Mittwoch, 28. Oktober 2009

Deja-Vu²

Zitat Wikipedia: „Als Déjà-vu-Erlebnis bezeichnet man ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen oder geträumt zu haben.“ So erging es mir zumindest bei den beiden neuen Produkten aus dem Hause Adelholzener. Erinnert sich noch jemand an das Frucht-Kaffee-Wasser vor einem guten halben Jahr? Die Weiterentwicklung dieses Produktes ist nun erhältlich nur ohne die Kaffeearomen – das Koffein hingegen bleibt. Die nun unter dem Namen „Coffee Kick“ vermarkteten Produkte sind eine Entwicklung aus der momentanen Kundenreaktion. Der Geschmack rufte doch geteilte Meinungen hervor.
Das neue Wasser mit Himbeeraroma ist angenehm im Geschmack wirkt jedoch etwas künstlich. Die leichte Süße ist hingegen gut abgestimmt. Eine Überraschung hingegen ist der „Coffee Kick Mango“ im Vergleich zum „Mango-Kaffee“. Das Wasser ist für meinen Geschmack immer noch deutlich zu Süß aber die Frucht wird durch die fehlenden Kaffeenoten nun identifizierbar. Nach einer anfänglichen sehr floralen und fruchtigen Note ist die Mango nun im Abgang deutlich vorhanden wenn auch nur leicht. Die Idee hinter diesen Wässerchen find ich nach wie vor toll jedoch ist der Koffeingehalt unverändert bei 50 mg/l in einer 75 cl Flasche – 200 mg/l könnte das Ganze problemlos vertragen! Genau so kritisch stehe ich der „15-fachen Menge Sauerstoff“ gegenüber. Fazit: Für zwischendurch ganz ok aber das war’s dann auch.
Und weil es gerade so viel Spaß macht nochmals ein Deja-Vu. Dieses Mal geht es um die Kooperation von Makers Mark und Dulce. Sagt euch nichts mehr? Das waren die mit dem Eis, welches im Übrigen sehr lecker ist, wie ich in einem aufopfernden Selbstversuch feststellen musste ;-) Doch nun geht es an die süße Verführung in Pralinenform. Bourbon Dark Ecuador, Bourbon White Vanilla und Mint Julep heißen die Schokohäppchen, die mit dunkler und weißer Schokolade umhüllt sind und 10% Maker’s Mark enthalten. Der Geschmack des Bourbon integriert sich wunderbar in die Schokolade, so dass beide Komponenten ideal harmonieren. Die Mint Julep Praline ist eine besondere Kreation: angelegt an den Whisky-Cocktail ist sie im Kern mit einem erfrischend sauren Paté de Fruit aus Limette gefüllt. Limetten im Mint Julep? Ich denke ich bleibe dann doch lieber beim richtigen Cocktail und genieße die Schokolade ein anderes Mal in ihrer reinen Form…

Montag, 26. Oktober 2009

Mixology Monday: Vermouth

Der letzte Montag des Oktobers ist nahezu zu 2/3 abgelaufen und somit auch die letzte Chance auf den Mixology Monday 10.2009. Präsentiert wird dieser heute von den Cocktailians unter dem fabulösen Zeichen des Wermuts! Was wäre die Bar nur ohne diese magische Essenz aus Wein und diversen Kräutern und Gewürzen? Schon seit Anbeginn der Cocktailgeschichte sind diese versetzte Weißweine unentbehrlich für eine unendliche Anzahl an Drinks. Man denke dabei nur einmal an Kreation welche selbst Nicht-Cocktail-Trinkern (ja so was soll es tatsächlich geben) ein Begriff sind: Dry Martini, Manhattan oder Negroni. Doch die Geschichte der Wermutweine geht noch deutlich weiter zurück.
Wie auch bei einigen anderen Zutaten ist die Geschichte des Vermouth von medizinischer Abstammung. Seit Jahrtausend wissen die Menschen um die heilenden Wirkungen des namensgebenden Wermutkrautes Artemisia. Um an die Wirkstoffe des herben und bitteren Krautes zu gelangen wurde es unter anderem in Wein eingelegt. Laut einem Artikel des zuletzt erschienen Mixology Magazins ist diese Zubereitung schon seit 400-500 Jahren vor unserer Zeitrechnung bekannt! Wissen das sich über die Jahrtausende zu dem Entwickeln sollte was wir nun in jeden Supermarkt in irgendeiner Form kennen. Um diese „Medizin“ effektiver zu gestallten wurden bald darauf weitere Zutaten mit dem Wein angesetzt. So besteht ein moderner Wermut aus einer Vielzahl von Zutaten deren Umfang keine Grenzen gesetzt sind von A wie Angelikawurzel bis Z wie Zimt. Heute ist darüber hinaus vor allem von zwei Stielrichtungen die Rede: Vermuth süß und trocken bzw. französisch und italienisch. Dies ist einfach durch die regionalen Geschmäcker bestimmt, welche sich bis in die Gegenwart erhalten haben. Dabei gibt es einige gesetzliche Auflagen die es bei der Herstellung zu beachten gibt. So muss ein Vermouth beispielsweise aus mindestens 75% Weißwein bestehen selbst wenn es später als ein rotes Produkt auf dem Markt kommt. Hierzu wird meist mit Zuckercouleur und andern farbgebenden Stoffen nachgeholfen.
Um diesen Wermutstropfen im Sinne des Mixology Mondays gebührend zu zelebrieren muss wie immer ein passender Drink ausgesucht werden. Im Prinzip ist das ganz einfach: Man nehme ein altes Cocktailbuch, schlage dies auf einer beliebiger Seite auf und nutze eines der vielen Vermut-Rezepte dieser Doppelseite… Nichts desto trotzt blickte ich in mein oberstes Regal des Barschrankes vorbei an den ganzen Kräuterlikören zu den dort stehenden sieben Wermutweinen und entschied mich für einen Cocktail mit einem der selteneren goldenen Sorten, dem Noilly Prat Ambre. Ein sehr naher Verwandter des Manhattan Cocktails ist der Brooklyn. Dieser besteht ebenfalls aus Whisky und Wermut aber anstelle der Cocktailbitters kommen Amer Picon und Maraschino zum Einsatz. Dieser Drink wird in seiner Zusammensetzung der Hauptzutaten invertiert um einen „Nylkoorb Cocktail“ zu erhalten und das Ganze weinlastiger und leichter zu gestallten. Danke an den bekannten Hamburger Lehrkörper für diese Rezeptur ;-)

