Freitag, 31. Dezember 2010

Glenmorangie Finealta

Kurz bevor sich das Jahr dem Ende neigt und eine neue Ekliptik beginnt bekam ich von meinem örtlichen Postboten vorgestern nochmals ein kleines Päckchen übereicht. Darin eine 10cl-Flasche beschriftet mit Glenmorangie Finealta und einem Brief. Natürlich will ich es niemanden vorenthalten meine Eindrücke von diesem Single Malt zu schildern und erst einmal einige Passagen aus dem Brief zu zitieren.
"Finealta ist das zweite, limitierte Schmuckstück für die „Glenmorangie PrivateEdition”. „Finealta“ wird „Finalta“ ausgesprochen und bedeutet übersetzt aus dem Gälischen „elegant“. Die exquisite Komposition basiert auf einer historischen Rezeptur aus dem Jahr 1903. Das über 100 Jahre alte Rezept war in den Archiven der Destillerie verborgen. Dr. Bill Lumsden, Head of Distilling und Whisky Creation, sagt dazu: „Wir haben uns entschlossen, diesen historischen Glenmorangie nach dem ursprünglichen Rezept auferstehen zu lassen. Whisky Liebhaber auf der ganzen Welt können somit diesen geschichtsträchtigen Tropfen wieder genießen. Wir haben uns streng an das ursprüngliche Rezept gehalten und Whiskys verschiedener Jahrgänge und aus unterschiedlichen Fässern zusammengeführt. Das Ergebnis ist von solch beeindruckender Intensität, dass wir entschieden haben, Finealta als zweites Produkt in die limitierte Glenmorangie Private Edition aufzunehmen. Historische Unterlagen aus dem Archiv der Destillerie belegen, dass dieser Whisky während der ersten modernen Kunstbewegung im frühen 20. Jahrhundert, der legendären Belle Epoque, in der eleganten „American Bar“ des Hotel Savoy, Londons bestem Hotel, serviert wurde. Das Verpackungsdesign des Glenmorangie Finealta ist entsprechend von den typischen Jugendstil-typischen Blumen und Ornamenten inspiriert. Glenmorangies Finealta wird mit 46 % Vol. und non chill-filtered abgefüllt."
So weit so gut! Ich finde es sehr überraschend das 9 Monate nach dem Sonnalta PX schon die zweite Auflage der "Private Edition" in den Handel kommen wird. Immerhin ist der Sonnalta noch gut erhältlich und wird sich erst noch unter das genießende Volk verteilen. Aber nichts desto trotz kommt es ja auf den Inhalt an. Wie immer verzichte ich auf die aufgeplusterten Verkostungsnotizen der Pressemitteilung und bilde mir eine eigene Meinung zum Destillat. Im Licht schimmert der Scotch strohgelb mit dunkleren Reflexen. Die Nase vernimmt eine gewisse Torfigkeit und eine leichte alkoholische Schärfe. Dazu gesellen sich feine Karamell- und Zitrusnoten. Auf der Zunge bildet sich für einen kurzen Moment der Eindruck von Ingwer und Phenol. Nach mehreren Schlücken entdeckt man dahinter eine gewisse Frische von diversen Früchten wie Ananas. Eine leichte Wachsigkeit entsteht auf den Geschmacksknospen. Leider ist diese Erfahrung nur von kurzer Dauer. Dafür verbleibt der Abgang entsprechend lange am Gaumen. Hier entdeckt man mit etwas Konzentration wieder die anfangs erwähnten Zitrusaromen sowie eine milde Torfigkeit und die Süße von Karamell und Süßholz. Gerade die rauchigen und torfigen Aromen stechen hier besonders heraus, sind diese doch eher untypisch für das Haus Glenmorangie, welches sich meist mit Sherry-Aromen auszeichnet. Zwar wird der Finealta neben Fässern aus amerikanischer Eiche auch in Oloroso-Sherry-Fässern ausgebaut aber davon merke ich persönlich nichts.
Insgesamt kann man sagen das dieser Whisky ein weiches und in sich rundes Produkt ist das mich allerdings nicht komplett überzeugen konnte. Die einzelnen Aromen vergehen zu schnell und insgesamt erscheint mir der Tropfen etwas zu flach geraten trotzt des erhöhten Alkoholanteils von 46%. Aber wer weiß: Vielleicht hätte mir der historische Brand im Jahre 1903 besser gefallen. Der limitierte Finealta wird ab Januar 2011 zum Preis von ca. 55 Euro im gut sortierten Fachhandel angeboten. Ich hingegen tendiere weiterhin lieber zum Sonnalta PX.

Die Cocktailwelten wünschen allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr 2011 und weiterhin viel Spaß beim Genuss hochwertiger Getränke! Drink less, but better!


Montag, 27. Dezember 2010

Mixology Monday: Like that? You´ll love this!

Zwar ist heute ein Montag aber prinzipiell ist es kein Mixology Monday. Der letzte MxMo dieses Jahres fand bereits vor zwei Wochen statt aber aus Zeitgründen konnte ich nicht rechtzeitig teilnehmen. Dabei stellte das englischsprachige Forum eGullet ein sehr interessantes Thema zur Auswahl: Like that? You´ll love this! Die Schreiber des gepflegten Umtrunks suchten nach modifizierten oder verwandten Rezepten von Cocktails welche sich großer Beliebtheit erfreuen. So einige Ideen gingen mir daraufhin durch den Kopf sind doch fast alle Drinks eine Modifikation eines Anderen. Denkt man alleine an die fantastische Kategorie der Sours fallen mir spontan Dutzende Rezepte ein und von den meisten gibt es wiederum eine mutierte Version oder Dergleichen.
Doch der Zufall spielte mir eine Rezeptur zu die mich wie kaum eine andere in der letzten Zeit begeisterte. Wie im letzten Beitrag erwähnt verbrachte eine Gruppe von Cocktailnerds das letzte Wochenende in Hamburg (schon wieder.....) um unter anderem dem Le Lion einen ausgiebigen Besuch abzustatten (schon wieder...). Wie das mit uns Wahnsinnigen immer so ist lassen wir uns gerne auf etwas Neues ein und ließen uns von Herrn Mario Kappes, der Bartender unseres Vertrauens, einen Drink zubereiten. Dieser sollte stark und komplex sein mit wenigen Zutaten - etwas das in die Richtung eines "Vieux Carré" geht. Mario überlegte nicht lange und präsentierte uns nach wenigen Minuten einen namenlosen Cocktail den er sich vor nicht all zu langer Zeit erdacht hatte. Eine Variation eines Perfect Manhattan wenn man so will welche uns nach dem ersten Schlückchen ein lächeln auf das Gesicht gezaubert hat.
Der verwendete Whisky bringt Kraft und Wärme in den Drink sowie eine hohe Komplexität. Der passende Wermut nimmt die Schärfe und verfeinert mit seinen leichten Kräuternoten und einer ausgewogenen Süße das Endergebnis. Fruchtige Bitters und eine Zitronenzeste vollenden das Getränk mit floralen Tönen und beseitigen die restlichen forschen Kanten die ein kräftiger Roggenbrand mit sich bringt. Wie bereits erwähnt hat dieses köstliche Getränk noch keinen Namen erhalten und Mario meinte wir sollten uns doch darum kümmern. Unser Vorschlag wurde vom Schöpfer der Mischung zwar noch nicht abgesegnet aber bis dahin verbleiben wir einfach einmal bei dem sommerlichen

Aestival Manhattan
6 cl Sazerac Rye Whisky
2 cl Noilly Prat Ambre
2 dash Peach Bitters
Zitronenzeste

Zutaten auf viel Eis lange rühren und in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. MIt der Zeste abspritzen und ins Glas geben. Um auf das ursprüngliche Thema "Like that? You´ll love this!" zurückzukommen: Das trifft den Nagel auf den Kopf! Es gibt mit Sicherheit viele schöne Manhatten-Cocktails- den Guyana Manhatten oder den Green Point um nur Zwei zu erwähnen- aber der Aestival schlägt diese in meinen Augen bei weitem! Mario wenn du das hier liest: Ich freue mich schon auf das nächste Mal und hoffe du kannst uns wieder einen solchen Knüller präsentieren ;-) Ich freue mich darauf!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Einmal Hamburg und zurück

Jaaaaaaaaaaaa es gab jetzt eine längere Pause aber jetzt wo der meiste Stress abgefallen ist und ein paar Urlaubswochen begonnen haben sollte es auch wieder möglich sein motiviert zu bloggen. Insbesondere nach dem vergangenen Wochenende welches in der schönen Hansestadt Hamburg verbracht wurde. So geschah es das sich die Cocktailwelten-Autoren von München aus zunächst auf den Weg nach Frankfurt begaben wo sie auf Teile des Cocktailpodcast stießen. Wie das nun mal so ist mit der deutschen Bahn im Winter hatte unser Zug eine "geringfügige" Verspätung und wir daraufhin einen Zwangsaufenthalt von fast zwei Stunden! Doch wir wären nicht die Cocktailnerds erster Klasse wenn wir diese Zeit nicht effektiv genutzt hätten... Wir folgten einer Einladung von Herrn Sascha Thieben in die Bristol Bar auf einen schnellen Drink zum aufwärmen. Es gibt wohl weitaus schlimmeres als einen "Beuser & Angus Special" an einem frühen Freitag Nachmittag.
Als es endlich weiter ging und wir am Abend doch noch Hamburg erreichten konnte es nur ein Ziel geben: Das Le Lion! Hier sollten wir die kommende Zeit bis in die frühen Morgenstunden verbringen. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die Löwen für diesen grandiosen Abend! Herr Kappes verstand es uns die ganze Nacht mit viel Witz, guter Laune und exzellenten Drinks zu versorgen. Neben einigen bekannten Klassikern fanden auch diverse Eigenkreationen den Weg in unsere Gläser. Besonders erwähnenswert ist eine Manhattan mit Rye, Nolly Prat Ambre und Peach Bitters. Auf diese und einige anderen Rezepturen dieses Abends möchte ich aber gesondert eingehen. Wer am Tresen besonders aufmerksam beobachtete konnte auch das eine oder andere Mal den scheuen und seltenen Flair-Kappes bei seinen Ritualen beobachten ;-) Nach einer kurzen Besichtigung des Tasting-Rooms, der neue Club-Bereich des Löwen, ging es schließlich zurück ins Hotel.
Am nächsten Morgen sollte es nach dem Frühstück (um 13:00 Uhr) eigentlich kurz in die Stadt zum shoppen gehen. Der Zufall führte uns vorbei am geschlossenen Le Lion und einer davor befindlichen Sitzbank. Unsere Gruppe erlaubte sich einen kleinen Scherz und nahm auf der Bank platz. Ein Foto von dieser Situation wurde geschossen und mit dem Untertitle "Warten auf die Öffnung" auf Facebook geladen. Wie es aber der Zufall so will kam prompt in diesen Moment der Alpha-Löwe Herr Meyer um die Ecke um einige Büroarbeiten zu verrichten. Nach einem (verständlicherweise) verdutzten Kopfschütteln wurden wir liebenswerter Weise auf einen Sipsmith Gin Tonic und Zigarren eingeladen dem wir natürlich nicht widerstehen konnten. Wer kann schon von sich behaupten am Nachmittag am Tresen des Le Lion gesessen zu haben... Herr Meyer ein kleines Dankeschön für diese gemütlichen Stunden wird sie mit Sicherheit bald erreichen ;-)
Jetzt aber wieder schleunigst zurück ins Hotel, noch eine Kleinigkeit essen und weiter in die Streits-Lounge wo der Trinklaune-Schreiber Oliver seinen Geburtstag nachfeierte. Immerhin war das der eigentliche Grund der Reise. Hier wurden die Gäste mit alkoholischen Getränken aller Art verführt. Eine Karte mit ca. 30 der beliebtesten Drinks sorgte dabei für die nötige Qual der Wahl. Oder sollte es doch einer der Möglichen 176 Gin-Tonic-Kombinationen sein?! (22 Sorten Gin und 8 Tonicwater). So zog sich bei bester Laune auch dieser Abend bis in den nächsten Morgen hinein welcher nicht bei allen Teilnehmern ohne diverse Ausfallserscheinungen vorüber ging. Oli wir danken dir für diese Stunden der Freude und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen! Nachdem wir uns am Sonntag gegen 13:00 Uhr auf den Rückweg machten war ich doch froh nach mehreren Verspätungen und elf Stunden fahrt wieder heil zu Hause angekommen zu sein. Der Gedanke eines kurzen Barbesuches in München- wenn ich schon mal da bin- wurde allerdings schnell wieder verworfen - man ist ja doch nicht mehr der Jüngste :-) Nichts desto trotz ein Wochenend-Trip wie er öfter sein könnte!

