klage übrig. Die schöne, geradezu philosophisch, geschriebene Karte umfasst vor allem klassische Drinks, welche ganz nach meinem Geschmack sind. Mixturen wie den Monkey Gland oder den Brandy Crusta findet man in Bars nur selten. Nebst diesen Kreationen finden sich noch eine Vielzahl moderner Drinks, welche aber nach altem Vorbild gestaltet sind. An den von mir bestellten Cocktails an meinen zwei Besuchen gibt es nur eines zu sagen: Perfekt!
Jeder Barfreund der sich in Berlin befindet muss sich das Becketts Kopf von Innen ansehen. Hier stimmt wirklich alles! Ich freue mich immer wieder einen solchen Ort besuchen zu dürfen, und wieder hat sich meine persönliche Hitliste der besten Bars an der Spitze verschoben. Ich werde es mir nicht nehmen lassen auch nächstes Jahr hier die eine oder andere Stunde zu verbringen. Sehenswert ist auch die Internet-Präsenz der „Bar zur Verfeinerung der Sinne“.

Samstag, 18. Oktober 2008

Euphorie und Dekadenz

Das mit abstand witzigste Ereignis während meiner Tage in Berlin ereignete sich knapp vor 23:00 Uhr in der Nähe des Rum Trader. Als sich unsere Cocktailgruppe entschloss Herr Scholl zu verlassen um eine anderen Bar aufzusuchen entdeckten die Champagner-Freunde Torben, Philipp und Robin eine kleine unscheinbare Flasche Salon von 1982, zu einem unschlagbar günstigen Preis, in einem Weinhandel. Von Euphorie benebelt gab es nur noch einen Gedanken: Diese Flasche muss erworben werden! Und zwar sofort!
Ich konnte es mir nicht verkneifen diese Gefühlsausbrüche in digitaler Videoform festzuhalten. Auf bitten der Beteiligten Personen hab ich das besagte Dokument ein wenig bearbeitet und hier im Blog eingestellt. Film ab!

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Kalender 2009


Wie auch schon 2008 gibt es auch dieses Jahr einen Terminplaner den ich regelmäßig aktualisieren werde. (Rechts im Menü gibt es auch einen Button zum leichteren auffinden des Kalenders)

Munich Whiskey Festival, München*
Messe rund um den Brand
30. Jan -01. Feb

InterWhisky, München
Internationales Whisky Festival
13.-15. Februar

Weinmesse, Berlin
Weine, Sekt und Obstbrände
14.-15. Februar

World-Spirits, Klagenfurt
Größte Fachmesse im Alpenraum
15.-18. März

Barkultour, Stuttgart
Fachmesse für die Region
29.-30. März

ProWein, Düsseldorf
Große Wein- und Spirituosensmesse
29.-31. März

Venuez, Amsterdam
Hospitality in den Niederlanden
31. März- 1. April

Kieler Whiskymesse, Kiel
Bereits zum 7. Mal
9.-10. Mai

Cocktails & Spirits, Paris
Findet zum zweiten Mal statt.
10.-11. Mai

Cocktaildreams 09, München*
Das vierte Treffen des Cocktailforum.de
30 Mai.-01. Juni

Barzone, Berlin
Zum zweiten Mal in der Arena Berlin
05.-06. Mai

Bar 09, London
Die größte Barmesse Europas
24-25. Juni

Tales of the Cocktail, New Orleans
Die Großveranstalltung der Staaten
08.-12. July

Bar Convent Berlin , Berlin*
Mixology geht in die dritte Runde
05.-06 Oktober

Aquavitae, Essen
Spirituosenmesse im Pott
7.-8. November

Whiskyship, Zürich
Malt & Cigars im Hafen
27.-11. November

( * Messen die ich besuche bzw. es versuche )

