Montag, 31. August 2009

Bols Master Battle 2009

Dieser Cocktailwettbewerb ruft in diesem Jahr die besten Bartender und Mixologen nach Berlin. Hauptstadtflair und einzigartige Bars bieten die idealen Voraussetzungen für den Wettbewerb, der am 4. Oktober am Tag vor dem Bar Convent in Berlin stattfindet. Erstmalig findet das Qualifying für Flair Bartender an spektakulären und ungewöhnlichen Orten statt. Über den Dächern, auf berühmten Plätzen, im Untergrund, die ganze Stadt wird zum Austragungsort. Das „Classic Qualifying“ findet hingegen in vier Berliner Bars statt.
Das Bols Master Battle ist Teil der Flair Bartenders’ Association Pro Tour und in zwei Kategorien unterteilt: Flair Bartending und Classic Bartending. Beim „Flair Qualifying“ tritt der Sieger des letzen Jahres zur Titelverteidigung an. Nach dem Prinzip, wer zuerst reserviert, shakt zuerst, können Anmeldungen für die begehrten 20 Qualifying Plätze per Mail an flair@bols.de gerichtet werden. Wer am „Classic Qualifying“ teilnehmen will (Vorjahressieger Thorsten Spuhn), schickt ein selbst kreiertes Cocktailrezept an classic@bols.de. Die eingereichten Rezepte werden anonym nachgemixt und von einer unabhängigen Jury bewertet. Die besten Acht nehmen am Classic Qualifying in Berlin teil. Anmeldeschluss ist in beiden Fällen der 12. September.
Am 4. Oktober müssen sich dann je fünf Flair Bartender an vier ausgewählten Orten in die nächste Runde shaken. Die international besetzte Jury entscheidet dabei, wer der Beste ist. Beim Classic Wettbewerb mixen je zwei Teilnehmer in einer von vier Bars um die Wette. In die Endausscheidung des Master Battle zieht auch hier der von der Jury gekürte Gewinner. Das große Finale beider Wettbewerbe findet in einer eigenen Location statt. Die Finalisten treten hier Face to Face und nach dem K.O.-Prinzip gegeneinander an. Den Siegern winkt ein Preisgeld von 1.600 Euro, die Zweitplazierten erhalten je 800 Euro. Qualifying und Finale können am 4. Oktober live im Internet unter http://www.bols.de mitverfolgt werden.

Sonntag, 30. August 2009

In vino veritas


Denkt man an eine Bar so gehen die ersten Gedanken sofort an die dortigen Spirituosen und Cocktails. Nicht vergessen sollte man die andere meist großzügige Getränkeauswahl. IN fast jeder bar gibt es neben den schon erwähnten Getränken noch diverse Softdrinks, Kaffees, Tees und natürlich auch Wein. Dieses Getränk aus vergorenem Traubensaft erfreut sich schon seit Jahrhunderten größter Beliebtheit und ist eine Wissenschaft für sich. So sind selbst kleinste Kriterien wie der Winkel des Weinberges zur Sonne entscheiden für den zukünftigen Geschmack des späteren Tropfens. Auf den Geschmack kommen auch immer mehr Connaisseure aus der flüssigen Welt des Cocktails.
Im Laufe der vergangenen beiden Jahre ging es über die Themen Wein- Champagner- und Schaumweincocktail direkt auf den puren Genuss dieser Produkte. Dieser beschränkte sich zu Beginn, den Cocktails entsprechend, meist auf Champagner und Sekt. Dass das Interesse auch an “normalen“ Weinen nicht vorübergeht wurde durch den diesjährigen Trollinger 2.0 Contest eindrucksvoll bewiesen mit fast 150 Einsendungen der verschiedensten Weincocktails. Das der Wein auch ein untrennbares Thema der Bar ist zeigen die Berichte des Trinklaune Blogs die meist einen Champagner oder neuerdings auch einen Wein beschreiben um diesen dem geneigten Trinker näher zu bringen. Auch das Mixology-Magazin widmet sich in der Jahreskolumne in 5 Teilen dem alkoholischen Traubensaft. So sammeln sich die Weinflaschen mittlerweile auch bei mir im Keller in einem eigens dafür aufgestellten Schrank bei konstanter Temperatur. Mein persönlicher Geschmack richtet sich hierbei an diverse Weißweine wie Riesling oder Chardonnay. Wein ist ein faszinierendes Getränk welches es Wert ist näher betrachtet zu werden auch wenn die Materie extremst umfangreich und für den Anfang kaum überschaubar ist. Den Einstieg vereinfachen unter anderem Portale wie das von Hendrik Thoma präsentierte TVino – ein Videoblog in dem in regelmäßigen Abständen verschiedenste Weine vorgestellt werden. Die lockere Art der Verkostung in den Videos ist deren besonderer Anreiz. Eine Verkostung eines Weines, einer Spirituose, eines Cocktails muss einfach Spaß machen – und das macht es hier zweifellos.
So ist es kein Wunder das sich in den letzten Wochen bei mir genau so viele Gläser mit Wein wie mit Drinks gefüllt haben. Eine weitere Verschmelzung zwischen der Welt des Weines und der Welt der Mixology wird übrigens am 18.09 auf TVino zu sehen sein…

