Dienstag, 7. April 2009

Lesestunde


Es sieht ganz danach aus als ob sich der Winter nun endgültig verabschiedet. Ich nutze die Chance um auf der Terrasse ein wenig in meiner antiken Barliteratur zu stöbern.
Sieht man sich auf anderen Blogs oder in diversen Handelsportalen um merkt man gleich das man nicht der einzige ist. Die Nachfrage nach alten Büchern aus dem Bereich der Bar steigt stetig an. Das ist bei den aktuellen Trends immerhin leicht zu erklären. Alte Drinks und Cocktails sind wieder „in“. Man ist es satt sich pappsüße Flüssigkeiten in Neonfarben hinter die Binde zu kippen. Man erlernt das alte und charaktervolle Trinken erneut. Wie könnte man diese Kunst besser verstehen als durch niedergeschriebene Worte aus jener Zeit als es noch keine glänzenden Scheiben mit Daten oder das Internet gab.
Nennt man die ersten Exemplare sein eigen ist es auch möglich ein Rezept zu verfolgen. Man sieht die Veränderungen im Laufe der Zeit in den verschiedenen Jahrzehnten. Die Mischverhältnise ändern sich, Zutaten werden ersetzt oder ergänzt oder ein Rezept ist kaum noch wiederzuerkennen. Man denke dabei nur einmal an den Weg des süßen, feinherben Martinez zum trockenen, starken Dry Martini. Nicht zu vergessen ist natürlich die Vielzahl an Cocktails welche durch diese Werke neu entdeckt wurden: Der New Orleans Fizz, Sazerac, Blood & Sand, Jack Kearns Cocktail – um nur einige zu nennen. Zu all diesen Punkten kommt noch die Sammelleidenschaft und die Jagd auf alte Bücher und das freudige Gefühl wenn man ein neues Exemplar an Land gezogen hat. Ich warte selbst schon sehnsüchtig auf „Blühers Meisterwerke der Speisen und Getränke Band 1+2“, welche sich gerade auf dem Weg zu mir befinden.
Bevor ich mit diesem Blog angefangen habe standen neben meinen Gläsern vier Bücher von denen drei den Titel „Cocktails“ trugen. Heute besitze ich ein Regal mit 70 Büchern. Davon ist gut ein Drittel doppelt so alt wie ich. Ich kann diese alte Literatur nur jedem empfehlen der sich nur ein wenig mit Barkultur beschäftigt. Keine anderes Objekt zeigt die Geschichte der Bar so deutlich wie das gedruckte Wort.

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