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Neues Buch von Ted Haigh

Eine gute Nachricht für alle Mixer die es nicht mehrt geschafft haben ein Exemplar von Ted Haigh´s „Vintage Spirits & Forgotten Cocktails“ zu ergattern. Das Buch ist in Deutschland kaum noch zu bekommen und oft wird viel Geld dafür bezahlt. Für mich ist Ted´s Werk einer der besten Cocktailbücher überhaupt. Wie er mir selbst per Mail mitteilte wird es ab den 1. Juli des nächsten Jahres (zumindest in den USA) eine „deluxe“ Neuauflage geben mit 25% neue Rezepte, mehr Informationen zu den Mischungen sowie neue Bilder alter Spirituosen. Bleibt nur zu hoffen das wir das Gebinde auch bald in Deutschland erwerben können.
Ted Haigh gehört zu den Gründern von cocktaildb.com – einer der besten alkoholischen Datenbanken in den weiten des World Wide Web.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Lebensstern - Berlin

Aufgrund einer Vielzahl positiver Empfehlungen musste ich dieser Berliner Bar im Rahmen des Barconvents einen Besuch abstatten. Inmitten der Metropole befindet sich diese Perle der Barkultur direkt über dem Cafe Einstein in der Kurfürstenstraße 58.
Diese fantastische Bar wird über eine große steinerne Treppe betreten die direkt in den ersten der drei Räumlichkeiten führt. Hier fühlt man sich sofort beim durchschreiten der Tür wohl. Die Wände sind zu zweidrittel mit dunklem Holz vertäfelt, während die restliche Wand in einem tiefen Rot gestrichen wurde. Das Backoard der Bar, der Tresen sowie die Schränke in diesem Raum greifen das Holz der Wände wieder auf und erzeugen somit ein gemütliches, gleichmäßiges Gesamtbild. Der dezente Stuck an den Decken unterstreicht dieses klassische Ambiente. Der mittlere Raum ist ausgestattet wie der ersten und bietet rustikale Ledersessel als Sitzmöglichkeit an. Schränke und Vitrinen, welche mit verschiedensten Spirituosen gefüllt sind, bieten auch hier wieder die besagte Wohnraumatmosphäre. Im dritten Bereich sind die Wände mit weißen Schränken verkleidet was diesem Raum deutliche von den Anderen abhebt ohne aber an Klasse zu verlieren. Die ganze Bar ist ein einziger optisches Leckerbissen und ein kleiune Sehenswürdigkeit an sich.
Wenn des dem Lebensstern auf keinen Fall an etwas mangelt dann es Gin. Fast das komplette Backboard ist mit den Wacholderbränden bestückt. Lediglich die wichtigsten anderen Grundspirituosen und Liköre sind im Arbeitsbereich des Bartenders vorhanden. Der Großteil der restlichen Flüssigkeiten sind zusammen mit antiken Barbüchern in Schränken in der ganzen Bar. Selten sieht man eine solche Anzahl von Spirituosen so gekonnt in Szene gesetzt – toll!
Das Team um Barchef Thomas Pflanz leistet erstklassige Arbeit was das Zubereiten der Drinks angeht. Mein bestellter Daiquiri war etwas zu süß aber an den anderen georderten Getränken gab es nichts auszusetzen. Im Rahmen des Barconvents war der Stern leider zu lebendig und überfüllt, weshalb ich nichts über den Service dieser Bar berichten kann (ich bin aber fest davon überzeugt das auch hier alles reibungslos funktioniert).
Diese Bar gehört zur höchstgefährlichen Kategorie der Gefängnis-Bars: Ist man einmal darin kommt man so einfach nicht mehr heraus! Der Lebensstern in Berlin lädt zum verweilen ein mit Top-Cocktails, freundlichen Fachpersonal und einer gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre unter ruhigen Jazz-Klängen - Ein sehenswertes Stück Barkultur in der deutschen Bundeshauptstadt!

