Mittwoch, 30. September 2009

Von Jägern und Sammlern

Soeben kehre ich zurück aus den Wäldern und Wiesen der Umgebung. Leise führte der Weg immer entlang an Waldrändern, vorbei an Viehweiden und über diverse Stacheldrahtzäune hinweg. Das Jagdglück sollte sich sehr in Grenzen halten – ein Opfer war nirgendwo in Sicht. Plötzlich erscheint hinter einer Kuppe eine alte verfallene Hütte, eingewachsen von dem was ich suche. Ich nähre mich und sehe sie auch gleich: Kräftige Schlehdornbüsche über und über gefüllt mit Früchten!
Hiermit kann ich verkünden das es dieses Jahr wieder meinen selbstangesetzten Sloegin geben wird (voraussichtlich Anfang Januar). Vor zwei Jahren hab ich den ersten Versuch dieser Spirituose gestartet mit großem Erfolg. Die Ernte stellte sich als reaktiv einfach heraus da sämtliche Schlehenpflanzen üppigst Früchte trugen. Nachdem ich keinen Sloegin mehr hatte musste natürlich für Nachschub gesorgt werden doch 2008 wurde eine Katastrophe! Die Schlehe ist eine Pflanze welche sehr früh im Jahr zu blühen beginnt und dann sehr kälteempfindlich ist. Letztes Jahr gab es keine einzige Frucht in der Region. Ein starker Frostschaden dürfte für diesen Ausfall verantwortlich gewesen sein. Dieses Jahr sieht es immerhin ein wenig besser aus. Zwar sind die meisten Schlehen nach wie vor ohne Früchte (wieder Frost), doch einige Büsche hatten Erfolg. Jene welche inmitten anderer Pflanzen geschützt stehen oder an einer Wand einer Hütte sind gut bestückt mit den kleinen blauen Beeren. Da diese Konstellation nicht all zu häufig ist, gibt es sie zwar nicht in Unmengen wie 2007 aber immerhin! Jetzt heißt es nur noch den ersten Frost abzuwarten. So schädlich er im Frühjahr ist umso nützlicher ist der nächtliche Kälteeinbruch im Herbst. Die Pflanzen wollen sich bei Frost schützen und ziehen ihre Säfte aus den Blättern und Früchten in ihr Inneres zurück, inklusive einiger Bitterstoffe. Das hat zu folge das die Früchte süßer und milder werden – der Sloegin muss hinterher weniger nachgezuckert werden. Beim ersten Versuch lag der Zuckeranteil bei gerade einmal 80g/L!
Somit heißt es jetzt nur noch warten bis die Temperaturen weit genug gesunken sind und das mir kein anderer Sammler zuvor kommt. 10 Liter Gin sind zumindest auf den Weg zu mir. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit einem Royal Sloe Gin Fizz. Moment mal! Ich hab ja gar keinen Sloegin mehr…

