Donnerstag, 26. Februar 2009

Jede Stimme zählt

Es hat zwar ein wenig gedauert aber schlussendlich ist sie doch da: Die Abstimmung für ein Logo des Bargeflüsters. (Ihr dürft aufhören mir Emails zu schreiben und danach zu fragen ;-) Einsehen kann man die einzelnen Entwürfe unter http://enigma84.en.funpic.de/Bargefl%fcster/. Wie an anderer Stelle im Netz bereits erwähnt wurden die Logos schon im Vorfeld kritisiert das sie das Projekt nicht wie gewünscht repräsentieren. Wir sind Cocktailfreaks und keine Webgrafiker. Dennoch halte ich es nach wie vor für am besten das jeder seine Idee einbringen darf und das Ergebnis fair abgestimmt wird. Wenn ein solches Vorhaben wie das Bargeflüster von „allen“ geplant wird sollte das auch für alle Bereiche gelten. Die Umfrage geht noch bis zum 4. März und ich bin auf den Gewinner gespannt. Viel Glück allen Teilnehmern!


Dienstag, 24. Februar 2009

Frühjahrsputz

Ihr könnt es ja nennen wie ihr wollt: Karneval, Fasching, Fastnacht oder auch die fünfte Jahreszeit. Ich hasse es! Aus diesem Grund bin ich auch nicht all zu Böse das ich an diesen Tagen grundsätzlich Arbeite und nicht frei bekomme (wie unser Schwester-Betrieb in Köln). Während sich das halbe Dorf auf dem Kirchenplatz bei Schnee und Regen ein Bier nach dem anderen hinter die Binde kippt nutze ich die Zeit für einen Frühjahrsputz. Über 250 Flaschen wollen abgestaubt und abgewischt werden. Gläser werden poliert und bei den Sirup- und Likörflaschen werden zusätzlich die Gewinde feucht abgewischt damit sie nicht mehr kleben. Bei der Zeitgleichen Inventur der Flaschenfüllstände entsteht auch eine neue Bestellliste. Tonic, Ginger Beer und diverse Rum- und Ginsorten haben einen erschreckenden Tiefstand und müssen aufgefüllt werden. Was mir noch einfällt wenn wir schon beim Thema einkaufen sind: Bei barfish.de ist seit einigen Tagen der neue Galliano L´Autentico erhältlich.

Freitag, 20. Februar 2009

Ulf Neuhaus im Gespräch


Dresden ist wohl die deutsche Stadt welche sich im Bereich der Bar momentan am stärksten entwickelt. Eine der bekanntesten Ausschankbetriebe dieser Stadt ist die NewTown-Bar, die unter anderem von Ulf Neuhaus geführt wird. Neben diesem Projekt kümmert sich Ulf auch um die jährlich stattfindende Dresdner Cocktail Challenge. Dieser Wettbewerb findet dieses Jahr am 8. März während der „Kulinaria & Vinum“ statt. Des Weitern ist Ulf nicht nur der Vorsitzende der DBU Sachsen sondern auch erster Vizepräsident der gesamtdeutschen DBU. Durch viel Einsatz und liebe zum Beruf schafft es Ulf die deutsche Szene deutlich voran zu treiben. Es freut mich daher um so mehr das er dennoch die Zeit gefunden hat für ein kleines Interview auf den Cocktailwelten.

1. Über welche Wege hast du die Welt der Bars und Spirituosen gefunden und wo hast du in diesen Bereichen schon gearbeitet? Was machst du momentan?

Bevor ich meinen ersten Drink mixte, hatte ich klassische Ausbildung zum Koch. Meine Liebe galt aber schon immer der Bar. Als ich meine Lehre antrat, gab es keine Ausbildungsplätze für männliche Kellner, so dass ich auf Koch umschwenkte was sich später aber als Glücksgriff erwies. Bis 89’ arbeitete ich in mehreren Häusern von Dresden u.a. als Chefkoch bis ich mich mit meiner damaligen Restaurantleiterin und heutigen Geschäftspartnerin Reni Wild mich in die Selbstständigkeit wagte. Wir eröffneten 1990 in der Dresdner Neustadt eine Cafe/Bar und zogen 4 Jahre später in ein größeres Objekt Namens „NewTownBar“ wo man uns heut noch findet.

