Dienstag, 4. August 2009

Planters Punch (einmal anderst)


Der Planters Punch ist ein Cocktail den man weltweit in jeder Bar auf jeder Getränkekarte findet. Dieser Mainstream-Drink ist für mich schon seit Jahren der Inbegriff für Saftmischungen mit etwas Alkohol. Immerhin sind Ananassaft, Orangensaft, Markujanektar (momentan vielleicht auch nicht ;-) und Grenadine in irgendeiner Form immer in diesem Rezept vorhanden. Mit anderen Worten: Der Cocktail ist einfach langweilig. Besserem wird man jedoch belehrt wenn man Ted Haighs neues Buch auf Seite 176 aufschlägt. Diese interessante Variante des Rumpunches unterscheidet sich nicht nur maßgeblich von Anderen sonder greift passender Weise noch die Themen Muskat und Tiki auf die ich in den letzten Tagen angesprochen habe.
Ted teilte meine oben beschriebene Meinung bis er auf das Rezept eines gewissen Jasper La France des Bay Roc Hotel in Montego Bay traf. Dieser setzt auf eine „geheime“ Zutat sowie Rum im Verhältnis 1:1 – weg mit dem Saft und her mit dem Rum! Bei der Geheimzutat handelt es sich um einen modifizierten Sweet&Sour-Mix der die Mixtur entgültig von anderen Platers Punch abhebt. Dieser besteth aus den Saft von 12 Limetten, 350g Zucker, 3,5 cl Angostura Bitters sowie 1/2 gemahlene Muskatnuß. Alle Zutaten werden nun so lange verrührt bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Das Ganze sollte noch gut 2 Stunden durchziehen.
Von der Idee mit dem Muskat bin ich schwer begeistert und so hab ich das Rezept nach eigenen Vorstellungen modifiziert. Ich nahm den Saft aus 10 Limetten und gab nun so viel Zuckersirup hinzu bis ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Süße und Säure entstand. Die Mengenangaben aus dem Original halte ich für nicht empfehlenswert da sich die Saftmenge und die Säure der Früchte stets unterscheiden. Eine Standartisierung ist hier nicht möglich da der „Jasper´s Secret Mix“ so nicht reproduzierbar ist. Wie dem auch sei kam zu meiner süß-sauren Mischung 3 cl Angostura was sich auf meine Menge perfekt integrierte. Das Muskataroma wurde angehoben durch das Erhöhen der Menge auf fast eine ganze Nuß! So konnte sich der Cocktail nun sehen lassen – oder auch nicht! Die Optik ist nicht wirklich ansprechend durch die vorhanden Feststoffe der frischen Zutaten. Der Eindruck von Kaffeesatz macht sich breit. Und wie beseitigt man diesen? Natürlich mit einem Kaffeefilter und das Problem ist beseitigt. Davor wurde das Gemisch 2 Tage zum ziehen im Kühlschrank stehen gelassen.

Jasper´s Planters Punch
1 Teil Jamaica Rum
1 Teil Jaspar´s Secret Mix

Shaked man die Zutaten und seiht sie schließlich auf Eis ab entsteht ein herrlich würziger Rumdrink wie er sein sollte. Die Balance entsteht von alleine durch den zuvor abgestimmten Premix. Rum und Angostura gehen wunderbar einher und werden im Abgang saft von Mukat umhüllt. Es empfiehlt sich die Verwendung eines mittelstark bis stark aromatischen Rums wie den Appleton Extra. Ein Minzzweig als Deko im Glas gibt einen zusätzlichen angenehmen Touch.
Ersetzt man den dunklen Rum durch einen White Overproof (z.B. Neisson Esprit) wird aus dem Planters Punch ein „Jasper´s Rum Punch“ – frisch und würzig und eine Empfehlung Wert nur sollte man auf den hohen Alkoholgehalt achten. Beide Rezepte sind sehr gefällig und das Erste es zeigt wunderbar das ein Planters Punch kein Juice Punch sein muss.

Kommentare:

  1. Ist mit dem neuen Buch von Ted Haigh die Neuauflage von "Vintage Spirits and Forgotten Cocktails" gemeint?

    Wenn ja, ist es empfehlenswert? Das Planters Punch Rezept klingt jedenfalls sehr interessant.

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  2. Das Buch ist in der Tat sehr empfehlenswert, vor allem aufgrund der vielen geschichtlichen und Hintergrundinformationen. Kaum Warenkunde, dafür aber viele vergessene Zutaten und passende Rezepte.

    Das mit dem Kaffeefilter ist gut... hab ich auch schon bei meinem Falernum gemacht. Aber so eine schicke Farbe hätte ich gar nicht erwartet. Vielleicht bietet sich das ja als Premix für meinen kleinen Cocktailservice an :D

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  3. Ich werde mal ausprobieren, wie es sich ausübt, wenn man auch die Limettenschale in geriebener Form mit ziehen lässt. Im Vergleich zum Originalmix natürlich.

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