Mittwoch, 31. Dezember 2008

Happy New Year 2009

Einen guten Rutsch ins neue Jahr an alle Cocktail- und Barverrückten da draußen! Mögen die kommenden 12 Monate genau so turbulent und flüssig werden wie die Vergangenen und habt immer genug Eiswürfel auf Vorrat!
Da ich wohl Recht in der Annahme gehen das heute Abend viele Gläser gefüllt werden hier noch eine kleine Hilfestellung zum öffnen von Champagnerflaschen und zum Servieren von Drinks. Ein wirklich sehr amüsanter Text!

Dienstag, 30. Dezember 2008

Gurktaler Alpenkräuter


Im Zuge der Ausbreitung von GSA-Spirituosen möchte ich hier an dieser Stelle natürlich nicht untätig bleiben. Ehrlich gesagt wollte ich schon seit langer Zeit diesen österreichischen Kräuterlikör vorstellen der in Deutschland so gut wie unbekannt ist. In Österreich scheint er dagegen zu einen der marktführenden Produkten zu gehören wenn ich dem Händler meines Vertrauens denn trauen kann. Nicht nur deswegen habe ich diesen Likör auch schon im Mixology-Forum bei den GSA-Produkten erwähnt. Umso erfreuter war ich auch als ich zudem in der letzten Ausgabe einen kurzen Artikel zum „Gurki“ gefunden habe.
Der Bitter, welcher von der Gruppe Underberg vertrieben wird, stammt aus der kleinen österreichischen Gemeinde Gurk in Kärnten. Dort wird der Likör auf traditionelle Art und Weise aus 59 Kräutern, Wurzeln und Früchten hergestellt. Darunter befinden sich unter anderem Salbei, Lavendel, Enzian, Kamille, Wacholder und Safran. Mit einem ausgewogenen Alkoholanteil von 27% präsentiert sich der kaffeebraune Kräuter äußerst gefällig. Sowohl als Aperitif auf Eis als auch als Digestif weiß der Gurktaler zu überzeugen.
In der Nase bemerkt man deutlich die Bitterstoffe und eine leichte Süße. Der Geruch ist sehr komplex und vor allem von Galgant geprägt sowie einigen Kräuterblüten. Überraschend ist dagegen der Geschmack. Nur leicht bitter und dafür überraschend Süß präsentiert sich der Österreicher. Die Zutaten sind äußerst harmonisch aufeinander abgestimmt und dennoch sehr vielschichtig. Am besten lässt sich das Ganze wohl beschreiben als ein sehr würziger Lebkuchen. Die typischen Weihnachtsgewürze verbleiben lange am Gaumen und wechseln immer wieder mit anderen leichten Aromen ab. Ich meine eine gewisse Enzian- und Bärwurznote auszumachen.
In Cocktails habe ich das Produkt noch nie getestet auch wenn es der Kräuterlikör meiner ersten Wahl ist. Einige Flaschen pro Jahr schaffe ich immerhin zu leeren (meist wenn Besuch im Haus ist). Ich könnte mir durchaus vorstellen einfache Drinks damit zu kreieren. Interessant könnte eine Alexander-Variation sein in dem die Creme de Cacao ersetzt wird.
Gurktaler Alpenkräuter ist für mich einer der besten seiner Art. Ich bin immer wieder von der Harmonie der Zusammensetzung begeistert. Gewiss ist er Richtung Norddeutschland immer schwerer zu finden und immer unbekannter, aber diverse Shops im Internet führen ihn mittlerweile in ihrem Sortiment. Für gerade einmal 10 € pro Literflasche bekommt man einen Halbbitter der auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Es muss nicht immer „Vorsicht, wild“ sein.

Freitag, 26. Dezember 2008

Geiz ist geil?