Mittwoch, 26. August 2009

Whisky-Eis


Das Sommerloch lässt nicht nach. Als warum nützt man die Zeit nicht einfach zum Gang in die nächsten Eisdiele. Folgende Nachricht lag dazu heute in meinem Postfach :
Maker’s Mark Whisky, hat sich mit dem Unternehmen Dulce Chocolate & Ice Cream zusammengeschlossen und lanciert im September 2009 eine Innovation im Eis-Handwerk: Das erste Maker’s Mark Bourbon Whisky Vanilla Eis. Matthias Schneider, Gründer des Franchiseunternehmens Dulce: „Wir legen Wert auf unverfälschte, reine Zutaten und verzichten vollständig auf Industrieprodukte und Konservierungsstoffe… Maker’s Mark ist … die erste Wahl für unser erstes Whisky-Eis.“ Die Manufakturen haben in einem gemeinsamen Workshop mit Eismeistern und Barkeepern vor wenigen Wochen unter vier verschiedenen Whisky Eissorten Ihren Favoriten gewählt. Rob Samuels, Enkel des Gründers von Maker´s Mark reiste dazu extra aus Kentucky an. „Es schmeichelt uns sehr“, so Matthias Schneider, „dass er gleich eine Palette der Gewinnersorte nach Kentucky bestellt hat.“ Die einzigartige Maker´s Mark Bourbon Vanilla Eiskrem ist ab September in allen Dulce Filialen Deutschlands erhältlich. Außerdem sind in den nächsten Monaten noch weitere gemeinsame Maker’s Mark Produktinnovationen geplant.
Ich bin gespannt was sich Makers Mark noch alles ausdenken wird. Innovativ sind sie ja was das Marketing angeht. Wenn da der Begriff Bourbon-Vanille nicht gleich doppeldeutig wird…

Freitag, 21. August 2009

Schumann´s Bar = Restaurant?

Da ich nicht nur ein Freund des gepflegten Trinkens bin gehört auch das Food-Magazin „Der Feinschmecker“ zu den von mir regelmäßig gelesenen Magazinen. Ab und An werden diesem kleine Beilagen mit Adressen zu verschiedensten Orten beigelegt. So auch diesen Monat mit dem Büchlein „Die besten Restaurants 09/10 – 600 Adressen in Deutschland“ in die es eine Bar geschafft hat.
Die Rede ist vom Schumann´s Bar in München. In der Tat eine Top-Bar mit toller Küche. Die Speisekarte ist zwar nicht groß (es ist ja auch eine Bar), aber dafür umso besser und ich wurde noch nie enttäuscht. Gelobt wird vom „Feinschmecker“ „das beste Tartar der Stadt“ und „Die Drinks sind erstklassig, der Service hervorragend und die Barkeeper sind eine Augenweide“. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen ;-) Einen etwas negativen Touch erhält das Ganze durch die Anmerkung „Hier geht’s ums Sehen und Gesehenwerden. Promis, Kulturprominenz, Medienstarts und Normalos drängen sich gern im Getümmel. … (es) werden hier alle gleich behandelt – nur manche etwas gleicher“. Das Erklärt dann wohl auch die Feinschmecker-Platzierung auf den vierten Platz in der Kategorie „Bestes Szene-Restaurant“ Diese Kritik muss ich widerlegen: Es werden alle Gäste gleich behandelt und die Bar ist keinesfalls ein Ort an dem die „Promis“ zum „Gesehenwerden“ schlangestehen. Ganz davon abgesehen das es sich beim Schumanns wohl nicht wirklich um ein „Restaurant“ handelt sondern um eine Bar. Weiterhin bekommt der Leser noch folgende Überlebenstipps für die Bar: „Niemals sich selbst ein Platz an der Bar suchen oder mit dem Handy am Tresen telefonieren!“. Der letzte Punkt ist sehr löblich. Zum ersten Punkt: Ist das so?
Zum Schluss nochmals eine Kritik an den Feinschmecker: Wenn schon die „Bar am Hofgarten“ genant wird sollte auch das Bild dazu stimmen und nicht von der „Schumanns Tagesbar“ stammen…