Montag, 28. September 2009

Mixology Monday: Dizzy Dairy

Fast wurde der Termin vergessen aber kurz vor Monatsende gibt es doch noch den regelmäßigen Mixology Monday. Doch kein Blog ist dieses Mal für ein Thema verantwortlich sonder ein ganzes Forum. Genauer gesagt die fleißigen Schreiber des „Spirits & Cocktails“-Unterforum des egullet. Gesucht wird ein Drink mit einem Miclprodukt (Dairy). Ob es sich dabei um die Milch selber handelt oder um Joghurt, Quark, Sahne, Butter ist jedem selbst überlassen. Als Allgäuer sollte ich keine großen Probleme haben einen solchen Drink zu finden, nachdem mein Dorf umrandet ist mit grünen Feldern und Milchvieh. An erster Stelle fällt mir hierzu natürlich der Ramos Gin Fizz ein, aber dieser Cocktail dürfte bekannt genug sein um nicht noch mehr Worte über ihn zu verlieren. Meine weiteren Gedanken führten mich dann zur (meiner Meinung nach) einzigen Daseinsberechtigung für die kalte Jahreszeit: Der Hot Buttered Rum. Da es für diesen winterlichen Drink aber noch zu früh ist und ich mir die Vorfreude darauf auf keinen Fall nehmen will, ist auch dieses Getränk für den MxMo hinfällig. Da ich nicht der größte Freund von Milch- bzw. Sahnedrinks bin wird es langsam eng mit den Rezepten die auch meinen Geschmack treffen. An erster Stelle ist der Alexander-Cocktail zu nennen, welcher gerade auf Herz und Nieren im Bartender Labor verköstigt wurde. An dieser Stelle auch einmal einen herzlichen Dank an Thorsten Pannek und seinen Laboranten für all die Mühen dieser umfangreichen Testreihen!
Der Alexander ist ein äußert vielseitiger und wandelbarer Drink. Er besteht aus drei Zutaten, welche je zu einem drittel geshaked werden. Immer dabei sind Sahne und Creme de Cacao. Das letzte Drittel, die Spirituose, kann je nach Wunsch variiert werden. Am besten eignet sich dazu eine gereifte Spirtuose. Häufig anzutreffen sind Varianten mit Weinbrandbasis d.h. Brandy, Weinbrand, Cognac. Nicht zu verachten sind Rum- und Whisky-Alexander. Der letztere funktioniert normalerweise problemlos mit Bourbon. Da ich momentan sehr experementierfreudig bin entschloss ich mich diese Mixtur mit einem leichten Scotch zu testen. Meine Wahl viel dabei auf den zwölfjährigen von Ancnonc. Der milde Highland Single Malt bringt eine leichte Süße mit sich die sich problemlos einbinden lassen sollte. Seine leicht torfigen Töne sollten dabei dem Cocktail das gewisse Extra verleihen.
Das Ergebnis war ein ungewöhnlich leichter Drink mit sanften Schokoladentönen und nur wenig Charakter des Whiskys. Der Drink besaß mehr frische als gewollt was aber der Sahne zufälligerweise sehr zu Gute kam. Den Drink könnte an auch als ein kaltes Glas Milch mit leichten Kakaotönen bezeichnen. Da der Digestif-Cocktail aber ruhig eine kräftigere Note vertragen kann wird ich mich das nächste Mal wieder für den Klassiker entscheiden mit Brandy oder Cognac und einem Hauch geriebener Muskatnuss auf der leichten Schaumhaube. Cheers!

Freitag, 25. September 2009

Bols Around the World 2009

Bols ruft zum internationalen Cocktail-Wettbewerb auf. Gesucht wird der Mixologer mit dem besten und außergewöhnlichsten Cocktailrezept im Stil der 20er. Bartender haben nun die Chance, sich beim „Around The World 2009/10“ Wettbewerb im internationalen Vergleich zu messen. Der Likör- und Spirituosenhersteller wählte dafür in diesem Jahr ein ganz besonderes Motto – Bols Shaking Twenties. Es ist eine Reminiszenz an die 20er Jahre, die Zeit der Veränderung, des Bruchs mit Traditionen, des Auslotens neuer Grenzen – aber auch des ausgelassenen, schillernden Feierns. Dieses Jahrzehnt steht für ein ganz neues Lebensgefühl und ein Flair, das Bols in die Welt der Cocktails übertragen möchte. Aufgabe der Bartender, die beim „Around The World“ teilnehmen wollen, ist es, genau diese Stimmung in einem selbstkreierten Cocktail widerzuspiegeln. Er muss glamourös, innovativ, stylisch und provokativ sein. Der Likörhersteller sucht einen außergewöhnlichen und überraschenden Drink. Für die Teilnahme reichen Bartender ihr Cocktailrezept ein und erklären, warum es die 20er Jahre symbolisiert. Weitere Informationen zum Prozedere finden sich unter www.bolsaroundtheworld.com.
Die international besetzte Expertenjury besteht aus sechs Mitgliedern, jeweils von einem der sechs Kontinente. Jedes Jurymitglied wählt zunächst auf seinem Kontinent einen Gewinner. Die besten sechs Bartender der Welt treten dann in Amsterdam gegeneinander an. Der Sieger darf seinen eigenen Likör kreieren und erhält ein Jahr lang jeden Monat sechs Flaschen dieses Likörs. Bis zum 31. Oktober 2009 haben Bartender die Chance sich anzumelden. Im Dezember gibt die Jury die jeweiligen Gewinner bekannt, die im Februar 2010 im Finale antreten. Ein Cocktailrezept zu kreieren, das den Flair der 20er Jahre widerspiegelt, ist eine tolle Herausforderung,“ so Brand Managerin Sabrina Stern.

