Montag, 22. Februar 2010

Mixology Monday: Absinthe


Kaum zu glauben aber es ist wieder einmal Mixology Monday. Dieses mal dreht sich alles um eine Spirituose die wie keine andere Missverstanden wird - der Absinth. Dieses Kräuterprodukt das seit jeher eine Basis der klassischen Cocktails ist und doch immer wieder übersehen wird soll sich heute in all seinen grünen Facetten zeigen wenn es nach Sonja vom Thinking of Drinking Blog geht. Es gibt deutlich mehr gemischte Getränke mit der Grünen Fee als den Sazerac oder den Absinthe Drip.
Die Geschichte auf welche Absinth immer und immer wieder reduziert wird ist wohl der angeblich unverwechselbare Rausch welcher das Getränk hervorrufen soll. Ein solcher Rausch soll angeblich auch dafür verantwortlich gewesen sein das sich der Maler Vincent Van Gogh ein Ohr abschnitt - wenn man der Legende denn Glauben kann... Für ein solches Verhalten sei der im Absinth vorkommende Stoff Thujon verantwortlich. Dieser soll nicht nur euphorisierenden und aphrodisierenden wirken, Abhängig machen sonder auch sehr gesundheitsschädlich sein weshalb Absinth im Jahre 1915 in vielen Ländern weltweit verboten wurde. Neueste Untersuchungen können diese Eigenschaften allerdings nicht nachweisen und so ist die Grüne Fee heute wieder fast überall erhältlich auch wenn es seitdem einen gesetzlichen Höchstwert für Thujon gibt (35mg/L). Auch wenn dieser wunderliche Stoff nicht so gefährlich ist wie es sein schlechter Ruf verbreitet ist und bleibt er ein Nervengift - das ist Nikotin allerdings auch. Thujon kann in höheren Dosierungen zu Schwindel, Krämpfen und Halluzinationen führen - Alkohol aber auch. Im Übrigen wurde der durchschnittliche Thujongehalt von Absinth vor dem Verbot auf durchschnittliche 25mg/L errechnet also deutlich unter dem jetzigen Grenzwert! Diese Menge reicht keinesfalls aus um einen Rausch von dieser Substanz zu bekommen, die außer im Wermutkraut auch im Thymian, Salbei und Rosmarin zu finden ist - vorher entfaltet der Alkohol seine schlechten Eigenschaften.
Doch was ist Absinth überhaupt? Dieses auch Wermutspirituose genannte Produkt wird neben dem echten Wermutkraut noch aus einer Vielzahl anderer aromatischen Kräutern hergestellt wie Anis, Fenchel, Salbei usw. Natürlich hat jeder Hersteller sein eigenes Rezept für seine Kräutermischung, welche natürlich streng geheim ist. Es lohnt sich also definitiv verschiedenste Absinthe zu verkosten da jeder seine eigenen Geschmacknuancen mit sich bringt. Nicht außer acht lassen darf man natürlich den Alkoholanteil der bei der "Grünen Fee" sehr oft jenseits der 60% liegt!
Zugegeben ist der leicht bittere und kräftige Geschmack dieser Spirituose nicht jedermanns Geschmack aber es gibt auch Drinks in denen der Absinth zur Geltung kommt ohne zu überheblich zu wirken. Einer dieser Cocktails möchte ich euch hier vorstellen.

Ante Variation
4.5 cl Calvados
1.5 cl Cointreau
1.5 cl Absinth

Die Zutaten werden auf viel Eis gerührt und in ein gekühltes Glas abgeseiht. Der Absinth geht dabei eine wundervolle Symbiose mit dem Calvados ein welcher ihn zwar etwas im Aroma abschwächt aber zugleich eine gewisse Fruchtigkeit verleiht. Die grüne Fee bleibt dennoch dominant. Hier empfiehlt es sich einen leichten Fine-Clavados zu verwenden der noch nicht all zu lange in Fässern gelagert wurde. Der Cointreau in dem Rezept ist zwar nicht anhand des Geschmackes auszumachen doch verleiht er der Mischung die nötige Süße um ihn gefälliger zu machen. Der Ante ist einfacher gesagt ein Cocktail zum niederknien! Vielleicht hilft er ja den Absinth die Aufmerksamkeit zu geben die er verdient hat. Sante!

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