2. Wie würdest du den Begriff „Barkultur“ definieren?

Man nehme eine handvoll Bartender würzt sie reichlich mit Handwerk, Fachwissen, Persönlichkeit und Leidenschaft. Dazu nehmen wir zwei dutzend Gäste die auf der Suche nach Genuss und Lebensqualität sind und verpacken das ganze in ein stilvolles Ambiente und kommen so der Definition „Barkultur“ ein ganzes Stück näher.

3. Was macht für dich eine gute Bar aus?

Wenn man von einer guten Bar spricht ist meine Definition von der Barkultur erstmal Voraussetzung. Für mich ist es wichtig dass ich unterhalten werde in Form von Kommunikation, Musik und Atmosphäre. Ich möchte ein Zuhause haben in dem ich mich wohl fühlen und ich für einen Moment den Alltagsstress vergessen kann. Dazu zählt der perfekte Drink zum jeweiligen Anlass genauso wie das Licht welches mit zunehmender Dunkelheit gedimmt werden sollte. Oder, der Barkeeper der das Gespür mitbringt, ob ich reden oder lieber allein sein möchte. Genauso die persönliche Begrüßung und Verabschiedung. Das Ambiente einer Bar spielt nicht unbedingt eine große Rolle. Es sollte die Menschen in der Bar aber anregen sich selbst in Szene zu setzen. Es ist wie ein Gang über den roten Teppich. Der Gast ist König und wir geben Ihn die Plattform.

4. In welchen Bereich der Bar siehst du das momentan größte Potenzial?

Das größte Potenzial in einer Bar sehe ich im Bereich Service. Viele Bar’s bieten exzellente Drinks und gute Speisen in einem ausgewogenen Preis-Leistung Verhältnis an. Also wo findet der Unterschied statt? Noch eine größere Auswahl an Drinks, noch mehr Speisen oder noch eine Happy Hour ? Nein! Der Unterschied zu den Mitbewerbern sollte im Service liegen. Hier liegt meiner Meinung nach das größte Potenzial vieler Bars.

5. Die DBU wird immer wieder kritisiert das Sie ihrer Arbeit nicht gerecht wird. Was ist deine Meinung zu diesen Aussagen?

Ich glaube wir müssen unterscheiden zwischen Kritik aus den eigenen Reihen und der kritischen Meinung der Öffentlichkeit. Die Frage die sich hier stellt ist: In welchem Bereich wird die DBU Ihrer Arbeit nicht gerecht?
Die DBU hat sich u.a. zur Aufgabe gestellt die kontinuierliche Weiterbildung Ihrer Mitglieder, den Austausch von fachlichen Themen zwischen nationalen und internationalen Barkeepern und zusammen mit der Industrie als Partner die Barkultur zu fördern und voran zu treiben. In all diesen Bereichen wird sie ihrer Arbeit voll und ganz gerecht.
Ein Problem was sich, wie in fast jedem Verein, darstellt ist die unterschiedliche Auffassung zu der Arbeit im Verband zwischen den Generationen. Jung mit Alt-Neues mit Tradition in Einklang zu bringen. Darüber hinaus ist der Verein an seine Satzung gebunden dessen Strukturen man nicht einfach umgehen kann. Wenn wir es schaffen, mehr Mitglieder zu motivieren um aktiv an der Vereinsarbeit teilzunehmen und die bestehenden Vorurteile abzubauen bin ich überzeugt, dass die DBU in den nächsten Wochen und Monaten ihren Erneuerungskurs erfolgreich fortsetzen wird.