Donnerstag, 24. September 2009

Hamburg 2009 - Ein Videobericht

Ab dem jetzigen Zeitpunkt würde ich mich selbst als ausgeschlafen Bezeichnen nach den letzten Tagen in Hamburg. Der Startschuss sollte die Zugfahrt in Richtung Norden sein, welcher dank der obligatorischen Verspätung eines Zuges fast in die Hose gegangen wäre. Der Zufall wollte es immerhin das ich in Nürnberg umsteigen musste. Da ein zweiter Teilnehmer dieses Wochenendes nicht weit entfernt wohnt, konnte eine gemeinsame Zugfahrt anrangiert werden. Wir wären keine echten Cocktailnerds wenn wir die Gelegenheit nicht sofort zu unseren Gunsten ausgenutzt hätten.



Am Zielort angekommen ging es sofort weiter in Richtung „Hotel Bornhöft“ um gleich nach der Ankunft den nächsten Drink genießen zu können und die Zeit zu überbrücken bis die restlichen Teilnehmer nach und nach eintrafen. Der Tag endete wie er begonnen hatte mit weitern köstlichen Cocktails und Champagner in der privaten Kellerbar, nach einem Besuch einer Hotelbar und einem exzellenten Essen im Restaurant Le Plat du Jour.
Am nächsten Tag stand alles im Zeichen des Krug-Tastings und dem Sushi, welches am Abend serviert werden sollte. Hier zeigte sich auch warum wir unseren Platz hinter und vor dem Tresen gefunden haben und nicht in der Küche… Nach der teils, geradezu stümperhaften Vorbereitung, wurden die Fischröllchen auf die Minute fertig um endlich die Momente einzuleiten auf welche sich die Teilnehmer schon seit dem Frühjahr mit ganzem Herzen gefreut haben.



Was in den kommenden Stunden folgen sollte hat alle Erwartungen bei weitem Übertroffen. Alle Weine konnten auf ganzer Linie überzeugen ohne Fehl und Tadel. In gemütlicher Runde unter Gleichgesinnten und schöner Musik konnte mit allen Sinnen Glas für Glas genossen werden. Abgerundet wurden diese Momente mit einer philosophischen Diskussion mit dem Thema „Was ist Glück?“, welche mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Verkostung endete um 4 Uhr nachts nach einem weiteren gemütlichen Cocktail so perfekt wie sie begonnen hatte. Verkostungsnotitzen der Krüge wird es in den nächsten Tagen auf dem Trinklaune-Blog geben.



Ein Teil der Teilnehmer musste uns leider schon am nächsten Morgen verlassen, sodass der verbleibende Rest den Tag dazu nutzte dem Barausstatter APS sowie der Weinquelle einen Besuch abzustatten. Nach diesen Pflichtbesuchen wurde der Übergang zischen dem Nachmittag und dem Abend mit Kaffee und Rum eingeleitet – daran könnte man sich gewöhnen! Überraschenderweise konnten wir uns auf dem Besuch zweier weiterer Connaisseure freuen, welche gerade durch Deutschland reisten und sich zufälligerweise zu diesem Zeitpunkt in Hamburg aufhielten. So geschah es das fünf Personen bis spät in der Nacht ihrem Hobby nachgingen. Der Trip nach Hamburg endete am nächsten Tage und die Heimreise in den Süden der Republik konnte angetreten werden. Es ist schade das diese Besuche immer viel zu schnell vergehen aber der nächste ist ja keine zwei Wochen entfernt: Berlin wir kommen!