Nylkoorb Cocktail
5 cl Nolly Prat Ambre
2 cl Rye Whisky
1 BL Amer Picon
1 BL Maraschino

Alle Zutaten werden auf Eis gerührt und anschließend in eine gekühlte Cocktailschale abgeseiht. Garniert wird der Drink mit einer Orangenspirale, welche sich geschmacklich sehr gut an den Vermouth schmiegt. Der Nylkoorb ist ein komplexer Aperitif für viele verschiedene Gelegenheiten. Für alle die sich Fragen was der Name des Cocktails bedeutet: Nunja es ist ein verdrehter Brooklyn - Alles klar? ;-)

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Green Door, Berlin

Schon seit langer Zeit stand die Berliner Green Door Bar auf meiner Liste der „Zu-Besuchende-Bars“ und schlussendlich hab ich es doch geschafft. Nur wenige Gehminuten vom Nolendorfplatz entfernt befindet sich die kleine Bar für Trinkkultur. Vorbei an einigen vergitterten Fenstern weist ein Neonschild auf den unscheinbaren Eingang hin. Nach einem kurzen klingeln wurde unserer Gruppe die grüne schwere Tür geöffnet und es wurde uns ein Platz zugewiesen.

Auf einer Seite des langen, schmalen Raumes befindet sich über die gesamte Länge der Tresen. Die Wand des Backboards ist einer Holzmaserung nachempfunden angemalt. Die gegenüberliegende Wand ist schlicht weiß und geschwungen gestaltet, was die Bar enorm auflockert. Die verbleibenden Seiten der Bar sind in einem blauen Karomuster gestrichen was an Oma´s altes Wohnzimmer erinnert aber sehr gemütlich wirkt. Unterstrichen wird diese Wohnzimmer-Atmosphäre durch die warme, indirekte Beleuchtung und den alten Bildern an den Stirnseiten der Bar sowie diversen anderen Accessoires.
Die Spirituosenauswahl bietet alles was das Herz begehrt und ist über die ganze Raumlänge verteilt auf einer mehrstufigen Flaschentreppe. Das großzügige Getränkemenü reicht von den klassischen Cocktails, über Eigenkreationen bis hin zu neuen Mixturen. Hier sollte für jeden Bargänger das Richtige zu finden sein und wenn nicht wird natürlich auch auf Wunsch geshaked und gerührt. Der Service war schnell, nett und zuvorkommend. Vor der eigentlichen Bestellung wird auch in dieser Bar den Gästen ein Glas Wasser serviert, was ich nach wie vor sehr zu schätzen weis. Eine kleine Geste die viel bewirkt und pure Gastfreundlichkeit beweist. Auch bei den Drinks gabt es an diesem Abend nichts zu beanstanden. Ein Brandy Alexander, Gin Tonic und ein Raffles Singapure Sling waren genau so wie sie sein sollten. Lediglich zwei bestellte Daiquiris waren einen Tick zu süß was aber kein Problem darstellt. Die Preise für die Drinks liegen, berlintypisch, im Bereich von 7-10 € und sind fair bemessen.
Das Green Door ist eine Bar deren Besuch sich mit Sicherheit rentieren wird. Ich kann mir jedoch vorstellen dass das etwas ungewöhnliche Ambiente nicht jedermanns Geschmack trifft. Die Qualität der Cocktails wird es jedoch mit Sicherheit. In Kombination mit dem guten Service und Jazzmusik sollte zudem nichts gegen einen Besuch dieser kleinen Bar sprechen. Spätestens beim nächsten Barconvent werde ich es mir wieder auf der Couch in der hinteren Ecke gemütlich machen…