Dienstag, 18. August 2009

Das Gelbe vom Ei


Eiweiß ist eine Zutat die hinter der Bar nicht fehlen darf. Es verleiht Drinks neben einer schönen Schaumkrone eine geschmeidige und weiche Textur welche das Trinken zu einem neuen macht. Das kann jeder selbst einmal testen bei einem Whisky Sour mit und ohne Eiweiß. Daneben gibt es noch die bekannten Drinks mit Eiweiß wie etwa den Pisco Sour, den Silver Fizz oder den Ramos Gin Fizz. Aber was geschieht mit dem Eigelb? Meist wird dieses achtlos und ohne weitere Umwege in den Abfall geworfen aber muss das den sein? Diese Frage stellte sich vor kurzem ein Mitglied des Cocktailforums und suchte nach Rezepten mit der orangefarbenen Maße. Als Antwort wurde der Golden Fizz (ein Gin Fizz mit Eigelb) genannt sowie diverse Flip-Rezepte. Das brachte mich auf die Idee sich diese Kategorie ein wenig genauer anzusehen.
Ein Flip kennzeichnet einen Drink mit einem Eigelb und gehört zu den ältesten bekannten Drinksgattungen. Dabei hat sich seine Zubereitung im Laufe der Zeit stark geändert. Bereits im 1887er Jerry Thomas Bartenders Guide sind diverse Rezepte zu finden. Unter anderem ein Brandy Flip. Für diesen wird ein Teelöffel Zucker in etwas heißem Wasser aufgelöst und zusammen mit dem Eigelb und etwas Brandy schaumig geshaked. Abgeseiht in ein Glas wurde diese Mischung mit kochendem Wasser zur Hälfte aufgefüllt, mit Muskat bestreut und dem Gast serviert. So wurde der Flip in Amerika ein sehr populäres Heißgetränk noch vor dem Kaffee. Eine Mixtur deren Namen bestimmt schon jeder interessierte Connaisseur oder Bartender gelesen hat ist der „Tom & Jerry“. In diesem Artverwandten Drink werden zunächst Eier zusammen mit etwas Rum und diversen Gewürzen schaumig geschlagen. Ein Esslöffel dieser Maße wird anschließend mit 6cl Brandy in ein Glas gegeben und wiederum mit heißem Wasser aufgefüllt.
Heutzutage werden Flips nur noch als Kaltgetränk serviert, wenn man sie überhaupt auf einer Barkarte findet. Die Zutaten bleiben in der klassischen Version die gleichen nur das diese auf Eis kräftig geshaked werden und der Verzicht auf das Auffüllen mit Wasser. Diese „cold flips“ werden zwar ebenfalls im JT Bartenders Guide aufgelistet aber scheinen in dieser Zeit keine große Rolle gespielt zu haben. Die kalte Zubereitung macht den sehr gehaltvollen Cocktail zugleich zu einer Untergruppe der after-dinner-drink. Laut Dietrich Bocks Buch „Erlesene Cocktails“ wird der Flip auch teilweise zu den „pick-me-ups“ gezählt, eine Sparte wovon ich nicht sehr viel halte. Drinks zum „Kontersaufen“ wie man so schön sagt… Bitte nicht!
Wie schon erwähnt werden die Flips typischerweise mit Muskatnuss bestreut. Sie sollten schnell serviert und ebenso schnell getrunken werden. Dies hat den Grund, da sich die Einzelkomponenten mit der Zeit wieder trennen. Der Cocktail wird unansehnlich und verliert drastisch an Geschmack. Serviert wird dabei in speziellen Flipgläsern oder in einem Sektkelch. Der bekannteste Vertreter dieser Mixturen dürfte heutzutage der Port Flip sein (6cl Portwein, 2cl Cognac, 1 Eigelb, Dashes Zuckersirup und Angostura). So sehr ich den Portwein schätze steht mir dieser momentan in meiner Heimbar nicht zur Verfügung (man kann nicht immer alles haben ;-) Ein kleiner Selbstversuch mit etwas sehr nahe liegendem kam also in Frage: Der Antica Flip ist geboren! Man ersetze den Port durch Carpano Antica Formula Wermut und erhöhe die Zuckermenge im Drink auf ca. 1cl. Auf Angostura wird verzichtet. Der Drink ist frisch-würzig und besitzt die typischen Samtigkeit eines Flips.
Der Flip gehört wie so viel zu einer zu unrecht missachteten Gruppe von Mischgetränken. Zwar mag Eigelb als Zutat etwas ungewöhnlich sein aber es funktioniert hervorragend wie die hohe Anzahl der Rezepte beweist. Um nochmals auf die Anfangsproblematik zurückzukommen: „Was mache ich mit dem Eigelb?“ ist beantwortet. Jetzt kommt hoffentlich niemand mit der Frage „Was mache ich mit dem Eiweiß?“. Das Ei: Eine Zutat- zwei Drinks…

