Freitag, 29. Mai 2009

Sehr verdächtig...

Eine dringende Warnung an die bayrische Landeshauptstadt: Aus gut unterrichteten Quellen ist zu erfahren das sich hier seit heute fast alle Administratoren und Moderatoren von Cocktaildreams eingefunden haben. Für heute seien noch keine größeren Überfälle auf diverse Bars geplant. Diese werden erst morgen im Zuge eines Cachaca-Tastings genauer besprochen. Die Anführer der C&D-Truppe treffen ihre Anhänger im Laufe des Sonntages zunächst bei der Dukes Destillerie bis es gemeinsam zum Barfish-Basislager weitergeht. Hintermänner berichten von einer Gruppeninternen Grill- und Cocktailparty inklusive eines Brandy-Tastings, einem Gallianotasting, jeweiligen vermixen dieser Zutaten, einen Mixwettbewerb und weiterem Shaken bis die Flaschen geleert sind.
Feindliche Übernahmen von Münchner Bars sind zunächst für den kommenden Montag geplant. Die Täter sind leicht an ihrem überdurchschnittlichem Cocktailwissen zu erkennen. Finden sich entsprechende Personen in Ihrem gastronomischen Betrieb ein verhalten Sie sich ruhig und unauffällig. Bei gemütlicher Atmosphäre und guten Drinks sollte die direkte Konfrontation glimpflich ablaufen. Für weitere Informationen beachten Sie bitte die Live-Berichtserstattung auf dem örtlichen Cocktailwelten-Blog ;-)

Mittwoch, 27. Mai 2009

Der Zenit


Vor einigen Jahren bergan sich die Welt der Bar in eine neue Richtung zu drehen. Die Bewegung ist nach wie vor zu vernehmen. Der Weg ging weg von XXL-Saftmischungen aus 10 Zutaten, die eh nur noch alle Süß schmecken. Unterscheiden kann man diese Drinks oft nur noch an der Farbe die im Spektrum zwischen Neongrün und Warnleuchtenrot einzuordnen ist. Man besinnt sich wieder auf alkoholisch geprägte Drinks mit feinen Nouancen. Weniger ist mehr und so entfernten sich die Cocktails langsam wieder von ihrem Pseudo-Coolness-Status zu einem gepflegten Genussmittel das sie auch darstellen sollten. Alte Klassiker sind sehr gefragt und wurden in ebenso alten Cocktailbüchern neu gefunden. Davon profitierten unter anderem Rezepte wie der Sazerac, Ramos Gin Fizz oder der Blood & Sand.
Um diese Dinge originalgetreu zu mixen wurden auch die nötigen Zutaten neu aufgelegt falls diese nicht mehr (oder nur noch unzureichend) erhältlich waren. Allen voran sind Cocktailbitters zu nennen. Diese Gewürze der Bar konnten, in unseren Regionen, nur noch mit Müh und Not, in Form von Angostura und einem schlechten Orangenbitter besorgt werden. Mittlerweile stellt dies keine Probleme mehr da und so können wir heute aus einem Sortiment von gut 20 Sorten auswählen. Auch der Umfang an Spirituosen nahm mit dieser Entwicklung drastisch zu. Jeder der sich damit ein wenig beschäftigt kennt die mittlerweile fast unüberschaubare Auswahl an Gin, Vodka und Rum.
Natürlich muss man dem Internet in allen diesen Punkten auch eine große Rolle zukommen lassen. Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit war es möglich sich alle möglichen Informationen, zu jeder Zeit, an jedem Punkt der Erde, innerhalb von Sekunden zu erreichen. Wofür vor 100 Jahren so genannte Barflys nötig waren um die Tresen-Trends über die Weltmeere zu bringen reicht heute ein kleines elektrisches Gerät in der Hosentasche aus. Dazu kommen noch die anderen Medien an denen diese Thematik nicht spurlos vorüber zieht. Zeitschriften, Zeitungen und TV berichten vereinzelt über diese Geschehnisse. Dazu kommt das ein oder andere Fachmagazin das sich der Barkultur komplett verschrieben hat.
Doch damit nicht genug. Ganze Bars wurden dem Trend entsprechend umgebaut oder gar entworfen um den geneigten Genießer einen fantastischen Abend zu bescheren. Um diese „Tempel“ zu finden bedarf es nicht viel Arbeit. Man gehe ins Internet und frage dort an verschiedenen Stellen nach einer guten Bar in einer Stadt seiner Wahl. Nach wenigen Minuten sind erste Ergebnisse auf dem Bildschirm zu sehen, welche meist identisch sind. Bei dem andauernden Trend der Barkultur kann man davon ausgehen das es sich um einen der besagten „Tempel“ handelt.
Ich begrüße diese Entwicklung sehr und möchte sie nicht missen. Ganz im Gegenteil trage ich durch diesen Blog auch einen kleinen Teil dazu bei wie mittlerweile mindestens ein Dutzend weitere. Weshalb ich das alles schreibe und nochmals aufführe? Die anfangs erwähnte Drehbewegung scheint sich allmählich zu verlangsamen. Sie stoppt nicht aber sie wird (in meinen Augen) merklich langsamer. Neue Produkte erscheinen (wohl auch durch den herrschenden Überfluss) deutlich langsamer und weniger als noch vor zwei Jahren. Ebenso neue Bars die das Rampenlicht bei einer Eröffnung auf sich ziehen durch ihr innovatives Konzept oder Ähnlichen. Die Anzahl von Neuigkeiten im Netz nimmt ab und seit längerer Zeit ist kein Drink mehr aufgetaucht der ähnlich polarisierte wie beispielsweise ein Beuser & Angus Spezial seiner Zeit. Daher stell ich mir ein grundsätzliche Frage und diesen Diskusisonsansatz: Ist der Zenit in der neuen alten Bar bereits überschritten?