Montag, 19. Oktober 2009

Connaisseure in München


Wenn ich in meiner Region vorhabe gute oder klassische Cocktails zu Drinken sollte die Bestellung ein kühles Bier sein denn das funktioniert immer. Drinks finde ich nur selten Gute und klassische Mischgetränke gehen gar nicht. (Biermischungen ausgeschlossen) Dafür hab ich die Wahl aus einer unendlichen Liste von Saftgepansche, Premixcocktails aus der Plastikflasche oder aus dem Cocktailautomaten dessen Werbung in einem angeblichen Bartender-Magazin zu finden ist. Aus diesem Grund führt mich mein Weg des Öfteren nach München da hier die Barqualität zu finden ist, die ich suche. Auf meinen Touren treffe ich immer wieder Gleichgesinnte denen es genau so geht: Keine oder maximal nur eine halbwegs brauchbare Bar in der Nähe und nur die Möglichkeit in die nächste Oase zu pilgern um in der Drinkswüste zu überleben…
Im Gespräch mit einigen anderen Connaisseuren kam ich auf die Idee eine kleine Gruppe zu bilden, der jeder beiwohnen kann wenn er Lust und Zeit hat. Es geht lediglich darum sich in regelmäßigen Abständen in München zu einer kleinen Bartour zu treffen, um unser Hobby ausleben zu können. In der größeren Gruppe macht so etwas bekanntlich mehr Spaß als alleine oder mit nur zwei Personen. Deshalb möchte ich einmal in die Runde fragen ob überhaupt Interesse daran bestände. Ein erster Termin könnte beispielsweise ca. Mitte November sein, da hier eine kleine Shochu-Nacht im Barroom geplant ist in Zusammenarbeit mit dem Barfish Alex. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben. Die offizielle Diskussion und Terminplanung zur Münchner Runde geschieht über das Cocktailforum in diesem Thread.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Jerry Thomas Bourbon Workshop

Heute vor genau einer Woche konnte ich die Gelegenheit ergreifen am einem von Jim Beam organisierten Bourbon Workshop teilzunehmen unter der Führung des Barlab-Bloggers Klaus Rainer und Fred Noe, dem Urenkel von Jim Beam persönlich. Somit ging es, die Koffer vom BCB noch nicht einmal ausgeräumt, direkt weiter nach München in die Dingolfinger Straße. Immerhin muss ich jede Chance ergreifen solchen Veranstaltungen beizuwohnen. Da diese Events „bartendergerecht“ unter der Woche stattfinden ist selbstverständlich aber bei mir als Connaisseur ist dies zeitlich nur selten zu meistern. Nachdem es schien das keine weiteren Teilnehmer auftauchen würden ging es auch sofort los. Das muss ich nochmals kurz erwähnen da mir anhand der ausliegenden Namensschilder aufgefallen ist das gerade einmal die Hälfte der angemeldeten Personen auch wirklich gekommen sind. Meine Gedanken gingen sofort an einem vor kurzen verfassten Bericht von Das Gastronom
Zu Beginn stellte sich Fred Noe vor und erzählte so einiges aus der interessanten Geschichte seines Familienbetriebes von den ersten Anfängen bis zur Neuzeit. Der Brennmeister leitet die Firma nun in der siebten Generation und man merkte dem sympathischen Amerikaner an das er mit Leib und Seele für seinen Beruf einsteht. Immerhin existiert die Destillerie bereits seit den ersten Cocktails vor über 200 Jahren. Um das auch in dem Workshop zu verdeutlichen wurden in den nächsten Stunden nur klassische Whiskydrinks aus Jerry Thomas´ Bartenders Guide vorgestellt. Dieses, das erste Cocktailbuch der Geschichte, liegt nun in Zusammenarbeit zwischen Klaus Rainer und Jim Beam erstmalig in einer deutschen Übersetzung vor. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Verantwortlichen für dieses fantastische Buch bedanken. Auch erwähnenswert sei die kostenlose Verteilung dieses Werkes während des BCB´s und den Whiskyworkshops! Man hat die Zeichen der Zeit erkannt und in meinen Augen somit die beste Promo-Aktion der letzten Jahre ins Leben berufen – Super! Wer noch kein Exemplar besitzt, kann es sich demnächst über die Homepage von Jim Beam bestellen.