Wie schon vor einigen Tagen auf Jrgmyr zu lesen war ist nicht der Preis ausschlaggebend um das eine Spirituose „premium“ wird. Entscheidender ist doch der Preis im Verhältnis zur Qualität des Produktes den der Konsument bereit ist zu zahlen. Erstaunlicherweise wird dennoch eine Niesche immer wieder vollkommen übersehen – die der Discountmärkte von Lidl und Co. Zurecht?
So wird zum Beispiel schon seit längerem der Cream-Likör von Aldi sehr geschätzt für erstklassiken Geschmack und Preis. Dieses vermeidliche Billig-Produkt braucht sich definitiv nicht hinter dem irischen Markenprodukt Baileys zu verstecken. Er ist in meinem Verwandtenkreis sogar beliebter dankt einer ausgewogeneren Süße. Wie ein aktueller Test des Spiegels beweist sind auch ausgebildete Sommeliere von den einfacheren Vertretern ihrer Art zu überzeugen. Wer kann schon sagen wie das Ergebnis ausgefallen wäre, hätte es sich nicht um ein Blind-Tasting gehandelt. Aus diesem Grunde finde ich es persönlich auch immer gut einen „Fake“ in ein Tasting aufzunehmen da es durchaus überzeugen kann. Ein weiteres Beispiel finde ich einmal im Jahr direkt vor Ort. Auf dem örtlichen Weihnachtsmarkt gibt es einen Verkaufsstand für selbst hergestellte Liköre. Der dortige Hollunderblütenlikör ist kaum zu unterscheiden vom erstklassiken St-Germain und kostet dabei nicht einmal die Hälfte.
Natürlich gibt es auch Dinge die nicht zu empfehlen sind, beispielsweise alle billigen Wodkas da ihre Qualität meist zu minderwertig ist. Im Bereich des Hochprozentigen ist der Mangel an Geldern deutlich spürbar. Allerdings sollten und dürfen die guten Produkte in diesem Low-Prize-Sector nicht übersehen werden. Zugegebenermaßen können sie meist ihrer Marken-Konkurrenz nicht das Wasser reichen aber kommen dieser doch in manchen Fällen sehr nahe. Der Unterschied von feinsten Nouancen rechtfertigt in dieser Situation nicht den doppelten oder dreifachen Preis. Vielleicht sollte man sich einfach ein wenig mehr an diese Produkte heranwagen. Die positiven Stimmen geben dem Recht.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Frohe Weihnachten

Ich wünsche allen meinen Lesern eine besinnliche und ruhige Weihnachtszeit. Mögen eure Gläser immer gut gefüllt sein!

Dienstag, 23. Dezember 2008

Runde Würfel


Vor fast acht Wochen habe ich meine bisherigen Erfahrungen zur Herstellung von Eiskugeln geschildert und dabei über eine Sonderaktion berichtet in denen entsprechende Formen aus Japan bestellt wurden. Es hat zwar eine Weile gedauert aber diese Formen sind nun in Deutschland angekommen und können per Email bei Barstuff bestellt werden, welche so freundlich waren den Import zu organisieren. Fest in das bestehende Sortiment werden die Kugelformen nicht aufgenommen, das heißt sie sind nur erhältlich solange der Vorrat reicht! Vor wenigen Tagen sind meine bestellten Formen angekommen und ich hatte somit schon die Möglichkeit die Plastikwannen zu anzutesten.
Pro Form ist es möglich zwei Eiskugeln mit einem Durchmesser von ca. 60mm herzustellen. Wie schon erwähnt sind die Formen aus einem dicken Kunststoff gefertigt mit einigen Verstrebungen was sie sehr widerstandsfähig macht. Eine hohe Lebenserwartung scheint mir garantiert. Da meine Japanisch-Kenntnisse nicht die besten sind bin ich leider nicht in der Lage die Beschreibung auf der Rückseite der Verpackung zu lesen aber die Funktion ist selbsterklärend. Man fülle das Unterteil randvoll mit Wasser und setzte den Deckel darauf. In den Deckel sollte man wiederum etwas Wasser füllen um ein Gegengewicht zur Kugel zu schaffen da die Schwerkraft das Wasser ansonsten aus der Form drückt und diese sich dadurch einige Millimeter öffnet. Das hätte zu Folge das die Kugeln nicht rund werden. Nach einigen Stunden im Gefrierfach kann die Form geöffnet und die Eiskugeln entnommen werden. Hört sich leichter an als es ist denn das Wasser sitzt sehr fest in seinem Formgeber.
Getestet hab ich ein fertiges Eisstück (-18°C) an einem Negroni mit einem Dash Peach Bitters. Die Kugel schmilzt nur sehr langsam und hält den Drink sehr lange auf einer perfekte Temperatur. Es kann auch vorkommen das nach einer guten halben Stunde eine Kugel zerbricht. In diesem Fall tritt eine Verwässerung natürlich sehr schnell ein durch die erhöhte Oberfläche der Eisstücke. Die runde Form überzeugt durch ihre Eigenschaften.
Ich für meinen Teil werde in Zukunft das Kühlen meiner Drinks keinen Würfeln mehr anvertrauen. Die große Kühlwirkung einer Kugel und das minimale Tauen dank der kleinen Oberfläche sind Grund genug sich die Mühe bei der Eiszubereitung zu machen. Zugegeben sind die Formen mit 8,32 € pro Stück nicht gerade billig aber ich möchte aufgrund der Vorteile nicht darauf verzichten. Zudem sehen die runden Würfel in einem Tumbler sehr schick aus.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Bayrische Bar Blogs in München