PS: Das ist der 500. Eintrag der Cocktailwelten!

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Amano Bar - Berlin

Was macht ein normaler BCB-Besucher wenn die Messe am Abend die Pforten geschlossen hat und er alles Mögliche zum Thema Bar erfahren hat? – Ist doch klar. Er steuert sofort die nächste Anlaufstelle für hochwertige Getränke an – Was sollte man auch sonst machen ;-) Und wie in jedem Jahr gab es auch dieses Mal eine neue hochwertige Bar in Berlin zu bestaunen. Aus diesem Grund führte der Weg in das neu erbaute Hotel Amano.
Dieses moderne Gästehaus in Berlin Mitte gehört zu jenen welche eine Hotelbar nicht nur aus der Tradition heraus betreiben um seinen Gästen ein Aperitif anbieten zu können. Wie in vielen neuen Hotels wurde die alte verstaubte Hotelbar durch einen hochwertigen Genussraum ersetzt in dem es Spaß macht sich einen Cocktail zu gönnen. Oder anderst gesagt: Eine Bar die sich auch Bar nennen darf!
Durch den Haupteingang des Hotels betritt man die Bar welche sich direkt auf der rechten Seite befindet und nochmals eine separate Eingangstür besitzt. Diese schirmt die Bar vom restlichen Hotel ab und erzeugt so den Eindruck eins eigenständigen gastronomischen Betriebes. Der L-förmige Raum fällt vor allem durch seine geometrischen Strukturen auf. Der schwere Marmortresen, die Säulen der Außenwände, die abgehängte Decke, die Tische und Hocker sind allesamt kubisch geformt. Da jeder dieser Gegenstände eine andere Größe besitzt wirkt die Bar sowohl geordnet als auch abwechslungsreich. Gekonnt gesetzte Lichtreflexe in den glänzenden oder seidenmatten Objekten der Architektur und den Einrichtungsgegenständen setzt unauffällige Akzente die dem Gesamten Leben einhauchen. Farblich dominieren verschiedenste Erd- und Brauntöne welche immer wieder durch helle Gegenstände unterbrochen werden wie z.B. einer Creme-farbenen Eckbank im hintersten Teil der Bar. In der Hotelbar des Amano hat ein Innenarchitekt ganz arbeit geleistet und einen sehr interessanten Raum geschaffen. Wer die ebenfalls in Berlin befindliche Bar Tausend kennt wird hier eindeutige parallelen feststellen. Das ist kein Zufall, stecken doch die selben Macher hinter den beiden Trinktempeln.
Das Backboard bietet eine breite und ausgesuchte Auswahl der verschiedensten Spirituosen. Auch in dieser Bar ist es üblich den Gästen vor der eigentlichen Bestellung ein Glas Wasser zu reichen. Die reichhaltige Cocktailkarte ist eine Entdeckungstour der besonderen Art. Neben der üblichen Auswahl von Drinks glänzt diese Bar durch innovative und ausgefallene Kreationen. In einem bunten Meer aus Cuisine Style und teils molekular angehauchten Cocktails finden sich viele höchst interessante Mischungen. So viel meine Wahl auf ein Getränk dessen angenehme Schärfe auf Ingwer und Chili zurückzuführen war. Bei einem anderen Cocktail wurde zusätzlich ein Schälchen Feigenkompott gereicht da sich beide Produkte kulinarisch nahezu perfekt ergänzen. Eine Variation eines Juleps erhielt eine tiefe und doch weiche Aromenfülle durch einen mit Minze und Butter aromatisierten Bourbon. Auf der ganzen Linie überzeugen konnte mich jedoch der „Rosmarie“ – ein Old Fashioned unter einem aromatischen Rosmarien-Honig-Espuma. Diesen komplexen und ausgewogenen Drink sollte man sich nicht entgehen lassen. So außergewöhnlich wie die Rezepte ist auch die Darreichungsform der Cocktails. Ich denke das oben eingefügte Bild des „Fat Julep“ spricht hier für sich selbst :-)
Ich wünsche dem motivierten Team der Amano-Bar viel Erfolg in ihrer neuen Bar. Ein Besuch sollte für jeden Liebhaber des gemischten Getränkes eine wahre Inspiration darstellen. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Berlin um hier erneut die eine oder andere Idee aufzuschnappen.

Montag, 22. November 2010

Mixology Monday: Forgotten Cocktails

Nachdem der Oktober im allgemeinen ausgefallen ist mit einem Mixology Monday soll es im November wieder wie gewohnt weiter gehen. Der Gastgeber dieser Runde ist Dennis vom sehr lesenswerten Blog Rock & Rye in dem es peimär um klassische Cocktails aller Art geht. Um das Ganze weiterhin auszubauen lautet das Thema in dieser Runde Forgotten Cocktails. Aufgabe ist es einen (alten) Drink vorzustellen welcher in Vergessenheit geriet und nun wieder ins rechte Licht gesetzt werden soll. Wenn ich mich nun um 180 Grad umdrehe, und in Richtung des Bücherregals sehe, bin ich davon überzeugt das sich irgendwo in den dutzenden antiken Büchern ein Rezept finden wird welches den Ansprüchen genügt.
Das Rezept das ich heute vorstellen möchte dürfte wohl eines der ältesten Cocktailrezepte weltweit sein und nennt sich "The Widow´s Kiss". Erstmals erschien die Mixtur in einem Buch von 1895, genauer gesagt im Modern American Drinks von George Kappeler. Fünf Jahre später sollte es auch in der 1900er Version von Harry Johnsons Bartenders Manual zu finden sein. Der Drink scheint sich zur damaligen Zeit einer gewissen Beliebtheit erfreut zu haben da seine Zusammensetzung selbst 30 Jahre später wieder in Harry Craddocks Savoy Cocktail Book zu finden ist. Von dort aus verlieren sich die Spuren im Sand der Zeit und es sollten weitere 75 Jahre vergehen bis dieser Drink wieder in der einen oder anderen Quelle in Erscheinung trat.


The Widow´s Kiss
5 cl Calvados
2 cl Chartreuse
2 cl Benedictine
2 dashes Angostura

Alle Zutaten werden im Shaker auf Eis geshüttelt und in ein Cocktailglas geseiht. Dekoriert wird dieser Drink stielecht mit einer Cocktailkirsche - oder auch zwei ;-) Was beim Anblick dieser Rezeptur sehr auffällig ist die Kombination verschiedenster Kräuterliköre und Bitters. In diesem Drink dürfte sich die Abstammung aus der Apotheke kaum verbergen lassen. Alleine die beiden großen französischen Klosterliköre Benedictine und Chartreuse sprechen hier Bände. Allerdings ist nicht ganz klar ob der Chartreuse in der gelben oder grünen Variante genutzt wurde. In meiner Variante entschied ich mich für den leichteren "Jaune" obwohl man davon ausgehen kann das im Original der stärkere "Verte" eingesetzt wurde.
Das Ergebnis ist ein feinwürizges Getränk das wie geschaffen ist für solche düsteren Herbsttage wie wir sie gerade erleben. Die Zutaten harmonieren nicht nur exzellent miteinander, sie ergeben ein sehr komplexes Gesamtergebnis das sehr gefällig ist. Der Calvados als Basis sorgt für einige fruchtige Nuancen zwischen den vielschichtigen Kräuteraromen. Für meinen Geschmack ist die Mischung nur einen Tick zu süß. Meine Empfehlung lautet daher die Likörmengen etwas zu reduzieren bzw. die Calvadosmenge zu erhöhen. Ein Ausgleich mit etwas Zitrussäure würde dem Drink wohl schaden. Mit einer kleinen Feinabstimmung entpuppt sich im Widow´s Kiss als ein sehr aromatischer Cocktail mit potenzial. Sehr zum Wohle!

Mittwoch, 17. November 2010

Tiki-Workshop bei BarFish


Am 13.11.2011 fand der erste Cocktailworkshop im Zeichen des Tiki in der neuen Tasting-Area des Barfish statt. Christian und ich waren bereits ein wenig früher vor Ort, um uns eben jenen Bereich ein wenig genauer anzusehen. Hinter einigen Tischreihen befindet sich die gut ausgestattete Bar, die einige Connaisseure in ihren Bann ziehen dürfte. Bei einer kleinen Stärkung  sind wir mit Alex ein wenig das Programm des Workshops durchgegangen, woraufhin schon die ersten Gäste eintrafen.
Nach einer kurzen Begrüßung der anderen Gäste lauschten wir zunächst Alex‘ Ausflug in die Geschichte der Tiki-Drinks. Die drei Größen, die diese Drink-Kategorie in‘s Leben gerufen beziehungsweise bekannt gemacht haben - Don the Beachcomber, Trader Vic und Beachbum Berry - und deren Werdegang wurden vorgestellt, wie auch die beiden berühmtesten Tiki-Drinks: Der Zombie und der Mai Tai.
Nach dieser Ausführung wurde für die, die durch diesen Workshop zum Cocktail-Mixen finden wollten, die dafür nötige Ausrüstung - Cocktailshaker, Jigger, Strainer, Barspoon und Muddler - kurz vorgestellt. Anschließend hat Alex an einem Mai Tai demonstriert, wie die Utensilien zu benutzen sind und wie ein Tiki-Drink schmecken kann.
Nachdem jeder den von Alex zubereiteten Mai Tai probiert hatte, durften Christian und ich einen High-End Mai Tai mit Appleton 21 und Christians selbst gemachtem Orgeat zubereiten - grandios! Der kräftige Jamaikaner macht sich exzellent in einem Mai Tai - allerdings auch für einen stolzen Preis.
Auf eine kurze Pause folgend durfte jeder der Teilnehmer einen von Alex vorgestellten Tiki-Drink mixen, sodass jeder selbst einmal den Shaker in die Hände nehmen konnte. Die Auswahl der Drinks hat dabei gut das Spektrum der Tiki-Drinks aufgezeigt, nicht nur was den Geschmack angeht, sondern auch, was die Behälter angeht. Jeder Drink wurde in einem eigenen Tiki-Mug serviert und auch die Scorpion-Bowl wurde vorgestellt.
Ich selbst habe als Beispiel für einen Tiki-Drink, der nicht auf Rum basiert, den Winchester Cocktail vorgestellt. Statt normalem Grapefruitsaft habe ich allerdings den frischen Saft einer Pink Grapefruit verwendet. Super Drink, werde ich noch öfter machen!
Um den Gästen zu zeigen, wie wichtig es ist, Zitrussäfte frisch zu verwenden haben Christian und ich eine Art Limettensaft-Tasting vorbereitet. Verkostet wurden insgesamt drei Proben Saft, jeweils verdünnt mit derselben Menge Wasser: Limettensaft aus der Flasche, Limettensaft, der aus der Frucht gepresst eine Stunde im Glas verbracht hat und Limettensaft der frisch gepresst wurde. Dass der Unterschied zwischen dem Limettensaft aus der Flasche und denen aus der Frucht enorm ist, werden sich - ich denke, ich lehne mich damit nicht zu weit aus dem Fenster - alle Leser dieses Blogs erwartet haben, dass allerdings auch ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden letzteren Proben vorhanden war, hat selbst den Veteranen Christian erstaunt!