Montag, 13. Oktober 2008

Mixology Monday: Guilty Pleasure

Ich muss zugeben das dieser Mixology Monday das für mich bis jetzt schwierigste Thema beinhaltet. Ausgehend vom Blog Two At The Most soll sich jeder zu seinen „Guilty Pleasures“ bekennen. Gemeint ist damit ein Cocktail, welchen man zwar zu sich nimmt, obwohl man das besser nicht machen sollte.
Im „Two At Most“-Blog wird dazu ein anschauliches Beispiel gegeben. Wenn es nicht ums trinken geht sondern um Lebendmittel wären zum Beispiel Fertiggerichte ein „Guilty Pleasure“. Diese sind normalerweise nicht sonderlich gesund, es sind Zusätze und Konservierungsstoffe enthalten und dennoch liebt man sie. Ich habe mir in den letzten Tagen dazu wirklich Gedanken gemacht aber mir ist in Verbindung mit meinem flüssigen Hobby nichts dergleichen eingefallen. Natürlich hab ich vor einigen Jahren auch Zeug zu mir genommen a la Alcopops deren Qualität uns Zusammensetzung mehr als fragwürdig ist. Aber was soll man machen wenn man es nicht besser weis? In der Zwischenzeit bin ich aber auch auf einer Ebene angelangt in der die Qualität das A und O ist. Ich trinke nichts mehr in Bars deren Spirituosenangebot mir nicht in den Sinn passt und verbleibe dann lieber bei Wasser und Softdrinks. Auch meine Heimbar ist von den Standart-Produkten in das nächste Level gestiegen. Nur schwer bekomme ich die Sünden der Frühzeit aus meinen Barregalen verbannt (braucht jemand Blue Curacao?). Nichts desto trotz habe ich die Antwort auf das Guilty Pleasure gefunden: Alles!
Ist nicht ein jede Rum, Tequila, Vodka oder Whiskey ein Stoff den man mag, obwohl man besser keinen Alkohol zu sich nehmen sollte? Jeder Bitters, jeder Sirup und jeder Likör lassen sich in dieses Muster einordnen. Es gibt nicht „den einen Drink“ der schädlich ist - es gibt nur mehr oder weniger schädliche Mixturen. Angus Winchester trifft mit einem Satz in der aktuellen Mixology-Ausgabe den Nagel auf dem Kopf: „ Sie müssen einfach lernen, das Sie im Leben nur eine bestimmte Anzahl an Drinks zu sich nehmen werden und das von nun an jeder Drink ein guter Drink sein sollte.“

Freitag, 10. Oktober 2008

Review Communitytreffen 2008

Das jährliche Treffen des Cocktailforums wurde auch dieses Jahr traditionell in der ersten Oktoberwoche abgehalten. Nach Berlin und Frankfurt führte der Weg dieses Mal in die schöne Hansestadt Hamburg.
Das eigentliche Treffen fand am Samstag statt aber fast alle Hobby-Mixer trafen sich bereits am Tage davor um das Wochenende in gemütlicher Runde einzuleiten. Das fand je nach Geschmack in einer von zwei Gruppen statt. Die erste Gruppe traf sich im Hamburger Trader Vic´s und zog anschließend weiter ins Christiansens während sich die zweite Gruppe auf ein Champagner-Tasting freute, dem ich auch beiwohnte. Verkostet wurden dabei acht Flaschen Nicht-Jahrgangs-Champagner in den Preiskategorie von 20 bis 150 €. Im Anschluss wurden noch stundenlang Drinks mit dem französischen Schaumwein gemixt bis auch der letzte Tropfen aufgebraucht war.
Am frühen Abend des nächsten Tages ging es in dem Vereinshaus eines Kleingärtner-Verbandes zum offiziellen Treffen der deutschen Cocktail-Connaisseure. Das Treffen begann wie geplant mit einem Tequila-Tasting und einem ausführlichen Vortrag zur Entstehung des Agavenbrandes, der freundlicherweise von der Firma Sierra Madre gesponsert wurde. Je drei Produkte aus den Kategorien Blanco, Reposado und Anejo wurden von den insgesamt 26 Teilnehmer verkostet. Dabei Schnitt der Reposado von Amate deutlich besser ab als die anderen acht Produkte.

