Sonntag, 15. November 2009

Kleiner Blick in die Zukunft


Geht es euch genau so wie mir? Gerade noch war es der 31.12.1999 und ihr habt ins Millennium hinein gefeiert und nur ein Augenzwinkern später stehen wir nun hier am 15.11.2009. Die Zeit vergeht wie im Fluge und so einiges ist in den letzten Jahren dieses neuen Jahrtausends geschehen – und das nicht nur im Bereich der Bar. Was sich in diesem Kleinod des Genusses in den letzten Jahren getan hat dürfte jedem bekannt sein und muss nicht mehr erwähnt werden. Nun wagt es allerdings ein Mixologe aus Hamburg…, pardon!... ich meinte natürlich ein Bartender aus Hamburg einen Blick in die Zukunft zu werfen bzw. jeder sollte sich seine privaten Gedanken zu diesem spannenden Thema machen. Warum eigentlich nicht?! In Zeiten der Krise ist es nicht immer leicht nach vorne zu schauen (Stichwort: Die Zukunft ist auch nicht das was sie mal wahr) aber ich bin nach wie vor optimistisch eingestellt.
Ein Phänomen, welches sich hoffentlich noch eine Weile halten wird, ist der Drag der Menschen hin zur Qualität und Weg vom Junck Food und miesen Produkten. Frische Zutaten sind gefragter denn je und selbst der höhere Preis von beispielsweise Bioware schreckt kaum noch jemanden ab. Anstelle von zwei Chessburgern für 2 € darf es auch gerne einmal ein gutes Steak für 20€ sein. So auch in der Bar. Anstelle des traurigen 5€-1Liter-Saftcocktails rücken die 12€-Top-Drinks. Diese zwar nicht so oft aber mit mehr Genuss. Es wird Bars geben die sich vermehrt darauf spezialisieren und einen gepflegten Gästekreis haben werden. Im Idealfall dient das alles natürlich auch dem Berufsbild des Bartenders. Und wer weiß ob es nicht doch noch irgendwann ein eigenständiger und unabhängiger Lehrberuf wird wie schon seit so vielen Jahren gefordert. Material gibt es genug um eine Lehre von drei Jahren durchzuführen angefangen bei den diversen Obstsorten bis hin zum richtigen Umgang mit dem Gast. Immerhin wird nächstes Jahr auch der „Buchhändler“ ein Lehrberuf! Wichtiger ist allerdings das man nicht wie in vielen Berufsbereichen durch eine Maschine ersetzt wird. Hier muss man sich meiner Meinung nach aber keine Sorgen machen. Cocktailautomaten wird es zwar geben aber bestimmt nicht in den Bars die sich nur etwas um den Namen „Bar“ kümmern.
Was die Arbeit an sich angeht wird wohl niemand einen Blick in die Zukunft wagen können. Es gibt schon so vieles und dennoch erscheit aus dem nichts heraus immer wieder neues Werkzeug und Techniken. Ich denke hier nur einmal an den Finestrainer oder an den Hard Shake. Vor nur wenigen Jahren hätte unter diesen Begriffen niemand gewusst um was es geht – heute (fast) eine Selbstverständlichkeit. Genau nach demselben Schema dürften neue Zutaten in der Bar zu behandeln sein. Es scheint als gäbe es bereits alles doch dann wird man wieder eines Bessren belehrt. Beispiele hierfür seien St. Germain, Mozart Dry, oder Carpano Antica Formula. Letzterer bildet wiederum eine Sonderform: Das Wiederentdeckte. Dies wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit noch eine nicht unbedeutende Rolle spielen, gerade in der Wiederentdeckung klassischer Rezepturen. Spontan fallen mir Spirituosen ein wie Herkules, Forbidden Fruit Liquer oder Bokers Bitters. Ich wette das Eine oder Andere ist gerade in den Versuchslaboren der Hersteller im Gange.
Aber was hilft schon all die Weissagerei. Machen wir das Beste aus den Zeiten die kommen mögen und lasst uns das Leben einfach genießen wie wir es mit einem anständigen Cocktail machen würden. Das Vergangene ist geschehen aber das was noch vor uns liegt gilt es bewusst zu erleben. In diesem Sinne: "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen." - Antoine de Saint-Exupéry

Kommentare:

  1. "und nur ein Augenzwinkern später stehen wir nun hier am 15.12.2009"
    Da ist jemand seinen Mitbürgern scheinbar einen Monat voraus....

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  2. tolle seite, bietet echt interessante information an, ich bin absolut fasziniert!danke sage ich da...:P

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