Man kann es also nur immer wieder erwähnen: Zitrussäfte immer so frisch wie möglich verwenden!
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass dieser Tiki-Workshop ein gelungener Einstieg in eine Workshop-Reihe des Barfish ist, an der auch Connaisseure nichts auszusetzen haben. Mein ganz persönlicher Eindruck ist, dass dieser Workshop gut die Basics des Cocktail-Mixens vermitteln konnte und glaube, dass die Qualität von Workshop zu Workshop steigen wird.

Dienstag, 9. November 2010

Don´s Spices No. 2

Vor noch nicht all zu vielen Wochen konnte man hier auf dem Blog ein Rezept für Orgeat nachlesen. Im Zuge des momentan vorherrschenden Tiki-Trends möchte ich euch heute einen weiteren interessanten Sirup vorstellen der bestimmt in dem einen oder anderen Drink seine Verwendung finden wird. Ich vermute das sich nun viele die Frage stellen was um alles in der Welt "Don´s Spices #2" ist - und das mit gutem Recht. Denn die Antwort auf diese Frage beherbergt eine kurze aber interessante Geschichte.
Wir schreiben das Jahr 1937. Der berühmte Restaurant- und Barbesitzer Ernest Raymond Beaumont Gantt ist auf der Spitze seines Erfolges. Vielen dürfte Ernest jedoch eher als Don the Beachcomber bekannt sein, benannt nach einem seiner Restaurants. Es war die Zeit in der Drinks im polynesischem Style höchst angesagt waren. Die Bars selbst waren üppigst Dekoriert mit allerlei merkwürdigen Früchten, Bambus und Holzmasken - kurz gesagt mit allen was man damals als fremd und exotisch hielt. Wer in einem solchen Laden seine Zeit verbrachte zeigte seinen Mitmenschen damit wie modern und weltoffen man sei. Aus dieser Ära am Rande des Kitsches gingen nach und nach solche fantastische Cocktails wie der Mai Tai oder auch der Zombie hervor. Da es Don geschafft hat seine Bar als Treffpunkt der Stars zu etablieren erlangte er und seine Drinks in kürzesten Zeit selbst einen Promi-Status. Und genau wie heute zieht eine solche Erfolgsstory Neider und Nachahmer an, welche ebenfalls ein Stück vom großen Kuchen abhaben wollen... So kam es das es die Tiki-Drinks von Don plötzlich auf Cocktailkarten im ganzen Lande auftauchten. Was heute für einen Bartender eine große Ehre darstellt war für Ernest zur damaligen Zeit untragbar. Er machte sich die Arbeit eine Rezeptur zu entwickeln und ein anderer verdiente sich damit Geld? Niemals! Doch das sollte sich bald ändern. Der Beachcomber verschlüsselter daraufhin seine Cocktailrezepte. Flaschen wurden beispielsweise mit Nummern beschriftet und Premixe wurden verwendet.. Nur der Chef persönlich wusste nun was sich in seinen Flaschen befindet. Selbst seinen treusten Mitarbeitern vertraute er die Geheimnise nicht an. Ein Cocktailrezept lautet schlussendlich in etwa "5cl No.1, 3cl No.4, 2cl No.9" - Damit kann keiner was anfangen und die Rezepturen sind gesichert! Jahrzehnte später sollte ein kleines Büchlein auftauchen das einige Geheimnise lüften sollte. Es war ein Notizbuch von Don persönlich in dem tatsächlich der Schlüssel zum dekodieren der Flaschennummern enthalten ist! Verloren geglaubte Rezepte konnten endlich rekonstruiert werden und entschlüsselt an die Öffentlichkeit gelangen. Derjenige dem wir diese Cocktails heute zu verdanken haben ist kein geringerer als die Tiki-Ikone Jeff "Beachbum" Berry persönlich. Aus seinen langjährigen Forschungen gehen seine Bücher hervor in dem er all das bis ins kleinste Detail dokumentiert.
Einer dieser verlorenen Zutaten ist der "Don´s Spices #2" - ein aromatischer Würzsirup. Nach der Entschlüsselung stellte sich das Gemisch als eine 1:1 Kombination aus Vanillesirup und Pimento Dram heraus. Da ich das Ganze sehr spannend finde konnte ich es mir nicht entgehen lassen eine eigene Version davon zu kochen. Dazu wurden zwei zerkleinerte Vanilleschoten in 500ml Wasser gegeben und zum kochen gebracht. Dazu kommen nun 500 Gramm Zucker welcher sich komplett auflösen muss. Nachdem dieser einfache Vanillesirup abgeseiht und abgekühlt ist wurde Pimento Dram von The Bitter Truth hinzugegeben. Da dieses Produkt extrem dominant ist reichen hier 3 cl vollkommen aus um den Sirup genügend mit den Aromen von Nelkenpfeffer anzureichern ohne die Vanille zu erdrücken. Um den Sirup haltbar und runder im Geschmack zu machen wurde er schließlich noch mit etwas Jamaikarum abgeschmeckt. Das Ergebnis kann sich wieder einmal sehen lassen! Vanille, Piment und Rum verbinden sich zu einem Süßungsmittel der besonderen Art. Würzig und dennoch frisch ergeben sich für dieses Produkt eine ganze Reihe an Drinks und Modifikationen. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen den Sirup in Drinks zu vermixen aber eine Rum-Sour-Variante sollte überaus gefällig werden.
In diesem Sinne kann ich es allen Tiki-Liebhabern nur empfehlen sich für die nächste Party eine Flasche Don´s Spices No.2 zu kochen. Die Gäste werden überrascht sein was sich mit der mysteriösen Zutat zaubern lässt. Es würde mich freuen in den Kommentaren eigene Rezepte für diesen Sirup zu finden. An dieser Stelle sei mir noch etwas Werbung erlaubt: Mehr Tiki gibt es den kommenden Samstag in München bei Barfish in einem dreistündigen Tiki-Workshop. Neben den Mitarbeitern des Onlineshops werden auch die Cocktailwelten mit mir und Dominik vor Ort sein und etwas durch das Programm führen. Aloha!

Mittwoch, 3. November 2010

Banks 5 Island Rum

Schon auf diversen anderen Blogs sind Berichte über diesen Rum zu lesen. Warum sollte das ganze also nochmals bei den Cocktailwelten durchgekaut werden? Ganz einfach: Banks 5 Island Rum ist für mich die interessanteste neue Spirituose die mir seit Mozart Dry vor geschätzten 1,5 Jahren begegnet ist. Zum allerersten Mal auf dem BCB verkostet, begeisterte dieses Produkt von Anfang an und stand schlagartig auf Platz Eins meiner Einkaufsliste. Aber kommen wir erst einmal zu der Begründung dieser hochprozentigen Euphorie.
Die Geschichte von Banks startete im Jahr 2008 mit den ersten Versuchen. In den beiden Jahren der Entwicklung wurde an alles gedacht - sogar an die Flasche. Eine neue Flaschenform wurde geschaffen welche weiterhin aufwendigst gestaltet wurde. Das Etikett ist teils geprägt und silbern untermalt uns trägt lediglich die wichtigsten Informationen. Weitere Merkmale des Rums stehen auf dem unteren Tei der Flasche und wurden direkt auf das Glas gedruckt. Auf der Rückseite befindet sich in Spiegelschrift nochmals der Banks-Schriftzug welcher von vorne betrachtet durch die Flasche schimmert. Ok - die Optik stimmt schon einmal aber im Gegensatz zu vielen anderen Designprodukten stimmt hier auch der Inhalt. Dieser ist benannt nach einem gewissen Sir Joseph Banks, einem bekannten Botaniker und Entdecker der vor gut 200 Jahren gelebt hat. Der Rum ist eine Hommage an seine vielen Seereisen in die neue Welt.
Aus dieser stammen auch die einzelnen Bestandteiles des Rums der sich selbst als "Product of the West Indies" deklariert. Wie sein Name schon verrät handelt es sich um einen Blend aus fünf verschiedenen Regionen: Jamaica, Trinidad, Guyana, Barbados und Java. Jeder dieser Grundspirituosen besteht wiederum aus einem Blend und bildet schlussendlich das finale Werk. Welche Destillen hier mitwirken wird stillschweigend verheimlicht aber ich konnte auf dem BCB in Erfahrung bringen das Banks wohl ein Blend aus 29 Einzelbränden sei! Diese lagerten dann bereits zwischen drei und fünf Jahren in Fässern und nehmen dabei einen leichten Goldschimmer an. Damit "5 Island" dennoch ein klares Produkt wird muss dieser mittels einer Kohlefiltration wieder entfärbt werden. Bei einem solchen Verfahren leiden üblicherweise auch die Aromen was in diesem Fall aber keine große Rolle spielt. Die Bestandteile stammen gleichermaßen aus Pot-Stills und kontinuierlichen Brennanalgen was zu einem breiten Aromenspektrum führt. Eine weitere Besonderheit ist der oben angesprochene Java-Anteil welcher teilweise durch Arrak ersetzt wurde. Diese Spirituose auf Palmzuckerbasis ist zwar ein naher Verwandter des Rums aber ist kein Rum. Jetzt könnte man an dieser Stelle hinterfragen ob Banks damit noch ein echter Rum ist. In meinen Augen eindeutig jein. Es ist einer aber nur mit der Betonung auf diese einzigartige Kombination.
In der Nase präsentiert sich der Rum fruchtig und würzig. Im Vordergrund finden sich äußerst dominante Aromen von reifer Banane und Jackfrucht. Etwas Orange. Leichte Ingwer- und Pfeffernoten treten auf. Der Alkoholanteil von 43% sorgt für etwas brennen. Auf der Zunge und am Gaumen fühlt sich der Rum geradezu samtartig an. Erneut treten die Orangen- und Pfefferaromen auf. Die Süße lässt sich nicht mehr verbergen. Tabak mischt sich mit leichten Taninen. Das alles verbindet sich zu einem wuchtigen und komplexen Ganzen das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es finden sich geschmackliche Eigenschaften von jungen und gereiften Rumsorten kunstvoll verwoben. Der Abgang von mittlerer Länge hinterlässt eine wachsige Schicht im Mundraum. Die Aromen sind die gleichen wie zu beginn nur deutlich schwächer.
Bis jetzt konnte ich den Rum lediglich in einem Daiquiri (6-3-2) testen. Dieser ist sehr rund im Geschmack und relativ fruchtig. Hier hätte ich mir allerdings etwas mehr erwartet. Der Banks ist lediglich im Hintergrund klar erkennbar. Allgemein fehlen mir hier die schärferen Spitzen und die Frische die ein anderer weißer Rum mit sich bringt. Wie sich der 5 Island in andern Drinks schlägt wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Insgesamt schließt der Banks mit einem äußerst guten Ergebnis ab. Es ist wieder einmal etwas Neues das eine Bereicherung in der Welt des Rums darstellt. Erhältlich ist der karibische Tropfen in Deutschland erst seit wenigen Tagen. Der Onlineshop Barfish bietet das Produkt zum Start zu einem niedrigeren Einführungspreis von 29 € an.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Goldene Bar - München