Vorgestellt wurden Drinks wie beispielsweise der Manhattan oder der Mint Julep. Dabei wurden aber nicht die gängigen Rezepte verwendet wie sie jeder kennt sondern haargenau die aus dem Bartenders Guide. Eine Erfahrung die ihres gleichen sucht, oder wer würde schon auf die Idee kommen den Vorgänger des „Old Fashioned“ zu shaken? …und das auf Crushed Ice! Es war faszinierend einmal zu erleben wie sich Cocktails im laufe der Zeit ändern und anpassen. Schon einmal einen Manhattan mit 2 Teilen Wermut und einem Teil Whisky versucht? Ihr verpasst so einiges! Da ich momentan eine alkohlfreie Zeit verbringe bleibt der Shaker in der Bar noch ein paar Wochen trocken aber ich möchte in der Zeit danach verstärkt einige dieser alten Rezepturen testen.
In einer kleinen Halbzeitpause inmitten des Kurses wurde etwas Fingerfood gereicht und es bestand die Gelegenheit etwas zu fachsimpeln und sich die verteilten Bücher signieren zu lassen. Ins Auge gefallen sind uns dabei natürlich die drei wunderschönen Shaker aus der JR Shakermanufaktur. Wer wie ich die Chance hat diese massiven Becher in seinen Händen zu halten wird sie lieben. Ein Traum aus Silber und Gold der wohl ein Traum bleiben wird. Da man bekanntlich nicht über Geld redet, werde ich mich auch daran halten, denn diese Shüttelbecher haben auch ihren Preis. (und das zu Recht)
Nach dieser kurzen Unterbrechung ging es auch gleich weiter im Programm, welches mit der Präsentation des „Blue Blazer“ Cocktails endete. Neben dem Showeffekt dieses Drinks bestand im Nachhinein die Möglichkeit des Verkostung: Eine Sensation! Seit langem hab ich keinen solch grandiosen Drink mehr verköstigen können! Zitat Klaus: „Man kann damit Gäste verblüffen wen einem nun wirklich gar nichts mehr einfällt… und es schmeckt auch noch richtig geil!“ Der Blazer wird mir in diesem Winter bestimmt gute Dienste leiten auch wenn ich auf das umgießen der brennenden Flüssigkeit aus Sicherheitsgründen verzichten werden. Oder wie soll ich im Ernstfall meinem Chef erklären das ich krankgeschrieben bin, weil ich mir die Hände mit brennendem Whisky übergossen habe?
Im Abschluss bleibt mir nur noch eine Danksagung an Klaus für die Einladung. Ich hatte enorm viel Spaß und bin geradezu inspiriert in der nächsten Zeit vermehrt mit Whisky zu arbeiten …sobald meine trockene Phase beendet ist… Cheers!

Montag, 12. Oktober 2009

Barconvent 2009: Tag 2

Es ist gerade einmal 9:00 Uhr in der Früh… Wer ist nur auf die Idee gekommen auf ein gemeinsames Frühstück um 10:00 Uhr im „Vis a Vis“ zusammen mit den ganzen Cocktailfreaks aus dem Cocktailforum? Schnell alles fertig machen und dann ab in die besagte Bar.
So oder so ähnlich müssen meine ersten Gedanke des zweiten Tages des BCB´s gewesen sein. Pünktlich zum Treffpunkt am Vis a Vis angekommen musste ich jedoch feststellen das ich der einzige war der es pünktlich geschafft hat. Aber wer kann es einem auch übel nehmen inmitten des Berliner Nachtlebens. Für die meisten beteiligten Endete die letzte Nacht auch zu dem Zeitpunkt wo normale Menschen wieder fit werden. Nachdem alle Connaisseure mehr oder weniger ausgeschlafen eingetroffen sind, und sich mit Kaffe und einem reichhaltigen Frühstücksangebot stärkten, ging es gegen 1:00 Uhr Nachmittags gemeinsam zurück zum Postbahnhof. Schön zu sehen das es den anderen Besuchern auch nicht gelang pünktlich vor Ort zu sein. Die Entscheidung die Messe erst Mittags zu öffnen, um sich für den zweiten Tag genügen ausruhen zu können, war zwar gut gemeint aber nutzlos. Die Besucher nutzen die gewonnen Zeit lieber für eine ausgedehntere Bartour durch Berlin. Dies machte sich auch in der andächtigen Stille in den Ausstellungsräumen bemerkbar. Ich nutze die Zeit um noch dem Ende des „Chocktails“-Vortrages von Stefan Stevancsecz an der Demonstration Bar zu lauschen. Vorgestellt wurden Drinks mit dem neuesten Produkt aus dem Hause Mozart dem Chocolate Spirit Dry, über welchen es hier im Blog später auch noch einen Eintrag geben wird. Die nächsten Stunden wurden damit verbracht Spirituosen zu verkosten oder sich mit bekannten Gesichtern zu unterhalten bis es zum am meisten Erwarteten Vortrag des BCs ging: Und in der Tat wurde Hidetsugu Uenos´s „Einblick in die Kunst des Japanischen Bartendings“ der bestbesuchteste Event dieser Tage. Es wurde den staunenden Zuschauern gezeigt wie Eiskugeln bzw. Eisdiamanten aus einem Eisblock entstehen sowie die Funktionsweise des berüchtigten Hardshakes. Daneben mixte Hidetsugu in seiner sehr charmanten Art und Weise diverse Drinks wie beispielsweise eine Bloody Mary mit frischen Tomaten oder einen Grasshopper der durch die Zugabe eines Barlöffels Zitronensaft eine fantastische Textur erhielt. Es ist wirklich erstaunlich wie sich Kleinigkeiten auf die Zubereitung eines Cocktails auswirken können. Nach weiteren Rundgängen über das Gelände verabschiedeten sich die meisten Besucher des Barconvents und machten sich auf den Weg zum nahe gelegenen „Umspannwerk“ zu den Mixology Barawards, bevor es nach einer weiteren Bartour wieder nach Hause gehen sollte.
So endete der Event des Jahres aus den Augen eines Cocktailnerds. Der halbleere Koffer wurde mit jede Menge Büchern, Prospekten, Visitenkarten und Mustern randvoll gefüllt um wieder genügen neue Informationen im Haus zu haben bis es in 365 Tagen wieder Richtung Kreuzberg geht. Nicht vergessen: Der Bar Convent Berlin 2010 findet am 4. und 5. Oktober statt! Ich für meinen Teil werde nun zunächst die Erkältung auskurieren die ich als Andenken mitgebracht habe und einige alkoholfreie Wochen vorlegen…

