Mittwoch, 1. Juli 2009

Der Mix mit dem Bier

Die kommenden Tage versprechen dem Sommer alle Ehre zu machen. Temperaturen von über 30 Grad sind für das gesamte Land angekündigt, lediglich von einigen kleinen Gewittern unterbrochen. Die daraus resultierende, hohe Luftfeuchte trägt ihren teil dazu bei das wir mächtig ins Schwitzen kommen. Es bietet sich unter diesen Umständen geradezu an diese Abende und Nächte mit einem Drink im Freien zu verbringen. Doch was ist eine kalte und gemixte Alternative an den heißen Nachmittagen? Cocktails sind meist zu klein und zu stark um hier getrunken zu werden (mit Ausnahme des Gin Tonic- der geht immer!)
Die Antwort auf diese Frage lautet: Biermischgetränke – kalt, leicht alkoholisch, erfrischend und großvolumig. Einige der beliebtesten Varianten möchte ich hier kurz vorstellen. Als Urbayer fallen mir spontan einige Variationen dazu ein.
Ganz vorne in der Liste steh natürlich der Radler (für die Norddeutsche: Alsterwasser). Wer kennt nicht die Mischung aus Bier und Zitronenlimo im Verhältnis 1:1. Dieses Getränk passt fast immer und schon längst ist es fertig im Handel erhältlich. Mein Tipp ist hierbei (jetzt festhalten) das Produkt des Discounters Lidl aus der Kunststoffflasche. Eigentlich als absolutes no-go verbirgt sich hinter dem Polyethylen ein gutes Radler mit unschlagbarem Preis- Leistungsverhältnis.
Ebenfalls beliebt ist die Mischung aus Zitronenlimo und Weißbier, welche ungefähr 1:3 gemischt wird. In meiner Region ist dieses Getränk auch als „Russ“ bekannt. Ähnelt dem Radler ist aber deutlich leichter. Im selben Mischverhältnis entsteht auch der allseits beliebte Cola-Weizen. Eine Kombination die etwas herber aber sehr gefällig daher kommt. Diese Getränkekombination gibt es noch in einer Variante mit Pils anstelle des Weißbieres.
Eine sehr spezielle Biervariante stellt die „Gaiß“ dar – einer meiner Favoriten auch wenn es sich im ersten Augenblick sehr merkwürdig anhört. Man fülle ein 0,5er Bierglas 1/3 mit Cola 2/3 mit Bier und gebe ca. 4cl Kirschlikör hinzu. Es entsteht ein Getränk welches nur schwer zu beschreiben ist. Das Bier wird relativ stark überdeckt und erhält eine ungewöhnliche Fruchtigkeit und Frische. Eine sehr süffige Mischung die zu gefallen weis. Die Gaiß gibt es nebst einer Kirschvariante auch als Cognacvariante, die mich persönlich allerdings nicht überzeugt.
Mischt man nicht selber und setzt auf fertige Produkte heißt es testen. Der Markt ist derart überflutet das einem die Wahl schwer fällt. Als empfehlenswert halte ich Schöfferhofer Grapefruit und Becks Lemon . Gewarnt sei allerdings vor Dingen wie Becks Ice – der Gipfel des schlechten Biermischgetränkes. Die Form der Flasche ist das einzige welches noch an eine Biermischung erinnert. Bevor es soweit kommt ist doch ein normaler Cocktail vorzuziehen.

Kommentare:

  1. "Cocktails sind meist zu klein und zu stark um hier getrunken zu werden (mit Ausnahme des Gin Tonic- der geht immer!)"