6. Auch wurden die letzten Deutschen Meisterschaften sehr kritisch gesehen? Wird es Änderungen beim nächsten Mal geben?

Wer die letzte Deutsche Cocktailmeisterschaft in Berlin miterlebt hat, wird festgestellt haben, dass Veränderungen stattgefunden haben. Zum Einem vom dem gesamten Ablauf der Meisterschaft her zum Anderen das sich öffnen der DBU gegenüber allen interessierten Gästen und Besuchern dieser Veranstaltung. Kritik gab Seitens vieler Berufskollegen am Siegerdrink von Daniel Günter. Die Maracuja Himmbeer Liaison gab viel Gesprächsstoff für die darauf folgenden Wochen in den Cocktailblogs der Republik. Sicher besteht auch hier Aufklärungsbedarf in Sachen „Maracuja“ für Teilnehmer und Jury gleichermaßen.

7. In welchen Bereichen arbeitet die DBU momentan verstärkt?

Verstärkt engagiert sich die DBU vor allem im Bereich Jugendarbeit. 2007 wurde unter Leitung von Alexander Kreft die DBU Junior Akademie gegründet. Diese Akademie ist ein Intensiv-Training für junge Barkeeper bis 30 Jahre. Unter anderen muss der Teilnehmer ein 15minütiges Fachreferat über eine Spirituose halten. Weitere Inhalte sind Tests im Pouring und Nosing. Außerdem findet ein Cocktail-Wettbewerb statt und Referenten aus verschiedenen Bereichen halten Fachvorträge. Am Ende folgt ein schriftlicher Test.
Natürlich nicht zu vergessen die Vorbereitung zur diesjährigen Cocktail Weltmeisterschaft in Berlin in Verbindung mit der Deutschen Cocktail-Meisterschaft und der 100 Jahrfeier der DBU.

8. Wird es deiner Meinung nach irgendwann doch noch passieren das der Bartender ein eigenständiger Lehrberuf wird?

Wer letztes Jahr die Diskussionsrunde beim BCB mit verfolgt hat, weiß wie schwierig dieses Thema ist. Ich persönlich glaube fest daran, dass der Beruf Bartender in den nächsten Jahren ein Lehrberuf wird. Man nehme nur die letzten 10 Jahre. Wie rasant hat sich die Barszene in Deutschland entwickelt. Barmessen, Barschulen, Fachjournale und jede Menge Bar-Blogs entstanden in kürzester Zeit. Diesen Lauf sollte man nutzen um sich an einen Tisch zu setzen. Hiermit sind die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sowie die IHK und die DBU gleichermaßen gefordert.

9. Verrätst du den Lesern des Blogs schon etwas über die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der DBU?

Nur soviel sei verraten. Die Feierlichkeiten zu 100 Jahre DBU werden in zwei Städten veranstaltet. Zum einem in Köln wo die DBU vor 100 Jahren gegründet wurde und zum anderen im August in Berlin wo wir mit 800 Gästen aus der ganzen Welt dieses Jubiläum feiern werden.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Dienstag, 17. Februar 2009

Glen Grant Cellar Reserve 1992


Das traditionsreiche Haus Glen Grant erweitert seine Produktrange um den 1992 Cellar Reserve. Die limitierte Jahrgangsabfüllung besitzt ein harmonisches Aroma von intensiven Frucht- und Rosinenaromen, die von einer weichen Sherrynote begleitet werden und in einem feinen, nachhaltigen Finish ausklingen. Der Brand wird nicht filtriert oder mit Farbstoff versehen und verlässt mit 46 Vol.% die Glen Grant Destillerie in Rothes. Sorgsam ausgewählte Bourbon- und Sherryfässer, in denen der Whisky 16 Jahre lang reifen konnte, verleihen dem Whisky seine typische hell-goldene Farbe ein Markenzeichen für jeden Glen Grant Whisky. Dennis Malcolm, Glen Grant Master Distiller, bürgt mit seiner Unterschrift auf dem Flaschenetikett persönlich für die Qualität dieser Single Malt-Spezialität: „Nur unsere besten, von mir persönlich ausgewählten Bourbon- und Oloroso-Sherry-Fässer wurden dazu verwendet, diesen einzigartigen und streng limitierten Glen Grant Single Malt Scotch Whisky zu kreieren. Perfekt in der Balance aus Aroma und Bouquet – tief, reich und fruchtig. Die Single Malt-Range von Glen Grant umfasst neben dem klassischen „Glen Grant Original“ einen „Glen Grant 10 Years Old“, der erst im vergangenen Jahr auf dem deutschen Markt eingeführt wurde. Oliver Preisinger, Brand Manager von Glen Grant bei Campari, sieht in der Jahrgangsabfüllung eine ideale Ergänzung zu den bereits bestehenden Single Malts: „Mit dem 92er Vintage setzen wir unsere Bemühungen fort, die Marke Glen Grant mit Produktinnovationen weiter auszubauen. Dem Konsumenten eröffnet sich mit diesem Vintage eine weitere Geschmacksfacette des Hauses Glen Grant“. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Produkt liegt bei ca. 50 Euro für eine 0,7L-Flasche. Der Vintage ist in einer exklusiven Geschenkverpackung in ausgewählten Fachgeschäften erhältlich.