Bevor es aber an die weitern Programmpunkte ging versorgten wir uns zunächst einmal mit „normaler“ Nahrung durch den örtlichen Pizza-Lieferanten. Die folgende Präsentation mit dem Titel „Ich liebe diesen Drink, weil…“ fand großen Anklang bei allen Beteiligten und so wurde eine Vielzahl von Drinks gemixt und ihr Entstehungsgeschichte dabei erklärt. Es gab unter andern drei verschiedene Daiquiri, den Trident, Jack Kearns Cocktail, Old Cuban und als Highlight eine Alamagoozlum-Variante. Das besondere an diesem Drink ist die Verwendung von 1/6 Eiweiß und einem Spritzer Limettensaft die dekadenterweise von einem Wachteleiweiß und einer Limequat stammten. (Sollte ich in einer Bar nun Wachteleier vorfinden ist die Idee von mir und Torben geklaut und kostet mindestens einen Drink ;-))
Nach kurzer Pause stand die Präsentation von 12 Boiron-Fruchtpürees auf dem Plan und dem mixen mit diesen wunderbaren Produkten. Das geht so leicht von der Hand das innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl spontaner Drinks entstanden. Ich danke hierbei Philipp der uns nicht nur die Pürees im 1l-Becher zur Verfügung stellte sondern auch Informationsmaterial und die neuen Squeez-Bottles von Boiron!
Der letzte offizielle Punkt, der jährliche Mix-Award, fand kurz nach Mitternacht statt, trotz einem Mangel an Teilnehmern. Eine Jury aus drei Mitgliedern bewertet dabei die extra dafür angefertigten fünf Drinks mit der Pflichtzutat Rum. Hierbei ist anzumerken das davon drei Rezepte (unter anderem meines) ganz spontan am Tresen entstanden da wir ansonst nur einen Zweikampf gesehen hätten. Gewinner wurde Tim a.k.a. Tiefenrausch mit einer Kreation aus Birne, Minze und Rum – ich freue mich über meine spontane Zweitplatzierung. Der Abend endete nach dem „freien Mixen“ für alle mit dem ausdauernden Kern der Hardcore-Shaker um 5:00 Uhr in der früh!
Ausfallserscheinungen konnten Tags darauf bei niemanden festgestellten werden der um 20:00 Uhr mit der Bartour Hamburg startete. Nachdem wir uns alle an den Riverkassematten getroffen haben, für den ersten Drink des Tages bei Marcel Baumann, ging es gleich darauf weiter in die Bar-Hamburg in der Innenstadt. Nach ein bis zwei weiteren flüssigen Runden endete das diesjährige Treffen in den frühen Morgenstunden im Le Lion bei (wie immer und nicht anders erwartet) großartigen Cocktails.

Ich möchte mich nochmals herzlichste bei Torben bedanken für die Organisation des Ganzen sowie bei Alexander Troppmann der als Administrator des Forums und von Barfish.de das Ganze erst möglich gemacht hat. Weiter Dank geht an Sierra Madre und Sonja Erler für das hervorragende Tequila-Tasting und dem Kleingartenverein 303 für die Bereitstellung der Räumlichkeiten in ihrem Vereinsheim. Nicht zu vergessen sind die Bars und die Bartendern die uns während der Bartour bestens mit alkoholischen Flüssigkeiten versorgt haben. Das nächste Treffen des Cocktailforums wird voraussichtlich im Mai 2009 in München stattfinden. Der genaue Termin muss noch diskutiert werden.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Barmesser vom Barmeister


