Mittwoch, 11. März 2009

Champagnertasting "1996"


Es herrscht eine fast gespenstische Stille. Das Licht ist gedämmt. Eine Vielzahl von Flaschen spiegeln es und werfen einige Reflektionen in den Raum. Man hört das leise zischen von Kohlensäure und sieht wie sich ein Glas füllt und die Flüssigkeit wild mit Perlen um sich wirft… Es ist der 7. Februar gegen 20 Uhr in der Berliner Bar Lebensstern als sich der erste von sieben Jahrgangschampagnern leert. So begann ein Tasting der ganz besonderen Art. Bereits seit Monaten arbeiteten Robin Stein und Torben Bornhöft an dieser Veranstaltung. Verkostet wurden Champagner aus dem Spitzenjahrgang 1996. 11 Personen aus dem deutschen Barbereich vom Profi bis zum Connaisseur ließen sich diese einzigartige Gelegenheit nicht entgehen und traten die Reise in die deutsche Hauptstadt an.
Auf dem Programm standen in chronologischer Reihenfolge die Champagner Bruno Paillard Blanc de Blanc, Pierre Moncuit Blanc de Blanc, Jacquesson Extra Brut, Bollinger L Grande Année, Bollinger R.D. Extra Brut, Pol Roger Sir Winston Churchill und Krug Vintage des entsprechenden Jahrgangs. Bei den ersten drei Weinen handelt es sich um die „jungen, wilden“. Sehr frisch und fruchtig laden diese zum easy drinking ein. Die folgenden beiden Tropfen vielen sofort durch eine deutlich höhere Komplexität auf. Sehr Ausgewogen und mit toller Perlage und leichter Säure sind das die perfekte Champagner für besondere Anlässe. Die Krönung der Veranstaltung bildete der ultimative Vergleich von Bollinger R.D. und Krug Vintage. Das sind Champagner der allerhöchsten Güte! Gereifte, komplexe Weine bei denen alles Stimmte. Säure, Perlage und Aroma bildeten eine perfekte Symbiose – besser dürfte es fast nicht mehr gehen!
Nach einer anschließenden Umfrage aller Beteiligten setzte sich der Krug als bestes Produkt an der Spitze ab. Den Platzt Nr.1 kann der Edelchampagner allerdings auch beim Preis belegen, welcher mit durchschnittlich 250 € zu Buche schlägt. Auf Platz zwei findet sich der Jahrgangs-Bollinger in der R.D.-Ausführung. Meiner Meinung nach hat er aber noch das gewisse Extra was dem Krug fehlt. Aus diesem Grunde ist dieser Champagner mein persönlicher Favorit. Der aktuelle Preis liegt bei ca. 200 € pro Flasche. Das beste Preis-/Leistungsverhältnis geht an den Blanc de Blanc von Pierre Moncuit. Ein herrlicher Schaumwein für jede Gelegenheit. Im Gegensatz zu anderen Kandidaten handelt es sich hierbei geradezu um ein Schnäppchen. Um die 50 € muss man für eine Flasche investiert.
Gegen 1 Uhr Nachts wurde die Veranstaltung beendet, nachdem jeder der Teilnehmer über eine Flasche Champagner zu sich genommen hat, und die Rückreise am nächsten Tag anstand. Zumindest bei mir wirkte der Einsatz eines Aspirins am nächsten morgen Wunder… Nichts desto trotz wahr das Tasting eine überragende Veranstaltung. Nun müssen wir alle nur noch auf den nächsten „Porno“-Jahrgang aus der Champagne warten wie er von diversen Teilnehmern auch genannt wurde ;-)
Ich habe in diesem kleinen Bericht bewusst nur grobe Tastingnotizen veröffentlicht. Auch das verspätete Veröffentlichen von vier Wochen hatte seinen Grund*. Ich nutze hiermit die Gelegenheit einen weiteren neuen Bar-Blog vorzustellen der von Connaisseur betrieben wird. Bei der Trinklaune wird das Tasting in der nächsten Zeit noch deutlich genauer besprochen. Dieser Blog wird von Leuten betrieben die ich allesamt persönlich Kenne und die genau so verrückt sind wie ich selbst. Es ist ein absolutes Muss diesen Blog zu verfolgen den dieser wird mit Garantie ein Knüller! Ich wünsche dem Trinklaune-Team viel Erfolg und Spaß an dem Projekt! (und vor allem viel Trinklaune)

*die Trinklaune wahr bis dato noch nicht online ;-)

Kommentare:

  1. Vielen Dank für die Verkostungseindrücke! Wie hat sich denn der Winston Churchill präsentiert? Ich hatte ja letztes Jahr den "einfachen" 96er Pol Roger Vintage im Glas - und im direkten Vergleich den 98er. Und da war der 98er doch deutlich vergnüglicher, der 96er ist schon noch ziemlich säuregeprägt. Aber gut möglich, dass er langfristig am 98er vorbeizieht.

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  2. Mich hat der Winston Churchill auch nicht vollends überzeugt, die Säure ist aber durch den Jahrgang bedingt und eben auch gewollt.
    Gestört hat mich, dass er nicht ganz so elegant daher kam, doch die eine oder andere unangenehme Kante und das gewisse Extra des Bollinger RDs eben gefehlt hat.
    Wobei diese Kritik natürlich auf nem hohen Erwartungslevel angeordnet ist, alle Champagner waren klasse, nur nicht umbedingt für den jeweiligen Preis zu empfehlen.

    hannibal-007

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  3. @ Guido: Hier nochmal etwas ausführlichere VKN zum Pol Riger Churchill 96:
    http://trinklaune.de/2009/03/16/1996er-champagnerverkostung-in-berlin-teil-iii/

    1997 und 1998 machen im MOment wirklich großen Spaß.

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