Donnerstag, 13. August 2009

Eine Nacht in Ingolstadt


Trotz einer Autopanne hab ich es vergangenes Wochenende geschafft den Weg in die Heimat des Audis zu schaffen. Diese führte mich geradewegs über München nach Ingolstadt. Somit folgte ich der Einladung eines Freundes, sich die Stadt und deren belebtes Nachtleben ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei wurde ich aber gleich Informiert das er selbst noch keine nennenswertere Cocktailbar gefunden habe.
Auffallend ist die Vielzahl von Cafes und weiteren gastronomischen Betrieben in der schönen Altstadt. Überall in den Straßen befinden sich Tische und Stühle welche reichlich genutzt werden. Bei den momentanen warmen Temperaturen und dem leicht rötlichen Licht der Straßenbeleuchtungen entsteht ein fast mediterranes Flair. Typisch bayrisch hingegen sind die wunderbaren Biergärten die sich an allen Ecken finden lassen. Untermalt durch die passende Musik und einem kühlen Bier zwar weit entfernt von einer Bar aber durchaus immer wieder schön für eine kleine Abwechslung. In diesen Punkten liegen auch die Stärken des Ingolstädter Nachtlebens. An den Bars hingegen muss noch gearbeitet werden (zumindest bei dem was ich gesehen habe). Die Drinks sind meist bunt, süß, großvolumig und saftlastig. Die Barkarten bieten neben den einfachsten Standartdrinks kaum etwas Aufregendes. Nur eine Bar konnte mit seinem Angebot überzeugen, was leider nicht für die Qualität dieser Drinks galt. Hinzu kommen die relativ hohen Preise für Mischgetränke die sich in der ganzen Stadt bei ca. 7 € eingependelt haben.
Ingolstadt in der Nacht macht Spaß! Das geschäftige Treiben, die historische Altstadt und das Ambiente können auf der ganzen Linie überzeugen. Bei den Angebotenen Cocktails sollte man meist gebührenden Abstand halten und sich lieber an Bier und Wein halten was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Wer einen Cocktailtipp für diese Stadt hat, schreibe diesen doch bitte in die Kommentare. Ich bin überzeugt den gibt es in den Gassen der Stadt.

Das Bild zeigt übrigens die „Alte Anatomie“ in der sich das medizinhistorische Museum befindet. Eine sehenswerte Sammlung von medizinischen Instrumenten, Maschinen und Medikamenten n der letzten Jahrhunderte wartet dort auf den Besucher (früher war es besser nicht Krank zu werden). Darüber hinaus befindet sich ein kleiner Botanischer Garten hinter dem Museum. Heilkräuter aller Art sind dort ausgestellt von denen eine große Zahl auch in der Bar zu finden sind.