Zusammen mit der Friedrich Dick GmbH entwickelte Barmeister Walter Fröscher ein spezielles Barmesser. Im Zuge des dritten jährlichen Treffens des Cocktailforums wurde uns ein Exemplar dieses Werkzeuges zum ausgiebigen testen bereitgestellt.
Das Produkt hat eine Gesamtlänge von 33cm mit einer Klingenlänge von 20 cm. Ein solch großes Schneidwerkzeug ist auf keinem Fall nötig in einer Bar und wurde von uns am restlichen Abend nur noch Machete genannt. Das Blatt aus rostfreiem Stahl ist relativ hart und lässt sich kaum biegen. Am vorderen Ende befinden sich zwei nach oben gebogene Zinke die zum aufspießen von Früchten integriert wurden. Ob man das nutzt sei jedem selbst überlassen. Immerhin kann man ein Fruchtstück auch mittels einer normalen Messerspitze aufnehmen. Der Größte teils des Messers ist gezackt und einseitig geschliffen. Dadurch lassen sich sämtliche Früchte bestens zerteilen aber dafür benötigt es wohl kein spezielles Barmesser. Ein jedes Zackenmesser dürfte dieselbe Arbeit verrichten können.
Eine Besonderheit am Fröscher-Messer stellen die letzten Zentimeter der Schneide dar. Hier ist kein Wellenschliff sonder eine Glatte scheide vorhanden. Damit sollte man normalerweise Zitruszesten von den Früchten scheiden können. Bei unserem Testexemplar war die Schneide aber nicht bis zum Ende geschliffen und das auch nur sehr grobkörnig. Die ordnungsgemäße Funktion war hier nicht gegeben.
Der Griff besteht aus einfachem Kunststoff in dem die Klinge wohl eingeklebt wurde. Ein hochwertigerer Griff wäre wünschenswert gewesen. Zumindest ein vernietetes Blatt hätte die Qualität deutlich erhöht. Das Geld für dieses Bar-Spezialmesser sollte man dann doch lieber in eine gute Flasche Gin investieren. Ein jedes Messer für 10 € liefert die gleichen Ergebnisse wie dieses Model. Ein genauer Preis ist mir nicht bekannt aber ich habe etwas von ca. 30 € gehört.

Dienstag, 7. Oktober 2008

BCB 2008 - Ein Rückblick (3)

Die Mixology-Barawards wurden auch dieses Jahr wieder an die Größen der Zunft vergeben. Im Gegensatz zum letzen Jahr fanden diese aber nicht auf der Bühne des Glashauses statt sondern inmitten der Hauptstadt im Wintergarten-Variete.
Die Reihen des Theaters füllten sich innerhalb kürzester Zeit bis auf den letzten Platz. Leider gab es während der Verleihung zu viele Kritikpunkte die einen bitteren Nachgeschmack hinterließen. Eröffnet wurde die Gala mit einer knappen Stunde Verspätung von dem Lokal-Comedian Kai Eikermann und einem kleinen Sketch-Nummer bevor es mit der Modenshow „Cocktail Cutoure“ der Label beninga und greg-or-marvel weiterging. Das sind tolle Einfälle welche das Programm auflockern und sehenswert machten. Nach einer weiteren amüsanten Einlage von Eikermann ging es auch gleich weiter zu der Verleihung der Preise in den sieben Kategorien.
Hier ging meiner Meinung nach leider einiges schief. So entstanden immer wieder Wartezeiten weil Redner, Jurymitglieder oder Moderatoren aufgerufen wurden aber nie gleich zur Stelle waren. Auch wäre es schön gewesen alle Nominierungen aufzulisten und nicht nur den Gewinner zu nennen. Insgesamt wurden die Preise nur lustlos einer nach dem anderen an die entsprechenden Personen übergeben. Ein kleine Rede und Ankündigung vor der Übergabe sowie eine Erläuterung für diese Entscheidung sollten doch normal sein bei solch einem Akt! Der mit Abstand größte Fehler entstand bei der Ankündigung für den Bar-Award für das Lebenswerk, welcher „Lebenswerk des Jahres“ genannt wurde. Lebenswerk des Jahres?!
Auch wurde der ganze Auftritt im Wintergarten sehr schnell und plötzlich beendet ohne einen schönen Abschluss wie beispielsweise einer Musikerin. Alles wirkte doch sehr improvisiert und wenig überlegt. Da ich nicht der einzige mit dieser Meinung bin wird sich für das nächste mal bestimmt noch das ein oder andere ändern ;-)

Flair Team des Jahres
Modern Bartending, München

Barteam des Jahres
Becketts Kopf, Berlin

Bardesign des Jahres
Loos Bar, Wien

Award für das Lebenswerk
Franz Steinmayr, Diana Bar, Hall in Tirol

Newcomer des Jahres
Christian Heiss

Mixologe des Jahres
Heinz Kaiser

Spirituose des Jahres
Celery Bitters. The Bitter Truth

Der Sonderpreis “Die Gefüllte Olive” ging dieses Jahr an die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing aufgrund des wahnwitzigen Argumentes das die Alkoholdämpfe in einer Bar zum Alkoholismus führen. Die zweite „Gefüllte Olive“ verlieh sich das Mixology-Team selbst da auf ihrem neuen Buch auf dem Cover eine gefüllte Olive zu sehen ist die in keinen Drink der Welt gehört! Sehr selbstironisch und sehr cool diese Nummer!

