Montag, 22. März 2010

Mixology Monday: Punch

Zum bereits 47. Mal steht ein Tag unter dem Zeichen des Mixology Mondays. Diesen Monat fällt Hobson´s Choice auf den Punch - ein wahrlich schweres Thema. Natürlich fallen dem Connaisseur unter diesem Begriff gleich Namen ein wie "Planters Punch" oder "Milk Punch" doch so einfach ist es dann doch nicht. Was ist überhaupt ein Punch? Die Antwort auf diese Frage hab ich leider nicht gefunden da dieser Begriff genau so weitläufig ist wie der des Cocktails. Nicholas Falk, ein Londoner Physiker beschrieb den Punch 1779 folgendermaßen: "Der Punch ist nicht, mit anderen Worten, einfach eine große Cocktail. Wie beim Wein sollte er ausgewogen sein, nicht zu scharf, nicht zu stark, und besser nicht mit allem mögliche und bunten Firlefanz geschmückt wie im Sexgewerbe." Das macht die ganze Situation jetzt natürlich kein bisschen einfacher aber ich denke diese Definition kann perfekt auf jede Art von Mischgetränk angewendet werden. Eine andere Möglichkeit den Punch zu erklären findet sich in dem Reim "1 part sour, 2 parts sweet, 3 parts strong and 4 parts weak" Damit lassen sich mit Sicherheit wunderschöne, leichte Drinks zubereiten aber ist es doch nicht ganz das wonach ich suche.
Nach dem durchstöbern einer Vielzahl von Barbüchern kam ich (wieder) einmal auf Ted Haighs "Vintage Spirits & Forgotten Cocktails" zurück und wurde dort (wieder einmal) fündig.

Fish House Punch (3 Drinks)


12 cl Jamaica rum
6 cl Cognac
1.5 cl Peachbrandy
1.5 cl Maraschino
6 cl Grüner Tee
3 cl Zitronensaft
3 cl Zuckersirup

Alle Zutaten in einem Gefäß miteinander verrühren und ziehen lassen. Das ist auch der Grund für die große Menge des Drinks - je mehr desto eher rentiert sich der ganze Aufwand. In der Originalvariante besteht dieser Punch immerhin aus sechs Liter! Wenn das alles erledigt ist das Getränk in Eis gefüllte Gläser verteilen, einen Schuss Champagner hinzugeben und kurz umrührern. Bei meiner Zubereitung hab ich allerdings auf den Champagner verzichtet. Dennoch ein ganz erstaunlicher Punch. Er erfüllt alle Punkte die Nicholas Falk in seiner Beschreibung angibt sowie alle Zutaten aus der oben genannten klassischen Punch-Regel. Erstaunlich ist es zudem wie dominant sich der Tee aus den restlichen Zutaten hervorhebt.
Benannt ist das Getränk nach einem Club in einer amerikanischen Stadt Namens Schuykill, welche heute in Pennsylvania liegen würde. Da in diesem kleinen Örtchen ein Großteil der Bewohner Fischer waren trafen sich diese regelmäßig in ihren gemeinsamen vier Wänden der Scuuykill Fishing Company zum Feiern, Essen und natürlich auch zum gemeinsamen Trinken um das Jahr 1732. Das Rezept ihres Punches wurde weit über ihre Grenzen bekannt und so griff es über 100 Jahre später sogar ein Bartender auf der später als "Professor" in die Cocktailgeschichte eingehen würde... Die oben angegebene Rezeptur stammt allerdings aus dem Buch "Liquor, the Servent of Man" aus dem Jahre 1939.
Ich muss gestehen das Rezept hat mich schon immer sehr gereizt einmal nachzumixen doch allein die Anzahl der Zutaten hat mich bis heute immer abgeschreckt - ein ebenso erschreckender Fehler wie ich feststellen musste. Dabei bedarf es nur einem Mixology Monday um dieses überaus köstliche Rezept auszutesten. Ich erhebe mein Glas in Richtung Schuykill denn seit wenigen Stunden bin ich ein echter Fisherman´s Friend!

1 Kommentar:

  1. Ein interessanter Bericht zum Thema Punch. Ja die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten bzw genauer erklären. Schaut man sich die Rezepturen (und besonders die alten) genauer an, so erklärt sich ein Punch in der Menge der zu verwendeten Ingredienzien (Sirups, Kräuter&Gewürze, Eier, warmes und/oder kaltes Wasser, Bitters, Alkoholika usw) und oft auch die Gesamtmenge. Man könnte es auch als Kaltkochen bezeichnen. Generell ist ein Punch weit aus umfangreicher in seiner Herstellung als die meisten Mixturen.

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