    --> das ist mit verlaub so nicht richtig:
    - es gibt mehr als genug cocktails, die geringeren (zu definieren) alkoholgehalt besitzen und auch vom flüssigkeitsvolumen her nicht "klein" sind. (z.b. planters punch, el diabolo, etc - sowie mojito, caipi und die anderen "sommerdrinks" nicht zu unterschlagen)
    - es ist natürlich dem persönlichen geschmack überlassen, diese art von drinks zu mögen oder nicht - sie aber auszuschliessen ist schlichtweg ignorant!
    PS: ob man gin tonic in diesem zusammenhang als cocktails zählen lassen sollte...?

    zu biermischgetränken äusser ich mich mal lieber nicht (not my cup of tea - ausnahme radler und russn)...

    jedenfalls irritiert es mich schon, dass bei einem cocktailliebhaber und enthusiast, als den ich dich wahrnehme, beim thema bier das gewohnte (anspruchsvolle) niveau anscheinend nicht gilt...
    ich hätte mir da mehr erwartet, als eine blose marktübersicht etablierter (und. z.T. fragwürdiger) produkte.
    wenn es um spirituosen und cocktails geht schreibst du doch auch tendenziell nicht über küstennebel und konsorten oder caipirinhas...

    kein gemecker ohne gegenvorschlag: - viel interessanter wäre es doch mal produkte auf ihre qualität (inhaltsstoffe) hin zu vergleichen, kleine nischenanbieter vorzustellen oder gar selbst kreierte mischvarianten vorzustellen.

    salut sj

    AntwortenLöschen
  2. Ich bin entsetzt!
    Von einem Cocktailpolizisten, der mit erhobenem Zeigefinger jeden noch so winzigen Cocktail-Fauxpas peinlich genau offenbart und analysiert, der große Reden über den guten Geschmack und die stilvolle Cocktailzubereitung zu schwingen weiß und sich selbst als ausgesprochenen Genießer bezeichnet, kommt so ein dämlicher Blogeintrag über Biermischgetränke, der jegliche Kenntnis des guten Biergeschmacks außer Acht lässt und in geradezu epochaler Art und Weise, das selbstgebaute Gerüst aus dogmatischer Cocktaillehre einreißt.
    Wer gerne Bier trinkt, kann das problemlos auch im Sommer tun. Es gibt wohl kaum ein Getränk, welches so außerordtlich gut den Durst löscht, wie Bier. Wenn nun (was bei 5% ein schlechter Witz ist) auf den Alkohol verzichtet werden soll, dann kann sich auch auf ein alkoholfreies Weißbier verständigt werden oder ein Mineralwasser, mehr aber auch nicht). Das Fazit eines solchen Blogeintrages hätte mit dem gleichen heruntersausenden Dogmahammer, den wir von dir gewohnt sind, lauten müssen: "Bier wird nicht gemischt. Schluss, aus, Mickey Maus. Wer kein Bier mag, der soll keins trinken."



    Plastikflasche mit Schraubverschluss... ich werd bekloppt...

    AntwortenLöschen
  3. Christian als Dogmatiker zu bezeichnen, find ich unfair und an der Realität vorbei.

    Vernünftig gemixt sind Cocktails wie Capi, Mojito und und Planters punch mit Minimum von 5-6cl 40%er Spirituose ähnlich stark wie andere Cocktails (Sazerac usw.) eben mit etwas mehr Flüssigkeit.
    Ein halber Liter Bier enthält umgerechnet auch 5cl 40% Alkohol, in sofern: Jeder Tropfen alkohol zählt.

    Ich muss aber auch sagen, bevor ich freiwillig anfang mit Bier zu mixen, trinke ich lieber gar nix.

    AntwortenLöschen
  4. Biermischgetränke stillen meinen Durst gar nicht.
    Da bekomme ich einfach nur Lust auf mehr, weil ich durstiger werde.
    Trinke ich in den wirklich allerseltesten Fällen.
    Goaßn Maß ist aber natürlich ab und zu ne prima Sache (kenne es mit dunklem Weizen).

    Aber es gibt nichts Besseres, als ein eiskaltes Qualitätsweißbier oder ein kühles Bier einer kleineren Brauerei!

    Die Krone der Erfrischung für mich.