Sonntag, 24. Mai 2009

Bar Moods



Ein kleines Video das ich gerade gemacht habe... Have fun!

Donnerstag, 21. Mai 2009

iBar @ iPhone


Vor knapp zwei Jahren erschien das iPhone von Appel – ein Next-Gen-Telefon mit fast allen nur erdenklichen Schnickschnack vom normalen telefonieren bis hin zum Lokalisieren mittels GPS ist heute alles möglich. Apple geht damit neue Wege und die Verkaufszahlen sowie der Kult um dieses Gerät geben ihm Recht. Als technik-interessierter Mensch des 21 Jahrhunderts ist es nicht verwunderlich das dieses Gadget auch in meiner Hosentasche stets dienstbereit ist. Um diese enorme Vielfalt zu gewährleisten arbeitet das Gerät mittle so genannter Apps. Diese Applikationen werden über das Internet auf das Gerät gespielt und sind innerhalb von wenigen Sekunden sofort startklar. Die Apps können kostenlos sein aber müssen es nicht. Die Meisten liegen Preislich bei 1-2€. Bei mittlerweile mehreren zehntausend Programmen ist auch die eine oder andere Cocktail-App zu finden von denen ich euch heute einige vorstellen möchte.

Cocktails, Swiss-Development, kostenlos
Als Mitglied des Cocktailforums von Cocktails&Dreams muss ich diese App natürlich als erstes vorstellen. Diese greift direkt auf die Cocktail-Datenbank der Seite zu. Leider ist die Applikation sehr einfach gehalten und erlaubt nur wenige sonstige Optionen.

5800 Drinks & Cocktails, Webworks, kostenlos
Ebenfalls eine Rezeptesammlung, welche aber nicht auf das Internet zugreifen muss für seine Daten. Des Weitern ist eine Suche nach Kategorien enthalten sowie eine Zutatensuche. Hier können Spirituosen und Co ausgewählt werden, welche man Besitzt um nur die Rezepte anzuzeigen die man damit mixen kann

20000 Drinks & Cocktails light, Helmes, kostenlos
Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine weitere riesige Rezeptesammlung. Die Light-Version ist kostenlos und beinhaltet „nur“ 7000 Mischungen. Natürlich ist es sinnlos sich noch eine weitere Rezeptdatenbanken zu laden da sie eh fast alle identisch sind aber in dieser App sind einige nützliche Tools eingebaut. Darunter Werkzeug- und Glas-Kunde, Alko-Tester, und ein Bar-Locator. Warum man diese App aber unbedingt laden sollte ist der Unit Converter – ein Umrechner von flüssigen Maßeinheiten aller Art egal ob Shots, Jiggers, Gills oder Pints. Dieses App ist meiner Meinung nach das Beste im kostenlosen Preissegment.