Montag, 16. Februar 2009

Mixology Monday: Hard Times

Wieder ein Monat überlebt! Neben der neuen Lohnabrechung steht auch ein neuer Mixology Monday vor der Tür. Gastgeber ist kein bewaffneter Schuldeneintreiber sondern Rowley´s Whiskey Forge. Peter Zwegat macht’s bestimmt genau so glücklich wie mich. Warum ich das alles schreibe? Dieser MxMo dreht sich um das Thema „Hard Drinks for Hard Times“. Rowley ist besorgt um die Cocktail-Blogger und ihr nicht gerade billiges Hobby aufgrund der internationalen Wirtschaftskrise. Die teilnehmenden Blogs sollen schildern wie sie mit der Krise umgehen. Mussten wir schon unseren Gläser verkaufen oder wurde schottischer Whiskey schon durch heimisches Leitungswasser ersetzt?
Erste gute Nachricht: Mich persönlich trifft der Zusammenbruch nicht. Es bleibt alles beim Alten. Meine Drinks werden wie gewohnt mit hochwertigen und frischen Zutaten gemixt. Auch sonst kenne ich keine Bar die ernsthaft einsparen muss. Dieses Jahr gilt bereits jetzt als „Jahr der Bar“ was man in allen Bereichen sieht. Neue Produkte werden nach wie vor hergestellt, Gastronomen scheuen es nicht neue Konzepte zu testen und aufzubauen, und die Gäste bestellen die Getränke trotz des verhältnismäßig hohen Preises. Anstatt in Panik zu verfallen und all seinen Besitz zu sichern, sollten alle mit offenen Augen in Richtung Zukunft blicken und daran Arbeiten das es wieder nach oben geht. Ich zitiere in diesem Zusammenhang Gabriele Fischer, wie es auch im Editorial der aktuellen Mixology zu lesen ist: „Es hat wenig Zweck, sich vor der Zukunft zu fürchten – sie kommt trotzdem. Und sie wird eher schlechter, wenn man sie zitternd und bangend empfängt.“ Damit das auf keinen Fall passiert hab ich mich dazu entschieden einen Drink zu mixen dessen Namen zumindest sehr positiv ist:

The Millionaire Cocktail
4,5 cl Dark Rum
2 cl Sloe Gin
2 cl Apricot Brandy
4 cl Zitronensaft

Alle Zutaten sehr lange kalt shaken und in eine Cocktailschale abseihen. Dieser Drink schmeckt besser je kälter er ist. Der Millionaire hat Anklänge an einen tropischen Tiki-Drink besitzt aber Charakter wie ein alter Klassiker, der er eigentlich auch ist – dieses Rezept steht auch schon im Savoy Cocktail Book von 1930. Gut ausbalanciert zwischen Süß und Stark sollte man mit einigen dieser Cocktails das momentane Tief überbrücken können. Wer letztes Jahr auf dem auf dem BCB-Vortrag von Phil Duff war kennt darüber hinaus eh die Tipps und Tricks um schnell reich zu werden. Für alle anderen gibt es hier einen kurzen Zusammenschnitt. Get rich! Worauf warten wir den alle? ;-)