    Gruß
    Jonas

    AntwortenLöschen
  5. Bier...ein interessantes Thema, welches kaum einer mal beleuchtet hat.
    In einer guten Bar sollte es auch ein gutes Bier geben und wenn jemand die Kreativität besitzt, diesen Gerstensaft zu bearbeiten, warum nicht. Die Fertigprodukte (wie benannt) sollten besser da bleiben wo sie zu finden sind. Bier...ein Durstlöscher und eine Möglichkeit dem Medium noch mehr abzuverlangen.
    Mit Sicherheit tun sich Cocktailliebhaberund diese die es vermeintlich sein wollen damit schwer, aber dennoch ist hier das richtige Wissen und Können gefragt.
    Wer hat's drauf?!
    Bier...kein Pseudonym sondern ein Getränk auch an der Bar.

    AntwortenLöschen
  6. Sanjay ich gebe dir Recht. Drinks können natürlich größer im Volumen sein und mit wenig(er) Alkohol aber anteilig auf 0,5 oder 1 Liter ist er höher wie bei einer Biermischung

    Und ich stehe zu meiner Lidl-Entscheidung – muss jeder selbst wissen. In diesem Zusammenhang ist mir aber folgendes Aufgefallen: Es wird kritisiert dass der Radler in einer Plastikflasche ist und von einem Discounter. Kennt ihr das Produkt selbst um darüber urteilen zu können?

    AntwortenLöschen
  7. Nunja, nunja. Es gibt auch genug Leute die Cocktails für eine Panscherei halten. "Der schöne Whisky, wie kannst Du nur..." etc. pp.
    Mein Mitstudent trinkt auch häufig diese Cola, Eckes, Hefe Variante und scheint damit zufrieden. Man sagt zwar gerne "Nur weil er es nicht besser weiß...", aber ich vermute mal ganz verwegen, er hat auch schon normales Bier gekostet.
    Ich trinke gerne im Sommer das Radler von Oettinger, das einzige Produkt, da ich von denen kaufe.

    AntwortenLöschen
  8. @ christian
    Genau das ist der Punkt. Wir wollen es doch gar nicht probieren. Man trinkt entweder Limo oder Bier. Beides zusammen geht nicht. Wegen solchen Leuten wie dir, die den reinen Biergeschmack nicht schätzen (was an und für sich nichts schlechtes ist, aber dann soll man es ganz lassen) produzieren die ganzen Brauerein nur noch Pissbier in grünen, weißen oder gar Plastikflaschen, ohne Hopfengeschmack, das bis zum Verkauf schon 10 Monate im Lager rumsteht. Ich muss 80km fahren, um ordentliches Bier zu kriegen. Und alles nur, weil euch kein Bier schmeckt.

    AntwortenLöschen
  9. Ach wie schön das du mit dem „wir“ gleich im namen aller redest anonyme person. Wie gesagt: ein produkt zu kritisieren das man selbst noch nie probiert hat zeugt nicht gerade von einer gerechtfertigten meinung. wenn du bier nicht mischen willst weil es dir nicht schmeckt ist das deine sache. ich denke diese mischungen funktionieren sonst würde es sie nicht geben.
    deinern worten nach trinkst du hoffentlich auch keinen z.b. dark & stormy denn entweder trinke du limo oder rum – beides geht nicht… tut mir auch leid das du wegen „uns“ 80 km fahren musst um bier zu kaufen – da rendiert sich ja eine pipeline;-)
    wo hab ich eigentlich erwähnt das ich den reinen biergeschmack nicht schätze?