Hab ich schon einmal erwähnt das ich es sehr schätze gerade einmal 90 Minuten von München entfernt zu wohnen? Wenn ja ist das hiermit erledigt! Ich denke neben Berlin ist München die deutsche Stadt in der man eine große Auswahl erstklassiker Bars auf engen Raum findet. Es macht einfach Spaß zu Fuß von einer Bar in die Nächste zu laufen. Seit wenigen Wochen ist in Zentrumsnähe eine neue Anlaufstelle zu finden - die Goldene Bar.
Zu finden ist Diese im "Haus der Kunst" in welchem sich auch der bekannte Edelclub P1 befindet. Über diverse Treppen und Balustraden gelangt man zum Eingang der Bar in dem riesigen neoklassizistischen Bau. Durch eine schwere Holztür hindurch gelangt man zunächst in den Vorraum - die Lounge. Hier befinden sich auf einem Podest moderne Zweisitzer mit Tischen vor einem großen beleuchteten Bild. Die gedimmten Deckenlampen sorgen für eine warme Atmosphäre vor einer dort befindlichen Kaffeebar welche tagsüber geöffnet ist. Das Herzstück ist jedoch der zweite Raum: Hier befindet sich die eigentliche Bar. Was der Besucher hier zu Gesicht bekommt lässt ein jedes Herz höher schlagen. Es eröffnet sich ein großer Raum in Würfelform. An den Wänden entlang stehen eine Vielzahl von kleinen Tischen, Stühlen und Bänken. Eine rustikaler dunkler Holztisch in der Raummitte zieht die Blicke auf sich während ein gigantischer goldfarbener Kronleuchter aus Messing und Glas darauf leuchtet. Die Wände sind zu allen Seiten bis zur Decke hinauf mit goldenen Mosaiken besetzt welche detailliert bemalt sind. Die Motive zeigen jeweils einen Kartenausschnitt einer bekannten Wein- oder Spirituosengegend und einige Zeichnungen dazu. So finden sich beispielsweise Szenen aus der Champagne, der Pfalz, der Karibik oder Schottland. Die Einzelausschnitte sind jeweils Kunstvoll in grüne Holzvertafelungen eingelassen. Das Art Deco Backboard der Bar ist in der selben Farbe gehalten. Und jetzt das Besondere: Sowohl die Wände wie auch das Backboard sind originale aus dem Jahre 1937! Damals befand sich in diesen Räumlichkeiten auch schon eine Bar. Nach deren Schließung wurden sämtliche Wände verkleidet um den Raum für andere Aufgaben zu nutzen. So wurde die Bar zu einem Museumsraum, einem Büro und einem Lagerraum bis sie schlussendlich wieder zu einer Bar umgebaut wurde - so soll das sein!


Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich das Barchef Klaus St. Rainer das antike Flaschenregal wieder mit allerhand edlen Spirituosen gefüllt hat. Hier finden sich neben den Standards und den Mixzutaten eine große Auswahl von echten Raritäten und hochwertigsten Tröpfchen. Tanqueray Malacca, Willett Bourbon 24 oder auch Johnnie Walker Blue Label um nur einige zu nennen. Die Cocktailkarte ist genau so klassisch wie die ganze Bar, hält bei genauerem Blick aber die eine oder andere Überraschung parat. So wird der Blood & Sand Cocktail beispielsweise ohne Orangensaft zubereitet da dieser hinterher als Espuma auf den Drink kommt. So ist es möglich die Orange bei jedem Schluck aktiv wahrzunehmen was sonst nicht möglich wäre. Weitere getestet Drinks waren ein Brooklyn und ein Champagne Cocktail mit Perrier Jouet welche beide zu gefallen wussten. Mein Highlight war jedoch ein perfekter Corpse Reviver der nicht besser hätte sein können - absolut rund und stimmig im Geschmack! Zu jedem Drink wurde des Weitern Wasser gereicht was ich sehr schätze. Die Preise für die Getränke liegen mit 7 bis 10 Euro im üblichen Rahmen der Stadt.
Die Goldene Bar ist in jeder Hinsicht ein Highlight. Angefangen bei den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten bis hin zu den Getränken. Bei gemütlicher Jazzmusik im Hintergrund schafft es kaum eine andere Bar ein solch authentisches Gefühl einer anderen Zeit zu erzeugen. Man verliert sich binnen weniger Stunden in all dem goldenen Schimmer und kann sich voll und ganz dieser besonderen Atmosphäre hingeben. Bleibt nur zu hoffen das dieses versteckte Kleinod im Haus der Kunst nun das bleibt was es schon vor 60 Jahren war - eine Bar höchster Güte zum entspannen und genießen!

Montag, 25. Oktober 2010

Blogs, Podcasts und ein Buch

Nach einer kurzen Schaffenspause und einer Bartour durch die Straßen von München geht es an dieser Stelle munter weiter mit dem Niederschreiben von diversen Neuigkeiten aus der Welt des Flüssigen. Und das ist auch genau das richtige Stichwort für den heutigen Eintrag, denn es gibt wieder einiges in der deutschsprachigen Blog-Community.
Das erste betrifft die Cocktailwelten selbst: Ich freue mich einen neuen Autor an Bord begrüßen zu dürfen welcher hier seine Weißheiten zum Ausdruck bringen darf . Ladys und Gentlemen, bitte begrüßen sie mit einem tobenden Applaus Mr. Dominik "Zeed" Steinberger, der Typ auf dem Bild oben :-) Wie auch ich ist Dominik schon seit mehreren Jahren leidenschaftlicher Connaisseur und Bargänger mit einer Schwäche für alte Klassiker und guten Rum (und Mozart Dry). Sollten dieser einmal nicht zur Verfügung stehen tut es zur Not auch ein Gläschen Champagner ,vorzugsweise aus dem Hause Krug, für welches Dominik auch einmal 600km weit fährt wen es sein muss. Auch werden weitere Anfahrten zu diversen Bar-Veranstaltungen nicht gescheut um einen guten Schluck genießen zu können. Daneben studiert Dominik Material- und Prozeßtechniken an der Uni Erlangen (bitte korrigiere mich wenn's nicht stimmt) oder ist mit seiner Spiegelreflexkamera unterwegs um die besten Motive zu finden. Die ersten Ideen für neue Blogeinträge sind schon in Planung. Nur so viel möchte ich verraten: Es wird wissenschaftlich physikalisch...
Und auch auf einem anderen Blog wird das Team erweitert. Der schon bekannte Cocktailpodcast wird ab Anfang November seinen Namen gerecht und ein richtiger Podcast. Betrieben wird das Projekt dabei von den selben Personen welche vielleicht schon von dem Sneakpod Film-Podcast bekannt sind. Robert, Stefan, Martin und Christoph sind darüber hinaus auch schon seit Jahren bekannte Mitglieder des Cocktailforums und leidenschaftliche Cocktailtrinker. So wurden für die ersten Podcast schon im Vorfeld auf dem BCB diverse Interviews geführt wie ich bemerkt habe - Ich freue mich darauf!
Einen hab ich noch: Wie schon an anderen Stellen zu lesen war ist das Buchprojekt "Bartenders & Connoisseurs – In 80 Days Around The World" des Wankiki-Blogs in seiner ersten Version online gegangen. Ich muss gestehen ich hätte nicht mit einer Fertigstellung gerechnet aber nun ist es soweit. Bei dem Buch kann jeder Mitwirken der eine Email an den Blogbetreiber schreibt. In dieser Mail werden Bilder, Texte und Cocktailrezepte angehangen welche später einmal 1-2 Seiten des Buches zieren sollen. Wie zuvor geplant ging das Projekt tatsächlich einmal um den Planeten. Respekt Björn! Ich finde das großartig!

Samstag, 16. Oktober 2010

"Echtes" Orgeat selbst gemacht

Tiki ist momentan wieder total angesagt. Wenn hier von Tiki gesprochen wird sind auf keinen Fall große, saftverseuchte, bunte Drinks mit viel Obst und Schirmchen gemeint. Ich spreche von stark rumlastigen Cocktails mit den Aromen von exotischen Früchten und Gewürzen. Um eine großen Teil dieser Rezepte zu mixen bedarf es einer ganzen Reihe von Sirupsorten: Maracuja, Vanille, Ananas, Zimt, ect. Wie man einen Gewürz- oder Frucht-Sirup selbst herstellt dürfte den meisten geläufig sein doch wie sieht es aus wenn man Orgeat für einen Mai Tai benötigt? Orgeat ist ein Mandelsirup welcher oft noch durch die Zugabe von diversen Blütenwasser verfeinert wird. Wie man daraus folgern kann handelt es sich also um einen nussig-floralen Sirup der durchaus einen exotischen Touch aufweist. Schon seit längerer Zeit bin ich es satt einen einfachen Mandelsirup von der Industrie für den Mai Tai zu vermixen. Diese so genannten "Mandelsirupe" sind allesamt extrem süß und schmecken nicht nach Mandeln sondern lediglich künstlich und aufdringlich nach Marzipan. Da Orgeat ein Produkt ist das man nicht überall käuflich erwerben kann, es aber einige Rezepte in Büchern dafür gibt, entschloss ich mich diese nach eigenen Gesichtspunkten zu modifizieren und es selbst einmal zu testen.

Mai Tai Orgeat
400 g ganze Mandeln
600 ml Wasser
10 cl weißer Rum
1.5 cl Orangenblütenwasser
0.5 cl Rosenwasser
4 Tropfen Bittermandelaroma
Zucker

Zunächst gilt es den Mandeln die Haut abzuziehen. Diese würde den fertigen Sirup nur bitter und unansehnlich machen. Dazu werden die Mandeln für 1 bis 2 Minuten in kochendes Wasser gegeben. Nun sollte sich die braune Hülle der Mandelkerne einfach abziehen lassen. Die fertig gehäuteten Kerne werden in der Zwischenzeit in einen weiteren Topf mit 600 ml Wasser zum einweichen gegeben.. Ist dieser Schritt vollbracht werden die Mandeln abgesiebt und in einem Blender zu einer körnigen Masse zerkleinert. Wird das ganze zu Fein habt ihr später mehr Schwebstoffe in den Drinks also aufpassen!
Die Mandelmasse kommt nun zurück in den Topf mit dem Wasser und wird kurz erhitzt und umgerührt. Das Ganze darf nun ruhen bis es wieder Zimmertemperatur erreicht hat. Schon jetzt sieht man eine deutliche Weißfärbung durch die Inhaltsstoffe der Mandelkerne welche sich nun freisetzen. Als nächstes wird die Mandelmilch durch ein Küchentuch in einen weitern Topf gegeben. Versucht anschließend mit so viel Kraft wie möglich jegliche Flüssigkeit aus der im Tuch befindlichen Mandelmasse herauszudrücken (bei mir ca. 500 ml).
Die Basis für den Orgeat ist geschafft. Zu der Mandelmilch kommt nun die selbe Menge Zucker, in meinem Beispiel also 500g, die unter leichter Hitzeeinwirkung komplett aufgelöst wird. Nun wird der fast fertige Sirup noch mit den Blütenwasser und dem Bittermandelaroma nach belieben abgeschmeckt. Es ist bestimmt auch möglich bei der Herstellung der Mandelmilch einige frische Bittermandeln beizufügen aber diese standen mir leider nicht zur Verfügung. Um das Aroma weiter auszubauen und die Haltbarkeit des Orgeats zu erhöhen gab ich noch weißen Rum hinzu. Die Kakao-Noten des Matusalem Platino sollten sich hier als passend erweisen.
Das Ergebnis nach all der Mühe ist ein floraler Sirup mit echtem Mandelgeschmack und nur wenig Marzipan! Wichtig ist es den Sirup vor gebrauch gut zu schütteln da sich die Fette und Öle der Mandeln an der Oberfläche des Orgeats absetzen. Der erste Versuch in einem Mai Tai sollte die Mixtauglichkeit unter Beweis stellen. Als Basis des Drinks wurden je 3 cl Appleton Extra und 3 cl Trois Riviéres Réserve Spécial genutzt. Die weiteren Ingredienzien sind 3 cl Limettensaft, 2 cl Triple Sec und 2cl Orgeat. Der Cocktail verströmt einen sanften Geruch nach Mandeln und Zitrusfrüchten. Auf der Zunge ist zunächst der Rum präsent bevor sich dessen Aromen mit denen von Nüssen vereint. Im Abgang entstehen zusätzlich leichte Eindrücke von Orangen, Zitronen und Marzipan.
Fazit: Wie bei fast allen Sirupsorten rentiert sich die Arbeit des Selberkochens auch beim Orgeat. Für den ersten Versuch hat der Sirup meine Erwartungen in fast allen Bereichen übertroffen. Sowohl Pur verkostet wie auch im Drink punktet das eigene Produkt schon jetzt gegenüber der Industrieware. Lediglich das Mandelaroma könnte noch einen kleinen Tick ausgeprägter sein. Vielleicht hilft hier wirklich die Zugabe von frischen Bittermandeln während der Herstellung anstelle des Backaromas. Vielleicht kann es ja der eine oder andere Leser selbst testen und seine Erfahrungen hier in die Kommentare schreiben. Bis dahin genieße ich weiterhin den einen oder anderen leckeren Mai Tai in den eigenen vier Wänden...