Sonntag, 15. Februar 2009

Bargeflüster - Die Logos

Seit gestern Nacht um 00:00 ist die Frist abgelaufen um einen Vorschlag für das Bargeflüster-Logo einzusenden. Einige Skizzen gingen bei mir ein, von denen die Beste in der kommenden Woche ermittelt wird. Dies geschieht wie auch schon bei der Namenswahl per Abstimmung all unserer Blogleser. Der Gewinner darf sich darüber hinaus über eine farbenfrohe Flasche Bruichladdich 2001 freuen, welche uns Mixology freundlicherweise gespendet hat. Des Weiteren wurde nun auch die offizielle Domain für das Blog-Projekt registriert. Eine neue Web2.0-Seite wird demnächst unter bargefluester.net entstehen. Die Endung .net wurde dabei bewusst ausgesucht als Symbol der Vernetzung der deutschsprachigen Bar-Blogs.

Einige Logos stehen in mehreren Varianten zur Verfügung. In der Wahl wird nur eine davon aufgezählt um den Überblick zu behalten. Sollte mir jemand seinen Entwurf geschickt haben und er ist nicht in der Liste bitte schreibt sofort eine Email an partyboy84[at]gmail.com

Der Link zu den Logos ---> http://enigma84.en.funpic.de/Bargefl%fcster/

Freitag, 13. Februar 2009

Trinken & Essen

Letztes Wochenende kam es in Berlin unter anderem zu einer Diskussion über gutes Essen. Ausgelöst wurde das Ganze durch Jemanden der angeblich keine Küche mehr hat da dieser Raum zur Bar ausgebaut wurde. Gegessen wird hier entweder außer Haus oder mit der Mikrowelle. Muss soetws den wirklich sein und macht das Sinn?
Ich finde es schade, dass das Essen meist vernachlässigt wird. Einerseits wird auf die Zubereitung des perfekten Cocktails größter Wert gelegt, andererseits geht die Kochkunst komplett unter. Gutes Essen ist für mich genau so wichtig wie das hochwertige Trinken. Problematisch ist hier meist nur der hohe Zeitaufwand. Einen Drink kann man in Minuten auf höchstem Niveau zubereiten während man in der Küche oft Stunden verbringen muss für ein einziges Gericht. So werden bei mir meist einfache Dinge zubereitet bei denen die Qualität stimmen muss. Wie auch im Cocktail entscheidet dies die schlechteste Zutat. Zu besonderen Anlässen ist es auch kein Problem einmal einen ganzen Tag in der Küche zu verbringen und aufwendig zu kochen. Ähnliches gibt es auch bei Mixgetränken: Einen Manhattan kann man auch einmal mit einem teuren Whiskey zubereiten den mal normalerweise nicht mischt.
Interessant wird die Thematik allerdings wenn man Essen und Trinken geschickt miteinander verbindet. Die bekannteste und beliebteste Paarung dürfte Essen und Wein sein. Zu jedem Gericht gibt es einen passenden Wein. Das ist natürlich auch auf die Vielfalt in beiden Bereichen zurückzuführen. Bei Drinks gestaltet sich die Wahl deutlich schwieriger. Die Getränke müssen ganz genau abgestimmt sein damit ihre Aromen zum Menü passen aber diese in keinster Weise überlagern. Besser ist es man bleibt bei den Standartgetränken und beim Wein und ersetzt stattdessen das Dessert durch einen weichen, milden Cocktail a la Brandy Alexander – der passt immer :-)
Einfacher ist es dann schon kleine Snacks zum Cocktail zu reichen. Mein persönlicher Favorit ist nach wie vor eine kleine Schale gemischter Oliven. Einfacher geht es nicht. Etwas mehr arbeit, aber auch sehr lecker, sind frittierte Essiggurken. Diese werden dazu geviertelt, wie ein Schnitzel Wiener Art paniert und für eine Minute in die Friteuse gegeben. In der Pause des, letzte Woche stattgefunden, Champagnertastings wurde Baguette mit einem sehr reifen Camembert und Parmigiano-Reggiano gereicht was perfekt zu den Weinen passte. Weitere Vorschläge für Bar- und Fingerfood wurden darüber hinaus erst vor kurzem im Cocktailforum diskutiert. Auch wenn wir uns voll und ganz dem flüssigen Genuss hingeben sollte man das Essen keinesfalls übersehen. Diese beiden Bereiche sind einfach untrennbar miteinander verbunden. Bon Appetit!

