Sonntag, 1. März 2009

Silberbecher


Es gibt einige wenige Drinks deren Zubereitung perfekt sein kann und dennoch fehlt das gewisse Extra. Die Rede ist von Mischgetränken die stielecht in einem silbernen Gefäß serviert werden sollten. Um aus dem Cocktailforum zu zitieren: „Mit diesem I-Tüpfelchen der Barkultur kann man Stil beweisen und Atmosphäre schaffen wie mit sonst kaum einem Bar-Accessoire.“ Zu diesen Mixturen gehört unter anderen der legendäre Mint Julep. Diesem Cocktail wurde sogar ein ganzer Typ von Gefäß spendiert: Der silberne Mint Julep Cup. Dieser hat die Eigenschaft bei dem kalten Getränk selbst komplett zu vereisen was eine unvergleichliche Optik mit sich zieht. Idealerweise wurde der Becher zuvor im Gefrierfach gefrostet. Silber ist ein perfekter Wärmeleiter und hält den Drink somit auch für eine ganze Weile kalt. Ich selbst bin noch nicht im Besitzt eines solchen Gefäßes da der Preis pro Stück bei nicht ganz so coolen 200-250 € liegt. Ich nutze für Juleps stattdessen einen uralten Zinnbecher von meinem Opa. Eine billigere alternative sind „lediglich“ versilberte Cups die im Schnitt bei 50 € liegen. Rein physikalisch gesehen ist die Temperaturleitfähigkeit mit Sicherheit geringen aber ich denke damit kann man durchaus leben. Eine sehr beliebte Variante zu diesem Drink ist auch der Champagner-Julep; ein wahrer Traum an heißen Sommertagen!
Ein weiterer Cocktail der das Silber liebt ist der Prinz of Wales. Die Mischung aus Cognac, Benedictine, Bitters und Champagner wird nach Möglichkeit in einem Silberkelch serviert (siehe Foto). Ich freue mich das ich von diesen fünf Stück mein eigen nennen darf. Die bei Ebay, in der komplett falschen Kategorie angebotenen, „versilberte Becher“, konnte ich für sage und schreibe 15 € ersteigern. Als die Kelche bei mir ankamen viel mir bereits das hohe Gewicht auf und eine Punze auf dem Boden. Mithilfe einer Küchenwaage und des errechneten Volumen des Kelches, (nicht das Fassungsvermögen) konnte ich die spezifische Dichte der Becher ermitteln: 10,4g! Reines Silber! Ich halte daher den bezahlten Preis für angemessen ;-) Außer diesen drei Cocktails kenne ich keine die nach einem Silberbecher verlangen. Wie sieht es mit euch aus?

Kommentare:

  1. Glückwunsch! Nehme an du wärst danach am liebsten auch "Heureka" rufend durch die Straßen von Syrakus gelaufen ;)

    lg

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  2. Zum Glück VIEL dir das auf. Herrlich, das nächste Mal einen Cocktail weniger...

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  3. Na da kann ich auch nur gratulieren.

    Noch eine Anmerkung:
    "Silber ist ein perfekter Wärmeleiter und hält den Drink somit auch für eine ganze Weile kalt."

    Es stimmt zwar, dass silber ein guter Wärmeleiter ist, aber dadurch wird der Inhalt nicht länger kühl gehalten. Er wird sogar schneller warm.

    Ich glaube ich schau jetzt auch mal was ebay so zu bieten hat...

    Apollo

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  4. Zum Thema Wärmeleiter:
    Chris McMillan erklärt die Funktion des Silbers so...

    Glas ist Isolator
    Silber ist Leiter

    Beim Zubereiten des Drinks leitet das Silber so die Wärme schneller aus dem Drink und er wird somit mit einer geringeren Anfangstemperatur serviert.

    Demzufolge müsste Glas das absolut vorgefrostet ist die Kälte des Drinks eigentlich zuverlässiger und auch von Anfang an auf gleichem Niveau wie Silber gewährleisten.
    Mal ganz vom optischen und vom Stilfaktor abgesehen ;)

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  5. ... "Beim Zubereiten des Drinks leitet das Silber so die Wärme schneller aus dem Drink" ...

    Beim Rühren und auch beim Shaken wird die Kühlung nicht dadurch erreicht, dass die Wärme durch die Wand des Gefäßes entweicht. Die Kühlung spielt sich generell im Gefäß ab (Wärmeausgleich mit Eis).
    Silber hat da eher den Nachteil, dass die Wärme von außen viel schneller den Cocktail erwärmt.

    PS: Ich will hier sicher nicht generell sagen, dass keine Gefäße aus Silber verwendet werden sollten. Zu bestimmten Cocktails gehört das einfach dazu und hat Style.

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