Samstag, 10. Oktober 2009

Barconvent 2009: Tag 1

Wie schon erwähnt hier eine kleine Zusammenfassung des BCB 2009 aus der Sicht eines Cocktailfreaks. Aufgrund des kurzzeitig geplanten „Meet the Bloggers“ , einem Programmpunkt bei denen sich die anwesenden Blogger kurz vor der Messe trafen, war es diesen möglich schon eine halbe Stunde vor Eröffnung in den Postbahnhof zu gelangen. Ein Glück wie sich herausstellen sollte, nachdem es einige schwerwiegende Probleme mit dem Ticketsystem am Einlass gab. Es wunderte uns schon warum erst so wenige Leute im Vorraum anwesend waren. Nichts desto trotz ging es gleich zu Begin zum ersten Vortrag des Jahres: Ian Burell präsentierte auf der Main Stage „Rum Cocktails aus Tom Bullock´s Ideal Bartender“. Nach einer halben Stunde Verzögerung begann Ian in gewohnt unterhaltsamer und lustiger Manier die Drinks vorzustellen. Eine tolle Show für die bisher wenigen Anwesenden. Es ist zu schade das nicht einmal die Hälfte aller Plätze belegt war. Ein Bild auf Facebook verdeutlichte die Probleme am Eingang da sich hier mittlerweile eine 150m lange Schlange gebildet hatte!

Man nutze die Zeit um sich die ersten Eindrücke der Aussteller einzuholen. Diese waren Übersichtlich in dem offenen Raum positioniert bei einem überaus großzügigen Platzangebot. So konnte man sich selbst bei den größten Besucheranströmen am späten Nachmittag alles in Ruhe ansehen ohne das einem ständig jemand auf die Füße tritt – bravo! Alle Namhaften großen Importeure und Spirituosen von A-Z waren präsent und warben um ihre Produkte und Neuerungen. Letztere standen wie auch im Vorjahr verstärkt im Fokus des mixenden Folkes. Als Beispiel seihen Galliano Ristretto, Mozart Dry oder Geranium Gin zu nennen. Dieses Mal hieß es auch bei den Ständen glotzen nicht kleckern. Einige Vertreter kamen auf einfallsreiche Ideen. Sagatiba lies ein Bild auf seinen Stand von einigen Künstlern zeichnen während sich Havana Club ganz im kubanischen Charme in einer „Wellblechhütte“ präsentierte, um nur einige zu nennen. Inmitten der der Aussteller befand sich die neue „Distillers Area“, eine kleine Bühne auf welcher über eine spezielle Spirituose mit dem Herstellern diskutiert wurde wie zum Beispiel die „Gesprächsrunde Tequila“. Schade nur das es teils schwer war den Gesprächen zu folgen inmitten des Trubels der Stände. Hier bedarf es einer kleinen Änderung aber ansonsten kann man den Event als vollen Erfolg betrachten! Direkt neben den Ausstellern befand sich das altbekannte „Taste Forum“. Bekannte Experten leiteten gezielt durch eine spezielle Spirituosengattung. Ich lies es mir nicht entgehen das Rum-Tasting von Dave Broom zu sehen. Noch nie konnte ich bei einem solchen perfekten Tasting teilnehmen. Nach einer Einleitung über die Geschichte und die Herstellung des Rums wurden sage und schreibe 18 Sorten des Zuckerbrandes verkostet! Jede Probe wurde dabei bis ins kleinste Detail durch Mr. Broom beschrieben und bewertet. Da dieses Tasting knapp über zwei Stunden ging, verpasste ich den Vortrag „Cool Tools!“ von Angus Winchester. Ich lies mir aber sagen das mir eine tolle Show entging, wie nicht anders zu erwarten bei diesem Referenten. Nach weiteren Rundgängen durch das Gelände und einem kurzen Abstecher zum Mc Donalds endete der erste Teil des BCBs in der zuvor erwähnten Distillers Area mit der „Gesprächsrunde Rund um das Zuckerrohr“ mit einigen Namhaften Vertretern aus der Rum- und Cachacawelt.
Der Convent schloss für diesen Tag die Tore doch sollte die Nacht noch mindestens acht weitere Stunden anhalten. Und am nächsten Tage geht es schließlich munter weiter im Programm. Wie sagt Stefan Raab immer so schön: Wir haben doch keine Zeit…

