Dienstag, 13. Januar 2009

Bastian Heuser im Interview


Heute freut es mich sehr ein kleines Interview mit einem der bekanntesten Bartendern Deutschlands führen zu können. Bastian Heuser, Berliner Barmann, folgt seiner Leidenschaft, der Bar, schon seit seiner Ausbildung als Hotelfachmann. Heute ist Bastian ein Mitglied der bekannten Traveling Mixologists (wann findet eigentlich die nächste TM-Veranstaltung statt?), arbeitet als Redakteur beim Mixology Magazin, schreibt für den zugehörigen Drinks-Blog und kümmert sich um die Bar & Beverage Consulting-Agentur Barworkz in Berlin. Grund genug um einige Meinungen zum Thema Barkultur und Co in Erfahrung zu bringen.

1. Bastian, über welche Wege hast du die Welt der Bars und Spirituosen gefunden, und wo hast du in diesen Bereichen schon gearbeitet?
Ich gehe davon aus, dass ich meine ersten Erfahrungen mit Spirituosen während meiner Pubertät sammeln durfte, im Zweifelsfalle mit Apfelkorn während des Kölner Karnevals. Mir bleiben jedoch Details aus dieser Zeit erspart, mein Hirn negiert diese Lebensphase bislang recht gut.
Ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt habe ich mich wohl erst während meines Zivildienstes, wo ich meine Besoldung mit meinem „Partner in Crime“ Thomas Jakschas in die Happy Hour Cocktails diverser Kölner Bars investierte.
Mein nicht zu Ende gebrachtes BWL-Studium finanzierte ich mir mit einem Job in einer Kneipe mit Biergarten. Während meiner folgenden Ausbildung zum Hotelfachmann, fing ich schon an in Bars zu jobben. Als Bartender und Bar Manager hatte ich das Vergnügen, in Köln, London, Frankfurt und Berlin arbeiten zu dürfen.
Seit rund zwei Jahren arbeite ich nun mit Jens Hasenbein und Helmut Adam zusammen. Einerseits als Autor für das Mixology Magazin und andererseits als Partner beim Bar Consulting Projekt „Barworkz“.

2. Was macht für dich eine gute Bar aus?
Gutes, freundliches und trainiertes Personal, das passende Interieur zur passenden Location, eine der Stimmung der Gäste angepasste Beleuchtung, die richtige Musik zur richtigen Zeit, sowie eine ansprechende und kreative Getränkekarte. Kaltes Bier wäre mein Mindestanspruch ans Getränkesortiment. Ich finde auch, dass das Thema „Toiletten“ in mancher Lokalität zu wenig Spielraum (Budget) bekommt.

3. Wie würdest du Barkultur definieren?
Siehe Punkt 2. allerdings mit größerem Anspruch ans Getränkesortiment. Zum kalten Bier sollten sich Champagner und der ein oder andere Wein gesellen, die angebotenen Cocktails sollten sich auf sehr hohem Niveau bewegen. Und die Toiletten sollten definitiv etwas vom Budget abbekommen haben!

4. Welches sind deine Lieblings-Drinks?
Ich muss gestehen, ich bin ein Alles-Trinker. Stimmung, Wetter und meine Mittrinker bestimmen, worauf ich gerade Lust habe. Mit Rum, Rotwein, Champagner und Bier fährt man bei mir aber nie schlecht.

5. Die Entwicklung in der Bar ist zurzeit sehr rasant. In welchem Bereich der Bar siehst du das momentan größte Potenzial?
Ich denke, dass die voranschreitende Vernetzung der nationalen und internationalen Barszene sein Potential bei weitem noch nicht ausgeschöpft hat. Hierdurch wird unser Beruf in Zukunft einen ganz anderen Stellenwert bekommen (ich hoffe nur, dass darüber nicht unsere Gäste vergessen werden!). Ich hoffe auch, dass das Trainingsangebot für Bartender weiterhin wachsen wird und wir so das generelle Niveau in den Bars heben können.
Toll ist es im Moment anzusehen, wie engagiert eine neue Generation von Bartendern ans Werk geht, das beeindruckt mich schon sehr!

6. Was ich schon einmal Fragen wollte: Wie viele Flaschen stehen eigentlich bei Mixology im Lager? Eure Postboten müssen euch für die Pakete hassen (meiner macht´s zumindest)
Ob unsere Postboten uns hassen, weiss ich nicht genau, sicher ist uns aber der Neid all der benachbarten Büros...damit können wir jedoch, wie du dir vorstellen kannst, gut leben. ;-)

Danke für das kleine Interview – Cheers!

Kommentare:

  1. Neid ist die höchste Form der Anerkennung ;)

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  2. Haha, wenn das so ist...

    In diesem Fall füll schon mal deine Regale damit ich ganz neidvoll auf Shochu schauen kann wenn ich in drei Wochen in Berlin bin...

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  3. Hab soeben ein Komplettes Glasregal für Dich aufgebaut....bin schon sehr aufgeregt....
    Ab wieviel Flaschen kommt bei Dir der erste Funke von Neid auf?

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