Montag, 10. August 2009

Mixology Monday: Vodka is your friend


Im vergangenen Monat viel der Mixology Monday aus da sich die meisten (amerikanischen) Blogger zu den Tales of the Cocktail in New Orleans versammelten. Nach acht Wochen ist es heute wieder so weit und man wird von Felicia´s Speakeasy mit folgendem Thema bestraft: Vodka Is Your Friend Um eines gleich vorweg zu klären: Nein, er ist es nicht wirklich!
Die klare Spirituose deren Qualität sich mit Neutralität erklärt hat in der Szene keinen guten Ruf es sei denn sie ist mit Gewürzen versetzt und nennt sich Gin… Wodka muss besonders rein und geschmacksneutral sein. Erreicht wird das durch eine Vielzahl von Destillations- und Filtrationsdurchgängen und genau hiermit haben die Meisten ein Problem: Warum sollte ich etwas vermixen das neutral ist? Für mich dient Wodka lediglich der Erhöhung des Alkoholgehaltes in Drinks. Da die enthaltene Ethanolmenge den Genuss aber nicht bestimmt ist diese Verwendung inakzeptabel. Was sich nicht leugnen lässt ist allerdings die Geschmackstragende Eigenschaft von Alkohol. Somit ist es möglich feine Aromen in einem bestimmten Maß zu „puschen“ – vorausgesetzt man kennt solche Rezepturen.
Vor langer, langer Zeit, in den Anfängen meiner Bar, hatte ich über zehn Sorten des klaren Destillates in meine Regalen aber gebraucht hab ich Sie nie. Nur selten konnte ein Drink mit dieser Zutat überzeugen. Meist ist das Gemisch langweilig und ohne jeglichen Charakter. Das führte dazu das ich heute nur noch einen einzigen Wodka in meiner Bar führe für alle Fälle. Immerhin ist die Produktanzahl unüberschaubar dank des unerklärlichen Hype des Wodkas vor ca. 2 Jahren. Es verging kaum eine Woche in der nicht ein neues Wässerchen in einer schicken Designerflasche vorgestellt wurde, Einer neutraler und reiner als der Andere (angeblich). Daneben entwickelte sich eine riesige Palette mit aromatisierten Wodkas. Vom Zitrone über Birne bis hin zum Pfeffer ist alles möglich, obwohl diese Entwicklung im krassen Gegenteil zum Urwodka steht der ja möglichst kein Aroma besitzen sollte.
Ein Wodkadrink den ich als einziges erwähnenswert finde schaffte es durch die Erfolgsserie „Sex And The City“ in aller Munde zu sein. Die Rede ist natürlich vom Cosmopolitan. Dieser Drink aus 4 cl Zitronenwodka, je 1.5 cl Cointreau und Limettensaft sowie 3cl Cranberrynektar dürfte ausreichend bekannt sein. Feinherb, frisch und fruchtig präsentiert sich der Drink mit seiner hellroten Farbe.
Um es abermals zu erwähnen: Ich kann mit Wodka nicht viel Anfangen und dennoch könnte er mein Freund sein wie das Thema des MxMo besagt den: Mit den richtigen Botanicals versetzt wird aus dem neutralen Alkohol eine sehr trinkenswerte Spirituose: Der Gin!…

Donnerstag, 6. August 2009

Sommerloch

Das aktuelle Sommerloch schlägt mit voller Wucht ein und in den Blogs und Foren ist nicht viel los. Da auch ich das kommende Wochenende nutzen werde um mit Freunden das schöne Ingolstadt und seine Barwelt zu erkunden hier nun etwas um die Zeit zu überbrücke: Dieses Video machte in den letzten Tagen die Runde via Facebook und Twitter und sorgte dort für gute Laune unter den vernetzten Bartendern. Angeblich wird dort so etwas wie ein Mai Tai zubereitet.



1. Man schneide eine halbe Limette in Sechstel
2. Diese kommen in einen Shaker (in das Metallteil!)
3. 4 cl Bacardi hinzugeben (oder eine Billigvariante)
4. 2 cl Orangenlikör oder Triple Sec oder Cointreau dazu aber „immer schön abmessen“
5. 1 cl Mandelsirup hinzugeben Anmerkung: „Mandelsirup hat so´n leichten Mandelton“!
6. 6 cl Orangensaft hinzugeben nach "Pi mal Daumen" (Man vergesse das erwähnte Abmessen von Punkt 4)
7. 6 cl Ananssaft kommen auch rein
8. Eis in den Shaker (mit wenigen Eiswürfel)
9.Gästeglas vorkühlen (mit wenigen Eiswürfel)
10. Das Ganze shaken und alles in das Trinkglas kippen
11. Mit einer Karambola garnieren und die Trinkhalme nicht vergessen!