Montag, 6. Oktober 2008

BCB 2008 – Ein Rückblick (2)

Nachdem ich im vorhergehenden Eintrag etwas zu den Ausstellern gesagt habe möchte ich nun noch die Eindrücke der von mir gesehenen Vorträge wiedergeben. Diese gab es reichlich in den vier großen Gebieten Flair-Bar, Tasting-Forum, Demo-Bar sowie auf der Main Stage.
Hier fand auch der erste Vortrag des BCBs statt, welchen ich natürlich beiwohnte. Das Autoren-Duo Anistatia Miller und Jared Brown erklärten in alle Details die Geschichte des Cachaca in ihrem Vortrag „The Soul Of Brazil“. Das Ganze entpuppte sich nur als sehr langwierig da der chronologisch aufgebaute Beitrag bereits im 13 Jhr. begann. Eine kurze Einleitung dazu und mehr Informationen der Neuzeit wären angenehm gewesen.
Auf meinem Programm stand als nächstes der Besuch von Philipp Duffs „Get rich and famous wiht bols“. Hier erfuhren die Teilnehmer was man für eine gute Bar beachten muss (get famous) und wie man schnell seine erste Millionen verdient (get rich). Ein nicht ganz ernst zu nehmender Beitrag der sehr interessant währe wenn die Theorien auch in der Praxis funktionieren würden…
Zurück auf der Hauptbühne erläuterte Heinz Kaiser die Verwandtschaft der Bar zur Apotheke und die Grundformeln zum Herstellen eigener Liköre und Bitters. Ein erstklassiker Beitrag zu diesem sehr spannenden Thema. Ich werde versuchen dem einen eigenen Beitrag in den Cocktailwelten zu widmen. Der Bezug zwischen Bar und Apotheke war auch deutlich sichtbar am Aspirinverbauch des zweiten Tages im Glashaus…
Mein persönliches Highlight war der exzellente und sehr unterhaltsame Beitrag von Ian Burrell, dem britischen Rumbotschafter. Zehn Cocktails aus der Geschichte des Rums wurden in einer knappen Stunde vorgestellt. Hier merkte man in jedem Handgriff die Liebe zum Detail und zum karibischen Zuckerrohrbrand. Begeistert hat mich der Zucker, welcher mit Melasse zu einer sehr aromatischen Masse gemischt wurde.
Gleich im Anschluss ging es weiter zu den Traveling Mixologists und ihren Cocktailkreationen. Hier gab es unter anderem einen Hendriks Gin zu begutachten mit einem Alkoholanteil jenseits der 90%. Der Gin ist durch seine Prozente zwar sehr scharf am Gaumen aber geschmacklich eine Bombe! Die Drinks boten die bekannte TravMix-Qualität und Herr Meyer musste erfahren das man eine Glasscherbe nicht all zu hart berühren sollte.
(Die weiße Barjacke und der Blutfleck erinnerten übrigens eher an einen Metzger als an einen Barmann).
An der Demo-Bar wurde unter anderem der Ron Zacapa vorgestellt von der Master-Blenderin höchstpersönlich. Neben dem verkosten der Melasse und der Geschichte des Hauses wurde auch alle zu dem Rum erklärt. Der unter neuem Label und Namen erhältliche 23er Rum, hergestellt im Soleraverfahren, ist im übrigen kein 23 Jahre alter Rum. Der älteste Bestandteil des Blendes besitzt zwar dieses Alter aber der Basisanteil beträgt lediglich ein Alter von sechs Jahren. Der aromatische Ron Zacapa Systema Solera 23 mit seinen Schokoladenaromen gehört zu meinen persönlichen Rumfavouriten.
Am zweiten Tage des Convents erklärte Jeff Morgenthaler die „vernetzte Welt“ und die Einflüsse des Web 2.0 auf die Barwelt. Anhand des Beispiels „Gin Red Basil Smash“ wurde deutlich wie sich ein Drink weltweit dank des Internets verbreitet wird. Dieser Beitrag von Jeff steht übrigens komplett in seinem Blog zur verfügung nebst vielen weiteren Einträgen zu den Tagen in Berlin.
Die wohl schönste Produktpräsentation war die des neuen alten Galliano L´Autentico. Nach dem Präsentieren der einzelnen Kräuter des italienischen Likörs wurden auch diverse ätherische Öle in die Menge gereicht um die einzelnen Bestandteile auch nach dem Geruch zuzuordnen. Im Anschluss konnte der Kräuterlikör noch verkostet werden und eine Vielzahl von Cocktailkreationen wurden gemixt. Nur schade das der italienisch-englische Dialekt des Markenbotschafters sehr anstrengen war beim zuhören.
In der Zwischenzeit duellierten sich einzelne Flair-Teams auf der Showbühne um den Titel des „Flairteams des Jahres“ zu erhalten. Jede der Gruppen hatte dazu Zeit sich 45 Minuten auf der Bühne zu präsentieren.
Zum Schluss lud Mixology zur, schon im Vorfeld diskutierten, Podiums-Diskussion ein. Hohe Vertreter der IHK, DBU, ÖBU sowie dem Drinks-Magazin und Mixology besprachen zusammen mit dem Publikum die Zukunft des Berufsstandees des Bartenders. Dieses Gespräch kam leider viel zu oft vom Thema ab und endete immer wieder in einem kleinen Streit. Zudem war es klar das man in dieser kurzen Zeit nicht all zu viel Bewegen kann. Diese Diskussion ist einfach zu Wichtig um in 120 Minuten öffentlich erläutert zu werden. Es wäre wünschenswert wenn diese Diskussion zwischen IHK und der Barindustrie im Ruhigen weitergeführt wird.
Sämtliche Vorträge waren sehr informativ und gehaltvoll. Teils mit Witz und nie all zu steif (mit Ausnahme der Podiumsdiskusion) präsentierte sich der BCB von seiner besten Seite. Auch hier freue ich mich bereits auf das Programm des nächsten Jahres. In meinen Augen war die Messe ein voller Erfolg. Ich möchte mich hier nochmals bei dem gesamten Team von Mixology bedanken sowie bei sämtlichen Ausstellern, Helfern und den Berliner Bars.