Dienstag, 22. September 2009

Whisky-Chat

Whisky-Begeisterte und Branchenkenner haben das kommende Wochenende die Gelegenheit, die Master Distiller der Whiskybrennereien Maker’s Mark und Laphroaig im Live Chat zu treffen. "Distillery Live" nennt sich das Event der beiden bekannten Whiskyhäuser. Vertreten durch ihre Master Distiller findet am Samstag, dem 26. September um 13.00 Uhr auf http://www.distillerylive.us.com eine Diskussion zu der interessanten und freundschaftlichen Beziehung zwischen der Maker's Mark und der Laphroig Destillerie statt. Whisky-Fans und Branchenkenner haben die Möglichkeit während des Webcasts Fragen an die Experten zu stellen und interaktiv an der Diskussion teilzunehmen. Seit drei Jahren in Folge treffen sich einmal im Jahr die Experten der Brennereien Maker’s Mark und Laphroaig zur Diskussion mit Whiskyliebhabern aus aller Welt im Live Chat.

Samstag, 19. September 2009

Neisson L´Esprit aus Martinique


Wer mich kennt weis dss mein Schwerpunkt, seit Anbeginn meiner alkoholischen Interessensvertretungen, auf den Zuckerbränden liegt. Angefangen mit Drinks wie den Cuba Libre oder den Mai Tai hat mich die Faszination des karibischen Goldes nicht mehr losgelassen wie so viele Andere auch. Immer wieder fallen Landesnamen wie Jamaika, Cuba und die Dominikanische Republik, doch was ist mit den vielen kleine Inseln wie Martinique? Von dort stammt immerhin einer meiner favorisierten weißen Rums: Der Neisson L´Esprit. Doch zunächst einmal zurück zur Insel:
Wie für einen Rum aus den französischen Antillen üblich wird hier die Spirituose meist aus frischem Zuckerrohrsaft zubereitet. Martinique ist seit Jahrhunderten eine der bedeutensten Herstellerinseln. Im Jahre 1880 beheimatete das vom Dschungel überwachsene Land 500 Destillerien – und dies waren nur die genehmigten Brennereien! Das Geschäft boomte im laufe der Zeit immer mehr. Das ferne Heimatland Frankreich verschaffte sich ihren Zucker im Laufe der Zeit mittels Zuckerrüben und nicht mit dem aufwendig exportierten Rohrzucker. Folglich standen mehr Rohstoffe für die Rumproduzenten zur Verfügung. Dennoch ging ihre Zahl stetig zurück. Noch heute ist Rum das wichtigste Exportgut des kleinen Eilandes. In den folgende Jahrzehnten verhalf ein kleines und verhasstes Tier dem Rum zu einem weiteren Hoch: Die Reblaus. Die Weinberge in Frankreich waren in früheren Zeiten schwer betroffen und die Weine Mangelware. Um diesen Engpass zu überwinden kam nur Rhum Agricole aus der eigenen Kolonie in Frage. Dies änderte sich jedoch schnell nach den beiden Weltkriegen: Die bis dahin verbliebenen (ca.) 120 Destillerien mussten mit argen Problemen beschäftigen wie einer Einfuhrquote ins Heimatland um dort die zerstörte Wirtschaft besser ankurbeln zu können. Überlebt haben bis in die Gegenwart nur neun Brennereinen (Neisson, Depaz, JM, Saint James, Dillon, La Favorite, Simon, Trois Riviérs und La Mauny) welche 17 Marken herstellen.
Wie schon zu beginn erwähnt möchte ich noch etwas näher auf den Neisson L´Esprit eingehen da über diesen erstklassigen Rum kaum ein Wort verloren wird. Dieser Rhum Agricole ist mit seinen 70% Alkoholgehalt ein echtes Schwergewicht und spart nicht mit seinen Aromen. Bevor an die Verkostung geht muss die Flasche erstmals geöffnet werden was sich dank des wachsüberzogenen Schraubverschlusses leichter anhört als es ist… Kurze Zeit im Eichenfass gereift ist dieser Tropfen unwahrscheinlich kraftvoll und intensiv.
In der Nase entfaltet sich ein enormes Bouquet von floralen und zitruslastigen Aromen. Untermauert werden diese durch einen sanften Kakao- und Tabakgeruch. Nicht kaschieren lässt sich der hohe Anteil an Alkohol, welcher auch am Gaumen sehr prägnant ist. Daneben entfalten sich Aromen von Limette, Blumen und etwas Banane auf der Zunge. Der mittellange Abgang verbleibt mit einem an Bitterschokolade erinnerten Geschmack. Um den starken Charakter des Rums ein wenig zu zügeln empfiehlt es sich diesen mit der Zugabe von etwas Wasser zu bändigen.
Dieser Rum ist ausgezeichnet geeignet für einen Ti Punch nach klassischem Rezept oder für den Jasper´s Rum Punch wie schon an anderer Stelle erwähnt. Eine handelsübliche Flasche mit 70cl Inhalt schlägt mit einem Preis von ca. 50 € zu buche, was mit Sicherheit kein Schnäppchen mehr ist. Dennoch scheint mir der Preis für diesen weißen Ausnahme-Rum durchaus fair und gerechtfertigt. Rumliebhaber sollten ein Auge auf die unscheinbare Flasche aus Milchglas werfen…