Cocktails Made Easy, Fizz Software, 2,39€
Diese Software ist die digitale Variante des gleichnamigen Buches von Simon Difford. Alle Rezepte verlangen nur nach 14 Grundzutaten. Fehlt eine Spirituose kann man sie ausfiltern und es werden nur die mixbaren Rezepte angezeigt. Aufgebaut wie der typische Diffordsguide sind 503 Rezepte gelistet mit einem jeweils erstklassiken Photo. Wer das Buch nicht besitzt kann hier bedenkenlos zuschlagen.

Cocktails +, Skorpistech, 2,39€
Jeder Cocktail-Interessierte (besonders für Liebhaber klassische Drinks) der im Besitz eines iPhones ist muss sich diese App kaufen! Neben der genialen Rezeptdatenbank von cocktaildb.com ist eine umfassende Filter- und Suchfunktion gegeben sowie ein handlicher Warenkundenteil. Rezepte sind teils mehrfach vorhanden und zeigen die Entwicklung eines Drinks anhand einer Jahreszahl. So gibt es beispielsweise den Daiquiri in einer Mischung von 2003, 1946 und 1930. Besser kann man diese Software kaum machen und für nicht einmal 2,50€ jeden Cent wert.

Tiki +, Skorpiostech, 2,99€
Erst vor kurzem bei Mixology vorgestellt ist diese App identisch zum Cocktails+ nur wurden die klassischen Rezepte durch Tiki-Drinks ersetzt und die Zeittafeln durch Bilder. Die Auswahl der Rezepte ist wieder überragend und sind allesamt Originale von Größen wie Trader Vic oder Don the Beachcomber. Leider stehen nur 150 Rezepte zur Auswahl weshalb ich den Preis für die Software auch für etwas zu hoch halte.

Neben diesen Apps gibt es noch mindestens 50 weitere, welche sich mit Cocktails und Co beschäftigen. Hier sollte sich jeder selbst einmal umsehen. Mit „Cocktails+“ und „20000 Drinks“ deckt man dabei fast alles perfekt ab. Nicht zu Vergessen ist die Möglichkeit sich mit dem iPhone auch News via Twitter, Facebook und Internet zu beschaffen um ständig auf dem aktuellsten Stand der Cocktailwelten zu sein.

Montag, 18. Mai 2009

Mixology Monday: Amaro


Es ist wieder einmal soweit und der Mixology Monday geht in eine neue Runde. Gehostet von The Gumbo Pages steht dieser Tag ganz unter dem Zeichen der Amaro. Unter Amaro versteht man die Gruppe der Kräuterliköre bzw. Kräuterbitters. Ich gebe zu es ist mir nicht leicht gefallen dazu etwas zu schreiben da die Auswahl fast unüberschaubar ist.
Denkt man an Amaroprodukte fallen den meisten sofort die großen italienischen Klassiker ein wie Averna oder Ramazotti. Daneben gibt es noch Liköre wie Cynar, Becherovka, Fernet Branca und Menta, Angostura, Jägermeister, Gurktaler, Kümmerling – die Liste könnte man noch endlos weiterführen. Nichts desto trotz entschied ich mich für einen Jahrhundert alten Klassiker aus Frankreich dessen Etikett auch das Banner der MxMo-Seite ziert.
Bereits im Jahre 958 wurde in der Normandie das Benediktinerkloster Fécamp gegründet. Das Elixier auf dem die heutige Rezeptur basiert wurde dort im Jahre Anno 1510 von Ordensbruder Bernardo Vincelli kreiert. Die Basis dafür bildeten 27 ausgewählte Zutaten der Region Daher rührt auch der Namensursprung des Likörs: „D.O.M. Bénédiktine“. Die Abkürzung D.O.M. ist auch in vielen Kirchen zu finden. Dahinter verbirgt sich das lateinische „deo optimo maximo“ – dem größten und besten Gott geweiht. Die Zeit verging und das Rezept verschwand langsam im Nebel der Geschichte. Als 1789 die Abtei im Zuge der Französischen Revolution zerstört wurde schien die Mischung endgültig für verloren. Zum Glück wurden einige Dokumente gerettet darunter auch das Manuskript von Vincelli, welches erst wieder 1863, per Zufall, von Alexandre Le Grand gefunden wurde. Dieser beschäftigte sich mit der Rezeptur bis er in der Lage war diese originalgetreu zu replizieren.
Die Herstellung des Likörs geschieht in verschiedenen Stufen. So werden zunächst in Art und Aroma zueinander passende Kräuter sortiert. Daraus resultieren fünf Kräutermischungen aus denen je ein „Bitter“ des Bénediktine entsteht. Vier Bestandteile entstehen durch Destillation – ein Bestandteil entsteht lediglich durch Mazeration. Diese Grundsubstanzen lagern zunächst drei Monate in Eichenfässern bevor sie miteinander vermählt werden. Nach weitern acht Monaten Lagerzeit werden weiter Zutaten hinzugegeben um den Likör fertig zu stellen. Vor der Abfüllung kommt es erneut zu einer Fasslagerung von 12 Wochen.
Der klassischste Drink mit dieser milden und süßen Spirituose ist wohl der B&B. Cognac und Bénédictine werden zu je gleichen Teilen auf Eis gerührt und auf frische Eiswüfel in einen Tumbler abgeseiht. Dieser Cocktail vereint den Geschmack des Likörs mit dem Bukett eines Cognacs. Den Drink den ich im Zuge des Mixology Mondays vorstellen möchte ist eine Variation dieses bekannten Drinks.