Am Freitag war es soweit. Die letzte Bartour des Jahres führte mich in die bayrische Landeshauptstadt München. Zusammen mit dem Barteam des Cafe Sol am Chiemsee führte uns der Weg kreuz und quer durch die verschneite Metropole an der Isar. Treffpunkt der beiden Bar-Blogs sollte der Marienplatz am Münchner Rathaus sein. Leider stellte sich dieser Meeting-Point temporär als ungünstig heraus – wer rechnet schon um diese Jahreszeit mit einem Weihnachtsmarkt auf dem Stadtplatz… Nichts desto trotz traf man sich schlussendlich unter den Menschenmassen und machte sich nach einem kleinen Imbiss auf den Weg in die erste Bar.

Die Cortina Hotel-Bar war der beste Ort um sich kennen zu lernen und einige Informationen auszutauschen über Blogs, Brände, Eiswürfel und über was man sich sonst so unterhält (als Barfreak). Dazu genossen wir einige fantastische Manhattan-Cocktails aus der Hand eines Bartenders, dessen Gesicht auch auf diversen Bitters-Flaschen zu finden ist. Die Überraschung war groß den gewusst hat das von uns niemand. Weiter ging es auf eine Runde Painkiller in das alt eingesessene Pussers. Diese Bar gehört zu einer der ältesten des Landes und ist einen Besuch wert. Beeindruckend war der bestellte Ramos Gin Fizz welcher mindestens drei Minuten geschaked wurde! Ein Banner über dem Backboard mit dem Spruch „time flies when you´re having rum” sollte sich bewahrheiten. Die Tour wurde fortgesetzt in Schumann´s Bar die seit kurzer Zeit eine neue Barkarte hat. Alte Klassiker mischen sich mit neuen Rezepten a la Beuser & Angus Spezial und Tommy´s Margarita. Dazu findet man eine extra Seite für Sake Drinks und einigen weiteren Neuheiten. Meiner Meinung nach ist hier das beste Cocktailmenü der Stadt zu finden. Die nächste Station sollte das Tabacco sein aber ein „Geschlossene Gesellschaft“-Schild verwerte uns leider den Eintritt. So ging es ohne umschweife in die Trinkhalle (nachdem sich von uns jeder ein neues Auto im Aston Martin Autohaus ausgesucht hatte). In der kleinen Trinkhalle wurde nach weiteren diversen Getränken die Bartour kurz vor fünf Uhr in der Früh beendet.
Ich bedanke mich bei den Mixologen vom Chiemsee für diesen Abend und hoffe das man sich bald wieder einmal auf einer Tour oder einer Messe trifft. Vielleicht schaffe ich es auch einmal in das Cafe Sol auf einen Drink mit frischen Zutaten.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

The Bitter Truth Vermouth?

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Viele Themen wurden behandelt und eine Vielzahl von neuen Produkten wurden in den letzten 50 Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Zeit beruhigte sich die Barwelt ein wenig und ich ging nicht davon aus das es nochmals eine echte Überraschung geben wird bis 2009. Die Köpfe hinter „The Bitter Truth“ schaffen es aber immer wieder!

...in january 2009 we are going to release another truly remarkable
bottling - a 24 years old Kentucky Straight Rye Whiskey, barrel proof and unchillfiltered in limited quantity of 240 bottles. So you might think than just a vermouth is missing to make a Bitter Truth Manhattan Cocktail - well we are working on that and we`ll keep you posted. Promised!
Hätte ich den Newsletter in dem diese Information steht ganz gelesen hätte ich darüber natürlich schon früher Berichtet. Gut das die User des Cocktailforums gründlicher mit ihrer Post umgehen als ich. Ich denke man darf gespannt sein was die Herren in München noch so alles planen. Bis dahin werde ich die Zeit mit einem Antica Formula Manhattan überbrücken.