Dienstag, 12. Oktober 2010

Cocktailian - Das Handbuch der Bar

Eine Woche ist seit dem Verkaufsstart des Buches "Cocktailian" vergangen und mittlerweile konnte auch ich die ersten Blicke auf das aktuelle Cocktailbuch werfen. Schon im Vorfeld wurde viel über dieses Buch berichtet und noch vor der Veröffentlichung sprach man über "das Standartwerk" welches jeder Interessierte besitzen sollte. Dies liegt nicht zuletzt an dem guten Marketing und dem  professionellen Autorenteam hinter dem Cocktailian. Namen wie Angus Winchester, Gerry Reagan, David Wondrich und weiter sprechen natürlich für sich. Was sich letztendlich unter dem glänzenden Kunstledereinband verbirgt möchte ich hier kurz ausführen.
Das Mixology-Buch ist durchgehend hochwertig verarbeitet. Prägedruck, Silberschnitt und ein Einlegeband sind nur einige der Besonderheiten. Die 530 Seiten bestehen aus einem hochwertigen Papier und sind durchgehend zweifarbig gedruckt in Schwarz und Silber, was dem ganzen eine moderne Gesamtoptik verpasst.
Doch wichtiger als das Aussehen ist natürlich der Inhalt. Der Cocktailian ist weitaus mehr als nur eine stumpfsinnige Ansammlung von Rezepten wie man es von vielen anderen Büchern kennt. So findet man auf den ersten 40 Seiten zunächst die Geschichte des Alkohols anhand wichtiger Daten von 900 v. Chr. bis zur Neuzeit. Nach diesem Geschichtsteil folgt das Technik-Kapitel. Hier wird dem angehenden Bartender oder Connaisseur das Basiswissen zur Drinkszubereitung erklärt anhand von Skizzen wie man sie auch schon aus dem Mixology Magazin kennt. Eine Gläserkunde und eine Erläuterung zu den wichtigsten Barwerkzeugen ist selbstverständlich auch vorhanden und für jederman leicht nachvollziehbar.
Der nächste große Abschnitt behandelt die Warenkunde. Alle Spirituosengattung welche von Bedeutung sind werden hier anhand eines kurzen Steckbriefes in wenigen Worten zusammengefasst. Dies reicht zwar für einen ersten Überblick aus aber auch nicht mehr. Doch der Warenkundeteil des Cocktailian zeichnet sich durch andere Bereiche aus welche ihn einzigartig machen. So findet man zum Beispiel auf mehrere Seiten verteilt einen Abschnitt welcher das richtige Verkosten von Spirituosen erklärt. Ungewöhnlich ist auch der Part zum Thema Foodpairing. Hier wird einfach und nachvollziehbar erklärt auf welche Art und Weise man Aromen verschiedenster Bereiche erfolgreich miteinander verbinden kann um einen Drink zu kreieren. Um dies zu unterstützen finden sich in dem Buch rund 40 Seiten mit Unterkapiteln wie "Frisches Obst", "Kräuter und Gewürze", "Saisonkalender", "Aromatabellen", "Eis" oder "Hausgemachtes". In letzteren finden sich unter anderem Rezepte für diverse Bitters, Sirupe, Liköre oder Espumas.
Wie in den meisten Cocktailbüchern nimmt auch im Cocktailian der Rezept-Teil einen Großteil des gesamten Werkes ein. Dieser ist aufgeteilt in 13 Kategorien. Jede Kategorie wird wiederum durch einen "Key-Cocktail" repräsentiert welcher ein Paradebeispiel seiner Gruppe darstellt (z.B. der Gin Fizz bei "Fizz & Collins"). Die nachfolgenden Rezepte sind dann jeweils eine Ableitung des Keys. Hier findet sich dann eine sehr gelungen Mischung aus allen Drinksgattungen. Alte und neue Klassiker finden sich genau so wieder wie aktuelle Drinks oder lecker Eigenkreationen. Nicht zu vergessen sind Trendcocktails aus weitern großen Bereichen der Barkultur - Tiki oder Cuisine-Style um nur zwei zu nennen. Des Weitern ist bei vielen Rezepten noch der geschichtliche Hintergrund und die Entstehungsgeschichte des Rezeptes vorhanden. Der Cocktailpart im Cocktailian ist einer der besten den ich je zu Gesicht bekommen habe. Es gibt nur wenige andere Bücher von diesem Kaliber. Hier hat das Mixology-Team ganze arbeit geleistet!
Unterbrochen wird das ganze Buch dabei immer wieder von kurzen Essays namhafter Mixologen welche den Leser an ihren Wissen teilhaben lassen. Auch das ist bis jetzt in noch keinem anderen Cocktailbuch in dieser Form zu finden.
Helmut Adam und Bastian Heuser, zwei der Herausgeber sagen selbst zu dem Buch: "Es gibt derzeit kein Buch, das moderne Arbeitstechniken und Rezepturen der Bar vorstellt und gleichzeitig die gesamten wichtigen klassischen Rezepturen mit genauen Rezepturen und Herleitungen erklärt. Das ist das Besondere am Cocktailian. Ganz klar ist aber, dass jeder Bartender mit mehreren Büchern arbeitet. Das Magazin "Style and the Family Tunes" hat es kürzlich nett beschrieben: Charles Schumanns Buch "American Bar", mit dem jeder von uns in der Bar angefangen hat, sei quasi das alte Testament, und der "Cocktailian" das neue Testament der Bar ... Der Cocktailian ist außerdem das erste Cocktailbuch, das wirklich von einem Autorenkollektiv und nicht von einer Einzelperson gestaltet wurde. An diesem Handbuch der Bar haben die führenden internationalen Cocktailexperten mitgearbeitet. Dieser Team-Gedanke war uns sehr wichtig. So funktioniert ja auch eine Bar: Ohne ein gutes Team, vom Abwäscher über den Kellner bis zum kundigen Barmann, bekommt man kein gutes Produkt an den Gast."
Das kann ich als Endkunde nur bestätigen! Der Cocktailian ist ein Buch das in keiner Bar-Bibliothek fehlen darf. Es ist der moderne Klassiker für Anfänger, Connaisseure und Bartender gleichermaßen. Für 40 Euro erhält man ein Buch in dem alles nötige Wissen versammelt ist um einen Cocktail richtig zuzubereiten und zu servieren. Den Cocktailian erwirbt man am einfachsten im eigens dafür eingerichteten Onlinshop, der auch mit hochwertigsten Barwerkzeugen und andern guten Büchern bestückt ist. Und bevor ich es vergessen zu erwähnen: Auf dem Buchrücken prangert eine große silberne "1" - wann können wir mit dem zweiten Buch rechnen?!...

Freitag, 8. Oktober 2010

Bar Convent Berlin 2010: Die Berichte

Wie die meisten Leser diese Blogs mit Sicherheit mitbekommen haben hatte ich die einmalige Gelegenheit die anstehenden Berichte über den Bar Convent Berlin 2010 direkt (und teilweise live von der Messe) auf der Mixology Startseite zu posten. Es war zeitlich zwar nicht immer ganz einfach alles auf die Reihe zu bekommen aber Spaß gemacht hat es allemal! Damit die Übersicht gewahrt wird sind hier nun sämtliche Links in ihrer chronologoschen Reihenfolge gelistet. Und vielleicht hat sie der Eine oder Andere tatsächlich noch nicht entdeckt ;-)


Der Startschuss ist gefallen: Über die mittlerweile obligatorische, inoffizielle Eröffnung des BCBs mit den Traveling Mixologists in der Bar Tausend.

Es gibt viel zu sehen: Am Eingang sammelt sich eine Warteschlange - Der Postbahnhof nimmt neue Formen an und die ersten großen Vorträge werden gehalten.

Zeitdruck und gute Laune: Es finden so viele Programmpunkte statt das es unmöglich ist alles zu sehen. Ein Termin jagt den Nächsten. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt.

Shopping und andere Neuigkeiten: Die Shops der Messe boomen ebenso wie die Menge der ganzen Neuigkeiten die es zu bewundern gibt. Wo soll man nur anfangen?

Fire on the rocks: Direkt nach dem BCB geht es weiter zu den Mixology Bar Awards. Noch während den Verleihungen kommt es zu turbulenten Szenen im Goya.

Clipshow und Danksagung: Eine Danksagung an sämtliche Beteiligten und ein kurzer Videoclip in der Zusammenfassung.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Mint Julep Derby 2010 - Die Gewinner

Nach vier Monaten, über hundert Rezepteinsendungen und diskussionsreichen Jurymeetings wurde nun am Dienstag, den 05. Oktober, endlich der Sieger des Maker's Mark Mint Julep Derbys auf dem BCB gekürt. Markus Heinze verzauberte mit seinem „Cherokee Julep“ die Geschmacksnerven der fachkundigen Jury sowie der Gäste der SonderBar in Dresden. Durch das Mischen von außergewöhnlichen Zutaten wie Pumpernickel mit Kräuter-Safranlikör und Muskat, schaffte er es auf den ersten Platz und ist somit neuer Inhaber des Titels „Creator of the Perfect Maker’s Mark Mint Julep 2010". Zu seinem Sieg gratulierte ihm unter anderem Rob Samuels, Director of Global Brand Development von Makers Mark, um ihm den Hauptpreis – ein Flugticket nach Kentucky zu überreichen. Den zweiten und dritten Platz sicherten sich die beiden Barkeeper Konrad Friedemann und Markus Littmann von der Rivabar in Berlin, die ihre Cocktails mit Salbei ergänzten. Der „Tower Mint Julep“ von Konrad Friedemann bestach durch ein schaumiges Minz-Salbei Espuma-Topping, während der „Cured Mint Julep“ vor allem durch das selbst gemachte Salbeisoda als hervorragend spritziger Drink punkten konnte. Nach der Preisverleihung auf dem Bar Convent Berlin lud Maker’s Mark am Abend in die Bar „Stagger Lee“ ein. In der Gesellschaft von Magiern, Kartendealern und Bauchladendamen sowie guter Musik feierten die Gäste so ein erfolgreiches Finale des Mint Julep Derbys.

Cherokee Julep
6 cl Maker’s Pumpernickel-Infusion
1 cl Strega
3 Tropfen Abbotts Bitter
1 gehäuften Barlöffel Mascobadozucker
frische Minze
Muskat

Minze, Strega, Abbotts Bitter , Mascobado-Zucker und 30 ml Maker’s Mark-Pumpernickel Infusion in einen Julep Becher geben und solange rühren bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mit Crushed Ice füllen und rühren. Nach und nach den Rest der Pumpernickel-Infusion dazugeben und weiterrühren. Nach Fertigstellung etwas Muskat darüber reiben und mit Minzzweigen (vorher anschlagen) garnieren.

Pumpernickel-Infusion
Eine Scheibe Pumpernickel (10 x 6 cm) in einem Topf zerdrücken und mit ca. 200 ml Maker’s Mark übergießen. Unter rühren erwärmen (nicht kochen lassen). Danach das Gemisch durch ein Feinsieb und darauffolgend durch eine Filtertüte abseihen.