B & B Collins
4 cl Cognac
2 cl Bénédictine
2 cl Zuckersirup
3 cl Zitronensaft
Soda

Alle Zutaten bis auf das Soda in ein Highball-Glas geben und auf Eis verrühren. Mit dem Wasser aufgießen und mit einer Cocktailkirsche dekorieren. Es entsteht ein leicht süßer und ausgewogener Cocktail mit der typisch sanften Kräuternote des französischen Produktes. Hätte sich vor über 150 Jahren Alexandre le Grand nicht so intensiv mit seiner gefunden Rezeptur beschäftigt hätten wir heute ein Spitzenprodukt weniger hinter dem Tresen.

Freitag, 15. Mai 2009

Aamen gold


Als ich gestern von der Arbeit nach Hause kam lag ein Päckchen vor meiner Haustüre mit einer Flasche darin und einem Brief mit dem Inhalt „Überraschung gelungen?“. Das ist sie in der Tat den darin lag eine kleine Flasche von der ich bis Dato noch nichts gehört habe. Der Inhalt: Aamen gold.
Ein Blick auf das Etikett ergab folgende Informationen. „Der Luxus Likör. Pur oder zum Veredeln. Eine exzellente Mischung aus mediterranen Zitrusfrüchten, reinem Bergquellwasser, feiner Süße und 15% Alkohol.“ Des Weiteren findet sich eine Spefra GmbH aus München auf dem Label sowie drei Servier- bzw. Mixvorschläge aber dazu später mehr. Ich denke jedem ist klar das bei diesem Text höchste Skepsis angebracht ist. Auch auf der Website des Likörs finden sich keine weiter Informationen über das Produkt. Auffällig ist jedenfalls die Webpräsens auf Youtube, Twitter, Facebook sowie Myspace. Ich bin von daher nicht überrascht eine Probe erhalten zu haben und kann mir gut vorstellen das ich nicht der einzige Blog bin.
Nichts desto trotz wurde der Likör gestern Abend getestet. Die Flasche ist Würfelförmig und trägt den Schriftzug verteilt über zwei Seiten, bei einer Füllmenge von 50 cl. Ein ausgefallenes Design das aber in punkto Funktionalität zurückstecken muss. So war es mir nicht möglich die Flasche auf abhieb zu öffnen da der „Verschlussring“ des Schraubverschlusses nicht wie gewollt abgebrochen ist. Das kann passieren und ist (hoffentlich) nur ein Einzelfall. Nachdem ich mit Hilfe eines Schraubenziehers an den Inhalt gelangt bin ergab sich ein weiters kleines Problem. Das Ausgießen aus der Quaderflasche entpuppt sich als Arbeit die mit etwas mehr Schwung erledigt werden sollte damit nicht die Hälfte am Glas entlang fließt.
Der Likör selbst ist gelb und hat einen Alkoholgehalt von sehr leichten 15%. Laut Etikett handelt sind keine künstlichen Farb- und Aromastoffe vorhanden. In der Nase ist die Spirituose leicht zu beschreiben: „Nimm 2“-Bonbons! Eine leichte Süße im Kombination mit fruchtigen Aromen. Die Selben Eindrücke finden sich auch im Geschmack wieder. Hinzu gesellen sich feine Zitrusaromen von Zitrone und Limette. Der Alkohol ist dabei kaum auszumachen was auch nicht weiter verwunderlich ist. Im kurzen Abgang ist noch eine leichte Bitterkeit vorhanden welche auf den Einsatz von Zitrusschalen schließen lässt. Aamen ist ein einfaches Produkt das zugegebenermaßen eine Variation eines Limoncello ist.
Auf einer der sechs Flaschenseiten sind drei Einsatzmöglichkeiten gelistet. Aamen einfach auf Eis, aufgefüllt mit Prosecco oder als Veneto Spritz Version. Letztere wurde als einzig brauchbares Rezept getestet. 5cl Likör, 10 cl Weißwein und 5 cl Soda wurden dazu in einem Glas auf Eiswürfel gerührt. Als Wein kam ein Riesling zu Einsatz da ich die Säure in diesem trink nicht missen wollte – zu recht. Es entstand eine sehr frischer und fruchtige Cocktail. Gut Ausgewogen im Geschmack halte ich diese Rezeptur für einen netten Sommerdrink - eventuell einen Tick zu süß.
Aamen gold ist ein leichter Likör der einen kleinen Reiz besitzt. Der getestete Drink ist ein Cocktailtipp und zeigt die Anwendung des Produktes hinter der Bar. Andererseits ist auch nichts Besonderes bei dem puren Genuss auszumachen außer der Designerflasche welche sich nicht richtig öfnen lässt und unhandlich ist... Aamen ist ein Likör bei dem jeder selbst entscheiden muss ob er ihn braucht oder nicht. Daher kann ich keine Kaufentscheidung geben. Einen Preis konnte ich im Netz nicht ausfindig machen der diese Entscheidung erleichtern könnte. Mehr als 10€ würde ich dafür jedoch nicht ausgeben…

