Montag, 25. Januar 2010

Mixology Monday: Tea


Wenn diesem Monat noch etwas fehlt dann ist es wohl der erste Mixology Monday des neuen Jahres. Der Januar steht dabei voll und ganz im Zeichen des Tees und wird dabei gehostet von der cocktail virgin slut. Tee ist eines der bekanntesten Getränke des Planeten und findet in der Bar kaum Beachtung. Dazu kommt noch der Missbrauch des Wortes „Tee“. Alles was nichts mit Kaffee am Hut hat und mit heißem Wasser übergossen wird nennt sich hierzulande Tee, auch wenn darin kein einziges Blättchen Tee zu finden ist. Diese Heißgetränke sollte eigentlich Aufgussgetränk heißen aber machen das im Prinzip nirgendwo. Doch was ist Tee überhaupt?
Die Pflanze welche die kostbaren Blätter liefert nennt sich Camellia thea und wird weiterhin unterteilt in die Gattungen thea sinensis und thea assamica. Diese aus China und Indien stammenden Pflanzen würden in der freien Natur, je nach Sorte, zu einem stattlichen Busch oder gar zu einem bis zu zwanzig Meter hohen Baum heranwachsen. Auf den Plantagen werden diese aber bewusst klein gehalten. Zum einen erleichtert das die Ernte, welche immer noch von Hand erledigt wird, und es zwingt die Pflanzen viele neue Triebe hervorzubringen da für gewöhnlich immer nur die ersten Blätter eines jeden Triebes für die Weiterverarbeitung genutzt werden. Nach Europa gelangte der Tee erst vor gut 400 Jahren. Es entstanden daraufhin die ersten großen Handelsrouten zwischen den Niederlanden mit Batavia und Japan sowie England mit China und Indien. Mit der Verbreitung des neuen exotischen Getränkes entstandnen um 1660 die ersten Teehäuser in Europa. Als England im Jahre 1780 ein Importverbot für niederländischen Tee ins eigene Land verhängte (um das konkurrierende Land finanziell damit auszubremsen) legten deren Schiffe kurzerhand in Deutschland an. Bremen, Hamburg und Emden profitierten davon und wuchsen zu den wichtigsten Handelsstädten des Kontinents heran. Die Nachfrage an Tee, welcher bis Dato noch wild wuchs, überstieg bei weitem die Produktion und so wurden in Indien im großen Rahmen Plantagen angelegt was dazu führte das Indien bis heute der größte Impoteur der getrockneten Blätter ist. Weitere technische Verbesserungen in den Manufakturen sorgten dafür das der Nachschub an Tee gesichert wurde bis in die heutige Zeit.
Ich erspare es mir mich weiter in diese Materie einzuarbeiten als es diese kurze Zusammenfassung hier zulässt. Tee ist ein Eigenständiges Fachgebiet welches dem der Spirituosen oder des Weines in nichts nahe steht. Es gibt Connaisseure und Sommeliers, Teesorten werden geblendet wie ein guter Whiskey und wie bei einem Drink ist die richtige Zubereitung entscheidend. Die genaue Aufbrühzeit, die richtige Teekanne und das richtige Glas sind hier entscheidend und ein Teeprofi trinkt diesen natürlich pur ohne Milch, Zitrone oder einem anderen Zusatz. Umso erstaunlicher ist das doch relativ bescheidene Ansehen dieses schönen Getränkes in der Öffentlichkeit. Es hat den ruf ein Oma-Getränk zu sein das man bevorzugt trinkt wenn man krank ist…
Ich persönlich trinke Tee sehr gerne und oute mich hier gleich als Banause. Meine Tees sind allesamt aus dem Supermarkt und auf die Schnelle fällt mir auch kein einziger Cocktail mit Tee ein, den ich hier vorstellen könnte aus Tee mit Rum. Dafür habe ich für mich eine sehr aromatische Variante des Teegenusses gefunden. Dazu wird ein Schwarztee zusammen mit einer Messerspitze von Schuhbecks Arabisches Kaffeegewürz aufgebrüht und mit etwas Milch und Zucker abgeschmeckt. Der Kardamom und das Muskat ergänzen die Aromen des Tees geradezu perfekt und ergeben ein harmonisches und exotisch anmutendes Gesamtbild. Zugegeben ist die Gewürzmischung nicht billig aber sie ist jeden Cent davon wert.
In diesem Sinne lehne ich mich jetzt mit meiner Tasse Gewürz-Tee zurück und bereite mich auf die fahrt zur Barkultour nach Stuttgart vor – Es heißt nicht umsonst abwarten und Tee trinken…

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