Freitag, 3. Oktober 2008

BCB 2008 – Ein Rückblick (1)


Montagvormittags um 10:00 öffnete die lange erwartete Fachmesse im Berliner Glashaus ihre Pforten. Mixology lud zu dieser Veranstaltung ein und die Besucher nahmen diese Einladung dankend an. Über 1000 Besucher aus den verschiedensten Ländern kamen zu dem Event angereist und schufen somit für volle zwei Tage das europäische Zentrum der Barkultur und -industrie in der Stadt an der Spree.
Sämtliche Aussteller versorgten die Gäste reichhaltig mit allerlei Mustern ihrer Produkte, Prospekten und Cocktails um diese Kennen zu lernen. Eine riesige Palette von Spirituosen, welche man selbst in der doppelten Zeit nicht kennen lernen konnte. Das Highlight bildeten hier natürlich die neuen Produkte. So stellte Diageo beispielsweise die Blanco-Variante des Jose Cuerva Reserva de la Familia vor. Ein sehr gelungener Brand der sich preislich leider im dreistelligen Bereich befinden wird. Daneben gab es noch den neuen Galliano L´Autentico , den Bols Genever oder den Kaffeelikör von Heering zu sehen. Innovativ fand ich besonders die Fruchtpürees von Boiron die in naher Zukunft auch in Dosierflaschen erhältlich sein werden.
Das jeder der Aussteller eine schöne Bar an seinem Stand hatte ist selbstverständlich. Diese wurden teilweise noch mit Dingen verschönert welche so schön wie nutzlos sind. So konnte man bei Bombay Saphire sämtliche Design-Gläser der Bombay-Wettbewerbe bewundern oder bei Bols den hier schon erwähnten Bling-Bling-Shaker. Der Shaker ist zu teuer und die Gläser sind nicht bartauglich. Absolut Wodka Stand ganz im Zeichen seiner Masquerade-Kampagne mit einer Vielzahl dieser Sonderflaschen in seinen Regalen. Es dauerte nur eine kurze Zeit bis diese Sammelobjekte unter das mischende Volk gebracht wurden.
Die Ausstellung des Convents war übersichtlich und bot von allem etwas. Auch war dieser Abschnitt nicht all zu überfüllt wie ich es von anderen Messen kenne. Es gab nie Probleme sich etwas genauer und länger zu betrachten. Ich freue ich bereits auf das nächste Mal um wieder zwischen den Ständen umherziehen zu können.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Traveling Mixologists im Reingold Berlin