Montag, 27. September 2010

Blogging BCB & Gewinnspiel


Heute ich einer Woche ist es wieder einmal soweit! Ein Großteil der nationalen und der internationalen Bar-Elite versammelt sich im Berlin zum alljährlichen Bar Convent. Über die letzten Jahre mauserte sich die einst kleine Messe zum "Zentrum der deutschen Barindustrie". Neben der eigentlichen Messe und der unüberschaubaren Anzahl an Verkostungen und Vorträgen entstehen außerhalb des offiziellen Programms immer mehr Veranstaltungen. Cocktailwettbewerbe, Partys sowie weitere Vorträge und Verkostungen, welche über die ganze Stadt verteilt sind. Dieses umfangreiche Gesamtkonzept hat leider nur den Nachteil das es mittlerweile unmöglich geworden ist überall zu sein.
Aus diesem Grund werden diverse Blogger versuchen Zeitgleich zum BCB alles so schnell wie möglich ins Netz zu stellen. So sollten auch diejenigen informiert sein die es dieses Jahr leider nicht in die Hauptstadt schaffen. Um wenn es sich bei den drei Bloggern handelt werdet ihr in den nächsten Tagen auf Mixology.eu erfahren. Sämtliche Artikel werden am nächsten Montag direkt auf der Startseite des Barmagazins angezeigt. Des Weiteren werden am laufenden Band Meldungen auf dem Mixology Twitterkanal und dem Mixology Facebook Account erscheinen. Wer diese bis jetzt noch nicht abonniert hat sollte sich schnellstens darum kümmern.
Natürlich ist das kein echter Informationsersatz wenn man auch Live dabei sein kann. Für diejenigen die es sich noch überlegen oder noch keine Eintrittskarte besitzen: Die Cocktailwelten verlosen eine Eintrittskarte für beide Ausstellungstage! Beantwortet dazu einfach folgende Frage bis zum 28.09 um 00:00 Uhr: Zum wievielten Mal findet dieses Jahr der BCB statt? Die richtige Antwort schickt ihr bitte per Mail an cocktailwelten@yahoo.com. Unter allen richtigen Einsendungen wird der Gewinner ausgelost welcher anschließend eine Mail mit einem Promo-Code erhält. Diesen gibt man bei der Online-Registrierung für den BCB als Abo-Nummer an um kostenlosen Eintritt zu erhalten. Viel Glück und viel Spaß!

Dienstag, 21. September 2010

Es war einmal... (Sailor Jerry Blog Battle)


Seit geraumer Zeit lebt die deutschsprachige Blogger-Gemeinschaft in Frieden und Harmonie miteinander. Man kennt sich persönlich und verstand sich untereinander da alle unter dem selben Tick leiden. Mischen und Mixen im Namen der Barkultur lautet der gemeinsame Auftrag. Mit Hilfe des Web 2.0 sollte die frohe Botschaft überall hingetragen werden um die Schar der Anhänger stetig anwachsen zu lassen. Doch vor wenigen Tagen kamen dunkle Wolken über dem Blogger-Land auf. Einer der Schreiber aus dem Norden wurde schwach und so wurde die gesamte Gemeinschaft für ein paar Flaschen gewürzten Rums hinterhältig verraten und verkauft! In einer stillen Nacht-und-Nebel-Aktion wurden sämtliche Adressen der einst friedlichen Blogger von Lord Meyer an die Industrie weitergeleitet, welche dies sofort schamlos ausnützte. Ein jeder Schreiberling erhielt nur wenige Tage Später eine Flasche mit gar mysteriösen Inhalt von einer noch mysteriöseren PR-Agentur. Die merkwürdige Flüssigkeit in der Flasche mit dem Namen "Sailor Jerry" entpuppte sich nach ansichten der Alchemisten als eine gemischtes Melasse-Destillat, versetzt mit orientalischen Kräutern, welche hier zu lande nicht zu wachsen vermögen.
Bis dato war die flüssige Genusswelt noch in Ordnung und keiner der Bewohner konnte nur erahnen welche bösartigen Pläne wirklich hinter der Rumflasche stecken. In der gemeinschaftlichen Verschwörung zwischen der PR-Agentur und Lord Meyer wurde an dem gestrigen Montag den restlichen Bloggern der Krieg erklärt! Es solle nicht mehr gemeinsam nach Cocktailrezepten gesucht werden. Ein Jeder ist dazu aufgerufen ein Rezept zu entwickeln um besser als die anderen Web-Logs zu sein. Ruhm und Ehre sei denjenigen sicher, der sich die beste Mixtur einfallen lassen würde. Dem Gewinner stehe in der Finalen Schlacht am 04.10. in Berlin ein Platz hinter dem Tresen einer "Sailor Jerry Beyond Tiki Night" zur Verfügung sowie ein kleines Preisgeld. Die Verlierer hingegen werden in der Versenkung dieser Party untergehen und müssen sich den restlichen Abend mit den anderen Gästen die Zeit vertreiben - welch eine Schande ;-)
So geschah es das sich auch die kleinen Cocktailwelten für den Krieg rüsten mussten - und das so schnell wie möglich! Der Autor erfuhr von seinen ausgesandten Spionen das die Konkurrenz nicht schläft. Die Herrn Meinke und Kalinke seien schon mit nicht zu unterschätzenden Zaubertränken ausgestattet. Sailor Jerry ist ein Rum mit einem fantastischen Geruch und einer leichten Würzigkeit im Abgang. Am Gaumen bleibt die Spirituose in meinen Augen leider etwas zu dezenz. Auch in Cocktails geht das Destillat des Seemanns sehr schnell unter. So erschien es mir nur sinnig den Rum nur durch wenige ausgesuchte Ingredienzien zu erweitern.
So kam es dazu das sich die Cocktailwelten an einer Mischung aus 6cl Sailor Jerry, 2cl Ananassaft (ungesüßt) und 1,5cl Cherrybrandy (DeKuyper) versuchten. Die Höfischen Alchemisten rühren die Zutaten dabei kurz auf Eis und geben die entstandene Flüssigkeit in einen gekühlten gläsernen Kelch, welcher nun noch mit einer Limettenzeste abgespritzt wird. Die Zeste verbleibt daraufhin in dem sinne-betäubenden Trunk der unter dem Namen "Angry Sailor" bekannt werden soll!
In diesem Sinne: Lasst uns in den epische und unausweichbare Kampf ziehen! Möge der beste Krieger gewinnen! Rüstet euch für die große Schlacht die euch zu Helden macht...

Freitag, 17. September 2010

Mixology Magazin für Barkultur: Relaunche


Seit acht Jahren gehört Mixology, das Magazin für Barkultur, zur Pflichtlektüre aller professionellen Bartender. Im Jahr 2002 von professionellen Bartendern gegründet wurde das Magazin innerhalb weniger Jahre zu Lektüre und Inspiration von Bartendern, Barbetreibern und der Getränkeindustrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mixology versteht sich als Plattform des flüssigen Genusses und erscheint seitdem alle 2 Monate. In dieser Zeit hat sich die Fachzeitschrift zur Stimme einer ganzen Branche entwickelt und wird zunehmend auch von Connaisseuren gelesen, auch wenn das zu Begin nicht der Fall war. So gab es schon die eine oder andere Auseinandersetzungen zwischen der Connaisseurs- und der Bartender-Szene in der ein Miteinander kaum möglich schien. Auch diverse Email-Attacken in dieser turbulenten Zeit bewegten sich teilweise jenseits von Gut und Böse. Heute, nachdem sich alle Wellen gelegt haben, ziehen alle an dem einen Strang der uns verbindet: Die pure Leidenschaft für die Bar und all dem was dazu gehört! Das derzeit vorherrschende, konstruktive Miteinander zwischen den Bartendern und den Connaisseuren ist fantastisch und so möchte ich die Gelegenheit ergreifen mich bei allen Liebhabern der guten Getränke und dem Barwesen zu bedanken. Ein besonderer Dank geht dabei an das Team von Mixology die vieles davon erst ermöglicht haben! Aber ich schweife ab... Zurück zum Thema:
Mixology wird im Oktober 2010 die Auflage erstmals auf über 10000 Exemplare erhöhen und bietet sein Magazin zukünftig auch im ausgewählten Zeitschriftenhandel an. Das ist ein Beweis für das zunehmende Verständnis der Gäste für gute Getränke und allem was dazu gehört. Vor diesem anhaltenden Trend kann man sich nur verneigen und hoffen das er noch sehr lange anhalten wird! Kernthemen der Zeitschrift sind Produktneuheiten, Trends in der Spirituosen- und Getränkebranche, Cocktails und Cocktail Bars. Darüber hinaus beschäftigt sich das Magazin mit den kulturellen Aspekten der Bar und porträtiert interessante Persönlichkeiten des Nachtlebens wie Musiker und Schriftsteller. Somit wird aus dem Magazin für Barkultur ein Magazin für Bar und Kultur!
„Der Einzelverkauf des Magazins wird schon seit Jahren von unseren Lesern gewünscht“, erklärt Helmut Adam, Herausgeber des "Magazins für Barkultur". „Das zunehmende Interesse der Leserschaft auf der konsumierenden Seite des Tresens und die gute wirtschaftliche Entwicklung unseres Mediums sprechen für diesen Schritt, mit dem wir Mixology nun einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen.“
Zeitgleich mit der Auflagenerhöhung wurde das Magazin einem umfassenden Relaunch unterzogen. Es werden mehr Artikel mit Reportage-Charakter erscheinen und namhafte Autoren spüren neuen Themen nach. Das Heftformat wurde vergrößert und die Seitenanzahl von bisher durchschnittlich 100 auf 120 Seiten erhöht. Das jedoch auffälligste Merkmal wird die komplett umstrukturierte Optik sein. Helmut Adam war so großzügig und lies mir eine 30-Seitige "Lese-Probe" der kommenden Oktober-Ausgabe zukommen. Das bisher moderne und eher "wild" auftretende Medium wird in komplett neue Kategorien unterteilt (z.B. Wirtschaft, Kultur) und wirkt deutlich strukturierter und übersichtlicher. Die bekannten bunt gestalteten Seiten der letzten Jahre wird man nun vergebens suchen. Stattdessen präsentiert sich Mixology nun nach klassischer Zeitschriften-Manier mit einer modernen Gesamtoptik. Mehr möchte ich allerdings an dieser Stelle noch nicht verraten - lasst euch einfach überraschen was demnächst auf euch zukommt ;-)
Die Preise für das Abonnement werden gehalten. Der Einzelverkaufspreis für das Magazin beträgt faire 6,80 € in Deutschland (Schweiz CHF 9,50 / Österreich € 7.90).