Montag, 15. Dezember 2008

Mixology Monday: Spice

Es ist Dezember und nur noch wenige Tage trennen uns von dem diesjährigen Weihnachtsfest. Auf den Märkten des Landes werden warme Punsche, Bowlen und mit Gewürzen versetzte heiße Weine angeboten und konsumiert. Die typischen Düfte liegen in der Luft und auch in den Speisen finden sich vermehrt Muskatnuss, Kardamom, Safran und weitere exotische Gewürze. Dies dachten sich auch die Schreiber der Tiki Drinks & Indigo Firmaments und machten daraus spontan das Thema des heutigen Mixology Mondays.
Gewürze bereichern unsere Nahrung seit jeher. Hunderte von Kräutern und Früchten eigenen sich hervorragend zum verfeinern unserer Nahrungsmittel oder machen diese erst interessant. In Zeiten des Cuisine Style werden diese Wundermittel natürlich nicht übersehen und so geschieht es das man mittlerweile hunderte von Rezepturen findet. In fast jedem aktuellen Wettbewerb zum Thema finden sich Kreationen mit frischen Kräutern und Gewürzen. Von Nelken bis Chili ist so ziemlich alles vertreten was die Aromawelt hergibt.
Aber das verfeinern von Drinks ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits die Bartender des vergangenen Jahrhunderts wussten mit diesen Aromaten umzugehen und verfeinerten ihre Cocktails mit Muskat oder Minze. So bestehen auch die Meisten Cocktail-Bitters aus Alkohol und den Auszügen von diversen Kräutern. Als gutes Beispiel sei der Abotts Bitter genannt welcher unter anderem auf Zimt, Piment, Sternanis, Kardamom, Minze, Tonkabohnen, Ingwer, Lavendel und weiteren Gewürzen zurückgreift.
Der letzten Monat von mir vorgestellte Tommys Vanilla Margarita ist eigentlich der perfekte Drink für den heutigen Mixology Monday. Und auch wenn es noch nicht so lange her ist möchte ich heute wieder auf den guten Tommy´s zurückgreifen, allerdings mit den von mir sehr geschätzten Gewürz Rosmarien. Ursprünglich wurde diese Rezeptur ohne das Kraut von Torben Bornhöft gemixt um einen guten Tequila zu würdigen – den Jose Cuervo Platino. Zugegebener Maßen ist dieses Produkt bei uns noch nicht all zu leicht zu beschaffen aber die Mühe lohnt sich! Für mich der beste Tequila den ich bis heute kenne!

Tommy´s Platino Margarita

6 cl Cuervo Platino
1 cl Limettensaft
0.5 cl Agavensirup
zwei Zweige Rosmarien

Die flüssigen Zutaten zusammen mit einem Zweig Rosmarien und viel Eis shaken und in eine gekühlte Schale abseihen. Den zweiten Rosmarien in das Glas geben.

Auch ohne das Grün ist dieser Trink sehr schmackhaft und ausgewogen. Die Mixtur hat allerdings den Nachteil das sie nur mit diesem Tequila absolute Referenzklasse erreicht. Tests mit anderen Agavenbränden begeistern mich nicht in demselben Ausmaß wie mit dem neuen Platino. Dennoch fehlte mir noch das gewisse Etwas. Durch das shaken mit dem Gewürz wird der Cocktail um kleinste Nuancen aromatischer. Viel wichtiger als Rosmarin im Mixingglas ist allerdings der im Gästeglas. Alleine durch das einatmen der ätherischen Öle entsteht ein ganz anderes Erlebnis, welches diesen eh schon erstklassiken Drink perfekt unterstreicht. Wer schon im Besitz dieses Tequila ist sollte sich das nicht entgehen lassen!

