Mittwoch, 14. Oktober 2009

Jerry Thomas Bourbon Workshop

Heute vor genau einer Woche konnte ich die Gelegenheit ergreifen am einem von Jim Beam organisierten Bourbon Workshop teilzunehmen unter der Führung des Barlab-Bloggers Klaus Rainer und Fred Noe, dem Urenkel von Jim Beam persönlich. Somit ging es, die Koffer vom BCB noch nicht einmal ausgeräumt, direkt weiter nach München in die Dingolfinger Straße. Immerhin muss ich jede Chance ergreifen solchen Veranstaltungen beizuwohnen. Da diese Events „bartendergerecht“ unter der Woche stattfinden ist selbstverständlich aber bei mir als Connaisseur ist dies zeitlich nur selten zu meistern. Nachdem es schien das keine weiteren Teilnehmer auftauchen würden ging es auch sofort los. Das muss ich nochmals kurz erwähnen da mir anhand der ausliegenden Namensschilder aufgefallen ist das gerade einmal die Hälfte der angemeldeten Personen auch wirklich gekommen sind. Meine Gedanken gingen sofort an einem vor kurzen verfassten Bericht von Das Gastronom
Zu Beginn stellte sich Fred Noe vor und erzählte so einiges aus der interessanten Geschichte seines Familienbetriebes von den ersten Anfängen bis zur Neuzeit. Der Brennmeister leitet die Firma nun in der siebten Generation und man merkte dem sympathischen Amerikaner an das er mit Leib und Seele für seinen Beruf einsteht. Immerhin existiert die Destillerie bereits seit den ersten Cocktails vor über 200 Jahren. Um das auch in dem Workshop zu verdeutlichen wurden in den nächsten Stunden nur klassische Whiskydrinks aus Jerry Thomas´ Bartenders Guide vorgestellt. Dieses, das erste Cocktailbuch der Geschichte, liegt nun in Zusammenarbeit zwischen Klaus Rainer und Jim Beam erstmalig in einer deutschen Übersetzung vor. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Verantwortlichen für dieses fantastische Buch bedanken. Auch erwähnenswert sei die kostenlose Verteilung dieses Werkes während des BCB´s und den Whiskyworkshops! Man hat die Zeichen der Zeit erkannt und in meinen Augen somit die beste Promo-Aktion der letzten Jahre ins Leben berufen – Super! Wer noch kein Exemplar besitzt, kann es sich demnächst über die Homepage von Jim Beam bestellen.

Vorgestellt wurden Drinks wie beispielsweise der Manhattan oder der Mint Julep. Dabei wurden aber nicht die gängigen Rezepte verwendet wie sie jeder kennt sondern haargenau die aus dem Bartenders Guide. Eine Erfahrung die ihres gleichen sucht, oder wer würde schon auf die Idee kommen den Vorgänger des „Old Fashioned“ zu shaken? …und das auf Crushed Ice! Es war faszinierend einmal zu erleben wie sich Cocktails im laufe der Zeit ändern und anpassen. Schon einmal einen Manhattan mit 2 Teilen Wermut und einem Teil Whisky versucht? Ihr verpasst so einiges! Da ich momentan eine alkohlfreie Zeit verbringe bleibt der Shaker in der Bar noch ein paar Wochen trocken aber ich möchte in der Zeit danach verstärkt einige dieser alten Rezepturen testen.
In einer kleinen Halbzeitpause inmitten des Kurses wurde etwas Fingerfood gereicht und es bestand die Gelegenheit etwas zu fachsimpeln und sich die verteilten Bücher signieren zu lassen. Ins Auge gefallen sind uns dabei natürlich die drei wunderschönen Shaker aus der JR Shakermanufaktur. Wer wie ich die Chance hat diese massiven Becher in seinen Händen zu halten wird sie lieben. Ein Traum aus Silber und Gold der wohl ein Traum bleiben wird. Da man bekanntlich nicht über Geld redet, werde ich mich auch daran halten, denn diese Shüttelbecher haben auch ihren Preis. (und das zu Recht)
Nach dieser kurzen Unterbrechung ging es auch gleich weiter im Programm, welches mit der Präsentation des „Blue Blazer“ Cocktails endete. Neben dem Showeffekt dieses Drinks bestand im Nachhinein die Möglichkeit des Verkostung: Eine Sensation! Seit langem hab ich keinen solch grandiosen Drink mehr verköstigen können! Zitat Klaus: „Man kann damit Gäste verblüffen wen einem nun wirklich gar nichts mehr einfällt… und es schmeckt auch noch richtig geil!“ Der Blazer wird mir in diesem Winter bestimmt gute Dienste leiten auch wenn ich auf das umgießen der brennenden Flüssigkeit aus Sicherheitsgründen verzichten werden. Oder wie soll ich im Ernstfall meinem Chef erklären das ich krankgeschrieben bin, weil ich mir die Hände mit brennendem Whisky übergossen habe?
Im Abschluss bleibt mir nur noch eine Danksagung an Klaus für die Einladung. Ich hatte enorm viel Spaß und bin geradezu inspiriert in der nächsten Zeit vermehrt mit Whisky zu arbeiten …sobald meine trockene Phase beendet ist… Cheers!

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