Mittwoch, 13. Mai 2009

Petition gegen Alkoholsteuer

Und da ist Sie wieder: Sabine Bätzing, unsere Bundesdrogenbeauftragte, lässt nicht locker was den Alkohol angeht. Dieses Mal sind die jugendlichen „Komasäufer“ im Visier und damit nicht nachvollziehbare Vorderungen von Frau Bätzing. Um den Alkoholkonsum zu verringern könnte man doch ganz einfach die dazugehörigen Steuern erhöhen…
Es ist die Rede auf skandinavisches Niveau zu erhöhen. Wie bekannt sein sollte ist dort Alkohol exorbitant teuer. Um Zahlen zu nennen wäre das beispielsweise eine Erhöhung um knapp 23 € für einen Liter Reinalkohol. Eine normale 1L-Flasche Rum würde z.B. über 9€ mehr kosten, würde man diese Pläne in die Tat umsetzen. Ein weiteres Steuermodel schlägt die Erhöhung auf den EU-Durchschnitt vor was immerhin auch noch eine Steigerung von satten 2,24€ auf einen Liter Reinalkohol bedeuten würde.
Machen wir es uns nichts vor. Hier wird wieder einmal ein Problem benutzt um Geld in die leere Steuerkassen einzuspielen. Der Konsum von Alkohol würde mit Sicherheit in der Allgemeinheit zurückgehen und das bei einer gleichzeitigen, Mehreinnahme an Geldern. Was das allerdings mit dem Komasaufen von Jugendlichen am Hut hat ist mir nicht ganz klar. Diese Jugendliche besaufen sich mit voller Absicht. Diese wird es nicht stören wenn eine Flasche billiger Fusel 5€ mehr kostet – Hauptsache man ist dicht… Diese Problematik wird durch eine höhere Alkoholsteuer in meinen Augen nicht gelöst! Das kann und sollte nur auf sozialen Wegen geschehen wie etwa Präventionsunterricht in Schulen etc.
Das denkt sich auch Weinmacher Dirk Würz und geht aktiv gegen diese Pläne vor. In einer von Ihm gestarteten Petition kann sich jeder Eintragen, damit es nicht zu dieser übertriebenen Prohibitionspolitik kommt. Dazu wurde eigens die Seite alkoholsteuer-nein-danke.de ins Leben gerufen.