Freitag, 18. September 2009

Modebewusst

Die passenden Manschettenknöpfe für das bevorstehende Krugtasting und den BCB sind vorbereitet (Ebay sei Dank ;-)


Montag, 14. September 2009

Unbefriedigter Cocktaildrang

Zugegeben hab ich in den letzten Wochen das Mixen ein wenig vernachlässigt. Das Sommerloch galt es zu überstehen, der Beruf verlangte einiges an Überstunden, anderer Dinge mussten erledigt werden ect. Zum Glück bin ich nicht der Einzige der mit solchen oder ähnlichen Dingen abgelenkt wird ;-) Doch ich denke so langsam kann die nächste Saison beginnen. Termine stehen immerhin genug zur Verfügung.
Weniger als eine Woche trennt mich von meinem Urlaub und von der Hansestadt Hamburg. Nebst den üblichen Besuchen diverser Bars steht der kommende Sonntag im Vordergrund und ganz im Zeichen des Champagners. Bei den bisherigen „Perlweintreffen“ stachen Produkte aus dem Hause Krug stets ungewöhnlich positiv hervor. Das ist einigen Connaisseuren Grund genug ein Krug-Tasting abzuhalten. Sieben Personen werden sich intensiv mit fünf verschiedenen Cuvées des Hauses beschäftigen! Großes wird zu erwarte sein! Eine Zusammenfassung des Abends dürfte alsbald bei den Blogern der Trinklaune zu finden sein. Mein nächstes Ziel sollte eigentlich München sein da ich, trotzt der relativen Nähe, immer noch nicht alle Bars auf meiner Liste abgehackt habe. Da sich die Stadt aber in einer absoluten Oktoberfest-Ausnahmesituation befinden wird muss ich wohl oder übel warten bis diese Aufgehoben wird. So steht immerhin genügend Zeit zur Verfügung um neue Drinks hinter dem privaten Tresen zu testen.
Hoch erwartet ist natürlich auch der Berliner Barconvent, welcher wieder einmal mit einem exzellenten Programm auf sich aufmerksam macht. Die Vorfreude auf diese Veranstaltung ist groß und bereits jetzt kaum noch zu zügeln. Neben der Messe selbst ist für ein großzügiges Rahmenprogramm gesorgt. Am Abend vor dem BCB findet in der Stadt verteilt das Bols Master Battle statt während (in einer noch nicht genannten Bar) sich die Traveling Mixologists die Finger kalt shaken. Aber es ist auch egal wo man sich in diesen Tagen in Berlin aufhält. In irgendeiner Bar wird immer ein bekanntest Gesicht zu finden sein. Den Abschluss bilden, mittlerweile traditionell, die Mixology Bar-Awards deren Nominierungen bis jetzt ebenfalls noch nicht bekannt sind? (Herr Adam wir wollen Namen hören! ;-)
Die kommenden Wochen versprechen so einiges und der Terminkalender könnte kaum ausgefüllter sein. Es freut mich euch alle wieder zu treffen beziehungsweise neue Gesichter kennen zu lernen. Mit etwas Glück kann ich mich dieses Mal in Berlin auch zusammenreißen und es ist nicht (wieder) nötig ein gesondertes Paket zu verschicken, da das Volumen des Reisekoffers chancenlos zu klein ist…

Mittwoch, 9. September 2009

Was wirklich zählt...