Freitag, 12. Dezember 2008

Platzangst


Bin ich eigentlich der einzige dem es so geht? Man hat vor Jahren mit dem Mixen angefangen und muss seitdem regelmäßig seine Regale umbauen um die Kapazität seines Lagers zu erhöhen? Angefangen hat alles mit einem kleinen Regal auf dem zehn Flaschen standen inklusiv allem Zubehör. Als ich mich tiefer mit der Materie beschäftigte wurde ein extra Schrank gebaut der für 18 Flaschen sowie Gläser und Mixutensilien ausgelegt war – das gleiche Möbel fasst heute 96 Flaschen! Zubehör ist in einen weiteren Schrank gewandert und Gläser stehen nun im Bücherregal. Die Bücher standen deshalb wiederum im Regal über meinem Fernseher. Da ich jetzt zu viele Bücher habe und das Fach nicht mehr ausreichend ist wurde die Lektüre gegenüber auf einem neuem Regal beim Sofa aufgebaut – über dem TV stehen nun dafür sämtliche Weine- und Weinaperitive. Jetzt benötige ich noch ein Plätzchen für die Mixology-Magazine welche gerade meinen Schreibtisch verstopfen. Hier stehen sowieso die wichtigsten Schreibtisch-Geräte herum: Monitor, Farbdrucker, Blender und Mixer…
Hat jemand noch eine Idee wo ich die Flaschen unterbringen könnte (ca. 50) die noch auf dem Boden stehen? Im Gläserregal geht nichts mehr da ich hier eine Reihe schon opfern musste bezüglich Cocktail-Bitters. Hier passt seit dem Repeal-Bitters auch nichts mehr hin. Mir brauch auch keiner den Vorschlag zu machen die Flaschen zu den Cd´s zu stellen den hier befindet sich das komplette Sortiment von Ron Zacapa. Ich kann mich zudem glücklich schätzen das ich keine Haustiere mehr habe den das Terrarium wurde zum Ronarium (siehe Bild) umgebaut und beherbergt Zuckerbrände aus aller Welt. Allerdings nicht artgerecht! – viel zu viele Sorten auf engstem Raum.
Die Havana-Club-Sammlung, welche ich über Jahre aufgebaut habe, verschwand nun auch in einer Kiste in einer weiteren Ecke. Mit einem Tuch darüber verwandelt man diese sehr schnell in einen Tisch auf dem sich ein dekorativer Champagnerkühler räkelt.Entweder muss ich mir irgendwo eine Lagerhalle anmieten oder ich brauch einfach mehr Wohnfläche als 36 m². Ich kann den Moment kaum noch abwarten wenn für das Hobby ein extra Raum zur Verfügung steht. (…der jetzt schon wieder zu klein ist)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Von Apotheken und Bars


Heinz Kaiser, ausgezeichnet mit dem Bar-Award „Mixologe des Jahres 2008“, und BCB-Referent des Themas „Die enge Verwandtschaft von Apotheke und Bar“, diskutiert über genau dieses Thema im Mixology-Forum. Ausschlaggebend für dieses Streitthema ist ein Bericht über die New Yorker Apothéke Bar, welcher in der aktuellen Mixology 6/08 ab Seite 52 zu finden ist. Ist die harte Kritik des Wiener Bartenders im Forum angebracht oder doch zu übertrieben? Beim erneuten durchlesen des Artikels machte ich mir auch Gedanken über die eine oder andere Aussage. Ich finde es ebenfalls anmaßend, dass sich Herr Trummer als Apotheker sieht, im Sinne des pharmazeutischen Berufes. Ich kritisiere aber auf keinen Fall das Konzept und die Rezepturen seiner Bar. Ich finde es höchst interessant sich auf die Ursprünge der Bar zu beziehen aber gleichzeitig auf modernstem Niveau zu arbeiten.
Ein Mixologist ist kein Apotheker aber ist ein Apotheker ein Mixologist?