Montag, 11. Mai 2009

Der Trick mit dem Fizz


Ich gehe davon aus, dass die Zubereitung eines Fizz bekannt sein dürfte: Gin, Zitrone und Zucker mit Eis shaken, auf frische Eiswürfel abseihen und mit Soda auffüllen. Ein einfacher Longdrink der zu gefallen weis. Diese Art der Zubereitung wurde mir seit dem letzten Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes umgedreht. Meine neueste, alte Bucherrungenschaft trägt den Titel „Lexikon der Getränke, 1. Auflage“. Verfasst wurde dieses 1913 von „Mitglieder der Internationalen Barkeeper-Union“. Dort ist unter den Erläuterungen zum Fizz folgendes zu finden: „…- Wir bemerken noch, das wir im Gegenteil zu den anderen Verfassern von Rezeptbüchern erst das Selterwasser in das Glas geben und dann die Mischung aufgießen. Man probiere beides und wird bald von dem Vorteilhaften dieses Verfahrens überzeugt sein.“ Das lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen!
Gemischt wurden beide Varianten im Verhältnis 6-3-2 mit Zuidam Gin. Es wurden je drei gleiche Eiswürfel ins Trinkglas gegeben sowie jeweils dieselbe Menge Soda. Vor dem ersten Schluck wurde jeweils kurz mit einem Stirrer umgerührt Um schnell auf das Ergebnis zu kommen: Der Unterschied ist beeindruckend! Die „normale“ Zubereitung mit dem aufgefüllten Wasser scheint deutlich leichter und frischer. Hier ist zumindest noch ein deutlicher Anteil von Kohlensäure zu vernehmen, welche in der zweiten Variante nicht mehr zu vernehmen ist. Dafür ist diese deutlich fruchtiger und süßer im Geschmack.
Ich entwickle daraus folgende Theorie. Fülle ich das Gemisch mit Soda auf schwimmt dieses im Glas oben da dessen Dichte geringer ist. Auch durch das leichte umrühren mit einem Stirrer vermengen sich die beiden Teile nicht stark genug. Gieße ich jedoch das Gemisch auf das Wasser sinkt dieses, durch seine Dichte, durch das Wasser, während dieses gleichzeitig nach oben drückt. Die Phasen vermischen sich deutlich leichter miteinander, alleine durch das Einschänken – wer hätte das gedacht :-)
Natürlich entstände derselbe Effekt auch wenn man den Standart-Fizz stark genug rühren würde aber es ist doch ganz nett zu sehen wie deutlich sich ein kleiner Unterschied bemerkbar machen kann. Die Frage sollte nicht nur „geschüttelt oder gerührt?“ heißen sondern auch „Soda oder Shake on top?“

Sonntag, 10. Mai 2009

Muttertag


So sollte dieser Tag aussehen: Ein Ausflug in das benachbarte Österreich zum Picknick ins schöne Lechtal. Was natürlich auf keinen Fall fehlen darf sind Shaker, einige Gläser, abgefüllte Spirituosen, frische Zitrusfrüchte und eiskalte Eiswürfel aus der Thermoskanne! Umgeben von einem Gebirgsfluß, Bergen, viel Sonne und Wacholder-Sträuchern schmeckt eine Tommy´s Margarita mindestens doppelt so gut…

Donnerstag, 7. Mai 2009

Shochu Bar, Berlin

Zwischen Brandenburger Tor und dem Holocaust-Mahnmal befindet sich das weltberühmte Hotel Adlon. Vorbei an der britischen Botschaft befindet sich auf der südlich gelegenen Rückseite des Hotels befindet sich die so genannte Adlon-Collection. Darunter wiederum befindet sich das Restaurant Ma und die Shochu Bar.