Dienstag, 14. September 2010

Absolut Glimmer


Mit "Glimmer" verändert sich zum ersten Mal in der Markenhistorie die Flasche von Absolut Vodka selbst und wirkt durch den feinen Glasschliff wie ein Edelstein im Regal. Erhältlich ist die Sonderflasche ab den 1. Oktober überall im Handel. Die alljährlichen limitierten Editionen der schwedischen Spirituose haben sich im Laufe der Zeit zu begehrten Sammlerobjekten entwickelt. Die Geschenkverpackungen "Rock", "Masquerade", und "Disko" haben bei den Sammlern mittlerweile Kultstatus erreicht und sind weltweit begehrt. Wer es nicht glaubt kann selbst einmal bei Ebay einen Blick riskieren. Die Absolut-Editionen sind in meinen Augen eine kleine Geldanlage und so hab ich selbst schon Flaschen aus der seltenen Chrome-Reihe mit einer 500%igen Rendite verkauft.... Auch wenn in meiner kleinen, unscheinbaren Heimbar Wodka überhaupt keine Rolle spielt (ich wüsste auf Anhieb gar nicht in welchem Regal die einzige Flasche steht) ist die neue Absolut-Flasche schon fast gekauft - Ein toller Blickfang der zudem noch sehr hochwertig aussieht.
Und wer sich nach diesem kurzen Beitrag jetzt fragt was wohl seine Sonderflaschen und Drinks auf dem Markt bringen würde kann dies nun bequem bei einer japanischen Börse nachschlagen. Diese Bar dürfte der Traum eines jeden Börsen-Workaholics sein... ;-)

Dienstag, 7. September 2010

Der Mandel-Butter-Rum-Old-Fashioned

Vor einem guten halben Jahr trafen sich die Nerds aus dem Cocktailforum in Stuttgart zu ihrer alljährlichen Cocktailparty mit anschließender Bartour. Um die dortigen Trinkstätten nicht zu sehr mit uns Verrückten zu strapazieren wurden diese vorgewarnt. Jede Bar sollte eine kleine Karte mit wenigen Drinks erstellen welche die Stielrichtung des jeweiligen gastronomischen Betriebes repräsentieren sollte. So kam es das uns im Ciba Mato eine Old Fashioned Variante angeboten wurde mit einem Whisky der mittels Butter und Mandeln mazeriert wurde. Die dortigen Bartender machten aus der Zubereitung dieser Spirituose kein großes Geheimnis und so kommt es das ich in der letzten Woche das Ganze auf Rum-Basis kopierte.
Vorbereitet wurden zunächst 500ml brauner Rum. Es empfiehlt sich zunächst einen leichteren Vertreter des Zuckerbrandes. Da in meiner Bar momentan eh zu viele Restflaschen standen entschied ich mich für einen Blend aus Mount Gay Eclipse, Appleton Gold und Havana Club Especial. Die Mischung fand daraufhin ihren Platz in einer verschließbaren Plastikdose - das wird später noch wichtig.
Doch wie bekommt man nun die gewünschten Aromen in den Alkohol? Der Trick nennt sich "Washing" - das auswaschen. Dieser Arbeitsschritt ist im wahrsten Sinne des Wortes wörtlich zu nehmen. Sowohl das Fett der Butter als auch der Alkohol des Rums sind fantastische Aromaträger. Zunächst muss also der Geschmack der Mandeln in die Butter übertragen werden um von dort aus wiederum mit dem Alkohol "ausgewaschen" zu werden. Man nehme zunächst ca. 80g in Scheibchen geschnittene Mandeln und röste diese in einer Pfanne leicht an. Wenn nun der Herd ausgeschalten wird sollte die Restwärme ausreichen um 150g Butter in den warmen Mandeln zu schmelzen. Nachdem diese Mischung halbwegs ausgekühlt ist gibt man sie einfach zum Rum hinzu und lässt alles komplett auf Zimmertemperatur abkühlen. Die Kunststoffdose findet ihren Platz über Nacht daraufhin im Gefrierschrank. Bis hierher ist das Vorgehen ein Kinderspiel und dauert lediglich 10 Minuten, doch nun kommt der anstrengende Teil: Das Filtern.
Je kälter das halbfertige Mazerat bei diesem Arbeitsschritt ist desto leichter erschien es mir. Nachdem man den Großteil der erkalteten Butter und der Mandeln aus dem Rum entfernt hat wurde die verbleibende Flüssigkeit Tropfen für Tropfen durch einen Kaffeefilter gejagt. Leider geht das nur äußerst schleppend voran und der Filter musste alle 5-6 cl gewechselt werden. Nach guten fünf Stunden erhielt ich geschätzte 400ml eines Butter-Mandel-Rums welcher im Aroma intensiv genug war um nochmals mit 200ml Rum aufgegossen zu werden! Da mir das Rumaroma etwas zu schwach wurde kam ein äußerst geschmacksstarker Goslings 151 in Frage. Das leicht trübe Ergebnis kann sich zeigen lassen! Der Geruch scheint sich nicht von einem einfachen Rum zu unterscheiden mit Ausnahme der merkbaren Röstaromen. Am Gaumen entfaltet sich dagegen die große Überraschung: Der Rum ist unglaublich samtig auf der Zunge und umhüllt diese komplett. Die Butter ist noch ansatzweiße auszumachen wird aber von einem dominanten Mandelaroma überlagert. Im Abgang zeigen sich weiterhin Töne von Orangeat und Toffee.
Wie bereits zu Beginn geschrieben ist das Endergebnis die Basis eines sehr delikaten Old Fashioneds. 6 cl Rum mit 1 cl Ahornsirup und dashes von TBT Jerry Thomas Old Decanter Bitters ergeben auf Eis gerührt einen Drink zwischen warmen Sommerabenden und Weihnachten. Ich stoße auf das Barteam des Stuttgarter Ciba Matos an für dieses geniale Rezept. Die viele Stunden Arbeit und das Aufräumen in der Küche haben sich voll und ganz rendiert!

Montag, 30. August 2010

Mixology Monday: Brown, Bitter and Stirred


Nach einer kurzen Pause soll es nun im August wieder einmal einen Beitrag zu einem Mixology Monday geben. Lindsey Johnson, die Autorin hinter dem Blog Brown, Bitter and Stirred würde diesen Namen gerne wörtlich nehmen und sucht deshalb nach diversen Brown, Bitter and Stirred Cocktails. Eigentlich sollte nichts leichter sein als das denn immerhin verbergen sich hinter dieser Beschreibung eine ganze Reihe an Cocktails die nicht erst seit gestern bekannt sind...
Doch genau dieser Vorteil ist auch ein Nachteil. Auch wenn ich schlagartig an einen Old Fashioned, Manhattan oder Sazerac dachte dürfte über diese Drinks bereits genug geschrieben worden sein. Auch die bekanntesten Variationen dieser Mischungen sollten hinlänglich bei den Lesern bekannt sein und bedürfen keine weitere Worte. Schlussendlich konnte ein Griff ins reichlich gefüllte Bücherregal Abhilfe schaffen. In einem der Schmöker musste sich einfach etwas Braunes, Bitteres und Gerührtes finden. Die Wahl viel dabei auf den Reprint des 1937 erschienenen "Famouse New Orleans Drinks & How To Mix Ém" Für gerade einmal acht Euro bietet dieses englischsprachige Werk eine Vielzahl von Rezepten und Hintergrundinformationen über den Cocktailgenuß im alten Big Easy. Auf Seite Neunzehn befindet sich eine unscheinbare Rezeptur namens Kentucky Cocktail welche zu je einem Teil Bourbon Whisky und Ananassaft besteht sowie einen Würfelzucker - eine fruchtige Mischung die sich bis jetzt noch nicht sehr aufregend anhört, geschweige denn das sie zu dem heutigen MxMo-Thema passt. Würde man dem Kentucky Cocktail noch einen Bitters hinzufügen käme man dem Ganzen schon ein großes Stück näher.

Kentucky Cocktail Variante
6 cl Bourbon
6 cl Ananassaft
1 cl Zuckersirup
2 dash Angostura

Alle Zutaten werden auf Eis im Gästeglas kalt gerührt und zügig serviert. Als Bourbon eignet sich hier eine starke und betonte Sorte wie der Elijah Craig 12 um nicht von dem Saft dominiert zu werden. Im Buch ist nachzulesen das auch der Einsatz von Rye Whisky möglich ist - damit verliere der Drink aber das Privileg sich "Kentucky" nennen zu dürfen. Die genaue Menge an Zuckersirup richtet sich danach ob der verwendete Saft schon gesüßt ist. Der extra hinzugefügte Bitters sorgt für eine sehr ausgewogene würzige Note. Das Ergebnis ist ein sehr frischer und fruchtiger Cocktail der einem den einen oder anderen warme Tag versüßen wird. Die würzigen Aromen des Angosturas binden sich grandios zwischen der Säure der Ananas und den Holztönen des Whiskys ein. Der Kentucky Cocktail ist für mich die Entdeckung des Jahres! Denkbar, aber noch nicht getestet, ist eine Version mit Rum anstelle des Bourbons. Damit dürfte das Getränk dem aktuellen Tiki-Trend entsprechen.

Mittwoch, 25. August 2010

Sweet dreams are made of these


Es gibt eine Zutat hinter dem Tresen ohne die fast kein Cocktail möglich wäre und dennoch wird diesem unumgänglichen Wundermittel keinerlei Beachtung geschenkt. Einst eine wertvolle Ingredienz wird der gesuchte Stoff heute geradezu verschachert oder nach Möglichkeit komplett ersetzt. Die Rede ist von Zucker. Welcher Drink, egal aus welcher Epoche er stammt, ist ohne ein entsprechendes Süßungsmittel denkbar?
Die Bar spielt hier eine besonderer Rolle. Wo sonst gibt es so viele verschiedene Süßungsmittel? Als erstes denkt man als Otto-Normal-Verbraucher natürlich an die "trockenen" Varianten wie Kristallzucker, Puderzucker, Rohrzucker braun, Demarara-Zucker oder Kandis braun/weiß. Aufgrund einer besseren Löslichkeit in Flüssigkeiten ist in der Bar der Einsatz von Zuckersirupen ein Muss. Doch ein Sirup ist weit mehr als nur ein Gemisch aus Zucker und Wasser. Bedenkt man zusätzlich den Einsatz verschiedene Mischungsverhältnisse (1:1, 1:2, 1:3) ergeben sich alleine aus den bereits genannten Zuckerarten so viele Varianten des Zuckerwasser das bereits die halbe Bar damit gefüllt sein müsste. Neben diesen Sirupsorten gesellen sich nun auch noch hunderte von aromatisierten Sorten die in ihrer Kreativität keine Ende nehmen wollen. Den Gipfel des Unnötigen stellt hier in meinen Augen die Firma Monin her. Ich schätze eine Vielzahl ihrer Produkte sehr doch in letzter Zeit scheint es die Hauptaufgabe der Monin Entwicklungsabteilung zu sein jeden nur auffindbaren Stoff in einen Sirup zu bannen. Ginsirup, Tequilasirup, Rumsirup?! Oder was um alles in der Welt soll ich den mit einem Zitronenkuchen-, Basilikum-, oder Gurkensirup anfangen?! Aber es kommt noch besser. Monin hat es sogar geschafft einen Zuckersirup mit Zuckergeschmack herzustellen: Den Zuckerwatte-Sirup! - Gratulation!
Verehrte Monin Produktenwickler: Lasst es gut sein! Ich wage es zu behaupten das dieses Zeug doch nicht wirklich verkauft wird oder? - Zumindest nicht in solche Mengen das es wirklich nötig wäre. Mit einem einfachen Zuckersirup, Mandelsirup, Kokossirup, Erdbeersirup und einer Grenadine dürfte eine Bar die wichtigsten Sorten abgedeckt haben. Lediglich Sorten wie Haselnuss scheinen mir noch praktikabel zum verfeinern von diversen Kaffeevarianten.
Was bis jetzt noch gar nicht angesprochen wurde sind die Sonderformen welche auch in der Bar rege Verwendung finden: Honige und Ahornsirup sind fast allgegenwärtig. Hierzulande selten aber ebenfalls auffindbar sind Melasse oder sogar frischer Rohrzuckersaft. Auch Birnen- oder Agavendicksaft sind denkbar und keine Seltenheit mehr. Soll es ein Süßungsmittel mit Röstaromen sein? - keine Problem - es nennt sich Karamell und entsteht indem man ordinären Kristallzucker in einer Pfanne schmilzt.
Man sollte es nicht glauben aber es scheint so zu sein das es deutlich mehr Süße gibt als man auf den ersten Blickt sieht. Schaut dazu einfach einmal zu den Flaschen in euren Regalen und Barschränken. Wodka, Rum, Tequila, Whisky und wie alle diese schönen Dinge auch heißen mögen haben alle etwas gemeinsam. Der Alkohol unserer schönen Spirituosen entstand einst als ein Nebenprodukt von Zucker, welcher durch spezielle Hefen und/oder Bakterien umgewandelt wurde. Was sollte man zum Abschluss noch anderes sagen als "Cocktails - die süßeste Verführung seit es Zucker gibt". Sweet dreams are made of these...