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Traveling Mixologists @ Admirals Bar


Wie auch schon im letzten Jahr gab es am Tag vor der eigentlichen Barmesse die „ inoffizielle Eröffnung“ durch die Traveling Mixologists. Der Ort des Geschehens war Goncalos Monteiro (TM 002) zukünftige Admiralsbar im Admiralspalast. Diese ist zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch mehr Baustelle als eine Bar aber mit etwas Improvisationstalent wurde diese Tatsache souverän überspielt. Es wurde zumindest möglich die größte Cocktailparty auf die Beine zu stellen, welche es in Berlin wohl je gegeben hat.
Vor dem Einlass in die Bar wurde „ganz zufällig“ im selben Gebäude das Finale des Bols Master Battles ausgetragen. Auf diese Art und Weise wurde zumindest sichergestellt das sich wirklich jeder Bartender und Connaisseur an diesem Abend in der Friedrichsstraße 101 befand. Um die Maßen an Gästen zu bewältigen waren die Räumlichkeiten perfekt geeignet. Um auch die flüssige Versorgung sicherzustellen bedurfte es allerdings ein wenig mehr: 40 Bartender an vier Bars mixten, schüttelten und rührten was die Arme hergaben. Dabei war jeder Barmann (und natürlich auch jede Barfrau) nur auf 2-3 Cocktails spezialisiert. Hervorheben möchte ich unter den ganzen Mischgetränken vor allem den Celery Daiquiri. Frischer Stangensellerie wird zunächst in Stücke geschnitten, gemuddelt und zusammen mit Rum, Zucker und Limettensaft geshaked und durch einen Finestrainer geseiht – ein fantastischer Trinktipp! Wenn man die Frage beantworten müsste wer den alles im Admiralspalast vor Ort war, könnte man diese mit nur einem Wort beantworten: Jeder! Somit gestallte sich auch der Ablauf der Nacht von ganz alleine: Zunächst vier Stunden alle Anwesenden begrüßen um dann sofort im Anschluss damit beginnen sich wieder vier Stunden lang zu verabschieden ;-)
Ein grandioser und gelungener Auftakt für das was in den kommenden 48 Stunden noch alles geschehen sollte. Aber mehr dazu gibt es in den nächsten Beiträgen - es gibt noch viel zu berichten. Doch bevor es soweit ist führt mich der Weg, im Auftrag des gepflegten Drunkes, zunächst wieder einmal nach München. Gut das sich mein Urlaub auch wieder dem Ende zuneigt, denn nun kann ich mich bei der Arbeit wieder von den drei Wochen Extreme-Barflying erholen…

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Mixology Bar Awards 2009


Der Bar Convent Berlin ist überstanden! Zwei Tage lang drehte sich im historischen Postbahnhof Berlin alles Rund um die Themen Spirituosen, Drinks, und dem professionellen Bartending. Nach diesen ereignisreichen Tagen gibt es eine Fülle an Neuigkeiten und Informationen über die ich in den kommenden Tagen natürlich berichten möchte (auch wenn jetzt zunächst eine 7-tägige Erholunhsphase mehr als angesagt wäre…) Starten möchte ich dabei mit dem offiziellen Ende des Convents: Den Mixology Bar Awards des Jahres 2009.
Die begehrten Preise der Barindustrie wurden dieses Jahr im Kreuzberger Umspannwerk überreicht und gebührend zelebriert. Man lernte aus den Fehlern des letzten Jahres und so liefen die Awards deutlich geordneter ab als im Wintergarten 08. Links und rechts der Bühne befanden sich diverse Tresen an denen sich die Teilnehmer des neuen „City-Awards“ die Gunst des Publikums ermixten. Jede größere deutsche Stadt stellte dabei ein Bartender-Team auf, welches mit einem originellen Auftritt und raffinierten Drinks auftrumpfen musste. So gab es im Team München beispielsweise einen Cocktail mit Weißbiersirup und Rettich. So witzig ich die Idee des Cityawards auch finde, man kann ihn nicht ernst nehmen. Vergeben wird die Trophäe an das Team, das den größten Beifall der Besucher erntet. Es ist natürlich nicht aussagekräftig wenn der Lokalpatriotismus und die Anzahl der entsprechenden Gäste aus den Städten ausschlaggebend sind.
Moderiert wurde die Veranstaltung multilingual, mit viel Charme und Humor in deutsch und englisch von den bekannten Bargrößen Gregor Scholl und Phil Duff. Besonders erwähnenswert ist für mich natürlich der Gewinner der Spirituose des Jahres: Damit ging zum ersten Mal ein Baraward in die Reihen der Connaisseure! Forgotten Flavours Swedish Punch sicherte sich den Titel in dieser Kategorie und konnte sich gegen weitere große Spirituosen behaupten. Herzlichen Glückwunsch an euch beiden und natürlich auch an alle anderen Nominierten und Gewinner des Abends! Hier nochmals alle Awards in der Reihenfolge ihrer Verkündung:

Barteam des Jahres:
Trinkhalle, München

Newcomer des Jahres:
Ferdinand Lammerer, Comida-Red Room, Wien

Mixologe des Jahres:
Ricardo Albrecht, Lebensstern, Berlin

Bar des Jahres:
Le Lion, Hamburg

Spirituose des Jahres:
Forgotten Flavours Swedish Punch

Lebenswerk:
Charles Schumann

City Award:
Hamburg

Sonntag, 4. Oktober 2009

Berlin wir kommen!



Nun ist es soweit: Der Barconvent Berlin öffnet morgen Mittag zum dritten Mal seine Pforten. Sämtliche Bargrößen aus dem In- und Ausland treffen sich in der deutschen Metropole für Vorträge, Veranstaltungen, Partys, Wettbewerben und vielem mehr aus der Welt der Drinks und Tresen. Es gibt wesentlich mehr Aussteller als die letzten Jahre, mehr Vorträge und ein deutlich breiteres Rahmenprogramm. Es ist deshalb nicht verwunderlich das sich auch die Anzahl der Besucher in neue Höhen bewegen wird. Den BCB könnte man auch als das zweite Forentreffen der Connaisseur aus dem Cocktailforum nennen. Ca. 20 Stammmitglieder werden sich in die Mixology-Messe und die Berliner Barszene stürzen. Ich möchte die Chance ergreifen mich bei Mike „Das Gastronom“ zu bedanken, welcher den Cocktailnerds bei der Teilnahme des BCBs in diversen Programmpunkten kräftig unter die Arme gegriffen hat! Danke Mike, du bist der beste!
Da es in den nächsten Tage auf den Blogs und Webseiten zum Thema Bar wohl sehr still werden wird (es ist ja Jeder in Berlin) möchte ich noch auf das Portal Facebook verweisen als quasi „Live-Berichtserstattung“. Berlin wir kommen! …und das nicht zu knapp!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Die Bar im Zeitalter des Web 2.0

Diese Email von publicis-consultants, welche mich vor wenigen Stunden erreichte, will ich niemanden vorenthalten. Sie beschreibt die Lage des aktuellen Bar-Netzwerkes in den Weiten des Internets. Sehr informativ!