    AntwortenLöschen
  10. Schade, dass du mein Problem nicht verstanden hast. Also nochmal. Zu allererst habe ich im Namen aller Bierliebhaber gesprochen. Das tue ich auch jetzt. Weiter: Du würdest auch keinen Fertig-Premix-Dark-and-Stormy kaufen. Denn dort würde dann das gleiche passieren, wie bei bei den sog. Saftpanscherein oder dem Biermix: man kann den traditionellen Geschmack nicht mehr ausfindig machen. Man erhielte ein belangloses Getränke. Das mit dem Biermix wäre auch kein Problem, wenn sich das Trinkverhalten derjenigen, die eben gerne Biermix kaufen, nicht auf die Bierproduktion auswirken würde. Dadurch, dass es so viele Menschen gibt, die Bier nicht mögen, dafür aber Biermix oder "goldenes" Bier kaufen, überlegt sich der Bierproduzent, dass er in diesen Bereich investiert. Dort kann er minderwertige Bierqualität hinter der Limo verstecken (gute Cocktails werden nur mit hochweitigen Ursprungsprodukten gut, schlechte Ursprungsprodukte werden hinter süßen Säften und Likören versteckt.). Gleichzeitig wird versucht, ein Bier zu schaffen, welches auch den Leuten schmeckt, die keines mögen. Nun sind wir beim Grundproblem: Viele Leute sagen, dass Bier zu bitter sei. Also versuchen die Brauerei diesen Biergeschmack zu eliminieren. Üblicherweise tun sie dies, indem sie den Hopfen reduzieren. Dies wiederum hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass es KEIN EINZIGES Bier mit einem wahrnembaren, ursprünglichen Hopfengemschack der großen deutschlandweit verkaufenden Brauerein mehr gibt. Lediglich die kleinen Brauerein können es sich noch leisten gutes Bier zu brauen. Kurz gesagt: Leute, die Biermixe und "goldenes" Bier kaufen, machen es dem Bierliebhaber über kurz oder lang unmöglich, gutes Bier zu kaufen. Das ist selbstverständlich ihr gutes Recht, aber so ist es auch mein Recht, diese Menschen aufs schärfste zu verurteilen. Dir würde es schließlich auch nicht gefallen, wenn Appleton nur noch fertigen Daiquiri-Mix anbieten würde, weil viele Leute Spirituosen pur nicht mögen. Aber das mit Abstand größte Problem des Bieres ist es, dass den Menschen nichts über Bier erklärt wird. Sie wissen es einfach nicht besser. Würde man auf der Straße den Passanten Bier präsentieren, welches so schmeckte wie früher, sie wären begeistert. Wenn man ihnen erklärte, warum das Bier in grünen Flaschen nicht schmeckt, sie würden es nicht mehr kaufen, usw usw. Leider ist aber über die Zeit hinweg das Bier immer schlechter geworden. Heute ist es so schlecht, dass man es nur noch mit Limo trinken kann.

    Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig zum nachdenken bringen, der Bereich des Bieres ist nämlich mindestens so spannend wie der Bereich der Cocktails.

    Zum Schluss, das Internet ist eben anonym, das ändert sich auch dann nicht, wenn du dich anstatt anonym Christian nennst.

    AntwortenLöschen
  11. @ anonym, dein lobgesang auf das bier in ehren - auch ich stehe eher auf die bitteren biere.

    allerdings vergleichst du hier ein wenig apfel mit birne.

    nicht nur die bierhersteller orientieren sich am markt, sondern auch die spirituosenhersteller. es gibt etliche hersteller, die ihre produkte in regelmässigen abständen dem markt, sprich dem aktuell vorherrschenden allgemeingeschmackstrend anpassen. einige hersteller geben das zu ("neue Rezeptur", "jetzt noch besser" ...) andere verheimlichen es schlichtweg und nur ein paar experten merken es.

    das ist eben das manko an rein wirtschaftlich orientierten unternehmen, bei denen nur der gewinn/umsatz zählt...

    es wird immer so sein, dass sich liebhaber spezieller produkte/aromen sich intensiver darum kümmern werden müssen, ihr produkt zu bekommen - sei es 80km fahrt mit dem auto oder eine bestellung von spirituosen in den usa mit versand und zollkosten...

    AntwortenLöschen