Verehrte Blogleser, ist es nicht so das wir immer auf der Such nach dem bestmöglichen Cocktail sind? Ein Dash mehr von Diesem, ein Tropfen mehr von Jenem? Ganz zweifellos ist es auch das was uns zu den „Freaks“ macht die wir nun mal sind ;-) Durch einen Blogeintrag eines anderen Blogs und durch einige Erlebnisse der letzten Wochen ist mir verstärkt aufgefallen welche geheime Zutat immer nötig ist um Drinks besonders gut zu machen. Diese Zutat funktioniert sogar dann wenn die bestellten Cocktails nicht das Maß aller Dinge im Cocktail-Olymp darstellen. So unscheinbar dieser Punkt auch ist so unentbehrlich ist er doch: Der Kontakt mit Freunden, Verwandten und Bekannten in einer Bar.

Zumindest mir geht es so das ich nicht alleine in eine Bar gehen möchte, egal wie gut das restliche Zusammenspiel aller Komponenten auch sein mag. Ein Drink macht alleine nur annähernd soviel Spaß wie in einer geselligen Runde. Das macht in meinen Augen einen grossteil der Cocktail aus. Es ist eine Getränkekategorie die in einer Gruppe genossen enorm an Attraktivität gewinnt. Wirklich bewusst wurde mir das vor einigen Wochen bei einem perfekten Abend unter einfachsten und billigsten Longdrinks.
Während ich mir meine ersten Gedanken über diese Thematik gemacht habe schrieb interessanterweise der Glas und Inhalt Bloger über genau den gleichen Gedanken. Einen Punkt den ich im Gegensatz zu Ruben nicht anspreche ist der es Alkohols. Dieser spielt für mich keine Rolle in Drinks. Der Drink ist das Genussmittel – nicht seine alkoholische Stärke. Beachtenswert ist allerdings die These den einsamen Verzehr durch den Genuss zu rechtfertigen. Der Genuss ist in meinen Augen immer vorhanden sowie unumgänglich aber steht in keinerlei Verbindung mit dem gesellschaftlichen Trinken. Dies sind zwei verschiedene Punkte welche aber in bester Symbiose zueinander stehen. Ruben beschreibt dazu folgendes „…Aber wenn man sich die Wurzeln und den ursprünglichen Zweck auch anderer Genussmittel anschaut,steigt man dahinter,dass der gesellschaftliche Aspekt als Grundlage nicht überschritten werden sollte…d.h. Einsame Cocktails sind an sich tabu- es sei denn in Ausnahmesituationen:Herzschmerz etc.! “
Ich hingegen sehe das etwas anders. „Einsame Cocktails“ sind kein Problem und es spricht nichts dagegen. Zu oft packt mich selbst die Lust am Genuss und ich trinke einen Manhattan und schaue nebenbei irgendetwas im TV an. Ich möchte das in dieser Situation so und sehe darin kein Problem. Das bringt mich wieder zu den vorherigen Punkten: Im Zusammensein Mehrerer währe eine identische Situation um ein vielfaches gemütlicher und schöner- Ein kaltes Mischgetränk in der Hand und sich dabei mit Personen unterhalten deren Dasein man zu schätzen weis. Ich komme daher zu dem Schluss das der soziale Aspekt und der Genuss eines Cocktails gleichzusetzen sind. Und könnte man diesen Punkt besser unterstreichen als mit folgendem geradezu dafür geschaffenen Zitat:

Genuss ist nur ein Tropfen im Cocktail des Glücks, doch welch Würze verleiht er!
-Albert Memmi