Nach einer nervenaufreibenden Anfahrt von knapp zehn Stunden im

Wie versprochen hier der erste Teil des Wochenrückblickes. Ich gehe hier am einfachsten chronologisch vor und schreibe auf was mir einfällt, auch wenn es schon auf diversen anderen Seiten im Netzt zu finden ist. Deshalb beginne ich auch mit er TravMix-Veranstaltung des vergangenen Sontags.Nach einer nervenaufreibenden Anfahrt von knapp zehn Stunden im Zug war ich an diesem Tag froh endlich in der Hauptstadt angelangt zu sein. Nach einer kurzen Pause in meinem Hostel ging es auch sogleich weiter in die neueröffnete Reingoldbar. Hier fanden sich die Traveling Mixologists zur fulminanten Eröffnung des Barconvents Berlin ein.Ich musste mich zunächst in Geduld üben, nachdem ich erfuhr das die Bar erst um 21 Uhr öffnet (2 Stunden Wartezeit für mich). Die Herren in Weiß konnten sich an diesem Abend bestimmt nicht über Arbeitsarmut beklagen, dennoch blieben die von Mixology angedeuteten Wartezeiten im normalen Bereich. Was will man auch anderes erwarten bei der Menge an erfahrenen Bartendern mit geübten Händen und jede Menge Service-Personal? Unter dem Publikum befand sich fast die komplette europäische Barelite (und eine kleine Gruppe Barfreaks).Der wohl am meisten georderte Drink der Nacht dürfte der Gin Basil Smash gewesen sein. Im Sekundentakt verlies diese Kreation Glas um Glas den Tresen. Aber auch die anderen Getränke der Karte konnten voll und ganz überzeugen. Zur Auswahl stand eine großzügige Liste mit Drinks namhafter Bartender und Bars aus der ganzen Welt. Die Wahl des richtigen Drinks wurde mit der Zeit leider immer schwerer und schwerer - Nicht wegen dem Alkohol sonder da bereits nach knappen drei Stunden die Karten auf mysteriöse Art und Weise ausgingen – natürlich wollte sich jeder sein Exemplar sofort sichern :-)Natürlich durfte auch bei dieser TravMix-Veranstaltung die Panne des Abends nicht fehlen. So musste Mixologe Bastian Heuser erfahren das man den Dash-Aufsatz einer Peychauds-Flasche doch besser festhalten sollte – es ist einfach zu viel Bitters im Glas wenn sich der Aufsatz löst und aus einem Dash eine halbe Flasche wird…Zum Schluss bleibt mir nur noch eines zu sagen: Ein fantastischer Auftakt der diesjährigen Bar-Messe welcher noch viele Überraschungen bereithalten sollte...

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Barwoche - der zweite Akt

Wow! Welch gelungene Tage in Berlin! Soeben bin ich in der schönen Hansestadt Hamburg angelangt und bereits morgen möchte ich euch mit dem ersten kurzen Artikel der vergangenen Tage versorgen. Bei meinen aufgenommenen 7 GB (!) Bildern und Videos wird es mehr als genug zu sehen geben hier im Blog. Ich habe noch gar keine Ahnung wie und wo ich anfangen soll bei den hunderten von Eindrücken! Bis es soweit ist werde ich erstmals ein paar erholsame Stunden an der Elbe verbringen und die Kräfte sammeln.
Aber eines ist gewiss: Nächstes Jahr werde ich wieder dem Bar Convent Berlin besuchen. Herr Adam ich bitte um den Termin sobald sie ausgeschlafen haben... :-)