Letztere betritt man durch den Eingang des Restaurants an welchen man vom freundlichen Personal zu einem freien Tisch gebracht wird, nachdem man die Garderobe abgegeben hat. Insgesamt ist der Raum in dunklen Farben gehalten mit einigen wenigen Akzenten. Es entsteht eine etwas kühle aber puristisch-moderne Atmosphäre. Der Boden, die Wände und ein grossteil der Sitzgelegenheiten sind in dunklen Farben gehalten wie auch die hölzernen Fensterverkleidungen, welche mit Stoff hinterlegt sind. Die Decke ist Cremefarben gehalten was einen schönen Kontrast erzeugt. Beleuchtet wird der asiatisch angehauchte Raum indirekt über die Decke sowie Lichtleisten im Boden. Besonders auffällig sind die mit Fell überzogenen Hocker und Kissen sowie vereinzelte Trennwände aus weißen oder goldenen Ornamenten. In der Barmitte befindet sich ein edler. Schlichter Kamin.
Der Tressen versteckt sich hinter einer der genannten Trennwände und glänzt vor allem mit seiner großen Sake- und Shochu-Auswahl. Sollte sich eine dieser Flaschen leeren steht in einer großen Vitrine, rechts neben dem Tresen, genug Vorrat bereit. Die Cocktailkarte bietet auf der ersten Seite eine sehr gelungene Auswahl an klassischen Coktails a la Blood & Sand. Ich wünschte das würde man in mehr Bars finden. Für die Bar auszeichnend sind natürlich die, teils sehr ausgefallenen, Shochu-Drinks. Die Bar geht hier neue (japanische) Wege und mixt vor allem frische und leichte Drinks aber dennoch mit Charakter. Frische Zutaten, Gewürze und Kräuter sind hier genau so an der Tagesordnung wie selbst angesetzte Liköre und Spirituosen. Auffällig ist auch die großzügige Verwendung von diversen Tees in den Cocktails. Die Preise in dieser edlen Bar sind, wohl nicht zuletzt des Hotels und des anschließenden Sternerestaurants wegen, für Berliner Verhältnisse relativ hoch. Ein Drink kostet hier 10 € und mehr.
Die Shochu Bar ist ein Tipp für jeden der innovative und neue Drinks genießen will in einer edlen Atmosphäre. Das zuvorkommende Team liest einem die Wünsche von den Lippen ab sodass man sich entspannt vor dem Kamin zurücklehnen kann. Empfehlenswert ist das Ganze in Zusammenspiel mit dem Restaurant und seiner ebenfalls sehr kreativen Küche – mir war dieses Erlebnis leider nicht vergönnt. Des Weiteren ist die Bar eine tolle Gelegenheit das Brandenburger Tor beleuchtet in der Nacht zu sehen…

Montag, 4. Mai 2009

Definitionen nach Seutter


Ein weit verbreitetes klassisches Buch aus der Welt der Mixology ist das 1909 erschienene „Der Mixologist“ von Carl A. Seuttter. Ein wie er es selbst beschreibt „illustriertes internationales Getränkebuch“. Des Weiteren ist es die älteste Quelle (zumindest die ich kenne) in der das Wort „Mixology“ auftaucht. Im Vorwort dieses Werkes heißt es dazu es wurde verfasst „…für alle Freunde der Mixologie…“ Bereits vor einigen Monaten habe ich aus diesem Buch zitiert um den „Dash“ zu definieren. Aufgeteilt ist das Werk in verschiedne Drink-Kategorien welche jeweils kurz erklärt werden. In diesem Jahr, wird „Der Mixologist“ 100 Jahre alt und somit auch die Erklärungen der Getränke. Es ist interessant zu sehen wie sich diese gewandelt haben oder auch nicht.

Cobbler: Der Cobbler ist ein in der ganzen Welt bekanntes und beliebtes Getränk und wird hauptsächlich im Sommer mit Vorliebe getrunken. Man verwendet zu diesem Getränk geschliffene Gläser oder silberne Cobbler-Becher, füllt das Gefäß zur Hälfte mit feinem Eis, bereitet das Getränk nach dem angegebenen Rezepte und garniert es geschmackvoll mit verschiedenen Früchten.

Cocktail: Bei der Bereitung von Cocktails soll der Hauptwert darauf gelegt werde, dieselben so kalt wie möglich zu servieren, nicht zuviel süße Liköre und Bitters zu verwenden (2 Dashes Angostura-Bitter sind genügend für 1 Cocktail.) Außer einer Oliver oder Kirsche soll keine Garnitur dazu verwendet werden. Die Zubereitung geschieht auf folgende Weise: In ein Barglas (ein großes Glas ohne Fuß) gebe man 3-4 Stücke Kristalleis, Bitters, Sirup etc., dann vermische man alles tüchtig mit einem Barlöffel, so das alle Ingredienzen gut vermischt werden und seihe es in ein Cocktailglas, in welches man eine Kirsche oder Olive getan hat, drücke das Öl aus einem Stückchen Zitronenschale darüber und serviere es ohne jede weiter Garnitur oder Zutaten. Der Cocktail darf nie in einem Schüttelbecher geschüttelt werden, mit Ausnahme von einigen, wie Ship-, Café- etc. Cocktails, zu welchen Eier verwendet werden. Der Cocktail ist ein Appetit anregendes Getränk und wird hauptsächlich in Amerika sehr gerne vor den Mahlzeiten getrunken.

