Freitag, 31. Juli 2009

TBT: Bittermens Grapefruit & Xocolatl Bitters


Es sind nun etwas mehr als sechs Wochen vergangen als ein Newsletter aus dem Hause The Bitter Truth die Gerüchteküche neu anheizte, als in diesem ein Bild von zwei unbekannten Bitters-Flaschen verschickt wurde. Es vergingen von diesem Zeitpunkt aus keine 24 Stunden bis die Frage nach deren Inhalt geklärt wurde: TBT füllt in Zusammenarbeit mit Bittermens Bitters einen Grapefruit- sowie einen Kakao-Bitters ab. Die Überraschung ist defenitiv gelungen!
Bittermens aus Massachusetts ist, genau wie The Bitter Truth in Deutschland, ein Betrieb aus zwei Personen mit viel liebe zu klassischen Cocktails, welche das auf de Markt erhältliche Bitters-Sortiment neu auflegen bzw. erweitern wollen. Janet Glassner und Avery Glassner sagen dazu selbst: „Bittermens, Inc. was formed to promote a positive cocktail culture…“ Leider hat dieser kleine Hersteller, nach meinem aktuellen Wissensstand, nach wie vor ein Problem bei der offiziellen Zulassung ihrer Produkte auf den US-Markt. Die jetzige Kooperation mit TBT umgeht diese Hürde und der internationale Verkauf ist seit letzter Woche möglich. Die Nachfrage scheint sich durch folgendes Statement von Stephan Berg zu bestätigen: „Christian, die Welt ist verrückt! Die Nachfrage ist im Vorfeld schon übermäßig.“
Die beiden Bitters sind abgefüllt in den typischen, braunen 150 ml TBT-Flaschen. Neu sind die Kunststoffetiketten anstelle der aus Papier. Somit lassen sich die Flaschen an der Bar besser reinigen ohne sie zu beschädigen. Ein besonderer Hingucker ist der Metallic-Effekt welcher die Flaschen, je nach Sorte, golden oder violett im Licht glänzen lässt. An die Zusammenarbeit zweier Firmen erinnert lediglich der dezente Schriftzug „Bittermens“ im Produktnamen. Beide Bitters besitzen dabei einen Alkoholgehalt von 44%
Der Grapefruit-Bitters ist der zweite seiner Art denn die Manufaktur der Fee-Brothers hat dieses Produkt ebenfalls in seinem Portfolio. Bereits der Geruch des Bittermens ist fantastisch. Der pure und natürliche Geruch von Grapefruits ist unverkennbar. Ritzt man die Schale dieser Frucht an und riecht an ihr ist das Empfinden identisch mit der Abfüllung. Schon in der Nase merkt man einen bitteren Ton welcher sich auf der Zunge fortführen wird. Die hohen Erwartungen werden hier ebenfalls auf der ganzen Linie erfüllt. Ein Biss in eine Grapefruitschale ist geschmacklich nicht von dem Bitter zu unterschieden. Die Natürlichkeit und Aromastärke überzeugen. Der Fee-Borther hingegen riecht deutlich leichter nach der Zitrusfrucht und süßlich. Auf der Zunge ist dieser kaum Bitter und im Vergleich Süß wie ein Gummibärchen bei gleichzeitig deutlich dezentern Geschmack. Die Frucht ist kaum vorhanden da das typische Fee-Glycerin viel zu dominant ist. Die Kaufentscheidung geht somit haushoch an die „bittere Wahrheit“.
Einzigartig ist der Kakao-Bitters mit dem Namen Xocolatl Mole. Bereits beim öffnen der Flasche entfaltet sich einen Geruch der mich sofort an eines erinnert: frischer Schoko-Lebkuchen in seiner reinsten Form. Zwar hat schon der Aromatic Bitters aus dem selben Haus den Ruf diesen Geruch zu verströmen aber im Vergleich ist das fast nicht mehr erkennbar. Beim Xocolatl ist neben der Kakao- und Gewürznote noch eine sehr feine Süße vorhanden. Am Gaumen entfaltet sich zunächst eine sehr starke Bitterkeit welche sofort in den Geschmack von Kakao übergeht mit nur leichten Anklängen an dunkle Schokolade. Insgesamt ist das Produkt überraschend dominant und stark. Geringste Mengen in einem Drink müssten zur Geschmacksentfaltung vollkommen ausreichen.
Während der Grapefruit-Bitters sich hervorragend machen wird in Kombination mit frischen Spirituosen wie Tequila blanco oder weißer Rum ist der Kakao-Bitters das genaue Gegenteil für gereifte Spirituosen. Bourbon, Rum und Cognac werden damit hervorragend zusammenspielen. Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl von Rezepturen auf der Bittermens Homepage welche zum testen einladen. Getestet wurde von mir gestern Abend der Drink „Right Hand“, welcher genau zeigt wofür der Bitter einzusetzen ist – für mich ist der Cocktail einen Tick zu herb und etwas weniger Campari kann nicht schaden.
Beide Cocktailbitters können überzeugen und bekommen eine klare Kaufempfehlung. Sie sind vielseitig und kreativ einsetzbar in den verschiedensten Mixturen. Hier ist es nicht notwendig wie beim Celery Bitters erst den richtigen Dreh für die Nutzung herauszufinden. Mit den Bittermens mixt es sich relativ intuitiv. Dank dem Einfallsreichtum von Janet und Avery könnte ich mir einen Zuwachs in der Produktfamilie gut vorstellen. Immerhin gibt es noch die Reihe der inoffiziellen Abfüllungen: Elemakule Tiki Bitters (Piment, Kardamom Citrus), Squirrle Nut Bitters (Vanille, Haselnuß), Sweet Chocolate Bitters (Schokolade) und Boston Bittahs (Citrus, Basilikum, Kamille). Man wird sehen was die Zeit mit sich bringt. Bis dahin gibt es erstmals Xocolatl-Cocktails.

Kommentare:

  1. Klingt äußerst verlockend, ob ich den Grapefruit Bitterwirklich braucheweiß ich noch nicht, aber um denXocolatl komme ich wohl nicht drum RUM...

    Btw: Massachusetts

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  2. Der Xocolatl wird auf jeden Fall probiert, nur bin ich mir unschlüssig, welche Cocktails damit entweder gemacht oder erweitert werden können.
    Einen Old Monk kann man garantiert mit paaren, aber was noch?
    Bitte um Vorschläge :)

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