Montag, 26. Oktober 2009

Mixology Monday: Vermouth

Der letzte Montag des Oktobers ist nahezu zu 2/3 abgelaufen und somit auch die letzte Chance auf den Mixology Monday 10.2009. Präsentiert wird dieser heute von den Cocktailians unter dem fabulösen Zeichen des Wermuts! Was wäre die Bar nur ohne diese magische Essenz aus Wein und diversen Kräutern und Gewürzen? Schon seit Anbeginn der Cocktailgeschichte sind diese versetzte Weißweine unentbehrlich für eine unendliche Anzahl an Drinks. Man denke dabei nur einmal an Kreation welche selbst Nicht-Cocktail-Trinkern (ja so was soll es tatsächlich geben) ein Begriff sind: Dry Martini, Manhattan oder Negroni. Doch die Geschichte der Wermutweine geht noch deutlich weiter zurück.
Wie auch bei einigen anderen Zutaten ist die Geschichte des Vermouth von medizinischer Abstammung. Seit Jahrtausend wissen die Menschen um die heilenden Wirkungen des namensgebenden Wermutkrautes Artemisia. Um an die Wirkstoffe des herben und bitteren Krautes zu gelangen wurde es unter anderem in Wein eingelegt. Laut einem Artikel des zuletzt erschienen Mixology Magazins ist diese Zubereitung schon seit 400-500 Jahren vor unserer Zeitrechnung bekannt! Wissen das sich über die Jahrtausende zu dem Entwickeln sollte was wir nun in jeden Supermarkt in irgendeiner Form kennen. Um diese „Medizin“ effektiver zu gestallten wurden bald darauf weitere Zutaten mit dem Wein angesetzt. So besteht ein moderner Wermut aus einer Vielzahl von Zutaten deren Umfang keine Grenzen gesetzt sind von A wie Angelikawurzel bis Z wie Zimt. Heute ist darüber hinaus vor allem von zwei Stielrichtungen die Rede: Vermuth süß und trocken bzw. französisch und italienisch. Dies ist einfach durch die regionalen Geschmäcker bestimmt, welche sich bis in die Gegenwart erhalten haben. Dabei gibt es einige gesetzliche Auflagen die es bei der Herstellung zu beachten gibt. So muss ein Vermouth beispielsweise aus mindestens 75% Weißwein bestehen selbst wenn es später als ein rotes Produkt auf dem Markt kommt. Hierzu wird meist mit Zuckercouleur und andern farbgebenden Stoffen nachgeholfen.
Um diesen Wermutstropfen im Sinne des Mixology Mondays gebührend zu zelebrieren muss wie immer ein passender Drink ausgesucht werden. Im Prinzip ist das ganz einfach: Man nehme ein altes Cocktailbuch, schlage dies auf einer beliebiger Seite auf und nutze eines der vielen Vermut-Rezepte dieser Doppelseite… Nichts desto trotzt blickte ich in mein oberstes Regal des Barschrankes vorbei an den ganzen Kräuterlikören zu den dort stehenden sieben Wermutweinen und entschied mich für einen Cocktail mit einem der selteneren goldenen Sorten, dem Noilly Prat Ambre. Ein sehr naher Verwandter des Manhattan Cocktails ist der Brooklyn. Dieser besteht ebenfalls aus Whisky und Wermut aber anstelle der Cocktailbitters kommen Amer Picon und Maraschino zum Einsatz. Dieser Drink wird in seiner Zusammensetzung der Hauptzutaten invertiert um einen „Nylkoorb Cocktail“ zu erhalten und das Ganze weinlastiger und leichter zu gestallten. Danke an den bekannten Hamburger Lehrkörper für diese Rezeptur ;-)

Nylkoorb Cocktail
5 cl Nolly Prat Ambre
2 cl Rye Whisky
1 BL Amer Picon
1 BL Maraschino

Alle Zutaten werden auf Eis gerührt und anschließend in eine gekühlte Cocktailschale abgeseiht. Garniert wird der Drink mit einer Orangenspirale, welche sich geschmacklich sehr gut an den Vermouth schmiegt. Der Nylkoorb ist ein komplexer Aperitif für viele verschiedene Gelegenheiten. Für alle die sich Fragen was der Name des Cocktails bedeutet: Nunja es ist ein verdrehter Brooklyn - Alles klar? ;-)

Kommentare:

  1. Tolle Seite, war ein richtiges Vergnügen für mich es zu besuchen. Außerdem habe ich viel Lesenswertes gefunden.

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  2. super thema und drink
    thx

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