Montag, 9. Februar 2009

Angenehmer Stress


Kaum zu glauben wie schnell die letzten Tage in Berlin vergingen. Nach einer deutlichen Verspätung, dank eines defekten Zuges, kam ich doch noch im Hotel an um danach sofort die ersten Bars abzusteuern inklusive der Tiki-Nacht im Reingold. Die Vormittage und Nachmittage wurden genutzt um sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen bis die Bars wieder öffneten. Höhepunkt des Wochenendes war das große Champagnertasting „1996“, welches ein großer Erfolg war. Mehr Informationen dazu wird es, aus noch nicht genannten Gründen, zu einem späteren Zeitpunkt geben. – lasst euch überraschen.
Zurück bei mir zu Hause erwartet mich eine druckfrische Mixology-Ausgabe, der ich mich widmete, nachdem ich die drei Stunden alle verpassten Informationen der letzten Tage im Internet gelesen habe. Ist das jetzt ein Nachteil oder ein Vorteil der vielen neuen Bar-Blogs? Nach 15 Stunden schlaf und zwei Aspirin fühl ich mich auch wieder ausgesprochen fit. Gut das der Urlaub seit heute wieder vorbei ist! So hab ich bei der Arbeit die Gelegenheit mich endlich zu erholen!
PS: Von heute an habt Ihr noch eine Woche Zeit ein Logo für das "Bargeflüster" einzureichen!

Freitag, 6. Februar 2009

Pusser´s - München

Eine Institution des Cocktails befindet sich inmitten der bayrischen Landeshauptstadt nahe der bekannten Maximillianstraße. In einer kleinen Seitengasse findet sich die einstige Harry´s New York Bar welche seit nunmehr über 15 Jahren Pusser´s heißt. Benannt ist die Bar nach dem gleichnamigen Rum der hier auch großzügig Abend für Abend ausgeschenkt wird. Der Besitzer Bill Deck hat hier eine Oase für amerikanische Getränke aufgebaut. Ich war schon öfters in der Bar aber hatte erst vor kurzem die Gelegenheit diesen sehr sympathischen Bartender persönlich kennen zu lernen.

Von Außen ist die Bar schon durch diverse Fahnen an der Fassade zu erkennen. Die bleiverglasten, bunten Fenster bieten keinen Blick ins Innere. Durch die alte und massive Eingangstür geht es in den maritim eingerichteten Raum. Fahnen, Orden, Bilder, Plakate und Vitrinen säumen sämtliche Wände und schaffen eine sehr gemütliche Atmosphäre im Seemanns-Look. Alle Möbel sowie die Theke bestehen aus dunklem Holz und sind mindestens genau so alt wie der ganze Betrieb. Es entsteht ein Gefühl als ob man in eine andere Zeit versetzt wird. Über eine alte Treppe geht es nach unten zu den Toiletten und nach oben in einen weiteren Raum in dem ich allerdings noch nie war. Wenn ich mich nicht Irre ist das der Vereinsraum des Münchner Zigarrenclubs.
Auf dem Spiegel hinterlegten Backboard befindet sich eine tolle Auswahl der verschiedensten Whiskys und Rums. Die Standartzutaten sind genau so vertreten wie auch seltene Raritäten wie der Red Breast 15. Die Drinks werden mit Liebe zubereitet und sind ohne Makel. Sollte eine gewünschte Mixtur nicht auf der großzügigen Karte auffindbar sein ist auch das kein Problem. Sonderwünsche werden nach Möglichkeit schnellstmöglich zubereitet. Besonders beeindruckt hat mich die Zubereitung eines Ramos Gin Fizz der sage und schreibe zwei Minuten geshaked wurde! Ein ganz spezieller Gaumenschmaus sollte ein Gin Tonic werden in der Variation des Blueberry-Tonic. Für das fruchtig-frische Erlebnis wurde einfach ein Gin mit Blaubeeren mazeriert. (das werde ich kopieren :-) Nicht überzeugen konnte mich allerdings der Hauscocktail Painkiller. Dieser ist für meinen Geschmack zu saftlastig. Nichts desto trotz sind die Bartender am Laufenden Band damit beschäftigt dieses Getränk in die Metallbecher zu füllen.
Das Pusser´s ist eine alt eingesessene Cocktailbar welche nach meiner Meinung zu einer von drei Münchnern Pflichtbars gehört. Der freundliche Service und das gelungene Ambiente sorgen zusammen mit den guten Drinks für stundenlange Aufenthalte unter Marinebannern und Segelschiffen – Trinkt aus Piraten yo-ho!

