Freitag, 10. Juli 2009

Das Phänomen Sammlung


Es heißt eine Sammlung muss man nicht erklären – das macht man einfach. Der Sinn und Zweck davon bleibt einem Selbst meist verschlossen und jeder hat schon einmal irgendetwas gesammelt. Aus diesem Grunde halte ich niemanden für bekloppt selbst wenn er etwas noch so Sinnloses zusammenträgt wie Kugelschreiber, Teebeutel, Handtaschen, Panzer oder Schrauben (oder Barbücher, oder Shaker , oder Gläser, oder... ;-)
Ich kann mich selbst nicht mehr daran erinnern wie damals meine Havana Club Sammlung angefangen hat. Es muss zur selben Zeit gewesen sein als ich meine Billigst-Spirituosen durch die nächste Stufe ausgetauscht habe und ich eine Leidenschaft für Rum entwickelt habe (also vor langer, langer Zeit – ich glaub ich werde alt) Die Sammlung beschränkte sich dabei lediglich auf gefüllte, und natürlich verschlossene, Flaschen mit alten Etiketten. Täglich wurden Auktionshäuser durchstöbert, immer auf der Suche nach einem HC-Label das sich nur wenig von einem anderen Unterscheidend aber dennoch nicht das Selbe ist.
Erstaunlich ist das ich nicht der Einzige bin. Sammlungen von alten Spirituosen sind nicht außergewöhnlich aber Havana Club ist eine mysteriöse Sparte für sich. Bei Ebay ist es möglich alte und seltene Spirituosen teils für wenige € zu erhalten während eine ältere Flasche des Kubaners rasant in dreistellige Bereiche schießt. Ich kann es mir absolut nicht erklären aber es ist einfach so – immerhin hab ich selbst jahrelang den Preis mit in die Höhe getrieben. Doch irgendwann kam das Ende der Sammlung: Es gab keine Flaschenform zu erstehen die ich noch nicht hatte und wenn doch sind die Preise endgültig zu hoch geworden. Aktuelle liegen diese zwischen 120€ und 180€. Die Sammelleidenschaft für diese Spirituose lies langsam nach und so beschloss ich mich von meinen knappen 50 angehäuften Objekten zu trennen. Dank den schon erwähnten anderen Verrückten bei Ebay stellte sich das als kein großes Problem dar und meine einst vierstellige Ausgabe für die Sammlung kam mit leichtem Gewinn wieder zurück. Umso mehr freut es mich das knapp die Hälfte an einen einzigen Bieter gegangen ist. Ich denke hier sind die Spirituosen gut aufgehoben. Ich wahr mir dem allerdings immer bewusst das ich die Sammlung jederzeit ohne Verlust verkaufen könnte, ansonsten hätte ich nie das Geld investiert – ich sah es als Investition.
Jetzt nachdem die letzten beiden Flaschen zum Verkauf anstehen sind noch drei Weitere vorhanden von denen ich mich doch nicht trennen kann. Zu sehr hab ich mich gefreut wirkliche Raritäten wie den Havana Club Exquisito zu besitzen (ein kubanischer Rum aus frischen Zuckerrohrsaft!)
Man könnte zusammenfassend sagen ich habe mein Geld gegen Rum getauscht um ihn anschließend wieder zu Geld zu machen. Und nun das glorreiche Ende der Geschichte: Ratet mal was ich mit den Einnahmen der Verkäufe gekauft habe? Um das Ganze mit einem Zitat von Oliver Steffens (Trinklaune) zum Thema abzuschließen: „Wir sind schon Wahnsinnige, oder ?“

1 Kommentar:

  1. Christian ... würde Kontakt zu Herrn Steffens aufnehmen. Bezüglich der Versteuerung Ihrer Spekulationsgewinne!

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