Am 5. und 6. Oktober findet der Bar Convent Berlin statt, der wichtigste Netzwerk- und Ausstellertermin der deutschen Barindustrie. An zwei Tagen trifft sich hier jährlich das Who-Is-Who der deutschen Bar- und Beveragebranche, um neue Kontakte zu knüpfen, sich über Produkt-Innovationen zu informieren und in Seminaren weiterzubilden. Wir haben vor Beginn der Messe eine Umfrage unter Top Bartendern in Deutschland durchgeführt zum Thema "Bartending im Zeitalter von Web 2.0". Die Ergebnisse überraschen und zeigen, dass die Barbranche im Hinblick moderner Kommunikation zu den fortschrittlichsten überhaupt gehört.
Sie gehören zu den besten Bartendern in Deutschland und mixen ihren Gästen Abend für Abend perfekte Drinks. Doch was nur wenige außerhalb der Barszene wissen: Auch im Web 2.0 gehören sie zu den „Movers and Shakers“. Wie eine Umfrage unter Top Barkeepern ergeben hat, ist die Branche über soziale Netzwerke weltweit vernetzt und nutzt Social Media im Alltag zum Austausch von Neuigkeiten und Trends. Durch den permanenten Dialog im Internet und speziell im Web 2.0 hat sich die Qualität der Arbeit der hiesigen Bartender gesteigert, so der Tenor. Die zahlreichen Bartender-Blogs, die in den letzten Jahren in Deutschland wie Pilze aus dem Boden schossen, stoßen allerdings auf ein geteiltes Echo.
Als dominierendes Kommunikationsmedium hat sich Facebook durchgesetzt. In dem sozialen Netzwerk sind alle befragten Bartender aktiv. Der Grund: Hier trifft sich die komplette nationale und internationale Branche zum Netzwerken, Austauschen von Trends und Events, Chatten und Posten von Branchenneuigkeiten. Thomas Bley, Geschäftsführer von Barmotion und 2. Vorsitzender der Deutschen Barkeeper Union (DBU) Hessen, hat zuletzt für die Organisation von Veranstaltungen der DBU ausschließlich über Facebook kommuniziert. „Dafür habe ich nicht einmal mehr zum Telefon gegriffen.“ Mehr als 500 Kontakte zählt sein – bereits bereinigtes – Netzwerk. Getoppt wird das von Jörg Meyer, Barchef der Le Lion Bar in Hamburg, die als eine der besten Bars weltweit gilt. Meyer hat 1300 Facebook-Kontakte primär aus der Barwelt und ist in Deutschland einer der Protagonisten im Web 2.0. Sein Barbaublog, in dem er alle Aspekte behandelte, die für den Aufbau und Betrieb einer guten Bar wichtig sind, und der Bitters Blog, den er zusammen mit Stephan Berg führte, zählten zu den meistgelesenen und einflussreichsten Branchenblogs in Deutschland. Zurzeit bloggt er sporadischer unter seinem Kürzel Jrgmyr, was daran liegt, dass sich seine Präferenzen geändert haben: „Inzwischen beziehe ich meine Informationen vor allem über Verlinkungen auf Portalen wie Facebook und Twitter von Personen, denen ich vertraue, und kommuniziere über mein iPhone, was das Verfassen von längeren Texten kaum nötig macht. Eine Tageszeitung als Informationsquelle habe ich seit drei Jahren nicht mehr gebraucht.“
Ist Facebook mit Abstand die wichtigste Informations- und Vernetzungsplattform der Branche, so landet Xing auf dem zweiten Platz. Immerhin 72 Prozent der befragten Bartender haben dort einen Account. Allerdings verwalten sie auf Xing eher ihre Geschäftskontakte, die aktive Kommunikation findet auf Facebook statt oder bereits auf Twitter. 45 Prozent haben schon einen Account beim Microbloggingdienst, der teilweise aktiv, teilweise auch nur passiv (Lesen von Tweets) genutzt wird. Die Bartender, die Twitter nicht nutzen, geben am häufigsten „fehlende Zeit“ als Grund an.
Branchenblogs von Bartendern für Bartender gibt es in Deutschland zahlreiche, über die Qualität herrscht jedoch bei den Top Bartendern Zweifel. Viele der Befragten kritisieren die Kleinkriege, Geschwätzigkeit und vor allem die mangelnde Fundiertheit, die in vielen Blogs vorherrschen. Bastian Heuser, Drinks Director des Branchenmagazins Mixology: „Nur ein kleiner Teil der Blogs, die sich mit barrelevanten Themen beschäftigen, ist meiner Meinung nach wirklich informativ und unterhaltsam. Manche unterschätzen die regelmäßige Pflege, die ein Blog bedarf und nach anfänglichem "Eintrags-Feuerwerk" werden diese immer spärlicher und vor allem dünner im Inhalt. Da muss man sich dann fragen, ob man für das Lesen dieser Blogs tatsächlich seine kostbare Zeit aufwenden soll.“ Stefan Gabanyi, Barchef im Münchner Schumanns, sieht das ähnlich: „In den Blogs wird mir oft zuviel geschwafelt, da wirkt sich die fehlende Platzbeschränkung negativ aus.“ Das sei aber keine Kritik am Medium selbst, im Gegenteil, Gabanyi spielt mit dem Gedanken, demnächst selbst einen Blog zu eröffnen.
Trotz der Kritik: Branchenblogs sind weiterhin wichtig: 72 Prozent der befragten Bartender lesen Blogs, um sich zu informieren. Die drei am häufigsten genannten sind der Mixology Blog, Das Bartender Labor und Jörg Meyers Blog.
Die befragten Bartender sind sich fast einhellig einig: Die Vernetzung der Bartenderszene, der globale Austausch und das stetig steigende Niveau ist dem Internet zu verdanken und durch soziale Netzwerke wie Facebook ist der Austausch noch einfacher geworden. Die Bartender loben die schnellen Kommunikationswege - den Gewinner eines Mix-Wettbewerbs erfahren sie jetzt noch am gleichen Abend und nicht mehr zwei Wochen später aus dem Branchenmagazin. Auch kann der geschickte Einsatz von Web 2.0 zum Aufbau eines Images und Steigerung der Bekanntheit genutzt werden – national wie international. Genau das wird aber auch kritisiert: Einige der befragten Barkeeper betonen die negativen Aspekte der neuen Kommunikationsformen - wenn Schnelligkeit zu Schnelllebigkeit wird, verbreitete Falschinformationen zu Reputationsverlusten führen und soziale Netzwerke zu Werbeplattformen (ob Eigenwerbung von Bartendern oder Unternehmen) verkommen, dann laufe es in die falsche Richtung. Jörg Meyer: „Die Kommunikation in einem sozialen Netzwerk ist ein Balanceakt. Natürlich kann das ein oder andere auch nerven. Mit sozialen Netzwerken ist es wie mit Alkohol: Man muss wissen, wie man damit umgeht.“