Dienstag, 17. August 2010

Barroom - München

München ist immer wieder eine Empfehlung für eine Bartour wert. In dieser Stadt konzentrieren sich gute Bars auf einem relativ kleinen Raum so das die einzelnen Stationen jederzeit bequem zu Fuß zu erreichen sind. So trug es sich vor zwei Wochen zu das ich es endlich auch wieder einmal in den kleinsten Raum innerhalb des kleinen Raumes geschafft habe... Münchens kleinste Bar: Emanuele Ingusci´s Barroom.
Das Wort "Raum" ist hier wörtlich zu nehmen. Betritt man die Bar mit nur einem Schritt steht man bereits inmitten der wenigen Quadratmeter. Der Blick fällt zunächst auf den dunkeln Holztresen mit den zwei Sitzplätzen. Daneben befinden sich lediglich drei weitere Tische in der Bar für je vier Gäste. Von jedem Platz aus ist es möglich dem Chef bei der Arbeit zuzusehen während man entspannt der ruhigen Jazzmusik lauscht welche aus den Lautsprechern ertönt. Das gedämpfte Licht das sanft von einer Reihe antiker Barutensilien reflektiert wird lässt den Gast binnen kürzester Zeit in eine andere Zeit versetzen. Durch die Nähe zu allem ist man hier ganz und gar in die Bar eingebunden. Das Backboard bietet eine feine Auswahl von guten Spirituosen jeglicher Art. Kenner werden sofort sehen das sie hier bestens aufgehoben sind! Neben den Standards und den gehobenen Zutaten sind auch noch einige Raritäten zu Kuriositäten zu begutachten. So seinen an dieser stelle Rumsorten genannt die in Europa nicht erhältlich sind oder gar ein kubanischer Rum aus einem 200ml-Tetrapack. Selbst angesetzte Tinkturen ergänzen das Sortiment. Weniger exotisch geht es bei den Drinks zu. Diese orientieren sich an den alten Klassikern die perfekt zur Atmosphäre passen Auf Anfrage wird ein Blick in eine Cocktailkarte gewährt aber eine Empfehlung von Herrn Ingusci scheint mir in diesem Kleinod der Barkultur die angenehmerer Variante zu sein. So viel die Wahl auf einen Dry Manhattan den man nicht hätte besser zubereiten können. Nachdem die Wahl des Whiskys getroffen wurde und dieser verrührt mit Nolly Prat Dry im gekühlten Gästeglas landete wurde jeder Tropfen Angostura einzeln mit dem Barlöffel in den Drink gegeben wie ein Uhrmacher der die kleinsten Bauteile montiert - grandios! Diesen Cocktail konnte man nur mit allen Sinnen genießen. Bei dem Ordnern eines Gin Tonics fiel die Wahl auf den neuen Monkey 47 Gin. Bei dem Tonic wurde man erneut positiv Überrascht durch ein italienisches Produkt das hierzulande nicht erhältlich ist und wie geschaffen für den Schwarzwald-Gin scheint durch seine milde süße und geringem Chininanteil. Zumindest habe ich zuvor noch nie von Acqua Brillante gehört. Die Preise für die einzelnen Getränke befinden sich, wie für München typisch. in einem Bereich zwischen 8 und 10 Euro. Eine weiterer Cocktailtipp im Barroom ist der "Rüscherl Old Fashioned". Es sei nur so viel verraten: Eine Rum Old Fashioned Variante mit Cola ist nicht so schräg wie es sich anhören mag :-)
Wenn man sich in München befindet sollte man sich unbedingt auf den direkten Weg in den Barroom begehen. Ich kenne nur wenige Bars die solch einen Charme versprühen wie das Reich von Emanuele. Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch und auf das was mich dort Neues und Interessantes erwarten wird. So kleine diese Bar auch ist so groß wird hier die Barkultur ausgelebt!

Mittwoch, 11. August 2010

Eben Freeman: Martinez

Der Martinez ist nicht nur einer der ältesten bekannten Cocktailrezepturen sondern auch einer meiner absoluten All-time-Favourits. In dem Video seht ihr den New Yorker Bartender Eben Freeman bei der Zubereitung des klassischen Drinks bei dem ich nicht nein sagen würde. Für alle Cocktail-Liebhaber empfiehlt es sich auch die übrigen Videos von Eban anzusehen. Clip ab:

Mittwoch, 4. August 2010

Die Hausbar im Jahr 2010


Die private Hausbar - man muss kein Cocktailfreak sein um eine zu besitzen. In fast jedem Haushalt versteckt sich hinter einer Schranktür ein Regal welches mit verschiedensten Likören, Spirituosen und Weinen gefüllt ist. Meist sind die Flaschen ein bunter Mix aus Geschenken, Spontaneinkäufen oder uralten Beständen aus der Jugendzeit. In Zeiten in denen nun der gute und feine Geschmack wieder gefragt ist rückt auch die Hausbar wieder näher ins Rampenlicht.
Es gab Zeiten in denen es als besonders chic und "En Vogue " galt eine eigene kleine Bar zu besitzen. In einer sonst leeren Ecke stand ein kleiner Schrank mit ausgesuchten Zutaten und einem Shaker zur Zubereitung einiger zeitgemäßer Drinks. Cocktailpartys fanden statt wie sie es heute nicht mehr gibt: Man traf sich nach der Arbeit auf ein Gläschen oder Zwei, redete mit Freunden über das aktuelle Tagesgeschehen und verabschiedete sich nach seinem Drink(s) wieder. Doch Zeiten ändern sich und so auch die Hausbar. Nach Jahren des Trinkgenußes geriet die heimische Mixstation nicht nur in Vergessenheit sondern auch in Verruf. Alkohol war plötzlich nicht mehr der gesellschaftliche Grund sich zu treffen oder ihn einfach nur zu genießen. Alkohol war plötzlich nur noch etwas für Säufer oder für Leute deren Leben nicht in die richtige Richtung lief - Alkohol Auslöser und Helfer vieler Probleme. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten änderte sich dieses Verhalten (zu unserem Glück) wieder drastisch.
Heutzutage, wo Qualität wieder im Vordergrund steht und geschätzt wird, darf auch ein gutes Tröpfchen im Haushalt nicht fehlen. In den letzten Monaten konnten diverse Beiträge zum Thema in namhaften Zeitungen und Zeitschriften gefunden werden deren Inhalt teilweise mehr als nur stümperhaft zusammengefasst wurde. Ich erinnere dabei nur an einen Satz der im Zusammenhang mit dem Umgang eines Shakers gefallen ist, welcher ungefähr folgendermaßen lautete: "Nachdem die Zutaten in den Metallbecher gegeben wurden setzt man ein Barsieb (Strainer) darauf und schüttelt kräftig." - Unglaublich! Ich muss allerdings zugeben das ich das Ganze sehr gerne einmal sehen würde ;-)
Von den Arbeitsschritten einmal abgesehen stellt sich zunächst die Frage welches Niveau eine Heimbar haben sollte. Wodka von der Tanke auf der anderen Straßenseite und ein paar Energydrinks können schließlich nicht das Ende der Fahnenstange sein. Qualitativ gute Zutaten müssen nicht viel kosten um zu überzeugen! Mit einer geringen Anzahl von Zutaten lässt sich schon einiges schönes anstellen, egal ob es sich um einen Cocktail handelt oder um ein Gläschen puren Geschmackserlebnises. Welche Spirituosen hier in Frage kommen sind dann eine Frage des persönlichen Geschmacks. Im digitalen Zeitalter sollte es kein Problem darstellen sich darüber in diversen Foren zu informieren. Wer sich die Grundtechniken und die wichtigsten Zutaten aneignet kann Freunde und Verwandte glücklich machen - etwas Gastgebertum vorausgesetzt.
Aus diesem Grund würde ich gerne die Meinung der verehrten Leserschaft mit einbeziehen. Welches Niveau sollte eine einigermaßen ordentliche Heimbar vorweisen können? Sollte ein Gastgeber grundlegendes jederzeit vorweisen können wie zum Beispiel die Zubereitung eines Gin & Tonic oder eines Whisky Sour? Wie sollte für euch die Renaissance der Hausbar aussehen? Wo ist die Grenze zwischen dem, was „man da haben sollte“ und wo es über die „moderne Jedermann-Bar“ hinausgeht und zum echten Hobby wird?
Die letzte Frage ist für mich immerhin schnell beantwortet da ich diese Grenze mit Sicherheit schon um Lichtjahre übertreten habe...

Mittwoch, 28. Juli 2010

Eine Bartour und eine Barbesetzung

Am vergangenen Freitag packte ich, zu einer unmenschlichen Uhrzeit, meinen Koffer und machte mich auf den Weg in das vier Stunden entfernte Fulda. Verteilt zwischen sämtlichen Kleidungsstücken und Handtüchern befanden sich Shaker, Jigger und Strainer um auf ihren Einsatz bei der ersten Cocktailwelten Barbesetzung genutzt zu werden...
Doch zunächst von Anfang an: Bereits im letzten Herbst wurde mit Connaisseurs-Kollege Achim, welcher nebenbei in einer kleinen Bar arbeitet, besprochen das ich einmal zum mixen vorbeikommen müsse. Gesagt- Getan. Bevor es am Samstag an die Arbeit ging stand zunächst ein Barcrawl durch das beschauliche Fulda auf dem Programm. Angetestet wurden lediglich drei Bars welche zu diesem Zeitpunkt gut besucht waren. Leider lies die Qualität dieser sowie der Getränke schwer zu wünschen übrig! Der warme Mojito zu Beginn sollte dabei noch das kleinste Übel des Tages sein. Nach Rücksprache mit Achim wurde die Bartour schließlich abgebrochen nachdem an unserem Tresenplatz in der dritten Bar ein Gin Fizz ohne Fizz gereicht wurde (aufgefüllt mit stillem Wasser)! Da half auch der Daiquiri mit dem Salzrand nicht mehr! Dafür wurde in diesem Drink nicht mit Triple Sec gespart... Die Flucht zu Achims Heimbar konnte nach einem ordentlichen Gin Tonic wenigstens den ersten Schock hinwegspülen. Als kleines Fazit für Fulda kann ich also nur sagen: Bleiben Sie beim Bier oder Apfelwein - das ist zumindest trinkbar. Am Abend des nächstens Tages sollte die Barbesetzung in der Cocktail-Lounge Lauterbach stattfinden. Eine kleine Bar von der noch kaum jemand gehört hat aufgrund eines sehr speziellen Konzeptes. Diese Bar ist lediglich am Samstag ab 18:00 Uhr geöffnet. Unter der Woche befinden sich in diesen Räumlichkeiten ein Cafe sowie ein Zeitschriftenladen. Die Bar wird von Achim aus purer Freude am Hobby betrieben. Die Gewinne des Abends gehen an die Ladenbesitzer, dafür werden die Räumlichkeiten jede Woche gestellt sowie einige benötigte Mittel - ein sehr netter Zug der Familie Berghäuser um einen leidenschaftlichen Connaisseur zu unterstützen! Die Gäste wissen diesen Service ebenfalls zu schätzen um kommen gerne immer wieder um sich den einen oder anderen guten Drink zu gönnen. Auf der Karte der Bar sind zum Großteil nur großvolumige und fruchtige Drinks zu finden aber mehr ist in dieser kleinen Stadt in der Regel nicht gängig . Empfehlungen der mixenden Bartender werden aber gerne und interessiert aufgenommen und auch geschätzt. So konnte ich an meinem Abend in dieser Bar auch Cocktails wie Blood and Sand, Manhattan, Gin Basil Smash und Daiquiris an den Mann (oder die Frau) bringen - so macht das shaken gleich doppelt Spaß! Es ist nur bedauerlich das sich am Tage der Barbesetzung nicht sehr viele Gäste in das Presse Cafe verirrt haben - ein Volksfest im benachbarten Fulda machte sich hier laut Aussage der stets gut gelaunten Servicekraft Britta deutlich bemerkbar. Aber was solls - in dieser speziellen Bar steht schlussendlich die pure Lust an der Freude im Vordergrund. Und obwohl die Türen zur Bar schon um 01:00 wieder geschlossen wurden war für uns die Nacht noch lange nicht vorbei!
Ich danke allen Beteiligten an der Cocktail-Lounge Lauterbach und deren Gäste für diesen sehr amüsanten Abend unter Gleichgesinnten. Eine Wiederholung des Ganzen ist bereits im Gespräch - ich freue mich darauf!