Montag, 14. Dezember 2009

Mixology Monday: Money Drinks


Kurz bevor sich das Jahr dem Ende zuneigt steht noch ein letzter Mixology Monday 2009 auf dem Programm. Auch wenn der Name Beers in the Shower etwas anderes vermuten lässt, handelt es sich tatsächlich um einen Blog der sich im Bereich des hochwertigen und gemischten Getränkes ansiedelt. Der Autor Kevin Langmack präsentiert diesen MxMo unter dem Banner der „Money Drinks“. Darunter ist ein Drink zu verstehen der aufgrund seiner Zutaten „aufgepimpt“ wurde. Hauptsache das Geschmackserlebnis rechtfertigt den Einsatz von teuren Zutaten. Ich denke hier dürften so einige interessante Rezepte in Frage kommen.
Spontan fällt mir hierzu der Padovani Cocktail ein. Eine simple Mischung aus Whisky und St. Germain Likör. Dieser, nach Xavier Padovani benannter, Drink von 2006 wird ursprünglich im Verhältnis 1:1 zubereitet was aber kein rundes Geschmacksbild ergibt. Verringert man die Menge des Likörs bettet sich dieser geradezu perfekt in den Whisky ein. Ich bevorzuge einen leichten, schottischen Malzbrand wie den Ancnoc 12 im Mischverhältnis 4:1. Da heute aber das Besondere gesucht ist wird dieser einfach durch den hervorragenden, aber kostenintensiven, Glenmorangie Signet ersetzt. Dieser Traum von einem Cocktail stammt meines Wissens nach aus dem Hamburger Le Lion und ist jeden Cent wert. Selten erlebt man eine solch wunderschöne Symbiose von Spirituosen. Da hier die Priorität unbedingt auf dem fantastischen Scotch liegen sollte wird das Mischungsverhältnis auf mindestens 5:1 gesetzt.
Ein weiter Cocktail welcher Seinesgleichen sucht ist der Tommys Margarita. Ein Tequila-Sour in dem die süße aus Agavendicksaft erzeugt wird. Dieser Drink ist zu recht allerorts beliebt doch durch die Zugabe eines Premiumtequilas kann dieses Rezept in den Olymp getragen werden. In Frage kommt hier in meinen Augen nur der Jose Cuervo Reserva de la Familia Platino. Dieses Destillat bekommt von mir die Note „sehr gut“ im Preis- /Leistungsverhältnis trotz eines Flaschenpreises von ca. 55 €. Dieses fantastische Produkt kann ohne weiteres in der Wahnsinnsmischung aus 6 cl Tequila, 1cl Limettensaft und 0,5 cl Agavensirup serviert werden!
Wenn wir schon bei den Sours sind bleiben wir doch gleich hier. Für mich ist diese Drinkskategorie über allen anderen erhaben. Sours bestehen aus wenigen Zutaten, die Grundspirituose kommt zum Vorschein, sie sind geschmacklich ausgewogen und je besser die Basis desto höher kann diese dosiert werden wie das Beispiel der Margarita zuvor aufgezeigt hat. Als Rum-Trinker kommt auch dieser Sour bei mir nicht zu knapp – meist in Form eines Daiquiris. Doch es spricht auch nichts gegen einen sauren Rum mit einem gereiften Produkt wie einem Mount Gay XO. Zu meinen Favoriten zählt hier aber eindeutig die Variante mit dem köstlichen Appleton Estate 21. 8 cl Rum mit 3cl Limettensaft und 2 cl Zuckersirup vermischt und der Abend ist gerettet. Bei diesem Money Drink gilt es allerdings auf das Money zu achten. Ich kenne keinen Rum dessen Preisgefüge so stark schwankt. Momentan ist eine Flasche ab ca. 90 € zu bekommen. Es gab aber auch Zeiten dort war der Rum nie unter 100 € zu finden. Letzte Woche habe ich in meinem Schreibtisch in meiner „Schublade des Grauens“ eine uralte Rechnung gefunden auf dem ein Appleton Estate 21 für grandiose 55 € aufgeführt ist – irre!
Wenn die „Money Drinks“ etwas beweisen ist es die Tatsache das ein Cocktail immer nur so gut ist wie seine schlechteste Zutat. Natürlich müssen es nicht die super-hyper-mega-premium Spirituosen sein um einen guten Drink zu erhalten aber sie machen ihn dann zu etwas Besonderem. Vielleicht ist es auch nur eine Täuschung da wir uns beim Genuss eines solchen Produktes schon von vornherein auf etwas Großartiges einstellen. Und wen schon – es funktioniert! Ab wenigen Euro ist es möglich erstklassik zu mixen, rühren und zu shaken. Ab einem Preis jenseits der 100 € sei es auch dahingestellt ob die erwartete Verbesserung den Wareneinsatz wert ist. Aber auch das ist eine Glaubensfrage und wer bereit ist einen solche Preis zu zahlen wird das auch gern machen – man wird ja nicht gezwungen ;-)

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