Flips: Der Flip (amerikanisches Getränk) ist ein bei Damen und Herren sehr beliebtes Getränk, welches sich in den letzten Jahren auch in Europa sehr eingebürgert hat. Die Zubereitung geschieht auf folgende Weise: Fülle ein Mischglas zur Hälfte mit Eis, füge Zucker, Ei usw. hinzu und schüttele alles tüchtig in einem Schüttelbecher etwa ½ Minute, dann seihe die Mischung in ein Flip-Glas und streue auf Verlangen ein wenig Muskat darauf. Das Getränk soll gleich nach der Zubereitung getrunken werden, da es sonst an Geschmack und Aussehen verliert.

Fizzes: Der Fizz ist dasselbe wie der Sour, ein Unterschied besteht nur darin, dass zum Fizz mehr Selterswasser oder Syphon genommen wird und dass er schäumen muss. Zu „Golden Fizz“ verwendet man ein Eigelb zu „Silver Fizz“ ein Eiweiß und zu „Royal Fizz“ ein ganzes Ei. High-Ball- oder Fizz-Glas.

Punsch: Der Punsch unterscheidet sich nur wenig vom Cobbler. Zum Punsch wird stets Zitronensaft verwendet, während beim Cobbler dieser ganz wegfällt. Die Zubereitung geschieht genau auf dieselbe Art und Weise – ebenso die Garnierung – wie beim Cobbler.

Sour: Der Sour ist ein echtes amerikanisches Getränk und wird aus Eis, Zucker, Zitronensaft und Whisky, Gin, Rum, oder Cognac bereitet. Diese Ingredienzien werden in einem Schüttelbecher geschüttelt, dann in ein Sourglas geseiht und mit Selterswasser aufgefüllt; gewöhnlich gibt man eine Scheibe Zitrone hinein.

Sonntag, 3. Mai 2009

Wochenmarkt


Eine Quelle für den Einkauf frischer Zutaten wird bei der fast unüberschaubaren Anzahl von Supermärkten und Discountern gerne übersehen: Der örtliche Wochenmarkt. Seit geraumer Zeit nutze ich diesen zum Einkaufen meines Obstes oder von Dingen die man nicht im Laden um die Ecke bekommt. Ich persönlich habe noch den grandiosen Vorteil das der Wochenmarkt meiner Stadt öffnet nachdem ich meine Nachtschicht beendet habe, und dieser so gut wie auf dem Weg liegt. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Die Preise liegen normalerweise über dem Niveau von Aldi und Co. Eine Zitrone kann dann schon einmal bei 50 oder gar 60 Cent kosten. Dafür ist diese meist Bioware mit vollem Aroma. Mit etwas Glück bekommt man allerdings auch echte Schnäppchen. Letzten Samstag konnte ich Vollreife Mangos für 40 Cent das Stück erwerben! Das bringt mich auch gleich auf einen weiteren Punkt - Reife Früchte. Man kennt das: Man geht in einen Supermarkt und benötigt für eine Cocktailparty einiges an frischen Obst und hat dann die Qual der Wahl zwischen grüner Ananas, grünen Bananen oder grünen Zitronen. Auf dem Wochenmarkt werden (bis auf ganz wenige Ausnahmen) alle Früchte reif angeboten. Hier sind die Ananas braun und die Zitronen gelb. Es darf niemand wegen der Limetten verunsichert sein – die sind wirklich immer grün… Grün sind auch die frischen Kräuter auf dem Markt. Nur bekommt man hier für den normalen Preis mehr für sein Geld – von der Auswahl ganz zu schweigen. Ich finde beim Kräuterhändler nicht nur das normale grüne Basilikum sondern auch das seltenere rote Basilikum als große und buschige Pflanze.
Wer einmal auf der suche nach reifer und dennoch frischer Ware ist sollte sich also einmal auf den Weg zum örtlichen Wochenmarkt machen. Wohnt man in einer ländlichen Gegend wie ich ist dieser Basar auch eine schöne Quelle für seltenere Artikel. Wer will schon kleine Champignons aus der Plastikschale wenn man auch große Morchel aus der Holzkiste bekommen kann. Ganz davon abgesehen das es auch Spaß macht einfach nur durch die bunten Stände zu laufen.