Freitag, 4. September 2009

Cocktailarena - Das Ergebnis


Nunmehr vor einigen Monaten startete hier im Blog eine Umfragereihe die ich „Cocktailarena“ nannte. Die häufigsten und beliebtesten Drinks in den Bars traten dabei im Duell gegeneinander an um am Ende eine kleine Chart-Liste zu erhalten. Dieses kleine Projekt wurde letztes Wochenende beendet nach knapp 80 Einzelumfragen die je nach Fortschritte zwischen 3 und 14 Tage andauernden. Natürlich ist das erzielte Ergebnis nicht wirklich aussagekräftig was die geneigten Blogleser wirklich zu trinken schätzen – dazu müssten sich die „Verliererdrinks“ alle nochmals gegenseitig duellieren. Dies geschah aus Zeitgründen lediglich bei den letzten fünf Drinks ansonsten währe die Cocktailarena nächsten Sommer noch nicht abgeschlossen.
Zu Beginn standen 72 Drinks im Vorentscheid. Stets wurde bei den Umfrage darauf geachtet das sich möglichst gleiche Cocktails gegenüber stehen der Fairness halber. So wurden im Laufe der Zeit auch die Ergebnisse etwas verfälscht wenn das nicht mehr möglich war z.B. Prince of Wales gegen Gin Tonic. Da hier aber in erster Linie der Spaß im Vordergrund stehen sollte und diese Umregelmäßigkeiten (hoffentlich) niemanden stört kam es nach Wochen des Wartens schlussendlich zu folgenden Ergebnissen.
An sechster Stelle sei kurz der Longdrinks Dark & Stormy erwähnt, welcher nur aus Rum und Ginger Beer besteht; Ein würziger Drink mit Charakter in dem beide Bestandteile perfekt harmonieren. Der fünfte Platz wurde vom allseits beliebten Mint Julep belegt. Die eiskalte Symbiose aus Bourbon und Minze in einem Silberbecher steht seit Jahren auf der Beliebtheitsscala an den vorderster Fronten wie nun sehr anschaulich bewiesen wurde. Und seien wir ehrlich: Es gibt keinen erfrischenderen Cocktail im Sommer als dieses amerikanische Original. Dicht dahinter belegte die bekannteste Variante des Gin Fizz den vierten Platz. Der Ramos Gin Fizz ist der einzige Sahnecocktail der es überhaupt in eine höhere Runde geschafft hat. Mit einer nahezu unzerstörbaren Schaumkrone gelang dieser Drink seit seiner Wiederentdeckung vor einigen Jahren in die Gunst der Cocktailwelten-Leser. Darauf ein ehrliches „Cheers“ in Richtung New Orleans, der Heimatstadt dieser flüssigen Kreation.
Daraufhin sollte der Blick wieder ins eigene Land gerichtet werden, genauer gesagt nach Hamburg in die Rathausstraße. Es war der internationale Sommerdrink 2008 und ist der erste auf einem Podestplatz in der Cocktailarena. Jörg Meyers Gin Basil Smash überzeugte Bartender sowie Gäste und steht an der Spitze der Cuisine-Style Drinks und kann auch als der erste Web2.0-Cocktail bezeichnet werden. Eine echte Überraschung dagegen ist der Drink welcher sich den zweiten Platz belegt und hätte man mich vorher gefragt hätte ich diesen Klassiker als Chancenlos eingestuft. Er ist fast überall zu finden und bleibt doch meist unbemerkt Ein Drink über den schon viel gestritten wurde in seiner Zubereitung: Gerührt oder geschüttelt? Mit Limettensaft oder ohne? Mischverhältnis 1:1, 2:1, 3:1 oder doch komplett anderes. Somit steht der Gimlet nur knapp unter dem Bestplatzierten der sich gegen alle Anderen Durchsetzen konnte.
Somit auf Platz eins ein Rumcocktail den jeder kennt und schätzt. Er ist der Lieblingsdrink Vieler und eine Ikone aus dem Bereich des Tiki (wenn man ihn Richtig zubereitet). So kommt es das der Mai Tai der absolute Lieblingsdrink der Cocktailwelten-Leser ist. Rumlastig, ausgeglichen in seiner Süße und Säure sowie mit einem leichten Mandelton zurecht in der Spitze der beliebtesten Drinks. Aus diesem Grund sei nur zu Hoffen das es niemals an jamaikanischen Rum mangeln möge für den Drink der „nicht von dieser Welt“ zu sein scheint.
Für einen kleinen Überblick gibt es hier nochmals meine Tabelle mit allen Drinks, Umfragen und Ergebnissen der Cocktailarena.