Mittwoch, 4. Februar 2009

Auf in den Norden

Morgen ist es endlich so weit. Für meinen Geschmack viel zu früh begebe ich mich, mit ein paar Freunden, auf den Weg in unsere Hauptstadt für einen Kultur-, Bar- und Cluburlaub. Immerhin muss ich dieses Mal keinen Bahnstreik befürchten und ich denke einen spontanen Wintereinbruch bekommt die Bahn bei uns auch unter Kontrolle :-) Diese Tour wird von Mittwoch bis Freitag andauern. Am Samstag findet das sehnlichst erwartete 1996er Champagner-Tasting statt in dem dieser Spitzenjahrgang zeigen kann was in ihm steckt. Voraussichtlicher Austragungsort ist der Lebensstern im Cafe Einstein worauf ich mich schon sehr freue. Cheers!

Dienstag, 3. Februar 2009

Einmal etwas anderes: Wein


Gestern führten mich meine Wege erneut nach München. Dieses Mal aber nicht um neue Spirituosen kennen zu lernen oder um eine Bar-Tour zu machen. Gestern hatte ich die Gelegenheit bei einem Weintasting teilzunehmen. Das ist einmal eine ganz neue Erfahrung die mich überaus positiv überraschte. Verkostet wurden die aktuellen Jahrgänge der Großes Gewächs Tour. Alle Weine unter diesem Logo sind von höchster Qualität aus der ersten Lage, die bereits im Vorfeld einige Prüfungen bestehen müssen. Zur Auswahl standen dabei Riesling, Weißer Burgunder sowie Spätburgunder von einer Vielzahl von Winzern aus der Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Ahr.
Da ich mit Wein nicht sehr viele Erfahrung habe verzichte ich darauf die einzelne Produkte näher zu beschreiben aber einige Weine vielen mir besonders Positiv auf. Das Schlossgut Diel überzeugte mit all seinen Rieslingen (07) ebenso wie das Weingut Wagner-Stempel (07). Eine weitere Empfehlung bekommt von mit der „Kastanienbusch 2007“ des Ökonomierat Rebholz. Jeder dieser Weine liebt Preislich im Rahmen um die 30 € pro Flasche. Unter den Rotweinen gefiel vor allem der würzige 2006er Gärkammer von J.J. Adeneuer. Ein Wein mit viel Charakter. Der Flaschenpreis dieses Tropfens liegt bei 54 €.
Im Anschluss an das Tasting ging es zunächst weiter in die Stadt zum bekannten Delikatessengeschäft Alois Dallmayr. Dieses Geschäft ist absolut Sehenswert! Die Sammlung von alten, seltenen Spirituosen ist absolut beeindruckend! Die Wein- und Champagnerregale machen da keine Ausnahme. Auch die Feinkostabteilung lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Nach diesem Rausch der Sinne ging es noch in einige Münchner Bars bevor ich wieder mit dem letzten Zug in meine Richtung nach Hause fuhr. Jetzt kann ich mich noch einige Stunden erholen bis es weiter geht zur nächsten großen Bar-Tour. Ich muss zugeben das ist eine sehr angenehme Art von Stress…