Sonntag, 7. Dezember 2008

Repeal Day in Ulm

Als Helmut Adam im Mixology-Forum nach Bars in Ulm fragte kamen Heiko, der Thekenmeister, und ich wohl auf dieselbe Idee uns anschließen zu können. Wir hatten zwar beide das Handicap an diesem Abend noch Arbeiten zu müssen aber zumindest meine Gebete wurden erhört als mich mein Chef angerufen hat ich könne Urlaub machen an diesem Tag.
So kam es also dazu das ich mich mit Heiko und Helmut am frühen Abend auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt getroffen habe um diesen Dezemberabend passend mit Glühwein einzuläuten. Bevor es aber in das Ulmer Nachtleben ging, stand ein kulinarischer Ausflug bei Erika auf dem Programm – im Übrigen eine ganz klare Empfehlung falls man sich einmal nach Ulm verirrt! Tolle Küche, tolles Personal und tolle Ambiente. Hier trafen wir auch auf Dominik Falger (ehemals Bartender Burj al Arab, Dubai – zukünftig Widderbar, Zürich), welcher sich unserer geselligen Runde noch anschloss.
Von hier aus ging es nun zur „Arbeit“ wie es Helmut nennt. Die nächsten Stunden verbrachten wir damit die Bars der Stadt abzuklappern um dort jedes Mal Daiquiris und Gin Fizzes zu testen. Nur Heiko musste uns um 22 Uhr verlassen um hinter dem eigenen Tresen zu stehen. Die Drinks sind in einigen Lokalitäten zu sauer, in anderen wiederum zu süß geraten. Einen ausführlicher Test dazu wird in der nächsten Ausgabe von Mixology zu finde sein auf die ich schon sehr gespannt bin.

Nach diesem offiziellen Teil wurde es auch wieder Zeit auf unseren Thekenmeister zu stoßen, welcher gerade damit beschäftigt war mehreren Gruppen von Studenten diverse Getränke zu überreichen bis mitten in die Nacht. Wir beschlossen zu Handeln: Wir mussten helfen sämtliche Gläser zu reinigen und zu polieren. Im Gegenzug konnte Heiko eine Stunde früher in den Feierabend gehen. Hier sei nun auch der lobenswerte Einsatz des weiblichen Service-Personal erwähnt, das aus Mangel von Poliertüchern, im wahrsten Sinne des Wortes, ihr letztes Hemd hergab um diesen Missstand zu überwinden. (@ Thekenmeister: Ich hoffe dein Chef verzeiht uns die zerbrochenen Gläser)
Wir haben es zwar nicht geschafft die Stunde früher zu gehen aber nichts desto trotz führte uns der Weg noch in diverse Clubs der Stadt und in einen Laden in dem die Gäste wohl nicht nur Tabak in ihren Zigaretten hatten… Äußerst amüsant wurde der Abstecher zum Bahnhofs-Imbiss mit der einen oder anderen Begegnungen der besonderen Art. Diese kleine Metzgerei ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Hier wird schon einmal ein imaginäres Fußballspiel moderiert oder man bekommt ein Ständchen vorgesungen. Hier konnten wir auch in Erfahrung bringen wie es angeblich in den Ulmer Ausnüchterungszellen aussieht. Zitat: „Fernseher gibt’s da auch nich. Da is zwar so´n Ding des sieht aus wie´n Fernseher is aber ein Fenster!“ Das Geschen dort kann man gar nicht in Worte fassen – man muss es einfach erleben.Schlussendlich trennte sich unsere Cocktail-Gruppe gegen 7 Uhr morgens in einem weiteren Club und jeder ging seines Weges. Ein gelungener und sehr witziger Abend denn es eines Tages zu wiederholen gilt!