Dienstag, 4. August 2009

Planters Punch (einmal anderst)


Der Planters Punch ist ein Cocktail den man weltweit in jeder Bar auf jeder Getränkekarte findet. Dieser Mainstream-Drink ist für mich schon seit Jahren der Inbegriff für Saftmischungen mit etwas Alkohol. Immerhin sind Ananassaft, Orangensaft, Markujanektar (momentan vielleicht auch nicht ;-) und Grenadine in irgendeiner Form immer in diesem Rezept vorhanden. Mit anderen Worten: Der Cocktail ist einfach langweilig. Besserem wird man jedoch belehrt wenn man Ted Haighs neues Buch auf Seite 176 aufschlägt. Diese interessante Variante des Rumpunches unterscheidet sich nicht nur maßgeblich von Anderen sonder greift passender Weise noch die Themen Muskat und Tiki auf die ich in den letzten Tagen angesprochen habe.
Ted teilte meine oben beschriebene Meinung bis er auf das Rezept eines gewissen Jasper La France des Bay Roc Hotel in Montego Bay traf. Dieser setzt auf eine „geheime“ Zutat sowie Rum im Verhältnis 1:1 – weg mit dem Saft und her mit dem Rum! Bei der Geheimzutat handelt es sich um einen modifizierten Sweet&Sour-Mix der die Mixtur entgültig von anderen Platers Punch abhebt. Dieser besteth aus den Saft von 12 Limetten, 350g Zucker, 3,5 cl Angostura Bitters sowie 1/2 gemahlene Muskatnuß. Alle Zutaten werden nun so lange verrührt bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Das Ganze sollte noch gut 2 Stunden durchziehen.
Von der Idee mit dem Muskat bin ich schwer begeistert und so hab ich das Rezept nach eigenen Vorstellungen modifiziert. Ich nahm den Saft aus 10 Limetten und gab nun so viel Zuckersirup hinzu bis ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Süße und Säure entstand. Die Mengenangaben aus dem Original halte ich für nicht empfehlenswert da sich die Saftmenge und die Säure der Früchte stets unterscheiden. Eine Standartisierung ist hier nicht möglich da der „Jasper´s Secret Mix“ so nicht reproduzierbar ist. Wie dem auch sei kam zu meiner süß-sauren Mischung 3 cl Angostura was sich auf meine Menge perfekt integrierte. Das Muskataroma wurde angehoben durch das Erhöhen der Menge auf fast eine ganze Nuß! So konnte sich der Cocktail nun sehen lassen – oder auch nicht! Die Optik ist nicht wirklich ansprechend durch die vorhanden Feststoffe der frischen Zutaten. Der Eindruck von Kaffeesatz macht sich breit. Und wie beseitigt man diesen? Natürlich mit einem Kaffeefilter und das Problem ist beseitigt. Davor wurde das Gemisch 2 Tage zum ziehen im Kühlschrank stehen gelassen.

Jasper´s Planters Punch
1 Teil Jamaica Rum
1 Teil Jaspar´s Secret Mix

Shaked man die Zutaten und seiht sie schließlich auf Eis ab entsteht ein herrlich würziger Rumdrink wie er sein sollte. Die Balance entsteht von alleine durch den zuvor abgestimmten Premix. Rum und Angostura gehen wunderbar einher und werden im Abgang saft von Mukat umhüllt. Es empfiehlt sich die Verwendung eines mittelstark bis stark aromatischen Rums wie den Appleton Extra. Ein Minzzweig als Deko im Glas gibt einen zusätzlichen angenehmen Touch.
Ersetzt man den dunklen Rum durch einen White Overproof (z.B. Neisson Esprit) wird aus dem Planters Punch ein „Jasper´s Rum Punch“ – frisch und würzig und eine Empfehlung Wert nur sollte man auf den hohen Alkoholgehalt achten. Beide Rezepte sind sehr gefällig und das Erste es zeigt wunderbar das ein Planters Punch kein Juice Punch sein muss.