Sonntag, 1. Februar 2009

Munich Whisky & Bar Festival 2009


Wie schon des Öfteren machte ich mich wieder einmal auf den Weg in das ca. 130 km nord-östlich gelegene München, Der Grund hierfür ist das diesjährige Munich Whisky & Bar Festival 2009. Das Gelände auf der Praterinsel bietet dazu genügend Platz und wer sich gerade in der Nähe befindet hat heute noch die Gelegenheit sich das ganze von 12-19 Uhr anzusehen. Die Eintrittskosten liegen bei 15 €. Darin enthalten sind zwei Gutscheine für Proben. Die Garderobe kostet 2 € extra. Ein Glas gibt es gegen eine Pfandgebühr von 3 € um direkt mit den Tastings einsteigen zu können.
Wie der Name schon verrät gibt es auf dieser Messe Whisky. Viel Whisky! Eine Vielzahl von bekannten Shops haben ihren Stand aufgebaut um ihre Ware an den Mann (und die Frau) zu bringen. Daneben stellten noch einige Destillerien direkt aus sowie die „Außenseiter“ des Sake-Kontors und The-Nose die auf Whisky komplett verzichteten. Gegen kleine Preise konnte dann so gut wie jedes Destillat probiert werden vom einfachen Blend bis hin zu echten Raritäten. Somit bietet das Festival die ideale Gelegenheit sich auch einmal Tropfen zu können deren Flaschenpreis man sich normalerweise nicht gönnt. Sehr schön find ich auch die Möglichkeit sich Muster in kleinen Flaschen abfüllen zu lassen um sie in ruhe auch zu Hause genießen zu können.
So reichhaltig und gemischt wie das Angebot sind auch die Besucher der Veranstaltung. Den grossteil bilden Whiskeyliebhaber die teilweise weit angereist sind um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen. Daneben traf man noch eine Vielzahl Namhafter Barleute aus dem GSA-Ländern an sowie etliche internationale Whisky- und Spirituosenfachleute.
Obwohl ich selber nicht der große Kenner des Getreidebrandes bin und auch keine große Erfahrung damit habe fand ich einige sehr erstaunliche Tropfen. Darunter zum Beispiel den Willet Pot Still Reserve. Ein sehr runder und feiner Bourbon der auf der ganzen Linie zu überzeugen weis. Ein Old Fashioned mit diesem Brand kann ich mir sehr gut vorstellen. Qualität hat seinen Preis wie man auch beim anCnoc 1975 sieht. 30 Jahre lagert der Single Malt in Sherry- und Bourbonfässern bevor er abgefüllt wird. Ein absoluter Referenz-Whisky mit Karamell- und leichten Fruchtnoten. Nicht zu übersehen ist natürlich der TBT Rye, welcher sich bei den Besuchern größter Beliebtheit erfreute. Eine wahre Aromabombe entfaltet sich beim Verkosten des Tropfens. Wahnsinnig komplex und dennoch nicht zu holzig im Geschmack, wie man es bei dem Alter erwarten könnte. Für eine Abfüllung mit über 69 Alkohol nichts desto trotz unwahrscheinlich mild mit nur leichtem brennen im Rachen. Mein Favorit war allerdings (wie könnte es auch anders sein) ein Rum. Die Rede ist von Prichard´s Crystall. Hergestellt wird dieser, ungewöhnlicher Weise, in Tennesse! Zugegebenermaßen ist der Preis für einen weißen Rum sehr hoch aber er ist jeden einzelnen Cent wert! In der Nase leicht fruchtig und süßlich überrascht da Produkt vor allem am Gaumen. Ein unglaubliches Bouquet nach Karamell und Schokolade. Dazu eine dezente süße und Butteranklänge. Noch nie habe ich erlebt das ein weißer Rum so ausgewogen und Rund sein kann!
In meinen Augen ist das Munich Bar & Whisky Festival in jeder Hinsicht eine Empfehlung wert und ich freue mich bereits auf das nächste Mal. Tausende von Besuchern an den drei Tagen können sich nicht irren.