Freitag, 5. Dezember 2008

Genever / Jenever


Lange führte dieses Produkt ein Nischendasein doch in letzter Zeit rückt der Verwandte des Gins, nicht zuletzt durch dessen Popularität, in den Vordergrund. Angefangen hat es, wie bei einem Großteil der heutigen Spirituosen, einst in einer Apotheke auf der Suche nach einem Heilmittel. In diesem Fall sollte ein Mittel gegen diverse Nierenleiden gefunden werden aber es kam anders.
Die Geschichte geht fast 500 Jahre zurück in die heutigen Niederlande. Dort wurde vermutlich im Jahr. 1550 einst Alkohol mit Wacholderbeeren versetzt. Das genaue Datum ist im Laufe der vergangenen Jahrhunderte nicht mehr genau auszumachen. Genever war einer der ersten Produkte der Destillerie Bols (1575), welche nach eigener Aussage ihr Produkt aus schon vorhandenen Rezepturen erstellte. Hier wird ein Alchemist namens Sylvius de Bouve mit der Wacholdermazeration in Verbindung gebracht was allerdings nicht eindeutig bewiesen ist.
Versetzt mit weiteren Kräutern und Wurzeln begann der internationale Siegeszug des Brandes durch seine nachgesagte medizinische Wirkung. Einen weiteren Zuwachs erfuhr das „Heilmittel“ nach kurzem Einbruch durch ein kriegsbedingtes Destillierverbot in Belgien, im Jahre 1714. Um die Landwirtschaft anzukurbeln durfte ab sofort ein jeder Landwirt sein Getreide zu Alkohol brennen und mit diversen Aromaten versetzen. Als 1830 das belgische Königreich gegründet wurde und es zu einem Wirtschaftswachstum kam fand der Genever in der Bevölkerung ungeahnten Absatz. Um den ansteigenden Alkoholsverbrauch und dessen negative Folgen einzuschränken wurden alsbald Gesetzte verabschiedet, welche die Kleinbrennereien in die Knie zwangen. Gleichzeitig verteuerte der ersten Weltkrieg und ein Ausschankverbot von Alkohol im Jahre 1919 den Genever so sehr das der Markt fast vollständig zusammenbrach. Erst seit den letzten 30 Jahren erholt sich der Genever von diesen Rückschlägen.
Den Grundstoff des Genevers ist ein Kornbrand aus Roggen und/oder Weizen (seltener Mais) sowie gemälzter Gerste. Diese Zutaten werden zusammen mit Wasser und Hefe vergoren um eine Maische zu erhalten. Diese wird in drei Destillationen schrittweise auf einen Alkoholgehalt con ca. 45% gebrannt. Dieser so genannte Moutwijn ist stark malzig was im späteren Verlauf dem Genever seine typischen Getreidearomen gibt. Das ist der wohl größte unterschied zum Gin. Der Moutwijn wird nun zusammen mit dem Wacholder und weiteren Zutaten erneut gebrannt auf ca. 70% Vol. Herabgesetzt auf Trinkstärke kann das Produkt noch mit Zucker angereichert und Fassgelagert werden.
Der bekannteste deutsche Genever ist wohl der Steinhäger welcher bei den Nachbarn im GSA-Blog in zwei Berichten ausgiebig in Drinks getestet und blindverkostet wurde. Als Genever der jüngsten Stunde sei noch die hervorragende Neuauflage aus dem Hause Bols erwähnt. Dieses Produkt überzeugt mich auf der ganzen Linie und sollte in keiner gut sortierten Heimbar fehlen. Ich bin mir sicher das wir in den nächsten Jahren noch einiges über diese Korn-Wacholder-Spirituose hören werden.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

The Ultimate Bar Book


Man könnte eigentlich der Meinung sein es gibt genug Bücher zur Bar in den Buchhandlungen dieser Welt aber man findet doch immer wieder etwas Neues. Seit wenigen Wochen ist das „ultimate bar book“ im Handel und nach einigen positiven Stimmen im Internet machte ich mich am Montag spontan auf die Suche nach diesem Werk. Suchen musste ich allerdings nicht all zu lange da das gesuchte Objekt im Bücherregal kaum zu übersehen ist.
Im Format etwas kleiner als A4 präsentiert sich das schlichte schwarze Buch massiv mit seinen sage und schreibe 815 Seiten und mehreren Kilo Gewicht. Das hübsch bebilderte Werk ist bei all dem Umfang zudem in einer relativ kleinen Schriftgröße verfasst was den Informationsgehalt nochmals deutlich erhöht. Ein solch großes Nachschlagewerk verlangt aus gutem Grund auch nach vier Autoren. Umso erstaunlicher ist der Preis, welcher mit gerade einmal 30 € zu Buche schlägt. (Wortspiel deluxe)
Die große Besonderheit ist die Aufteilung des Warenkunde und des Rezepteteils den dieser nimmt nur ca. 150 Seiten des Buches ein! Knappe 700 Seiten Warenkunde vermitteln sowohl dem Anfänger als auch dem fortgeschrittenen Mixer eine geballte Ladung Barwissen!
Zu Beginn des Buches wird die Geschichte des Alkohols sowie die der Bar aufgezeigt. Gefolgt wird dieser Teil wie in fast jedem Buch zum Thema mit einer Erklärung sämtlicher Werkzeuge und Gläser einer Bar sowie den wichtigsten Zutaten. Interessant zu lesen sind die Tabellen rund um die Bar, beispielsweise über die größten 20 Spirituosenkonzerne, von denen die meisten in einem kurzen Absatz eigens vorgestellt werden. Im nun kommenden Warenkundeteil legte der Autor viel Wert auf die einzelnen Kategorien. Die Getränkegattung der Weinbrände wird alleine auf 80 Seiten beschrieben. Trester- und Obstbrände auf 120 Seiten sowie Vermouth mit 30 Seiten! Die große Gruppe der Likör wird hingegen nur “kurz“ mit den wichtigsten Vertretern erwähnt. In jeder Gruppe wird auf die Geschichte der entsprechenden Spirituose eingegangen sowie auf ihren Ursprungsort und deren Entstehung. Anschließend findet man zu ausgewählten Produkten eine Verkostungsnotiz. Das Buch ist dabei auf dem aktuellsten Stand der Dinge. Zutaten wie Carpano Antica Fomula sind ebenso vertreten wie Pama oder Shochu.
Der am Schluss angesiedelte Cocktail-Teil des Buches ist nichts Besonderes und weist die einen oder anderen Mängel auf. So wird ein Sazerac mit Angostura gemischt anstelle des Peychauds oder ein Ramos Gin Fizz wird gänzlich ohne Zitrussäfte kreiert! Auch der Mai Tai mit Grapefruitsaft und Vanillesirup schmerzt schon beim durchlesen der Rezeptur!
Dieses Buch bietet alles um sich schnell und gründlich über eine spezielle Art von Spirituose zu informieren. Die Rezepte sind größtenteils in Ordnung aber einige Mischungen gehen absolut nicht wie sie in diesem Buch zu finden sind. Dennoch ist das Preis- Leistungsverhältnis für dieses Werk einfach unschlagbar gut! In Kombination mit dem Diffords Guide hat man mit diesen beiden Büchern alles was man benötigt um lange und intensiv zu mixen.

