Dienstag, 28. Juli 2009

Tiki-Time


Der vorherrschende Tiki-Kult hat seine Ursprünge in den verneigten Staaten, welche das Ganze mehr oder weniger (eher weniger) aus den polynesischen Inselwelten abgeleitet haben. Ursprünglich bezeichnet der begriff „Tiki“ den ersten Mensch aus der neuseeländischen Mythology, vergleichlich des christliche Adam. Im Cocktail-Kontext stammt Tiki allerdings von den aus Stein oder Holz geschnitzten Ahnenfiguren ab, welche man vielerorts in der Südsee findet. Inspiriert von diesen Figuren ist auch die Form der bekannten Cocktailbecher (tiki mugs), welche sich mittlerweile als echte Sammlerobjekte herausstellen. Einzug in die USA fand der Kult in den 50iger Jahren als Soldaten ,im Pazifikkrieg gegen Japan, mit diesem verstärkt in Kontakt gerierten. Zunächst vor allem an der Westküste der USA dehnte sich das Phänomen später über die ganze Welt aus.
Der Tiki-Style entsteht und verbreitet sich in Form einer Modewelle. Es war „Inn“ etwas Exotisches in seinen eigenen vier Wänden zu haben auch wenn es nur kitschig von der Südsee inspiriert ist. Möbel, Kleidung, Tätowierungen flossen in diese Bereiche ein. Noch heute sind Strandfackeln und Möbel aus Schilf und Bambus ein synonym für den Tikikult. Und wer kennt nicht die bunten, mit Mustern versehenen Hawaii-Hemden?
Dieser Trend ging natürlich nicht ohne Auswirkungen an den Drinks vorbei. Fruchtig und frisch mussten diese sein mit dem exotischen etwas. Südfrüchte wie Ananas und Maracuja fanden reißenden Absatz hinter den (Bambus)-Theken. Dazu noch ein abenteuerlicher Name und das Ding läuft. Als Beispiel hierfür sei der „Blood of the Kapu Tiki“ oder „Pahoehoe“ genannt. Nicht zu vergessen ist auch „Beachbum Berry“ Jeff Berry, welcher mit seinen Büchern Grog Log und Intoxica eine neue Tiki-Renaissance anbrechen lies. Heute schreibt der Autor erfolgreich an seinem Beachbum-Blog.
Der bekannteste Bartender dieser Zeit dürfte „Don the Beachcomber“ Ernest Raymond Beaumont-Gannt sein, Erfinder des bekanntesten Tiki-Drinks: Der Zombie. Auch „Trader Vic“ Victor Bergeron sollte jedem Cocktail-Connaisseur ein Begriff sein als Erfinder des Mai Tai im Jahre 1944. Weiter Drinks aus dieser Tiki-Ära sind Klassiker wie der Suffering Bastard, Big Bamboo, Hurricane oder Painkiller.
Ich schreibe diesen kurzen Beitrag übrigends aus einem ganz bestimmten Grund: Kommt es mir nur so vor oder gibt es in den Bar´s gerade eine gewisse Bewegung in Richtung der Tiki-Drinks? Hier und da werden Tiki-Abende veranstaltet und einige der oben genannten Drinks werden verstärkt angeboten oder neue und entdeckte Rezepte finden sich auf Tages- und Wochenkarten. Vielleicht wird man ja demnächst mit einem freundlichen Aloha empfangen wen man eine Bar betritt. Es wäre zumindest eine willkommene und nette Abwechslung ;-)

Kommentare:

  1. Mit der großen Maracujakrise ist der Trend wohl schnell rum xD

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  2. Ist wohl auch ein Stück weit saisonal bedingt, vermute ich mal. Also Sommerzeit/Tiki-Zeit.

    Diese Cocktails haben aber z. T. auch wirklich ihren Reiz.

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