Montag, 1. Dezember 2008

Warmes für die kalte Zeit


Die Tage sind wieder kurz und die Nächte lang. Sonnenschein weicht immer mehr dem Regen, Schnee und der Kälte. Seit dem ersten richtigen Schneefall vor einigen Tagen ist es gewiss: Der Winter hat uns für die nächsten Monate wieder fest im Griff. Schluss mit den Zeiten an denen man mit einem Mint Julep auf der Terrasse sitzt und einfach in den blauen Himmel schaut. Die Anzahl der gemixten Cocktails gehen zurück und machen platz für die wärmenden Getränke der kalten Jahreszeit. Einige davon möchte ich euch vorstellen um hoffentlich gut über den Winter zu kommen.

1. TBT X-Mas Punch
Dieses Rezept habe ich bereits vor einem Jahr gepostet. Als ich diese Mischung das erste Mal ansetzte kam der Punsch so gut in meinem Freundes- und Verwandtenkreis an das ich innerhalb kürzester Zeit so viel Wein verbraucht habe wie die letzten Jahre nicht. Die letzte Woche kostete zwei weiteren Flaschen Rotwein das Leben.

2. Cappuccino und Liköre
Der Name ist Programm. Für Freude des Kaffees empfiehlt es sich einen Cappuccino mit Sahnelikören aufzupeppen. Ob Amarula, Baileys oder Tribe spielt dabei keine Rolle. Einfach 5 cl des Gewünschten Likörs in den Kaffee geben und fertig. Für einen After-Eight-Kaffee je 2 cl Creme de Cacao und Creme de Menthe hinzufügen.

3. Hot Buttered Rum (Triobar)
Dieser Drink erfreut sich seit Jahren der größten Beliebtheit im Cocktailforum. Verdanken können wir das ganze unserer geschätzten Triobar in Berlin. In ein Glas (ca. 25 cl) kommen dazu 6 cl Rum (Old Monk 7) sowie zwei Teelöffel Vanillezucker und eine Prise Zimt. Das Glas mit Apfelsaft auffüllen und in der Mikrowelle erhitzen. Anschließend eine Butterflocke auf das Getränk geben und servieren. Ein Traum und durch die schmelzende Butter unglaublich weich und rund im Geschmack. Wer das Rezept in einem Topf in größeren Mengen herstellen will sollte anstelle des Zimtes mehrere Pimentkörner oder Zimtstangen nehmen.

4. Blitzpunsch
Wie der Name schon sagt ist dieser Punsch sehr schnell zubereitet. Den Saft einer halben Zitrone, 1 Barlöffel Puderzucker, 5cl Whiskey (Rye) und 1 cl Eau de Vie in einen Becher geben und mit kochendem Wasser übergießen. Fertig!